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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 5 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

23.01.2011 16:04
Marginalie: Aus in Istanbul Antworten

Die Gespräche in Istanbul sind gescheitert. Ein paar Anmerkungen.

john j Offline




Beiträge: 591

24.01.2011 15:13
#2 RE: Marginalie: Aus in Istanbul Antworten

Der Iran verfolgte sein Atomprogramm bereits lange bevor es einen Praesidenten Obama gab wie Sie schreiben. Die Politik der geballten Faust der Bush-Jahre hat ebensowenig bewirkt wie die dier ausgestreckten Hand Obama's. Eines allerdings hat die Politik der Bush Administration bewirkt: Durch die Ausschaltung des Irak hat sie das Gleichgewicht in der Region deutlich zugunsten des Iran verschoben. Und welche "Machtposition" meinen Sie eigentlich?

Glauben sie wirklich dass der von den USA besetzte Irak von irgendjemandem als "Machtposition" betrachtet wird? Die USA muesen dort seit Jaren zehntausende von Truppen unterhalten die mit dem Selbstschutz fas voellig ausgelastet sind. Die Operaion kostet die USA pro Tag Millionen...wenn ueberhauot dann schwaecht die die USA anstatt eine 'Machtposition' darzustellen.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

25.01.2011 09:45
#3 RE: Marginalie: Aus in Istanbul Antworten

Lieber John,

Zitat von john j
Der Iran verfolgte sein Atomprogramm bereits lange bevor es einen Praesidenten Obama gab wie Sie schreiben. Die Politik der geballten Faust der Bush-Jahre hat ebensowenig bewirkt wie die dier ausgestreckten Hand Obama's.


Stimmt. Nichts und niemand wird den Iran diplomatisch davon abhalten können, die Atombombe zu bauen. Ebenso hätte man versuchen können, Hitler diplomatisch davon abzubringen, "Lebensraum im Osten" zu suchen.

Bush hatte in Bezug auf den Iran keine Illusionen. Er hat die Europäer machen lassen, die ja glaubten, man könne Ahmadinedschad durch freundliches Reden bekehren.

Zitat von john j
Eines allerdings hat die Politik der Bush Administration bewirkt: Durch die Ausschaltung des Irak hat sie das Gleichgewicht in der Region deutlich zugunsten des Iran verschoben. Und welche "Machtposition" meinen Sie eigentlich?


Bush hat ja den Irak nicht ausgeschaltet, nur dessen Diktator. Solange im Irak klar war, daß die USA die Sunniten schützen würden, konnte dieser sich gegen den Einfluß des Iran wehren. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Obama will raus. Die Sunniten fürchten um ihre Existenz und laufen scharenweise wieder zur Kaida über, die sie als Ergebnis des Surge verlassen hatten. Maliki hat, da die Amerikaner ihn nicht mehr unterstützen werden, überhaupt keine Wahl, als sich dem Iran zu unterwerfen.

Das ist alles nicht das Ergebnis der Politik von Bush. Es ist das Ergebnis der verantwortungslosen Politik von Barack Obama, der rücksichtslos Verbündete opfert.

Zitat von john j
Glauben sie wirklich dass der von den USA besetzte Irak von irgendjemandem als "Machtposition" betrachtet wird? Die USA muesen dort seit Jaren zehntausende von Truppen unterhalten die mit dem Selbstschutz fas voellig ausgelastet sind. Die Operaion kostet die USA pro Tag Millionen...wenn ueberhauot dann schwaecht die die USA anstatt eine 'Machtposition' darzustellen.


So ist es jetzt; da haben Sie vollkommen Recht. Wäre George McCain der Nachfolger Präsident Bushs geworden, dann hätte er vermutlich dessen erfolgreiche Politik fortgesetzt: Rückzug der USA aus dem Irak nur in dem Maß, in dem die dortige Demokratie sich selbst schützen kann.

