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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 44 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Seiten 1 | 2
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

01.02.2013 07:29
Die Luxus-Diskussion Antworten

Darf ein Mann einer Frau die Tür aufhalten? Was ist Flirt, was ist Anmache? Wie benimmt sich der wohlerzogene Herr gegenüber einer Dame an einer Hotelbar?

Das sind Fragen, die man früher einmal als Tanzstunden-Themen bezeichnet hätte. Heute bewegen sie die ganze Nation in einer Luxus-Diskussion, hinter der freilich handfeste Interessen stecken.

Erling Plaethe Offline




Beiträge: 4.660

01.02.2013 08:48
#2 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Wie es um die Freiheit in einer Gesellschaft bestellt ist, kann sehr gut abgelesen werden an der Stellung der Frau in der Gesellschaft. Ganz einfach weil die Gleichberechtigung der Frau vor nicht allzu langer Zeit keine Selbstverständlichkeit war und wie die aktuelle Diskussion zeigt, keinesfalls ist. Denn es geht um die Gleichberechtigung der Frau und nicht um die der Frauen. Jeder einzelnen, auch der in den deutschen Parallelgesellschaften.
Gleichberechtigung vollzieht sich aber vor allem in bestehenden Rahmenbedingungen. Dadurch bieten sie das gleiche Recht zur Bevormundung, zur Missachtung individueller Menschenrechte und zum Verfehlen des Ziels der Emanzipation - von Frau und Mann.
Frei im aufgeklärten Sinn ist weder der Unterdrückte noch der Unterdrücker.

Viele Grüße, Erling Plaethe

Karl Theodor Offline




Beiträge: 55

01.02.2013 09:46
#3 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

"Es geht darum...die FDP am 22. September aus dem Bundestag zu kegeln und damit den Weg freizumachen für eine linke Regierung..."
Und nichts anderes. Selbst die die WELT-Redaktion soll nach einer anonymen, internen Umfrage zu über 70% "linkslastig" sein. Ein bißchen "rechts" dient dem Alibi namens Ausgewogenheit.

Fluminist Offline




Beiträge: 2.014

01.02.2013 10:37
#4 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Zitat von Zettel
Deutschland hat ein massives Sexismus-Problem. Jährlich suchen 15.000 bis 17.000 von Gewalt betroffene Frauen Zuflucht in einem Frauenhaus. Die Zahl der Frauen, die Jahr für Jahr in Deutschland zwangs­ver­heiratet werden, liegt bei dokumentierten mehr als 3000. Die tatsächliche Zahl dürfte eher bei 30.000 liegen.


Eine blöde Nachfrage/Haarspalterei kann ich mir da nicht verkneifen. Die Frauen, die ins Frauenhaus fliehen, sind Opfer von (sexueller oder gemeiner) Gewalt, oft in der Ehe/Familie, die zwangsverheirateten sind Opfer einer Kultur oder Tradition, die ihren Verwandten Verfügungsgewalt in dieser Hinsicht zugesteht.

So schlimm das ist, es hat doch mit Sexismus im engeren Sinne nichts zu tun? Sexismus heißt doch, die Menschen in Männlein und Weiblein einzuteilen, ihnen per Vorurteil entsprechende unterschiedliche Befähigungen und Möglichkeiten zuzuschreiben und dann diesen Vorurteilen gemäß zu handeln. Das Gegenteil des Sexismus ist, die Individuen nach ihren persönlichen Fähigkeiten zu beurteilen, die von den traditionell gemutmaßten oder tatsächlichen Geschlechtsmittelwerten sehr abweichen können.
Die Schwierigkeiten, die z.B. Emmi Noether trotz ihrer hervorragender Fähigkeiten damit hatte, eine wissenschaftliche Karriere zu machen, beruhten auf Sexismus.
Wenn ein Mann seine Frau verprügelt, dann ist das nicht Sexismus, sondern Brutalität in schlimmster Form. Ebenso übrigens, wenn eine Frau ihren Mann verprügelt: und das ist kein hypothetisches Beispiel, sondern kommt vor (ein konkreter Fall ist mir bekannt), wenn auch die Gewaltausübung von Frauen gegenüber Männern wohl meist subtilere Formen, etwa seelischer Grausamkeit, annimmt (selbst erlebt).

