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ZETTELS KLEINES ZIMMER

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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 1.023 mal aufgerufen
 Pro und Contra
Erich Henkel Offline



Beiträge: 19

18.08.2014 21:23
Christian Wulf antworten

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff wird mit dem Toleranz-Preis der Evangelischen Akademie in Tutzing geehrt. Damit will die Akademie Wulffs "leidenschaftliches Werben für einen verstärkten Dialog mit dem Islam" würdigen, wie Direktor Udo Hahn mitteilte.
Hahn nannte ausdrücklich die Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit 2012, in der Wulff gesagt hatte, der Islam gehöre inzwischen zu Deutschland. Damit habe Wulff "einen wichtigen Beitrag zur Integration von Muslimen geleistet". Leiter der Jury war der frühere Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU). Wulff war vor zwei Jahren für seine Rede auch von mehreren CSU-Politikern kritisiert worden. Der Preis wird am 30. Oktober überreicht.

Fr. Merkel hat wohl richtigerweise sehr schnell reagiert und angemerkt, dass Wulf dies natürlich immer nur vor dem Hintergrund des Grundgesetzes und der deutschen Rechtsprechung gemeint habt. Ich glaube nicht, dass der Islam einer Gegenüberstellung mit dem Grundgesetzt standhält, z.B. Gleichberechtigung, Religionsfreiheit, Unantastbarkeit der Würde etc.

Ein Dialog mit dem Islam sollten nicht nur vor dem Hintergrund des jüdisch-christlichen Glaubens stattfinden, sondern auch vor den Errungenschaften von naturwissenschaftlicher und geistiger Aufklärung in Europa und Amerika und vor dem Hintergrund der aktuellen Rechte wie Grundgesetzt, Verfassung der USA etc. Dafür haben wir jahrhundertelang gebraucht und wir sollten Toleranz nicht so verstehen, dass wir wieder hinter diese Errungenschaften zurück gehen. Wer hierher kommt, kommt doch wegen der Freiheit und Sicherheit, die wir mittlerweile haben.

Uwe Richard Offline



Beiträge: 1.171

18.08.2014 22:23
#2 RE: Christian Wulf antworten

Wie Wir vor Kurzem (Vorsicht: neue Rechtschreibung) erfahren durften, gehört der Islam nicht nur zu Deutschland, er hat, was den Antisemitismus betrifft, sein Soll sogar übererfüllt.

Den Islam und andere (Pseudo)religionen muss ich nicht tolerieren, wohl aber, wie alle Menschen in Deutschland, egal, welchen Glaubens, geschlossene Geschäfte am Tage des Herrn.
Halleluja und Amen.

--
Political language – and with variations this is true of all political parties, from Conservatives to Anarchists – is designed to make lies sound truthful and murder respectable, and to give an appearance of solidity to pure wind – Eric A. Blair

Meister Petz Online




Beiträge: 3.332

18.08.2014 22:49
#3 RE: Christian Wulf antworten

Zitat von Uwe Richard im Beitrag #2
Den Islam und andere (Pseudo)religionen muss ich nicht tolerieren, wohl aber, wie alle Menschen in Deutschland, egal, welchen Glaubens, geschlossene Geschäfte am Tage des Herrn.

Dieses Argument passt in die Fünfziger, als der Einfluss der Kirchen noch eine Bedeutung hatte. Heute sind es vorrangig die Gewerkschaften, die eine Lockerung der Ladenschlussgesetze verhindern.
Zitat von Uwe Richard im Beitrag #2
Halleluja und Amen.

Freundschaft.

Gruß Petz

"The problem with quotes from the Internet is that it is difficult to determine whether or not they are genuine" - Abraham Lincoln

Uwe Richard Offline



Beiträge: 1.171

18.08.2014 23:15
#4 RE: Christian Wulf antworten

Zitat von Meister Petz im Beitrag #3
Zitat von Uwe Richard im Beitrag #2
Den Islam und andere (Pseudo)religionen muss ich nicht tolerieren, wohl aber, wie alle Menschen in Deutschland, egal, welchen Glaubens, geschlossene Geschäfte am Tage des Herrn.

Dieses Argument passt in die Fünfziger, als der Einfluss der Kirchen noch eine Bedeutung hatte. Heute sind es vorrangig die Gewerkschaften, die eine Lockerung der Ladenschlussgesetze verhindern.

Ich glaube, da mecht auch das BVerfG a bisserl mitreden. Aktuell fällt mir dazu allerdings nur deren Eintreten gegen (mehrere) verkaufsoffene Sonntage vor Weihnachten ein.

Sind die Gewerkschaften nicht generell gegen's Arbeiten, da das Geld doch von der Bank kommt, wie der Strom aus der Steckdose?

