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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 1.555 mal aufgerufen
 Dies und Jenes
Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.540

05.06.2014 15:27
Die Zukunft ist auch nicht mehr, was sie mal war antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag RE: Demokratisierung der Wissenschaft
...dergleichen Feinarbeit erweist sich seit Jahrzehnten regelmäßig als beständige Achillesferse bei automatischer Mustererkennung: im Fall der autoselbstfahrenden Selbstfahrautos wird das sicher ein weiteres Mal zum Selbstläufer.


Ein Ausblick aus dem Jahr 1955 auf das Jahr 1975:

Zitat Hobby - Das Magazin der Technik 11/1955, "So leben wir 1975"

Darüber, wie die Verkehrsmittel der Zukunft angetrieben werden, scheinen sich die Konstrukteure der Gegenwart einig zu sein. Der Benzin-Kolben-Motor ist, soweit man erkennen kann, fast verschwunden. Sicher gibt es noch irgendwo in einer verschlafenen Provinz ein paar Dieselmotoren, aber in der großen Welt hat sich der Turbinenantrieb längst durchgesetzt. Wahrscheinlich ist aber auch sein Reich darin von kurzer Dauer. Da die Atomkraft bereits seit geraumer Zeit zur Elektrizitätserzeugung gebändigt ist, wird man sie wohl auch zum Antrieb von Autos benutzen können. ... Von womöglich noch größerer Bedeutung als für den Personenwagen ist der Atomantrieb für den Lastwagen. ... Es gibt Zukunftsmodelle, bei denen gar kein Steuerrad mehr vorhanden ist oder wo es nur in Notfällen benutzt zu werden braucht. Der Fahrer kümmert sich gar nicht um die Geschwindigkeit, er kann sich seinen Mitfahrern zuwenden und sich mit ihnen ganz ungeniert unterhalten. Das Auto soll dennoch ziemlich schnell fahren. Steuerung und Geschwindigkeitsregelung sind automatisch. Überall am Straßenrande stehen in regelmäßigen Abständen Sendeanlagen, deren Signale die Steuervorrichtung regulieren und das Tempo bestimmen. Die Signale sorgen dafür, daß der Wagen einen stets gleichbleibenden Abstand vom Wegrand und, was womöglich noch wichtiger ist, von den anderen Verkehrsteilnehmern hält; sie passen das Tempo dem Straßenbelag und überhaupt den Verhältnissen an. Mit anderen Worten: Der Wagen verhält sich automatisch so, wie ihn ein guter Fahrer mit Rücksicht auf die Straßen- und Verkehrsverhältnisse fahren würde. ... Die Menschen von 1975 werden schneller reisen können als wir: sie werden rollendes Straßenpflaster haben und ein Leben führen, in dem elektrische und elektronische Geräte sie vor tausend Gefahren schützen. Maschinen werden ihnen mehr und mehr Arbeit abnehmen. Sie werden mehr und mehr Zeit haben.

Nola Offline




Beiträge: 1.460

06.06.2014 01:03
#2 RE: Die Zukunft ist auch nicht mehr, was sie mal war antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #1
Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag RE: Demokratisierung der Wissenschaft
...dergleichen Feinarbeit erweist sich seit Jahrzehnten regelmäßig als beständige Achillesferse bei automatischer Mustererkennung: im Fall der autoselbstfahrenden Selbstfahrautos wird das sicher ein weiteres Mal zum Selbstläufer.


Ein Ausblick aus dem Jahr 1955 auf das Jahr 1975:

Zitat Hobby - Das Magazin der Technik 11/1955, "So leben wir 1975"

