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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 21 Antworten
und wurde 1.261 mal aufgerufen
 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
R.A. Offline



Beiträge: 7.134

18.10.2017 17:47
Shitstorm und Kontext antworten

Mal ein Beispiel näher analysiert.

Kallias Offline




Beiträge: 2.099

18.10.2017 18:45
#2 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Zitat von Mottenpost
Sie würde sich wünschen, dass jeder Frau selbst überlassen werde, was sie als Kompliment wahrnehme und was nicht.

Also in Zukunft muss das so laufen:

Chebli: Guten Tag, Herr Kiderlen.
Kiderlen: Guten Tag. Würden Sie es als Kompliment auffassen, wenn ich behauptete, Sie seien jung und schön?
Chebli: Äh... nein.
Kiderlen: Dann will ich nichts dergleichen gesagt haben.
Chebli: Vielen Dank. Sie sind ein moderner und weltoffener Mann.
Kiderlen: War das jetzt als Kompliment gemeint?
Chebli: Weiß nicht... was denken Sie?
Kiderlen: Keine Ahnung.

A propos Kiderlen: Es gab doch mal einen Diplomaten namens Alfred Kiderlen, der kurz vor dem 1. WK Außenminister gewesen ist, bevor er im Jahre 1912 an einem Herzinfarkt starb, "nachdem er 6 Cognac gekippt hatte." (Ich sag's ja immer, keinesfalls mehr als 5 Cognac!)

Gibt's denn in Deutschland einen Diplomatenadel?

Noricus Offline



Beiträge: 1.989

18.10.2017 20:44
#3 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Dass Cheblis Fähigkeiten eines diplomatischen Umganges mit anderen Menschen ausbaufähig sind, ist ja nichts Neues. Unter anderem Thilo Jung hat das ausreichend dokumentiert, siehe als Kostprobe:

https://www.youtube.com/watch?v=iLHonxlwHH8

Von daher würde es mich nicht wundern, wenn sich Chebli tatsächlich, wie von der Frau auf dem Podium berichtet, auf einen nicht reservierten Platz gesetzt und eine vorgängige Kontaktaufnahme mit dem Moderator unterlassen hätte. Wahrscheinlich war sie verstimmt, weil sie der Moderator nicht erkannt hat.




Nicht Hilfreiches zu Chebli war auf ZR übrigens bereits hier zu lesen.

R.A. Offline



Beiträge: 7.134

18.10.2017 21:06
#4 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Zitat von Kallias im Beitrag #2
Kiderlen: Guten Tag. Würden Sie es als Kompliment auffassen, wenn ich behauptete, Sie seien jung und schön?
Chebli: Äh... nein.
Kiderlen: Dann will ich nichts dergleichen gesagt haben.

Sehr schön!
Aber die Logik stimmt nicht ganz. Nur wenn Chebli die Frage bejaht, will er nichts dergleichen gesagt haben.
Wenn sie das mit jung und schön dagegen nicht als Kompliment auffasst, darf er es sagen.

R.A. Offline



Beiträge: 7.134

18.10.2017 21:11
#5 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Zitat von Noricus im Beitrag #3
Von daher würde es mich nicht wundern, wenn sich Chebli tatsächlich, wie von der Frau auf dem Podium berichtet, auf einen nicht reservierten Platz gesetzt und eine vorgängige Kontaktaufnahme mit dem Moderator unterlassen hätte.

Das deckt sich ja auch mit Cheblis Darstellung. Offen ist nur, ob der Sitz nun ein Reservierungsschild hatte oder nicht - ansonsten beschreibt ja auch Chebli, daß sie sich dort hingesetzt und abgewartet hat.
Das ist sehr ungewöhnlich und war mir schon von Anfang an aufgefallen.
Da beide Darstellungen in diesem sehr wichtigen Punkt übereinstimmen, wird er bestimmt wahr sein.

Zitat
Wahrscheinlich war sie verstimmt, weil sie der Moderator nicht erkannt hat.


