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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
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Zettel Offline




Beiträge: 20.200

31.08.2008 02:41
Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? antworten
Wie wohl die meisten war ich zunächst ziemlich baff, als ich die Nachricht von McCains Entscheidung erfuhr. Jetzt habe ich mich a bisserl kundig gemacht - und es könnte sein, daß sie, wie ein Kommentator schreibt, in der Tat brillant ist.

Sarah Palin scheint so etwas wie eine Mischung aus Ursula von der Leyen, Petra Roth und der Kanzlerin zu sein.



Im zweiten Teil geht es um die Auswirkungen, die Palins Nominierung auf die Aussichten McCains hat, die Wahl zu gewinnen. Wenn McCain Pech hat, kann die brillante Entscheidung auch mit einem Fiasko enden.
Nola ( gelöscht )
Beiträge:

31.08.2008 11:29
#2 RE: Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? (Teil 1) antworten
Zitat von Zettel
Sarah Palin scheint so etwas wie eine Mischung aus Ursula von der Leyen, Petra Roth und der Kanzlerin zu sein.


Aber nur wenn man von allen das Sahnehäubchen nimmt. Ansonsten würde ich mich zumindest gegen zwei dieser Kandidatinnen wehren.


Der Werdegang von Sarah Palin, ist sehr interessant, lieber Zettel. Mir geht dabei folgendes durch den Kopf.

Ob „klein“ angefangen als Bürgermeisterin, oder etwas „vergrößert“ als spätere Gouverneurin, das alles ist sogar sehr hilfreich meiner Meinung nach. Das aber alles nur für den Fall, wenn sie ihr Vizeamt mit der Präsidentschaft frühzeitig tauschen müßte.

Ähnlich wie ein Buchhalter, den ausschließlich die Zahl mit der er arbeiten muss interessiert und nicht die Größenordnung. Er ist für 5.000 $ genauso verantwortlich wie für 1 Mio. $. Wenn man Zahl = Menschen ersetzt, hat Frau Palin die Verantwortung hierfür getragen und auch die Auswirkungen erlassener Gesetze und Richtlinien und Defizite hautnah gesehen und erlebt und sicher daraus gelernt. Frau Palin hat sozusagen von der Pike auf gelernt, den Bürgern und ihren Bedürfnissen so gut es geht gerecht zu werden.

Vor diesem Hintergrund wird sie also kein Problem haben, diese Kenntnisse auf andere Dimensionen anzuwenden. Im Gegenteil, sie wird wissen, wovon die Rede ist, wenn es beispielsweise um Energiefragen, aber auch um soziale Schwachstellen geht. Sie wird auch wissen, was man aus dem vorhandenen Budget erfüllen kann oder nicht. Eine Strukturierung ist also in jedem Fall gegeben. Ob sie ihre Kenntnisse wirklich anwendet, anwenden kann aufgrund politischer Möglichkeiten, das ist eine andere Sache. Obama hat bis jetzt nichts davon vorzuzeigen. Er wird eine lange Zeit darauf vertrauen müssen, das seine Berater keine eigenen Süppchen kochen. Seine Kenntnisse werden nicht dazu reichen die richtigen Fragen zu stellen und die Antworten zu korrigieren.

♥lich Nola

MM ( Gast )
Beiträge:

31.08.2008 15:51
#3 RE: Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? (Teil 1) antworten

Dass mit der Nominierung Palins auf die "verbitterten" Clinton Unterstuertzer abgezielt wurde, ist absolut nocht von der Hand zu weisen. Diese Rechnung mag oder mag nicht aufgehen. Sollte das McCain Camp in der Lage sein, Clintons Fans zu ueberzeugen dass sie nach Geschlecht und nicht nach Ideologie waehlen, wuerde es klappen. Wenn es den Clintoniern aber tatsaechlich um Clintons Strategie und Loesungen ging, werden sie sich mit Palin wohl eher schwer tun, denn die beiden koennten kaum gegensaetzlichere Meinungen vertreten. Auf alle Faelle ausgeschlachtet werden wird die Tatsache, dass Palin ihr juengstes Kind trotz Down Syndrom auf die Welt gebracht hat. Das ist eine tolle Geschichte, und mit ihrer Lebensart wird Palin vielen Konservativen, die von McCain nicht komplett ueberzeugt waren, sehr zusagen. Liberale werden sie dafuer bewundern und ihren Respekt aussperchen, waehlen wuerden sie deswegen aber glaube ich trotzdem nicht fuer sie.
Wirklich problematisch finde ich Palins Beziehungen zu Oel und Oelfirmen. Da hoert man momentan noch nicht sehr viel, ein intererssanter kleiner Einblick ist aber schonmal hier zu finden: http://www.cbsnews.com/stories/2008/08/2...in4399716.shtml

