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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 41 Antworten
und wurde 1.726 mal aufgerufen
 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Seiten 1 | 2
R.A. Offline



Beiträge: 7.924

19.08.2011 16:10
Überflüssig antworten

Es gibt viel zu viel Bürokratie in Deutschland. Und manche Behörden machen noch auf ihre Nutzlosigkeit öffentlich aufmerksam.

isildur Offline



Beiträge: 366

19.08.2011 16:29
#2 RE: Überflüssig antworten

Die Datenschutzbedenken gegen die Verbreitung des "Like" Buttons auf anderen Webseiten kann ich schon vollständig nachvollziehen. Technisch ist ein Trennung ja auch nicht ganz einfach, wenn man nebenher Facebook nutzt. Ein paar Stunden Arbeit für ein Firefoxplugin, dass die Facebookscripte auf fremden Webseiten blockt und den Zugriff auf Fb-Cookies verhindert würde es abersicherlich auch tun.
Ein gewisses Maß an technischem Grundverständnis und Aufklärung, kann man aber wohl kaum ersetzen.

Bei einem weniger beschränkten Staatsverständnis vieler Menschen, kann ich die Regelung aber durchaus nachvollziehen.

R.A. Offline



Beiträge: 7.924

19.08.2011 16:42
#3 RE: Überflüssig antworten

Zitat von isildur
Die Datenschutzbedenken gegen die Verbreitung des "Like" Buttons auf anderen Webseiten kann ich schon vollständig nachvollziehen.


Dann wäre ich für eine Erläuterung dankbar.
Vielleicht fehlt mir ja die nötige Phantasie, aber ich verstehe überhaupt nicht, wo da irgendwie schutzwürdige Belange berührt sein könnten. Da hat sich jemand freiwillig bei Facebook angemeldet, und bekundet öffentlich mit diesem Button, daß ihm etwas gefällt.
Was muß da geschützt werden? Welche Risiken drohen?

ruelix Offline



Beiträge: 13

19.08.2011 17:15
#4 RE: Überflüssig antworten

Daten fallen nicht nur an, wenn man auf den Button klickt. Der Button selbst, die ganze Technik, die dazu gehört (Grafiken, Skripte, ...), liegen gewöhnlich auf den Servern von Facebook und werden jedesmal aufs neue angefordert. Wenn ich mich also bei Facebook eingeloggt habe und parallel dazu auf irgendwelchen Seiten surfe, die den Button eingebunden haben, kann Facebook meine Aktivitäten auf diesen fremden Seiten verfolgen. Facebook weiß also etwa, welche Artikel ich gerade auf spiegel.de lese. Ich denke, die wenigsten Facebook-Nutzer sind sich darüber bewusst, wie umfassend Facebook ihre Aktivitäten im Internet verfolgt.

Habe ich keinen Facebook-Account ist das Datenschutz-Problem auch kein anderes wie bei den ganzen Werbeanbietern (Doubleclick.net,...). Die Firmen können meine Aktivitäten zwar über diverse Seiten, die die Werbung einsetzen, verfolgen, sind aber nicht ohne weiteres in der Lage, mir eine bestimmte Identität zuzuordnen.

Details dazu hier: http://www.heise.de/security/artikel/Das...on-1230906.html

Ich blocke derartigen Inhalt übrigens mit dem Firefox-Addon AdblockPlus (mit der "Annoyance Block List" von http://www.fanboy.co.nz); aber weniger aus Datenschutzgründen, sondern weil ich davon sowieso keinen Gebrauch mache. Das spart Bildschirmplatz und Bandbreite.

Techniknörgler Offline



Beiträge: 2.534

19.08.2011 17:17
#5 RE: Überflüssig antworten

Nun, es besteht - soweit ich informiert bin - der begründete Verdacht, zumindest aber der Vorwurf, die eingebundenen Faceboook-Scripte, die den Like-Button auf der Seite erscheinen lassen, würden auch dann Daten sammeln und an die Facebook- Server senden, wenn der Button überhaupt nicht angeklickt wird.