Im Zuge der gerade aufbrausenden Debatten zu diesem Themenkreis wird alles Mögliche als Sexismus tituliert, aber man muß hier, glaube ich, genau differenzieren.

Emulgator Online



Beiträge: 2.625

01.02.2013 10:38
#5 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Zitat von Erling Plaethe im Beitrag #2
Wie es um die Freiheit in einer Gesellschaft bestellt ist, kann sehr gut abgelesen werden an der Stellung der Frau in der Gesellschaft.
Ha, das kenne ich doch! Herzlichen Glückwunsch! Sie haben soeben erfolgreich Friedrich Engels zitiert. Auf dieser Seite finden Sie einen Nachweis.
Was soll eigentlich "Gesellschaft" sein? Für mich liest sich das wie "die anderen". Wenn Frau Roth z.B. den Sexismus (sie meint die Frauenfeindlichkeit, Sexismus wäre für mein Verständnis, alles "geil" oder "sexy" oder anders unter sexuellem Bezug zu betrachten) in der Gesellschaft kritisiert, dann meint sie die Frauenfeindlichkeit beim politischen Feindbild. Wenn Zettel dasselbe in der Gesellschaft kritisiert, dann meint er die Kreise, die anderen Kulturen und Traditionen entstammen als er selber. Beiden gemein ist, daß sie sich um etwas kümmern, mit dem sie direkt nie in Kontakt kommen: Frau Roth begibt sich nicht zum Festkommers einer Studentenverbindung und Zettel nicht in ein Wohnzimmer, in dem nur türkisch gesprochen wird. Freilich klingt es intellektueller, wenn man lamentiert "Die Gesellschaft ist sexistisch", als wenn man sagt "Die anderen gehen nicht so korrekt mit den Frauen um (wie ich)."

Das Christentum pflegt andere, sinnigere Sorgen: Da geht es nicht um die Gesellschaft sondern um den Nächsten.

Zitat von Erling Plaethe im Beitrag #2
Denn es geht um die Gleichberechtigung der Frau und nicht um die der Frauen. Jeder einzelnen, auch der in den deutschen Parallelgesellschaften.
Die mittlere Frauenemanzipation (gemessen in der SI-Einheit Engels) in der Gesamtgesellschaft muß über 100 Engels liegen. Dann kann schon der Kommunismus ausbrechen, auch wenn in einer Stichprobe davon die Frauenemanzipation nur mit -1683 Engels zu Buche schlägt. So ungefähr lernt man in den Sozialwissenschaften.

Zitat von Erling Plaethe im Beitrag #2
Frei im aufgeklärten Sinn ist weder der Unterdrückte noch der Unterdrücker.
Sprach Kant?

IsaWolke Offline



Beiträge: 24

01.02.2013 10:59
#6 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Zitat von Fluminist
Wenn ein Mann seine Frau verprügelt, dann ist das nicht Sexismus, sondern Brutalität in schlimmster Form. Ebenso übrigens, wenn eine Frau ihren Mann verprügelt.



Liebe Männer, es soll tatsächlich Frauen geben, die ihren Mann verprügeln, jedoch muss ein Mann sich niemals so machtlos fühlen wie eine Frau. Die Frau ist doch im Allgemeinen körperlich schwächer als der Mann und seiner Gewalt somit, trotz heftiger Gegenwehr, völlig ausgeliefert. Umgekehrt kann man das wohl kaum behaupten.

Tischler ( gelöscht )
Beiträge:

01.02.2013 11:26
#7 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Zitat von IsaWolke im Beitrag #6

Zitat von Fluminist
Wenn ein Mann seine Frau verprügelt, dann ist das nicht Sexismus, sondern Brutalität in schlimmster Form. Ebenso übrigens, wenn eine Frau ihren Mann verprügelt.


Liebe Männer, es soll tatsächlich Frauen geben, die ihren Mann verprügeln, jedoch muss ein Mann sich niemals so machtlos fühlen wie eine Frau. Die Frau ist doch im Allgemeinen körperlich schwächer als der Mann und seiner Gewalt somit, trotz heftiger Gegenwehr, völlig ausgeliefert. Umgekehrt kann man das wohl kaum behaupten.



