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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 735 mal aufgerufen
 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

05.04.2012 02:35
Stratfors Analysen: Israels strategische Lage Antworten

Als ich gestern geschrieben habe, daß man Grass nicht auf den Leim gehen sollte, da meinte ich vor allem: Wir sollten uns von ihm nicht zu einer Diskussion auf der unsachlichen Ebene verführen lassen, die er sich ausgesucht hat.

Wie es der Zufall will, ist vorgestern bei Stratfor ein Artikel von George Friedman zum selben Thema erschienen, der ein Muster an Sachlichkeit und intellektueller Präzision ist. Dieser Artikel ist die Diskussion wert, die man sich über Grass im Grunde schenken kann.

Die angemessene Ebene der Reaktion auf sein Gedicht ist das, was ja in dem gestrigen Thread anhand verschiedener schöner Beispiele bereits vorgeführt wurde: Die Parodie. Ein weiteres schönes Beispiel gibt es hier zu lesen.

C. Offline




Beiträge: 2.639

05.04.2012 19:25
#2 RE: Stratfors Analysen: Israels strategische Lage Antworten

Zitat von Zettel
Dieser Artikel ist die Diskussion wert, die man sich über Grass im Grunde schenken kann.



Grass hat den höheren Unterhaltungswert.

Ich vermisse bei Friedman eine tiefergehende Betrachtung der Rolle des NATO-Mitglieds Türkei, die ich gefährlicher für Israel erachte als das Verhalten Irans.

Der Riesling gehört zu Deutschland.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

05.04.2012 19:51
#3 RE: Stratfors Analysen: Israels strategische Lage Antworten

Zitat von C.
Ich vermisse bei Friedman eine tiefergehende Betrachtung der Rolle des NATO-Mitglieds Türkei, die ich gefährlicher für Israel erachte als das Verhalten Irans.

Stimmt, die Türkei hat er in diesem Artikel vernachlässigt; hier sind dazu drei Artikel aus ZR:

Marginalie: Jerusalems Kotau vor Ankara. Über die neue Außenpolitik des Tayyep Recip Erdogan; ZR vom 14. 1. 2010

"Diese Region hat das Potential, die Welt zu gestalten". Erdoğan über die imperialen Pläne der Türkei; ZR vom 13. 1. 2011

Aufruhr in Arabien (20): Israel zwischen der Machtpolitik der Türkei und einem instabilen Ägypten; ZR vom 15. 9. 2011 (mit Material von Stratfor)

Die Allianz zwischen der Türkei und Israel stammt aus der Zeit der Ost-West-Konfrontation, als beide enge Verbündete der USA gegen Länder wie Syrien und Ägypten waren, damals auf der Seite der UdSSR. Daß die Türkei Israel jetzt fallenläßt, entspricht ihrer neuen Interessenlage.

Sie will einer der vier großen Spieler im künftigen Nahen Osten sein - in derselben Liga wie der Iran, Saudi-Arabien, und Ägypten. Dabei sind die beiden wirklich Großen der schiitische Iran und die sunnitische Türkei, die früher oder später aufeinanderprallen dürften.

Wie sich die Türkei dabei zu Israel stellt, wird sich aus ihrer Interessenlage ergeben. Eine religiös-ideologische Feindschaft zu Israel gibt es auch in der Führung der heutigen Türkei, soweit ich sehe, nicht. Es fehlt die ethnische Nähe zu den Palästinensern wie bei den arabischen Staaten und der religiöse Fanatismus wie beim Iran. Aber als Verbündeten kann Israel die Türkei abschreiben.

"NATO-Staat" schreibst du, dear C. Ja, da kam mir in Erinnerung, daß es ja eine NATO gibt.

Herzlich, Zettel

C. Offline




Beiträge: 2.639

05.04.2012 20:27
#4 RE: Stratfors Analysen: Israels strategische Lage Antworten

Zitat von Zettel

Wie sich die Türkei dabei zu Israel stellt, wird sich aus ihrer Interessenlage ergeben. Eine religiös-ideologische Feindschaft zu Israel gibt es auch in der Führung der heutigen Türkei, soweit ich sehe, nicht. Es fehlt die ethnische Nähe zu den Palästinensern wie bei den arabischen Staaten und der religiöse Fanatismus wie beim Iran.



Rhetorisch steht der türkische Führer Erdogan dem iranischen Führer Khamenei in nichts nach:

Zitat von Kayhan
The Turkish primier said that Tel Aviv has resumed its airstrikes on Palestinians after it failed to destroy Gaza by withholding food, fuel and medications.
"A genocide has been committed slowly but systematically in Palestine since the beginning of the 20th century," said Erdogan, describing Gaza as "the largest open air prison in the world.”
He supported the Palestinian resistance fighters who are "protecting their rights and their lands.”
"I once more reiterate my call to Israel to end its inhumane attack on Gaza and Palestine's territories, and I particularly call on Israeli citizens, who are also victims of a genocide, to object to genocide attempts against Palestinians and ask their state to end state terrorism," Erdogan said.




Es kommt noch ein weiterer Aspekt dazu, zwischen Israel und Zypern ist ein großes Erdgasfeld, dass die Türkei zum Schäumen bringt.

Zitat von Zettel
"NATO-Staat" schreibst du, dear C. Ja, da kam mir in Erinnerung, daß es ja eine NATO gibt.


Du kannst mir ruhig glauben, ich hatte es vor dem Tippen noch einmal überprüft.

Der Riesling gehört zu Deutschland.

Erling Plaethe Offline




Beiträge: 4.660

06.04.2012 11:18
#5 RE: Stratfors Analysen: Israels strategische Lage Antworten

Lieber Zettel, Stratfor schreibt in Ihrer Zusammenfassung:

Zitat
Israels Interesse ist es damit, an die Stelle des Assad-Regimes ein gemäßigt sunnitisches Regime treten zu lassen, das dem Iran weniger freundlich gesonnen wäre. Aber Israel kann das allein nicht durchsetzen; es ist - das ist eben seine strategische Schwäche - auf Hilfe aus den USA und Europa angewiesen.


Mit dem gemäßigt sunnitischen Regime sind die Muslimbrüder gemeint, oder?
Da sich diese als zunehmend machtgewinnende, panarabische Bewegung in Opposition zu Saudi Arabien befinden (in stärkerer als zum Iran) und gerade die Konrad Adenauer Stiftung aus den Ländern werfen die sie regieren (werden), hat es da Israel nicht mit drei Hauptakteuren zu tun?
Die erfolgreiche Isolierung Syriens vom Iran würde meiner Ansicht nach eine Stärkung der Muslimbrüder bedeuten, vermutlich ihre Machtübernahme des Landes - und seines beträchtlichen Waffenarsenals an chemischen und biologischen Waffen. Muss sich der Westen auf eine längerfristige strategische Partnerschaft mit den Muslimbrüdern einstellen? Das würde wohl auch Tochterorganisationen wie die Hamas einschliessen.
Was ist Ihre Ansicht dazu, geehrter Zettel?

Viele Grüße, Erling Plaethe

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