Eierkopp Offline



Beiträge: 196

19.08.2011 17:44
#6 RE: Überflüssig antworten

Immer dann, wenn Inhalte von fremden Servern eingeblendet werden, baut der Browser natürlich eine Verbindung zu diesem Server auf, um den Inhalt zu holen. Dabei werden Cookies, die zur Domain dieses Servers gehören, in der Anfrage mitgeschickt. Es ist daher völlig unerheblich, ob man bei Facebook angemeldet ist und ob man den Knopf drückt, Facebook kann einen Benutzer über alle besuchten Webseiten verfolgen, die den Like-Button einblenden.

dirk Offline



Beiträge: 1.508

19.08.2011 17:45
#7 RE: Überflüssig antworten

Zitat von R.A.
Wie ich überhaupt "Datenschutz" für ein weit überschätztes Thema halte. Mündige Bürger können sich selber schützen.



Jain. Bzw, man sollte differenzieren. Bei privaten Rechtsverhältnissen bin ich Deiner Meinung. Was es aber braucht ist Datenschutz gegen die Interessen des Staates. Nur leider hört man genau dann wenn es um den Staat geht immer weniger von den Berufsdatenschützern.

MIttlerweile glaube ich das hat Methode. Jedenfalls passiert es bei jedem Grundrecht. Erst wird das Grundrecht, das eigentlich nur den Zugriff des Staates begrenzen sollt, nicht aber private bindet, gelobt und zum unumstößlichen Prinzip erhoben. Dann wird es so wichtig, dass der Staat es auf den Privatbereich ausdehnt und sich damit weitere Kompetenzen aneignet und schon hat es eine ganze neue Bedeutung . Die ursprüngliche Rolle als Begrenzung der Staatsgewalt ist makulatur - schließlich muss der Staat ja dafür sorgen, dass es im privatrecht Anwendung findet.

R.A. Offline



Beiträge: 7.924

19.08.2011 17:59
#8 RE: Überflüssig antworten

Zitat von Eierkopp
Facebook kann einen Benutzer über alle besuchten Webseiten verfolgen, die den Like-Button einblenden.


Danke für die Erläuterung, und natürlich ebenso Danke an Techniknörgler und ruelix.

Mir ist aber immer noch nicht klar, wo das konkrete Problem besteht.
Facebook weiß dann, daß IP x diverse Seiten besucht hat. Ja und? Wo entsteht mir dadurch Schaden?
Bei ähnlichen Diskussionen habe ich dann maximal als Antwort bekommen, daß dann diese IP x (die ja nicht meine persönliche ist, sondern die des Providers, morgen habe ich eine andere) beim Aufruf der nächsten Seite womöglich Werbung eingeblendet bekommt, die versucht ein Zielgruppenschema zu treffen.
Das halte ich irgendwie nicht für einen wesentlichen Angriff auf meine Menschenwürde oder Privatsphäre (und nicht nur, weil ich das ohnehin mit einem Werbeblocker verhindere).

R.A. Offline



Beiträge: 7.924

19.08.2011 18:02
#9 RE: Überflüssig antworten

Zitat von dirk
Bei privaten Rechtsverhältnissen bin ich Deiner Meinung. Was es aber braucht ist Datenschutz gegen die Interessen des Staates.


Völlige Zustimmung.
Und es ist halt - auch da haben wir Konsens - so, daß die staatlichen Datenschützer sich offenbar damit fast nicht beschäftigen (irgendwie naheliegend).

Wenn ich 44 Beschäftigte nur für das kleine Schleswig-Holstein auf 16 Länder plus Bund hochrechne, dann sind da wahrscheinlich einige hundert Leute vollberuflich damit beschäftigt, die Bürger (meist gegen deren Willen) gegen fiktive Gefahren zu "beschützen".

Während gleichzeitig die staatliche Überwachung ausgebaut wird.

ruelix Offline



Beiträge: 13

19.08.2011 18:33
#10 RE: Überflüssig antworten

Zitat von R.A.

Bei ähnlichen Diskussionen habe ich dann maximal als Antwort bekommen, daß dann diese IP x (die ja nicht meine persönliche ist, sondern die des Providers, morgen habe ich eine andere) beim Aufruf der nächsten Seite womöglich Werbung eingeblendet bekommt, die versucht ein Zielgruppenschema zu treffen.



