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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 16 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
R.A. Offline



Beiträge: 7.731

30.12.2014 14:09
Der Datenkrake antworten

Man kennt sie, die üblichen Bösewichte: Google, Apple, Coca-Cola, Amazon ...

Aber am schlimmsten ist der Datenkrake.

Nola Offline




Beiträge: 1.537

30.12.2014 16:31
#2 RE: Der Datenkrake antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #1
Man kennt sie, die üblichen Bösewichte: Google, Apple, Coca-Cola, Amazon ...

Aber am schlimmsten ist der Datenkrake.

Wenn ein Fernseh-Komiker den deutschen Gutmenschen so bösartig karikieren würde, bekäme er heftigen Ärger mit den Gremien.
Aber der Datenkrake macht das einfach. Böses Facebook.




Lieber R.A. das müßte ja zuvor eine Miete von ca. 666,66 € gewesen sein. Das hört sich nun nicht nach einer Riesenwohnung im Luxusviertel an, sondern liegt im normalen Mittelmaß für eine kleine 2-3 Zimmerwohnung.

Zitat
Für eine 30m²-Wohnung in Berlin liegt aktuell der durchschnittliche Mietpreis bei 11,64 EUR/m²
Der durchschnittliche Mietpreis in Berlin liegt bei 9,03 €/m².

http://www.wohnungsboerse.net/mietspiegel-Berlin/2825



Ich habe mal hier gelesen, daß ein Gärtner nicht für 500,-- Euro im Jahr zu finden war. Rechnet man das Gärtner-Jahr von April bis November also acht Monate, legt einen Stundenlohn von 8,50 zugrunde, so kann der Gärtner genau 7,4 Std. pro Monat für dieses Geld arbeiten. Die Frage ist - wie groß ist der Garten?

Oder auf obiges Beispiel bezogen, wie groß ist die Wohnung und wo liegt sie?

Ein etwaiger Luxusurlaub ist dabei absolut nicht relevant. Wer weis welche Prioritäten die Dame setzt? Vielleicht 12 Monate Margarinebrot und mit dem Fahrrad alle Wege auch bei Regen, Schnee und Eis zur Arbeit?

Aber es ist auch immer eine Frage der Betrachtung, denn hätte ich eine vermietete Immobilie würden mich 15 % Mehreinnahmen sicherlich erfreuen. Aber ich wohne zur Miete und bei 15 % Erhöhung = 100 Euro würde ich ausziehen.

Also das Beispiel ist etwas ungünstig, wie ich finde.

♥lich Nola

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Status quo, nicht wahr, ist der lateinische Ausdruck für den Schlamassel, in dem wir stecken.
Zettel im August 2008

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 7.493

30.12.2014 18:11
#3 RE: Der Datenkrake antworten



Muss der Erste, der jetzt "Streisand-Effekt" sagt, 5 Bitcoin ins virtuelle Phrasenschwein einwerfen?

Zitat R.A.


Man sieht sie vor sich, die sozialen Unruhen. Die ausgemergelten, hungrigen Gestalten mit ihren Transparenten: "Finger weg von unseren Afrika-Safaris!"


Derweil leisten die Qualitätsmedien die benötigte Aufklärung:

http://www.perlentaucher.de/9punkt/2014-12-30.html
In der Zeit sieht Gesine Schwarz vor allem soziale Abstiegsängste als Motiv der Pegida-Anhänger.


Hat sich die Esoterische Pseudonyma eigentlich schon gegen die dumpfen "Pegidioten" positioniert?

Meister Petz Offline




Beiträge: 3.747

30.12.2014 18:22
#4 RE: Der Datenkrake antworten

Schön ist vor allem, wenn der Krake endlich mal im richtigen Genus erscheint.

Google gibt mehr Treffer für "die Krake" als für "der Krake" aus; zieht man von letzterem noch die Treffer ab, die als Genitiv oder Dativ von "die Krake" erscheinen, wird das Ergebnis noch eindeutiger.
Braucht man auch nicht in gerechte Sprache umzusetzen, weil was Pöhses (vgl. Pegida-AnhängerInnen).

