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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 30 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Seiten 1 | 2
R.A. Offline



Beiträge: 7.319

13.04.2018 10:13
#26 RE: Weg mit dem Dino antworten

Zitat von Frankenstein im Beitrag #22
Je mehr Land Privatpersonen für sich monopolisieren, desto weniger Fläche steht dem Rest der Bevölkerung zur Verfügung. Es lässt sich nunmal nicht mehr Fläche generieren.

Das ist richtig (obwohl die hier in der Diskussion gebrachten Einwände das schon ziemlich einschränken). Wobei "läßt sich nicht generieren" kein wirklich relevanter Aspekt ist. Ein Picasso an der Wand läßt sich auch nicht in weiteren Exemplaren generieren, und wenn man einen Partner ehelicht, steht der dem Rest der Bevölkerung auch nicht mehr zur Verfügung.

Aber ich sehe so überhaupt keinen Bezug zum Steuerrecht. Das ist doch nicht als Bestrafung dafür gedacht, daß man irgendetwas nutzt bzw. Andere von der Nutzung ausschließt.
Sondern Steuern sollen die nötigen Staatsaufgaben finanzieren, und die Beiträge dazu sollten nach Leistungsfähigkeit erfolgen.

R.A. Offline



Beiträge: 7.319

13.04.2018 10:18
#27 RE: Weg mit dem Dino antworten

Zitat von Llarian im Beitrag #21
Das ist richtig, aber wenn Du glaubst das bei den Wahlen in drei Jahren die Grundsteuer auch nur irgendeine Rolle spielen wird, dann bist Du glaube ich nicht so recht am Puls der Zeit.

Sie wird eine Rolle spielen, weil es bis dahin bestimmt noch keine neue Lösung geben wird. Jedenfalls nicht fertig implementiert und durch die Gerichte bestätigt.

Ansonsten gehe ich selbstverständlich nicht davon aus, daß ein so altehrwürdiges Relikt innerhalb weniger Jahre abgetötet werden kann. Dafür braucht man etwas längeren Atem, und die Diskussion um die Grundsteuer fängt gerade erst an. Also gilt es die ersten Pflöcke einzuschlagen, und da kann es für mich nicht um irgendwelche Reformvarianten geben.

Mittelfristig bin ich durchaus optimistisch, daß die Abschaffung gelingen kann. Ich habe schon einige politische Durchbrüche erlebt, die bei der ersten Diskussion als völlig unrealistisch abgetan wurden. Siehe zum Beispiel Abschaffung der Wehrpflicht: Daran hat anfangs fast niemand geglaubt, da brauchte es viele Jahre Diskussion - aber am Ende ist die Wehrplicht daran gescheitert, daß sie nicht mehr vernünftig und gerichtsfest zu organisieren war. Und genau diese Konstellation sehe ich auch bei der Grundsteuer.

R.A. Offline



Beiträge: 7.319

13.04.2018 10:29
#28 RE: Weg mit dem Dino antworten

Zitat von Florian im Beitrag #18
Inflationsbereinigt":
Warum das denn?

Wir reden hier immer über eine Besteuerung nach Leistungsfähigkeit, d.h. Steuergrundlage müssen reale Zugewinne sein. Generell sollten daher im Steuerrecht ALLE Vorgänge (und Grenzwerte etc.) inflationsbereinigt berechnet werden.
Das wäre aber für die meisten kurzfristig angelegten Vorgänge viel zu aufwendig. Wenn der Händler zu jedem Objekt im Lager die genaue Inflationsänderung zwischen Kauf und Verkauf berücksichtigen müßte, wäre das kompletter Verwaltungswahnsinn für minimale Beträge. Es ist daher richtig, daß normalerweise nicht zu machen.

Bei so langfristigen (und teuren) Vorgängen wie Immobiliengeschäften sieht das ganz anders aus. Wenn jemand vor 50 Jahren ein Haus gekauft hat und das heute wieder verkauft, hat er in vielen Regionen gerade so viel Geld (in echter Kaufkraft) erlöst wie damals erzielt. Nominal ist der Betrag aber ein Mehrfaches, und ohne Inflationsausgleich würde der Staat einen großen Teil dieses Eigentums konfiszieren, obwohl überhaupt kein Einkommen/Vermögenszuwachs vorliegt.


Zitat
Wenn sie sagen wir mal einen Rembrandt für 1 Mio kaufen, dann können sie den auch nicht abschreiben und die Abschreibung von der Steuer absetzen. Das können sie nur bei Immobilien.


Beim Rembrandt gibt es keine Abschreibungen, weil der auch keinen Verschleiß hat. Bei einer Immobilie (und anderen Investitionsgütern) wird mit der Abschreibung genau der Wertverlust berücksichtigt, der durch normalen Zeitablauf passiert. Wenn man an einem Haus 50 Jahre lang nichts investiert, dann ist es schrottreif und hat nur noch einen Wert Null. Das Grundstück wird natürlich nicht abgenutzt, aber auf das Grundstück gibt es auch keine Abschreibungen.

