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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 48 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Seiten 1 | 2
R.A. Offline



Beiträge: 8.171

04.06.2013 18:05
Hilfspakete Antworten

Hilfe für die Hochwasseropfer ist selbstverständlich. Aber sind die Millionenzahlungen gerechtfertigt, die von den Regierenden derzeit versprochen werden?

Hausmann Offline



Beiträge: 710

04.06.2013 19:47
#2 RE: Hilfspakete Antworten

Möchte auf eine revolutionäre Entwicklung bei den Hochwasserdingen hinweisen: Damals schwarze Gummistiefel und dunkelgrüne Regenjacke, diesmal Wanderschuhe und eine dunkelblaue Regenjacke.

-----------------------------------------------------
Mehr Liberalismus wäre dringend vonnöten. Zettel

Doeding Offline




Beiträge: 2.486

04.06.2013 19:52
#3 RE: Hilfspakete Antworten

Ist es denn so, daß die Hilfsgelder für die Entschädigung Privater Haushalte und Firmen zur Verfügung gestellt werden? Ich hätte ja eher an die Schäden an der Infrastruktur und öffentl. Gebäude gedacht. Mit Blick auf Private sind doch gestern schon die Kurse der Rückversicherer in den Keller gegangen?

Herzliche Grüße,
Andreas

crithir Offline



Beiträge: 9

04.06.2013 19:57
#4 RE: Hilfspakete Antworten

Das fragt man sich vor allem, wenn die Menschen sich bewusst gegen Schutz entscheiden: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/...n-12207407.html

Christoph Offline




Beiträge: 241

04.06.2013 22:20
#5 RE: Hilfspakete Antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #1
Hilfe für die Hochwasseropfer ist selbstverständlich. Aber sind die Millionenzahlungen gerechtfertigt, die von den Regierenden derzeit versprochen werden?


Das ist eine sehr berechtigte Frage. Zumindest außerhalb der Risikogebiete kann sich ja jeder selbst versichern. Wenn es nach jeder Flut Hilfszahlungen gäbe, würde das wohl keiner mehr machen. Und willkürlich ist so eine Beihilfe natürlich auch. Was ist z.B. mit dem Verdienstausfall der Betriebe, die geschlossen bleiben? Den ersetzt ja auch niemand. Und die Autos, die versinken und verrosten?

Llarian Offline



Beiträge: 5.304

05.06.2013 00:01
#6 RE: Hilfspakete Antworten

Zitat von Christoph im Beitrag #5
Das ist eine sehr berechtigte Frage. Zumindest außerhalb der Risikogebiete kann sich ja jeder selbst versichern. Wenn es nach jeder Flut Hilfszahlungen gäbe, würde das wohl keiner mehr machen. Und willkürlich ist so eine Beihilfe natürlich auch. Was ist z.B. mit dem Verdienstausfall der Betriebe, die geschlossen bleiben? Den ersetzt ja auch niemand. Und die Autos, die versinken und verrosten?

Zumal die Konsequenz einer solchen Aktion auch mehr als fragwürdig ist. Wird mein Haus vom Hochwasser mit vielen anderen beschädigt, werde ich entschädigt, wird dagegen mein Haus von einem Wirbelsturm einzeln zerlegt schaue ich in die Röhre. Die Absurdität solcher staatlicher Handlung war schon bei Holzmann, Opel oder Schlecker zu sehen: Wenn ich als einzelner den Job verliere, dann bin ich dem Staate pupsegal, aber werde ich mit hunderten oder tausenden arbeitslos, dann muss unbedingt der Kanzler persönlich was tun.

Nebenbei gesprochen: Wir reden hier von in aller Regel von Hausbesitzern. Die Logik warum so "reiche" Leute die zur Miete wohnen "armen" Hausbesitzern ihr Eigentum finanzieren sollen, ist mir auch nicht so ganz klar.

adder Offline




Beiträge: 1.073

05.06.2013 08:19
#7 RE: Hilfspakete Antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #1
Hilfe für die Hochwasseropfer ist selbstverständlich. Aber sind die Millionenzahlungen gerechtfertigt, die von den Regierenden derzeit versprochen werden?


