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ZETTELS KLEINES ZIMMER

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Dieses Thema hat 3 Antworten
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Zettel Offline




Beiträge: 20.200

08.08.2007 20:26
Ketzereien zum Irak (19): Welcome to the club, Ullrich Fichtner! Antworten

Erst die bemerkenswert objektive, die bemerkenswert faktenreiche Titelgeschichte im aktuellen "Spiegel" und jetzt noch ein Chat in "Spiegel-Online", in dem Ullrich Fichtner die Klischees und und die Propaganda über die Lage im Irak zurechtrückt - das ist schon einen Hinweis wert.

Und als ich es geschrieben habe, ist aus dem Hinweis dann doch ein kleiner Beitrag geworden.

Libero Offline



Beiträge: 393

08.08.2007 21:53
#2 RE: Ketzereien zum Irak (19): Welcome to the club, Ullrich Fichtner! Antworten

Negativ

In Antwort auf:
Ich hatte in dem Artikel auch geschrieben, dass es nur im Schutz des US-Militärs möglich sit das Land zu ebreisen. Westliche Journalisten, die noch vor Ort arbeiten, z.B. die NYT, bewegen sich immer im Schutz von Security-Convoys mit gepanzerten Wagen durch die Gegend.


In Antwort auf:
Ullrich Fichtner: Ansonsten ist es tatsächlich als erkennbar westlicher Journalist zu unsicher.


In Antwort auf:
Aus meiner Reportage geht deutlich hervor, dass Bagdad ein schlimmer Schauplatz ist, und dass Mossul, die zweitgrößte Stadt Iraks, auf der Kippe steht.


In Antwort auf:
Ich weiß nur, dass häufig die jüngere Generation heute im Irak konservativer und auch im religiösem Sinne wertebewusster ist als ihre Eltern.
In Antwort auf:



Im Moment ist die Politik der Regierung Maliki offenkundig nicht in der Lage, die Etnien und Konfessionen zu vereinen.


In Antwort auf:
Im Stadtgebiet von Bagdad wird den Amerikanern nur Hass und Verachtung entgegengebracht. Die Unsicherheit ist ständiger Begleiter im Irak, weil an jeder Ecke eine Bombe explodieren kann.


In Antwort auf:
wobei die Iraker mit Sicherheit noch sehr viel stärker in Familienverbände eingebunden sind, die wir oft als Stämme bezeichnen, und die auch in einem vor-politischen Sinne funktionieren. Trotzdem ist das Hauptproblem von anfang an, dass es ein positives irakisches Nationalbewusstsein nur in Ansätzen gibt.


In Antwort auf:
es gibt Viertel, in denen ein Kampf jeder gegen jeden ausgebrochen ist, es gibt Tendenzen zu ethnischen und konfessionellen Säuberungen, und in manchen Gebieten stehen die Amerikaner zwischen den Fronten und sind nicht mehr das eigentliche Hauptziel der Aggressionen. Was die Amerikaner im Augenblick versuchen, ist, einen Status Quo herzustellen, in dem dann Politik vielleicht wieder möglich wäre.


In Antwort auf:
Im süden bagdads zum Beispiel, wo es noch eine ganze Reihe christlicher Gemeinden gab, sind fast alle Christen geflohen aus angst vor Übergriffen. Auch an der Stelle ist die Regierung gefordert, tragfähige Lösungen zu finden, um Minderheiten zu schützen. Da sieht es im Augenblick ziemlich schlecht aus


In Antwort auf:
Ich könnte mir vorstellen, dass im besten Falle im Irak eine neue Form eines partitiven Systems entsteht, das traditionelle elemente der Stammesgesellschaft mit modernen Regierungsformen mischt. Denn es gibt tatsächlich auch in der irakischen Bevölkerung auch die Angst vor einer kulturellen Amerikanisierung, deshalb geht es im augenblick darum, dass die Iraker eine eigene Form eines demokratischen Systems im Nahen Osten finden, die dann wie gesagt im besten Fall eine Weltneuheit wäre.


Hierzu
"What Has Gone Wrong, And Right, In Iraq By Thomas Sowell"
http://www.realclearpolitics.com/article...aq_part_ii.html

http://www.realclearpolitics.com ist übrigens eine ausgezeichnete Quelle

Fazit: Es steht sehr auf der Kippe. 2 von 5 großen Städten sind Häuserkampfszenarien.
Ich schließe mit einem Zitat von Thomas Sowell aus obigen Artikel
In Antwort auf:
It took centuries for democracy to evolve in the Western world. Yet we tried to create democracy in Iraq before we created the security -- the law and order -- that is a prerequisite for any form of viable government. Having made democracy the centerpiece of the reconstruction of postwar Iraq, Americans have been hamstrung by the inadequacies of that government and the fact that our military could not simply ignore the Iraqi government when its politicians got in the way of restoring law and order.

