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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 5 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

25.04.2012 17:32
Einwanderung/Lösung des Quiz antworten

Die Meldung, auf die sich diese Marginalie stützt, fand ich interessant, weil sie einem gängigen Klischee widerspricht: Dem von einer stetig anwachsenden Welle von - vor allem illegaler - Einwanderung aus Mexiko in die USA.

Eine solche Welle gab es in den vergangenen Jahrzehnten; aber jetzt scheint sie abzuebben: Wieder einmal ein Beispiel dafür, daß man vorsichtig dabei sein sollte, Trends zu extrapolieren - ob in der Demographie oder auch, sagen wir, in der Klimaforschung.



Lösung des kleinen Quiz: Das Land, aus dem die zweitmeisten legalen Einwanderer in die USA gegenwärtig kommen, ist China. Es sind aber nur 5 Prozent; was zeigt, aus wievielen Ländern die Einwanderer heutzutage kommen. Das ist anders als zu der Zeit, als erst Engländer, Holländer und Franzosen, dann Deutsche, Iren und Italiener die Hauptkontingente der Einwanderer stellten.

Rayson Offline




Beiträge: 2.367

25.04.2012 17:46
#2 RE: Einwanderung/Lösung des Quiz antworten

Zitat
Das Land, aus dem die zweitmeisten legalen Einwanderer in die USA gegenwärtig kommen, ist China.



War klar und hätte auch rein statistisch die erste Annahme sein müssen. Interessant ist aber ein signifikanter Unterschied zwischen der Einwanderung aus Asien und der aus Mexiko: Während letztere vor allem von der Unterschicht als Bedrohung und von der Oberschicht als Chance angesehen wird (irgendwoher muss das Dienstpersonal ja kommen...), wird erstere spätestens in der zweiten Generation mit ihren Bildungserfolgen zum Schrecken der Oberschicht.

--
L'État, c'est la grande fiction à travers laquelle tout le monde s'efforce de vivre aux dépens de tout le monde. (Frédéric Bastiat)

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

25.04.2012 18:00
#3 RE: Einwanderung/Lösung des Quiz antworten

Zitat von Rayson

Zitat
Das Land, aus dem die zweitmeisten legalen Einwanderer in die USA gegenwärtig kommen, ist China.

War klar und hätte auch rein statistisch die erste Annahme sein müssen.


Mich hat es verblüfft. Ich hätte erwartet, daß mit dem Wirtschaftserfolg Chinas die Einwanderung stark zurückging und stattdessen viele US-Chinesen zurückwandern (dazu gibt es in dem Artikel keine Zahlen).

Zitat von Rayson
Interessant ist aber ein signifikanter Unterschied zwischen der Einwanderung aus Asien und der aus Mexiko: Während letztere vor allem von der Unterschicht als Bedrohung und von der Oberschicht als Chance angesehen wird (irgendwoher muss das Dienstpersonal ja kommen...), wird erstere spätestens in der zweiten Generation mit ihren Bildungserfolgen zum Schrecken der Oberschicht.

Ja, mit Sicherheit.

Ich wundere mich, daß bei Aufschlüsselung zB der Wählerpräferenz für Kandidaten meist nur Weiße, Schwarze und Hispanics genannt werden, die Asians aber nicht vorkommen. Kann sein, daß das an deren zu geringer Zahl liegt. Vielleicht assimilieren sie sich aber auch so schnell, daß es nicht viel Sinn macht, sie als eine eigene Wählergruppe zu behandeln.

An den Unis sind sie ungeheuer erfolgreich. Ich müßte jetzt die Zahlen nachsehen - aber nach meiner Erinnerung sind Amerikaner chinesischer, japanischer vietnamesischer, koreanischer Herkunft an einigen der besten Unis an der Westküste bereits die größte Gruppe der Studenten.

Für die es übrigens interessanterweise, anders als für Schwarze und Hispancis, nie eine affirmative action gab - dabei dürften sie doch ebenso unter Vorurteilen leiden wie diese Gruppen.