Obama handelt wie ein Chirurg, der einen Patienten mit geöffnetem Bauch liegen läßt; ich habe diesen Vergleich schon einmal gebracht. Er ist der vermutlich verantwortungsloseste Präsident, den die USA jemals gehabt haben.

Herzlich, Zettel

john j Offline




Beiträge: 591

25.01.2011 16:41
#4 RE: Marginalie: Aus in Istanbul Antworten

Wenn die Sunniten wie sie schreiben nun wieder scharenweise zur Qaeda ueberlauefen zeigt das doch nur wie sehr dieser angebliche Erfolg des surge auf toenernen Fuessen stand - und wie schwach der Irak als Staat und Gesellschaft im Inneren und damit auch nach aussen wirklich ist. Und dies nach nunmehr ueber 7 Jahren amerikanischer Besetzung und Hilfestellung beim Uebergang in die Demokratie. Was ist also die Loesung - weitere US-Besetzung des Irak auf Jahre hinaus ohne ein festes Ziel zu haben? DEnn die DEmokratie in Inneren ist ja nur ein Ziel - die Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Iran und Irak ist ein weiteres. Und die USA haben im Irak nicht nur den Diktator ausgeschaltet sondern auch den Irak entscheidend geschwaecht - anders war dies ja nicht zu erreichen. Die strategischen Implikationen wurden damals von Bush vernachlaessigt. Ich halte das fuer weit verantwortungsloser als die Politik Obama's die sich an den Realitaeten orientiert. Denn die USA koennen sich in ihrer derzeiteh Finanz-und Wirtschaftskrise das Engagement im Irak bald schlicht nicht mehr leisten.

Hier wird deutlich dass ihr Vergleich mit dem Chirurgen der den OP verlaesst nicht zutreffend ist - der Patient kann nicht durch eine Operation gerettet werden sondern nur durch langfristige Intensivbehandlung die das Krankenhaus so stark belastest dass es andere Aufgaben (zB sein Personal zu bezahlen) nicht mehr wahrnehmen koennen wird. Zumal es sich bei der Operation um unnecessary surgey handelte. Obama konzientriert sich auf die Herausforderungen im Inneren - den Immobilienmarkt, die US-Wirtschaft etc und dort liegen die Herausforderungen fuer die USA in den naechsten Jahren. Ein wirtschaftlich schwaches, von Inflation gebeuteltes Amerika kann nicht gleichzeitig Macht nach aussen projezieren ohne damit seine Glaubwuerdigkeit aufs Spiel zu setzen. Vor allem wenn es wie sie in einem frueheren Beitrag foderen zusaetzlich zu Irak und Afghanistan auch noch China die Stirn bieten soll - und dem Iran, Russland, Venezuela etc.

Wie waere es eigentlich wenn sich die EU endlich mal dazu aufraffen wuerde sich entsprechend ihrem angeblichem Gewicht in der Welt zu engagieren anstatt die USA vorzuschicken? Aber leider ist die EU momentan vollauf damit beschaeftigt ihre ueberschuldeten Mitglieder rauszuhauen. Warum sollte aehnliches nicht fuer die USA gelten duerfen ohne dass man bereits als vollkommen verantwortungslos bezeichnet wird?

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

25.01.2011 19:58
#5 RE: Marginalie: Aus in Istanbul Antworten

Zitat von john j
Wenn die Sunniten wie sie schreiben nun wieder scharenweise zur Qaeda ueberlauefen zeigt das doch nur wie sehr dieser angebliche Erfolg des surge auf toenernen Fuessen stand - und wie schwach der Irak als Staat und Gesellschaft im Inneren und damit auch nach aussen wirklich ist.


Es zeigt, wie lange noch die Hilfe der USA nötig gewesen wäre. Damit hatte niemand gerechnet; aber es hat sich nun so herausgestellt. Eine durch eine Diktatur zerstörte, durch Haß und Furcht geprägte Gesellschaft wieder ins Lot zu bringen dauert eben sehr lange.

