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ZETTELS KLEINES ZIMMER

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Dieses Thema hat 8 Antworten
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Techniknörgler Offline



Beiträge: 2.738

26.10.2014 02:33
Sure 8 Antworten

Zitat
Jetzt hat sich der IS erstmals offiziell zum Schicksal der Frauen und Kinder geäußert. Im englischsprachigen Propagandamagazin der Gruppe heißt es, dass den Behörden des IS ein Fünftel der Gefangenen zugesprochen worden sei - sozusagen als staatliche Kriegsbeute. So habe es schließlich schon der Prophet Mohammed bei seinen Eroberungszügen gehalten. Die restlichen Frauen und Kinder seien unter den Männern verteilt worden, die an dem Feldzug gegen die Jesiden teilgenommen hatten.



www.spiegel.de/politik/ausland/is-islami...n-a-996814.html

Bei SPON klingt dies so, als handele es sich um eine ganz absonderliche, krude Sichtweise.

Wie sind die Islamisten bloß darauf gekommen?

Vielleicht habe die Dschihadisten die Idee aus dem Koran, Sure 8: Die Beute.

Sie beschäftigt sich mit der für den Islam offenbar sehr wichtigen, rechtlichen Frage, wie Kriegsbeute zu verteilen sei. So wichtig, das sie direkt durch das vom Propheten verkündete unmittelbare Wort Gottes geregelt werden muss:

Zitat

Und wisset: Was immer ihr erbeutet, so gehört Allah ein Fünftel davon und dem Gesandten, und den Verwandten, den Waisen, den Armen und dem Sohn des Weges, wenn ihr an Allah glaubt und an das, was Wir auf Unseren Diener am Tag der Unterscheidung (als Offenbarung) hinabgesandt haben, an dem Tag, da die beiden Heere aufeinandertrafen. Und Allah hat zu allem die Macht.



Quelle: Sure 8 Vers 41, Übersetzung gemäß islam.de, einer Website des Zentralrates der Muslime in Deutschland in deren Impresum Herr Mazyek als "Chef vom Dienst" aufgeführt wird. (Dies erwähne ich hier nicht um den ZDM oder Herrn Mazyek eine Näher zur IS vorzuwerfen, denn die haben sie nicht. Ich erwähne es, damit klar ist, dass es sich nicht um eine salafistische oder eine andere Außenseiterübersetzung handelt. In eine haben Islamgelehrte nämlich recht: Eine Übersetzung ist immer auch schon ein Stück Interpretation.)

Ein Fünftel geht an das islamische Gemeinwesen, den islamischen Staat, für öffentliche Aufgaben: Mittel und Ressourcen für den Anführer, Bedürftige und die Bedürfnisse der Gläubigen.

Die Islamisten machen das nicht, weil sie es in den Koran mit gewagten Winkelzügen rein interpretieren würden. Solches "Rein- und Ruminterpretieren" mögen Christen praktizieren, vielleicht auch die Mystiker unter den islamischen Glaubensrichtungen, aber nicht die Islamisten. Die lehnen es ja explizit ab, herum zu interpretieren. Sie machen es, weil es für jeden, der Lesen kann, dort klar steht.

Zitat
Nun aber könne der Mann auch außerhalb der Ehe legalen Geschlechtsverkehr haben, denn, so die krude Logik der Dschihadisten: Sex mit einer Sklavin sei erlaubt, mit der Freundin jedoch nicht.



Und wie kommen die auf diese "krude Logik"?

Wie schon gesagt: Die Islamisten machen keine herbeigeschwurbelten, an den Haaren herbeigezogene Interpretationen, sondern wählen den naheliegenden Inhalt eines Verses.

Zitat
Und wenn ihr befürchtet, nicht gerecht hinsichtlich der Waisen zu handeln, dann heiratet, was euch an Frauen gut scheint, zwei, drei oder vier. Wenn ihr aber befürchtet, nicht gerecht zu handeln, dann (nur) eine oder was eure rechte Hand besitzt. Das ist eher geeignet, daß ihr nicht ungerecht seid.