Sofern jemand einen Account bei Facebook hat, kann Facebook diese IP-Addresse einem konkreten, real-identifizierbaren Nutzer zuordnen - Herr Müller-Irgendwas, wohnhaft dort und dort, "befreundet" mit ... Facebook weiß, dass Herr Müller-Irgendwas auf spiegel.de eher die Wirtschafts- und Sportnachrichten liest, während er aufe seitxyz.de eher die politischen Inhalte verfolgt. Vor allem interessiert ihn das Thema ABC. Auffallend häufig liest er Berichte über die Krankheit DEF; zudem bewegt er sich auf Internetseiten, in denen es um die sexuelle Spielart GHJ geht, usw.
Ob Herr Müller-Irgendwas wirklich will, dass Facebook das alles über ihn weiß? Vermutlich weiß er gar nicht, dass Facebook so viel über ihn wissen kann; mit den ganzen technischen Details kennt er sich ja nicht aus.

Rayson Offline




Beiträge: 2.367

19.08.2011 18:39
#11 RE: Überflüssig antworten

Ich habe die neueste c't-Ausgabe zum Thema "Anonym surfen" noch nicht genau gelesen und würde es wahrscheinlich auch nicht zu 100% verstehen, aber die Informationen, die heute gesammelt werden, laufen offensichtlich nicht über die IP, sondern über Cookies. Die c't dazu kann ich nur empfehlen. Jedenfalls ist es wohl gar nicht so einfach, wirklich anonym unterwegs zu sein...

--
L'État, c'est la grande fiction à travers laquelle tout le monde s'efforce de vivre aux dépens de tout le monde. (Frédéric Bastiat)

Gansguoter Offline



Beiträge: 988

19.08.2011 18:58
#12 RE: Überflüssig antworten

Zitat
Wenn ich 44 Beschäftigte nur für das kleine Schleswig-Holstein auf 16 Länder plus Bund hochrechne, dann sind da wahrscheinlich einige hundert Leute vollberuflich damit beschäftigt, die Bürger (meist gegen deren Willen) gegen fiktive Gefahren zu "beschützen".



Diese Datenschützer sind zum Beispiel damit beschäftigt, sich eine "Verordnung über die zur Verarbeitung zugelassenen Daten von Schülerinnen, Schülern und Eltern (VO-DV I)" auszudenken (siehe http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Sc...gen/VO-DV_I.pdf). In dieser Verordnung sind so tolle Dinge geregelt und feinsinnig unterschieden wie, dass die Schule zu einem Schüler und den Eltern ohne Widerspruchsmöglichkeit speichern darf "Anschrift Wohnsitz, Anschrift Postzustellung, Telefon". Fax und E-Mail des Schülers und der Eltern darf die Schule auch speichern, aber hier steht dem Schüler und den Eltern ein Widerspruchsrecht zu. Die Eltern können also verlangen, dass die Schule ihre E-Mail-Adresse löscht; von der Telefonnr. können sie das nicht verlangen.

BEsonders alltagstauglich sind die Regelungen zur Datenverarbeitung durch die Lehrer. Während es absolut Standard ist und zur Bewältigung der anfallenden Arbeiten auch unumgänglich, dass ein Lehrer zur Notenverwaltung etc. PC-Programme verwendet (und sei es nur Excel, um die Punkte der KLassenarbeiten zu berechnen - oder eines der zahlreichen Notenverwaltungsprogramme), so muss dennoch ein Lehrer bei seinem Schulleiter ausdrücklich beantragen, dass ihm erlaubt werden möge, Schülerdaten auf seinem Computer zu verwalten. Allerdings darf ich als Lehrer dann nur den Schüler mit seinem Namen, Fach, NOten, Fehlzeiten erfassen. Die Telefonnr. des Schülers oder seiner Eltern - auch wenn ich als Klassenlehrer vielleicht notwendigerweise regelmäßig Telefonate mit den Eltern führe - oder die E-Mail-Adresse, auch wenn ich diese vielleicht zur Erfüllung meiner Teilaufgabe "Beratung" benötige, ist mir auf meinem Rechner zu speichern nicht erlaubt. - Auf Papier hingegen darf ich eine Telefon- und E-Mail-Adresse der Eltern meiner Schüler haben. Wie ich es wiederum verhindern soll, dass mein Mail-Programm automatisch die E-Mail-Adressen der Eltern, mit denen ich bereits per Mail kommuniziert habe, speichert, ist mir ein Rätsel. Es wäre aber erforderlich.