Viele Gruesse,
MonuMental

vivendi Offline



Beiträge: 657

31.08.2008 17:21
#4 RE: Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? (Teil 1) antworten
Ich kann in Palins Beziehungen zu Öl und Ölfirmen nichts Anrüchiges sehen. Es gibt in Alaska vermutlich neben Fischfang und Robbenjagd keine anderen grösseren Einkommensquellen. Und Ölfirmen sind keine Bösewichte, auch wenn manche es so darstellen möchten. Und wer für eine solche Firma arbeitet, muss nicht unbedingt mit strategischen Firmenentscheidungen ienverstanden zu sein.
McCain und Obama haben ihre Kampagnen mit viel Geld von vielen Firmen finanziert, wie ihre Vorgänger auch. Und es würde mich nicht wundern, wenn darunter auch Automobilfirmen, McDonalds, Rüstungsfirmen und Pharmakonzerne zu finden wären.
McCain ist Kriegsveteran, könnte man ihm da nicht vorwerfen, den Kriegsdienst nicht verweigert zu haben?
Man sollte Menschen für politische Ämter aufgrund ihrer persönlichen Ansichten zu Staat und Gesellschaft, ihres bisherigen politischen Verhaltens beurteilen.
Zettel Offline




Beiträge: 20.200

31.08.2008 18:04
#5 RE: Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? (Teil 1) antworten

Zitat von vivendi
Ich kann in Palins Beziehungen zu Öl und Ölfirmen nichts Anrüchiges sehen. Es gibt in Alaska vermutlich neben Fischfang und Robbenjagd keine anderen grösseren Einkommensquellen. Und Ölfirmen sind keine Bösewichte, auch wenn manche es so darstellen möchten.

Dahinter, lieber Vivendi, möchte ich ein dickes Ausrufezeichen setzen: !

Es ist ja bezeichnend für die Lage hier bei uns in Deutschland, daß allein eine Beziehung zu Ölfirmen zu haben als ein Vorwurf gehandhabt werden kann; wie bei Wolfgang Clement seine Beziehung zur RWE. Als sei das ungefähr so wie eine Beziehung zur Mafia oder zur Camorra.
Zitat von vivendi
Man sollte Menschen für politische Ämter aufgrund ihrer persönlichen Ansichten zu Staat und Gesellschaft, ihres bisherigen politischen Verhaltens beurteilen.

So ist es. Und wenn man schon die "Nähe" zu irgendem oder irgendwas als Vorwurf handhabt - wieso wirft man dann eigentlich Politikern nicht auch ihre Nähe zu Gewerkschaften vor?

Herzlich, Zettel

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

31.08.2008 18:30
#6 RE: Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? (Teil 1) antworten

Zitat von MM
Dass mit der Nominierung Palins auf die "verbitterten" Clinton Unterstuertzer abgezielt wurde, ist absolut nocht von der Hand zu weisen. Diese Rechnung mag oder mag nicht aufgehen. Sollte das McCain Camp in der Lage sein, Clintons Fans zu ueberzeugen dass sie nach Geschlecht und nicht nach Ideologie waehlen, wuerde es klappen. Wenn es den Clintoniern aber tatsaechlich um Clintons Strategie und Loesungen ging, werden sie sich mit Palin wohl eher schwer tun, denn die beiden koennten kaum gegensaetzlichere Meinungen vertreten.

Man kann dazu folgende Überlegung anstellen (siehe dazu Teil 2 des Artikels, der heute Abend kommt): McCain braucht ungefähr drei Prozentpunkte mehr, um zu gewinnen, als er im Augenblick in den Umfragen hat. Sarah Palin kann ihm konservative Stimmen bringen und die Stimmen von Wählerinnen, denen das Geschlecht wichtig ist.

Das brauchen gar nicht viele zu sein. Die meisten Clinton-Wählerinnen werden vermutlich ideologisch so weit von Palin entfernt sein, daß sie für sie unwählbar ist. Aber wenn nur jede zehnte Clinton-Wählerin anders denkt, dann würde das für McCain schon ein Plus von ein bis zwei Prozentpunkten bedeuten. Und ebenfalls einige Prozentpunkte könnten von den Pro Life-Leuten kommen. Dann hat er, was er braucht.
Zitat von vivendi
Auf alle Faelle ausgeschlachtet werden wird die Tatsache, dass Palin ihr juengstes Kind trotz Down Syndrom auf die Welt gebracht hat. Das ist eine tolle Geschichte, und mit ihrer Lebensart wird Palin vielen Konservativen, die von McCain nicht komplett ueberzeugt waren, sehr zusagen. Liberale werden sie dafuer bewundern und ihren Respekt aussperchen, waehlen wuerden sie deswegen aber glaube ich trotzdem nicht fuer sie.

Das sehe ich genauso. liebe(r) MonuMental. An den Gesichtspunkt, daß es bei der heutigen Pränatal-Diagnostik eine bewußte Entscheidung ist, ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen, hatte ich noch gar nicht gedacht.
Zitat von vivendi
Wirklich problematisch finde ich Palins Beziehungen zu Oel und Oelfirmen.

Dazu habe ich gerade in meiner Antwort an Vivendi etwas geschrieben: Für sich genommen scheint mir eine solche Beziehung nicht vorwerfbar zu sein. Etwas anderes wäre es natürlich, wenn sie sich von diesen Firmen hätte korrumpieren lassen.