Quelle: Sure 4 Vers 3, Übersetzung nach islam.de

Der Besitz (andere Übersetzungen sind da eindeutiger) meint natürlich Sklavinnen. Auf der Wikipedia findet sich auch folgende Übersetzung:


Zitat

„Und wenn ihr fürchtet, in Sachen der (eurer Obhut anvertrauten weiblichen) Waisen nicht recht zu tun, dann heiratet, was euch an Frauen gut ansteht, (ein jeder) zwei, drei oder vier. Und wenn ihr fürchtet, (so viele) nicht gerecht zu behandeln, dann (nur) eine, oder was ihr (an Sklavinnen) besitzt! So könnt ihr am ehesten vermeiden, unrecht zu tun.“

– Koran Sure 4, Vers 3: Übersetzung nach Rudi Paret



Artikel "Islamische Ehe" in Wikipedia

Und jegliche Art von unzulässigem Geschlechtsverkehr ist auch recht eindeutig Verboten und mit Körperstrafe belegt.

Zitat
Eine Frau und ein Mann, die Unzucht begehen, geißelt jeden von ihnen mit hundert Hieben. Laßt euch nicht von Mitleid mit ihnen beiden angesichts (der Rechtsbestimmungen) der Religion Allahs ergreifen, wenn ihr an Allah und den Jüngsten Tag glaubt. Und es soll bei (der Vollstreckung) der Strafe an ihnen ein Teil von den Gläubigen zugegen sein.




Quelle: Sure 24 Vers 2, Übersetzung nach islam.de



Mir ist klar, das jeder Versuch den Inhalt eines Textes zu verstehen, eigentlich eine Interpretation ist. Das ist aber mit dem Interpretationsverbot nicht gemeint. Gemeint ist, die naheliegende, offensichtliche, intuitiv aus dem (im Kontext der davor und danach kommenden Verse zu lesenden) Wortlaut hervorgehende Bedeutung zu wählen und nicht seine eigenen Wünsche dort bewusst oder unbewusst durch Gedankenakrobatik und Winkelzüge rein zu lesen.

Mir ist auch klar, das es sich bei Übersetzungen immer um Interpretationen handelt. Angesichts der von Islamisten bevorzugten Methodik die Bedeutung der Koranverse zu ermitteln, scheint es mir jedoch naheliegend, dass auch im Original steht, was die meisten Korangelehrten und Islamwissenschaftler angesichts ihrer vielfältigen, aber in den zitierten Punkten inhaltlich übereinstimmenden Übersetzungen dort auch heraus zu lesen scheinen.

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“Being right too soon is socially unacceptable.”
― Robert A. Heinlein

Werwohlf Offline




Beiträge: 997

26.10.2014 14:39
#2 RE: Sure 8 Antworten

Zitat von Techniknörgler im Beitrag #1
Wie schon gesagt: Die Islamisten machen keine herbeigeschwurbelten, an den Haaren herbeigezogene Interpretationen, sondern wählen den naheliegenden Inhalt eines Verses.
Wir wollen doch mal nicht hinter das zurückfallen, was wir schon in der Schule gerlernt haben: Texte können nicht nur interpretiert werden, in den meisten Fällen müssen sie es auch. Das hat weder was mit "Schwurbeln", noch mit "rein" oder "herum" zu tun, sondern eher mit dem Wissen über Kontext, Umfeld und Ziele. Die Islamisten tun dies nicht, weil sie sich der Prämisse verschrieben haben, es nicht tun zu dürfen. Das ist kein Zeichen von Stärke, auch nicht von Glaubensstärke, sondern eher im Gegenteil Zeichen eines auf unbedingte Unterordnung angewiesenen Menschenbildes, dessen oberste Instanz fordert, dass der Mensch die doch wohl von dieser obersten Instanz verliehene Gabe der Intelligenz gefälligst nicht einzusetzen habe. Oder drastischer: Die Vernunft wäre dann keine göttliche Gabe, sondern göttlicher Fehler.

Für Christen (und auch für Juden) ist es selbstverständlich, die Vernunft als Gabe zu begreifen und sich auch mit ihr den überlieferten Texten zu nähern. Auch im Islam gab (und gibt es hoffentlich weiterhin) solche Auffassungen - dort besteht allerdings das Problem, dass die Fundis auch die zur exzessiven Gewalt Bereiten sind und sich somit selbst dann durchzusetzen vermögen, wenn sie nicht die Mehrheit stellen. Aber mir ist es unbegreiflich, warum Menschen, die selbst keinen Zugang zur Religion haben, von Gläubigen immer wieder zu fordern scheinen, wider besseres Wissen doch gefälligst ihre heiligen Texte wortwörtlich zu nehmen. Das ist eine seltsame Koalition von religiösen Fundamentalisten und Atheisten, die sich da manchmal bildet.