Darüber, wie die Verkehrsmittel der Zukunft angetrieben werden, scheinen sich die Konstrukteure der Gegenwart einig zu sein. Der Benzin-Kolben-Motor ist, soweit man erkennen kann, fast verschwunden. Sicher gibt es noch irgendwo in einer verschlafenen Provinz ein paar Dieselmotoren, aber in der großen Welt hat sich der Turbinenantrieb längst durchgesetzt. Wahrscheinlich ist aber auch sein Reich darin von kurzer Dauer. Da die Atomkraft bereits seit geraumer Zeit zur Elektrizitätserzeugung gebändigt ist, wird man sie wohl auch zum Antrieb von Autos benutzen können. ... Von womöglich noch größerer Bedeutung als für den Personenwagen ist der Atomantrieb für den Lastwagen. ... Es gibt Zukunftsmodelle, bei denen gar kein Steuerrad mehr vorhanden ist oder wo es nur in Notfällen benutzt zu werden braucht. Der Fahrer kümmert sich gar nicht um die Geschwindigkeit, er kann sich seinen Mitfahrern zuwenden und sich mit ihnen ganz ungeniert unterhalten. Das Auto soll dennoch ziemlich schnell fahren. Steuerung und Geschwindigkeitsregelung sind automatisch. Überall am Straßenrande stehen in regelmäßigen Abständen Sendeanlagen, deren Signale die Steuervorrichtung regulieren und das Tempo bestimmen. Die Signale sorgen dafür, daß der Wagen einen stets gleichbleibenden Abstand vom Wegrand und, was womöglich noch wichtiger ist, von den anderen Verkehrsteilnehmern hält; sie passen das Tempo dem Straßenbelag und überhaupt den Verhältnissen an. Mit anderen Worten: Der Wagen verhält sich automatisch so, wie ihn ein guter Fahrer mit Rücksicht auf die Straßen- und Verkehrsverhältnisse fahren würde. ... Die Menschen von 1975 werden schneller reisen können als wir: sie werden rollendes Straßenpflaster haben und ein Leben führen, in dem elektrische und elektronische Geräte sie vor tausend Gefahren schützen. Maschinen werden ihnen mehr und mehr Arbeit abnehmen. Sie werden mehr und mehr Zeit haben.




Und was ist 1975 wirklich passiert?

Ab 1975 war jeder mit 18 Jahren erwachsen, zumindest volljährig und damit auch wahlberechtigt.
Für die Religionsgemeinschaft Zeugen Jehovas brach zum vierten Mal das Jahr des Weltuntergangs an.
International war das Jahr als „Jahr der Frau“ deklariert worden und gemäß dieser Jahreswidmung
fand in Mexiko-Stadt die erste UN-Weltfrauenkonferenz statt, die u. a. die Gleichberechtigung
der Frauen thematisierte.
General Franco starb am 20. November. Damit ging eine 36-jährige Diktatur zu Ende.
Vietnamkrieg wurde beendet nachdem Nordvietnam Saigon eingenommen und Südvietnam kapitulierte.
Der Berliner CDU-Vorsitzende Peter Lorenz, wurde von Terroristen der Bewegung 2.Juni gekidnappt.
Die KSZE-Schlußakte von Helsinki, 35 Staaten aus Ost und West beschließen ihre Zusammenarbeit in Sicherheits- und Menschenrechtsfragen.
Auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Rambouillet in Frankreich wird die Globalisierung der Wirtschaft durch die Staats- und Regierungschefs der sechs wichtigsten Industrienationen eingeläutet.

und vieles mehr:
http://www.jahr1975.de/chronik.html

♥lich Nola

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Status quo, nicht wahr, ist der lateinische Ausdruck für den Schlamassel, in dem wir stecken.
Zettel im August 2008

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.540

06.06.2014 01:07
#3 RE: Die Zukunft ist auch nicht mehr, was sie mal war antworten

Noch mehr Zukünfte von gestern, 10 Jahre nach 1975.
Herbert W. Franke (*1927, einer der als der nüchternsten [i.e. drögen] deutschsprachigen Vertreter des Genres gilt; selbst Computerpionier v.a. bei Graphik & Computerkunst, Grandseigneur des Genres), im Jahr 1 nach Neuromancer:

"Der letzte Programmierer" (zuerst in Jenseits der Finsternis, hg, Michael Nagula, 1985)