Natürlich sind alle Zahlungen, die über die absolute Nothilfe hinausgehen nicht gerechtfertigt und zum großen Teil kontraproduktiv. Das Geld, das da für den Wiederaufbau von dann erneut gefährdeten Häusern ausgegeben werden soll, wäre in besseren Schutzmaßnahmen deutlich besser aufgehoben (und würde wohl auch eine höhere Rendite bringen).

Hochwasserschutz ist eine staatliche Aufgabe - da haben die Kommunen versagt, indem sie Baugebiete ausgewiesen haben, die im Schwemmland der Flüsse liegen. Das war früher noch kein Problem, als hin und wieder mal eine (im Vergleich zu heute kleine) Stadt am Flussufer lag. Heute werden aber die Flußauen bebaut, die durch ihre Überflutung eben diesen Städten das alljährlich Hochwasser erspart haben.

Zudem ist es paradox: Landgewinnung am Meer wurde schon vor Jahrzehnten aufgegeben. (Bau-)Landgewinnung am Fluss wird dagegen per Federstrich durchgeführt...

Yossarian Offline




Beiträge: 99

05.06.2013 08:35
#8 RE: Hilfspakete Antworten

Llarian schrieb:

Zitat
Wird mein Haus vom Hochwasser mit vielen anderen beschädigt, werde ich entschädigt, wird dagegen mein Haus von einem Wirbelsturm einzeln zerlegt schaue ich in die Röhre. Die Absurdität solcher staatlicher Handlung war schon bei Holzmann, Opel oder Schlecker zu sehen: Wenn ich als einzelner den Job verliere, dann bin ich dem Staate pupsegal, aber werde ich mit hunderten oder tausenden arbeitslos, dann muss unbedingt der Kanzler persönlich was tun.



Wenn Sie, nachdem Ihr Haus von einem Wirbelsturm zerlegt wurde, auf die Strasse gehen um zu demonstrieren oder nach Berlin fahren, um vor dem Kanzleramt zu demonstrieren, dann hat das absolut keine (!) Auswirkungen. Wenn dagegen 100 Menschen, denen eine Flut das Haus weggerissen hat, mit ihren Freunden und Verwandte+Bekannten auf die Strasse gehen, dann hat das schon eine ganz andere Dimension.

D.h. der Staat erkauft sich mit Hilfsgeldern an Opfer von Katastrophen oder an die Entlassenen großer Betriebe "Ruhe im Land". Nicht mehr und nicht weniger.

Yossarian

Doeding Offline




Beiträge: 2.486

05.06.2013 08:43
#9 RE: Hilfspakete Antworten

Zitat von Yossarian im Beitrag #8
Llarian schrieb:

Zitat:

D.h. der Staat erkauft sich mit Hilfsgeldern an Opfer von Katastrophen oder an die Entlassenen großer Betriebe "Ruhe im Land". Nicht mehr und nicht weniger.

Yossarian


Völlig richtig. Und somit ist es, innerhalb der oft perversen Regeln der Mediendemokratie richtig, was sie tut. Hätte sie gestern nicht ihre Wanderschuhe in die Kameras gehalten und Hilfszusagen gemacht, dann hätte sie spätestens ab Morgen eine Presse, die sie möglicherweise die BTW gekostet hätte. Deswegen kann man sich natürlich trotzdem eine andere Welt wünschen...

Herzlichen Gruß,
Andreas Döding

Manfred Sachs Offline




Beiträge: 105

05.06.2013 09:26
#10 RE: Hilfspakete Antworten

Zitat von adder im Beitrag #7
Zitat von R.A. im Beitrag #1
Hilfe für die Hochwasseropfer ist selbstverständlich. Aber sind die Millionenzahlungen gerechtfertigt, die von den Regierenden derzeit versprochen werden?


