Der Fall Drygalla ist wohl doch kein Einzelfall. Sondern nur die Spitze des Eisberges im deutschen Olympiaverband, wenn es um den unsensiblen Umgang mit der deutschen Geschichte und dem Kampf gegen Rechts geht.
Man beachte die Startnummer, ausgerechnet beim Hammerwurf, noch dazu im einst von deutschen Bomben verwüsteten London.
Bangel hat´t wohl auch verschlafen. Im Kampf gegen Rechts ist noch nicht mal auf professionelle Nazijäger verlaß. Deutsche Zustände eben. http://www.taz.de/!83590/
Zitat von ZettelNichts gegen politische Aktivisten. Aber wie kann jemand, der sich derart persönlich engagiert, zugleich die Distanz einnehmen, die man als Nachrichtenredakteur, als Chef vom Dienst benötigt?
Lieber Zettel,
wieso beschäftigt die ZEIT jemanden, der politische Agitation betreibt? Weil sie es will.
Zitat von ZettelDer jetzige Artikel aber erschien im Ressort "Gesellschaft". Dort hat er nichts zu suchen
Da ist die ZEIT anderer Meinung. Sie hätte diesen Artikel auch in ihren Störungsmelder-Blog schieben können, wo er meiner Meinung nach hingehört, aber ich bin nun mal nicht die ZEIT. Immerhin ist Bangels Artikel der Spitzenreiter unter "Meistkommentiert", kann also auf ein recht hohes Klickaufkommen verweisen. Ich habe mir nach Deinem Hinweis dann doch die Mühe gemacht für einen weiteren Klick zu sorgen, mehrere sogar, da ich mir zumindest ein Stimmungsbild von den Kommentaren machen wollte.
Zitat von BangelDoch es ist weltfremd, zu glauben, man könne gegen Rechtsextreme nur vorgehen, wenn sie gegen das Recht verstoßen.
Da hat er recht, es ist weltfremd und beschränkt sich nicht nur auf Rechtsextreme, wie bei Nadja Drygalla bewiesen wurde. Der organisierte "Kampf gegen Rechts" gebärdet sich als Staat im Staat mit eigenem Rechtssystem und ist Spitzel, Ermittler, Ankläger, Richter und Vollstrecker mit angeschlossener vierter Gewalt. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Empörung groß ist, wenn Verfassungstreue bei staatlicher Finanzierung angemahnt wird.
Zitat von BangelDeswegen agieren Initiativen gegen Rechtsextremismus auch anhand von Verdachtsmomenten.... Das aufzudecken, erfordert Recherche, gezieltes Nachfragen und schließlich öffentliches Bekanntmachen... Auch die ZEIT (und der Autor dieses Textes) definierte mit dem Projekt Netz gegen Nazis Verdachtsmomente, die vor der Strafbarkeit liegen:
Gehen wir davon aus, dass es sich hier ausschließlich um gutgemeinte und ehrenwerte Anliegen handelt, dann bleibt trotzdem offen wo die Grenzen dieser Aktivitäten liegen und wer die Einhaltung dieser Grenzen kontrolliert. Auch scheint mir offen zu sein, wer alles als beobachtenswertes Zielobjekt eingestuft werden kann. Reicht schon ein Palästinensertuch oder muss er in Kombination mit einem Che-Guevara-Leibchen sein?
Ich hatte den Artikel heute morgen gelesen und war wieder einmal bedient. Zunächst dachte ich tatsächlich, Bangel wäre mittlerweile in sich gegangen und würde ein wenig zurückrudern. Spätestens ab Seite zwei war aber klar, daß die Reise dahin geht, wohin sie eben immer bei den Bangels und Jansens dieser Welt geht.
Besonders übel sind mir die letzten beiden Absätze aufgestoßen:
Zitat Aufmerksamkeit schaffen für Neonazis und für arglose Aussagen, die ihnen in die Hände spielen – man könnte das vom heutigen Stand der Debatte aus als Gesinnungsschnüffelei bezeichnen. Renitente Dorfbürgermeister und Beamte, die in aktiven Bürgern ohnehin Störenfriede und Nestbeschmutzer sehen, würde es bestätigen.
Maß und Mitte in der Auseinandersetzung mit den Neonazis zu verlieren, ist nicht nur Aktiven vorbehalten. Es kann auch jene treffen, die jetzt so entschieden gegen angebliche Stasi-Methoden streiten.
