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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 1 Antworten
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Reader Offline



Beiträge: 803

21.03.2007 07:06
“Moral Minds” Antworten

"Social living demands a number of qualities that may be precursors of morality."

THE NEW YORK TIMES
Science
Scientist Finds the Beginnings of Morality in Primate Behavior
By NICHOLAS WADE
Published: March 20, 2007

Some animals are surprisingly sensitive to the plight of others. Chimpanzees, who cannot swim, have drowned in zoo moats trying to save others. Given the chance to get food by pulling a chain that would also deliver an electric shock to a companion, rhesus monkeys will starve themselves for several days.

Biologists argue that these and other social behaviors are the precursors of human morality. They further believe that if morality grew out of behavioral rules shaped by evolution, it is for biologists, not philosophers or theologians, to say what these rules are.

Moral philosophers do not take very seriously the biologists’ bid to annex their subject, but they find much of interest in what the biologists say and have started an academic conversation with them.

The original call to battle was sounded by the biologist Edward O. Wilson more than 30 years ago, when he suggested in his 1975 book “Sociobiology” that “the time has come for ethics to be removed temporarily from the hands of the philosophers and biologicized.”

Link: http://www.nytimes.com/2007/03/20/scienc...a62f&ei=5087%0A

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Zettel Offline




Beiträge: 20.200

03.09.2007 22:45
#2 Moral, Biologie, Gesellschaft Antworten

Dear Reader,

es ist zwar nicht mehr ganz die "heutige" amerikanische Presse, aus der dieser von dir entdeckter Artikel stammt - aber immer noch lesenswert, da nicht tagespolitisch, überhaupt nicht politisch.

Hat die Moral biologische Wurzeln? Wenn ja, welche? Der Artikel diskutiert das, hauptsächlich mit Bezug auf die Arbeiten des Primatologen Frans de Waal.

Mir will scheinen, daß das sehr davon abhängt, was man mit "Moral" meint.

Altruistisches Verhalten gibt es reichlich bei Tieren; und zwar nicht erst bei Primaten. Es scheint heute eine gewisse Einhelligkeit darüber zu geben, daß es zwar nicht dem Überleben des altruistisch handelnden Individuums dient, aber der Weitergabe seiner Gene - wenn beispielsweise eine Glucke die Aufmerksamkeit eines Freßfeinds auf sich zieht und damit das Überleben ihrer Küken ermöglicht.

Andererseits ist es auch ziemlich evident, daß eine Moral, die "gepredigt" wird, dh von Eltern an ihre Kinder weitergegeben, die von den Propheten und Relgionsstiftern an ihren Gläubigen vorgeschrieben wird, eine kulturelle Errungenschaft ist.

Wie so oft ist es also nicht "nature versus nurture", sondern die Frage ist, wieweit die nature unser Verhalten bestimmt und ab wo die nurture - die Kultur hier also - ihre Rolle zu spielen beginnt.

Übrigens scheint mir wahrscheinlich, daß auch bei Entscheidungen des Einzelnen oft sehr unterschiedliche Arten von Moral zusammen- oder auch gegeneinanderwirken.

Das Mitleid kann zB. einem Erzieher nahelegen, sich bei einer Verfehlung seines Schützlings milde zu verhalten; der kategorische Imperativ kann aber ein hartes Verhalten nahelegen.

Das wäre sozusagen ein Konflikt zwischen Schopenhauer'scher und Kant'scher Moral.

Herzlich, Zettel

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