Davon gehe ich aus. Ihre unglaubliche Arroganz läßt sie also bewußt die Lage eskalieren.

Im übrigen sind in ihrem Originaltext noch andere häßliche Details. So stilisiert sie ihr schlichtes Grußwort zur "Rede" hoch, als wäre sie die Hauptperson des Abends gewesen. Die eigentliche Rede kam aber von einem Ehrengast aus Indien (Anlaß war die indische Unabhängigkeit).
Und sie prahlt damit, daß sie dabei auch einige englische Brocken eingestreut hat - als wäre das heute noch ein besonderes Bildungsniveau.
Sie behauptet auch einen freien Vortrag, wo die Zeugin sagt, sie hätte vom Blatt abgelesen (im Zweifelsfall das, was ihr ein Senatsangestellter aufgeschrieben hat).

Alles sehr peinlich.

moise trumpeter Offline



Beiträge: 72

18.10.2017 22:49
#6 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Ich würde da von beiden Seiten viel mehr Intentionalität unterstellen. Der "Schock" und die heftige Reaktion erklärt sich daraus das Frau Chebli sehr wohl erkannt worden ist.

R.A. Offline



Beiträge: 7.134

19.10.2017 09:09
#7 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Zitat von moise trumpeter im Beitrag #6
Der "Schock" und die heftige Reaktion erklärt sich daraus das Frau Chebli sehr wohl erkannt worden ist.

Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
Einerseits sehe ich keinen Zusammenhang zum angeblichen "Schock" wg. Sexismus.
Und zweitens finde ich nirgends auch nur den Hauch einer Andeutung, daß Chebli erkannt worden wäre. Das behauptet sie nicht einmal selber.

Krischan Offline




Beiträge: 315

19.10.2017 09:42
#8 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Zitat von Kallias im Beitrag #2


A propos Kiderlen: Es gab doch mal einen Diplomaten namens Alfred Kiderlen, der kurz vor dem 1. WK Außenminister gewesen ist, bevor er im Jahre 1912 an einem Herzinfarkt starb, "nachdem er 6 Cognac gekippt hatte." (Ich sag's ja immer, keinesfalls mehr als 5 Cognac!)

Gibt's denn in Deutschland einen Diplomatenadel?


Lieber Kallias,
den gibt es gewissermaßen, man lese nur einmal die schöne Abhandlung "Das Amt". Der Name Kiderlen fiel mir, als begeisterter Leser von Christopher Clarks Werken zum WK1, auch sofort auf.
Ich finde es aber nicht ungewöhnlich, dass sich diplomatische Begabungen in der Familie sozusagen vererben - wird man in eine Diplomatenfamilie geboren, hat man bei Schulabschluss im Regelfall mehr Weltläufigkeit und interkulturelle Kompetenz erfahren als der Durchschnittsabsolvent, der dann erst sein obligatorisches Work&Travel in Down Under durchzieht . Von Beziehungen der Eltern ganz zu schweigen. Und so erscheint eine Karriere im diplomatischen Dienst dann nicht ganz abwegig.

Freundlichst,
Krischan

Deutsche Wurst - alles andere ist Käse.

Florian Offline



Beiträge: 2.253

19.10.2017 12:40
#9 RE: Shitstorm und Kontext antworten

100% Zustimmung zur Beurteilung des Chebil-Falls durch R.A.

Es kommt bei ihr übrigens noch dazu, dass sie (meines Erachtens) sehr klar eine Profiteurin positiver Diskriminierung ist.
jung, weiblich, Migrationshintergrund: diese drei Komponenten haben ihr bei ihrer politischen Karriere sicher nicht geschadet.

siehe hierzu z.B. auf ihrer Wikipedia-Seite:
"2014 berief Frank-Walter Steinmeier Chebli als erste Muslimin überhaupt als stellvertretende Sprecherin ins Auswärtige Amt. Wie bereits ihre Ernennung zur Grundsatzreferentin für interkulturelle Angelegenheiten, fand auch dies ein großes Medienecho."
Wie wahrscheinlich ist es, dass die Ernennung eines mittelalten weißen Mannes zum stellvertretenden Sprecher zu einem großen Medienecho führen würde? Und wie wahrscheinlich ist es, dass Steinmeier das zu erwartende positive Echo auf seine "mutige Personalentscheidung" in seine Entscheidung hat einfließen lassen?)