Techniknörgler Offline



Beiträge: 2.738

26.10.2014 17:29
#3 RE: Sure 8 Antworten

Zitat von Werwohlf im Beitrag #2
Zitat von Techniknörgler im Beitrag #1
Wie schon gesagt: Die Islamisten machen keine herbeigeschwurbelten, an den Haaren herbeigezogene Interpretationen, sondern wählen den naheliegenden Inhalt eines Verses.

Wir wollen doch mal nicht hinter das zurückfallen, was wir schon in der Schule gerlernt haben:



Lieber Werwohlf, ...

Zitat
Das hat weder was mit "Schwurbeln", noch mit "rein" oder "herum" zu tun, sondern eher mit dem Wissen über Kontext, Umfeld und Ziele.



... interpretieren kann mit letzterem zu tun haben, aber es hat häufig eher mit ersterem zu tun, um rein lesen zu können, was man darin lesen will. Der Punkt ist, dass die Islamisten ja gar nicht letzteres ablehnen, sondern ersteres. Es ist dieses "wir lesen rein, was gerade mit dem Zeitgeist kompatibel ist", was die Islamisten der IS aber auch Piere Vogel unter dem Begriff "interpretieren" ablehnen. Es ist nicht so geistlos, wie gerne dargestellt.

Übrigens ist es gerade sehr zeitgeistkonform sehr schnell mit dem Vorwurf bei der Hand zu sein, alle die dem aktuellen Zeitgeist widersprechen seien "stumpfsinnig" und unreflektiert. Es wird vermutlich betrieben, um sich selber nicht intellektuell mit den Gedanken Andersdenkender auseinandersetzen zu müssen. Ich halte dies für eine sehr überheblich Art Islamisten pauschal den Intellekt abzusprechen. Eine gefährlich überhebliche Art, die gerade der aktuelle "linksliberale" itiziert - nicht nur Islamisten gegenüber.

Zitat

Die Islamisten tun dies nicht, weil sie sich der Prämisse verschrieben haben, es nicht tun zu dürfen. Das ist kein Zeichen von Stärke, auch nicht von Glaubensstärke, sondern eher im Gegenteil Zeichen eines auf unbedingte Unterordnung angewiesenen Menschenbildes, dessen oberste Instanz fordert, dass der Mensch die doch wohl von dieser obersten Instanz verliehene Gabe der Intelligenz gefälligst nicht einzusetzen habe.



Solche "theologischen" Wertungen waren weder Ziel noch Inhalt meines Beitrages, noch bewegen sie sich auf der selben Ebene wie mein Beitrag. Ich betreibe hier keine Theologie. Daher ist der Vorwurf, hier Theologie falsch zu betreiben ein Zeichen einer grundlegend falschen "Intepretation" meines Textes ihrerseits. Ich denke dies, weil ihr einleitender Satz darauf hindeutet, dass der ganze Beitrag als Belehrung gemeint ist, kein allgemeines Statement über ihre theologischen Sichtweisen (da würde ich nicht so bissig reagieren und hätte auch keinen Anlass ihnen zu widersprechen), sondern ein Versuch jede nicht-theologische Herangehensweise/Aussage/Analyse umzuinterpretieren, um nicht auf ihre eigentliche Aussage eingehen zu müssen.

Die drehte sich nämlich nicht um die Frage, ob die Islamisten "richtige Theologie" betreiben. Die Aussage war, das sie keiner abwegigen, "kruden" "Interpretation" folgen.

Krude ist übrigens so ein Lieblingsbegriff des Zeitgeistes, mit dem seine Anhänger alles, bei dem sie auch nur Reflexhaft das Gefühl haben, es entspricht nicht exakt ihrer Linie, abwerten, um sich nicht mehr damit auseinander setzen zu müssen. Zumindest nicht mehr in Form eines ernsthaften Versuches zu verstehen, was wirklich gesagt/geschrieben wurde.


Zitat

Oder drastischer: Die Vernunft wäre dann keine göttliche Gabe, sondern göttlicher Fehler.




Schön gesagt. Ich fände es bloß deutlich angenehmer, wenn es nicht im Kontext einer unangebrachten, auf falsche Interpretation beruhenden Belehrung stattfände, welche die Aussage meines Beitrages Reflexhaft einen Hintergrund oder Kontext andichten wollte, die aus ihm nicht hervorgehen und die auch nicht bestehen.