Liebe Isawolke, nicht dass ich hier weinerlich werden will. Auch habe ich das Vorurteil, dass Männer bei
Ausübung ehelicher Gewalt quantitativ im Vorsprung sind, aber die Sache mit dem ausgeliefert sein ist eben so`ne Sache.
Stellen Sie sich den Gatten vor der regelmäßig von seiner Gattin traktiert wird.
Welche Optionen hat er? Männerhaus? Wo soll das sein? Zur Polizei gehen und seine Frau anzeigen?
Da würde ich schon gerne die Reaktion der Beamten und -innen hören wenn das Opfer wieder gegangen ist.
Ich meine doch, dass die Stellung des Mannes, wenn er Opfer wird, viel schwächer ist.

Mark Mallokent Offline




Beiträge: 44

01.02.2013 11:50
#8 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Der gute alte Sigmund sprach von "Verdrängung" (manchmal hatte er eben doch Recht), heutige Psychologen von "kognitiver Dissonanz", wenn Menschen sie betreffende Vorgänge und Probleme einfach nicht wahrhaben wollen, und sich statt dessen mit irgendwelchen anderen Themen beschäftigen. Ein klassisches Beispiel: Das Haus brennt ab, und während alle in Panik durcheinanderlaufen, rührt Mama ungerührt die Suppe. Freilich, irgendwann rückt einem die Realität so nahe auf den Pelz, daß man sie nicht mehr verdrängen kann. Ich möchte annehmen, daß man in Griechenland oder Spanien zur Zeit über Anderes als Sexismus diskutiert.

Erling Plaethe Offline




Beiträge: 4.660

01.02.2013 11:51
#9 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Zitat von Emulgator im Beitrag #5
Zitat von Erling Plaethe im Beitrag #2
Wie es um die Freiheit in einer Gesellschaft bestellt ist, kann sehr gut abgelesen werden an der Stellung der Frau in der Gesellschaft.
Ha, das kenne ich doch! Herzlichen Glückwunsch! Sie haben soeben erfolgreich Friedrich Engels zitiert. Auf dieser Seite finden Sie einen Nachweis.
Was soll eigentlich "Gesellschaft" sein? Für mich liest sich das wie "die anderen".

Vergessen Sie "Gesellschaft" - ich wollte den Begriff ausnahmsweise auch mal benutzen - und denken sich einfach anstatt dessen Deutschland. Ihren Glückwunsch habe ich auch nicht verdient, da ich überhaupt nicht von der Befreiung der Gesellschaft geredet habe, sondern wie es um die Freiheit in einer (beliebigen) Gesellschaft bestellt ist. Das ist eine Wertung der Gesellschaft und kein Drang sie zu ändern. Und wenn es mir um so etwas wie Befreiung ginge, dann nicht im Sinne Engels, dass "der Einzelne befreit wird", sondern sich selbst befreit. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen dem Weg aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit und der Bevormundung durch Kommunisten wie Engels.

Zitat von Emulgator im Beitrag #5
Wenn Frau Roth z.B. den Sexismus (sie meint die Frauenfeindlichkeit, Sexismus wäre für mein Verständnis, alles "geil" oder "sexy" oder anders unter sexuellem Bezug zu betrachten) in der Gesellschaft kritisiert, dann meint sie die Frauenfeindlichkeit beim politischen Feindbild. Wenn Zettel dasselbe in der Gesellschaft kritisiert, dann meint er die Kreise, die anderen Kulturen und Traditionen entstammen als er selber.