Wer übrigens glaubt, dass die Sache im Englischen ein klarer Fall ist ("the Kraken"), irrt. Es tun sich andere Probleme auf: https://www.youtube.com/watch?v=vXKoWLSyxz4

Gruß Petz

Free speech is so last century. (Brendan O'Neill)

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 7.493

30.12.2014 18:52
#5 RE: Der Datenkrake antworten

Zitat von Nola im Beitrag #2
Aber ich wohne zur Miete und bei 15 % Erhöhung = 100 Euro würde ich ausziehen.


Da sind Sie nicht die einzige, liebe Nola. Aber Sie würden wahrscheinlich nicht den Sturm auf die Bastille samt proletarischer Weltrevolution davorschalten. Nur eine Bahnsteigkarte wird unsere FB-Jakobinerin dafür sicher nicht mehr lösen, weil sie die nicht mehr wuppen kann.

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 7.493

30.12.2014 19:06
#6 RE: Der Datenkrake antworten

Zitat von Meister Petz im Beitrag #4
Wer übrigens glaubt, dass die Sache im Englischen ein klarer Fall ist ("the Kraken"), irrt. Es tun sich andere Probleme auf: https://www.youtube.com/watch?v=vXKoWLSyxz4


The Kraken eats bacon and mulligan stew
And codfish and scrodfish and mackerel too.
And yet - I would bet - he would rather eat you!
So please don't awaken the Kraken.
...
No ship can escape him (though many have tried)
For his jaws are so wide twenty men fit inside.
And he chuckles with pride just to think how they died.
A terrible sea-myth - a monstrous behemoth - he travels from Norway to distant Land's End.
(If he's coming for you - you've had it, my friend.)

With cool calculation the Kraken pretends
He can't understand why he never makes friends.
Yet deep down inside he is fully aware
Of why people never come visit his lair:
It isn't his looks, and it can't be his breath.
Nor is it his handshake (a fate worse than death);
It's just - when somebody visits, he meets them,
And greets them and seats them and treats them - and eats them.

So come all ye bold sailors, ye captains and crew:
Beware of the Kraken: he's looking for you.
Don't sleep while on duty, because if you do
You might just awake in
The Kraken.

(F. Gwynplaine MacIntyre)

R.A. Offline



Beiträge: 7.731

30.12.2014 21:00
#7 RE: Der Datenkrake antworten

Zitat von Nola im Beitrag #2
Zitat von R.A. im Beitrag #1
... das müßte ja zuvor eine Miete von ca. 666,66 € gewesen sein. Das hört sich nun nicht nach einer Riesenwohnung im Luxusviertel an, sondern liegt im normalen Mittelmaß für eine kleine 2-3 Zimmerwohnung.

Da "esoterisches Pseudonym" (trotz Nachfrage in der FB-Diskussion) nicht verraten hat, welche Art Wohnung sie bewohnt, kann man da nur raten.
Man weiß nur, daß es eine übliche Baugenossenschaft ist (im wesentlichen Eigentum der Sparkassen), d.h. wahrscheinlich in durchschnittlicher Wohnlage. Und daß die Miete bisher 15% unter einem Mietspiegel lag, der unter dem Marktschnitt liegt. Ich gehe daher von einer recht großen Wohnung in normaler Qualität aus.

Zitat
Ein etwaiger Luxusurlaub ist dabei absolut nicht relevant.

Für die Mietfrage nicht. Aber für die Frage, wo die Dame den Auslöser für soziale Aufstände sieht, schon.

Zitat:Aber es ist auch immer eine Frage der Betrachtung, denn hätte ich eine vermietete Immobilie würden mich 15 % Mehreinnahmen sicherlich erfreuen. Aber ich wohne zur Miete und bei 15 % Erhöhung = 100 Euro würde ich ausziehen.


Natürlich ist so eine Erhöhung immer ärgerlich. Aber mit großer Wahrscheinlichkeit hat sie bisher eine Wohnung bewohnen können, die deutlich zu billig war.
Sie hat jetzt auch (nach Beratung mit dem Mieterbund) angekündigt, daß sie umziehen will. Woraus ich schließe, daß die Erhöhung rechtmäßig war.
Mein Tip, da ich den hiesigen Immobilienmarkt halbwegs kenne: Sie wird nach einiger Zeit Suche feststellen, daß sie immer noch ganz günstig bedient wird. Und daß sie für den alten Mietpreis nur eine deutlich kleinere und schlechtere Wohnung bekommen wird.

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 7.493

31.12.2014 00:28
#8 RE: Der Datenkrake antworten

Zitat R.A.


