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ZETTELS KLEINES ZIMMER

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Dieses Thema hat 42 Antworten
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 Pro und Contra
Seiten 1 | 2
Daddeldu Offline



Beiträge: 30

08.07.2009 23:40
#26 NDR hat Meldung wohl korrigiert antworten

Zitat von Calimero
Zitat von ÖR-Rundfunk
"Es wurden weitere Fehler seitens des Betreibers zugegeben. So war eine vorgeschriebene Überwachungseinrichtung am Trafo nicht installiert!"



Ich glaube der NDR hat heimlich, still und unauffällig seine ursprüngliche Meldung verbessert.
Das obige Zitat stammt doch aus dieser NDR-Meldung, oder?

Jetzt heißt es dort plötzlich

Zitat von NDR
Unterdessen hatte Vattenfall mitgeteilt, es sei schlichtweg vergessen worden, wie verabredet vor dem Wiederanfahren ein Überwachungsgerät am späteren Pannentransformator anzubringen... Stand: 08.07.2009 11:35


Gruß, Daddeldu

Calimero Offline




Beiträge: 3.278

09.07.2009 19:24
#27 RE: NDR hat Meldung wohl korrigiert antworten

Zitat von Daddeldu
Das obige Zitat stammt doch aus dieser NDR-Meldung, oder?


Nein, es war der RBB. Derselbe RBB, der sich vorgestern nicht entblödete, von einem lokalen Berliner Stromausfall zu berichten, der durch einen Defekt in einem Trafohäuschen des Versorgers Vattenfall ausgelöst wurde. Das grenzte schon an Hetze!

Gestern lief dann stundenlang die Meldung, dass Politiker zu einem Boykott von Vattenfall aufrufen. Gemeint war sicherlich Renate Künast, die schon am vorherigen Tag so etwas abgesondert hatte. Um es aber zu bekräftigen wurde ein ca 10-minütiges Interview mit Jürgen Trittin geführt, der darin übelste Beleidigungen und Unterstellungen gegenüber Vattenfall äußerte (Unfähigkeit, etc.), um anschließend alle Hörer dazu aufzufordern, doch ihren Energieliefervertrag zu kündigen und einen bei EWS Schönau, Lichtblick, oder Greenpeace Energy abzuschließen. Er hat die Firmennamen sogar noch einmal wiederholt.

Ich bin mir immernoch nicht sicher, ob es rechtens ist, dass einem deutschen Politiker ein Forum geboten wird, in dem er zum Boykott einer Firma aufrufen darf, um anschließend explizite Empfehlungen zu Konkurrenzunternehmen auszusprechen.

Ich möchte jetzt keine Vergleiche ziehen, um nicht noch einen Godwin-Punkt zu kassieren.

Gruß, Calimero

Calimero Offline




Beiträge: 3.278

09.07.2009 20:03
#28 Update 2 antworten

Das Vattenfall-Bashing geht weiter...

Heute in der News-Rotation: "Nach der Pannenserie im KKW Krümmel sind dort weitere Mängel bekannt geworden. So wurden mehrere defekte Brennelemente gefunden."

Sogar Vattenfall geht dazu jetzt dezent in die Offensive und erklärt:

Zitat von Vattenfall
Über den Befund eines möglicherweise defekten Brennelements hatte Vattenfall bereits am Sonntag, 5. Juli, ausführlich auf einer Pressekonferenz mündlich und schriftlich per Pressemitteilung informiert. Entgegen anders lautender Berichte handelt es sich also nicht um einen neuen Befund.


außerdem:

Zitat von Vattenfall
Ein Brennelement besteht je nach Typ aus rund 80 Brennstäben. Im Reaktor des Kernkraftwerks Krümmel befinden sich 840 Brennelemente. Nach Herstellerangaben muss mit 2-3 defekten Brennstäben pro Jahr gerechnet werden. Solche Brennelementschäden sind also nicht ungewöhnlich. Üblicherweise wird im Einzelfall bewertet, ob ein Austausch des betroffenen Brennelementes sofort erfolgen muss oder in der nächsten planmäßigen Revision.

hier die ganze Pressemitteilung

Es ärgert mich maßlos, das ich die Desinformationen und Hetzereien der öffentlich-rechtlichen (grünroten) Sender auch noch per GEZ zwangsfinanzieren muss.