Was Frau Roth meint ist mir völlig egal, das lohnt sich nicht zu kommentieren. Ich hab Zettels Artikel vorher gelesen und er war auch mir verständlich genug. Ihre Interpretation von "Jährlich suchen 15.000 bis 17.000 von Gewalt betroffene Frauen Zuflucht in einem Frauenhaus", als auf andere Kulturen und Traditionen zutreffend als er selbst entstammt, kann ich nicht herauslesen.
Zitat von Emulgator im Beitrag #5
Beiden gemein ist, daß sie sich um etwas kümmern, mit dem sie direkt nie in Kontakt kommen: Frau Roth begibt sich nicht zum Festkommers einer Studentenverbindung und Zettel nicht in ein Wohnzimmer, in dem nur türkisch gesprochen wird. Freilich klingt es intellektueller, wenn man lamentiert "Die Gesellschaft ist sexistisch", als wenn man sagt "Die anderen gehen nicht so korrekt mit den Frauen um (wie ich)."

Um das zu bestätigen oder widerlegen zu können müsste ich beide besser kennen.

Zitat von Emulgator im Beitrag #5
Das Christentum pflegt andere, sinnigere Sorgen: Da geht es nicht um die Gesellschaft sondern um den Nächsten.

Darum geht es mir ebenfalls.

Zitat von Emulgator im Beitrag #5
Die mittlere Frauenemanzipation (gemessen in der SI-Einheit Engels) in der Gesamtgesellschaft muß über 100 Engels liegen. Dann kann schon der Kommunismus ausbrechen, auch wenn in einer Stichprobe davon die Frauenemanzipation nur mit -1683 Engels zu Buche schlägt. So ungefähr lernt man in den Sozialwissenschaften.

Aha, interessant. Wäre aber nicht meine Richtung gewesen. Und war es übrigens auch nicht. Meinen Kommentar betreffend. Aber ich kann mir ja Ihren Strohmann in den Garten stellen, wenn Sie ihn für mich materialisieren.

Zitat von Emulgator im Beitrag #5
Sprach Kant?

Sprach ich.

Viele Grüße, Erling Plaethe

Hausmann Offline



Beiträge: 710

01.02.2013 12:33
#10 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Zitat von Fluminist im Beitrag #4

Die Schwierigkeiten, die z.B. Emmi Noether trotz ihrer hervorragender Fähigkeiten damit hatte, eine wissenschaftliche Karriere zu machen, beruhten auf Sexismus.
Kleine Haarspaltung:Emmy Noether. :) mfG

EDIT Quote korrigiert.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

01.02.2013 12:56
#11 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Zitat von Fluminist im Beitrag #4

Zitat von Zettel
Deutschland hat ein massives Sexismus-Problem. Jährlich suchen 15.000 bis 17.000 von Gewalt betroffene Frauen Zuflucht in einem Frauenhaus. Die Zahl der Frauen, die Jahr für Jahr in Deutschland zwangs­ver­heiratet werden, liegt bei dokumentierten mehr als 3000. Die tatsächliche Zahl dürfte eher bei 30.000 liegen.

Eine blöde Nachfrage/Haarspalterei kann ich mir da nicht verkneifen. Die Frauen, die ins Frauenhaus fliehen, sind Opfer von (sexueller oder gemeiner) Gewalt, oft in der Ehe/Familie, die zwangsverheirateten sind Opfer einer Kultur oder Tradition, die ihren Verwandten Verfügungsgewalt in dieser Hinsicht zugesteht.

So schlimm das ist, es hat doch mit Sexismus im engeren Sinne nichts zu tun? Sexismus heißt doch, die Menschen in Männlein und Weiblein einzuteilen, ihnen per Vorurteil entsprechende unterschiedliche Befähigungen und Möglichkeiten zuzuschreiben und dann diesen Vorurteilen gemäß zu handeln.


Meinen Sie nicht, lieber Fluminist, daß die Gewalt gegen Frauen, daß Zwangsverheiratung und im extremsten Fall sogenannte Ehrenmorde (die mit Ehre ja nichts zu tun haben) auf bestimmten Rollenerwartungen gegenüber Frauen basieren; nämlich daß sie sich zu fügen haben, daß passiv zu sein haben usw.? Ist das nicht Sexismus?

Natürlich ist man auch hier frei, einen Begriff zu definieren. Ich halte es für sinnvoll, ihn in Bezug auf diese Rollenerwartungen zu definieren.

