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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 15 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Llarian Offline



Beiträge: 4.088

29.11.2017 00:44
Die Stasi ist tot. Oder ? antworten

Mal wieder ein neuer Artikel aus meiner kleinen Serie "Ein Herz für N....."

HStafo Offline



Beiträge: 39

29.11.2017 06:32
#2 RE: Die Stasi ist tot. Oder ? antworten

Ich halte es schon für erstaunlich, daß Herr Carius eine derartige Antwort gab. Vor noch nicht allzu langer Zeit wäre es eine Selbstverständlichkeit gewesen, Aktionen, die in diesem Umfang gesetzeswidrig sind und dem bis dato allgemeinen Konsens so diametral entgegenlaufen, einhellig zu verurteilen, natürlich (!) parteiübergreifend. Mittlerweile gibt es jedoch zwei Seiten: Die sog. "Demokraten" und die AfD. Erstere unterlassen nichts, was letzteren - aus ihrer beschränkten Sicht - schaden könnte, frei nach dem Motto, daß zumindest immer etwas hängen bleibt. Herrn Carius kann man vor diesem Hintergrund attestieren, daß er ein wahrlich aufrechter Demokrat ist. Offenbar ist er aber der einzige in diesem Land, der die genannten Selbstverständlichkeiten klar ausspricht (zumindest ist zu hoffen, daß noch einige verblieben sind, die wie er denken - allerdings zu feige sind, damit herauszukommen).

Ja - so weit sind wir heute schon gekommen. Wenn "unter dem Deckmantel künstlerischer Freiheit, ein skandalöser Angriff auf die Freiheit des Mandats, die Unversehrtheit einer Person, von Familie und Privatsphäre unternommen" wird, dann schweigt dieses Land selbstverständlich, wenn es gegen die AfD geht. Wobei hier klarzustellen ist, daß es nicht "das Land" ist, das schweigt, sondern es sind die Blockparteien (abzüglich Herrn Carius) und die Staatsmedien. Die klammheimliche Freude, daß das passiert ist, beherrscht ansonsten die veröffentlichte Meinung.

Die Meinung in weiten Teilen der Öffentlichkeit dürfte indessen eine völlig andere sein. Die Verachtung gegenüber den derzeitigen politischen Funktionsträgern, deren Einlassungen, Intrigen und Lügen steigert sich dadurch natürlich (wenn sie sich überhaupt noch steigern läßt).

Dieser Staat verlottert und verwahrlost zunehmend. Viel zu viele verschließen davor die Augen. Allerdings dürfte das Pfeifen im Walde nichts nutzen.

crastro Offline



Beiträge: 158

29.11.2017 07:31
#3 RE: Die Stasi ist tot. Oder ? antworten

Herzlichen Dank an Llarian für den Artikel. Nein, die Stasi ist nicht tot, sondern offensichtlich quicklebendig mit massiver Unterstützung fast quer durch ALLE Parteien (Ausnahme Herr Carius)!Die Menschen des Typs "Kahane" haben sich überall ausgebreitet.
Allerdings bleibt ein Trost: Die Aktion gegen Höcke wird seiner Partei deutlich Stimmen bringen. Es gibt in diesem Land nämlich wirklich noch Leute, die solche Aktionen einfach widerlich finden und die weitgehend fehlenden Reaktionen der Parteien eklig.Auch wenn der Vergleich hinkt, so braucht man sich nur die Reaktionen auf den Messerangriff betreff des Bürgermeisters ansehen.

R.A. Offline



Beiträge: 7.134

29.11.2017 11:20
#4 RE: Die Stasi ist tot. Oder ? antworten

Volle Zustimmung zu diesem Artikel, insbesondere paßt der StaSi-Vergleich.

Und noch ein Aspekt: Es ist widerlich respektlos gegenüber den Opfern der Shoah, wenn ein ihrem Andenken gewidmetes Denkmal für solche parteipolitischen Aktionen mißbraucht wird.