Übrigens, um gar nicht erst Zweifel an meiner Unabhängigkeit aufkommen zu lassen: Ich werde nicht von Vattenfall für mein Engagement bezahlt und habe mit KKW im Allgemeinen und Krümmel im Besonderen auch überhaupt nichts zu tun. Ich würde jederzeit auch für ein anderes KKW in die Bresche springen, wenn es in der Öffentlichkeit grundlos niedergemacht wird.
Es gibt da einen bekanntes Zitat, dessen Verfasser ich erst googlen musste *schäm*. Den Text von Martin Niemöller würde ich für mich derzeit so interpretieren:

"Als die Meute die Kernkraftwerker holte,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Kerni..."

Auch wenn es nur in diesem kleinen, aber feinen Board passiert ... ich will diese Treibjagd des politisch-medialen-Komplexes nicht unkommentiert lassen. Jeder könnte der nächste sein.

Gruß, Calimero

Uwe Richard Offline



Beiträge: 1.150

10.07.2009 08:55
#29 RE: Update 2 antworten


Beim Thema KKW Krümmel, wie bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie überhaupt, geht es, wie ich bereits vor einigen Tagen schrieb, nicht (im mindesten) um technische Probleme, sondern (ausschließlich) um Politik. Die technischen „Pannen“ sind lediglich vorgeschoben. Die Taktik, jeden Pups zum Elefanten aufzublasen, scheint aufzugehen.

Was mir nicht klar und meinem Gehirn unbegreiflich ist, ist die Strategie von Gruppen in unserer Gesellschaft, die gegen Kern- und gegen Kohlekraftwerke agitieren, wo doch offensichtlich die Energieversorgung ohne mindestens eine von beiden nicht gesichert werden kann ─ oder liege ich da falsch.

Beste Grüße
Uwe Richard

Gorgasal Offline




Beiträge: 3.930

10.07.2009 10:00
#30 RE: Update 2 antworten

Zitat von Uwe Richard
Was mir nicht klar und meinem Gehirn unbegreiflich ist, ist die Strategie von Gruppen in unserer Gesellschaft, die gegen Kern- und gegen Kohlekraftwerke agitieren, wo doch offensichtlich die Energieversorgung ohne mindestens eine von beiden nicht gesichert werden kann ─ oder liege ich da falsch.

Ich glaube, da gibt es zwei Gruppen, die unterschiedliche Energiekonzepte vertreten:

a) Gas aus Russland. Wo die lupenreinen Demokraten leben. Ohne Rücksicht auf außenpolitische Probleme.

b) Wind, Sonne, Biomasse und kleine Hoppelhäschen.

--
Ultramontan – dies Wort beschreibt vorzüglich die katholische Mentalität: mit einem kleinen Teil des Bewusstseins nicht Deutscher, nicht Zeitgenosse, nicht Erdenbürger zu sein. - Martin Mosebach, Spiegel 7/2009

Ungelt ( gelöscht )
Beiträge:

10.07.2009 10:08
#31 RE: Update 2 antworten

Die früher einmal nüchterne und objektive SZ hat heute auf der ersten Seite gleich oben eine sehr dicke zweizeilige Spaltenüberschrif

"Krümmel schließen"

Darunter steht dann wieder klein, daß es der Kanzlerkandidat Steinmeier fordert, weil Krümmel die "Bewährungsprobe" nicht genutzt hat.

Daneben ist ein großer vierspaltiger Artikel mit der Überschrift

Jeder Fünfte muss von Niedriglohn leben

in dem u.A. beklagt wird, daß auch Fachkräfte davor nicht geschützt sind.

Das die beiden Dinge etwas miteinander zu tun haben, daß die SZ mit ihrer Stimmungsmache genau das befördert, ist der Redaktion offenbar nicht klar.

Nur gut, daß wir gleich darunter mit der Überschrift

Macho-Alarm

wieder auf andere Gedanken gebracht werden. (Das passende Icon bitte je nach Stimmumg dazudenken. Ich bräuchte hier eines, in dem sich der rote Wüterich mit dem Verneiner und einem hysterischen Lachanfall abwechselt.)