Natürlich sind alle Zahlungen, die über die absolute Nothilfe hinausgehen nicht gerechtfertigt und zum großen Teil kontraproduktiv. Das Geld, das da für den Wiederaufbau von dann erneut gefährdeten Häusern ausgegeben werden soll, wäre in besseren Schutzmaßnahmen deutlich besser aufgehoben (und würde wohl auch eine höhere Rendite bringen).

Hochwasserschutz ist eine staatliche Aufgabe - da haben die Kommunen versagt, indem sie Baugebiete ausgewiesen haben, die im Schwemmland der Flüsse liegen. Das war früher noch kein Problem, als hin und wieder mal eine (im Vergleich zu heute kleine) Stadt am Flussufer lag. Heute werden aber die Flußauen bebaut, die durch ihre Überflutung eben diesen Städten das alljährlich Hochwasser erspart haben.

Zudem ist es paradox: Landgewinnung am Meer wurde schon vor Jahrzehnten aufgegeben. (Bau-)Landgewinnung am Fluss wird dagegen per Federstrich durchgeführt...

Werter adder,

da zäumen sie das Pferd aber von hinten auf. Hochwasser hat ursächlich nichts mit Auenbebauung zu tun. Ebenso haben Gemeinden die an gefährdeten Flußläufen liegen nicht viele Möglichkeiten zum Hochwasserschutz, im Sinne von: die Städte trocken halten. Hochwasservermeidung hingegen kann eigentlich nur auf zwei Arten erfolgen. Zum einen eine Kaskade von Stauanlagen (was dann für etliche am Flußlauf gelegene Gemeinden permanentes "Hochwasser" bedeutet) und zum anderen durch Schaffung gigantischer Auffanggebiete (denen dann ebenfalls etliche Gemeinden zum Opfer fallen würden).

Ansonsten funktioniert der Hochwasserschutz doch hervoragend. Die Infrastruktur von Strom und Gas wird abgeschalten um unnötige Schäden zu vermeiden, die Anwohner werden rechtzeitig gewarnt, besonders stark gefährdete Gebiete frühzeitig evakuiert. Und überhaupt, alle paar Jahre Haus und Grundstück säubern und Schäden ausbessern ist allemale billiger als dauerhaft riesige Wehranlagen zu unterhalten. Das meine ich nicht zynisch sonder spreche aus Erfahrung als alter Saaleanrainer, der derzeit - mal wieder - nur das Obergeschoß bewohnt.

MfG
M. S.

R.A. Offline



Beiträge: 8.171

05.06.2013 10:16
#11 RE: Hilfspakete Antworten

Zitat von Doeding im Beitrag #3
Ist es denn so, daß die Hilfsgelder für die Entschädigung Privater Haushalte und Firmen zur Verfügung gestellt werden?

Ganz ehrlich: Da bin ich mir auch nicht sicher.
Wenn z. B. Merkel einige hundert Millionen in Aussicht stellt, dann läßt sie ja (wohl bewußt) offen, wer konkret etwas kriegen soll.

Wenn aber "schnell und unbürokratisch" versprochen wird, dann geht es m. E. schon um Zahlungen an Private - bei Kommunen wäre die Geschwindigkeit der Zahlung sekundar.

Auch die öffentliche Erwartungshaltung geht m. E. deutlich dahin, daß den Leuten geholfen werden soll, deren Häuser jetzt im Wasser stehen. Oft wird das noch gekoppelt mit der Aussage, man solle deutsche Steuergelder lieber an deutsche Hochwasseropfer zahlen als irgendwohin "ins Ausland".

R.A. Offline



Beiträge: 8.171

05.06.2013 10:22
#12 RE: Hilfspakete Antworten

Zitat von Manfred Sachs im Beitrag #10
durch Schaffung gigantischer Auffanggebiete

Das scheint an einigen Orten zu funktionieren.
Das Land Rheinland-Pfalz hat am Rhein bei Ingelheim eine gigantische Überflutungsfläche vorgesehen und die wird derzeit gefüllt. Das reicht offenbar für den Schutz des kompletten Mittelrheintals.
In der Region Leizpig ist wohl ähnliches geplant - aber nicht rechtzeitig fertig geworden.