Daß das Obama-Lager das jetzt hochspielen wird, ist allerdings zu erwarten. Aber beide Lager haben ja dieses Vetting veranstaltet, die Überprüfung der Kandidaten auf Schwachstellen. Wenn McCain sich für Palin entschieden hat, dann ist man vermutlich überzeugt, daß es bei ihr eine solche Schwachstelle nicht gibt.

Ihre eigentliche Schwäche dürfte ihre Unerfahrenheit sein, was das Vermeiden von Fettnäpfchen angeht. Sie könnte sich verhaspeln, etwas sagen, was nicht pc ist - und das wäre natürlich ein gefundenes Fressen für das Camp Obamas.

Herzlich, Zettel

vivendi Offline



Beiträge: 657

31.08.2008 18:42
#7 RE: Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? (Teil 1) antworten

Vielleicht zeigt dieses Video etwas anschaulicher, dass die Nähe zu - und Erfahrung mit - Grosskonzernen auch positiv gewertet werden kann. Auszug aus Ihrer Rede: http://wmbriggs.com/blog/2008/08/30/the-...ins-experience/

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

31.08.2008 18:44
#8 RE: Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? (Teil 1) antworten

Zitat von Nola
Zitat von Zettel
Sarah Palin scheint so etwas wie eine Mischung aus Ursula von der Leyen, Petra Roth und der Kanzlerin zu sein.

Aber nur wenn man von allen das Sahnehäubchen nimmt. Ansonsten würde ich mich zumindest gegen zwei dieser Kandidatinnen wehren.

Lassen Sie mich raten. Sie haben noch nicht die Qualitäten von Merkel erkannt.
Und die zweite ist von der Leyen?
Zitat von Nola
Ähnlich wie ein Buchhalter, den ausschließlich die Zahl mit der er arbeiten muss interessiert und nicht die Größenordnung. Er ist für 5.000 $ genauso verantwortlich wie für 1 Mio. $. Wenn man Zahl = Menschen ersetzt, hat Frau Palin die Verantwortung hierfür getragen und auch die Auswirkungen erlassener Gesetze und Richtlinien und Defizite hautnah gesehen und erlebt und sicher daraus gelernt. Frau Palin hat sozusagen von der Pike auf gelernt, den Bürgern und ihren Bedürfnissen so gut es geht gerecht zu werden.

Interessanter und einleuchtender Vergleich. Ich stimme zu. Nur ist andererseits viel hinzuzulernen, wenn man Präsident sein will: Der Umgang mit riesigen Mitarbeiterstäben, mit den Staatsmännern der Welt. Und vor allem Fakten, Fakten, Fakten. Man darf sich keinen Irrtum leisten.

Ich fürchte, das wird schon im Wahlkampf losgehen: Die journalistische Meute wird versuchen, sie aufs Glatteis zu führen. Es werden Fragen kommen zu Gebieten, zu denen sie nicht präpariert ist. Und dann wird höhnisch berichtet werden, daß sie nicht weiß, wie die Hauptstadt von X heißt oder was das Gesetz Y eigentlich vorschreibt.

Auch Angela Merkel hat bei Kohl jahrelang gelernt. Sie hat sich im Grunde 15 Jahre auf das Amt der Kanzlerin vorbereitet. Jedenfalls kann man das im Rückblick so sehen.

Herzlich, Zettel

str1977 ( gelöscht )
Beiträge:

31.08.2008 19:13
#9 RE: Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? (Teil 1) antworten

Zitat von Nola
Zitat von Zettel
Sarah Palin scheint so etwas wie eine Mischung aus Ursula von der Leyen, Petra Roth und der Kanzlerin zu sein.


Aber nur wenn man von allen das Sahnehäubchen nimmt. Ansonsten würde ich mich zumindest gegen zwei dieser Kandidatinnen wehren.


Ich aber auch.

Gut mit Frau von der Leyen hat sie die Fruchtbarkeit gemein, aber sonst wohl nichts.

Mit Petra Roth die Regierungserfahrung (übrigens: nicht ganz fair, klar es gibt nur 700.000 Frankfurter Bürger, aber die sonstigen Einwohner, die tagsüber da sind, wollen auch irgendwie regiert werden.)

Und mit Frau Merkel: ich nehme an Mrs Palin regiert in Alaska wirklich und simuliert nicht nur. ;-)

Ja, ich finde sie geeignet, denn sie hat Exekutiverfahrung und für so einen Posten, zumindest potentiell, kandidiert sie.

Obama hat überhaupt keine Exekutiverfahrung (und käme auch sicher dran) und auch seine Parlamentserfahrung hält sich in Grenzen. Von dem was ich gehört habe, hat er in seinen vier Jahren Washington bisher nichts zu Wege gebracht.

Gruß,
str1977

Faschismus und Antifaschismus sind nicht dasselbe, genausowenig wie Libanon und Antilibanon.
Aber beide sind aus Stein gemacht.