Obwohl das deutsche Feuilleton energisch von der Benutzung dieses neumodischen Zeugs gewarnt hat, hat Facebook in Deutschland unverzeihlicherweise Millionen von Nutzern gefunden. Außerdem ist es wirtschaftlich sehr erfolgreich, ebenfalls eine Todsünde. Es bietet seine Dienste kostenlos an und ruiniert damit das Geschäftsmodell der etablierten deutschen Dorfklatsch-Verbreiter.


Dazu passt ausgezeichnet, was Rainer Hank im Sommer ausgeführt hat, als er in Freiburg die Hayek-Medaille entgegen nahm. (Der Text ist auf dem Netz nicht abgreifbar, insofern bitte ich ein etwas längeres Zitat nachzusehen). Zitiert nach der Druckfassung im Merkur, August 2014, S. 688-700:

R.H., "Macht. Ein Zwischenbericht"
"Erfindung und Aufstieg von Google sind eine grandiose Leistung des unternehmerischen Kapitalismus, die auf ungeahnte Weise die Präferenzen der Menschen weltweit verändert hat. Vor 1988 wussten wir gar nicht, was uns gefehlt hat. Heute können wir uns die Welt ohne Google auf keinen Fall mehr vorstellen. Der Erfolg von Google stützt sich vollständig auf eigene Kräfte. Es gab keine staatliches Anschub- oder Subventionsprogramm. Es gab auch keine Verträge, die die Vertragsfreiheit anderer aushebeln. Am Eingetumserwerb ist alles legitim; die Geschichte lief zudem meritokratisch. Die Marktwirtschaft hat funktioniert, wie sie funktionieren soll. Aus grandiosen Ideen werden marktfähige Produkte, von denen man hinterher denkt, dass sie trivial sind. Und die Menschheit hat einen Nutzen davon. Im Fall von Google, Amazon & Co. lässt sich sogar sagen, jedermann ziehe einen Nutzen daraus, denn um von Google zu profitieren, braucht man nur einen Internetanschluss. Der Zugang zu den Erfindungen des Internetzeitalters ist ziemlich egalitär.

Was also gibt es daran auszusetzen? Nichts. Dass Google den Wettbewerb behindert, lässt sich nicht nachweisen. Im Gegenteil: Dass "Google plus", ein soziales Netzwerk, das eigentlich Facebook Konkurrenz machen sollte, in massiven Schwierigkeiten ist, ist ein deutlicher Beweis dafür, dass der Wettbewerb funktioniert. "Google plus" wurde von den Google-Kritikern immer als Beleg für die totalitären Tendenzen der Suchmaschine angeführt. Doch der Kunde fühlt sich von Google offenbar nicht gefangengenommen und bei Facebook wohler. [...]

Google nimmt, anders als bei den temporären Monopolen der Pharmaindustrie, noch nicht einmal ein staatlich verliehenes Patent als Schutz seiner Macht in Anspruch. Google hat als Suchmaschine ein Monopol. Aber dieses Monopol ist auf völlig legitime Weise zustande gekommen. Ein Mißbrauch seiner Macht wurde nicht nachgewiesen - soweit Google die Rechte auf das geistige Eigentum jener respektiert, deren Texte und Bilder es nutzt.

Soll man Google zerschlagen? Keineswegs. Jeder staatliche Eingriff wäre ein Angriff auf das private Eigentum. Googles Monopolmacht ist von Wettbewerbern bestreitbar. in der schnellen Welt des Internets werden bald Nachahmer auf dem Markt sein. Wenn ausgerechnet Mathias Döpfner, der Vorstandschef von Axel Springer, jammert, er habe Angst vor Google, ist der Protest zwar verständlich. Doch daraus darf nichts folgen. War der Springer-Konzern nicht jahrzehntelang das Paradebeispiel für Meinungsmonopol? Merkwürdig, wie schnell sich das geändert hat. Private Macht ist gefährlich, wenn der Kunde einen Schaden hat, aber nicht, wenn die Wettbewerber sich beschweren." (S. 696-97)


Der gedruckte Text ist zwar nicht im Netz abrufbar, der Vortrag bei den Hayek-Tagen 2014 schon (der zitierte Passus 34:15-38:35). Hank verbeugt sich zunächst höflich vor Frank Schirrmacher als Kollegen im eigenen Haus (de mortuis...), aber von Schirrmachers Thesen bleibt in den folgenden 50 Minuten kein Stein auf dem anderen. Ein hervorragendes Propädeutikum in den Liberalismus & wie-er-die-Welt-sieht & ein schöner Balsam gegen all den Flach- & Nullsinn, der einem gemeinhin als Beleg für die Dürftigkeit des Zeitgeistes unterkommt.

