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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 63 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Seiten 1 | 2 | 3
Dagny Offline



Beiträge: 1.096

09.09.2008 14:11
#26 RE: Ablauf der Ereignisse Antworten

Freund, Feind, Parteifreund, Zettel - warum sollte die Aelteste Partei Deutschlands da eine Ausnahme darstellen?

Das Handelsblatt zitiert Becks Ausspruch 'niemand kann mich verbiegen' - und letztlich ist das doch Ausdruck des Scheiterns Becks, denn er hat die Berliner Realitaet ('sich verbiegen') als Provinzpolitiker ('Weinkoeniging kroenen') nicht akzeptiert.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

09.09.2008 14:30
#27 RE: Ablauf der Ereignisse Antworten

Zitat von Dagny
Das Handelsblatt zitiert Becks Ausspruch 'niemand kann mich verbiegen' - und letztlich ist das doch Ausdruck des Scheiterns Becks, denn er hat die Berliner Realitaet ('sich verbiegen') als Provinzpolitiker ('Weinkoeniging kroenen') nicht akzeptiert.

Ein schwankendes Rohr im Wind kann man schwer verbiegen, liebe Dagny.

Es gibt für die SPD nur eine wirklich wichtige Frage: Geht sie auf Volksfront-Kurs oder orientiert sie sich zur Mitte? Wird sie erst mit den Kommunisten koalieren und dann mit ihnen fusionieren, oder hat sie die Kraft, jetzt das nachzuholen, was die meisten sozialdemokratischen Parteien Europas hinter sich haben: Den eindeutigen Schwenk hin zu einem neoliberalen Kurs?

Beides geht nicht. Beck hat aber beides versucht.

Oder vielmehr, er hat sich so geneigt, wie der Wind gerade blies. Mal hieß der Wind Nahles, mal Ypsilanti.

Herzlich, Zettel

Dagny Offline



Beiträge: 1.096

09.09.2008 15:12
#28 RE: Ablauf der Ereignisse Antworten

Zitat von Zettel

Ein schwankendes Rohr im Wind kann man schwer verbiegen, liebe Dagny.

Es gibt für die SPD nur eine wirklich wichtige Frage: Geht sie auf Volksfront-Kurs oder orientiert sie sich zur Mitte? Wird sie erst mit den Kommunisten koalieren und dann mit ihnen fusionieren, oder hat sie die Kraft, jetzt das nachzuholen, was die meisten sozialdemokratischen Parteien Europas hinter sich haben: Den eindeutigen Schwenk hin zu einem neoliberalen Kurs?



Wie verwenden Sie, lieber Zettel, den Begriff 'Neoliberal'? Im linken Sinne oder im Sinne etwa des Ordoliberalismus?

In meinen Augen ist allein die Aussage 'ich lasse mich nicht verbiegen' eingestaendnis der eigenen Unfaehigkeit. Ein Schroeder wuerde so einen Satz nicht im Traum denken.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

09.09.2008 15:27
#29 RE: Ablauf der Ereignisse Antworten

Zitat von Dagny
Wie verwenden Sie, lieber Zettel, den Begriff 'Neoliberal'? Im linken Sinne oder im Sinne etwa des Ordoliberalismus?

Die Linken haben, liebe Dagny mit diesem Begriff mal wieder das geschafft, was vor allem die Kommunisten dank langer Übung bestens können: Gegnern ein Etikett aufpappen und dieses so mit negativen Konnotationen aufladen, daß allein seine Erwähnung diskreditierend wirkt.

Ich bin ein Liberaler, und da der Liberalismus in neuerer Zeit wieder einen Aufschwung genommen hat, folglich ein Neoliberaler. Auf eine bestimmte Schule würde ich das nicht einschränken, obwohl ich vermutlich den Ordoliberalen näher stehe als, sagen wir, Milton Friedman und der Schule von Chicago.



Aber darum geht es mir gar nicht. Es geht mir darum, daß die Globalisierung und das Scheitern des klassischen sozialdemokratischen Modells (Vorbild Schweden) ab den späten siebziger/frühen achtziger Jahren jeden kapitalistischen Staat vor die Wahl stellten, entweder den neoliberalen Weg zu gehen - Steuersenkungen, Deregulierung, Privatisierung von Staatsbetrieben, mehr Eigenverantwortung für den Bürger - oder eben hinten runterzufallen. Das haben viele sozialdemokratische Parteien begriffen - von Neuseeland bis Finnland. Diese Staaten haben ihre Krisen überwunden.