Der Sergeant...setzte sich auf einen wackligen Stuhl - der einzige, der nicht mit Büchern, Disketten und Magnetbändern bedeckt war.
... [Tom] tastete Zahlen ein, schrieb Befehle, die verzögerungslos auf dem Bildschirm erschienen. Es war eine lange Liste von Angaben, einige mit Nummern versehen, andere von logischen Zeichen unterbrochen.
... "Ich finde es geschmacklos," sagte der Computer. "Es ist einfach nicht fair. Warum bedienst du dich dieser altmodischen Methode? Schau dir doch die anderen an: Es gibt keinen einzigen mehr, der noch auf diese Weise programmiert. ... Es ist wichtig!" sagte er. "Ich bin ein intelligentes System, viel intelligenter als du, und du zwingst mir sinnlose Handlungen auf. Ich finde es geradezu beleidigend, wie du mich behandelst."
...
"Aber nein," sagte Tom. "Merken Sie nicht, daß sich in unserer Welt nichts mehr verändert? Niemand hat noch Phantasie, niemand hat noch Ideen. Und jene Berufe, die sich früher als 'schöpferisch' bezeichneten... Die Wissenschaftler verwenden Problemlösungsroutinen, die Musiker Kompositionsautomaten, die Dichter erzeugen Assoziationen mit Zufallsgeneratoren, und die Maler lassen sich endlose Reihen stets wechselnder Bilder auf Bildschirmen ausgeben - nach Programmen, die der Computer nach Intelligenzquotient und Stimmung variiert. Man müßte alle diese Leute einmal dazu zwingen, wieder selbst zu denken. Einmal müßte man ihnen ihr Spielzeug entziehen, diese adaptiven Systeme, die lediglich Dummheit und Ideenlosigkeit verstärken."
"Aber Sie arbeiten doch selbst ununterbrochen mit dem Computer," sagte der Beamte erstaunt.
"Haben Sie es denn immer noch nicht begriffen? Man kann Computer auch kreativ einsetzen. Und das Tragische daran: Dazu ist niemand mehr bereit."


Angesichts solcher Texte weht einen eine Ahnung an, warum solche biederen Visionen eine so kurze Haltbarkeitsfrist auszeichnet.

Nola Offline




Beiträge: 1.460

06.06.2014 11:07
#4 RE: Die Zukunft ist auch nicht mehr, was sie mal war antworten

Zitat


Disketten und Magnetbändern




Du liebe Güte, da fallen mir sämtliche "Sünden" wieder ein. Ich hatte 1975 ein kleines Rechenzentrum von ca. 40 m² für einen mittelständischen Betrieb am laufen gehalten (das nannte sich damals Operator ohne "-in"). Eine "kleine" Honeywell-Bull-Anlage nahm den kompletten Raum ein, mit Programmierkonsole (Teils noch Lochkarten-Parameter) zwei "Plattenstationen" und ein Fakturiergerät angeschlossen. Bei guter Pflege (man spricht ja auch mit Blumen ) lief das Teil rund, einzigst die Klimaanlage stieg permanent aus und konnte Temperatur und Luftfeuchtigkeit absolut nicht konstant halten. Eine spannende aufregende Zeit, hatte aber so gar nichts von Science-Fiction.

Einige Jahre später ... hat ein anständiger PC 30x15x45 cm gereicht.

Zitat

Man müßte alle diese Leute einmal dazu zwingen, wieder selbst zu denken. Einmal müßte man ihnen ihr Spielzeug entziehen, diese adaptiven Systeme, die lediglich Dummheit und Ideenlosigkeit verstärken."
"Aber Sie arbeiten doch selbst ununterbrochen mit dem Computer," sagte der Beamte erstaunt.
"Haben Sie es denn immer noch nicht begriffen? Man kann Computer auch kreativ einsetzen. Und das Tragische daran: Dazu ist niemand mehr bereit."



Dem ist nix hinzu zu fügen. Selbst die simplen Grundrechenarten sind auf diesem Wege verloren gegangen. Logisches Denken erstreckt sich nur noch auf vorgegebener Ebene. Keine Erkenntnisse aus selbst erarbeiteten Fakten und damit fehlt das Erfolgserlebnis, dieser Aha-Effekt der Menschen stolz macht Zusammenhänge zu erkennen und weiter zu entwickeln. Das Hirn ist eben doch der best programmierteste PC und alle folgenden "Gerätschaften" haben ihren Ursprung genau da. Aber wen interessiert das heute noch?

Grad wollte ich schreiben, daß ich ja meinen Staubsauger auch nicht für mich denken lasse, ich mache ihn mir zunutze, aber das ist auch überholt, denkt man an die kleinen selbststängen "Flitzer" die jeden Winkel der Butze absaugen, während man bei Zettel seine Zeit mit schreiben und lesen verbringt.