Ach ja, speichern darf ich natürlich nur die Nnoten des laufenden Schuljahres. In den Sommerferien muss ich die Noten der vorigen Klasse löschen, auch wenn ich eine Klasse weiter im Unterricht habe. Auf Papier darf ich mir allerdings die Noten, die ich auf dem Rechner gelöscht haben müsste, weiterhin aufheben, wenigstens ist das nicht geregelt. Absurder und praxisferner gehts nimmer. Solche Behörden können gut und gerne aufgelöst werden. Aber sobald es eine Behörde X gibt, wird sie sich immer so viele Aufgaben geben, dass sie wächst und gedeiht und Unsinn produziert, dass man sie keineswegs mehr abschaffen kann.

Eva Ziessler Offline



Beiträge: 14

19.08.2011 19:19
#13 RE: Überflüssig antworten

Zitat Dirk:

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Was es aber braucht ist Datenschutz gegen die Interessen des Staates. Nur leider hört man genau dann wenn es um den Staat geht immer weniger von den Berufsdatenschützern.

MIttlerweile glaube ich das hat Methode. Jedenfalls passiert es bei jedem Grundrecht. Erst wird das Grundrecht, das eigentlich nur den Zugriff des Staates begrenzen sollt, nicht aber private bindet, gelobt und zum unumstößlichen Prinzip erhoben. Dann wird es so wichtig, dass der Staat es auf den Privatbereich ausdehnt und sich damit weitere Kompetenzen aneignet und schon hat es eine ganze neue Bedeutung . Die ursprüngliche Rolle als Begrenzung der Staatsgewalt ist makulatur - schließlich muss der Staat ja dafür sorgen, dass es im privatrecht Anwendung findet.
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Sehr richtig! Staatliche Stellen haben unbegrenzten Zugriff auf alle unsere Daten. Und nicht nur das. Viel wichtiger ist, dass der Staat diese Daten benutzen kann, um Gewalt gegen uns, seine Bürger, auszuüben. Facebook oder Google können aber mit den Daten, die sie über uns sammeln, niemals Gewalt gegen uns ausüben. Sie sind auf unsere fortlaufende, freiwillige Kooperation mit ihnen angewiesen, wenn sie weiterhin Geschäfte machen wollen. Grundrechte waren ursprünglich ausschließlich als Abwehrrechte des Bürgers gegen den Staat gedacht. In einer perfiden Umdeutung haben staatliche Instanzen die Gefahr, die von ihnen selbst ausgeht (und die der Grund für die verfassungsrechtliche Gewährleistung der Grundrechte war) sozusagen auf die Bürger projiziert, um davon abzulenken, dass der Staat der alleinige Inhaber des Gewaltmonopols und daher die alleinige Gefahr für die Bürger ist, vor der sie durch Grundrechte Schutz finden sollen. Plötzlich mutieren die anderen Bürger, bzw. die Unternehmen zum Gefahrenherd für die Bürger. Die Verbraucherzentralen (zu 100 Prozent aus Steuergeldern finanziert) sind also Ablenkungs-Organe, die der Staat sich geschaffen hat, um das wirkliche Gewaltverhältnis vor seinen Bürgern zu verschleiern.

Zu Facebook und dem Like-Button: Wenn ich in ein Kaufhaus gehe, kann der Kaufhausbesitzer theoretisch ganz genau beobachten, in welchen Abteilungen ich mich aufhalte, welche Artikel ich in die Hand nehme oder anprobiere und sich zum Schluss merken, was ich gekauft habe. Er kann auch ein mentales "Profil" von mir anlegen, so dass er beim nächsten Mal, wenn ich den Laden betrete, schon weiß, was seine Verkäufer mir zeigen sollen--Ein Vorgehen, dass übrigens jeder erfolgreiche Tante-Emma-Laden-Besitzer auch schon vor hundert Jahren praktiziert haben dürfte. Nichts anderes macht Facebook, und das -wohlgemerkt- nur bei Leuten, die freiwillig Facebook-Mitglieder sind. Niemand ist gezwungen, Mitglied bei Facebook zu werden. Jeder von uns aber ist gezwungen, um nur ein Beispiel zu nennen, seinen Wohnsitz anzumelden, woraufhin dann umgehend das Staatsorgan GEZ auf den Plan tritt und uns mithilfe des staatlichen Gewaltmonopols -bis hin zur Kontopfändung- zwingt, die Fernsehgebühren zu zahlen. Facebook hat nicht nur weniger Macht über uns, sondern überhaupt keine.