Herzlich, Zettel

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

01.02.2013 12:57
#12 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Zitat von Hausmann im Beitrag #10
Zitat von Fluminist im Beitrag #4

Zitat von Zettel

Die Schwierigkeiten, die z.B. Emmi Noether trotz ihrer hervorragender Fähigkeiten damit hatte, eine wissenschaftliche Karriere zu machen, beruhten auf Sexismus.

Kleine Haarspaltung:Emmy Noether. :) mfG


Ich glaube, da zitieren Sie nicht mich, lieber Hausmann. Ich weiß gar nicht, wer Emmy Noether war oder ist.

Herzlich, Zettel

Zaungast Offline



Beiträge: 21

01.02.2013 13:15
#13 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

In der Kriminalstatistik 2011 des Landes Berlin waren 9.904 (76,4%) weibliche
und 3.053 (23,6%) männliche Personen Opfer häuslicher Gewalt, als Grundlage dienen nur Partnerschaften, keine Kindesmisshandlungen o.ä.
Das scheint aber ein gesellschaftliches und politisches Tabuthema zu sein, so wie es weiblicher Missbrauch von Gewalt insgesamt ist.

max Offline



Beiträge: 150

01.02.2013 13:40
#14 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Sehen Sie, liebe IsaWolke, das ist es genau, was mich an gewissen Frauen so nervt. Frau Opfer, Mann Täter, sogar wenn er geschlagen wird, denn er könnte ja... Nee kann er heutzutage eben nicht. Dazu ein Beispiel aus eigener Erfahrung: Vor etwas längerer Zeit wollten ein Freund und ich unseren Kumpel abholen. Wir hatten vor, den Abend zu dritt zu verbringen. Seiner Frau passte das nicht. So fing sie an herumzuschreien. Sie steigerte sich immer mehr, schliesslich gipfelte es darin, dass sie ihm einen Aschenbecher an den Kopf warf. Worauf mein Kumpel aus einer Platzwunde blutete. Wenig später läutete es an der Tür, die Polizei war da. Offenbar hatte sie ein Nachbar wegen des Tumults angerufen. Bevor auch nur ein Wort gesprochen war, baute sich der männliche Polizist vor meinem Kumpel auf und die Polizistin fragte die Frau besorgt, ob mit ihr alles in Ordnung sei. Wohlgemerkt, es war der Mann der blutete, nicht die Frau. An einer Aussage von Seiten unseres Freundes war man offensichtlich nicht interessiert, wollte ihn aber "zur Beruhigung der Lage" erst einmal aus der Wohnung entfernen. Erst auf unsere Intervention hin, dass es ausschliesslich die Frau war, die aggressiv war, liessen die Polizisten von ihrem Vorhaben ab. Auf meine Frage, ob sie vielleicht die Frau zur Beruhigung der Lage der Wohnung verweisen würden, kam die Antwort, ach ja, man wüsste doch wie temperamentvoll Südamerikanerinnen seien (Die Frau meines Freundes ist Peruanerin).
Man kann nun sagen, das sei ein Extremfall. Oder ein Einzelfall. Geschenkt. Aber, liebe IsaWolke, was meinen Sie wäre passiert, wenn sich unser Freund gewehrt hätte, da der Mann sich Ihrer Meinung nach ja immer wehren kann?

IsaWolke Offline



Beiträge: 24

01.02.2013 13:40
#15 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Sind denn die männlichen 23,6% Opfer weiblicher Gewalt? Ich frage nach, weil es ja nun auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften gibt.

IsaWolke Offline



Beiträge: 24

01.02.2013 13:56
#16 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Lieber Max, was mich an manchen Männern nervt, dass ist diese Abwehrhaltung, in der sofort darauf hingewiesen wird, dass es ja AUCH weibliche Gewalt gibt. Können die Männer sich denn gar nicht vorstellen, wie es wäre, Angst um sein Leben zu haben, weil man den Schläger im Ernstfall nicht stoppen kann? Männer können sich anscheinend nur sehr schwer in eine solche (körperliche) Machtlosigkeit hineinversetzen. Reflexhaft wird darauf hingewiesen, dass es AUCH Fälle gibt, in denen Männer von Frauen durch Missbrauchsbezichtigungen fertiggemacht werden. Das ist zwar richtig, täuscht aber nicht darüber hinweg, dass es eben doch mehrheitlich Männer sind, die Gewalt ausüben und deren Gewalt auch viel dramatischere Auswirkungen hat.