♥lich Nola

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Zettel im August 2008

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.540

07.06.2014 18:16
#5 RE: Die Zukunft ist auch nicht mehr, was sie mal war antworten

Zitat von Nola im Beitrag #4
Keine Erkenntnisse aus selbst erarbeiteten Fakten und damit fehlt das Erfolgserlebnis, dieser Aha-Effekt der Menschen stolz macht Zusammenhänge zu erkennen und weiter zu entwickeln.


Das kommt von das: Nochmals "Hobby", nochmals Herbert W. Franke: "Kopfrechnen überflüssig: Taschenrechner" (Ausgabe 25/1974).

Diese Publikation aus dem Haus Ehapa (als die noch gar-mix mit Comics zu tun hatten) eignet sich wunderbar für diese Mischung aus angesichts der kunterbunten Zukunftsausmalungen und einer leicht peinlichen Nostalgie , daß aus diesem Fortschrittsdisneyland namens "Das Jahr 2000" nichts geworden ist - & wenn doch, fühlt es sich so gar-nicht danach an. In den USA wird das in die sprichwörtlich gewordene Frage "Where is my flying car?" gefaßt. "Hobby" eignet sich deshalb so gut dazu (besonders die frühen Jahrgänge zwischen 1955-1960), weil es als deutsche Version der amerikanischen Magazine "Popular Mechanics" & "Mechanix Illustrated" aufgezogen wurde, die auch diese Einblicke in Aladdins Wunderkammer pflegten. "Popular Mechanics" ist in großen Teilen per Netz durchzublättern (hier der Jahrgang 1955; Anblättern ist nicht empfohlen, weil das zu tagelangem Abtauchen führt). Gregory Benford, namhafter SF-Autor & im Nebenjob Physikprofessor an der University of California in Irvine, hat ein Florilegium mit Visionen daraus zusammengestellt: "The Wonderful Future That Never Was".

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.540

20.06.2014 22:17
#6 RE: Die Zukunft ist auch nicht mehr, was sie mal war antworten

Noch eine Zukunft von gestern...

Der Insel-Bote (Schleswig-Holstein), vom 18. Nov. 2011, "Vergessene Wörter"


An vergessene, selten gewordene Wörter erinnert Karin de la Roi-Frey in dieser Serie. Diese Wörter erzählen vom alten Wyk, vom Alltag der Menschen, von Notzeiten und vom kulturellen Leben auf Föhr.

Mengenlehre: Addieren, subtrahieren, multiplizieren und dividieren hatten die Schulkinder Ende der 1960 Jahre endlich kapiert, als sie es auch gleich wieder vergessen durften. Nicht die numerische Mathematik, also das konkrete Rechnen, sollte die Zukunft sein, sondern die Beschäftigung mit abstrakten Strukturen. Für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft standen jetzt logisches Denken und Abstraktionsvermögen auf dem Lehrplan. Und so hantierten Schulkinder zur Förderung ihres mathematischen Denkvermögens mit bunten Plastikplättchen und lösten rätselhafte Aufgabenstellungen, von denen ihre Eltern keine Ahnung hatten.

Nola Offline




Beiträge: 1.460

21.06.2014 16:21
#7 RE: Die Zukunft ist auch nicht mehr, was sie mal war antworten

Zitat von Ulrich Elkmann
Und so hantierten Schulkinder zur Förderung ihres mathematischen Denkvermögens mit bunten Plastikplättchen und lösten rätselhafte Aufgabenstellungen, von denen ihre Eltern keine Ahnung hatten.



Willkommen im Club. Diese Katastrophenschnittmengenberechnung hat uns Eltern an den Rand der Verzweiflung gebracht. Aber es erwies sich als Vorteil, die "normalen" Rechenarten parallel dazu zu vermitteln.
Allerdings haben im normalen Dreisatz keine Schwulenhochzeiten stattgefunden , denn Mathe lernen war das Ziel und das war für die kleinen Geister schon genug Info um Gehirnwindungen zu aktivieren.