Mein unmäßiger Ärger über das vermeintliche Wohlwollen im ausschließlichen Interesse von uns Bürgern, mit dem die Verbraucherzentralen angeblich handeln, hat mich schon zweimal dazu verleitet, mir die Verbraucherzentralen vorzuknöpfen. Aber, wie man sieht, es kann nie genug sein. Danke an R.A., dass er das Thema noch einmal aufgegriffen hat. Der Staat verleiht den Verbraucherzentralen nämlich auch noch immer mehr Rechte--die sämtlich zu unserem Schaden sich auswirken. Das habe ich vor kurzem hier behandelt, mit einem Link auf meinen "Offenen Brief an die Verbraucherzentrale" in Sachen Verbraucherzentrale gegen Facebook (damals ging es um die E-Mail-Einladungen, die Facebook an Freunde verschickt hat):

http://evaziessler.wordpress.com/2011/08...ie-verbraucher/

energist Offline




Beiträge: 322

19.08.2011 19:21
#14 RE: Überflüssig antworten

Zitat von R.A.
Mir ist aber immer noch nicht klar, wo das konkrete Problem besteht.
Facebook weiß dann, daß IP x diverse Seiten besucht hat. Ja und? Wo entsteht mir dadurch Schaden?
Bei ähnlichen Diskussionen habe ich dann maximal als Antwort bekommen, daß dann diese IP x (die ja nicht meine persönliche ist, sondern die des Providers, morgen habe ich eine andere) beim Aufruf der nächsten Seite womöglich Werbung eingeblendet bekommt, die versucht ein Zielgruppenschema zu treffen.
Das halte ich irgendwie nicht für einen wesentlichen Angriff auf meine Menschenwürde oder Privatsphäre (und nicht nur, weil ich das ohnehin mit einem Werbeblocker verhindere).



Geschätzter R. A., die IP ist für facebook oder Google am wenigsten interessant. Wichtiger ist für die die eindeutige Zuordbarkeit Ihres Browsers. Und das geht über den bereits angesprochenen Cookie, der bei Ihnen hinterlegt ist. Um Sie dann den Bewegungsprofilen zuzuordnen müssen Sie auch nicht bei facebook angemeldet sein, es reicht aus, wenn es einer ihrer Freunde ist. Dieser schickt Ihnen dann beispielsweise eine Einladungs-Email zu, die Grafiken enthält, die vom Facebook-Server geladen werden – und schon ist Ihr Name mit den Bewegungsdaten verknüpft.

Oder einer Ihrer Freunde verwendet den „Freunde-Finder“ von Facebook. Jedem Mitdenkenden müßte auffallen, daß es keine gute Idee sein kann, irgendeiner Firma die eigenen E-Mail-Zugangsdaten zu geben, aber erschreckend viele sogar gebildete Menschen machen genau das. Facebook hat dann Zugriff auf sämtliche privaten E-Mails inklusive der Header – und schon wieder sind Sie genau identifiziert.

Und spätestens wenn man solche Überlegungen anstellt schließt sich auch der Kreis zu dem von mir ebenfalls kritischer betrachteten staatlichen Überwachungswahn: alle Server von Facebook (und Google) spiegeln in die U. S. A., die regelmäßig damit auf sich aufmerksam machen, daß der PATRIOT Act alle Datenschutzbestimmungen aushebelt.

Eva Ziessler Offline



Beiträge: 14

19.08.2011 19:23
#15 RE: Überflüssig antworten

Der Titel für diese Story, "Überflüssig", ist übrigens noch viel zu harmlos. Schön wäre es, wenn die Verbraucherzentralen nur überflüssig wären. Aber sie sind schädlich, und zwar weit über die Betriebskosten, die sie verursachen, hinaus.

Eierkopp Offline



Beiträge: 196

19.08.2011 19:25
#16 RE: Überflüssig antworten

Zitat von Rayson
...laufen offensichtlich nicht über die IP, sondern über Cookies....