Und diese Profiteurin positiver Diskriminierung findet es dann angebracht, rumzuheulen, wie gemein sie doch als junge weibliche Migrantin vom weißen männlichen Establishment behandelt werde.

=========================================

und jetzt noch ein kleiner Exkurs zum Wort "Shitstorm":
Das ist eines jener englischen Worte, die auf englisch nicht existieren (oder zumindest mit ganz anderer Wortbedeutung. Ein anderes Beispiel ist etwa "public viewing).

Bei "Shitstorm" gibt es aber eine ganz besonders witzige Komponente, über die ich neulich gestolpert bin:

"Shit storm" ist im (amerikanischen) Englisch ein Ausdruck für eine unangenehme Situation. Allerdings ziemlich vulgär. Der Begriff würde nie z.B. in den Nachrichten verwendet werden - was in Deutschland ja schon vorgekommen ist.
Die enge Wortbedeutung, die der Begriff im Deutschen hat, gibt es im Englischen nicht.
Der Begriff hat aber auch noch eine sehr spezielle Bedeutung als militärischer Slang-Ausdruck. Es ist ein (nicht mehr sehr gebräuchlicher) Ausdruck für "im Kugelhagel stehen". Speziell gebräuchlich war der Begriff im Zweiten Weltkrieg bei amerikanischen Bomberbesatzungen für den Beschuss durch deutsche Flak-Geschütze.
Englisch "shit storm" kann auf deutsch also auch mit "Flak-Beschuss" übersetzt werden.

Welchen Ausdruck verwendet nun aber ein Engländer/Amerikaner für den Sachverhalt, den der Deutsche als "Shitstorm" bezeichnet?
Antwort: "Flak".
[Für ein Beispiel für die Verwendung siehe diesen Artikel:
https://en.wikipedia.org/wiki/Harp_Farmer
Zitat:
"He drew a lot of flak for the campaign"]
"Flak" ist also in der englischen Sprache ein deutsches Lehnwort - das allerdings ganz anders verwendet wird als im Deutschen.

Fazit:
(deutsche Begriffsverwendung) "Shitstorm" = (englische Begriffsverwendung) "flak"
(deutsche Begriffsverwendung) "Flak-Beschuss" = (englische Begriffsverwendung) "shit storm"

Witzig, oder?

Kallias Offline




Beiträge: 2.099

19.10.2017 12:55
#10 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Zitat von Florian im Beitrag #9
und jetzt noch ein kleiner Exkurs zum Wort "Shitstorm":
Das ist eines jener englischen Worte, die auf englisch nicht existieren (oder zumindest mit ganz anderer Wortbedeutung. Ein anderes Beispiel ist etwa "public viewing).

Fazit:
(deutsche Begriffsverwendung) "Shitstorm" = (englische Begriffsverwendung) "flak"
(deutsche Begriffsverwendung) "Flak-Beschuss" = (englische Begriffsverwendung) "shit storm"

Witzig, oder?
Witzig schon, wenn auch nicht ganz korrekt. Siehe:

Zitat von Wictionary
Considerable backlash from the public.

und

Zitat von Knowyourmeme
“Shitstorm”, a portmanteau of the words “shit” and “storm,” is an Internet slang term referring to a type of public outrage typically observed on social media platforms and web forums regarding controversial topics of discussion.

R.A. Offline



Beiträge: 7.134

19.10.2017 14:33
#11 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Zitat von Florian im Beitrag #9
Wie wahrscheinlich ist es, dass die Ernennung eines mittelalten weißen Mannes zum stellvertretenden Sprecher zu einem großen Medienecho führen würde? Und wie wahrscheinlich ist es, dass Steinmeier das zu erwartende positive Echo auf seine "mutige Personalentscheidung" in seine Entscheidung hat einfließen lassen?)