Die wenigsten Gewaltexzesse in Partnerschaften werden angezeigt.

H_W Offline



Beiträge: 444

01.02.2013 13:57
#17 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Zitat von IsaWolke im Beitrag #15
Sind denn die männlichen 23,6% Opfer weiblicher Gewalt? Ich frage nach, weil es ja nun auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften gibt.


Daß Sie eine solche Frage nicht auch zu den anderen 76,4% stellen, hat welchen Grund, liebe IsaWolke?

Gruß, H_W

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Woran erkennt man ein linksgrünes Märchen?
Es beginnt mit: Es wird einmal sein.
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Hausmann Offline



Beiträge: 710

01.02.2013 13:57
#18 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Lieber Zettel,

Zitat von Zettel im Beitrag #12
Ich glaube, da zitieren Sie nicht mich, lieber Hausmann. Ich weiß gar nicht, wer Emmy Noether war oder ist.
Herzlich, Zettel
Entschuldigen Sie bitte den technischen Ausrutscher bezüglich eines Zitates von Fluminist!
Frau Noether gehört zu den ganz wenigen Frauen im Olymp der Mathematiker. [Und seit ich die politisch korrekte Schreibung des Namens des größten dieser Götter lesen mußte, in Göttingen natürlich, bin ich diesbezüglich etwas empfindlich. Carl Friedrich selber würde nur schmunzeln ...] Gruß!

IsaWolke Offline



Beiträge: 24

01.02.2013 14:10
#19 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Zitat von H_W im Beitrag #17
Zitat von IsaWolke im Beitrag #15
Sind denn die männlichen 23,6% Opfer weiblicher Gewalt? Ich frage nach, weil es ja nun auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften gibt.


Daß Sie eine solche Frage nicht auch zu den anderen 76,4% stellen, hat welchen Grund, liebe IsaWolke?

Gruß, H_W



Stimmt schon, lieber H_W. Wäre ich zu 100% politisch korrekt, müsste ich die Frage auch zu den 76,4% stellen. Warum ich das nicht getan habe? Vielleicht weil es in der Mehrzahl Männer sind, die gewalttätig werden. Oder ist dem nicht so?

max Offline



Beiträge: 150

01.02.2013 14:44
#20 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Liebe IsaWolke, den Schuh zieh ich mir jetzt wirklich nicht an. Es ging mir darum, zu zeigen, was passiert, wenn Mann sich wehrt. Mein Freund hatte lediglich Glück, dass er Zeugen hatte.

Der Ausgangspunkt der Diskussion war ja Sexismus. Können Sie sich vorstellen, dass es eine andere Dimension ist, wenn sich nicht der Mann an der Theke sexistisch verhält, sondern der Staat? Und das nicht nur ein einem Bereich.

Wie es ist, Gewaltopfer zu sein, wissen Männer sehr wohl, sie stellen nämlich auch die Mehrheit der Gewaltopfer. Und es ist selten so, dass die männlichen Opfer dem oder den Angreifern körperlich überlegen waren.

H_W Offline



Beiträge: 444

01.02.2013 14:47
#21 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Zitat von IsaWolke
Vielleicht weil es in der Mehrzahl Männer sind, die gewalttätig werden. Oder ist dem nicht so?



Liebe IsaWolke, die Frage, ob dem so oder so nicht ist, kann ich nicht beantworten. Wenn ich mich in meinem Umfeld umsehe, entdecke ich weder gewalttätige Frauen, noch Männer.
Meine praktische Erfahrung ist also Null zu Null, keine Mehrheit auf einer Seite.
Natürlich ist das nicht in der ganzen Welt so, es wird schon reale Gewalt geben. Gewalt gegen das jeweils andere Geschlecht (Bei Männern, den bösen, natürlich auch gegen das eigene Geschlecht )
Aber wie gesagt, eigenes belastbares Zahlenmaterial dazu fehlt mir. Ich könnte vielleicht mal sehen, was die "Qualitäts"medien dazu sagen da bekomme ich bestimmt ein objektives Bild vermittelt.