Herzlich, Zettel

AldiOn Offline




Beiträge: 983

25.04.2012 23:13
#4 RE: Einwanderung/Lösung des Quiz antworten

Zitat von Zettel im Blogbeitrag
Die Zahl derer, die bei dem Versuch einer illegalen Überschreitung der Grenze zwischen Mexiko und den USA festgenommen wurden, ist drastisch gesunken; von mehr als einer Million 2005 auf 286.000 im Jahr 2011. Dies, obwohl in diesem Zeitraum die Grenzkontrollen erheblich verstärkt wurden.


Nicht obwohl. Es muß weil heißen. Die Chancen durchzukommen sind mittlerweile wohl gering und das ist in Mexiko auch bekannt. Nachdem die DDR Grenze hinreichend verdrahtet war, kamen ja auch kaum noch welche. obwohl oder weil?

Zitat von Zettel
Für die es übrigens interessanterweise, anders als für Schwarze und Hispancis, nie eine affirmative action gab


Weil das den Charakter einer Ober- oder Maximalgrenze haben müßte. Derartiges gibt es übrigens mittlerweile für Weiße - in Südafrika.

Zitat von Zettel
dabei dürften sie doch ebenso unter Vorurteilen leiden wie diese Gruppen.

Und welche?

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

25.04.2012 23:57
#5 RE: Einwanderung/Lösung des Quiz antworten

Zitat von AldiOn

Zitat von Zettel im Blogbeitrag
Die Zahl derer, die bei dem Versuch einer illegalen Überschreitung der Grenze zwischen Mexiko und den USA festgenommen wurden, ist drastisch gesunken; von mehr als einer Million 2005 auf 286.000 im Jahr 2011. Dies, obwohl in diesem Zeitraum die Grenzkontrollen erheblich verstärkt wurden.


Nicht obwohl. Es muß weil heißen.


DAs PewResearchCenter schreibt:

Zitat
Apprehensions of Mexicans trying to cross the border illegally have plummeted by more than 70% in recent years, from more than 1 million in 2005 to 286,000 in 2011—a likely indication that fewer unauthorized immigrants are trying to cross. This decline has occurred at a time when funding in the U.S. for border enforcement—including more agents and more fencing—has risen sharply.

Mir scheint, es gibt beide Effekte, und die Frage ist, welcher jeweils überwiegt: Bessere Grenzkontrollen sollten den Prozentsatz der Ergriffenen erhöhen und zugleich die absolute Zahl derer senken, die es versuchen. Das kann im Resultat zu einer Erhöhung oder Senkung der absoluten Zahl der Ergriffenen führen.

Herzlich, Zettel

Rayson Offline




Beiträge: 2.367

26.04.2012 01:32
#6 RE: Einwanderung/Lösung des Quiz antworten

Zitat von Zettel
Ich hätte erwartet, daß mit dem Wirtschaftserfolg Chinas die Einwanderung stark zurückging und stattdessen viele US-Chinesen zurückwandern (dazu gibt es in dem Artikel keine Zahlen).


Die Chinesen wissen sehr wohl, was hauptsächlich ihren "Erfolg" ausmacht: Billiges Geld, niedrige Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen. Und sie wissen, dass das nur ein Zwischenschritt sein kann. Wenn sie an die Spitze wollen, wohin sie nach ihrem Selbstverständnis auch gehören, müssen sie die USA als Vorreiter der Innovationen ablösen. Und wie das geht, lernt man am besten an Ort und Stelle. Das gilt sowohl fürs Kollektiv als auch für den Einzelnen, der Karriere machen will.

Außerdem müssen die vielen Dollars, die China aufgekauft hat, ja auch irgendwo ausgegeben werden...

Aber es gibt ja nicht nur ökonomische Gründe: Auch unter den Chinesen dürfte es genug Menschen geben, die sich in freieren Umgebungen wohler fühlen. Zumal man es an die Spitze in der Wirtschaft eben doch nur schafft, wenn man mit den Parteibonzen kungelt.

--
L'État, c'est la grande fiction à travers laquelle tout le monde s'efforce de vivre aux dépens de tout le monde. (Frédéric Bastiat)

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