Völlig richtig. Nach allem was mir bekannt ist hatte Chebli nie Erfahrungen oder Qualifikationen, die zu dieser Beförderung gepaßt hätten.

Zitat
Das ist eines jener englischen Worte, die auf englisch nicht existieren (oder zumindest mit ganz anderer Wortbedeutung.


Nicht wirklich. Es gibt die alte Bedeutung im Sinne von "Flakbeschuß" und (m. E. deutlich davon inspiriert) die neue Bedeutung im Internetslang. Und da verwenden es die Amis/Briten ähnlich wie die Deutschen, vielleicht nur nicht so als feststehenden Begriff.

Zitat
Welchen Ausdruck verwendet nun aber ein Engländer/Amerikaner für den Sachverhalt, den der Deutsche als "Shitstorm" bezeichnet?
Antwort: "Flak".


Er verwendet ihn auch. Beide Worte sind vom Ursprung her (fast) bedeutungsgleich und werden daher auch in der übertragenen Bedeutung gleich verwendet.

Daß die Amis/Briten überhaupt "Flak" übernommen haben liegt außer der allgemeinen Begeisterung für WWII-Filme und entsprechendes deutsches Vokabular m. E. vor allem daran, daß es im Englischen nur die umständlich-korrekte Bezeichnung "anti-aircraft gun" gibt.

Werwohlf Offline




Beiträge: 775

19.10.2017 22:27
#12 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Der Täter hat sich jetzt endlich entschuldigt: http://www.tagesspiegel.de/politik/sexis...i/20476844.html

Man sieht: Weiterhin ganz alte Schule. Sieht, dass etwas gut Gemeintes nicht gut ankam, weiß, dass die Dame immer Recht hat und zieht daraus die Konsequenz. Ganz köstlich aber diese Sätze aus dem TSP-Artikel:

Zitat von TSP
die Senatskanzlei wolle gleichwohl ihre Schutz- und Fürsorgepflichten gegenüber Chebli wahrnehmen

Zitat von TSP
Für Kiderlen hat der Vorwurf keine dienstrechtlichen Konsequenzen. Das Auswärtige Amt erklärte, Kenntnis von dem Vorgang und der Person des Botschafters zu haben, sich aber nicht weiter damit amtlich zu befassen. Der frühere Diplomat, der auch Botschafter in Indien war, ist heute Ruhestandsbeamter und kann nur noch in schweren Fällen disziplinarrechtlich belangt werden. Anders hätte der Fall möglicherweise ausgesehen, wenn Chebli Sexismus-Vorwürfe gegen einen Beamten im Dienst erhoben hätte.



Leute, das Bargeld wird bald abgeschafft. Kleingeld ist jetzt schon alle.

--
Bevor ich mit den Wölfen heule, werd‘ ich lieber harzig, warzig grau,
verwandele ich mich in eine Eule oder vielleicht in eine graue Sau.
(Reinhard Mey)

Llarian Offline



Beiträge: 4.087

20.10.2017 00:20
#13 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Ich erlaube mir mal auf einen anderen Aspekt einzugehen, ich denke nämlich es kann ziemlich anheim stehen, ob man die Bemerkung als sexistisch oder nicht beurteilt.

Und dieser Aspekt ist, dass man doch bitte ENDLICH mal anfangen sollte die Kirche im Dorf zu lassen.

"Wir", wobei von wir gar nicht wirklich die Rede sein kann, sondern eher eine sich als öffentliche Stimme gerierende Medienmasse, behandeln inzwischen die kleinsten Lächerlichkeiten als wären sie ein Massenmord oder wenigstens der Versuch eines solchen. Es wird nicht ansatzweise mehr danach gefragt in welcher Größenordnung ein vorgeblicher Verstoss sich bewegt, sondern es wird einzig nur noch die binäre Entscheidung getroffen ob etwas wahlweise sexistisch, rassistisch, islamophob, antisemitisch, behindertenfeindlich oder ein sonstiges Kriterium für "pfui-bah" erfüllt, und wenn man diese Bewertung bei einer möglichst negativen Interpretation irgendwie rechtfertigen kann, ist die betreffende Person zum Abschuss freigegeben, inklusive und explizit zielend auf die berufliche, soziale und (im Falle von AfD-Politikern, grosses pfui-bah) persönliche Existenz.