Gruß, Ungelt

Ungelt ( gelöscht )
Beiträge:

10.07.2009 10:14
#32 RE: Update 2 antworten

In Antwort auf:
lupenreine Hoppelhäschen

Gut, heute sind Sie dran

Calimero Offline




Beiträge: 3.278

10.07.2009 13:59
#33 RE: Update 2 antworten

Zitat von Ungelt
Daneben ist ein großer vierspaltiger Artikel mit der Überschrift
Jeder Fünfte muss von Niedriglohn leben
in dem u.A. beklagt wird, daß auch Fachkräfte davor nicht geschützt sind.


Ich hatte damals auch eine riesige Wut im Bauch, als ich nach der Stilllegung eines KKW (ich glaube, es war Stade) ein Bild in der Zeitung sah, auf dem die rot-grüne Regierungsclique gerade feierte, dass sie eine funktionierende deutsche Industrieanlage hat abschalten lassen. Juchhu ... ein großer Steuerzahler und hunderte Arbeitsplätze weniger! Ein wahrlich großer Erfolg für den Ex-Kommunisten Trittin und den späteren Gas-Gerd.

Gruß, Calimero

Calimero Offline




Beiträge: 3.278

10.07.2009 21:31
#34 Mal ein wenig OT zum schmunzeln antworten

lol, jetzt sind die auch dran!

Gabriel fordert Stilllegung der Windparks

Ungelt ( gelöscht )
Beiträge:

14.07.2009 20:17
#35 RE: Störfall im KKW Krümmel antworten

Ich habe eben in der tschechischen Internetzeitung "Neviditený pes" (Unsichtbarer Hund) einen offenkundig auch sehr kenntnissreichen Artikel über den Krummel Zwischenfall gelesen, den der "Hund" aus dem Blog des Autors übernommen hatte. Der Autor, Petr Nejedlý, ist Elektrotechniker mit Spezialisierung für kerntechnische Anlagen und Mitarbeiter des KKW Temelín.

Der Artikel bestätigt alles, was wir hier schon von Calimero zum Thema erfahren haben und erinnert natürlich auch an die mediale Hetze gegen Temelin. Neu war für mich nur die Information, daß eine Ursachenanalyse des Brandes vor zwei Jahren infolge des Feuers nicht möglich war - dies ist jetzt aber nicht der Fall. (Ich habe es aber vielleicht hier nur überlesen.) Als Fazit benutzt er ein tschechisches Sprichwort: "Wer den Hund schlagen will, der findet schon einen Stock"

Calimero Offline




Beiträge: 3.278

14.07.2009 21:12
#36 RE: Störfall im KKW Krümmel antworten

Lieber Ungelt,

dein Link zeigt mir aufs Deutlichste meine mangelhaften Tschechisch-Kenntnisse auf. Es freut mich aber sehr, dass du die Meinung eines echten KKW-Spezis aufgetan hast, die meine Texte untermauert. Ich bin ja, wie gesagt, kein Kerni.

Zitat von Ungelt
Neu war für mich nur die Information, daß eine Ursachenanalyse des Brandes vor zwei Jahren infolge des Feuers nicht möglich war - dies ist jetzt aber nicht der Fall. (Ich habe es aber vielleicht hier nur überlesen.)


Das wusste ich auch nicht. Ist nach 'nem Trafobrand aber zu erwarten ... bei den Energien auf engstem (ölgefüllten) Raum.

Beste Grüße, Calimero

Ungelt ( gelöscht )
Beiträge:

14.07.2009 22:27
#37 RE: Störfall im KKW Krümmel antworten

Hallo Calimero,

ich habe vor ihn zu fragen, ob er sich rein technisch vorstellen kann, daß so ein Kurzschluß durch eine Manipulation "ab Werk" oder während des Betriebes entstehen kann. Wenn Du noch fragen hast, dann her damit!

Er spricht aber auch deutsch (und englisch, französisch und russisch, schreibt er), also ist tschechisch in dem Fall nicht unbedingt nötig ;-) Das wäre doch nicht schlecht, ihn so von Konvi zu Kerni in seinem Kommentarbereich direkt zu befragen, das internationale Echo würde ihn sicher freuen. (Registrierinfo-Übersetzung kommt auf Wunsch per eMail, eine eMail Adresse habe ich leider noch nicht gefunden.)