Zitat

Für Christen (und auch für Juden) ist es selbstverständlich, die Vernunft als Gabe zu begreifen und sich auch mit ihr den überlieferten Texten zu nähern. Auch im Islam gab (und gibt es hoffentlich weiterhin) solche Auffassungen - dort besteht allerdings das Problem, dass die Fundis auch die zur exzessiven Gewalt Bereiten sind und sich somit selbst dann durchzusetzen vermögen, wenn sie nicht die Mehrheit stellen.



Im Kontext (den man natürlich berücksichtigen muss, was auch Islamisten bei der Auslegung des Korans machen) ihres Beitrages und insbesondere des Einleitungssatzes scheinen Sie damit implizieren zu wollen, dass ich behauptet hätte, im Islam gäbe keine Strömungen mit einer dem Christentum oder Judentum vergleichbaren Interpretationskultur. Geht aber nicht nur nicht aus meinem Beitrag hervor, sondern das genaue Gegenteil (Hervorhebung nachträglich von mir):

Zitat
Solches "Rein- und Ruminterpretieren" mögen Christen praktizieren, vielleicht auch die Mystiker unter den islamischen Glaubensrichtungen, aber nicht die Islamisten.



Zu Strömungen, die weder mystischen Richtungen, noch Islamisten angehören, habe ich mich nicht geäußert.


Zitat
Aber mir ist es unbegreiflich, warum Menschen, die selbst keinen Zugang zur Religion haben, von Gläubigen immer wieder zu fordern scheinen, wider besseres Wissen doch gefälligst ihre heiligen Texte wortwörtlich zu nehmen.



Wo wird das gefordert? Ich meine die Frage ernst! Wo in meinem Beitrag fordere ich das? Wenn Sie mir diese Frage nicht beantworten können, liegt es vielleicht daran, dass die Forderung da nicht steht. Sie haben meinen Beitrag als theologisches Statement "interpretiert", was es nicht war. Und Aussagen reininterpretiert, die da nicht stehen. Nicht aus dem Kontext der Beiträge heraus, sondern aufgrund .

Oder wollten Sie mir die Forderung gar nicht vorwerfen? War das nur ein allgemeines (übrigens ebenfalls falsches) Statement über nicht religiöse Menschen, ohne Bezug zu meine Beitrag? Wirkte im Kontext nicht so. Ich denke, es war auf meinen Beitrag gemünzt. Und Sie haben einfach etwas rein gelesen, was da nicht steht (und übrigens darauf hindeutet, dass sie auch die meisten nicht-religiösen Menschen hier missverstehen).

Zitat

Das ist eine seltsame Koalition von religiösen Fundamentalisten und Atheisten, die sich da manchmal bildet.



Die Sie hinein interpretieren, obwohl es aus dem Text nicht hervorgeht. Warum? Weil Sie es hinein lesen wollen? Weil Sie sich dann nicht mehr inhaltlich auseinandersetzen müssen, wenn Sie beides in eine Schublade stecken?

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― Robert A. Heinlein

Techniknörgler Offline



Beiträge: 2.738

26.10.2014 18:11
#4 *Seufz* Permanente Missverständnisse Antworten

*Seufz* Beim Thema Islam sitze ich wohl zwischen allen Stühlen - und werde von alles Seiten notorisch missverstanden. Zu sehr denkt jeder, das Wohl und Wehe der ganzen Zivilisation hänge davon ab, dass alle (Nicht-Muslime) die eigene Sichtweise auf diese Religion und wie wir mit ihr umgehen sollten teilen. Jeder Ansatz von Abweichlertum ist im Keime zu ersticken, die eigene (nicht-islamische) Kultur müsse auf eine, gemeinsame Linie gebracht werden, um nach außen geschlossen gegenüber dem Islam auftreten zu können, sei es in geschlossener Konfrontation gegen terroristische Islamisten (Neokonservative), geschlossener Konfrontation gegen den Islam als ganzes (Teile des PI-Klientels, fundamentalistische Evangelikale), geschlossener Abschottung (andere Teile des PI-Klientels, europäische Rechtskonservative) oder geschlossenem Appeasement und Selbstgeißelung des Westen, da alles andere die Islamisten stärke (Linke, Grüne, aktuell dominanter Zeitgeist der veröffentlichten Meinung).