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 589

31.12.2014 00:47
#9 RE: Der Datenkrake antworten

Zitat von Nola im Beitrag #2
Aber es ist auch immer eine Frage der Betrachtung, denn hätte ich eine vermietete Immobilie würden mich 15 % Mehreinnahmen sicherlich erfreuen. Aber ich wohne zur Miete und bei 15 % Erhöhung = 100 Euro würde ich ausziehen.


Wie R.A. in seinem Artikel angedeutet hat, stellt sich sicherlich die Frage, was genau diese 15%ige Erhöhung abdeckt.

Als Beispiel: Ich lebe in einer Mietwohnung in München (Eigentümer ist Privatperson), und zahle seit 7 Jahren die selbe Miete. Wenn ich jetzt die Inflation der letzen 7 Jahre hochrechne, komme ich zu dem Ergebnis, dass eine Erhöhung der Miete um 10%-20% für den Eigentümer vermutlich gerade kostendeckend wäre (nebenbei: die qm-Miete war damals schon unterdurchschnittlich).

Wenn man sich darüber bewusst ist, das die Eigentümer solcher Wohnungen kein Ausbeuter-Kartell betreiben, sondern in erster Linie ihre Kosten decken müssen, ist eine derartige Erhöhung nicht überraschend. Ich glaube aber, dass viele Mieter einfach nicht wissen, wie teuer es ist das Eigentum zu erhalten (sprich: alle Kosten zu bezahlen inkl. Renovierungen, selbst ohne einen Cent Gewinn zu machen).

Die einfache Rechnung des Mieters funktioniert so: Die Wohnung ist 20 Jahre alt, hat damals 100.000 Euro gekostet, bringt 1.000 Euro Miete im Monat, d.h. dass der Vermieter seit ca. 15 Jahren extrem viel Geld mit einer abbezahlten Wohnung verdient ohne irgendwas dafür machen zu müssen... so denkt das "esoterische pseudonym". Dass die Kosten jedes Jahr für alle Menschen steigen und ein Haus ohne Renovierungsarbeiten irgendwann zusammenstürzt, wird dabei gerne vergessen.

Grüße,
Fonzo

Erling Plaethe Offline




Beiträge: 4.658

31.12.2014 08:25
#10 RE: Der Datenkrake antworten

Zitat
Man sieht sie vor sich, die sozialen Unruhen. Die ausgemergelten, hungrigen Gestalten mit ihren Transparenten: "Finger weg von unseren Afrika-Safaris!"


Wie war das mit der spätrömischen Dekadenz?
Wenn dem esoterischen Pseudonym das Wohnen zur Miete zu teuer ist, sollte es sich eine Wohnung kaufen. An den finanziellen Mitteln fehlt es ihm offenbar nicht. Die Kosten für so einen Urlaub in Südafrika oder Namibia liegen im oberen vierstelligen Bereich, da hat es mit zwei Reisen weniger schon gut zehn Prozent der künftigen eigenen Wohnung finanziert.
Nur so rechnet der dekadente Sozialstaatler nicht.
Würde er es tun, gäbe es ihm einen realistischen Einblick auf die andere Seite des Geschäfts mit Wohnraum - wenn das Pseudonym zum Vermieter werden würde.
Danke für den wunderbaren Artikel, lieber R.A.!

Viele Grüße, Erling Plaethe

Nola Offline




Beiträge: 1.537

31.12.2014 11:51
#11 RE: Der Datenkrake antworten

Zitat
Wenn ich jetzt die Inflation der letzen 7 Jahre hochrechne, komme ich zu dem Ergebnis, dass eine Erhöhung der Miete um 10%-20% für den Eigentümer vermutlich gerade kostendeckend wäre



Im Umkehrschluß sollte man meinen, daß dann auch Löhne und Gehälter in eben diesem Maße gestiegen wären.

Da kann ich dann nur ob dieser ganzen Rechnung.