Schönen Abend noch, Ungelt

Calimero Offline




Beiträge: 3.278

15.07.2009 00:39
#38 RE: Störfall im KKW Krümmel antworten

Hallo Ungelt,

zum Trafo-Kurzschluss habe ich eigentlich keine Fragen, da dein Fachmann da, wie ich, auch nur spekulieren kann. Mich würde aber mal die Geschichte mit der Reaktorwasserreinigung interessieren. Wir "Konvis", wie du uns nennst, achten ja auf geringe Leitfähigkeit und geringe Kieselsäurekonzentration im Kesselspeisewasser um Ablagerungen an Rohrinnenwänden und Turbinenschaufeln zu verhindern. Da haben wir auch durchaus Freiraum (Action-Level), weil es für die Anlagensicherheit nicht wesentlich ist. Nur für die Wirtschaftlichkeit.

Was aber ist von einem vierstündigen Ausfall der Reaktorwasserreinigung zu halten?

Es war ja von einem Ausfall der Kühlung des Wasserreinigungssystems die Rede. Dies ist mir insoweit klar und verständlich. Wasserreinigung in Kraftwerken wird mittels Ionenaustauschern betrieben. Wenn die Wassertemperatur zu hoch ist, zersetzen sich die Kunstharzkügelchen in den Ionenaustauschern. Darum Kühlung.

Meine Frage diesbezüglich: Welche Wasserinhaltsstoffe müssen in KKW ausgehalten werden und wie wichtig ist die Reaktorwasserreinigung? Die "Kernis" müssen ja z.B. auf Xenon-Vergiftung achten, daher kann es ja sein, dass sie bei der Reaktorwasserreinigung auf mehr zu achten haben, als auf Salze, Härten und Kieselsäure.
Ich glaube zwar nicht, dass ein E-Techniker da gleich Bescheid weiß, aber er kennt bestimmt Leute, die diesbezüglich aussagefähig sind.

Also auf jeden Fall mal international-kollegiale Grüße nach Tschechien und Danke für dein Engagement, lieber Ungelt.

Herzlich, Calimero

Ungelt ( gelöscht )
Beiträge:

24.07.2009 22:55
#39 RE: Störfall im KKW Krümmel antworten

Hallo Calimero,

es bewegt sich etwas, in der Trafo-Geschichte. Ich berichte zunächst von meiner Unterhaltung mit dem oben erwähnten tschechischen KKW Experten Nejedlý. Sein Blog läßt leider nur Kommentare mit maximal 1000 Zeichen zu, so daß es etwas mühsam war.

Hier ist der übersetzte Kern der Unterhaltung:

In Antwort auf:
Ungelt: ... Halten Sie es in technischer Hinsicht für möglich, daß beide Kurzschlüsse absichtlich verursacht wurden, sei es beim Hersteller, sei es während des Betriebes? Verdächtig scheint mir insbesondere der Zeitpunkt der zweiten Vorfalls vor den Wahlen im September, die u.A. wahrscheinlich auch über die Zukunft der Kernenergie in Deutschland entscheiden werden. Das ist natürlich eine Spekulation, aus meiner Sicht aber eine berechtigte, wenn Sie berücksichtigen, in welcher Weise solche Störungen von den Medien in D. instrumentalisiert werden...

In Antwort auf:
Nejedlý: Ich bin kein Freund von Verschwörungstheorien und in diesem Fall halte ich es auch aus technischen Gründen für nicht wahrscheinlich. Soweit ich informiert bin, handelt es sich schon um relativ alte Geräte. ... Meine private Meinung ist die, daß es im Laufe der Lebensdauer des Transformators zu einer Beeinträchtigung der elektrischen Isolation im Innern des Transformators (Wicklung) gekommen ist, die dann der Betriebsspannung nicht Stand hielt, so daß es zum Kurzschluß kam. Der Betreiber hatte Pech, daß im ersten Fall das Trafo vollständig zerstört wurde und so keine Ursache gefunden werden konnte. Ich nehme an, daß in diesem Fall das Trafo gründlich...