Laissez faire, laissez aller, laissez abimer.

Liberalismus ist die Ideologie, die wenn etwas droht zu verderben, nicht nur nichts unternimmt sondern auch andere von Gegenmaßnahmen abrät, um anschließend das verfaulte Resultat zum Ideal zu erklären.

str1977 ( gelöscht )
Beiträge:

31.08.2008 19:33
#10 RE: Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? (Teil 1) antworten
Zitat von MM
Dass mit der Nominierung Palins auf die "verbitterten" Clinton Unterstuertzer abgezielt wurde, ist absolut nocht von der Hand zu weisen. Diese Rechnung mag oder mag nicht aufgehen. Sollte das McCain Camp in der Lage sein, Clintons Fans zu ueberzeugen dass sie nach Geschlecht und nicht nach Ideologie waehlen, wuerde es klappen.


Das stimmt wohl. Andererseits gebe ich zu Bedenken, daß die Clinton-Anhänger ja nicht alles Frauen sind bzw. daß es ihnen nicht um Hillary als Frau ging. Unter ihnen befanden sich auch einige, denen Obama zu links war.

In Antwort auf:
Auf alle Faelle ausgeschlachtet werden wird die Tatsache, dass Palin ihr juengstes Kind trotz Down Syndrom auf die Welt gebracht hat.


Sicher, das dürfte Obama (Zehn gute Gründe für Kindstötungen: http://www.wnd.com/news/article.asp?ARTICLE_ID=59702) und Biden (wenn sie noch einmal sagen, ich sei kein echter Katholik, erwürge ich Sie mit meinem Rosenkranz, was mir bestimmt auch noch Punkte bei Planned Parenthood und NARAL bringt) noch etwas zu schaffen machen.

In Antwort auf:
Liberale werden sie dafuer bewundern und ihren Respekt aussperchen, waehlen wuerden sie deswegen aber glaube ich trotzdem nicht fuer sie.


Die ehrbaren sicherlich. Aber ich habe auch schon Stimmen gehört, die sie dafür anfeinden. Aber die richten sich damit ja selbst.

PS. Da es ja hier öfters mal angedeuetet wurde: ja, McCain hat Problem mit einigen Konservativen, was aber nicht an seiner Position zur Abtreibung liegt, sondern an seinen Positionen zu Embryonalstammzellforschung (Lebensschützer), Parteienfinanzierung (Country Club Conservatives) und einigen unschönen Worten zu den Herren Falwell und Robertson (Evangelikale). Bei letzteren und vielleicht auch bei ersteren wird ihm Frau Palin helfen.

Gruß,
str1977

Faschismus und Antifaschismus sind nicht dasselbe, genausowenig wie Libanon und Antilibanon.
Aber beide sind aus Stein gemacht.

Laissez faire, laissez aller, laissez abimer.

Liberalismus ist die Ideologie, die wenn etwas droht zu verderben, nicht nur nichts unternimmt sondern auch andere von Gegenmaßnahmen abrät, um anschließend das verfaulte Resultat zum Ideal zu erklären.

Walter Hofer ( Gast )
Beiträge:

31.08.2008 19:34
#11 RE: Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? antworten

Wenn McCain die Wahlperiode nicht überleben sollte (was ich ihm nicht wünsche), wird Amerika von einer Schönheitskönigin regiert, mal was anderes.

Schlechter als Bush kann sie es nicht machen kann. Sie wird Raketen eher in Alaska statt in Polen aufstellen.

Beim Besuch der Präsidentin - in Alaska - muss dann unsere Kanzlerin mitfahren, zur Robbenjagd oder zum Lachsfang. Frau Merkel auf den Snowboard, wie aufregend! Nix mehr mit beschaulichem Barbecue auf der Ranch in Texas.

________________________________________
Der Wahrheit verpflichtet, der Provokation erlegen

str1977 ( gelöscht )
Beiträge:

31.08.2008 19:38
#12 RE: Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? (Teil 1) antworten

Zitat von Zettel
Auch Angela Merkel hat bei Kohl jahrelang gelernt. Sie hat sich im Grunde 15 Jahre auf das Amt der Kanzlerin vorbereitet. Jedenfalls kann man das im Rückblick so sehen.


Wenn Sie das so sehen, dann ist die Sache ja noch viel schlimmer als ich dachte.

Gruß,
str1977

Faschismus und Antifaschismus sind nicht dasselbe, genausowenig wie Libanon und Antilibanon.
Aber beide sind aus Stein gemacht.

Laissez faire, laissez aller, laissez abimer.

Liberalismus ist die Ideologie, die wenn etwas droht zu verderben, nicht nur nichts unternimmt sondern auch andere von Gegenmaßnahmen abrät, um anschließend das verfaulte Resultat zum Ideal zu erklären.