Neither in Europe nor in Asia did today's democracies begin as democracies. As late as 1950, no one could have called Taiwan or South Korea democracies. Even today, Singapore does not have the kind of freedom that Westerners regard as democratic. But it is a decent and prosperous society, vastly superior in every way to what it was at the end of World War II.

Trying to create democracy in places where it has never existed -- and where the prerequisites for democracy may not exist -- has been a needless gamble. Among those prerequisites are a toleration of different views, an accommodation of different interests, and a willingness to put the national interest above one's own.

The Middle East is the last place to look for such qualities. Such things evolved in the West only after centuries of different religions and peoples trying unsuccessfully to destroy each other.


Thomas Sowell hat recht

Herzlichst
Libero

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

09.08.2007 13:28
#3 RE: Ketzereien zum Irak (19): Welcome to the club, Ullrich Fichtner! Antworten

Lieber Libero,

ja, das alles sind negative Aspekte der momentanen Lage im Irak. Niemand von denen, auf die ich mich in der Serie "Ketzereien zum Irak" stütze, beschreibt ja die Situation in rosigen Farben. Und Fichtner tut das, weil er ein anständiger, um Objektivität bemühter Journalist ist, auch nicht.

Nur gibt es eben im Irak keinen Bürgerkrieg. Nur ist der Terrorismus überall auf dem Rückzug.

Und davon erfahren wir in den Medien so gut wie nichts. Jeder Anschlag mit einer Autobombe ist einen Meldung in der "Tagesschau" wert, in "Spiegel-Online". (Übrigens auch bei CNN). Aber wenn - wie es im Augenblick fast überall im Irak der Fall ist - die Zahl der Anschläge, die Zahl der Opfer drastisch sinkt, dann berichtet das nicht das deutsche TV, dann berichtet es nicht einmal die seriöse Presse. (Wozu "Spiegel-Online" gewiß nicht gehört).

Präsident Bush hatte die Charakterstärke, sich der demokratischen Mehrheit, sich denjenigen in seiner eigenen Partei zu widersetzen, denen das Hemd ihrer Wiederwahl näher ist als der Rock des Schicksals des irakischen Volks.

Ich bewundere das. Auch wenn mir Bush persönlich unsympathisch ist, auch wenn er sicherlich viele Fehler gemacht hat. Aber wenn den Irakern das Schicksal der Vietnamesen erspart bleibt, dann haben sie es Präsident Bush zu verdanken.

Herzlich, Zettel




Zettel Offline




Beiträge: 20.200

12.08.2007 10:48
#4 Aktuelle Ergänzung Antworten

Die "Detroit Free Press" berichtet jetzt über ein "Kriegsspiel", in dem 30 Irak-Experten vergangenen Monat in Springfield, Virginia, ein Szenario für den Fall eines baldigen Rückzugs der US-Truppen entworfen haben.

Danach würden die Truppen innerhalb weniger Monate weitgehend unbehelligt von feindlichen Angriffen abziehen können; nur mit einigen Scharmützeln mit der El Kaida sei zu rechnen.

Danach würde der Irak in einem Bürgerkrieg zerfallen. Die Schiiten würden die Sunniten aus Bagdad vertreiben; diese würden sich überwiegend nach Anbar flüchten. In Anbar und anderen sunnitischen Provinzen würde es zu Kämpfen zwischen rivalisierenden Stämmen kommen. Im Rest des Landes gäbe es einen Bürgerkrieg zwischen schiitischen Fraktionen.

Saudi-Arabien, Syrien, der Iran und die Türkei würden eingreifen und die eine oder andere Bürgerkriegspartei unterstützen. Die Türkei, um die Entstehung eines unabhängigen Kurdenstaats zu verhindern, der eine starke Anziehungkraft auf den kurdischen Teil der Türkei ausüben würde.

Die Regierung Maliki würde in kürzester Zeit zusammenbrechen.



Soviel zu den absehbaren Folgen dessen, was Hillary Clinton und Barack Obama für den Fall planen, daß sie Präsident werden.






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