♥lich Nola

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Zettel im August 2008

xanopos Offline




Beiträge: 2.596

24.06.2014 07:37
#8 RE: Die Zukunft ist auch nicht mehr, was sie mal war antworten

Mal eine aktuelle Zukunftsvision:

Zitat
"Die Zukunft ist, ein Auto zu benutzen wie ein Handy"

http://derstandard.at/2000002246538/Die-...n-wie-ein-Handy
Na, dann verirrt sich der typische DAU auch beim Autofahren in irgendwelchen Menüs. Jüngst hatte ich einen tollen neuen Mietwagen (BMW), ich wusste weder wie ich den Sitz verstelle, noch ins super-tolle Navi ein Ziel einprogrammiere.

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.540

07.07.2014 23:06
#9 RE: Die Zukunft ist auch nicht mehr, was sie mal war antworten

Die Prophezeiung ist auf eigene Weise scharmant: Fernseher, die so flach sind, daß man sie an die Eand hängen kann. Von 1954: "Prediction 1954: The Television You Can Hang On Your Wall"

"General Electric scientists predict your TV-picture screen in 1964 may be so thin that it can be hung like a painting on the wall or mounted like a vanity mirror in a table model." (*)

Nb: wenn es denn einmal stimmt, fehlt aber der Pep:
Prediction 1942: "Push Button Phones - Push buttons are predicted to replace dial phones."
Prediction 1937: "Microwave Cooking - Cooking a ham sandwich in high-frequency radio waves. This method may be common in the home of the future."
Prediction 1966: "Computer Diagnosis - “What is the diagnosis, computer?” When your family physician first asks this question of his latest diagnostic tool, you may shudder and long for the good ol’ days of bedside visits and the personal touch in medicine. But with the latest medical findings computer-stored at your doctor’s fingertips, you can do nothing but get well faster!"



Das hier macht doch wesentlich mehr Spaß: "Prediction 1950: Housekeeping of the Future":

"When the housewife of 2000 cleans house she simply turns the hose on everything. Why not? Furniture (upholstery included), rugs, draperies, unscratchable floors—all are made of synthetic fabric or waterproof plastic. After the water has run down a drain in the middle of the floor (later concealed by a rug of synthetic fiber) she turns on a blast of hot air and dries everything. A detergent in the water dissolves any resistant dirt. Tablecloths and napkins are made of woven paper yarn so fine that the untutored eye mistakes it for linen. She throws soiled “linen” into the incinerator. Bed sheets are of more substantial stuff, but she has only to hang them up and wash them down with a hose when she puts the bedroom in order."

* Die älteste Zukunft mit Flachbildschirmen stammt, scheints, schon von 1946:
http://media-cache-ec0.pinimg.com/736x/6...252752f06cf.jpg
Es handelt sich um eine Folge einer Anzeigenserie der Wiskeyfirma Seagram, die in den 40er & 50er Jahren unter dem Motto "The Men who plan beyond tomorrow" lief. Dies Beispiel findet sich in "Life" v. 15.4.46, S. 112.

Nola Offline




Beiträge: 1.460

10.07.2014 17:24
#10 RE: Die Zukunft ist auch nicht mehr, was sie mal war antworten

Nun dann nehme ich jetzt mal das Jahr 1999 - also vor 15 Jahren. Wie? ist noch nicht so lange her?

DA LIEGEN WELTEN ZWISCHEN:

Zitat

http://www.zeit.de/1999/44/199944.schily_.xml/seite-3

Das Asylrecht lässt sich nicht halten

Wie umgehen mit Flüchtlingen und Einwanderern? Was tun gegen Kriminelle? Gespräch mit Bundesinnenminister Otto Schily
DIE ZEIT Nº 44/199928. Oktober 1999 14:00 Uhr



DIE ZEIT: Herr Minister, zwölf weitere Staaten drängen in die Europäische Union, und auch die Türkei möchte zum Club gehören. Bei den Parlamentswahlen in Österreich hat nun eine Partei fast ein Drittel der Stimmen gewonnen, die planvoll Ängste vor einer Erweiterung der EU und vor neuen Flüchtlingen schürt. Bereitet Ihnen das Sorge?

OTTO SCHILY: Große Sorge. Denn gerade unser Nachbarland - das müssten eigentlich alle Österreicher wissen - hat seine Zuwanderungsprobleme objektiv gut im Griff. Zum Glück haben wir in Deutschland keinen Jörg Haider.