Chripa Offline



Beiträge: 132

31.08.2008 20:02
#13 RE: Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? antworten

Hallo,
ich weiß nicht, ob das so eine tolle Entscheidung war.
Im Allgemeinen betonen ja vor allem Linke, dass irgendeine
Person gewählt werden müsse, weil sie weiblich/schwarz/aus einem
Arbeiterhaushalt usw. ist. Dieses Spiel machen die Republikaner jetzt
mit. Denn egal, welche Fähigkeiten Frau Palin hat, als Mann wäre sie
für den Posten aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nominiert worden.
Das kann man für clever halten, es ist aber auch unerfreulich. Eigentlich
sollten wir bzw. die Amerikaner andere Sorgen haben. Laut Andrew Sullivan
hat er sie vorher nur einmal gesehen und erst seit letzter Woche besser kennen
gelernt. Obwohl ich auch für McCain bin, finde ich das nicht angemessen.
Man muss beachten, dass die Demokraten an Frau Palin vor allem kritisieren,
dass sie keine Erfahrung in Washington gemacht hat, die Zeit in Alaska zähle
nicht. Dies von Obama, der bisher immer bis zu Überdruss davon gesprochen hat,
er wolle mit der "Washington"-Politik, der "Politik der Vergangenheit" Schluss machen.
Ich habe gestern eine Rede von McCain gehört und mir ist dabei aufgefallen,
dass auch er ähnliche Slogans wie Obama verwendete (gegen Lobbies, für "change") etc.
Natürlich benutzen Politiker oft ähnliche Platitüden, aber es ist ein schlechtes
Zeichen, wenn Obama insoweit die Themen diktieren kann.
Viele Grüße,
Chripa

Dagny Offline



Beiträge: 1.096

31.08.2008 20:44
#14 Palin und Kreationismus? antworten

Mir scheint, beide Kandidaten haben als Running Mate jemanden ausgesucht, der die Botschaft aus dem Vorwahlkampf konterkariert.

McCain, der erfahrene, wählt eine junge, in Washington unerfahrene Frau.
Obama, der junge, wählt einen alten Hasen, der das Establishment symbolisiert.

Vielleicht ist das notwendig um die eigenen Schwächen auszubügeln, vielleicht macht es aber auch deutlich, dass Politik und ggf. die Botschaft eines Wahlkampfes auf Marketing berufen - wie steht es denn mit dem Inhalt der beiden Pärchen?

Oder läuft es am Ende darauf hinaus, dass der Ministerialbürokratie völlig egal ist, wer unter ihr Präsident ist?

Zu Palin hab ich gelesen, dass sie womöglich dem Kreationismus offen gegenübersteht. Der dies belegende englische Originaltext lässt aber auch die Lesart zu, dass sie den Schulen bzw. den Religionsgemeinschaften nicht vorschreiben will, was diese zu glauben haben.

Sollte der Kreationismus-verdacht stimmen, würde McCain/Palin in meiner Gunst etwas sinken, aber als Vice-President könnte sie ohnehin nicht über Schulpolitik entscheiden.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

31.08.2008 21:10
#15 RE: Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? antworten

Lieber Chripa,

Zitat von Chripa
Im Allgemeinen betonen ja vor allem Linke, dass irgendeine
Person gewählt werden müsse, weil sie weiblich/schwarz/aus einem
Arbeiterhaushalt usw. ist. Dieses Spiel machen die Republikaner jetzt
mit. Denn egal, welche Fähigkeiten Frau Palin hat, als Mann wäre sie
für den Posten aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nominiert worden.

Wahrscheinlich. Es könnte gut sein, daß zuletzt noch sie und Tim Pawlenty im Rennen waren, der ihr ja sehr ähnlich ist (jung und konservativ, ein erfolgreicher Gouverneur). Da könnte das Geschlecht wohl schon den Ausschlag gegeben haben.
Zitat von Chripa
Man muss beachten, dass die Demokraten an Frau Palin vor allem kritisieren,
dass sie keine Erfahrung in Washington gemacht hat, die Zeit in Alaska zähle
nicht. Dies von Obama, der bisher immer bis zu Überdruss davon gesprochen hat,
er wolle mit der "Washington"-Politik, der "Politik der Vergangenheit" Schluss machen.

Das ist eben der taktische Schachzug McCains: Wenn die Demokraten Palin als unerfahren kritisieren, dann müssen sie auch ihren eigenen Kandidaten kritisieren. Und jedenfalls ist das Thema "politische Erfahrung" jetzt ganz oben auf der Agenda, das vor allem McCain nützt.

Und wenn die Demokraten mit Obama jemanden mit dem Argument aufstellen, daß er nicht zum Washingtoner Filz gehört, dann können sie schlecht gegen Palin argumentieren, daß sie keine Erfahrungen in Washington habe.
Zitat von Chripa
Ich habe gestern eine Rede von McCain gehört und mir ist dabei aufgefallen,
dass auch er ähnliche Slogans wie Obama verwendete (gegen Lobbies, für "change") etc.
Natürlich benutzen Politiker oft ähnliche Platitüden, aber es ist ein schlechtes
Zeichen, wenn Obama insoweit die Themen diktieren kann.