Zitat
Was ist also die Loesung - weitere US-Besetzung des Irak auf Jahre hinaus ohne ein festes Ziel zu haben? DEnn die DEmokratie in Inneren ist ja nur ein Ziel - die Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Iran und Irak ist ein weiteres.


Beides sind essentielle Ziele. Sie aufzugeben wird unabsehbare Folgen für die Machtstellung der USA haben, regional wie geopolitisch. Aber will Obama überhaupt, daß die USA Weltmacht bleiben?

Zitat
Obama konzientriert sich auf die Herausforderungen im Inneren - den Immobilienmarkt, die US-Wirtschaft etc und dort liegen die Herausforderungen fuer die USA in den naechsten Jahren.

Er ist doch, liebe John, auch im Inneren auf dem Weg, die USA zu schwächen. Er will aus dem Flaggschiff des Kapitalismus ein sozialdemokratisches Land machen. Er tut nichts für die Wirtschaft; er schwächt sie. Er betreibt eine Ausgabenpolitik, die in einen Staatsbankrott führen könnte. Er spaltet das Land wie kaum je ein Präsident. Dieser Mann ist ein Unglück nicht nur für die Welt, sondern auch für sein Land.

Bemerkenswert war allein die Rede, die er anläßlich des kürzlichen Amoklaufs gehalten hat. Obama der Redner. Nur ist Rhetorik zu wenig, um eine Weltmacht zu führen.

Zitat
Ein wirtschaftlich schwaches, von Inflation gebeuteltes Amerika kann nicht gleichzeitig Macht nach aussen projezieren ohne damit seine Glaubwuerdigkeit aufs Spiel zu setzen. Vor allem wenn es wie sie in einem frueheren Beitrag foderen zusaetzlich zu Irak und Afghanistan auch noch China die Stirn bieten soll - und dem Iran, Russland, Venezuela etc.


Sie sagen es. Das sind die Herausforderungen. Obama stellt sich ihnen nicht, sondern hält eine große Rede, weil ein paranoider Schizophrener ausgerastet ist.

Herzlich, Zettel

john j Offline




Beiträge: 591

26.01.2011 16:48
#6 RE: Marginalie: Aus in Istanbul Antworten

"Es zeigt, wie lange noch die Hilfe der USA nötig gewesen wäre."

So kann man das natuerlich auch sagen - wenn etwas gescheitert ist ist eben noch mehr und noch laengere Hilfe noetig.

"Aber will Obama überhaupt, daß die USA Weltmacht bleiben?"

Am besten sie fragen ihn selber.

"Er ist doch, liebe John, auch im Inneren auf dem Weg, die USA zu schwächen."

Das sagen sie. Erstens sehen das die Amerikaner (nun wieder) mehrheitlich anders und zweitens haette ich dazu gern einen Beleg. Wie auch zu der These dass Obama das Land spaltet. Vor allem dazu dass die USA momentan angeblich mehr gespalten sind als sie das 2007/08 waren. Und die US-Wirtschaft zeigt gerade kleine Anzeichen von Erholung. Ohne diese Erholung werden die USA nicht in der Lage sein irgendwelche "Machtpositionen" in der Welt zu erhalten bzw auszubauen. Es sei denn man glaubt wie Republikaner dass die USA zugleich Steuern kuerzen koennen, Staatsausgaben senken, aber dabei weder am Militaer noch an Medicare oder Medicaid oder Farmsubventionen sparen muessen.

"Dieser Mann ist ein Unglück nicht nur für die Welt, sondern auch für sein Land."

Wie gesagt die Amerikaner sehen das mehrheitlich anders. Wenn der momentane Trend anhaelt duerfte sich Obama um seine Wiederwahl 2012 keine Sorgen machen muessen. Und wenn ich mir die Riege der EU-Regierungschefs so ansehe dann bin ich mir nicht sicher wo das groessere Unglueck residiert - in Washington oder in Berlin, Paris, Rom, Dublin, Athen oder Budapest.

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