Es wird inzwischen so getan (und gehandelt) als wäre bereits ein kurzer Blick auf ein weibliches Hinterteil gleichbedeutend mit einem Griff in den Ausschnitt (oder gar in intimere Regionen). Das Maß ist völlig abhanden gekommen und das Wort Verhältnismäßigkeit wäre im Kontext der Folgen geradezu grotesk lächerlich. Die Frage warum sich manche Frauen, und das durchaus im beruflichen Kontext, stundenlang aufbrezeln, darf man in dem Kontext vermutlich schon gar nicht mehr stellen, denn sie würde am Ende dazu führen, dass das Problem nicht der so sexistische Kommentar ist, sondern eher die Person, die ihn äussert.

Sei dem wie es will, es steht vollkommen absurd nebeneinander wenn eine politische Karriere sich an einem Kommentar über ein Dirndl beendet oder eben eben jemand äussert, dass er diese oder jene Person schön findet. In Amiland sind wir inzwischen so weit, dass Karrieren beendet werden, weil jemand eine bestimmte Minderheit nicht automatisch unterstützt. Auch bekannt die berühmte Geschichte, als ein einziger misslungener Tweet die Existenz einer PR-Beraterin mal eben nebenbei vernichtete. Der einzige Grund, warum die Existenz Kiderlens nicht in Gefahr ist, besteht darin, dass seine Karriere bereits vorbei ist, und man ihm rechtlich nicht viel (eher gar nichts) kann.

Das ist alles ziemlich aus den Fugen. Es hat sich im Mediengeschäft eine Mobmentalität etabliert, die ohne Rücksicht auf jedwede Folgen Existenzen brutal vernichtet, aus Anlässen die nahezu absurd sind. Ich frag mich ganz ernsthaft, auch wenn hier die Gefahr bei einem gestandenen Mann nicht so richtig darstellt, wann eine solche Aktion irgendwann mal einen Toten gibt. Und wie die Himmelreichs, Cheblis und wie sie nicht alle heissen, dann aus der Wäsche gucken, mit dem was sie für ein paar billige Punkte angerichtet haben.

Florian Offline



Beiträge: 2.253

20.10.2017 02:25
#14 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Zitat von Llarian im Beitrag #13
Ich erlaube mir mal auf einen anderen Aspekt einzugehen, ich denke nämlich es kann ziemlich anheim stehen, ob man die Bemerkung als sexistisch oder nicht beurteilt.

Und dieser Aspekt ist, dass man doch bitte ENDLICH mal anfangen sollte die Kirche im Dorf zu lassen.



Richtig.
Und es kommt noch etwas dazu:
Wie Sie richtig feststellen, werden die Regeln der politischen Korrektheit immer enger und gnadenloser gezogen.
Allerdings betrifft der gesamte diesbezügliche Diskurs ausschließlich die Mitglieder der biodeutschen Mehrheitsgesellschaft.

Der eigentliche Elefant im Raum ist aber, dass die meisten Migranten aus dem islamischen Kulturkreis ja komplett anders ticken.

Das gleiche juste millieu, dass einen alten weißen Mann bedenkenlos medial schlachtet, weil er ein missglücktes Dirndl-Kompliment macht findet jede Art von Kritik an der Kultur muslimischer Migranten komplett inakzeptablen Rassismus.
Sehr seltsam und sehr wenig konsequent.