Lieber Fonzo ich dachte Sie sind schon längst im "Ausland", ich freu mich immer von Ihnen zu lesen

♥lich Nola

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Zettel im August 2008

Nola Offline




Beiträge: 1.537

31.12.2014 12:10
#12 RE: Der Datenkrake antworten

Zitat von Erling Plaethe im Beitrag #10

Zitat
Man sieht sie vor sich, die sozialen Unruhen. Die ausgemergelten, hungrigen Gestalten mit ihren Transparenten: "Finger weg von unseren Afrika-Safaris!"

Wie war das mit der spätrömischen Dekadenz?
Wenn dem esoterischen Pseudonym das Wohnen zur Miete zu teuer ist, sollte es sich eine Wohnung kaufen. An den finanziellen Mitteln fehlt es ihm offenbar nicht. Die Kosten für so einen Urlaub in Südafrika oder Namibia liegen im oberen vierstelligen Bereich, da hat es mit zwei Reisen weniger schon gut zehn Prozent der künftigen eigenen Wohnung finanziert.
Nur so rechnet der dekadente Sozialstaatler nicht.
Würde er es tun, gäbe es ihm einen realistischen Einblick auf die andere Seite des Geschäfts mit Wohnraum - wenn das Pseudonym zum Vermieter werden würde.
Danke für den wunderbaren Artikel, lieber R.A.!



Eigentlich geht es ja um den Kraken Facebook, dennoch steht auch das Pseudonym-Beispiel, welches ich als unglücklich empfinde, im Raum.
Anhand dieses Beispiels erkenne ich hier aber eine sehr einseitige "Aufrechnung" die ich schon als ein wenig arrogant empfinde. Nun ist also der Mieter sogar schon dekadent, weil er/sie in seinen Geldbeutel schaut und - das wäre dann noch die Steigerung an Verächtlichungmachung - seinen Urlaub nicht mehr von seinem Hartz4-Einkommen bezahlen kann.

Also ich bin da eher vorsichtig im Beurteilen finanzieller Verhältnisse der Anderen.

Ganz zu schweigen, das diverse Urlaube auch durchaus Projektbezogen sein könnten, aber alles Spekulation, genau so wie das Hineingeheimsen von "Jammern auf hohem Niveau" was dem Pseudonym unterstellt wird.

♥lich Nola

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Zettel im August 2008

Florian Offline



Beiträge: 2.533

31.12.2014 13:46
#13 RE: Der Datenkrake antworten

Zitat von Nola im Beitrag #11

Zitat
Wenn ich jetzt die Inflation der letzen 7 Jahre hochrechne, komme ich zu dem Ergebnis, dass eine Erhöhung der Miete um 10%-20% für den Eigentümer vermutlich gerade kostendeckend wäre


Im Umkehrschluß sollte man meinen, daß dann auch Löhne und Gehälter in eben diesem Maße gestiegen wären.

Da kann ich dann nur ob dieser ganzen Rechnung.




Sind sie auch. Sogar mehr als um 20%.
Siehe z.B. hier: http://de.statista.com/statistik/daten/s...in-deutschland/

In den 7 Jahren vor 2013 war die durchschnittliche Brutto-Lohn-Entwicklung wie folgt:
+3,2%
+4,0%
+0,1%
+2,9%
+4,7%
+4,0%
+3,0%
Ergibt kumuliert +24%.

Natürlich ist das nur das nominale Brutto-Plus. Real nach Inflation ist es natürlich weniger. Und dank kalter Progression Netto erst recht.
Nur trifft die kalte Progression und die Inflation den Vermieter halt ganz genauso.

Wenn also der durchschnittliche Vermieter die Miete in den 7 Jahren um 24% anhebt, dann bleibt ihm davon real nach Steuern genauso viel Steigerung übrig wie dem durchschnittlichen Arbeitnehmer von seinen Lohnerhöhungen. Nämlich herzlich wenig. Da sollte man sich dann aber nicht über die bösen Vermieter beschweren, sondern lieber über Herrn Schäuble, der die kalte Progression mit Zähnen und Klauen verteidigt.

In der Realität ist im diskutieren Beispiel die Mieterhöhung aber sogar nur 15% gewesen. Und dies nachdem man zuvor 7 Jahre lang die Miete gar nicht erhöhte.