In Frankreich, in Deutschland haben die sozialdemokratischen Parteien stattdessen das Visier heruntergelassen, um diese schnöde globalisierte Welt nicht mehr sehen zu müssen und umso tapferer gegen sie kämpfen zu können.

Das meinte ich, liebe Dagny. Die SPD hat diese Wende vor zwanzig Jahren versäumt. Entweder gelingt sie ihr doch noch, oder sie ist auf Dauer regierungsunfähig, oder sie führt Deuschland zusammen mit den Grünen und den Kommunisten in eine weit schlimmere Krise als die am Ende von Rotgrün.



Zurück: Die Kommunisten versuchen den Begriff "neoliberal" zu diskreditieren. Also benutze ich ihn bewußt in einem positiven Sinn. Man darf den Kommunisten nicht nachgeben, auch nicht in der Semantik.

Herzlich, Zettel

Nola ( gelöscht )
Beiträge:

09.09.2008 15:33
#30 RE: Ablauf der Ereignisse Antworten

In Antwort auf:
Zitat Zettel:
Es gibt für die SPD nur eine wirklich wichtige Frage: Geht sie auf Volksfront-Kurs oder orientiert sie sich zur Mitte? Wird sie erst mit den Kommunisten koalieren und dann mit ihnen fusionieren, oder hat sie die Kraft, jetzt das nachzuholen, was die meisten sozialdemokratischen Parteien Europas hinter sich haben: Den eindeutigen Schwenk hin zu einem neoliberalen Kurs?


Und statt das jetzt bescheidene Stille einkehrt um nicht zu sagen Beruhigung aller Gemüter, können es einige nicht lassen und so warnt zum Beispiel Klaus Wowereit gleich vor der wichtigen Frage und vor einem Kurswechsel: "Wenn jetzt einige glauben sollten, dass die SPD eine neue programmatische Ausrichtung mitgehen würde, wäre das fatal". Dies ging an die Adresse von Steinmeier und Müntefering und auch dieses: „volle Solidarität mit der hessischen SPD-Vorsitzenden Andrea Ypsilanti, die eine rot-grüne Minderheitsregierung unter Duldung der Linkspartei anstrebt“ und weiterhin: "Ich gehe davon aus, dass da kein neuer Streit ausbricht - aber wir werden sehen"!

Ihre Frage ist also wohl längst beantwortet, lieber Zettel, der Zug hat schon Fahrt in Richtung Volksfront aufgenommen.

♥lich Nola

C. Offline




Beiträge: 2.639

09.09.2008 16:04
#31 RE: Ablauf der Ereignisse Antworten

Zitat von Dagny
In meinen Augen ist allein die Aussage 'ich lasse mich nicht verbiegen' eingestaendnis der eigenen Unfaehigkeit.


Nää, so isser halt, dä Pälzer und deswegen war Kurt Beck ein angesehener und beliebter Ministerpräsident, der keinen größeren Schaden anrichtete. Die Pfälzer machen sowieso was sie wollen und wenn einer mitfeiern kann wie der Kurt, kann der nicht so verkehrt sein.

Natürlich war er eine völlige Fehlbesetzung als Vorsitzender der SPD, aber nachdem Platzeck verschlissen worden war, wollte ja niemand anderes, sondern man hat lieber aus der zweiten Reihe geschossen. meiner meinung nach wird sowieso zuviel in das Handeln des Kurt Beck hineininterpretiert, was eine eventuelle Annäherung an die Linke. angeht. Er wollte doch der Andrea lediglich die Ehr antun, weil sie sich so abgestrampelt hat.



Zitat von Dagny
Ein Schroeder wuerde so einen Satz nicht im Traum denken.


Nicht jeder, dem man alles zutrauen kann, ist auch fähig, allerdings halte ich Schröder zu allem fähig, was aber nicht als Fähigkeitkeitsnachweis verstanden werden sollte.

Ich würde mich schon sehr täuschen, wenn Drehbuch und Regie vom vergangenen Samstag nicht von Schröder stammen würden. (Ich drohe ja schon seit der letzten Bundestagswahl mit seiner Wiederkehr und jetzt ist er pünktlich zum Rückspiel aufgetaucht.)