Aber so etwas ist eben nicht überall möglich. Wenn ein Fluß durch Hügelland, ist meist nicht viel Fläche ringsum frei. Bei der Saale oder dem Inn würden mir keine wesentlichen Überflutungsmöglichkeiten einfallen (bei der Donau zwischen Regensburg und Passau sollte es dagegen möglich sein). Und die Elbe ist da wohl völlig chancenlos, da ist erst ab Meißen wieder Platz in der Landschaft.

Zitat
Und überhaupt, alle paar Jahre Haus und Grundstück säubern und Schäden ausbessern ist allemale billiger als dauerhaft riesige Wehranlagen zu unterhalten. Das meine ich nicht zynisch sonder spreche aus Erfahrung als alter Saaleanrainer, der derzeit - mal wieder - nur das Obergeschoß bewohnt.


Richtig.
In Passau scheinen sie das ähnlich zu sehen - die Altstadt kann man wohl nicht wirklich hochwassersicher machen. Aber da werden z. B. die Keller kurz vor dem Hochwasser mit sauberem Wasser gefüllt, um die Verschlammung in Grenzen zu halten.
Auch Köln ist dafür bekannt, daß die Altstädter ganz souverän mit den regelmäßigen Rheinüberschwemmungen umgehen.

adder Offline




Beiträge: 1.073

05.06.2013 10:23
#13 RE: Hilfspakete Antworten

Zitat von Manfred Sachs im Beitrag #10
Zitat von adder im Beitrag #7
Zitat von R.A. im Beitrag #1
Hilfe für die Hochwasseropfer ist selbstverständlich. Aber sind die Millionenzahlungen gerechtfertigt, die von den Regierenden derzeit versprochen werden?


Natürlich sind alle Zahlungen, die über die absolute Nothilfe hinausgehen nicht gerechtfertigt und zum großen Teil kontraproduktiv. Das Geld, das da für den Wiederaufbau von dann erneut gefährdeten Häusern ausgegeben werden soll, wäre in besseren Schutzmaßnahmen deutlich besser aufgehoben (und würde wohl auch eine höhere Rendite bringen).

Hochwasserschutz ist eine staatliche Aufgabe - da haben die Kommunen versagt, indem sie Baugebiete ausgewiesen haben, die im Schwemmland der Flüsse liegen. Das war früher noch kein Problem, als hin und wieder mal eine (im Vergleich zu heute kleine) Stadt am Flussufer lag. Heute werden aber die Flußauen bebaut, die durch ihre Überflutung eben diesen Städten das alljährlich Hochwasser erspart haben.

Zudem ist es paradox: Landgewinnung am Meer wurde schon vor Jahrzehnten aufgegeben. (Bau-)Landgewinnung am Fluss wird dagegen per Federstrich durchgeführt...

Werter adder,

da zäumen sie das Pferd aber von hinten auf. Hochwasser hat ursächlich nichts mit Auenbebauung zu tun. Ebenso haben Gemeinden die an gefährdeten Flußläufen liegen nicht viele Möglichkeiten zum Hochwasserschutz, im Sinne von: die Städte trocken halten. Hochwasservermeidung hingegen kann eigentlich nur auf zwei Arten erfolgen. Zum einen eine Kaskade von Stauanlagen (was dann für etliche am Flußlauf gelegene Gemeinden permanentes "Hochwasser" bedeutet) und zum anderen durch Schaffung gigantischer Auffanggebiete (denen dann ebenfalls etliche Gemeinden zum Opfer fallen würden).


Ich glaube, lieber Manfred Sachs, dass Sie mich zum Teil falsch verstanden haben: von diesen selteneren echten "Jahrhunderthochwassern" einmal abgesehen, sind doch vor allem die Gemeinde - oder Stadtgebiete von Hochwasser betroffen, die ohnehin in den alten Flußauen liegen bzw. auf Schwemmland ausgewiesen wurden. In dem dafür natürlich auch bestimmte Schutzmaßnahmen ergriffen wurden, wird der Lauf des Flusses ein wenig beschleunigt und vor allem die Flutwelle höher. Beispiel Grimma: vor Grimma wurden kilometerlange Deiche errichtet, um die Mulde nicht die Äcker und Neusiedlungen überfluten zu lassen. Dadurch war dann der früher ausreichende Hochwasserschutz von Grimma nicht mehr in der Lage normales Hochwasser auszuhalten - geschweige denn eine solche Flutwelle wie 2002 - oder auch heute.

