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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 26 Antworten
und wurde 1.398 mal aufgerufen
 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Seiten 1 | 2
nocheiner Offline




Beiträge: 63

02.08.2017 16:08
#26 RE: Eine Bankrotterklärung antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #13
Jürgen Döschner‏ @jdoeschner FolgenMehrFür d Verwend d Wortes "vergasen" entschuldige ich mich ausdrücklich. War nicht m Absicht, d Abgasskandal in Beziehung z Holocaust z setzen00:40 - 31. Juli 2017

Jetzt habe ich einiges gelernt. Ausgangsort waren für mich die "drastischen Worte" von Jürgen Droescher. Da fällt es mir immer noch schwer von einem Experten zu sprechen, wenngleich der Stil im Ausdruck nicht notwendigerweise mit der fachlichen Expertise korrelieren muss. Allerdings kann ich aus dem vorliegenden "drastischen" Satz auch keine besondere Expertise entnehmen. Und ganz nebenbei: Eigentlich bittet man um Entschuldigung und entschuldigt nicht sich selbst. Das kann man im täglichen Sprachgebrauch so handhaben, bei größeren Verstößen sollte man schon um Entschuldigung bitten. Das ist aber im Rahmen der vorliegenden Diskussion eher eine Nebensache.

Mit besten Grüßen

nocheiner

Llarian Offline



Beiträge: 3.968

03.08.2017 00:32
#27 RE: Eine Bankrotterklärung antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #25
Politiker nennen sich auch selten selber so. Das ist üblicherweise eine Zuschreibung der Medien, weil "Experte" schlicht kürzer und griffiger ist als "X-politischer Sprecher".

Naja, dem würde ich aber noch entgegenhalten, dass nicht jeder "Experte" unter den Politikern auch wirklich ein Sprecher in einem Thema ist. Die Grünen haben in der Presse bald mehr Experten als Führungsmitglieder (man googele mal Finanzexperte und Grüne). Man hat schon den Eindruck es gehört dazu, dass sich jeder irgendwie ein Thema anheften muss, um nicht als die Null dazustehen, die man eigentlich vorstellt. Ich weiss nicht ob man da schon wieder die "Systempresse" geisseln sollte, aber ich habe schon den Eindruck, dass man in der Presse bemüht ist, den Eindruck zu erwecken, Politiker wüssten in der Regel wovon sie reden. Was sehr oft, ich habe den Eindruck mehrheitlich, nicht der Fall ist.
Für was ist eigentlich Siggy Pop Experte? Fettnapfexperte?

Zitat
Aber nach einigen Jahren Tätigkeit in der Branche hat er normalerweise genug Ahnung, um das beurteilen zu können (und kann das vielleicht besser in Zusammenhänge einordnen als ein gelernter Elektroingenieur, der sich nur mit Details beschäftig).


In der Branche. Richtig. Nur sitzen unsere Politiker (und Journalisten) nicht in der Branche. Sie sitzen im Bundestag und in ihrem Ministerien und "entscheiden" und produzieren Gesetze. Aber sie arbeiten nicht in dem Bereich. Gerhard Schröder hat das ganze Land regiert, war am Ende der, der die Ökosteuer einführte, und konnte trotzdem in einer Podiumsdiskussion nicht wiedergeben welche Steuern auf Kraftstoff alle erhoben werden und wie teuer dieser ist. Andrea Nahles regiert über den Arbeitsmarkt und hat bis heute nie auf diesem gearbeitet. Die diversen Energieexperten haben nahezu alle nie in der Branche gearbeitet und können den Begriff der elektrischen Leistung nicht definieren, geschweige denn was eine Regelreserve oder eine Blindleistung ist (wobei bei Blindleistung....).
Es gibt sicher immer ein Learning-by-doing. Aber dann muss ich es auch tun. Ich lerne es nicht, in dem ich mich mit Gesetzen und Wunschträumen beschäftige.

Zitat
Oder als anderes Beispiel: Ein uns beiden gut bekanntes in Nordbayern lebendes Pelztier hat Philosophie studiert. Aber durch jahrelange Tätigkeit in der Branche deutlich mehr Ahnung von Energieversorgung als das komplette Bundesumweltamt. Da ist die Bezeichnung "Experte" völlig gerechtfertigt.


Richtig. Aber das Pelztier sitzt auch nicht seit 10 Jahren im Aufsichtsrat und macht die Regeln für das Unternehmen. Es arbeitet dort und sieht die praktischen Probleme, die so eine Branche hat. Der Politiker ist dem weit entrückt, daher kommen ja auch so absolut absurde(!) Ideen, wie das man demnächst alle Kohlekraftwerke durch Windkraftwerke ersetzen werde, oder das man flächendeckend Null-Energie-Häuser bauen könne. Das sind alles Leute, die nie verstanden haben wie ein Kraftwerk funktioniert, wie sich eine Wanddämmung auswirkt, wie ein Haus beheizt wird oder wie man überhaupt eine Firma in einem Wettbewerb führen muss. Es sind keine Leute, die sich vorstellen können, dass auch ein Arbeiter, der weniger als 60.000 Euro im Jahr verdient ein Haus besitzen möchte und sich auch eine Krankenschwester einen Fernurlaub leisten will. Weil sie dem völlig entrückt sind. Wir haben Familienexperten, die nie ein Kind selbst versorgt haben, wir haben Finanzexperten, die noch nie eine Steuererklärung selber gemacht haben, wir haben Arbeitsmarktexperten, die nie gearbeitet haben, wir haben Verteidigungsexperten, die nie ein Gewehr in der Hand hatten und Außenexperten, deren größter Auslandsaufenthalt in einem halbjährlichen Praktikum in einer europäischen Metropole bestanden hat.
Experten eben.

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