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ZETTELS KLEINES ZIMMER

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Dieses Thema hat 31 Antworten
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C. Offline




Beiträge: 2.639

23.11.2007 12:18
#26 RE: Ist Muhabbet ein Islamist? Antworten
Die wackeren Kämpfer gegen Rechts prügeln lieber auf die Überbringer der schlechten Nachricht ein oder versuchen sich im Werfen von Nebelkerzen. (dazu liefert die Diskussion bei wikipedia zu Muhabbet interessantes Anschauungsmaterial).

Im Gegensatz zumm regelmäßigen Alarmismus trotz ungeklärter Informationslage(Sebnitz, Potsdam) werden die Fälle, die nicht in das politische Konzept passen heruntergespielt. Ein besonders denkwürdiges Ereignis war der Brandanschlag auf die Synagoge von Düsseldorf, der zum "Aufstand der Anständigen" führte und wochenlang aufgeregt in der Öffentlichkeit und in den medien zu ungeahntem Aktionismus führte. Erst als es feststand, dass es sich bei den Tätern zwar um Rechtsextremisten handelte, allerdings nichtdeutscher Herkunft, fiel das Kartenhaus der Scheinheiligkeit zusammen.

In Antwort auf:
Mit Allah und Odin gegen die Juden

Der Anschlag auf die Synagoge in Düsseldorf und das Zusammenrücken der Antisemiten

Nach dem Brandanschlag auf die Synagoge in Düsseldorf – passend zum Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung – rief der Kanzler auf zum „Aufstand der Anständigen“. Der Wirtschaftsstandort Deutschland – so sein Anliegen – sollte nicht durch überschäumenden Rassismus gefährdet werden: „Es geht um sehr, sehr viel, was das Ansehen unseres Landes im Ausland angeht.“

Im Dezember letzten Jahres konnte dann Entwarnung gegeben werden: „Kein Anschlag von Neonazis, sondern die Tat zweier Araber“, verkündete DER SPIEGEL erleichtert die Aufklärung des Brandanschlages auf die Synagoge in Düsseldorf. ...

„Die Täter des Synagogen-Anschlags sind gefunden – es sind keine Neonazis“, verkündete erleichtert die christliche Abendlandzeitung Rheinische Post die Ermittlungsergebnisse und erklärte: „Düsseldorf ist also jetzt nicht mehr neben Hoyerswerda und Rostock, sondern in einer ähnlichen Lage wie Sebnitz...“ Der Düsseldorfer Oberbürgermeister bekundete: „Diese Nachricht erfüllt uns in Düsseldorf mit Genugtuung. Sie nimmt ein wenig von dem bösen Bild, das auf unsere Stadt gefallen ist.“

Ob nun Neonazis oder schlicht antisemitisch motivierte Faschisten, ob Deutsche oder Araber – faktisch handelt es sich bei den Molli-Werfern auf die Synagoge um gewalttätige Antisemiten, bei denen Hitler-Bilder und faschistisches Propagandamaterial sichergestellt wurden. Jeder, der in Deutschland mit Verweis auf politische Geschehnisse in Israel jüdische Gotteshäuser anzündet, ist zudem prinzipiell als Antisemit in faschistischer Kontinuität zu kennzeichnen
.

Nun liegt das ja etwas länger zurück, trotzdem hat sich nichts geändert, es wird weiterhin mit unterschiedlichen Wertmaßstäben gemessen.

Unbestreitbar ist, dass der Kampf gegen den Rechtsextremismus unnachgiebig zur Erhaltung des demokratischen Verfassungsstaates geführt werden muss (T.Peters - Quelle unten), allerdings sollte das konsequent unabhängig von der Herkunft der Person geführt werden. Das gleiche gilt für Rassismus, Sexismus und Homophobie.

Obwohl sattsam bekannt wird der "antifaschistische Kampf" der Kommunisten zur Wahrung der Demokratie geführt, sondern ist die Rechtfertigungsideologie zur Errichtung ihrer Dikatur. Es ist mir vollkommen unverständlich, dass sich die Parteien des demokratischen Spektrums und die Vertreter von Kirchen und Verbänden sich von von Vertetern dieser Ideologie vorführen lassen und sie auch noch tatkräftig unterstützen.

Einleitend zu einer ausführlichen, lesenswerten Analyse des ideologischen Kampfes schreibt Tim Peters in Der Antifaschismus der PDS:



In Antwort auf:
Soweit mit Antifaschismus im Sinne der kommunistischen Dimitroff-Formel der Kampf gegen das gesamte kapitalisti-
sche und bürgerliche System gemeint ist, wird Antifaschismus selbst zu einer Gefahr für die freiheitliche demokratische Ordnung. Hinzu kommt, daß Antifaschisten, die selbst offen link-sextremistische und verfassungsfeindliche Kräfte in ihren Reihen dulden oder mit diesen kooperieren, kein zuverlässiger und glaubwürdiger Partner im Kampf gegen Rechtsextremismus sein können.