Anderes Beispiel: Wildeshausen an der Hunte: hier gibt es nicht einmal Deiche. Warum auch? Falls die Hunte mal Hochwasser hat, laufen einige Quadratkilometer Ackerland voll. Und es steht im Stadtpark Wasser.

Zitat
Ansonsten funktioniert der Hochwasserschutz doch hervoragend. Die Infrastruktur von Strom und Gas wird abgeschalten um unnötige Schäden zu vermeiden, die Anwohner werden rechtzeitig gewarnt, besonders stark gefährdete Gebiete frühzeitig evakuiert. Und überhaupt, alle paar Jahre Haus und Grundstück säubern und Schäden ausbessern ist allemale billiger als dauerhaft riesige Wehranlagen zu unterhalten. Das meine ich nicht zynisch sonder spreche aus Erfahrung als alter Saaleanrainer, der derzeit - mal wieder - nur das Obergeschoß bewohnt.

MfG
M. S.



In Halle ist das Problem doch auch erst ein neues. Teile der Altstadt leiden darunter, dass ihnen das natürliche Flutungsgebiet auf der westlichen Saaleseite genommen wurde. Und natürlich wurden schon früher einige Häuser ins Flutungsgebiet gebaut. Die haben dann aber Pech.

sitka Offline




Beiträge: 22

05.06.2013 10:27
#14 RE: Hilfspakete Antworten

Zitat von crithir im Beitrag #4
Das fragt man sich vor allem, wenn die Menschen sich bewusst gegen Schutz entscheiden: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/...n-12207407.html


In diese Zusammenhang:Interview am Sonntag mit dem Bürgermeister von Grimma.
Sinngemäße Aussage:wenn diverse sog.Umweltschützer (morbus Juchtenkäfer)und Bürgerinitiativen die Komplettierung der Wasserschutzmaßnahmen nicht behindert hätten,wäre der Stadt jetzt nichts passiert.Da fragt man sich doch, ob manchmal zu viel Mitleid nicht kontraproduktiv ist.(Lokalitäten wie Passau sind Ausnahmen,da wohl ein wirksamer Hochwasserschutz technisch nicht möglich ist)
FJ

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 8.929

05.06.2013 10:29
#15 RE: Hilfspakete Antworten

Musik soll ja mitunter als tröstlich empfunden werden:
http://www.youtube.com/watch?v=9fpbCLNyPUA

Well, the rails are washed out north of town
We gotta head for higher ground
We can't come back till the water comes down,
Five feet high and risin' (Johnny Cash)

(besonders die Einleitung: "My mama always taught me that good things come from adversity if we put our faith in the Lord. We couldn't see much good in the flood waters when they were causing us to have to leave home,
But when the water went down, we found that it had washed a load of rich black bottom dirt across our land. The following year we had the best cotton crop we'd ever had.")

Bob Dylan & The Band, Crash on the Levee

R.A. Offline



Beiträge: 8.171

05.06.2013 11:00
#16 RE: Hilfspakete Antworten

Zitat von sitka im Beitrag #14
Sinngemäße Aussage:wenn diverse sog.Umweltschützer (morbus Juchtenkäfer)und Bürgerinitiativen die Komplettierung der Wasserschutzmaßnahmen nicht behindert hätten,wäre der Stadt jetzt nichts passiert.

Nach einer Überschwemmung fällt ja immer eine Menge ziemlich ekliger Schlamm an.
Da wäre doch zu überlegen, diesen in den Wohnzimmern der diversen BI-Mitglieder zu entsorgen.

Es wäre besonders absurd, wenn diese Leute jetzt auch noch Hilfszahlungen bekämen.