Denn realistischerweise geht doch für die moderne feministische deutsche Frau von einem alten weißen Mann keine ernsthafte Gefahr aus. Dennoch werden schon kleinste Verfehlungen dieser Männer massiv bekämpft.
Tatsächliche Gefahr für den modernen Feminismus geht hingegen von gesellschaftlichen Veränderungen aus, wie sie gerade vom Islam in Deutschland vorangetrieben werden.
Nicht nur dass Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe zunehmen (in Bayern z.B. im Jahr 2016 plus 95% gegenüber Vorjahr. Laut Innenminister wesentlich auf die Flüchtlingswelle zurückzuführen).
Sondern auch das gesamte gesellschaftliche Klima wandelt sich. Wenn Kopftücher immer mehr zur Norm für muslimische Frauen werden, dann leiden darunter ja vor allem die muslimischen Frauen selbst, die sich einem zunehmenden Gruppenzwang kaum noch entziehen können.

Viele Feministinnen haben dies auch durchaus erkannt (siehe z.B. die klaren Positionen von Alice Schwarzer zum Islam).
Der linke Mainstream kämpft aber lieber ein Schattengefecht gegen Scheingefahren als den eigentlichen Elefanten im Raum überhaupt zur Kenntnis zu nehmen.

Minichamp Offline



Beiträge: 28

20.10.2017 07:39
#15 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Zitat von Florian im Beitrag #14
Der eigentliche Elefant im Raum ist aber, dass die meisten Migranten aus dem islamischen Kulturkreis ja komplett anders ticken.

Nein, der eigentliche Elefant im Raum ist ein anderer. Im Zuge der Flüchtlingskrise war der Männeranteil bei fast 70%. Wären es 70% Frauen hätten wir viele Probleme gar nicht.

Ich beziehe meine Zahlen von hier: http://www.bmi.gv.at/301/Statistiken/start.aspx#pk_2016

Im ORF gab es mal die viel gesehene Reportage über Tschetschenen und Afghanen im Park, Jugendliche und junge Männer mit zu viel Tagesfreizeit, die die Zeit im Park verbringen, und laut eigener Aussage nicht kriminell sind. Die Fortsetzung ein Jahr später spielte dann teilweise im Jugendgefängnis Gerasdorf.
Die Afghanen wartenden noch auf die Bearbeitung des Asylantrages und konnten tatsächlich nicht viel tun. Die Tschetschenen waren hingegen schon länger im Land, hatten hier die Schule besucht, und man war eigentlich ratlos warum die nichts sinnvolles machen wollen. Es wurde auch nach tschetschenischen Frauen gefragt, die dürfen nicht raus, lautete die Antwort. Das Kamerateam hat es dann geschafft eine tschetschenische Familie zu Hause zu besuchen, und was machen die Töchter? Werden die daheim unterdrückt? Nein, das waren selbstbewusste junge Frauen. Studieren Biologie und Jus. Das ist ein gewaltiger Gender-Gap.

Martin Offline



Beiträge: 2.321

20.10.2017 09:17
#16 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Zitat von Minichamp im Beitrag #15
Zitat von Florian im Beitrag #14
Der eigentliche Elefant im Raum ist aber, dass die meisten Migranten aus dem islamischen Kulturkreis ja komplett anders ticken.

Nein, der eigentliche Elefant im Raum ist ein anderer. Im Zuge der Flüchtlingskrise war der Männeranteil bei fast 70%. Wären es 70% Frauen hätten wir viele Probleme gar nicht.

Ich beziehe meine Zahlen von hier: http://www.bmi.gv.at/301/Statistiken/start.aspx#pk_2016

Im ORF gab es mal die viel gesehene Reportage über Tschetschenen und Afghanen im Park, Jugendliche und junge Männer mit zu viel Tagesfreizeit, die die Zeit im Park verbringen, und laut eigener Aussage nicht kriminell sind. Die Fortsetzung ein Jahr später spielte dann teilweise im Jugendgefängnis Gerasdorf.
Die Afghanen wartenden noch auf die Bearbeitung des Asylantrages und konnten tatsächlich nicht viel tun. Die Tschetschenen waren hingegen schon länger im Land, hatten hier die Schule besucht, und man war eigentlich ratlos warum die nichts sinnvolles machen wollen. Es wurde auch nach tschetschenischen Frauen gefragt, die dürfen nicht raus, lautete die Antwort. Das Kamerateam hat es dann geschafft eine tschetschenische Familie zu Hause zu besuchen, und was machen die Töchter? Werden die daheim unterdrückt? Nein, das waren selbstbewusste junge Frauen. Studieren Biologie und Jus. Das ist ein gewaltiger Gender-Gap.