Zudem - wiederum dank der Politik - sind die Kosten für Immobilienbesitz in den letzten Jahren deutlich stärker als die Inflation gestiegen (Stichwort: Energie-Verordnungen). Eine faire Umwälzung der Kosten von z.B. energetischen Sanierungen würde daher eigentlich sogar überdurchschnittliche Steigerungen rechtfertigen.

Also keine besonders fiese Ausbeutung durch den Vermieter zu erkennen.

Florian Offline



Beiträge: 2.533

31.12.2014 14:06
#14 RE: Der Datenkrake antworten

Zitat von Florian im Beitrag #13

Ergibt kumuliert +24%.

Natürlich ist das nur das nominale Brutto-Plus. Real nach Inflation ist es natürlich weniger. Und dank kalter Progression Netto erst recht.





* Nachtrag: Mich hat gerade selbst einmal der Effekt interessiert.

Dazu folgendes konkretes Beispiel:
2006 hat ein Arbeitnehmer 3000 Euro Brutto verdient.
2013 dann plus 24%, also 3.720 Euro.

Netto sind ihm davon 2006 lt. Brutto-Netto-Rechner 1.869 Euro geblieben (Lst.Kl.1, unverheiratet, keine Kinder, katholisch). Steuer war 457 Euro.
Im Jahr 2013 waren das dann 2210 Euro. Aus der Brutto-Steigerung um 24% wurde so eine Netto-Steigerung um 18%.
(Die Steuern stiegen auf 750 Euro. Also eine Steigerung um 64%)

Die kumulierte Inflation war in dieser Zeit rund 13% (Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/s...es-zum-vorjahr/ ).

Aus der nominalen Steigerung um brutto 24% wurde also eine Steigerung von real netto nur 18%-13% = +5%.
(Während die reale Steuerzahlung um 64%-13% = +51% zulegte... ).

Llarian Offline



Beiträge: 4.472

31.12.2014 14:19
#15 RE: Der Datenkrake antworten

Zitat von Florian im Beitrag #13
Zudem - wiederum dank der Politik - sind die Kosten für Immobilienbesitz in den letzten Jahren deutlich stärker als die Inflation gestiegen (Stichwort: Energie-Verordnungen). Eine faire Umwälzung der Kosten von z.B. energetischen Sanierungen würde daher eigentlich sogar überdurchschnittliche Steigerungen rechtfertigen.

Also keine besonders fiese Ausbeutung durch den Vermieter zu erkennen.

Ihrem restlichen Beitrag stimme ich absolut zu, lieber Florian, nur dieses Beispiel ist in der Regel falsch. Denn die energetischen Sanierungen werden nahezu 100% auf die Mieter umgelegt, und das gerade nicht im Vergleich zum Mietspiegel. Energetische Sanierungen (so es überhaupt Sanierungen sind, vielfach ist es eher energetischer Unsinn) erlauben dem Vermieter Mieterhöhungen, die anders nicht möglich sind, er muss die ortsübliche Vergleichsmiete nicht berücksichtigen, er ist nicht an Obergrenzen gebunden, er kann ziemlich tun, was er will. Und da es sich bei Mietkosten aufgrund von Umzugskosten und Maklern um recht unelastische Kosten handelt, ist das gerne genommen, um mal ordentlich drauf zu langen. Fair ist daran gar nichts, denn der Mieter kann sich hiergegen nicht wehren, im Endeffekt zahlt er eine formelle Verbesserung des Gebäudes voll mit. 11% Umlage sind wohl üblich, angesichts dessen, dass die Zinsen durch die KfW absurd niedrig sind, hat sich die Investition für den Vermieter nach vielleicht 12 Jahren armortisiert, danach macht er Gewinne.

Das ganze funktioniert nur deshalb, weil in vielen Gegenden von Deutschland ein Verkäufermarkt für Wohnungen besteht, die Nachfrage ist vielfach deutlich höher als das Angebot. In einem ausgeglichenen Markt sieht man energetische Sanierungen nur da, wo sie Sinn machen. Das ist nicht der Regelfall.

Florian Offline



Beiträge: 2.533

31.12.2014 16:57
#16 RE: Der Datenkrake antworten

Zitat von Llarian im Beitrag #15
Zitat von Florian im Beitrag #13
Zudem - wiederum dank der Politik - sind die Kosten für Immobilienbesitz in den letzten Jahren deutlich stärker als die Inflation gestiegen (Stichwort: Energie-Verordnungen). Eine faire Umwälzung der Kosten von z.B. energetischen Sanierungen würde daher eigentlich sogar überdurchschnittliche Steigerungen rechtfertigen.