C. Offline




Beiträge: 2.639

09.09.2008 20:01
#32 RE: Münteferings Freunde und neueste Umfrageergebnisse Antworten
Zitat von Nola
Da hätten wir laut hausinterner Umfragen (bei Zettel unter Wissenswertes) die Umfrage von gestern 07.09.08.


Leider steht bei der BILD-Zeitung selten dabei, wer welchen Artikel verbrochen hat, was sehr bedauerlich ist, denn dieses Meisterstück ist preiswürdig in der Kategorie "Wir schreiben die SPD mal schnell hoch, damit es spannender wird".

Ich will Schröders Kumpel Güllner nicht zu nahe treten, aber ich ich vermute schon, das er den Spielraum den seine Umfragen hergeben "optimal" gestaltet, um etwas plotisch zu bewirken, denn lediglich Forsa hatte in den letzten Wochen die SPD im tiefen Keller, bei emnid lag sie letzte Woche bei 25%, bei dimap sogar bei 26%.

Um das Niveau des Artikels abschätzen zu können, muss man sich lediglich genüßlich diese Zeilen hereinziehen:


Zitat von BILD
Düster sieht es auch für die CSU aus. Die Christsozialen kämen nach einer Befragung des Hamburger GMS Markt- und Sozialforschungsinstituts nur auf 49 Prozent. Das erklärte Ziel, die absolute Mehrheit, ist also in weiter Ferne.


Laut der GMS-Umfrage erreicht die CSU tatsächlich 49%, was allerdings die absolute Mehrheit bedeutet, da die anderen Parteien, die es in den Landtag schaffen. in Summe gerade auf 42% kommen, was der CSU tatsächlich die absolute Mehrheit an Sitzplätzen bringen würde.
Nola ( gelöscht )
Beiträge:

09.09.2008 21:45
#33 RE: Münteferings Freunde und neueste Umfrageergebnisse Antworten
In Antwort auf:
Zitat C.
Laut der GMS-Umfrage erreicht die CSU tatsächlich 49%, was allerdings die absolute Mehrheit bedeutet, da die anderen Parteien, die es in den Landtag schaffen. in Summe gerade auf 42% kommen, was der CSU tatsächlich die absolute Mehrheit an Sitzplätzen bringen würde.


Dann, lieber C., stimmt ja die Umfrage, die ich w.u. entnommen habe, auch nicht. Denn laut GMS Umfrage, wohl die aktuellste die es gibt, sind es nur 19% für die SPD. Selbst als Durchschnittswert der letzten Wochen käme man nicht mal auf meine angegebenen 24%. Das ist alles dubios, eine Angabe mit 26% wie in Bild angegeben, ist dann wohl erst recht falsch. Allerdings fehlten in meiner Angabe wohl 3 oder 4 wesentliche Institute (laut Ihrer aktuellen Übersicht) wie Allensbach (hatte keine Angabe) Emnid auch nicht, Forsa auch nicht usw. Und die 24% sollten eigentlich Mittelwert von allen sein.

♥lich Nola

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

10.09.2008 01:12
#34 RE: Ablauf der Ereignisse Antworten

Zitat von C.
meiner meinung nach wird sowieso zuviel in das Handeln des Kurt Beck hineininterpretiert, was eine eventuelle Annäherung an die Linke. angeht. Er wollte doch der Andrea lediglich die Ehr antun, weil sie sich so abgestrampelt hat.

Kurt Kiesinger hat sich als Kanzler der Großen Koalition einmal als "wandelnder Vermittlungsausschuß" charakterisiert.

Ich glaube, daß Beck sich ähnlich gesehen hat. Selbst ohne Konzept und ohne Strategie, hat er versucht, die Partei zusammenzuhalten, indem er mal diesen, mal jenen gefolgt ist.

Er hat sich von Nahles einwickeln lassen, er hat sich von Ypsilanti einwickeln lassen. Er hat ihr offenbar - folgt man dem "Spiegel" - allen Ernstes abgenommen, sie könne sich sozusagen geräuschlos von den Kommunisten mitwählen lassen. Man könne ja nie wissen, wo nun eigentlich die Stimmen hergekommen seien, so ähnlich sagte er es in jenem denkwürdigen Hintergrundgespräch, bei dem er alles ausplauderte.
Zitat von C.
Ich würde mich schon sehr täuschen, wenn Drehbuch und Regie vom vergangenen Samstag nicht von Schröder stammen würden. (Ich drohe ja schon seit der letzten Bundestagswahl mit seiner Wiederkehr und jetzt ist er pünktlich zum Rückspiel aufgetaucht.)

