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ZETTELS KLEINES ZIMMER

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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 665 mal aufgerufen
 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Meister Petz Offline




Beiträge: 3.584

09.11.2014 23:44
Deutscher Gedunk und zwei Beispiele, was der Fall der Mauer wirklich bedeutete antworten

"The problem with quotes from the Internet is that it is difficult to determine whether or not they are genuine" - Abraham Lincoln

Kallias Offline




Beiträge: 2.146

10.11.2014 21:25
#2 RE: Deutscher Gedunk und zwei Beispiele, was der Fall der Mauer wirklich bedeutete antworten

Zitat
Für mich zwei Helden der Freiheit, deren Worte viel mehr Kraft haben, als irgendwelche Ballons in Berlin es jemals könnten.

Bestimmt, aber vermutlich ist das gar nicht mal so schlecht. Würden wir offizielle Feiern, die Kraft haben, überhaupt wertschätzen? Reicht es nicht, wenn die Obrigkeit das Gefühl hat, sie müsse irgendetwas tun, und dann - naja, irgendetwas tut?

Was die Mauer betrifft, so hätte man sie ruhig ein paar Jahre länger stehen lassen sollen, als stummen Zeugen gegen die Flut von Geschichtchen vom fröhlich-solidarischen gelebten Leben im skurrilen Sozialismus, die alsbald Oberhand bekamen.

Viele Grüße,
Kallias

Meister Petz Offline




Beiträge: 3.584

10.11.2014 21:56
#3 RE: Deutscher Gedunk und zwei Beispiele, was der Fall der Mauer wirklich bedeutete antworten

Zitat von Kallias im Beitrag #2
Zitat:Reicht es nicht, wenn die Obrigkeit das Gefühl hat, sie müsse irgendetwas tun, und dann - naja, irgendetwas tut?

Ich finde es schade, dass nicht der 9. November der deutsche Nationalfeiertag ist. Dabei symbolisiert er gerade perfekt das Gefühlsleben der Deutschen, die nur durch ihren tiefen Sündenfall im Dritten Reich das werde konnten, was sie jetzt sind. Die Lehrmeister des Guten und Richtigen. Aber da Kohl eine gesamtdeutsche Wahl gewinnen musste, konnte man mit dem Beitritt nicht noch 37 Tage warten.

Ich glaube, die Obrigkeit hat - aufgrund des im Artikel beschriebenen Phänomens, nämlich dass sie nur verlieren können - gar keine Lust auf den Gedunk. Auf Auschwitz und Yad Vashem schon zweimal nicht. Mit Ausnahme von Gauck vielleicht, der war immerhin auch in Oradour sur Glane und in Sant'Anna di Stazzema.

Zitat von Kallias im Beitrag #2
Was die Mauer betrifft, so hätte man sie ruhig ein paar Jahre länger stehen lassen sollen, als stummen Zeugen gegen die Flut von Geschichtchen vom fröhlich-solidarischen gelebten Leben im skurrilen Sozialismus, die alsbald Oberhand bekamen.
In irgendeinem Interview hat Prem sogar gesagt, dass er es bereut, nicht wenigstens einen Wachtturm stehengelassen zu haben.

Aber sag mal, meinst Du, das war zum damaligen Zeitpunkt abzusehen?

Gruß Petz

"The problem with quotes from the Internet is that it is difficult to determine whether or not they are genuine" - Abraham Lincoln

Paul Offline




Beiträge: 1.285

11.11.2014 11:30
#4 RE: Deutscher Gedunk und zwei Beispiele, was der Fall der Mauer wirklich bedeutete antworten

Zitat von Meister Petz im Beitrag #3
Zitat von Kallias im Beitrag #2


Was die Mauer betrifft, so hätte man sie ruhig ein paar Jahre länger stehen lassen sollen, als stummen Zeugen gegen die Flut von Geschichtchen vom fröhlich-solidarischen gelebten Leben im skurrilen Sozialismus, die alsbald Oberhand bekamen.
In irgendeinem Interview hat Prem sogar gesagt, dass er es bereut, nicht wenigstens einen Wachtturm stehengelassen zu haben.

Aber sag mal, meinst Du, das war zum damaligen Zeitpunkt abzusehen?


Lieber Kallias, lieber Petz,
gleich nach der Revolution hatte ich den Eindruck, dass bestimmte Kreise in der Politik sehr daran interessiert waren, möglichst viele "Zeugnisse" der Vergangenheit, schnell und restlos zu beseitigen.

Heute wissen wir, dass in allen neu gegründeten Parteien die Stasi durch IM in Führungspositionen vertreten waren. So wollten sie den Gang der Ereignisse mitbestimmen, unter Kontrolle halten. Teilweise ist das auch gelungen.

Mit ohnmächtiger Wut habe ich im Fernsehen miterleben müssen, wie vor dem Stasigebäude in Berlin die Festplatten der Stasi-PC mechanisch vernichtet wurden.
Das erfolgte auf Initiative der U-Boote bei den Bürgerbewegten. Die Naiven standen applaudierend mit Stolz geschwellter Brust daneben. Grossmann, der damalige Leiter der Stasi, rieb sich im Hintergrund ob der gelungenen Vernichtungsaktion die Hände.
Später berichtete er im Fernsehen, dass er stolz darauf sei, was ihnen damals noch alles gelungen sei. Dieser Tage wurde das wieder gesendet.

Es ging um Vernichten, Spuren beseitigen.

Gutwillige Bürgerrechtler ließen sich von den Böswilligen vor den Karren spannen und waren auch noch stolz auf das Erreichte. Nach der Stasiauflösung in Berlin habe ich selber dort in der AG Akten "gekämpft". Ich war Einzelkämpfer und musste gegen zwei Fronten kämpfen: Die eigenen Bürgerrechtler und die Stasi. Beide hatten sich "verbündet". Teils als IM, teils aus Dummheit. Der Kampf war aussichtslos. Nach der Wahl habe ich mich wieder voll auf meinen Brötchenerwerb konzentriert.
So war das damals.

Das war auch der Grund für die Beseitigung der Mauer. Auch das ist der Stasi vortrefflich gelungen.
Der Herr Prem war ein willfähriger Helfer bei diesem Plan. Jedenfalls bin ich jetzt, nach einigem Erinnern und Nachdenken, zu dieser Meinung gekommen.

Die Stasi ist wie eine Krake. Sie wurde auch nie richtig zerschlagen. Auch in der BStU waren sie noch lange gut verankert und haben, dass ist meine feste Meinung, im Hintergrund unauffällig die "Weichen gestellt".
Wenn nicht heute noch welche dort sind? (Freuen würde ich mich, wenn mir nachgewiesen würde, dass dies unbegründete Verschwörungsphantasien sind.)

LG, Paul

___________________________
In dubio, pro reo.

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