Kritik an den Ausfällen von Muhabbet oder an den reaktionären Erscheinungen des Islam passt nicht in diesen ideologischen Rahmeund führen zu Aggressionen ungekannten Ausmaßes gegenüber den Kritikern wie Ahadi, Kelek oder Giordano, oder wie im Falle Muhabbet gegenüber Frau Schapira.
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

23.11.2007 14:22
#27 RE: Ist Muhabbet ein Islamist? Antworten

Lieber Frankfurter,

Zitat von Frankfurter
"....Die KONTRASTE-Reporter Andrea Everwien und Kemal Hür recherchierten in Muhabbets Vergangenheit und fanden sich im Dunstkreis der „Grauen Wölfe“ wieder.....
....Graue Wölfe – die rassistischen türkischen Ultrarechten. Vor drei Wochen schlugen sie in Berlin, Köln und Dortmund kurdische Einrichtungen ein. Ihre Zeichen: der Wolf und die drei Halbmonde. Ihre Mittel: Mord und Totschlag. Ihr Ziel: ein großtürkisches Reich."

In diesem Zusammenhang interessant ist der Songtext "Der Wolfszug". Muhabbet ist als einer der beiden Interpreten angegeben; aber wahrscheinlich war er wieder nur Backgroundsänger.

Auszug:
Siehst du, wie die Kanaken Tricksen
Hast nu, die Angst, im-nacken-Sitzen
Nichts da, Azrail, würd dich Kitzeln
Am voll Mond, zieht de Wolfzug

(...)

du machst mich wütend, und spürst meinen Zorn
de erzengel blässt durch das Horn
- das ende naht, rennst nackt über die Weide
fühlst den Tod an deinem Nacken du bist ein Heide
Alles Leer, es gibt nichts mehr
das Rudel feiert seinen Sieg, ...Gebrochen ist dein Hieb
- eure Niederlage liegt in Ruinen

Ob er nun mehr Islamist ist oder mehr türkischer Nationalist oder (was mir am wahrscheinlichsten vorkommt) beides - ich halte es schon für glaubhaft, daß Muhabbet sich heute von solchen Texten distanziert.

Ich denke, er hat die Strategie des neuen Atatürk Erdogan verstanden: Die Europäer, die Christen, nicht provozieren, sondern umarmen. Muhabbet hat kapiert, daß sein Islamismus, sein türkischer Nationalismus ja nicht immer laut rausgeplärrt werden muß.

Herzlich, Zettel

Frankfurter Offline



Beiträge: 233

23.11.2007 18:14
#28 RE: Ist Muhabbet ein Islamist? Antworten

Lieber Zettel,

bei allem Respekt, es ist ja schön und edel alles immer im Zweifelsfall für den Beschuldigten zu sehen: "ich halte es schon für glaubhaft, daß Muhabbet sich heute von solchen Texten distanziert."

Ich weiss nicht, was Sie bewogen hat, dies anzunehmen.

Erstens kennen wir die Zeitachse nicht, wann wurde was von wem geschrieben und gesungen. Zweitens hat sich unser türkischer Rapper auch nicht vorstellen können, welche Wellen seine Gesangsdarbietungen mit Steinmeier und Kourchner zumindest in Deutschland auslösen würden. In Frankreich hat sich dafür anscheinend niemand interessiert. Das könnte sich vielleicht ändern, wenn Kourchner demnächst ein Lied mit den Neo-Nazi Musikgruppen "Landser" bzw. "Störkraft" einspielt.

Ich bin weiterhin der Ansicht, dass es sich bei Muhabbet um einen ultranationalistischen und islamistischen Türken handelt, der die Deutschen hasst und verachtet. Was man auch daran erkennt, dass obwohl er in Deutschland aufgewachsen ist, sich nie um die deutsche Staatsbürgerschaft bemüht hat.

Er ist alles andere, als ein Beispiel für eine gelungene Integration. Dies hätte Steinmeier bzw. seine Mannschaft sehen müssen.

Dabei haben sie komplett versagt. Aber anstatt dafür die Verantwortung zu übernehmen, und die Konsequenzen zu ziehen, wird systematisch auch mit Hilfe der Medien versucht, die Sache unter den Teppich zu kehren.

Und das ist der eigentliche Skandal.




Frankfurter Offline



Beiträge: 233

23.11.2007 18:37
#29 Der neue Atatürk Erdogan Antworten

Ein Nachtrag:

Kann man Erdogan mit Atatürk vergleichen?

Nach meiner Auffassung war Atatürk ein Revolutionär und erfolgreicher Heerführer, vergleichbar mit Napoleon. Dagegen ist doch Erdogan eher ein Reaktionär, der die Uhr zurück drehen will, und das Kalifat wieder einführen will. Ich sehe ihn eher als Ludwig XVIII., der die Restauration der Bourbonen erreichte.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

23.11.2007 21:56
#30 RE: Ist Muhabbet ein Islamist? Antworten

Liebe Frankfurter,

Zitat von Frankfurter
"ich halte es schon für glaubhaft, daß Muhabbet sich heute von solchen Texten distanziert." Ich weiss nicht, was Sie bewogen hat, dies anzunehmen.