In Antwort auf:
Ungelt: Ich bedanke mich für Ihre Antwort, in der Tat ist das Alter der Trafos ein starkes Argument, daß gegen eine Manipulation beim Hersteller spricht. Auf der anderen Seite ist mir aber bekannt, daß Dichtmaterialien, und daher vermutlich auch Isolationsstoffe, gut auf das verwendete Öl abgestimmt sein müssen. Irgendwelche unerwünschten Zusätze können den Alterungsprozess der Isolation beschleunigen oder sogar die Isolationseigenschaften des Öles selbst verringern. Die Tatsache, daß sich die Betriebslebensdauer der beiden alten Trafos nur um ca. 2 Wochen unterscheidet, kann auch so interpretiert werden, daß sich möglicherweise erst in der letzten Zeit (Betriebszeit!) an den Betriebsbedingungen etwas verändern konnte.
Zur Verschwörungstheorie: ich bin im Prinzip auch kein Freund davon, aber z.B. die Manipulation des Trafo-Öles könnte auch nur von einer einzigen Person bewerkstelligt werden, innerhalb oder außerhalb des Kraftwerkes. Es genügt ein ausreichend großer Trottel, und davon laufen ja wirklich genug herum. ....


Ich erhielt auf meinen zweiten Beitrag keine weitere Antwort, er enthielt aber eigentlich auch keine Frage. Auf weitere Fragen verzichtete ich dann, da ich den Eindruck hatte, daß meine Fragerei Herrn Nejedlý (verständlicherweise) etwas unangenehm war.

So, und heute berichtet die Presse über zwei neue Fälle, die Zitate sind aus einem Artikel der SZ entnommen, aber ähnliche Berichte gibt es überall.

In Antwort auf:
Das AKW Emsland wurde nach Angaben des Betreibers RWE per Reaktorschnellabschaltung heruntergefahren, nachdem eine Überwachungseinrichtung an einem Maschinentransformator eine Störung gemeldet hatte.
...

Auch im Kernkraftwerk Philippsburg sucht der Betreiber Energie Baden-Württemberg (EnBW) nach einem Fehler im Bereich der Maschinentransformatoren. Messungen hätten ergeben, dass die Isolationseigenschaft des Öls der Isolierkerzen eventuell vermindert sei.

Für mich scheint sich immer mehr abzuzeichnen, daß es ein Ölprobem ist, und daß das keine Angelegenheit ist, die innerhalb der Kraftwerke ihren Ursprung hat. Ob nun der Hersteller einen Fehler machte, absichtlich oder nicht, oder ob auf dem Weg vom Hersteller zum Abnehmer manipuliert oder vertauscht wurde, ist natürlich offen. Es wird aber, denke ich, bald aufgeklärt werden, zumindest die direkte technische Ursache. Ob auch der Verursacher gefunden wird, ist natürlich weniger sicher. Die Wahrscheinlichkeit, daß es sich um eine gezielte Aktion handelt, ist jedenfalls nicht kleiner geworden. Sollte es sich bestätigen, werde ich mich umgehend bei der Kripo bewerben

Schönen Gruß, Ungelt

PS: Ich bin sehr unter Druck und verzichte auf gründliches Korrekturlesen, es wird also eine reiche Ernte geben

Ungelt ( gelöscht )
Beiträge:

25.07.2009 20:51
#40 AKW Emsland, Kernkraftwerk Philippsburg antworten

In Antwort auf:
Gabriel wegen AKW-Problemen sehr beunruhigt (Welt Online)
Gabriel "außerordentlich beunruhigt"(tagesschau.de)
Gabriel: „Außerordentlich beunruhigend“ (faz.net)

Hmmm, ich wäre an seiner Stelle auch beunruhigt, wenn sich herauszustellen droht, daß die Probleme die er so sorgenvoll begleitet, möglicherweise auf Aktivitäten irgendwelcher ideologisch kompatibler Anti-AKW Aktivisten gründen.
In Antwort auf:
Gabriel: "„In allen drei AKW gibt es Probleme im Bereich der Maschinentransformatoren, obwohl alle drei Anlagen kurz zuvor in der Revision waren oder umfassend saniert wurden“

Gehört zur Revision bzw. einer "umfassender Sanierung" nicht auch ein Ölwechsel in den MT's? Möglicherweise gerade deswegen! Zur Ölproblematik gibt es hier noch einige Zusatzinfos.

Herzlichen Gruß, Verschwörungstheoretiker Ungelt

EDIT:
In Antwort auf:
"Gabriel: Inzwischen sind sechs von 17 eigentlich noch laufenden Reaktoren vom Netz - aus Sicherheitsgründen wohlgemerkt. Und trotzdem gehen in Deutschland die Lichter nicht aus."