Das waren, lieber Chripa, meines Wissens immer schon Themen McCains. Er wird ja nicht umsonst "Maverick" genannt. Gegen Lobbyismus und Pork-Barreling (das Zuschanzen von Aufträgen in den eigenen Wahlkreis) hat er schon gewettert, als Obama noch in Chicago die Leute agitiert hat.



Natürlich, lieber Chripa, ist McCains Entscheidung taktisch bedingt. Aber was hilft es ihm, wenn er die Taktik stolz ignoriert und in Schönheit untergeht?

Politik hat nun einmal dieses taktische Element. Wer als Politiker kein Taktiker ist, der ist a bisserl wie ein Schauspieler, der sich weigert, Gefühle zu spielen, die er gar nicht empfindet.

Gerade die großen Politiker - Bismarck, Churchill, Adenauer, de Gaulle zum Beispiel - waren Meister der Taktik. (Was etwas ganz anderes ist als das Lügen, das der unsägliche Franz Walter den Politikern empfiehlt).



Mir macht an dieser Entscheidung eigentlich etwas anderes Sorge: McCain spielt wieder einmal volles Risiko. Wenn er Glück hat und Palin macht keinen Fehler, dann kann ihm dieser Schachzug sehr gut die Präsidentschaft einbringen. Wenn sie aber in ihrer Unerfahrenheit patzt, dann ist das für ihn das Aus.

Das macht diesen Charakterzug deutlich, daß er schon ein ziemlicher Hasardeur ist. Und das kann bei einem Präsidenten gefährlich sein; vor allem, wenn sein Gegenspieler ebenfalls ein Hasardeur ist, wie Putin.

Herzlich, Zettel

john j Offline




Beiträge: 580

31.08.2008 21:23
#16 RE: Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? (Teil 1) antworten

@ Zettel:

Ich "werfe" Palin gar nix "vor", ich sage lediglich dass sie auserhalb AK's stramm republikanisch rueberkommt aber da AK von den unions regiert wird, trifft sich daheim Entscheidungen die voll auf dern Linie liegen. Zu der unmogelichen Situation die sich darsus ergene hat (muss leider ein bisschen ausholen):

Es befinden sich im North Slope onshore allein 35 TCF an Gas in gesicherten Reserven plus unbekannte Mengen offshore und in ANWR. Fuer Gas braucht man allerdings eine neue pipeline denn TAPS ist ja eine Oelpipeline.

Murkowski, Palin's Vorgaenger hatte nach langen Jahren endlich 2006 einen deal mit den North Slope producers gecshlossen um dieses Gas dem Markt zuzufuehren und eine pipeline zu bauen. Palin hat diesen deal sofort rueckgaenging gemacht und forderet die producres auf einen Vorschlag zu ihren Bedingungen (die de unions wirklich...) vorzulegen was dise ablehnten. Dann holte sie oeffentlich Vorschlaege von third parties ein und bekam natuerlich nur einen echten Vorschlag von TCPL als Nachfolger von Foothills Pipelines - die producers (Exxon, Shell, Conoco-Phillips, BP) erklaerten daraufhin sie wuerden kein Gas durch diese pipeline schicken. Daraufhin taten sich Conoco-Phillips und BP zusammen um ihre eigene pipeline (Denali) in Konkurrenz zu dem Palin-TCPL Projekt zu starten. Die restlichen producers (Exxon und Shell) warten derweil ab was passiert. Resultat: Ein staatliches pipelineprojekt ohne shippers und ein privates pipelineprojekt ohne staatliche Unterstuetzung was die Genehmigungsverfahren zu eine Hoelle machen duerfte...totale Paralysis. Und das alles aufgrund der Politik Palin's.

Ich halte Palin fuer eine small town Politikerin aus einem small town state der der Ueberblick fehlt. Wenn man schon in AK nicht in der Lage ist eine fuer alle eintraegliche Politik zu gestalten...wo denn sonst?


Zettel Offline




Beiträge: 20.200

31.08.2008 21:30
#17 RE: Palin und Kreationismus? antworten

Zitat von Dagny
Mir scheint, beide Kandidaten haben als Running Mate jemanden ausgesucht, der die Botschaft aus dem Vorwahlkampf konterkariert.
McCain, der erfahrene, wählt eine junge, in Washington unerfahrene Frau.
Obama, der junge, wählt einen alten Hasen, der das Establishment symbolisiert.
Vielleicht ist das notwendig um die eigenen Schwächen auszubügeln, vielleicht macht es aber auch deutlich, dass Politik und ggf. die Botschaft eines Wahlkampfes auf Marketing berufen - wie steht es denn mit dem Inhalt der beiden Pärchen?

So ist es. Es ist nun einmal (auch) Marketing. Die Frage ist, ob das Taktische so weit geht, daß die Glaubwürdigkeit des Kandidaten leidet.

Und da sehe ich doch einen Unterschied.

Biden verkörpert geradezu das Establishment von Washington; Senator seit mehr als dreißig Jahren. Als Mitstreiter gegen das Establishment also nicht gerade eine glaubhafte Besetzung.