Also keine besonders fiese Ausbeutung durch den Vermieter zu erkennen.

Ihrem restlichen Beitrag stimme ich absolut zu, lieber Florian, nur dieses Beispiel ist in der Regel falsch. Denn die energetischen Sanierungen werden nahezu 100% auf die Mieter umgelegt, (...)


Richtig.
Aber das entwertet doch nicht mein Argument.
Mein Argument war ja, dass die staatliche Intervention eine Mieterhöhung als fair erscheinen lassen würde, die deutlich oberhalb der allgemeinen Inflation liegt.


Der Staat drückt dem Hauseigentümer zusätzliche Kosten auf. Diese kann er auf die Miete umlegen (zumindest darf er das juristisch. Ob er das auch am Markt durchsetzen kann ist eine andere Frage. In München ist das wahrscheinlich leichter als in Hoyerswerda).

Nehmen wir mal an, der Vermieter kann das tatsächlich. Dann steigt die Miete um (sagen wir mal) 15%.
Auf Facebook ist die Empörung groß über den fiesen Vermieter, der die Miete plötzlich um 15% anhebt.
Aber wirtschaftlich bringt die Erhöhung dem Vermieter keinen Vorteil. Es ist sozusagen ein durchlaufender Posten (er profitiert ja auch nicht von möglicherweise geringeren Heizkosten). Die Mieterhöhung dient nur den ZUSÄTZLICHEN staatlich verordneten Kosten.
Sie liefert noch keinen Beitrag, um die sonstigen mit der Inflation steigenden Kosten auszugleichen.

Llarian Offline



Beiträge: 4.472

31.12.2014 22:49
#17 RE: Der Datenkrake antworten

Zitat von Florian im Beitrag #16
Der Staat drückt dem Hauseigentümer zusätzliche Kosten auf. Diese kann er auf die Miete umlegen (zumindest darf er das juristisch. Ob er das auch am Markt durchsetzen kann ist eine andere Frage. In München ist das wahrscheinlich leichter als in Hoyerswerda).

Jein. Das gibt es natürlich, vor allem da, wo bestimmte Sanierungen durch die ENEV erzwungen werden, beispielsweise wenn Gebäudebestandteile wie Heizung oder Dach ausgetauscht werden müssen. Viel öfter kommt es aber dagegen vor, dass Dinge energetisch saniert werden, die (noch) keinem gesetzlichen Zwang unterliegen. Wenn beispielsweise der Vermieter lieber Dreifachverglasung hätte oder ein durchaus vernünftig gedämmtes Dach gegen ein noch viel besser gedämmtes Dach tauschen will, dann können Sie sich als Mieter nicht dagegen wehren. Sie zahlen das. Und im Laufe von 10 Jahren auch voll. Das Argument der energetischen Sanierung wird von vielen Vermietern hergenommen um mehr Geld zu machen.

Zitat
Aber wirtschaftlich bringt die Erhöhung dem Vermieter keinen Vorteil.


Das ist aber nicht richtig. Ein gutes Dach hält so um die 40 Jahre. Wenn der Vermieter die Kosten für die Isolation mit 11% an die Mieter weitergibt, dann ist bei den derzeitigen Zinsen seine Dachisolation nach 12 Jahren bezahlt. Danach hat er 30 Jahre Restwert auf einem abgeschriebenen Artikel, sprich, ab jetzt macht er jedes Jahr um die 10% Gewinn. Das ist in heutigen Zeiten schon ganz ordentlich. Und es funktioniert. Zumindest so lange es der Vermieter nicht übertreibt und damit seine Mieter vertreibt. Dann sind wir allerdings wieder bei der Kostenelastizität, die bei Mieten eben nicht sehr hoch ist.

Zitat
Die Mieterhöhung dient nur den ZUSÄTZLICHEN staatlich verordneten Kosten.


Und genau das stimmt eben nicht. Es gibt jede Menge Kosten, die sich der Vermieter selber verordnet. Weil er damit Geld verdient. Die Maßnahmen verbessern ja den Wert seines Gebäudes. Und zahlen muss das der Mieter.

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