Gemeinsam haben alle diese Gruppen nur zwei Dinge:

Was die IS, Al-Kaida und die Fundamentalisten im Iran machen findet niemand gut, aber schon darin, wer dafür primär verantwortlich ist - Mohammeds Lehre und/oder Vorbild, "westliche Provokation", zu wenig Appeasment und damit indirekt alle nicht links-grünen Zeitgeisthörigen des Westens oder nur die IS und sonstige Verbrecher selber -, besteht absolute Uneinigkeit.

Und jeder Nicht-Muslim, der nicht die selbe Sichtweise auf den Konflikt hat, der ist sekundär(*) für die IS-, Al-Kaida- und Ajatolla-Verbrechen mitverantwortlich. Mehr noch, verstärkt die Gefahr für die westliche Zivilisation sogar noch im Vergleich zu einer Welt, in der er nicht existieren würde oder die richtige Meinung hätte, anstatt den Westen zu spalten, beim Widerstand/Abschotten/Appeasement.


(*) für manche Linke/Grüne/Zeitgeisthörige auch primär, was die einzige Sichtweise in diesem Zirkus ist, für die ich mal überhaupt kein Verständnis habe und bei der mir tatsächlich die Hutschnur hochgeht. NEIN, der Westen ist nicht primär verantwortlich. Und mit Verständnis meine ich genau das: Wie man zu anderen Sichtweisen kommt verstehe ich, auch wenn ich sie überhaupt nicht teile, sie in ihrer radikalen Ausprägung eventuell auch gefährlich finde - nicht als Schwächung nach außen, aber eventuell für die westliche Verfassung. Doch den linken und grünen Hass auf den Westen verstehe ich nicht. Besser gesagt: Ich verstehe nicht, wie so viele Menschen ihn entwickeln konnten. Ich verstehe nicht, wie so viele Menschen ihn für die logische Schlussfolgerung halten.

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― Robert A. Heinlein

Werwohlf Offline




Beiträge: 997

27.10.2014 01:16
#5 RE: Sure 8 Antworten

Also zunächst mal, werter Techniknörgler: Wer Kritik nicht ausstehen kann, sollte sich nicht öffentlich äußern. Auch dann nicht, wenn er Kritik als Belehrung versteht.

Zugegeben: Nicht jede Interpretation kann als gelungen bezeichnet werden. Was man ja an Ihrem Kommentar zu meinem sieht. Es ist schon lustig: Sie wehren sich gegen angebliche Unterstellungen durch mich ausgerechnet mit Hilfe eines ganzen Pakets an Unterstellungen Ihrerseits. Geschenkt. Ich habe keine Lust auf eine solche Art von "Diskussion", werde aber gerne nochmal meine Kritik verdeutlichen:

In Ihrem Eröffnungsbeitrag hier verwenden Sie den Begriff "Interpretation" und "interpretieren" praktisch ausschließlich in Verbindung mit Abwertungen, während Sie eine wörtliche Auslegung vergleichsweise eher loben. Damit äußern Sie sich nunmal zur Theologie, so leid mir das tut. Und - leider, leider - erinnert mich das nicht nur an diverse Diskussionen mit Atheisten, sondern auch an einschlägige, in diesen Kreisen sehr beliebte Bücher. Aber wahrscheinlich verstehe ich das alles nicht und es hat nichts mit dem Atheismus zu tun...

Wenn Sie sich diesen Schuh nicht anziehen wollen, dann lassen Sie ihn doch einfach liegen für diejenigen, denen er passt. Mir wäre das Recht. Aber das scheint Ihr Ding nicht zu sein: Lieber schaffen Sie sich selbst noch eine Menge andere herbei, um sie der Reihe nach anzuprobieren. Kann man machen. Aber dazu brauchen Sie mich ja nicht.

Techniknörgler Offline



Beiträge: 2.738

27.10.2014 01:51
#6 RE: Sure 8 Antworten

Lieber Werwolf,...

Zitat
Also zunächst mal, werter Techniknörgler: Wer Kritik nicht ausstehen kann, sollte sich nicht öffentlich äußern. Auch dann nicht, wenn er Kritik als Belehrungversteht.



... ich wende mich gegen eine Fehlinterpretation.

Zitat
Zugegeben: Nicht jede Interpretation kann als gelungen bezeichnet werden. Was man ja an Ihrem Kommentar zu meinem sieht. Es ist schon lustig: Sie wehren sich gegen angebliche Unterstellungen durch mich ausgerechnet mit Hilfe eines ganzen Pakets an Unterstellungen Ihrerseits.