Obama hat ihn ja deshalb auch schon als den einzigen vorgestellt, der sich in Washington nicht angepaßt hätte (so ähnlich). Aber wer soll ihm das abnehmen?

McCain dagegen kann sagen: Well, Sarah Palin is not ready to be President. But she's not gonna be President.

Ich finde es nicht nur makaber, sondern auch ziemlich unredlich, wenn einige Kommentatoren jetzt so tun, als sei damit zu rechnen, daß McCain nach dem Leisten des Amtseids alsbald ins Grab sinkt. Denkbar, daß er im Lauf seiner Amtszeit ausfällt; aber bis dahin ist Palin ja fit.
Zitat von Chripa
Zu Palin hab ich gelesen, dass sie womöglich dem Kreationismus offen gegenübersteht. Der dies belegende englische Originaltext lässt aber auch die Lesart zu, dass sie den Schulen bzw. den Religionsgemeinschaften nicht vorschreiben will, was diese zu glauben haben.

Da ist der Übergang, glaube ich, fließend. Die meisten Kreationisten fordern meines Wissens nur, Darwinismus und Kreationismus gleichberechtigt zu lehren - im Biologieunterricht!

Mich würde nicht wundern, wenn sie Kreationistin wäre. Das sind viele Fromme, die ansonsten vernünftige Menschen sind.

Ich hatte mal einen holländischen Kollegen, mit dem ich ein bißchen befreundet war, ein ausgezeichneter Naturwissenschaftler, kritisch und ganz und gar down to earth. Der war Kreationist und hat argumentiert: Jede wissenschaftliche Theorie kann falsch sein, auch die Darwins. Solange mein Glaube aber nicht zwingend durch die Wissenschaft widerlegt wird, behalte ich ihn bei.

Herzlich, Zettel

PS: Vielleicht sollte man gelegentlich mal über Intelligent Design diskutieren. Ich halte das - gerade weil ich ein alter Rationalist bin - nicht für von vornherein abwegig; die Philosophie des großen Rationalisten Leibniz könnte man heute unter Intelligent Design rubrizieren.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

31.08.2008 21:41
#18 Wer ist Sarah Palin? antworten

Lieber John,

Ihr Beitrag läßt vermuten, daß Sie sich in diesem Bereich auskennen. Ich kann das naturgemäß nicht beurteilen, gehe also erst einmal davon aus, daß Sie recht haben.

Mal schauen, wie sie in den nächsten Wochen rüberkommt. Bisher weiß ich nicht mehr von ihr als das, was man in der NYT, der Washington Post usw. lesen kann. Eine Rede von ihr oder ein Interview habe ich überhaupt noch nicht gesehen.

Es gibt ja auch noch ein RL, und hier in Europa, lieber John, ist das ausgebrochen, was man an der Ostküste Indian Summer nennt (wie oben in Alaska oder überhaupt im Nordwesten, in Westkanada und Alaska, weiß ich nicht - gibt es das dort übernaupt?)

Also, es wird wohl noch a bisserl dauern, bis ich von Sarah Palin ein rundes Bild habe.

Herzlich, Zettel

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

31.08.2008 22:03
#19 RE: Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? antworten

Zitat von Walter Hofer
Wenn McCain die Wahlperiode nicht überleben sollte (was ich ihm nicht wünsche), wird Amerika von einer Schönheitskönigin regiert, mal was anderes.

Naja, Obama hätte ja auch durchaus Karriere als Dressman oder Popstar machen können.
Zitat von Walter Hofer
Schlechter als Bush kann sie es nicht machen kann. Sie wird Raketen eher in Alaska statt in Polen aufstellen.

Die werden schon aufgestellt, lieber Walter Hofer. (Der Artikel ist nur registrierten Benutzern der NYT zugänglich; es geht um das Raketenabwehrsystem, das seit 2002 in Alaska gebaut wird).
Zitat von Walter Hofer
Beim Besuch der Präsidentin - in Alaska - muss dann unsere Kanzlerin mitfahren, zur Robbenjagd oder zum Lachsfang. Frau Merkel auf den Snowboard, wie aufregend! Nix mehr mit beschaulichem Barbecue auf der Ranch in Texas.

Meines Wissens war sie im Sport kein As, was sie mir noch sympathischer macht.

Ich glaube also, es wird doch ein Barbecue werden, nur eben mit Fisch am Spieß, von Sarah Palin eigenhändig gefangen.

Herzlich, Zettel

john j Offline




Beiträge: 580

31.08.2008 23:16
#20 RE: Wer ist Sarah Palin? antworten

@ Zettel

Ich arbeite in der amerikanischen Oel und Gasindustrie (seit rund 12 Jahren) und habe beruflich u.a. ab und zu in AK zu tun. Habe dadurch uebrigens auch Sarah Palin ein paarmal persoenlich getroffen.