Ist denn dem Fachmann Herrn Gabriel nicht bekannt, daß
- ein Stromnetz immer über Reserven verfügen muß
- im Hochsommer+Ferienzeit weniger verbraucht wird als z.B.im Winter
- Strom aus dem Ausland importiert wird?

Funktioniert die Sache, ist es ein Beweis gegen die AKW, wie würde er aber reagieren, wenn es tatsächlich zu Stromausfällen kommen sollte? Stellt man sich so einen Fachminister vor? Übelkeit!

Calimero Offline




Beiträge: 3.278

26.07.2009 13:23
#41 RE: AKW Emsland, Kernkraftwerk Philippsburg antworten

Lieber Ungelt,

irgendwie muss ich grad an einen Würstchen grillenden Jerry Fletcher denken.

Zunächst ist Sigmar Gabriel ja maximal ein Fachmann für Politik. Siehe auch mein Artikel hier. Für mich ist der Mann durchaus ein "political animal", dass es aber wegen seines Opportunismus maximal in die zweite Reihe schaffen sollte. Und siehe da, auch dort ist er gefährlich.

Zu der Ölgeschichte: Ich glaube nicht an Manipulation. Es ist einfach jenseits meines Vorstellungsvermögens. Wenn ich ein Kraftwerk lahmlegen wollte, würde ich da an ganz anderen Stellen ansetzen.

Zu Philippsburg: Wird wohl so sein, dass man jetzt verstärkt die MT's beobachtet (ich hab grad Urlaub, daher weiß ich nicht genau, was da momentan in der Branche abgeht). Einen PR-GAU will aber bestimmt niemand riskieren.

Zu Lingen: Die hatten einen Defekt am Stufenschalter. Da gehts um Mechanik und Überwachung derselben. Vielleicht hat das Gestänge gehakt, oder der Schalter hat keine definierte Endlage erreicht.

Zu den Stillständen: Sommerzeit ist Stillstandszeit! Ganz normal werden z.B. Zwischen-, oder Großrevisionen in die Sommerzeit gelegt, weil eben weniger Abnahme befriedigt werden muss. Da geht es ja nicht nur um Strom, sondern auch um Fernwärme oder Prozessdampf. Wenn jetzt alle KKW-Betreiber ihre Anlagen besonders kritisch beäugen, ist es im Sommer eben auch leichter zu sagen: "Komm, wir fahren ab und gucken mal nach!"

Gabriel könnte, bevor er einen solchen Satz sagt wie:

Zitat von Sigmar Gabriel
Und trotzdem gehen in Deutschland die Lichter nicht aus.
...mal die Preisentwicklung an der Strombörse angucken. Aber so denkt ein anständiger Sozi ja nicht.

Beste Grüße, Calimero

----------------------------------------------------
... und im übrigen sollte sich jeder, der sich um die Zukunft Sorgen macht, mal zehn-, bis zwanzig Jahre alte Sci-Fi-Filme ansehen.

Ungelt ( gelöscht )
Beiträge:

26.07.2009 15:14
#42 RE: AKW Emsland, Kernkraftwerk Philippsburg antworten

Hallo Calimero,

ich will nicht Deinen verdienten Urlaub stören, daher nur kurz:

In Antwort auf:
irgendwie muss ich grad an einen Würstchen grillenden Jerry Fletcher denken.

Werde ich mir sicher anschauen, Wikipedia ist da leider nicht "farbig" genug. Eigentlich bräuchte man dafür da ein "Geruchskino" für solche Szenen, nicht?
In Antwort auf:
Zu der Ölgeschichte: Ich glaube nicht an Manipulation.

Klar, daß ist das Vorrecht von Laien! Wir werden sehen...
In Antwort auf:
Es ist einfach jenseits meines Vorstellungsvermögens.