Wenn du damit am Ende recht hättest, dear C., dann wäre das allerdings eine bedeutende Leistung eines Haruspex.

Ich glaube das nicht. Eher glaube ich, daß Schröder demnächst die russische Staatsbürgerschaft beantragen wird. Dann kann er als Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaft so richtig seinen Forschungen nachgehen.

Herzlich, Zettel

RexCramer ( gelöscht )
Beiträge:

11.09.2008 02:18
#35 RE: Münteferings Freunde und neueste Umfrageergebnisse Antworten

Liebe Nola,

Zitat von Nola
Dann, lieber C., stimmt ja die Umfrage, die ich w.u. entnommen habe, auch nicht. Denn laut GMS Umfrage, wohl die aktuellste die es gibt, sind es nur 19% für die SPD. Selbst als Durchschnittswert der letzten Wochen käme man nicht mal auf meine angegebenen 24%. Das ist alles dubios, eine Angabe mit 26% wie in Bild angegeben, ist dann wohl erst recht falsch. Allerdings fehlten in meiner Angabe wohl 3 oder 4 wesentliche Institute (laut Ihrer aktuellen Übersicht) wie Allensbach (hatte keine Angabe) Emnid auch nicht, Forsa auch nicht usw. Und die 24% sollten eigentlich Mittelwert von allen sein.


hier geht vermutlich einiges durcheinander: Wie ich es verstanden habe, beziehen sich der Sprung um 4 Prozentpunkte von 22 auf 26 % bei Forsa bzw. die Anmerkungen zu 25 und 26 % anderer Institute für die SPD auf Deutschland insgesamt, die 19 % von GMS aber nur auf Bayern (hier ist schließlich von der CSU die Rede).

MfG

C. Offline




Beiträge: 2.639

11.09.2008 11:22
#36 Das Rückspiel Antworten
Zitat von Zette
Wenn du damit am Ende recht hättest, dear C., dann wäre das allerdings eine bedeutende Leistung eines Haruspex


Eigentlich braucht man dafür nur Grundkenntnisse in der Psychologie des Alphamännchens. Eine Wiederwahl Merkels mit dem Risiko, dass sie eine längere Amtszeit absolviert als er, raubt ihm schon seit fast drei Jahren den Schlaf, zumal er es nicht verkraftet, dass sich die CDU nahezu unbeschadet im Lichte seiner Agenda 2010 sonnt, während seine SPD dafür geprügelt wird. Da gilt es klarzustellen, wem Ruhm und Ehre gebühren, ganz sicherlich nicht dieser Pfarrerstochter aus Meckpomm (wahlweise FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda, wie Lafontaine nicht müde wird zu betonen). Desweiteren steht ja auch für die Gazprom viel auf dem Spiel.



Gerhard Schröder macht Wahlkampf für Steinmeier
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

11.09.2008 11:32
#37 RE: Das Rückspiel Antworten

Zitat von C.
Zitat von Zette
Wenn du damit am Ende recht hättest, dear C., dann wäre das allerdings eine bedeutende Leistung eines Haruspex

Eigentlich braucht man dafür nur Grundkenntnisse in der Psychologie des Alphamännchens .

Tja, daran fehlt es mir freilich, dear C.

Warten wir's ab. Hier geht ja - solange niemand Vollzitate bringt oder copyrightgeschützte Bilder hochlädt - kein Beitrag verloren. Deine Vorhersage werde ich hervorholen, if and when sie eingetroffen ist, und dich dann zum Ehrenmitglied dieses Forums ernennen.

Herzlich, Zettel

Nola ( gelöscht )
Beiträge:

11.09.2008 11:56
#38 RE: Das Rückspiel Antworten

In Antwort auf:
Zitat C.
Eigentlich braucht man dafür nur Grundkenntnisse in der Psychologie des Alphamännchens. Eine Wiederwahl Merkels mit dem Risiko, dass sie eine längere Amtszeit absolviert als er, raubt ihm schon seit fast drei Jahren den Schlaf, zumal er es nicht verkraftet, dass sich die CDU nahezu unbeschadet im Lichte seiner Agenda 2010 sonnt, während seine SPD dafür geprügelt wird. Da gilt es klarzustellen, wem Ruhm und Ehre gebühren, ganz sicherlich nicht dieser Pfarrerstochter aus Meckpomm (wahlweise FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda, wie Lafontaine nicht müde wird zu betonen). Desweiteren steht ja auch für die Gazprom viel auf dem Spiel.