Florian Offline



Beiträge: 2.253

29.11.2017 14:03
#5 RE: Die Stasi ist tot. Oder ? antworten

Es gibt hier halt auch (mal wieder) das Prinzip, dass es entscheidend darauf ankommt, WER etwas sagt:

Björn Höcke, 2017:

Zitat
Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.


http://www.sueddeutsche.de/news/politik/...70118-99-928143

Rudolf Augstein, 1998:

Zitat
Nun soll in der Mitte der wiedergewonnenen Hauptstadt Berlin ein Mahnmal an unsere fortwährende Schande erinnern. Anderen Nationen wäre ein solcher Umgang mit ihrer Vergangenheit fremd. Man ahnt, daß dieses Schandmal gegen die Hauptstadt und das in Berlin sich neu formierende Deutschland gerichtet ist. Man wird es aber nicht wagen, so sehr die Muskeln auch schwellen, mit Rücksicht auf die New Yorker Presse und die Haifische im Anwaltsgewand, die Mitte Berlins freizuhalten von solch einer Monstrosität.


http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7085973.html

Rudolf Augsteins Aussagen waren klar antisemitisch.
Und das obige Zitat passt in ein allgemeines Denkmuster. (Nicht zuletzt auch sein Verweis auf die "New Yorker Presse und Anwälte". Was m.E. klar Code ist für "jüdische Presse").
Die ganz ähnliche Wortwahl ("Denkmahl der Schande" vs. "Mahnmal der Schande") lässt sogar vermuten, dass Höcke Augsteins Artikel kannte.
Es ist also nicht so, dass ich Höcke exkulpieren will, weil Augstein sich ganz ähnlich (und sogar noch krasser) geäußert hat. Eher im Gegenteil sehe ich das als Hinweis dafür, dass Höcke sich bewusst an Augsteins antisemitische Rhetorik angelehnt hat.
Mir geht es nur darum: Augstein war stets ein anerkanntes Mitglied des juste milieu. Sein Antisemitismus war nämlich links und damit politisch korrekt. Während Höckes fast wortgleichen Äußerungen von rechts kommen und er deswegen von eben jenem juste milieu gekreuzigt wird.

Florian Offline



Beiträge: 2.253

29.11.2017 14:27
#6 RE: Die Stasi ist tot. Oder ? antworten

Zitat von crastro im Beitrag #3
Herzlichen Dank an Llarian für den Artikel. Nein, die Stasi ist nicht tot, sondern offensichtlich quicklebendig mit massiver Unterstützung fast quer durch ALLE Parteien (Ausnahme Herr Carius)!Die Menschen des Typs "Kahane" haben sich überall ausgebreitet.
Allerdings bleibt ein Trost: Die Aktion gegen Höcke wird seiner Partei deutlich Stimmen bringen. Es gibt in diesem Land nämlich wirklich noch Leute, die solche Aktionen einfach widerlich finden und die weitgehend fehlenden Reaktionen der Parteien eklig.Auch wenn der Vergleich hinkt, so braucht man sich nur die Reaktionen auf den Messerangriff betreff des Bürgermeisters ansehen.


Ja, der Vergleich hinkt in der Tat.
Ein Messerangriff ist noch mal eine ganz andere Hausnummer als das, was diese ekelhaften "Künstler" mit Höcke gemacht haben.

Den besseren Vergleich habe ich bei der Achse gefunden: http://www.achgut.com/artikel/messerstec...t_nur_in_altena

Dass es in den Medien und von Bundespolitikern einen Aufschrei über die Tat von Altena gibt, ist absolut richtig.
Ein Angriff auf Politiker ist absolut übel und es ist richtig, ihn aufs schärfste zu verurteilen.

Der Achse-Kommentar weist aber zu recht darauf hin, dass man sich eine ähnliche politische und mediale Aufmerksamkeit auch bei anderen Messerstechereien wünschen würde.
Der Kommentator listet 11 weitere Opfer auf, die in den letzten Tagen Opfer von Messer-Attacken wurden (eines der Opfer wurde dabei getötet).
Dass über die Zunahme dieser Messer-Vorfälle so beharrlich geschwiegen wird kritisiert er zu recht. Und seine Vermutung, dass dies daran liegen könnte, dass verblüffend viele der Tatverdächtigen Migranten oder Flüchtlinge sind, ist zumindest nicht fernliegend.
Auch hier gilt halt wieder: Es kommt für die öffentliche Rezeption nicht nur darauf an, welche Taten verübt werden. Sondern auch darauf, wer die Täter sind.

Llarian Offline



Beiträge: 4.088

29.11.2017 14:52
#7 RE: Die Stasi ist tot. Oder ? antworten

Zitat von Florian im Beitrag #6
Dass es in den Medien und von Bundespolitikern einen Aufschrei über die Tat von Altena gibt, ist absolut richtig.

Ein Aufschrei impliziert, dass es sich um ein ungeheures Unrecht handelt, dass ohne den Aufschrei irgendwo untergehen würde. Ist dem so ?