Lieber Werwolf, ich habe extra zurückhaltend formuliert und geschrieben, wie ich ihre Worte aufgefasst habe. Ich habe an kritischen Stellen sogar extra nachgefragt, ob ich sie richtig verstanden habe. Ich habe betont, das es die Art ist, in der ich ihren Beitrag aufgefasst habe.

Im übrigen habe ich einige Fehlinterpretationen klargestellt und Sie dazu gefragt, wo sie bestimmte Aussagen heraus zu lesen meinen. Ich habe keine Antwort bekommen.

Zitat

Ich habe keine Lust auf eine solche Art von "Diskussion", werde aber gerne nochmal meine Kritik verdeutlichen:



Wenn Sie öffentlich Kritik üben, müssen Sie auch akzeptieren, dass der Kritisierte darauf hinweist, wenn sie am Inhalt seines Beitrages vorbei argumentieren. Und wenn Sie darauf hin ihre Kritik nochmal "verdeutlichen", dabei weiterhin, trotz Richtigstellung, die Aussage des Gegenübers falsch interpretieren, dann ist eine Diskussion leider nicht möglich. Es ist schade, aber was soll ich dann davon halten? Ich habe Kritik erwartet, aber keine Unterstellungen, die aufzuklären mit den Vorwurf einbringt, selber Unterstellungen zu verbreiten. Lustig finde ich das nicht, in welche Richtung dieser Thread geht, bevor irgend eine ernsthafte Diskussion überhaupt begonnen hat.

Aber wie ich bereits schrieb: Dieses Thema ist wohl prädestiniert, für reflexhafte Missverständnisse. Jeder will jeden Missionieren. Nicht vom Islam weg, nicht zum Islam, sondern wie das Gegenüber mit dem Thema umzugehen habe, was er über den Islam sagen darf und was nicht und wie die ganze Gesellschaft das Thema konformistisch zu sehen habe. Und wer das nicht tut, dem wird der Intellekt abgesprochen. Beispielsweise plump vorgeworfen, sich auf Vorschulniveau zu bewegen ("Wir wollen doch mal nicht hinter das zurückfallen, was wir schon in der Schule gerlernt haben"). Ja, das halte ich für diskussionszerstörend. Und ich bin dessen müde.

Zitat

In Ihrem Eröffnungsbeitrag hier verwenden Sie den Begriff "Interpretation" und "interpretieren" praktisch ausschließlich in Verbindung mit Abwertungen, während Sie eine wörtliche Auslegung vergleichsweise eher loben.



Nein, ich habe sie nicht gelobt.

Ihre Interpretation geht an meiner Aussage leider komplett vorbei. Das ist keine Unfähigkeit mit Kritik umgehen zu können.

Meine Aussage war: Die Auslegung des Islamisten ist nicht krude und nicht abwegig. Sie ist die naheliegende. In ihre stecken vielleicht nicht große, intellektuelle Winkelzüge. Aber krude ist sie nicht.

Interpretieren kann ein aufrichtiger, intellektueller Akt sein. Es kann aber auch ein intellektueller Selbstbetrug sein, ein Einfallstor für Beliebigkeit, dafür seine Wünsche in etwas herein zu lesen, was da nicht steht. Und letztere betreiben die Islamisten ganz bestimmt nicht.

Ansonsten zitieren Sie doch bitte, worauf Sie sich beziehen, wo sie also meinen zu lesen, was sie dann kritisieren. Wenn Sie das nicht wollen, dann belassen wir es halt dabei und beenden unsere kleine Auseinandersetzung. Nicht mit einem "agree to disagree", sondern mit einem "agree to missunderstood each other".

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Robin Offline



Beiträge: 317

30.10.2014 17:44
#7 RE: *Seufz* Permanente Missverständnisse Antworten

Zitat von Techniknörgler im Beitrag #4
Zu sehr denkt jeder, das Wohl und Wehe der ganzen Zivilisation hänge davon ab, dass alle (Nicht-Muslime) die eigene Sichtweise auf diese Religion und wie wir mit ihr umgehen sollten teilen. Jeder Ansatz von Abweichlertum ist im Keime zu ersticken, die eigene (nicht-islamische) Kultur müsse auf eine, gemeinsame Linie gebracht werden, um nach außen geschlossen gegenüber dem Islam auftreten zu können, sei es in geschlossener Konfrontation gegen terroristische Islamisten (Neokonservative), geschlossener Konfrontation gegen den Islam als ganzes (Teile des PI-Klientels, fundamentalistische Evangelikale), geschlossener Abschottung (andere Teile des PI-Klientels, europäische Rechtskonservative) oder geschlossenem Appeasement und Selbstgeißelung des Westen, da alles andere die Islamisten stärke (Linke, Grüne, aktuell dominanter Zeitgeist der veröffentlichten Meinung).