Grundkenntnisse habe ich da nicht, könnte ein wenig Lebenserfahrung dagegensetzen, aber ob das reicht? Jedenfalls, lieber C., ich denke das auch. Ich habe Schröder eigentlich nie ohne Maske gesehen, bis auf seinen Abgang und seine Äußerungen gegenüber Frau Merkel. (Manche behaupten ja immer noch, das war wohl einer flüssigen Nahrung, welche Bewußtseinsveränderung bewirkt zu zuschreiben).

Schröder ist da und er war die ganze Zeit da, nur nicht sichtbar. Bin ich absolut der Meinung wie C. Hat übrigens mal jemand beobachtet, wie sehr Steinmeier den Schröder schon kopiert? So im Gang, das legere Auftreten, die Bewegungen, selbst die Stimmlage ist schon angeglichen. Gleiches zu beobachten bei Putin und Medwedjew. Ich glaube auch nicht das J. Fischer von der Bühne gänzlich abgetreten ist.

Lieber C. was die Umfrageergebnisse angeht, haben Sie natürlich recht. Da ist's durcheinandergeraten.

♥lich Nola

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

11.09.2008 12:29
#39 RE: Das Rückspiel Antworten

Zitat von Nola
Hat übrigens mal jemand beobachtet, wie sehr Steinmeier den Schröder schon kopiert? So im Gang, das legere Auftreten, die Bewegungen, selbst die Stimmlage ist schon angeglichen.

Das stimmt, liebe Nola.

Eine Rolle spielt, was das Sprechen angeht, daß beide aus Oswestfalen-Lippe stammen. Aber die Angleichung geht ja weit über die Stimmfärbung hinaus.

Steinmeier ist so auf Schröder geprägt wie die Graugänslein auf ihre Mutter. Er ist direkt nach dem Studium zu ihm in die Niedersächsische Staatskanzlei gegangen und hat ihn danach nicht verlassen, bis Schröder ihn verließ.

Übrigens war er ja im Kanzleramt nicht unbedingt Außenpolitiker (sondern zB für die Agenda 2010 zuständig). Wie wurde er eigentlich 2005 Außenminister? Ob da Schröder nicht vielleicht einen Statthalter hinterlassen wollte, der für eine weiter rußlandfreundliche Politik steht?

Herzlich, Zettel

C. Offline




Beiträge: 2.639

11.09.2008 13:37
#40 RE: Das Rückspiel Antworten
das vereinfacht die Suche:

Knut (wie bin ich eigentlich auf diese Überschrift gekommen?)

Zitat von C.
Schröder ist noch lange nicht weg, sondern wartet lechzt nach seiner Reaktivierung. Er hat sich lediglich mal kurz bei der Gazprom geparkt um seine Altersversorgung aufzubessern. Er ist eben kein Lobbyist, sondern Politiker und was weitaus schlimmer. er ist ein gekränkter Politiker, für den das Spiel nicht aus ist, sondern in der Nachspielzeit.


Der ganze Faden ist ganz nett zu lesen, mit 9 Monaten Abstand.
Meister Petz Offline




Beiträge: 3.883

14.09.2008 14:06
#41 RE: Zettels Meckerecke: Münteferings Freunde Antworten

off topic, but not off target:

Wenn ich die Diskussion in den Medien um die Richtung der SPD verfolge, fällt mir vor allem eins auf: Die häufige Nennung des Seeheimer Kreises.

Glaubt man den (SPD- und sonstigen) Linken, so scheint der so etwas wie eine Mischung aus Illuminaten, CIA, Halliburton und Weisen von Zion zu sein.

Gruß Petz

Nola ( gelöscht )
Beiträge:

14.09.2008 17:28
#42 RE: Zettels Meckerecke: Münteferings Freunde Antworten
Zitat von Meister Petz
off topic, but not off target:

Wenn ich die Diskussion in den Medien um die Richtung der SPD verfolge, fällt mir vor allem eins auf: Die häufige Nennung des Seeheimer Kreises.
Glaubt man den (SPD- und sonstigen) Linken, so scheint der so etwas wie eine Mischung aus Illuminaten, CIA, Halliburton und Weisen von Zion zu sein.
Gruß Petz



Lieber Meister Petz,
es kommt wahrscheinlich viel schlimmer. Ein Jahr ist noch lang und Schröder kommt immer ofter ins Gespräch. Bald ist die "alte Garde" wieder beieinander. Irgendwer muß sie doch alle beschützen, nicht wahr, vor der Machtübernahme durch Lafontaine.