Zitat
Ein Angriff auf Politiker ist absolut übel und es ist richtig, ihn aufs schärfste zu verurteilen.


Ist ein Angriff auf einen Politiker schärfer zu verurteilen als ein Angriff auf einen normalen Bürger?

Zitat
Der Kommentator listet 11 weitere Opfer auf, die in den letzten Tagen Opfer von Messer-Attacken wurden (eines der Opfer wurde dabei getötet).


Ich habe zu den beiden Vorfällen gestern abend noch einen Artikel geschrieben, ich wollte aber nicht beide an einem Tag posten. Kommt heute abend.

dari Offline




Beiträge: 180

29.11.2017 15:10
#8 RE: Die Stasi ist tot. Oder ? antworten

Aber wenigstens scheint die Justiz die Sache zum Glück recht sachlich und unparteiisch anzugehen.
Beifall und eine kleine Bestätigung, dass rechtsstaatliche Grundsätze noch nicht völlig flöten gegangen sind...

Zitat
Nach der Mahnmal-Aktion gegen den AfD-Politiker Björn Höcke in dessen Thüringer Wohnort Bornhagen ermittelt die Staatsanwaltschaft Mühlhausen gegen das Künstlerkollektiv "Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS). Es bestehe der Anfangsverdacht auf versuchte Nötigung, sagte Behördensprecher Dirk Germerodt am 27.11.2017.


https://rsw.beck.de/aktuell/meldung/staa...-hoecke-wohnort

R.A. Offline



Beiträge: 7.134

29.11.2017 17:05
#9 RE: Die Stasi ist tot. Oder ? antworten

Zitat von Llarian im Beitrag #7
Ist ein Angriff auf einen Politiker schärfer zu verurteilen als ein Angriff auf einen normalen Bürger?

Wenn er privat z. B. bei einer Kneipenschlägerei Keile kriegt nicht.
Aber wenn er als Amtsträger angegriffen wird schon. Ist sozusagen die schwächere Form des besonderen Rechtsschutzes für Polizisten im Dienst oder gegen Beamtenbeleidigung.

Florian Offline



Beiträge: 2.253

29.11.2017 17:09
#10 RE: Die Stasi ist tot. Oder ? antworten

Zitat von Llarian im Beitrag #7

Ist ein Angriff auf einen Politiker schärfer zu verurteilen als ein Angriff auf einen normalen Bürger?


Ich würde sagen: Ja.

Natürlich sind beide - der normale Bürger als auch der Politiker - erst einmal gleichwertige Menschen.
Ein Angriff auf beide ist daher auf der menschlichen Ebene gleich schlimm.

Ein (politisch motivierter) Angriff auf einen Politiker hat aber auch noch eine politische Ebene.
Die Bedeutung eines politischen Attentats ragt deshalb über den einzelnen betroffenen Menschen hinaus.
Wenn Menschen in Deutschland angegriffen werden, weil sie sich politisch betätigen, dann wird dadurch das politische Leben in Deutschland deformiert. Gewisse politische Meinungen werden nicht mehr geäußert, wenn man um sein Leben fürchten muss. Das, was sich die Mehrheit der Bürger von einem Politiker wünscht, wird dann ggf. unterdrückt. Nicht aufgrund politischer Entscheidungsprozesse. Sondern aufgrund krimineller Taten.
Ein (politisch motivierter) Angriff auf einen Politiker ist somit zugleich auch ein Angriff auf die Polis, auf das Gemeinwesen, insgesamt.

Vielleicht klingt das etwas übertrieben, wenn man nur das Beispiel eines bedrohten Provinzbürgermeisters vor Augen hat.
Aber wie sehr Attentate selbst auf Provinzpolitiker die Funktionalität des ganzen Gemeinwesens deformieren können, hat man über Jahrzehnte auf Sizilien erlebt.

Llarian Offline



Beiträge: 4.088

29.11.2017 21:25
#11 RE: Die Stasi ist tot. Oder ? antworten

Zitat von Florian im Beitrag #10

Ein (politisch motivierter) Angriff auf einen Politiker hat aber auch noch eine politische Ebene.
Die Bedeutung eines politischen Attentats ragt deshalb über den einzelnen betroffenen Menschen hinaus.
Wenn Menschen in Deutschland angegriffen werden, weil sie sich politisch betätigen, dann wird dadurch das politische Leben in Deutschland deformiert. Gewisse politische Meinungen werden nicht mehr geäußert, wenn man um sein Leben fürchten muss. Das, was sich die Mehrheit der Bürger von einem Politiker wünscht, wird dann ggf. unterdrückt. Nicht aufgrund politischer Entscheidungsprozesse. Sondern aufgrund krimineller Taten.
Ein (politisch motivierter) Angriff auf einen Politiker ist somit zugleich auch ein Angriff auf die Polis, auf das Gemeinwesen, insgesamt.