Mich hat dazu bewogen, daß er mit seiner heutigen sanften Masche offenbar großen Erfolg hat. Vielleicht hat er auch gelernt, ist er reifer geworden. In diesem Alter können ja ein paar Jahre viel ausmachen.
Zitat von Frankfurter
Ich bin weiterhin der Ansicht, dass es sich bei Muhabbet um einen ultranationalistischen und islamistischen Türken handelt, der die Deutschen hasst und verachtet.

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Wir wissen das ja beide nicht, lieber Frankfurter.

Für die jetzige Kontroverse scheint mir das aber auch nebensächlich zu sein. Wenn jemand an einer solchen Hetze gegen Frauen, gegen Homosexuelle, gegen "Heiden" usw. mitgewirkt hat, dann eignet der sich einfach nicht als Symbol für Integration oder Assimilation.

Keinem, der vor ein paar Jahren Nazi-Songs gesungen hat, würde man das mit einem Achselzucken verzeihen und ihn jetzt in die Arbeit der Bundesregierung einbinden. Das geht einfach nicht, es ist das falsche Signal, wie man heute gern sagt.

Zumal der Mann sich ja keineswegs entschuldigt hat für das, was er damals verzapft hat. (Wobei ich jetzt zu seinen Gunsten annehme, daß das ein paar Jahre her ist, wie er ja behauptet).
Zitat von Frankfurter
Aber anstatt dafür die Verantwortung zu übernehmen, und die Konsequenzen zu ziehen, wird systematisch auch mit Hilfe der Medien versucht, die Sache unter den Teppich zu kehren. Und das ist der eigentliche Skandal.

So ist es. Nicht daß die Regierung nicht freiwillig einen Fehler zugibt; das machen alle Regierungen so. Sondern daß just die Medien, die sonst hinter solchen Affären her sind wie die Terrier, jetzt verniedlichen und verharmlosen.

Im "Spiegel" dieser Woche zum Beispiel hat man Sven Röbel vom Berliner Büro über das Thema schreiben lassen. Statt ordentlich zu recherchieren und herauszufinden, an welchen der kritisierten Songs denn nun Muhabbet wann in welcher Funktion beteiligt war, schwafelt er über "obskure Weblogs", die "angebliche Treffer" verbreiteten.

Naja, vielleicht bringt ja der "Spiegel" nächste Woche was.

Herzlich, Zettel

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

23.11.2007 22:14
#31 RE: Der neue Atatürk Erdogan Antworten

Lieber Frankfurter,

Kemal Pasche und Erdogan haben aus meiner Sicht gemeinsam, daß sie glühende türkische Nationalisten sind, die die Türkei dadurch wieder zu einer Großmacht machen woll(t)en, daß sie sie modernisieren.

Daß Kemal das mit allen Mitteln versucht hat, ist bekannt. Erdogan folgt diesem Rezept. Er hat es geschafft, die Wirtschaft der Türkei anzukurbeln. Er will nach Europa hinein.

Natürlich nicht, um die Türkei an die europäische Kultur anzunähern. Sondern um die Türkei wieder zu der Vormacht in Südosteuropa zu machen, die sie im bis ins 19. Jahrhundert hinein gewesen ist. Das Osmanische Reich umfaßte ja nicht nur Griechenland, sondern auch Albanien, Bosnien, Montenegro, Mazedonien, Bulgarien.

Eine Türkei als Mitglied der EU, mit der starken türkischen Kolonie in Deutschland und anderen Ländern Mitteleuropas - das würde wieder eine Großmacht sein, auf Augenhöhe mit Frankreich, GB, Deutschland.

Herzlich, Zettel

Pelle ( Gast )
Beiträge:

03.12.2007 20:39
#32 Gangster Antworten

Gerade sind zwei Artikel in der Zeitung erschienen, die mir zum Thema "Rapper" passend erscheinen, da man dort ein wenig über die Kultur, das Selbstverständnis dieser Leute erfährt:

"Immer wieder gerät Bushido in die Schlagzeilen: Wegen aggressiv schwulen- und frauenfeindlicher Texte stehen einige Songs als jugendgefährdend auf dem Index. Auch er selbst und sein Umfeld gelten als gewaltbereit."
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/B...art1117,2431433

"Auf eine riesige Leinwand werden die größten Statussymbole projiziert, auf die ein Gangsta-Rapper stolz sein kann: aufgemotzte Autos, schöne Frauen und Waffen. Vor allem Waffen."
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Stadtl...;art125,2431512

So wurde mir dann auch klar, was der Begriff "Gangster-Rap" bedeutet: Diese "Musiker" stammen aus dem Gangster-Milieu, sind also Verbrecher!

Einen schönen Abend!

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