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ZETTELS KLEINES ZIMMER

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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 1.406 mal aufgerufen
 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

21.05.2010 12:24
Zitat des Tages: Der Tiger des Jürgen Reents Antworten

Wer die achtziger Jahre bewußt politisch erlebt hat, der erinnert sich noch an den Grünen Jürgen Reents. Er gehörte wie Rainer Trampert und Thomas Ebermann zu den Hamburgern aus dem "Kommunistischen Bund", die maßgeblich daran beteiligt waren, die ursprüngliche Öko-Partei "Die Grünen" nach linksaußen zu führen.

Mittlerweile ist Reents in "Die Linke" angekommen und Chefredakteur des Zentralorgans (naja, heute sagt man das nicht mehr so) "Neues Deutschland". Seinem heutigen Kommentar habe ich das Zitat des Tages entnommen.

Lemmy Caution ( gelöscht )
Beiträge:

21.05.2010 14:09
#2 RE: Zitat des Tages: Der Tiger des Jürgen Reents Antworten

Ich nehm das mit dem Tiger nicht wirklich ernst. Die Kommunisten lieben es, sich in eine ständige Offensive zu träumen. Das ist Teil ihres nicht einfach erträglichen Wesens. Es bleibt ein Ost-West Antagonismus. Im Westen sind die nicht koalitionsfähig.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

21.05.2010 16:24
#3 RE: Zitat des Tages: Der Tiger des Jürgen Reents Antworten

Zitat von Lemmy Caution
Ich nehm das mit dem Tiger nicht wirklich ernst. Die Kommunisten lieben es, sich in eine ständige Offensive zu träumen. Das ist Teil ihres nicht einfach erträglichen Wesens. Es bleibt ein Ost-West Antagonismus. Im Westen sind die nicht koalitionsfähig.


Es stimmt sicher, lieber Lemmy Caution, daß solche Kommentare wie der von Reents bei Kommunisten keine reine Analyse sind, sondern immer auch eine strategische Linie vorgeben, daß sie auch Propaganda sind.

Man kann natürlich sagen: Da haben für den Fuchs die Trauben zu hoch gehangen. Aber ich habe mich schon gestern abend gefragt, als ich vom Abbruch der Sondierung erfuhr, warum die Kommunisten in der Delegation sich denn offenbar so halsstarrig benommen haben, daß dieser Abbruch fast zwangsläufig war. Das macht man doch nicht, wenn man wirklich auf eine Koalition hinauswill. Jedenfalls am Anfang ist man da doch erst mal freundlich, hebt die Gemeinsamkeiten hervor usw.

Die Strategie, sich jetzt fünf Jahre lang gegen eine SPD zu profilieren, die in einer großen Koalition Kompromisse schließen muß, um dann 2015 gestärkt in den Landtag zurückzugkehren und ein weit größeres Gewicht in einer Volksfront-Regierung zu haben als unter den jetzigen Gegebenheiten, leuchtet mir ein.

Pech nur für die Kommunisten, wenn es zu Neuwahlen kommen sollte. Denn da gebe ich R.A. recht: Viel zu gewinnen hätten sie dann jetzt nicht.

Herzlich, Zettel

stefanolix Offline



Beiträge: 1.959

21.05.2010 16:58
#4 RE: Zitat des Tages: Der Tiger des Jürgen Reents Antworten

Zitat von Zettel
(…) Die Strategie, sich jetzt fünf Jahre lang gegen eine SPD zu profilieren, die in einer großen Koalition Kompromisse schließen muß, um dann 2015 gestärkt in den Landtag zurückzugkehren und ein weit größeres Gewicht in einer Volksfront-Regierung zu haben als unter den jetzigen Gegebenheiten, leuchtet mir ein.
Pech nur für die Kommunisten, wenn es zu Neuwahlen kommen sollte. Denn da gebe ich R.A. recht: Viel zu gewinnen hätten sie dann jetzt nicht.
Herzlich, Zettel



Ich bin da nicht so sicher. Linke und Linksradikale sind enttäuscht über das Verhalten (den »Verrat«) der SPD. Ich will den Unsinn jetzt nicht verlinken, aber es sieht für diese Leute ganz anders aus. Sie erhoffen sich von einer Neuwahl, der SPD noch fünf Prozent der Wählerstimmen abzujagen. Sie werden noch populistischer auftrumpfen als bisher (etwa die Afghanistan-Karte bei einer Landtagswahl ausspielen oder zwölf Euro Mindestlohn fordern).