Zitat von Meister Petz im Beitrag #3
Zitat von Uwe Richard im Beitrag #2
Halleluja und Amen.

Freundschaft.


Дружба / ידידות

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Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.846

19.08.2014 00:39
#5 RE: Christian Wulf antworten

Zitat von Erich Henkel im Beitrag #1
Ein Dialog mit dem Islam sollten nicht nur vor dem Hintergrund des jüdisch-christlichen Glaubens stattfinden, sondern auch vor den Errungenschaften von naturwissenschaftlicher und geistiger Aufklärung in Europa und Amerika und vor dem Hintergrund der aktuellen Rechte wie Grundgesetzt, Verfassung der USA etc.


Man merkt die Absicht & man ist verstimmt. Es gibt ja eine Auslegungsmöglichkeit des Wulff'schen Satzes (die wohl auch intendiert war, aber in ihrer tappsigen Betulichkeit nicht so 'rüberkam): Viele Menschen hier sind nun mal Moslems, da beißt die Maus keinen Faden ab, bemüht Euch, das ohne Schande & im Sinn größtmöglicher Toleranz bewohnbar zu gestalten. (Da fehlt dann natürlich die andere Seite des Gleichheitszeichens: daß die Hauptlast der Integration immer, in allen Einwanderungsgesellschaften, bei den Neuankömmlingen liegt, daß die Landessprache absolutes Muß für eine Teilhabe an der Gesellschaft (& nicht nur am eigenen Kiez) - auf allen Ebenen - ist, daß es ihnen obliegt, die Sitten & Moral des Gastlandes nicht mit Füßen zu treten, - und zwar gleich, ob das nun Landesspezifische Usancen sind ("Deutsch sein heißt Nena & Loriot geil finden & Samstags den Wagen waschen") oder allgemein die Achtung vor den Werten des Westens & der Aufklärung; nicht zuletzt, daß Einwanderungsgesellschaften das nicht aus reiner Menschfreundschaft & Spaß an exotischer Cuisine sind, sondern aus Interesse an qualifizierten Arbeitskräften - letztlich müssen die Neubürger in spe besser, geschickter, gebildeter sein als die Eingeborenen, oder sich damit abfinden, die untere Garnitur der Jobs zu übernehmen, die keiner freiwillig macht). Maulen gilt nicht (hilft auch nicht), sondern nur: den Nachwuchs zu Bildung-Bildung-Bildung zu triezen. Secundum non datur.

Es erwartet ja niemand, daß hier eine nüchterne Bilanz über den auch-zu-Deutschland-Islam gezogen wird: daß sachlich bilanziert wird, wie sehr er bei dem obigen Utopia ein sperriges bis unüberwindliches Hindernis darstellt, wieso das bei anderen Kulturen nicht der Fall ist; ob es wirklich wahr ist, daß die Schon-Hier-Angekommenen (Hans Haackes "der Bevölkerung") wirklich intolerant gegenüber Muslimen sind, oder ob sich da, wenn überhaupt, erst als Reaktion etwas aufgestaut hat auf die Nachrichten, die es seit 25 Jahren ohne Unterlaß, & mit steigender Tendenz, tagtäglich setzt. Jede nüchterne Auflistung solcher Defizite würde wohl von denen, die "von Beruf Moslem" sind, wohl (zurecht, wenn man die Statistiken nicht grob fälschen will um des liebens Friedens willen) als eine geballte & vorsätzliche Kränkung empfunden werden - zumal die Neigung zur selbstkritischen Distanz, scheint's, doch recht gering ausfällt. Es wird also bei den üblichen billigen bräsigen Floskeln von Toleranz, "gemeinsamen Werten", "in einem Boot", bla-bla-bla bleiben. Wenns schlimm kommt, sollen wir uns mal wieder gegenseitig Biografien erzählen.

PS: Der passende Song zur akustischen Untermalung stammt von Tom Lehrer: "National Brotherhood Week" (1965):

[gesprochen:]I'm sure we all agree that we ought to love one another and I know there are people in the world that do not love their fellow human beings and I hate people like that.

Oh, the white folks hate the black folks,
And the black folks hate the white folks.
To hate all but the right folks
Is an old established rule.
...
Oh, the Protestants hate the Catholics,
And the Catholics hate the Protestants,
And the Hindus hate the Muslims,
And everybody hates the Jews.

But during National Brotherhood Week, National Brotherhood Week,
It's National Everyone-smile-at-one-another-hood Week.
It's only for a week, so have no fear.
Be grateful that it doesn't last all year.

jana Offline




Beiträge: 331

19.08.2014 12:36
#6 RE: Christian Wulf antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #5
It's only for a week, so have no fear.
Be grateful that it doesn't last all year.


Wunderbar! ;-)

Grüße, Jana

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