Ohne mich hier in den Disput als solchen einmischen zu wollen, danke ich ihnen ganz herzlich für diese etwas eindimensionale und vereinfachende, aber doch sehr prägnante Charakterisierung der Islamdebatte in unserer Gesellschaft. Mein persönliches Zitat des Tages

Werwohlf Offline




Beiträge: 997

31.10.2014 23:27
#8 RE: Sure 8 Antworten

Zitat von Techniknörgler im Beitrag #6
Ansonsten zitieren Sie doch bitte, worauf Sie sich beziehen, wo sie also meinen zu lesen, was sie dann kritisieren. Wenn Sie das nicht wollen, dann belassen wir es halt dabei und beenden unsere kleine Auseinandersetzung. Nicht mit einem "agree to disagree", sondern mit einem "agree to missunderstood each other".
Lieber Techniknörgler, mir geht es weniger um das "wer" als um das "was". Sollte also meine Kritik zwar in der Sache korrekt sein, aber aus Ihrer Sicht keinen korrekten Anlass gefunden haben, so habe ich keine Probleme, dem zuzustimmen. Ich will nicht Sie kritisieren, sondern eine Position, die mir missfällt. Daher mein Appell: Wenn Ihnen der Schuh nicht passt, lehnen Sie ihn einfach ab. Ich habe Ihren Kommentar jetzt mal als Ablehnung aufgefasst und stimme zu, dass man Ihren Beitrag auch so lesen kann, wie Sie ihn inzwischen konkretisiert haben.

Aber bitte ersparen Sie mir das Kleinklein des "Nachweisens". Ich könnte es, aber ich will es nicht. Und es wäre letztlich unsinnig, weil Sie eine andere Lesart als die von mir zunächst eingenommene einfordern, was Ihr gutes Recht als Autor ist. Insofern würde ich das Missverständnis, das es demnach gab, auch nur als periodisch einstufen und meine Kritik einfach so offen stehen lassen. Für alle, die sich ihr annehmen möchten, jenseits Ihrer (virtuellen) Person.

Techniknörgler Offline



Beiträge: 2.738

01.11.2014 04:09
#9 RE: Sure 8 Antworten

Zitat von Werwohlf im Beitrag #8
Zitat von Techniknörgler im Beitrag #6
Ansonsten zitieren Sie doch bitte, worauf Sie sich beziehen, wo sie also meinen zu lesen, was sie dann kritisieren. Wenn Sie das nicht wollen, dann belassen wir es halt dabei und beenden unsere kleine Auseinandersetzung. Nicht mit einem "agree to disagree", sondern mit einem "agree to missunderstood each other".
Lieber Techniknörgler, mir geht es weniger um das "wer" als um das "was". Sollte also meine Kritik zwar in der Sache korrekt sein, aber aus Ihrer Sicht keinen korrekten Anlass gefunden haben, so habe ich keine Probleme, dem zuzustimmen. Ich will nicht Sie kritisieren, sondern eine Position, die mir missfällt. Daher mein Appell: Wenn Ihnen der Schuh nicht passt, lehnen Sie ihn einfach ab. Ich habe Ihren Kommentar jetzt mal als Ablehnung aufgefasst und stimme zu, dass man Ihren Beitrag auch so lesen kann, wie Sie ihn inzwischen konkretisiert haben.

Aber bitte ersparen Sie mir das Kleinklein des "Nachweisens". Ich könnte es, aber ich will es nicht. Und es wäre letztlich unsinnig, weil Sie eine andere Lesart als die von mir zunächst eingenommene einfordern, was Ihr gutes Recht als Autor ist. Insofern würde ich das Missverständnis, das es demnach gab, auch nur als periodisch einstufen und meine Kritik einfach so offen stehen lassen. Für alle, die sich ihr annehmen möchten, jenseits Ihrer (virtuellen) Person.


Damit kann ich voll und ganz leben

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