Wer also die "angebliche" Gesinnungsschnüffelei durch den edlen "aktiven Bürger" nicht gutheißt, ist ein zurückgebliebener Dorfdepp, so die Übersetzung des ersten Abschnitts.
Der zweite Absatz macht mich etwas ratlos. Zunächst rechtfertigt er das Übers-Ziel-Hinausschießen der "Aktiven" (Antifa), solange es gegen Neonazis geht, um dann zu drohen, es könne auch mal den "Falschen" treffen? Was könnte ihn treffen? Ein Kollateralschaden durch die Antifa? Oder meint er durch Neonazis, was dann aber äußerst zweideutig formuliert wäre.
Zitat von BangelDoch es ist weltfremd, zu glauben, man könne gegen Rechtsextreme nur vorgehen, wenn sie gegen das Recht verstoßen.
Da hat er recht, es ist weltfremd und beschränkt sich nicht nur auf Rechtsextreme, wie bei Nadja Drygalla bewiesen wurde. Der organisierte "Kampf gegen Rechts" gebärdet sich als Staat im Staat mit eigenem Rechtssystem und ist Spitzel, Ermittler, Ankläger, Richter und Vollstrecker mit angeschlossener vierter Gewalt. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Empörung groß ist, wenn Verfassungstreue bei staatlicher Finanzierung angemahnt wird.
Zitat von BangelDeswegen agieren Initiativen gegen Rechtsextremismus auch anhand von Verdachtsmomenten.... Das aufzudecken, erfordert Recherche, gezieltes Nachfragen und schließlich öffentliches Bekanntmachen... Auch die ZEIT (und der Autor dieses Textes) definierte mit dem Projekt Netz gegen Nazis Verdachtsmomente, die vor der Strafbarkeit liegen:
Gehen wir davon aus, dass es sich hier ausschließlich um gutgemeinte und ehrenwerte Anliegen handelt, dann bleibt trotzdem offen wo die Grenzen dieser Aktivitäten liegen und wer die Einhaltung dieser Grenzen kontrolliert. Auch scheint mir offen zu sein, wer alles als beobachtenswertes Zielobjekt eingestuft werden kann. Reicht schon ein Palästinensertuch oder muss er in Kombination mit einem Che-Guevara-Leibchen sein?
Exzellente Kommentierung. Sie ist Grund genug mich noch einmal selbstkritisch mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Zitat Von 1974 bis 1982 arbeitete sie [Anetta Kahane] unter dem Decknamen 'Victoria' als Inoffizieller Mitarbeiter des Ministerium für Staatssicherheit (MfS). 1982 brach sie die Zusammenarbeit mit dem MfS allerdings selbst ab, worauf sie von der Reisekaderliste gestrichen wurde, 1986 stellte sie einen Ausreiseantrag. Ihr Führungsoffizier Mölneck notierte zu Beginn ihrer Tätigkeit für das MfS, dass sie bereits beim zweiten Treffen „ehrlich und zuverlässig“ berichtet und auch „Personen belastet“ habe
Fritz
(
gelöscht
)
Beiträge:
15.08.2012 10:33
#7 RE: Zettels Meckerecke: Aktivist und Journalist
Zitat von Faber im Beitrag #4Der zweite Absatz macht mich etwas ratlos. Zunächst rechtfertigt er das Übers-Ziel-Hinausschießen der "Aktiven" (Antifa), solange es gegen Neonazis geht, um dann zu drohen, es könne auch mal den "Falschen" treffen? Was könnte ihn treffen? Ein Kollateralschaden durch die Antifa? Oder meint er durch Neonazis, was dann aber äußerst zweideutig formuliert wäre.
Er sagt, dass nicht nur die übers Ziel hinausschießen können, die gegen Rechte vorgehen, sondern auch diejenigen, die das Handeln der Aktivisten in diesem Fall für falsch halten. Oder anders ausgedrückt: Er setzt die, die Drygalla unverhältnismäßig in Bedrängnis gebracht haben mit denen gleich, die sich gegen ihre mediale Verurteilung ausgesprochen haben. Kurz gesagt: Besser einen Unschuldigen zuviel als einen Nazi zu wenig treffen. So verstehe ich seine Aussage jedenfalls.
Zitat Besser einen Unschuldigen zuviel als einen Nazi zu wenig treffen. So verstehe ich seine Aussage jedenfalls.