Manfred Sachs Offline




Beiträge: 105

05.06.2013 11:25
#17 RE: Hilfspakete Antworten

Zitat von adder im Beitrag #13
In Halle ist das Problem doch auch erst ein neues. Teile der Altstadt leiden darunter, dass ihnen das natürliche Flutungsgebiet auf der westlichen Saaleseite genommen wurde. Und natürlich wurden schon früher einige Häuser ins Flutungsgebiet gebaut. Die haben dann aber Pech.

Und genau das stimmt so eben nicht. Die Saale tritt alle paar Jahre zum Teil massiv über ihre Ufer und flutet flußabwärts alle Anrainer. Dem Wasser ist es doch völlig wumpe, ob die Aue die es schwemmt bebaut ist oder nicht. Auch die Saalekaskade hilft da nicht viel, da es im Flußlauf einfach zuviele Zuflüße gibt. Halle liegt nun einmal ziemlich weit flußabwärts und bekommt somit volle Breitseite - diese Stadt hat im Laufe der Jahrhunderte schon manch verheerendes Hochwasser erlebt, wenn auch das Letzte dieses Ausmaßes wohl gut 400 Jahre zurückdatiert.

Zitat von sitka im Beitrag #14
In diese Zusammenhang:Interview am Sonntag mit dem Bürgermeister von Grimma.
Sinngemäße Aussage:wenn diverse sog.Umweltschützer (morbus Juchtenkäfer)und Bürgerinitiativen die Komplettierung der Wasserschutzmaßnahmen nicht behindert hätten,wäre der Stadt jetzt nichts passiert.Da fragt man sich doch, ob manchmal zu viel Mitleid nicht kontraproduktiv ist.(Lokalitäten wie Passau sind Ausnahmen,da wohl ein wirksamer Hochwasserschutz technisch nicht möglich ist)
FJ

Naja, Grimma ist verhältnismäßig tief im Muldetal gelegen und der Fluß macht beim Eintritt in das Stadtgebiet eine 90°-Kurve - man müßte also schon weite Teile der Altstadt abreißen und durch eine Dammanlage ersetzen, wollte man die Stadt vor der Überflutung bewahren. Aber ok, der Bürgermeister halt...

MfG
M. S.

wflamme Offline



Beiträge: 187

05.06.2013 11:51
#18 RE: Hilfspakete Antworten

Zitat
Das Land Rheinland-Pfalz hat am Rhein bei Ingelheim eine gigantische Überflutungsfläche vorgesehen und die wird derzeit gefüllt. Das reicht offenbar für den Schutz des kompletten Mittelrheintals.



Das hilft nicht wirklich viel.

Grüße,

Wolfgang Flamme

R.A. Offline



Beiträge: 8.171

05.06.2013 11:55
#19 RE: Hilfspakete Antworten

Zitat von Manfred Sachs im Beitrag #17
Naja, Grimma ist verhältnismäßig tief im Muldetal gelegen und der Fluß macht beim Eintritt in das Stadtgebiet eine 90°-Kurve - man müßte also schon weite Teile der Altstadt abreißen und durch eine Dammanlage ersetzen

Es ist wohl eine Sperrmauer geplant (und teilweise auch realisiert), dazu mußte wenig abgerissen werden.
Ist natürlich optisch nicht so barock wie das Stadtbild, wäre aber wohl wirksam.

wflamme Offline



Beiträge: 187

05.06.2013 12:38
#20 RE: Hilfspakete Antworten

Zunächst mal - nicht völlig OT - ein wenig Kultur:

Hörbuch-Podcast des Schweizer Radio DRS vom letzten Sommer. Sehr hörenswert.