Das ist so und wird nicht nur von Facebook gemacht, Amazon oder Google sind auch nicht besser. Während die IP üblicherweise für maximal einen Tag beim selben Nutzer bleibt (IPv6 könnte das ändern), kann die Gültigkeit eines Cookies vom Serverbetreiber festgelegt werden (ein Amazon Cookie in meinem Browser ist gültig bis 2031!). Daneben gibt es noch Flash-Cookies, die sich mit Bordmitteln kaum löschen lassen (Firefox mit BetterPrivacy Plugin kann das) und Tracking über ETags (da muss man den gesamten Browsercache löschen).

Das Problem ist allerdings nicht Facebook, sondern die Seite, die fremden Content (z.B. Facebooks Like-Button oder auch Google-Analytics) einbindet. Wenn man das Board der anonymen Zoophilen betreiben will, sollte man da aufpassen.

dirk Offline



Beiträge: 1.508

19.08.2011 19:46
#17 RE: Überflüssig antworten

Wie ist denn das? Kann eine Webside sämtliche Cookies auslesen, also auch solche, die von anderen Seiten erstellt wurden oder kann sie nur eigenen Cookies abrufen?

energist Offline




Beiträge: 322

19.08.2011 19:47
#18 RE: Überflüssig antworten

Zitat von Eva Ziessler
Zu Facebook und dem Like-Button: Wenn ich in ein Kaufhaus gehe, kann der Kaufhausbesitzer theoretisch ganz genau beobachten, in welchen Abteilungen ich mich aufhalte, welche Artikel ich in die Hand nehme oder anprobiere und sich zum Schluss merken, was ich gekauft habe. Er kann auch ein mentales "Profil" von mir anlegen, so dass er beim nächsten Mal, wenn ich den Laden betrete, schon weiß, was seine Verkäufer mir zeigen sollen--Ein Vorgehen, dass übrigens jeder erfolgreiche Tante-Emma-Laden-Besitzer auch schon vor hundert Jahren praktiziert haben dürfte. Nichts anderes macht Facebook, und das -wohlgemerkt- nur bei Leuten, die freiwillig Facebook-Mitglieder sind. Niemand ist gezwungen, Mitglied bei Facebook zu werden. Jeder von uns aber ist gezwungen, um nur ein Beispiel zu nennen, seinen Wohnsitz anzumelden, woraufhin dann umgehend das Staatsorgan GEZ auf den Plan tritt und uns mithilfe des staatlichen Gewaltmonopols -bis hin zur Kontopfändung- zwingt, die Fernsehgebühren zu zahlen. Facebook hat nicht nur weniger Macht über uns, sondern überhaupt keine.



Das, werte Eva, ist nun leider ein Trugschluß. Bitte lesen Sie kurz meine Antwort auf R. A. weiter oben, dort ist ausgeführt, daß man eben auch als jemand, der Facebook explizit nicht nutzt, erfaßt wird.

Nachtrag, da verklickt: Wo ich Ihnen unbeschränkt zustimme ist, daß die Datensammel- und -verwertungswut des Staates besorgniserregend wird. Spontan fallen mir da neben der vieldiskutierten Vorratsdatenspeicherung noch Kfz-Kennzeichenscan, biometrische Pässe, die leidige Elektronische Gesundheitskarte, die Steuernummer, die EU-weite Terroristendatenbank, polizeiliche DNA-Datenbanken und viele weitere offene Punkte ein.

Galileo Offline



Beiträge: 8

19.08.2011 19:58
#19 RE: Überflüssig antworten

Ich habe bis zum heutigen Tag nicht verstanden, warum Menschen vor Unternehmen geschützt werden müssen, die einfach ihre AGB anwenden. Zur Anmeldung bei Facebook gehören schließlich immer zwei Parteien…!

energist Offline




Beiträge: 322

19.08.2011 20:01
#20 RE: Überflüssig antworten

Zitat von dirk
Wie ist denn das? Kann eine Webside sämtliche Cookies auslesen, also auch solche, die von anderen Seiten erstellt wurden oder kann sie nur eigenen Cookies abrufen?



Das ist eine Frage der Einstellungen Ihres Browsers. Per default ist z. B. in älteren Browsern oft noch eingestellt, daß dies möglich ist. Außerdem kann man viele der Sperrungen umgehen, wenn man sich ein bisschen Mühe gibt, bspw. so.