Was aber den Elefanten im Raum exakt bestätigen würde. Wobei ich mal behaupte, dass der Bericht über die fleißigen Töchter nicht repräsentativ ist. Die meisten Töchter aus muslimischen Familien schaffen es nicht zum Abitur und überbieten sich in der Schule im Hervorheben ihrer weiblichen Reize. Das ist meine Erfahrung hier vor Ort.

Gruß, Martin

R.A. Offline



Beiträge: 7.134

20.10.2017 09:25
#17 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Zitat von Martin im Beitrag #16
Die meisten Töchter aus muslimischen Familien ... überbieten sich in der Schule im Hervorheben ihrer weiblichen Reize.

Zum Bedauern der männlichen Schüler (sowohl muslimische wie nicht-muslimische) ist das wohl Fake-News.

Minichamp Offline



Beiträge: 28

20.10.2017 09:27
#18 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Zitat von Martin im Beitrag #16
Zitat von Minichamp im Beitrag #15
Zitat von Florian im Beitrag #14
Der eigentliche Elefant im Raum ist aber, dass die meisten Migranten aus dem islamischen Kulturkreis ja komplett anders ticken.

Nein, der eigentliche Elefant im Raum ist ein anderer. Im Zuge der Flüchtlingskrise war der Männeranteil bei fast 70%. Wären es 70% Frauen hätten wir viele Probleme gar nicht.

Ich beziehe meine Zahlen von hier: http://www.bmi.gv.at/301/Statistiken/start.aspx#pk_2016

Im ORF gab es mal die viel gesehene Reportage über Tschetschenen und Afghanen im Park, Jugendliche und junge Männer mit zu viel Tagesfreizeit, die die Zeit im Park verbringen, und laut eigener Aussage nicht kriminell sind. Die Fortsetzung ein Jahr später spielte dann teilweise im Jugendgefängnis Gerasdorf.
Die Afghanen wartenden noch auf die Bearbeitung des Asylantrages und konnten tatsächlich nicht viel tun. Die Tschetschenen waren hingegen schon länger im Land, hatten hier die Schule besucht, und man war eigentlich ratlos warum die nichts sinnvolles machen wollen. Es wurde auch nach tschetschenischen Frauen gefragt, die dürfen nicht raus, lautete die Antwort. Das Kamerateam hat es dann geschafft eine tschetschenische Familie zu Hause zu besuchen, und was machen die Töchter? Werden die daheim unterdrückt? Nein, das waren selbstbewusste junge Frauen. Studieren Biologie und Jus. Das ist ein gewaltiger Gender-Gap.


Was aber den Elefanten im Raum exakt bestätigen würde. Wobei ich mal behaupte, dass der Bericht über die fleißigen Töchter nicht repräsentativ ist. Die meisten Töchter aus muslimischen Familien schaffen es nicht zum Abitur und überbieten sich in der Schule im Hervorheben ihrer weiblichen Reize. Das ist meine Erfahrung hier vor Ort.

Gruß, Martin

Irgendwo hab ich mal eine Statistik dazu gelesen, dass weiblichen Muslime mehr vom Bildungssystem profitieren als männliche. Meine Erklärung dazu, männlichen muslimischen Jugendlichen wird vom Elternhaus weit mehr Freiraum gewährt und werden von klein auf verwöhnt. Mädchen bekommen dagegen die Botschaft, dass sie hart arbeiten müssen. Wer von den beiden tut sich leichter in der Schule?