Emile Zola - Die Überschwemmung, Teil 1-3
http://podcasts.srf.ch/world/audio/Lesun...7-2012-1503.mp3
http://podcasts.srf.ch/world/audio/Lesun...7-2012-1503.mp3
http://podcasts.srf.ch/world/audio/Lesun...8-2012-1503.mp3

Und dann will ich auch noch was bzgl. der Prämisse hinterfragen:

Zitat
Wer in solchen Risikogebieten ein Haus erwirbt oder gar neu baut, der muß einplanen, daß immer wieder mal Wasser im Keller steht. Oder auch mal im Erdgeschoß. Entsprechend sind diese Häuser oder Bauplätze auch deutlich preiswerter als vergleichbare Immobilien in geschützter Lage. Und diesen Preisvorteil sollte der Hausbesitzer eigentlich für eine Versicherung, für Schutzmaßnahmen oder für eine Sparreserve verwenden, um zu erwartende Schäden auszugleichen.



Diesen 'Preisvorteil' der 'ungeschützten' gegenüber den 'geschützten', aber ansonsten vergleichbaren Lagen, gibt's den wirklich? Ist das tatsächlich in einer seriösen Veröffentlichung gezeigt und belegt worden?

Grüße,

Wolfgang Flamme

Manfred Sachs Offline




Beiträge: 105

05.06.2013 12:55
#21 RE: Hilfspakete Antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #19
Zitat von Manfred Sachs im Beitrag #17
Naja, Grimma ist verhältnismäßig tief im Muldetal gelegen und der Fluß macht beim Eintritt in das Stadtgebiet eine 90°-Kurve - man müßte also schon weite Teile der Altstadt abreißen und durch eine Dammanlage ersetzen

Es ist wohl eine Sperrmauer geplant (und teilweise auch realisiert), dazu mußte wenig abgerissen werden.
Ist natürlich optisch nicht so barock wie das Stadtbild, wäre aber wohl wirksam.

Der Betonring rings um Grimma ist in der Tat zum Teil bereits realisiert (wen es interessiert, der findet in diesem Faltblatt ein paar Informationen), allerdings scheint die Höhe dieser Anlagen ein wenig, nunja, gering - zur Erinnerung, 2002 stand das Wasser 3,50 m hoch in der Altstadt. Das normale Frühjahrshochwasser wird diese Anlage wohl abhalten können, Fluten wie 2002 oder eben dieses Jahr, dürften auch da hinüber schlagen.

MfG
M. S.

R.A. Offline



Beiträge: 8.171

05.06.2013 12:56
#22 RE: Hilfspakete Antworten

Zitat von wflamme im Beitrag #20
Diesen 'Preisvorteil' der 'ungeschützten' gegenüber den 'geschützten', aber ansonsten vergleichbaren Lagen, gibt's den wirklich?

Ich weiß aus Einzelbeispielen aus Rheinland-Pfalz, daß Hochwassergefahr ein Malus für den Wert einer Immobilie ist. Kann ich mir auch gar nicht anders vorstellen. Ich glaube aber nicht, daß das irgendeiner schon mal flächendeckend untersucht hat.

Aber umgekehrt: Wenn es tatsächlich keinen Preisunterschied gäbe - dann ist man ja wirklich mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn man von zwei ansonsten gleichwertigen Objekten das mit Hochwasserrisiko kauft. Und so viel Dummheit wäre erst recht keine Sache des Steuerzahlers.

adder Offline




Beiträge: 1.073

05.06.2013 13:21
#23 RE: Hilfspakete Antworten

Zitat von Manfred Sachs im Beitrag #17
Zitat von adder im Beitrag #13
In Halle ist das Problem doch auch erst ein neues. Teile der Altstadt leiden darunter, dass ihnen das natürliche Flutungsgebiet auf der westlichen Saaleseite genommen wurde. Und natürlich wurden schon früher einige Häuser ins Flutungsgebiet gebaut. Die haben dann aber Pech.

Und genau das stimmt so eben nicht. Die Saale tritt alle paar Jahre zum Teil massiv über ihre Ufer und flutet flußabwärts alle Anrainer. Dem Wasser ist es doch völlig wumpe, ob die Aue die es schwemmt bebaut ist oder nicht. Auch die Saalekaskade hilft da nicht viel, da es im Flußlauf einfach zuviele Zuflüße gibt. Halle liegt nun einmal ziemlich weit flußabwärts und bekommt somit volle Breitseite - diese Stadt hat im Laufe der Jahrhunderte schon manch verheerendes Hochwasser erlebt, wenn auch das Letzte dieses Ausmaßes wohl gut 400 Jahre zurückdatiert.