So verstehe ich diesen äußerst verquast formulierten Satz auch. Entweder ein weiteres Beispiel dafür, daß man Einfaches auch kompliziert ausdrücken kann, oder dafür, daß der Autor davor zurückgeschreckt ist, allzu deutlich zu werden.
Zitat von Solus im Beitrag #8in Bedrängnis gebracht haben mit denen gleich, die sich gegen ihre mediale Verurteilung ausgesprochen haben. Kurz gesagt: Besser einen Unschuldigen zuviel als einen Nazi zu wenig treffen. So verstehe ich seine Aussage jedenfalls.
Zitat von tagesspiegelDie Berichterstattung nach ihrer vorzeitigen Olympia-Abreise empfand sie als „Hetzjagd“, sagt Drygalla. „Ich konnte nicht in meine Wohnung zurück, das fand ich am gruseligsten. Vor dem Haus meiner Mutter wurden Kameras aufgestellt, ihr Klingelschild im Fernsehen gezeigt.“
Zitat von Solus im Beitrag #8in Bedrängnis gebracht haben mit denen gleich, die sich gegen ihre mediale Verurteilung ausgesprochen haben. Kurz gesagt: Besser einen Unschuldigen zuviel als einen Nazi zu wenig treffen. So verstehe ich seine Aussage jedenfalls.
Zitat von tagesspiegelDie Berichterstattung nach ihrer vorzeitigen Olympia-Abreise empfand sie als „Hetzjagd“, sagt Drygalla. „Ich konnte nicht in meine Wohnung zurück, das fand ich am gruseligsten. Vor dem Haus meiner Mutter wurden Kameras aufgestellt, ihr Klingelschild im Fernsehen gezeigt.“
Liebevoll wurde die "Hetzjagd" in ironische Anführungsstriche gekleidet.
Da muss ich diese Zeitung mal verteidigen (auch weil sie als erste das komplette Interview mit Nadja Drygalla online verfügbar gemacht hat): Die Anführungszeichen stehen dafür, dass die Sportlerin »wörtlich« oder »explizit« von einer Hetzjagd gesprochen hat.
Zitat von stefanolix im Beitrag #11Da muss ich diese Zeitung mal verteidigen (auch weil sie als erste das komplette Interview mit Nadja Drygalla online verfügbar gemacht hat): Die Anführungszeichen stehen dafür, dass die Sportlerin »wörtlich« oder »explizit« von einer Hetzjagd gesprochen hat.
Ich weiß, das ich mich damit unbeliebt mache, aber in der indirekten Rede werden keine Anführungszeichen benutzt, sind hier ein stilistisches Mittel. Wenn auf wörtliche Rede Wert gelegt wird, dann sollte bitte der gesamte Satz zitiert werden. Es sind schon etliche Missverständnisse mit aus Sätzen herausgeklaubten Wörtern verursacht worden. Gegen "Drygalla spricht von Hetzjagd gegen sie" spricht nichts, zumal aus dem Kontext hervorgeht, dass hier wirklich eine Hetzjagd stattgefunden hat.
Zitat von stefanolix im Beitrag #11Da muss ich diese Zeitung mal verteidigen (auch weil sie als erste das komplette Interview mit Nadja Drygalla online verfügbar gemacht hat): Die Anführungszeichen stehen dafür, dass die Sportlerin »wörtlich« oder »explizit« von einer Hetzjagd gesprochen hat.
Ich weiß, das ich mich damit unbeliebt mache, aber in der indirekten Rede werden keine Anführungszeichen benutzt, sind hier ein stilistisches Mittel. Wenn auf wörtliche Rede Wert gelegt wird, dann sollte bitte der gesamte Satz zitiert werden. Es sind schon etliche Missverständnisse mit aus Sätzen herausgeklaubten Wörtern verursacht worden. Gegen "Drygalla spricht von Hetzjagd gegen sie" spricht nichts, zumal aus dem Kontext hervorgeht, dass hier wirklich eine Hetzjagd stattgefunden hat.
Ich will mich ja auch nicht unbeliebt machen, aber dieses Zitat vom Ende des Artikels
Zitat Die Berichterstattung nach ihrer vorzeitigen Olympia-Abreise empfand sie als „Hetzjagd“, sagt Drygalla. „Ich konnte nicht in meine Wohnung zurück, das fand ich am gruseligsten. Vor dem Haus meiner Mutter wurden Kameras aufgestellt, ihr Klingelschild im Fernsehen gezeigt.“
scheint mir doch ein Fragment ihrer wörtlichen Rede wiederzugeben ;-)
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