Eine sehr überzeugende Argumentation.

Ich würde dem aber zwei Dinge (noch) entgegenhalten:
Zum einen ist der Angriff auf die Polis zumindest bei einem Kapitalverbrechen ein vergleichsweise(!) geringeres Rechtsgut. Zumindest in meinen Augen. Wenn jemand einen Politiker erpresst, ist das in dem Sinne ein genau solcher Angriff. Und dennoch steht Erpressung im Vergleich zum Mord schon als unbedeutendes Mauerblümchen herum. Will sagen: So man annimmt, dass ein solcher Angriff verwerflicher ist, wenn er einen Politiker betrifft, so ist der Grad der Verwerflichkeit nur geringfügig erhöht. Bei einer Bedrohung wäre es etwas anderes.
Zum anderen finden solchen Angriffe in Deutschland statt. Und fast ausschließlich auf Politiker der AfD, seltener auch der CSU/CDU/FDP. Ich kann mich nicht erinnern, dass solche Taten besonders scharf verurteilt werden. Im Gegenteil, es ist mein rein subjektiver Eindruck, dass bei politischen Straftaten, so die Täter aus dem linken Spektrum kommen, eher mal alle Augen zugekniffen werden.

Frankenstein Offline




Beiträge: 457

30.11.2017 00:23
#12 RE: Die Stasi ist tot. Oder ? antworten

Zitat von Llarian im Beitrag #11
Zum anderen finden solchen Angriffe in Deutschland statt. Und fast ausschließlich auf Politiker der AfD, seltener auch der CSU/CDU/FDP. Ich kann mich nicht erinnern, dass solche Taten besonders scharf verurteilt werden. Im Gegenteil, es ist mein rein subjektiver Eindruck, dass bei politischen Straftaten, so die Täter aus dem linken Spektrum kommen, eher mal alle Augen zugekniffen werden.


Meines Wissens finden auch Angriffe auf linke Politiker statt, allerdings fast ausschließlich in Ostdeutschland.

Minichamp Offline



Beiträge: 28

30.11.2017 08:48
#13 RE: Die Stasi ist tot. Oder ? antworten

Zitat von Florian im Beitrag #6
Dass über die Zunahme dieser Messer-Vorfälle so beharrlich geschwiegen wird kritisiert er zu recht.

Ist das jetzt wirklich so? Meine Vermutung ist viel mehr, dass heute über jeden Vorfall mit einem Messer berichtet wird. Mitunter solche Nichtigkeiten, wie eine alkoholisierte Person ist beim Jausnen im Zug eingeschlafen, und dann hatte im Schlaf noch ein Messer in der Hand. Früher hatten Jugendliche ganz selbst verständlich ein Taschenmesser einstecken, heute riskieren sie damit einen Schulverweis. Es gibt nicht mehr Vorfälle, die Toleranz gegenüber Messern hat schlicht abgenommen.
Ich würde gerne Zahlen sehen, dass es heute tatsächlich mehr Vorfälle mit Messern gibt, liefern konnte das bislang noch niemand.

Zur Veranschaulichung, die Gesamtzahl der Morde in Deutschland seit 1950: https://www.kriminalpolizei.de/nc/ausgab...0-bis-2015.html
Es gibt seit Anfang der 1980er einen klar erkennbaren Abwärtstrend. Ich nehme mal naiverweise an, dass der Anteil der Messermorde konstant geblieben ist.

Florian Offline



Beiträge: 2.253

30.11.2017 16:35
#14 RE: Die Stasi ist tot. Oder ? antworten

Zitat von Minichamp im Beitrag #13
Zitat von Florian im Beitrag #6
Dass über die Zunahme dieser Messer-Vorfälle so beharrlich geschwiegen wird kritisiert er zu recht.