Martin Offline



Beiträge: 2.321

20.10.2017 09:59
#19 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Zitat von Minichamp im Beitrag #18

Irgendwo hab ich mal eine Statistik dazu gelesen, dass weiblichen Muslime mehr vom Bildungssystem profitieren als männliche. Meine Erklärung dazu, männlichen muslimischen Jugendlichen wird vom Elternhaus weit mehr Freiraum gewährt und werden von klein auf verwöhnt. Mädchen bekommen dagegen die Botschaft, dass sie hart arbeiten müssen. Wer von den beiden tut sich leichter in der Schule?


Auch deutsche Mädchen scheinen zur Zeit mehr vom Bildungssystem zu profitieren als deutsche Jungen, es sei denn, der Schwerpunkt liegt auf MINT-Fächern. Ich habe während der Grundschuljahre meiner Tochter des öfteren Exkursionen begleitet. Der Anteil muslimischer Schüler war relativ hoch. Ich habe aber keine großen Unterschiede zum Thema verwöhnt/hart Arbeiten festgestellt. Generell ist aber mein Eindruck, dass für die Mädchen Heirat die Hauptperspektive (ich kenne Beispiele, dass die Mädchen schon früh 'versprochen' waren, dies zwischen Familien ausgehandelt war), und der Realschulabschluss der pragmatische Weg ist.

Gruß, Martin

Minichamp Offline



Beiträge: 28

20.10.2017 10:13
#20 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Zitat
Schaut man in die Oberstufe, wird es ebenfalls deutlich, dass Schüler mit Türkisch, aber auch mit Bosnisch/Serbisch/Kroatisch (B/K/S) als Umgangssprache deutlich unterrepräsentiert sind. Während beispielsweise etwas mehr als jedes vierte Mädchen mit deutscher Umgangssprache eine AHS-Oberstufe besucht, sind es bei den Türkisch sprechenden Burschen nur jeder zehnte und bei den B/K/S sprechenden nur jeder neunte. Bei den Mädchen gab es in der Oberstufe kaum Unterschiede zwischen Personen mit deutscher und einer anderen Umgangssprache.

http://derstandard.at/2000015768332/Wie-...n-benachteiligt

Martin Offline



Beiträge: 2.321

20.10.2017 10:52
#21 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Zitat von Minichamp im Beitrag #20

Zitat
Schaut man in die Oberstufe, wird es ebenfalls deutlich, dass Schüler mit Türkisch, aber auch mit Bosnisch/Serbisch/Kroatisch (B/K/S) als Umgangssprache deutlich unterrepräsentiert sind. Während beispielsweise etwas mehr als jedes vierte Mädchen mit deutscher Umgangssprache eine AHS-Oberstufe besucht, sind es bei den Türkisch sprechenden Burschen nur jeder zehnte und bei den B/K/S sprechenden nur jeder neunte. Bei den Mädchen gab es in der Oberstufe kaum Unterschiede zwischen Personen mit deutscher und einer anderen Umgangssprache.
http://derstandard.at/2000015768332/Wie-...n-benachteiligt



Wir haben hier vor Ort (Ludwigsburg) 20% Ausländeranteil, überwiegend Türken. Von den Deutschen haben 40% Migrationshintergrund (davon die Mehrzahl türkischstämmig), so ist dann auch etwa der Mix in den Schulen. Für Baden-Württemberg gibt es zu Schulbesuch, Studium, auch getrennt nach Geschlechtern statistische Zahlen: https://www.statistik-bw.de/Service/Vero...rag11_10_01.pdf

Auf Seite 8 sind türkische Studierende nach Geschlecht grafisch dargestellt. Mehr als 50% sind männlich.

Gruß, Martin

Minichamp Offline



Beiträge: 28

20.10.2017 12:15
#22 RE: Shitstorm und Kontext antworten

Zitat
Auffällig an der österreichischen Uni-Migrantengruppe ist auch, dass ihr Frauenanteil gegenüber den Österreichern höher ist (56 Prozent Migrantinnen/53 Prozent Österreicherinnen)



http://derstandard.at/3204505/Migrations...doch-an-der-Uni

Aber hier sind wohl zu viele Personengruppen zusammen gewürfelt worden, um über unsere spezielle Fragestellung Aussagen treffen zu können.

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