Ja, natürlich ist es dem Wasser egal, ob die Aue bebaut ist oder nicht. Die Leute, die dort gebaut haben, jammern dann aber rum.
Und wenn dann das neue Wohngebiet durch Deiche und Sperrmauern geschützt worden ist, hat die Altstadt das Problem, dass der Flusspegel höher ist und schneller erreicht wird als wenn das Wasser einfach in die Aue geflossen wäre.
Wenn man einen Fluss einfach zwischen 2 Deiche sperren will, muss man sich eben nicht wundern, wenn das nicht klappt. Wasser braucht Raum - ansonsten steigt der Wasserspiegel bei Fluten. Ist ja auch logisch, wenn die Breite eingeschränkt wird, geht's in die Höhe.

Zitat
Naja, Grimma ist verhältnismäßig tief im Muldetal gelegen und der Fluß macht beim Eintritt in das Stadtgebiet eine 90°-Kurve - man müßte also schon weite Teile der Altstadt abreißen und durch eine Dammanlage ersetzen, wollte man die Stadt vor der Überflutung bewahren. Aber ok, der Bürgermeister halt...



Grimma hat aber zusätzlich das Problem, dass die Mulde vor der Stadt keine Flutungsgebiete mehr hat. Ansonsten käme nicht so viel Wasser auf einmal dort an.

Manfred Sachs Offline




Beiträge: 105

05.06.2013 14:01
#24 RE: Hilfspakete Antworten

Zitat von adder im Beitrag #23
Ja, natürlich ist es dem Wasser egal, ob die Aue bebaut ist oder nicht. Die Leute, die dort gebaut haben, jammern dann aber rum.
Und wenn dann das neue Wohngebiet durch Deiche und Sperrmauern geschützt worden ist, hat die Altstadt das Problem, dass der Flusspegel höher ist und schneller erreicht wird als wenn das Wasser einfach in die Aue geflossen wäre.
Wenn man einen Fluss einfach zwischen 2 Deiche sperren will, muss man sich eben nicht wundern, wenn das nicht klappt. Wasser braucht Raum - ansonsten steigt der Wasserspiegel bei Fluten. Ist ja auch logisch, wenn die Breite eingeschränkt wird, geht's in die Höhe.
[...]
Grimma hat aber zusätzlich das Problem, dass die Mulde vor der Stadt keine Flutungsgebiete mehr hat. Ansonsten käme nicht so viel Wasser auf einmal dort an.

Werter adder,

zunächst einmal möchte ich Ihnen versichern, daß ich, was die weiträumige Bewallung und Bedeichung betrifft ganz bei Ihnen bin, schließlich schiebt man das Problem damit nur den Anrainern flußabwärts in die Schuhe. Aber! Dies alles gilt nur für "normale" Frühjahrshochwasser. Wassermassen, wie sie derzeit rollen, lassen sich davon sowieso nicht aufhalten. Zum Vergleich, in Halle an der Saale reden wir derzeit von einem Pegel der 6 bis 7 Meter über dem Normalniveau liegt.

Im Übrigen hat von Grimma aus flußaufwärts bis Sermuth (wo sich die beiden Mulden vereinigen) nur Höfgen eine Art Deich, der Rest ist fast alles Ackerland und Forst oder steht, wie das Kloster Nimbschen, ebenfalls unter Wasser.

MfG
M. S.

wflamme Offline



Beiträge: 187

05.06.2013 14:18
#25 RE: Hilfspakete Antworten

Noch eine Ergänzung:
http://www.allgemeine-zeitung.de/region/...32440291001.htm

"Also im Prinzip ... wir sind das Hochwasser gewohnt, von daher stellt es als solches kein großes Problem dar."

Bemerkenswert entspannt. Lohnt sich, ein wenig drüber nachzudenken.

Grüße,

Wolfgang Flamme

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