Ob ich recht habe...Politik ist denke ich fast ausschliesslich Ansichtssache und daher ist es schwer objektiv "recht zu haben". Ich lege halt meine persoenliche Sicht der Dinge dar und versuche das mit Fakten so weit es geht zu unterstuetzen. Aber am Ende ist alles doch subjektiv. Von daher bin ich persoenlich sehr enttaeuscht was die Politik Palin's in AK betrifft...wir alle waren nach vielen Jahren endlich nahe dran an einer Loesung die fuer alle, den Staat selber, seine Bevoelkerung, die Industrie und auch die unions gut gewesen waere - jedenfalls besser als das Patt das jetzt da ist. Fand nicht dass Palin hier viel leadership bewiesen hat.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

31.08.2008 23:35
#21 Rationales Diskutieren antworten

Zitat von john j
Ich arbeite in der amerikanischen Oel und Gasindustrie (seit rund 12 Jahren) und habe beruflich u.a. ab und zu in AK zu tun.

So etwas dachte ich mir, lieber John, weil mir schon bei früheren Beiträgen aufgefallen war, daß Sie sich in diesem Bereich auskennen.
Zitat von john j
Ob ich recht habe...Politik ist denke ich fast ausschliesslich Ansichtssache und daher ist es schwer objektiv "recht zu haben". Ich lege halt meine persoenliche Sicht der Dinge dar und versuche das mit Fakten so weit es geht zu unterstuetzen. Aber am Ende ist alles doch subjektiv.

Und trotzdem kann man rationale Diskussionen führen. Wie geht das eigentlich?

Ich glaube, weil erstens subjektive Meinungen auf objektiven Fakten basieren; jedenfalls ihnen - wenn man nicht böswillig ist - nicht widersprechen sollten. Um den Irak-Krieg als Beispiel zu nehmen: Man kann der Meinung sein, daß er falsch war. Aber man kann im September 2008 nicht mehr der Meinung sein, daß die USA ihn verloren haben, oder daß es im Irak einen Bürgerkrieg gibt.

Auf solche objektive Fakten kann man sich verständigen, wenn man rational und fair diskutiert.

Zweitens kann man - meines Erachtens ein sehr wichtiger Punkt - die eigene Position zur Diskussion stellen, was ihre Schlüssigkeit (in der Wissenschaftstheorie sagt man Internal Consistency) angeht. Auch wenn eine Position subjektiv ist, kann man doch von ihr fordern, daß sie in sich konsistent ist. Daß jemand z.B. an McCain/Palin nicht andere Maßstäbe anlegt als an Obama/Biden.

Und drittens, lieber John, habe ich mein ganzes Leben lang die Erfahrung gemacht, daß die Meinungen der meisten Menschen gar nicht so unerschütterlich sind, wie sie das nach außen gern darstellen.

Während eine Diskussion läuft, ist es sehr selten, daß jemand sagt: Du hast mich überzeugt, jetzt habe ich meine Meinung geändert. Aber wenn man später wieder mit dem Betreffenden redet, merkt man, daß die Diskussion doch ihre Spuren hinterlassen hat.

Sie sind a bisserl wie Viren, die Meme, die sich in den Köpfen tummeln.

Herzlich, Zettel


Zettel Offline




Beiträge: 20.200

01.09.2008 01:24
#22 AKTUELLE ERGÄNZUNG: Es geht schon los antworten

Kaum nominiert, könnte Sarah Palin schon im Mittelpunkt eines kleinen Skandals stehen. Die Washington Post hatte gestern einen ziemlich langen Artikel über eine unschöne Geschichte, bei der es um Morddrohungen eines trunksüchtigen Polizisten geht, der einmal Palins Schwager war. Und vor allem um den Vorwurf, Palin hätte ihr Amt mißbraucht, um auf den Gang der Dinge in dieser privaten Affäre Einfluß zu nehmen, nämlich jenen Polizisten vom Dienst suspendieren zu lassen.

Fängt nicht gut an.

Kane Online




Beiträge: 133

01.09.2008 08:15
#23 RE: AKTUELLE ERGÄNZUNG: Es geht schon los antworten

Da haben die Obama Leute wohl die ganze Nacht durchgearbeitet, um was zu finden.

R.A. Offline



Beiträge: 6.890

01.09.2008 12:42
#24 RE: Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? (Teil 1) antworten

Lieber john,

das klingt alles sehr kompetent und interessant - ist aber für Leute außerhalb der Branche recht schwer verständlich.

Das fängt schon mit den Begriffen an: Sind mit "unions" hier wirklich Gewerkschaften gemeint? Dominieren die im republikanisch gesinnten Alaska? Was sind TCF und ANWR?

Was genau hat Palin falsch gemacht, was waren die Gründe dafür?

Nola ( gelöscht )
Beiträge:

01.09.2008 14:11
#25 RE: Der 44. Präsident der USA (15): Brillante Entscheidung oder Fiasko? (Teil 1) antworten

Soeben auf n-tv und mit neuesten Hochrechnungen von CNN liegen Obama mit 49 % und McCain mit 48 % fast gleich auf. Das wird also mit Sicherheit noch ein spannender Spätsommer werden.

♥lich Nola

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