Ist das jetzt wirklich so? Meine Vermutung ist viel mehr, dass heute über jeden Vorfall mit einem Messer berichtet wird. Mitunter solche Nichtigkeiten, wie eine alkoholisierte Person ist beim Jausnen im Zug eingeschlafen, und dann hatte im Schlaf noch ein Messer in der Hand. Früher hatten Jugendliche ganz selbst verständlich ein Taschenmesser einstecken, heute riskieren sie damit einen Schulverweis. Es gibt nicht mehr Vorfälle, die Toleranz gegenüber Messern hat schlicht abgenommen.
Ich würde gerne Zahlen sehen, dass es heute tatsächlich mehr Vorfälle mit Messern gibt, liefern konnte das bislang noch niemand.

Zur Veranschaulichung, die Gesamtzahl der Morde in Deutschland seit 1950: https://www.kriminalpolizei.de/nc/ausgab...0-bis-2015.html
Es gibt seit Anfang der 1980er einen klar erkennbaren Abwärtstrend. Ich nehme mal naiverweise an, dass der Anteil der Messermorde konstant geblieben ist.


Schwierig.
Tatsächlich scheinen mir gerade die "Ausländer-Fragen" in Kriminal-Statistiken ziemlich schwierig zu beantworten sein.

(Ihre Quelle hat übrigens den Nachteil, dass sie 2015 endet.
Spannend wäre für unsere Frage ja nun gerade die Entwicklung 2016 und 2017).

Hier aber die aktuellste Bundeskriminalstatistik von 2016:
https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/...icationFile&v=2
Interessant ist hier z.B. die Tabelle auf S. 119.

Demnach gab es zwischen 2014 und 2016 folgende Entwicklung:
Straftäter gesamt in Tsd: 2150 -> 2361 (+10%)
davon Deutsche: 1533 -> 1407 (-8%)
davon Ausländer: 617 -> 954 (+55%)
davon Ausländer OHNE Straftaten gg. AufenthH, AsylG, etc.: 493 -> 616 (+25%)

Oder auch hier:
https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/...icationFile&v=4

Auf S. 13 ist die Entwicklung nur von 2015 bis 2016:
Mord+Totschlag: +14%
Vergewaltigung: +13%
gefährliche Körperverletzung: +10%

Eine gewisse Trendumkehr gegenüber den von Ihnen richtig beschriebenen langfristigen Trend seit 1950 ist also schon erkennbar.

Das mit Abstand beste, was ich dazu bisher gefunden habe ist dieser sehr lesenswerte Blog-Artikel: https://www.michael-klonovsky.de/16-mich...er-als-deutsche

Mit einer wahren Fülle an statistischen Informationen.
Incl. auch guten Hinweisen zu den Grenzen der Aussagekraft der amtlichen Statistiken.
Und absolut hochkarätigen Antworten auf den Beitrag (u.a. von einem professionellen Statistiker, einem Medizin-Statistiker, einem Kriminalbeamtem, einem Staatsanwalt, einem Sozialwissenschaftler, usw. - wirklich beeindruckend, was da in den Kommentarspalten an Expertenwissen zusammenkommt).

R.A. Offline



Beiträge: 7.134

01.12.2017 12:55
#15 RE: Die Stasi ist tot. Oder ? antworten

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die "Künstler".

Minichamp Offline



Beiträge: 28

01.12.2017 13:36
#16 RE: Die Stasi ist tot. Oder ? antworten

Zitat von Florian im Beitrag #14
Schwierig.
Tatsächlich scheinen mir gerade die "Ausländer-Fragen" in Kriminal-Statistiken ziemlich schwierig zu beantworten sein.


Das war auch gar nicht meine Frage, sondern nach dem speziellem Tatwerkzeug.

Nie war ein Ort in der Menschheitsgeschichte so friedlich, wie Mittel- und Westeuropa zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Ich hab das zwar mal bei Steven Pinker gelesen, aber dass in Deutschland in den letzten 20 Jahren die Zahl der Morde sich mehr als halbiert hat, hat mich dann doch positiv überrascht. Wir sind eine Gesellschaft geworden, wo Gewalt ein Tabu ist.
Die Flüchtlingswelle spült da doppelt problematische Menschen nach Europa. Zunächst aus einem wesentlich gewalttätigeren Teil der Welt, und dann in großer Zahl junge Männer. Gewalttaten werden in großer Zahl von jungen Männern gegangen.
Das wir heute einen Anstieg der Gewalttaten gegenüber 2015 messen können, ist überhaupt nicht überraschend. Obwohl beide Tatsachen schon damals bekannt waren, war das lange ein Tabu.

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