Ich kenne die Bedingungen ja nicht, wie die Öle angemischt, gelagert und transportiert usw. werden, aber ich bin mir sicher, daß es dort überall weniger streng zugeht, als in einem KKW. Und daß das KKW in der Lage ist und willens das gelieferte Öl zu prüfen, ob es die verwendeten Kunststoffe nicht angreift? Das geht ja nicht so schnell. Oder ob die vorgeschriebene maximale Leitfähigkeit nicht überschritten ist? Es könnten ja auch mechanische Beimengungen sein, die sich im Ruhezustand am Boden absetzen. Wie ich ganz am Anfang schrieb, z.B. Carbonfasern. (Darauf hat mich deine Schweißelektrode aus dem Kühler gebracht!)
In Antwort auf:
Wenn ich ein Kraftwerk lahmlegen wollte, würde ich da an ganz anderen Stellen ansetzen.

Und wenn Du mehrere lahmlegen möchtest? Natürlich, Du bist ein Fachmann und ich ein kraftwerkstechnischer Laie, daher würdest Du das auch anders machen. Aber jeder, der schon mal im Leben mit Ölen und Beständigkeiten von Elastomeren zu tun hatte, wie ich z.B., würde es genau so machen. Unauffällig, großer zeitlicher Abstand zwischen Tat und der Auswirkung der Tat und daher kaum nachweisbar, kein GAU zu befürchten. Möglicherweise werden auch noch von einer zentralen Stelle alle KKW versorgt.
In Antwort auf:
Zu Philippsburg: Wird wohl so sein, dass man jetzt verstärkt die MT's beobachtet

Die SZ schreib ja daß "Messungen hätten ergeben, dass die Isolationseigenschaft des Öls der Isolierkerzen eventuell vermindert sei." Natürlich beobachtet man verstärkt und geht jedem Verdacht nach. Und es kann auch mal einen Fehlalarm geben. Aber eine verminderte Isoliereigenschaft bei einem Öl, dessen Haupteigenschaft neben dem Abtransport der Wärme eben auch seine Isoliereigenschaft ist - daß ist doch schon sonderbar.
In Antwort auf:
Zu Lingen: Die hatten einen Defekt am Stufenschalter....Vielleicht hat das Gestänge gehakt...

Auch der Stufenschalter wird zum Teil aus irgendwelche isolierenden Kunsstoffteilen bestehen. Ein angegriffener Kunststoff quillt, wird weicher, und verändert so u.U. irgendeine Justierung. Und der aufgequollene Kunststoff bewirkt, wenn er z.B. als Lagermaterial verwendet wird, eine vergrößerte Reibung. Die vergrößerte Reibung bewirkt dann eine mechanische Auflösung des Materials und so eine noch größere Reibung. Dann kann schon leicht mal irgendein Gestänge klemmen bzw. eine definierte Endlage nicht erreichen.

Sonst bin ich natürlich einverstanden, Gabriel, Stillstände, keine Frage.

Einen schönen Tag noch, Jerry Fletcher

Ungelt ( gelöscht )
Beiträge:

26.07.2009 22:37
#43 RE: AKW Emsland, Kernkraftwerk Philippsburg antworten

Hallo Calimero,

ich habe es jetzt noch einmal überflogen, was ich zuletzt in Eile geschrieben habe, und entdeckte dabei, daß ich sehr wahrscheinlich etwas falsch interpretiert habe:

Zitat von Calimero


Ich glaube nicht an Manipulation. Es ist einfach jenseits meines Vorstellungsvermögens.

Ich habe es dummerweise rein technisch gesehen, aber bei näherer Betrachtung ist das natürlich unsinnig. Du meinst wohl eher, daß Du dir den dazu passenden Menschen (oder mehrere) nicht vorstellen kannst.

Mir ist natürlich auch klar, sollte sich die Öltheorie (die ich zwischenzeitlich für durchaus plausibel halte) bestätigen, daß es genauso auch ein Versehen sein kann: eine falsche Ölspezifikation z.B., die irgedwelche früher verwendeten Werkstoffe nicht berücksichtigt hatte, irgendwelche unvollständig geleerten Tanks mit Resten einer anderen Charge, es ist eine ganze Menge denkbar.

Aber ich kann mir eben durchaus auch jemanden vorstellen, der bei einer solchen Aktion das Gefühl hätte, der Retter von Menschenleben, der Retter von durch Leukemie bedrohter Kinder zu sein. Der große Rächer möglicherweise.

Die Dinge haben sich ja über Jahrzehnte aufgeschaukelt und verselbständigt. Ob es da jedem gelingt sich davon zu lösen? Ja, "Ruhm" könnte auch noch eine Rolle spielen.

Schönen Gruß, Ungelt

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