Seeheimer Kreis setzt sich für ein Schröder-Comeback ein
ddp - Freitag, 12. September, 07:33 Uhr

Berlin (). Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises der SPD, Johannes Kahrs, hat sich für ein politisches Comeback von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder ausgesprochen. "Ich würde mich freuen, wenn Gerhard Schröder wieder aktiv in die Politik eingreifen würde", sagte Kahrs am Donnerstagabend im Chat der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". "Es wäre ein Gewinn für Deutschland", fügte er hinzu.

♥lich Nola

Meister Petz Offline




Beiträge: 3.883

14.09.2008 17:41
#43 RE: Zettels Meckerecke: Münteferings Freunde Antworten

Zitat von Nola

ddp - Freitag, 12. September, 07:33 Uhr
Berlin (). Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises der SPD, Johannes Kahrs, hat sich für ein politisches Comeback von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder ausgesprochen.


Liebe Nola,

ich nehme alles zurück. Der Seeheimer Kreis ist wirklich mit dem im Bunde!

Gruß Petz

Nola ( gelöscht )
Beiträge:

15.09.2008 12:40
#44 RE: Zettels Meckerecke: Münteferings Freunde Antworten
In Antwort auf:
Liebe Nola,
ich nehme alles zurück. Der Seeheimer Kreis ist wirklich mit dem im Bunde!


Und das sind dann wohl, lieber Meister Petz, ...lische Aussichten.

Nun gibt er prom(t) Gas, der Schröder Gerd. Wenn alle „ehemaligen“ das Ruder nochmals herumreißen wollen, muss Gas-Gerd natürlich mit ins Boot. Ein Phönix aus der Asche ist er wohl noch nicht, aber Schröder-Geist atmet die SPD dennoch und das, von einem Mann, über den die Moskauer Zeitung „Iswestija“ erst vor wenigen Tagen schrieb, im Falle eines Sieges des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr könne zwischen Russland und Deutschland das "goldene Gerhard-Schröder-Zeitalter“ wiederkehren.


Gerhard Schröder ist der Schattenmann der SPD

(welt online v. 13.09.08)
(...)Nicht weniger deutlich äußert sich der frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel. "Schröder kennt Steinmeier und dessen Vorzüge aus nächster Nähe“, sagt er. "Ich würde es deshalb sehr begrüßen, wenn Gerhard Schröder öffentlich für Frank-Walter Steinmeier eintritt. Das wäre für ihn und die Partei insgesamt eine große Hilfe.“
Nach einer zweitägigen Klausur lässt sich am Freitagabend sogar SPD-Fraktionschef Peter Struck, der nicht gern unnütze Worte macht und schon gar nicht zum Überschwang neigt, zu einem Kommentar hinreißen. "Ich habe keinen Zweifel, dass Gerhard Schröder dies tun wird“, sagt er. Schröder sei doch "immer eine wichtige Person in der SPD“ gewesen.

Wo immer also Kanzlerkandidat Steinmeier künftig auftreten wird, in welcher Form auch immer er sich seinen Kritikern stellen muss, der Schatten Schröders und die vielen Jahre gemeinsamer Politik werden ihn begleiten.
Noch verstärkt wird dieser Eindruck durch zahlreiche Veranstaltungen der SPD, die an Schröders Wahlsieg 1998 gegen Helmut Kohl erinnern. Zehn Jahre sind sie nun schon an der Macht, das will gefeiert werden – mit Schröder, versteht sich. Den Auftakt macht am 22. September das Sommerfest des "Vorwärts“ unter dem Motto „Zehn Jahre Machtwechsel.

Auch ist Schröder, sehr zum Ärger der Union, die ihn bereits ausladen lassen will, Hauptredner der von Umweltminister Sigmar Gabriel organisierten Tagung "Energiestandort Deutschland 1998 bis 2008 – Bilanz und Perspektiven“.