Traurig nur für die realen Opfer, daß bei diesen sinnlosen Luxus-Skandalen die wenigen echten Fälle durch lautes Geschrei über angebliche Skandale die wirklichen Probleme weginflationiert werden.
Wenn ein älterer Herr des Nachts in einer Bar von einer Frau wegen seines Alters provoziert wird, und der dann auch noch ungeschickt herumbalzt, ist das von seiner Seite keine Gewalt und kein Sexismus! Da gibt es andere Leute, die haben ganz anderes Leid erfahren. Und deren Leid zu mißbrauchen, um die FDP niederzumachen, ist einfach nur mies.

Gruß, H_W

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Fluminist Offline




Beiträge: 2.014

01.02.2013 15:09
#22 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Zitat von IsaWolke im Beitrag #6

Zitat von Fluminist
Wenn ein Mann seine Frau verprügelt, dann ist das nicht Sexismus, sondern Brutalität in schlimmster Form. Ebenso übrigens, wenn eine Frau ihren Mann verprügelt.



Liebe Männer, es soll tatsächlich Frauen geben, die ihren Mann verprügeln, jedoch muss ein Mann sich niemals so machtlos fühlen wie eine Frau. Die Frau ist doch im Allgemeinen körperlich schwächer als der Mann und seiner Gewalt somit, trotz heftiger Gegenwehr, völlig ausgeliefert. Umgekehrt kann man das wohl kaum behaupten.


Hmm, der einzige Zusammenhang zu meinem Argument (bei dem es schließlich nur um die Begriffsbestimmung ging, nicht um irgendwelche Statistiken oder Beschönigungen), den ich erkennen kann, ist derjenige, daß dieser Beitrag ein schönes Beispiel für latenten Sexismus liefert. Die Anrede "Liebe Männer" soll nämlich wohl suggerieren, daß die Männlein im allgemeinen besonders begriffsstutzig sind, wenn es um Gefühle der Unterlegenheit oder allgemein um Emotionen und Empathie geht, während man den Weiblein das alles nicht eigens erklären muß.
Vielen Dank dafür, lieber oder liebe IsaWolke.

IsaWolke Offline



Beiträge: 24

01.02.2013 15:21
#23 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Zitat von H_W im Beitrag #21

Traurig nur für die realen Opfer, daß bei diesen sinnlosen Luxus-Skandalen die wenigen echten Fälle durch lautes Geschrei über angebliche Skandale die wirklichen Probleme weginflationiert werden.
Wenn ein älterer Herr des Nachts in einer Bar von einer Frau wegen seines Alters provoziert wird, und der dann auch noch ungeschickt herumbalzt, ist das von seiner Seite keine Gewalt und kein Sexismus! Da gibt es andere Leute, die haben ganz anderes Leid erfahren. Und deren Leid zu mißbrauchen, um die FDP niederzumachen, ist einfach nur mies.

Gruß, H_W




Da stimme ich mit Ihnen überein. Ich habe mich in meinen letzten Beiträgen nicht zu Brüdele und Himmelreich, sondern zu häuslicher Gewalt geäußert. Es ist unpassend, wenn Kachelmann und Brüdele in einen Topf geworfen werden. Wenn man da kurz schüttelt, entsteht ein heilloses Durcheinander, wie man an der aktuellen Debatte sieht.

Was diese Luxus-Debatten angeht: Ich bin gespannt, was passiert, wenn die Scheuklappen fallen.

Fluminist Offline




Beiträge: 2.014

01.02.2013 15:29
#24 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Zitat von Zettel im Beitrag #11
Zitat von Fluminist im Beitrag #4
Eine blöde Nachfrage/Haarspalterei kann ich mir da nicht verkneifen. Die Frauen, die ins Frauenhaus fliehen, sind Opfer von (sexueller oder gemeiner) Gewalt, oft in der Ehe/Familie, die zwangsverheirateten sind Opfer einer Kultur oder Tradition, die ihren Verwandten Verfügungsgewalt in dieser Hinsicht zugesteht.