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

21.05.2010 17:06
#5 RE: Zitat des Tages: Der Tiger des Jürgen Reents Antworten

Zitat von stefanolix

Zitat von Zettel
(…) Die Strategie, sich jetzt fünf Jahre lang gegen eine SPD zu profilieren, die in einer großen Koalition Kompromisse schließen muß, um dann 2015 gestärkt in den Landtag zurückzugkehren und ein weit größeres Gewicht in einer Volksfront-Regierung zu haben als unter den jetzigen Gegebenheiten, leuchtet mir ein.
Pech nur für die Kommunisten, wenn es zu Neuwahlen kommen sollte. Denn da gebe ich R.A. recht: Viel zu gewinnen hätten sie dann jetzt nicht.
Herzlich, Zettel


Ich bin da nicht so sicher. Linke und Linksradikale sind enttäuscht über das Verhalten (den »Verrat«) der SPD. Ich will den Unsinn jetzt nicht verlinken, aber es sieht für diese Leute ganz anders aus. Sie erhoffen sich von einer Neuwahl, der SPD noch fünf Prozent der Wählerstimmen abzujagen. Sie werden noch populistischer auftrumpfen als bisher (etwa die Afghanistan-Karte bei einer Landtagswahl ausspielen oder zwölf Euro Mindestlohn fordern).



Könnte auch sein. Es ist wohl schwer abzuschätzen. Einerseits wäre die Volksfront nach Neuwahlen keine Option mehr; das wird manche Linke dazu veranlassen, lieber die SPD oder die Grünen zu wählen, damit diese eine Regierungsmehrheit bekommen. Andererseits wird es den von Ihnen genannten Effekt geben. Was nun mehr durchschlägt, ist kaum vorherzusagen.

Herzlich, Zettel

Gansguoter Offline



Beiträge: 988

21.05.2010 17:19
#6 RE: Zitat des Tages: Der Tiger des Jürgen Reents Antworten

Zitat
Sie werden noch populistischer auftrumpfen als bisher (etwa die Afghanistan-Karte bei einer Landtagswahl ausspielen



Diese Karte haben sie doch schon jetzt gespielt: hier hängen noch immer die Plakate der Kommunisten mit der Aufschrift "Raus aus Afphanistan"!

R.A. Offline



Beiträge: 8.171

21.05.2010 17:44
#7 RE: Zitat des Tages: Der Tiger des Jürgen Reents Antworten

Zitat von stefanolix
Linke und Linksradikale sind enttäuscht über das Verhalten (den »Verrat«) der SPD.


Na ja, ist aber die Frage, ob sich diese Sicht in den nächsten Wochen den Wählern vermitteln läßt.

So ganz ungeschickt hat das die SPD nicht gemacht: Indem sie der Verhandlungsdelegation genau das Dokument vorgelegt hat, daß die Genossen in Thüringen schon unterzeichnet hatten, konnten sich die Linken nicht gegen den Inhalt dieses Texts wehren. Damit wurde schon sehr plausibel gezeigt, daß das ein Haufen von DDR-Nostalgikern ist (und das kommt dann doch bei "Linke"-Wählern nicht so gut an).

Wir reden hier ja immerhin über mehr als 400 000 Wähler, die bei den Kommunisten ihr Kreuz gemacht haben. Und nur ein harter Kern von denen ist wirklich so linksradikal wie die, die jetzt laut "Verrat" schreien.

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