Frankenstein Offline




Beiträge: 519

13.04.2018 14:39
#29 RE: Weg mit dem Dino antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #26
Zitat von Frankenstein im Beitrag #22
Je mehr Land Privatpersonen für sich monopolisieren, desto weniger Fläche steht dem Rest der Bevölkerung zur Verfügung. Es lässt sich nunmal nicht mehr Fläche generieren.

Das ist richtig (obwohl die hier in der Diskussion gebrachten Einwände das schon ziemlich einschränken). Wobei "läßt sich nicht generieren" kein wirklich relevanter Aspekt ist. Ein Picasso an der Wand läßt sich auch nicht in weiteren Exemplaren generieren, und wenn man einen Partner ehelicht, steht der dem Rest der Bevölkerung auch nicht mehr zur Verfügung.

Aber ich sehe so überhaupt keinen Bezug zum Steuerrecht. Das ist doch nicht als Bestrafung dafür gedacht, daß man irgendetwas nutzt bzw. Andere von der Nutzung ausschließt.
Sondern Steuern sollen die nötigen Staatsaufgaben finanzieren, und die Beiträge dazu sollten nach Leistungsfähigkeit erfolgen.

Gerade mit Landbesitz ist man doch leistungsfähig.

Wäre es nicht viel angemessener, produktive Tätigkeit geringer (oder gar nicht) zu besteuern, die den Erwerb und die Finanzierung von Landbesitz und Grundsteuern ermöglicht?

Die arbeitende Bevölkerung dafür, dass sie den Laden am Laufen hält, auszuplündern, während zeitgleich Privatländereien steuerlich unangetastet bleiben sollen, scheint mir unlogisch zu sein. Wäre es - rein theoretisch betrachtet - nicht viel sinnvoller, die Lohnsteuer komplett abzuschaffen und stattdessen mehr oder weniger ausschliesslich Grundbesitz und Externalitäten zu versteuern?

Das würde dann auch den passionierten Grundbesitzer motivieren, sich leistungsfähigkeitsorientiert zu engagieren ;)

Frankenstein Offline




Beiträge: 519

13.04.2018 14:52
#30 RE: Weg mit dem Dino antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #26
Zitat von Frankenstein im Beitrag #22
Je mehr Land Privatpersonen für sich monopolisieren, desto weniger Fläche steht dem Rest der Bevölkerung zur Verfügung. Es lässt sich nunmal nicht mehr Fläche generieren.

Das ist richtig (obwohl die hier in der Diskussion gebrachten Einwände das schon ziemlich einschränken). Wobei "läßt sich nicht generieren" kein wirklich relevanter Aspekt ist. Ein Picasso an der Wand läßt sich auch nicht in weiteren Exemplaren generieren, und wenn man einen Partner ehelicht, steht der dem Rest der Bevölkerung auch nicht mehr zur Verfügung.

Aber ich sehe so überhaupt keinen Bezug zum Steuerrecht. Das ist doch nicht als Bestrafung dafür gedacht, daß man irgendetwas nutzt bzw. Andere von der Nutzung ausschließt.
Sondern Steuern sollen die nötigen Staatsaufgaben finanzieren, und die Beiträge dazu sollten nach Leistungsfähigkeit erfolgen.

Die Vergleiche hinken m. E. ganz gewaltig. Ein Picasso lässt sich prinzipiell beliebig vermehren und ist ohnehin kein essentielles natürliches Gut, das der Allgemeinheit entzogen wurde, sondern ein aus produktiver Tätigkeit erschaffene Gegenstand.

Und der Partner ist kein lebensnotwendiges natürliches Gut, sondern ein menschliches Individuum, dass prinzipiell nach wie vor jedem zugänglich ist. Interessanterweise gibt es jedoch eine Art negative Partnerschaftssteuer, das Ehegattensplitting.

Landfläche hat hingegen niemand erschaffen oder produziert, sie lässt sich auch praktisch nicht wirklich herstellen.

Werwohlf Offline




Beiträge: 844

15.04.2018 22:15
#31 RE: Weg mit dem Dino antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #28
Wir reden hier immer über eine Besteuerung nach Leistungsfähigkeit, d.h. Steuergrundlage müssen reale Zugewinne sein.
Wirklich? Was ist mit Verbrauchsteuern? Und bei allen Substanzsteuern geht man eh nur von fiktiven Zugewinnen aus, weil man eben den Gesamtwert besteuert und nicht das Plus. Generell: Inflationsbereinigung macht in progressiv gestalteten Einkommensteuern Sinn, weil Inflation dort den Steuersatz beeinflusst, sonst eher weniger, denn auch die gezahlte Steuer ist ja dann weniger wert...

--
Bevor ich mit den Wölfen heule, werd‘ ich lieber harzig, warzig grau,
verwandele ich mich in eine Eule oder vielleicht in eine graue Sau.
(Reinhard Mey)

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