Die oben beschriebenen Szenarien funktionieren allerdings so, daß in eine fremde Webseite (als Beispiel „Zettels Raum“) ein „Like“-Button eingebunden wird. Diese Grafik liegt allerdings nicht auf dem Server von Zettel sondern ist nur ein Verweis auf den Server von Facebook, von wo aus der Facebook-Cookie abgefragt wird und so die passende Verknüpfung hergestellt wird.

Eva Ziessler Offline



Beiträge: 14

19.08.2011 20:03
#21 RE: Überflüssig antworten

Zitat energist:

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Das, werte Eva, ist nun leider ein Trugschluß. Bitte lesen Sie kurz meine Antwort auf R. A. weiter oben, dort ist ausgeführt, daß man eben auch als jemand, der Facebook explizit nicht nutzt, erfaßt wird.

--------

Kein Trugschluß. Der Kaufhausbesitzer kann auch in andere Kaufhäuser gehen, um sich da anzugucken, was die Kunden so interessiert, und er kann seine und sogar fremde Kunden sogar auf der Straße und sonstwo "ausspionieren". Natürlich kann ihn der Konkurrenzunternehmer aus seinem Kaufhaus rausschmeißen, da er ja das Hausrecht hat. Genauso können andere Websites Faceboook den Zugriff verweigern. Warum tun sie das nicht?--Weil es ihren Besuchern egal ist.

So, damit wäre meine Analogie jetzt auf die Spitze getrieben. Aber sie hält!

Ich habe den Eindruck, viele sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, weil sie sich hier auf die technischen Aspekte eingeschossen haben. Nochmal den ursprünglichen Post von R.A. lesen! Der hat ganz klar erkannt, worum es geht!

Rayson Offline




Beiträge: 2.367

19.08.2011 20:09
#22 RE: Überflüssig antworten

Danke für die Erläuterungen. Wenn ich die c't richtig verstanden habe, muss man sich für völlig anonymes Surfen nicht nur einen entsprechend abgeschotteten Browser gestalten, sondern auch einen anderen Nutzer des Betriebssystems verwenden (bzw. eine virtuelle Maschine).

--
L'État, c'est la grande fiction à travers laquelle tout le monde s'efforce de vivre aux dépens de tout le monde. (Frédéric Bastiat)

energist Offline




Beiträge: 322

19.08.2011 20:09
#23 RE: Überflüssig antworten

Zitat von Galileo
Ich habe bis zum heutigen Tag nicht verstanden, warum Menschen vor Unternehmen geschützt werden müssen, die einfach ihre AGB anwenden. Zur Anmeldung bei Facebook gehören schließlich immer zwei Parteien…!



Nochmals: Facebook sammelt auch massenweise persönlich zuordbare Datensätze von Personen, die sich nicht dort angemeldet haben, also auch nie den AGB zugestimmt haben. Da auch mein bester Freund nicht ohne Weiteres für mich Geschäfte abschließen darf, kann er auch nicht meine Einwilligung zur Verfolgung und Speicherung meiner Daten geben.

Rayson Offline




Beiträge: 2.367

19.08.2011 20:12
#24 RE: Überflüssig antworten

Zitat von Eva Ziessler
Der Kaufhausbesitzer kann



Aber nirgendwo so bequem, so unmittelbar in Echtzeit verknüpfend und gleichzeitig mit so vielen. Da haben wir schon einen Umschlag von Quantität in Qualität.

--
L'État, c'est la grande fiction à travers laquelle tout le monde s'efforce de vivre aux dépens de tout le monde. (Frédéric Bastiat)

energist Offline




Beiträge: 322

19.08.2011 20:15
#25 RE: Überflüssig antworten

Zitat von Rayson
Danke für die Erläuterungen. Wenn ich die c't richtig verstanden habe, muss man sich für völlig anonymes Surfen nicht nur einen entsprechend abgeschotteten Browser gestalten, sondern auch einen anderen Nutzer des Betriebssystems verwenden (bzw. eine virtuelle Maschine).



Richtiges anonymes Surfen ist mit einem derartigen Aufwand verbunden, daß es quasi unmöglich ist. Man kann aber mit wenigen Einstellungen, zum Beispiel den schon angesprochenen Firefox-Plugins, viel erreichen.

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