♥lich Nola

Thomas Pauli Offline




Beiträge: 1.486

15.09.2008 12:52
#45 RE: Zettels Meckerecke: Münteferings Freunde Antworten

Liebe Nola,

glaubt die SPD denn tatsächlich, mit Schröder nocheinmal punkten zu können? Der ist schließlich in den Dienst einer fremden Macht eingetreten, die uns bereits gedroht hat! Die SPD-Wähler müßten sich doch geradzu vergackeiert vorkommen, wenn sie jetzt noch einmal Schröder wählen sollten!

Herzlich, Thomas

Nola ( gelöscht )
Beiträge:

15.09.2008 13:02
#46 RE: Zettels Meckerecke: Münteferings Freunde Antworten

Zitat von Thomas Pauli
Liebe Nola,

glaubt die SPD denn tatsächlich, mit Schröder nocheinmal punkten zu können? Der ist schließlich in den Dienst einer fremden Macht eingetreten, die uns bereits gedroht hat! Die SPD-Wähler müßten sich doch geradzu vergackeiert vorkommen, wenn sie jetzt noch einmal Schröder wählen sollten!
Herzlich, Thomas



Das zeigt nur, lieber Thomas, das die SPD derartig auf null ist, das sie auf die alte Garde zurückgreifen muß, um einen Hauch der "besseren Zeit" zu beschwören. Eine Fiktion sozusagen, damit alle wieder an einem Strang ziehen. Die eigentlichen Probleme werden dann nach einer Erholungsphase (so war es ja immer) bis auf Gedeih und Verderb wieder ausgefochten.

♥lich Nola

Meister Petz Offline




Beiträge: 3.883

15.09.2008 13:03
#47 RE: Zettels Meckerecke: Münteferings Freunde Antworten

Zitat von Thomas Pauli
Der ist schließlich in den Dienst einer fremden Macht eingetreten, die uns bereits gedroht hat!


Uns, lieber Thomas, hat diese Macht gedroht, aber nicht dem SPD-Wähler. Dem SPD-Wähler verheißt diese Macht einen lang ersehnten Ausweg aus dem Vasallentum bezüglich Washington. Ich glaube, dass paradoxerweise Putins außenpolitischer Kurs Schröders Popularität wieder steigern könnte. Am Anfang waren die SPD-Wähler noch verschnupft, dass der Genosse der Bosse sich endgültig dem Kapital verschrieben hat (es ging dabei nur in zweiter Linie um Russland, das schlimme war in den Augen vieler Sozen, dass es ein Konzern ist). Jetzt aber könnte seine Anäherung an Putin gar als Weitblick verstanden werden. So nach dem Motto "Der Ami bekommt endlich, was er verdient, und dank der vorausschauenden Politik von Gerd haben wir zuum neuen Stern am Weltmachthimmel schon mal ein gutes Verhältnis.

Gruß Petz



Thomas Pauli Offline




Beiträge: 1.486

15.09.2008 13:10
#48 RE: Zettels Meckerecke: Münteferings Freunde Antworten

Zitat von Meister Petz
"Der Ami bekommt endlich, was er verdient..."


Klingt dies, lieber Meister Petz, nicht allzu sehr nach "Geschieht meinem Vater ganz recht, daß mir die Hände abfrieren, warum kauft er mir keine Handschuhe" ? Mir anderen Worten; indem ich meinem Feind schade, schade ich mir selbst noch mehr? Mit noch anderen Worten, kann man denn Rußlant tatsächlich für eine uns wohlgesonnene zivilisierte Macht halten?

Herzlich, Thomas

Thomas Pauli Offline




Beiträge: 1.486

15.09.2008 13:12
#49 RE: Zettels Meckerecke: Münteferings Freunde Antworten

Liebe Nola,

so verzweifelt kann man doch garnicht sein! Daß man dabei bereit ist, jeden Anstand auch noch über Bord zu werfen?

Herzlich, Thomas

Inger Offline



Beiträge: 296

15.09.2008 13:17
#50 RE: Zettels Meckerecke: Münteferings Freunde Antworten

Naja, lieber Petz, es ist eben nicht mehr ganz so leicht wie früher, als einige "Mächte" ungeniert politischen Einfluß nehmen konnten. In der Tat läuft da eine "Äkschen", eine gasige, die uns auch nicht gerade bekommen kann.
Nola hat Recht: Wir werden immer ärmer an richtigen Leuten.
Gruß,
Inger

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