SCHILY: Selbstverständlich müssen wir uns ernsthaft fragen, bis wohin wir die Grenzen der EU ziehen dürfen. Länder wie zum Beispiel Ungarn, Tschechien und Polen werden in absehbarer Zeit in die Union aufgenommen werden. In welchem Ausmaß und in welchem Zeitraum der Erweiterungsprozess künftig fortgesetzt werden kann, vermag niemand vorauszusagen. Jedenfalls müssen wir strikt darauf achten, dass die Sicherung der Außengrenzen der Europäischen Union mit ihrer Erweiterung nicht vernachlässigt wird. Bis zu einem gewissen Grade lassen sich Ängste der Menschen vor neuen Wanderungsbewegungen verstehen. Solche Ängste sind auch anderswo vorhanden. In Polen beispielsweise fürchtet man eine Zuwanderung aus dem Westen.

ZEIT: Sie selbst haben vor einem Jahr mit dem Satz für erhebliche Unruhe gesorgt: "Die Grenzen der Belastbarkeit durch Zuwanderung sind überschritten." Wünschen Sie heute, Sie hätten das so nie gesagt?

SCHILY: Warum? Ist die wirklichkeitsnahe Beschreibung unserer aktuellen Situation nicht mehr erlaubt? Verantwortliche Politik muss sich auf die Tatsachen einlassen. Es kommen jährlich im Schnitt rund 100 000 Asylbewerber, eine Vielzahl von ihnen bleibt auf Jahre, wenn nicht sogar auf Dauer bei uns. Hinzu kommen rund 100 000 Aussiedler mit großen Integrationsproblemen. Die illegalen Einwanderer, die in keiner Statistik auftauchen, rechne ich gar nicht mit.



Oha, der traute sich noch was ... und einiges mehr auf 8 Seiten PDF-Datei. Daraufhin ließ sich der Spiegel auch nicht lumpen und:


Zitat

http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...ly-a-53361.html

Sonntag, 21.11.1999 – 21:06 Uhr
Asylpolitik: Härtefall Schily
Bundesinnenminister Otto Schily hat mit seiner Äußerung, 97 Prozent der Asylsuchenden seien Wirtschaftsflüchtlinge, eine wilde Debatte ausgelöst: Der FDP-Vize Döring will das Asylrecht gleich ganz abschaffen, die Evangelische Kirche fordert mehr Entwicklungshilfe und ein Grünen-Politiker beschimpfte Schily als "Affen der Rechtsradikalen".

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Walter Döring brachte am Wochenende sogar eine "Abschaffung des Individualrechts auf Asyl" ins Spiel. Seiner Ansicht nach führt das aktuelle Recht zu "kostpieligen Verfahren" und erzeugt massiven "Missbrauch". Deutschland nehme 40 Prozent mehr Asylbewerber auch als Frankreich, Großbritannien, Spanien und die Niederlande zusammen. Notwendig sei daher eine europaweite Asylregelung und ein Zuwanderungsgesetz. Bisher hatte sich die FDP immer zum geltenden, liberalen Recht bekannt.


♥lich Nola

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Zettel im August 2008

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.540

20.08.2014 11:35
#11 RE: Die Zukunft ist auch nicht mehr, was sie mal war antworten

Wenn Science-Fiction-Autoren, die sich seit 50 Jahren tagtäglich mit dem Ausmalen der Zukunft befasst sind UND auch noch Englischprofessoren sind, mit dem eigenen Metier befassen, kommt mitunter ein Froschhüpfer heraus:

James Gunn (geb. 1923, tätig als SF-Autor seit 1949), "Dreams Written Out: Libraries in Science Fiction," Wilson Library Bulletin, 69(6), 1995, S. 26-9:

http://www.sfcenter.ku.edu/library.htm


"To demonstrate that visions have a way of realizing themselves—the process goes from vision to fiction to reality—Ben Bova in 1989 produced a comic novel called Cyberbooks in which he described the invention of an electronic book: a book-sized machine that sells for about $200 into which readers insert wafers that cost only pennies. The comedy revolves around the problems such an invention would involve in being accepted and put into production because of the difficulties it would create, not just for librarians but even more for publishers, distributors, and the lumber industry. But will it happen? Already the vision has gone two thirds of the way toward realization. Barring a catastrophic decline in our technology level, the electronic book probably is inevitable."


Holzfäller, die Kindles in die Tonne treten...

 Sprung  



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