So schlimm das ist, es hat doch mit Sexismus im engeren Sinne nichts zu tun? Sexismus heißt doch, die Menschen in Männlein und Weiblein einzuteilen, ihnen per Vorurteil entsprechende unterschiedliche Befähigungen und Möglichkeiten zuzuschreiben und dann diesen Vorurteilen gemäß zu handeln.

Meinen Sie nicht, lieber Fluminist, daß die Gewalt gegen Frauen, daß Zwangsverheiratung und im extremsten Fall sogenannte Ehrenmorde (die mit Ehre ja nichts zu tun haben) auf bestimmten Rollenerwartungen gegenüber Frauen basieren; nämlich daß sie sich zu fügen haben, daß passiv zu sein haben usw.? Ist das nicht Sexismus?

Natürlich ist man auch hier frei, einen Begriff zu definieren. Ich halte es für sinnvoll, ihn in Bezug auf diese Rollenerwartungen zu definieren.

Herzlich, Zettel


Selbstverständlich ist man frei, Begriffe so zu definieren, wie man es für zweckmäßig hält. Ich habe allerdings den Eindruck, daß "Sexismus" schon wie ein Magnet allerhand Bedeutungen angezogen hat, wie z.B. allgemein "Gewalt gegen Frauen", die die exaktere Bedeutung überdecken und die Diskussionen zu diesem Thema sehr erschweren. Wenn die Begriffe zu schwammig und vieldeutig werden, dann wird es letztlich unmöglich sich auch nur über die geringsten Punkte zu einigen.

An den Zusammenhang über die mit einem traditionellen sexistischen Rollenbild verknüpfte Erwartungshaltung hatte ich auch schon gedacht, und er wird in vielen Fällen tatsächlich vorliegen, z. B. wenn eine Ehefrau ihren Mann verprügelt, weil sie ihn für einen nicht ihrem Bild des Idealmannes entsprechenden Waschlappen hält, oder wenn ein Ehemann seine Frau vergewaltigt, weil er Submissivität für einen Teil ihrer ehelichen Pflichten hält.
Häusliche Gewalt muß aber nicht sexistisch motiviert sein; der Täter kann auch nur ein Alkohol- und Selbstkontrolleproblem haben, und daß häusliche Gewalt auch in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften vorkommt, wurde ja bereits erwähnt.

Es scheint mir daher günstiger, den Bezug zum Rollenbild nicht zum Teil der Definition des Sexismus zu machen, sondern zumindest begrifflich noch zu trennen. Wenn beides zusammenkommt, dann kann man ja von sexistisch motivierter Gewalt sprechen oder Zwangheirat als sexistische Tradition charakterisieren: aus einer Tautologie wird dann eine differenzierende Aussage.

Wenn ein Mensch seinem andersrassigen Partner Gewalt antut, dann ist das ja auch nicht immer Rassismus. Es kann natürlich rassistisch motiviert sein, aber es kann auch andere Gründe haben, z. B. sexistische oder individuelle im Einzelfall.

Zitat von Zettel im Beitrag #12
[quote="Hausmann"|p88873][quote="Fluminist"|p88861][quote="Zettel"]
Ich weiß gar nicht, wer Emmy Noether war oder ist.

Herzlich, Zettel

Sehen Sie, das ist es eben: wer Euler und Gauß waren, wissen Sie natürlich, und von Hilbert oder Riemann haben Sie vielleicht gehört, aber die Emmy (Entschuldigung für den Verschreiber!) kennen Sie nicht. Noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts ging ein Nobelpreis an Otto Hahn, und Lise Meitner wurde nicht einmal erwähnt.
In dieser Hinsicht hat sich in den Wissenschaften in den letzten Jahrzehnten wirklich viel zum Besseren gewendet.

H_W Offline



Beiträge: 444

01.02.2013 15:32
#25 RE: Die Luxus-Diskussion Antworten

Zitat von IsaWolke
Was diese Luxus-Debatten angeht: Ich bin gespannt, was passiert, wenn die Scheuklappen fallen.



Nichts, denke ich. Man wird ein neues Thema entdecken, und so tun, als hätte es das alte nie gegeben.
Gruß, H_W

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