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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
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Zettel Offline




Beiträge: 20.200

18.09.2012 20:34
Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Als ich den Artikel von Günter Keil las, habe ich mir vorgenommen, ihn in einem Beitrag zu würdigen. Es hat ein paar Tage gedauert, aber hier ist er jetzt.

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 12.250

18.09.2012 21:17
#2 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Man kann es auch so, ganz knapp, formulieren: Die Deutschen haben sich entschlossen, den Morgenthau-Plan zu verwirklichen. Und zwar in einer drastisch verschärften Variante.

C. Offline




Beiträge: 2.639

18.09.2012 22:04
#3 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Zitat von Zettel
Sie haben es so gewollt, die "Verbraucher und Verbraucherinnen selbst"; in ihrer kollektiven Besoffenheit des Frühjahrs 2011, als es in Japan einen atomaren Unfall gegeben hatte, der den Deutschen wie keinem anderen Volk außerhalb Japans in die Knochen fuhr.

Die große Mehrheit der Deutschen wollte damals die bewährte, stabil verfügbare und kostenkünstige Atomenergie durch teure, unzuverlässige Wind- und Solarenergie ersetzen



Nein. Für die Geschichtsbücher: Die Mehrheit der Deutschen hat zwei Parteien gewählt, die im Wahlkampf den Ausstieg aus dem Ausstieg ankündigten und deswegen scharf attackiert wurden. Diese Regierung, angeführt von der Bundeskanzlerin Merkel, ist mit dem Segen der deutschen Bischöfe umgefallen, nicht die Deutschen. Die Deutschen wurden in diesem Fall genausowenig gefragt wie ihre Meinung bei Euro und EU erwünscht ist.

Der Riesling gehört zu Deutschland.

isildur Offline



Beiträge: 366

18.09.2012 22:43
#4 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Im Wikipediaeintrag zu einem der wohl bekanntesten und wichtigsten deutschen WKA-Bauer Enercon heißt es:
"Enercon baut ausschließlich Onshore-Anlagen und lehnt Offshore-Anlagen wegen des technischen Aufwandes ab."

Wenn diejenigen die die Anlagen bauen es für technisch unsinnig halten - könnte einem das vielleicht was sagen?

Gruß,
Isildur

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

19.09.2012 00:11
#5 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Zitat von C. im Beitrag #3

Zitat von Zettel
Die große Mehrheit der Deutschen wollte damals die bewährte, stabil verfügbare und kostenkünstige Atomenergie durch teure, unzuverlässige Wind- und Solarenergie ersetzen


Nein. Für die Geschichtsbücher: Die Mehrheit der Deutschen hat zwei Parteien gewählt, die im Wahlkampf den Ausstieg aus dem Ausstieg ankündigten und deswegen scharf attackiert wurden. Diese Regierung, angeführt von der Bundeskanzlerin Merkel, ist mit dem Segen der deutschen Bischöfe umgefallen, nicht die Deutschen. Die Deutschen wurden in diesem Fall genausowenig gefragt wie ihre Meinung bei Euro und EU erwünscht ist.

14. 4. 2011: 4 Prozent für Kernenergie. Während im Januar dieses Jahres noch in jedem zehnten Privathaushalt die Energiegewinnung aus Atomkraft aus Gründen der Versorgungssicherheit und zum Klimaschutz (CO2-Minimierung) für zukunftsfähig gehalten wurde, ist die insgesamt schon geringe Zustimmung in der Bevölkerung nun nahezu vollständig verschwunden. Lediglich 4 % halten Investitionen in die Kernenergie für erforderlich, wie die aktuelle Ergebnisse einer repräsentativen Befragung der GfK Marktforschung aus dem April zeigen. Auch die Sicherstellung der Stromversorgung ist lediglich für eine Minderheit von 5 % ein Argument, an der Nutzung der Kernenergie festzuhalten.

15. 4. 2011: 80 Prozent für die Energiewende . Es befürworten 47 Prozent der Befragten, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien aus dem Staatshaushalt finanziert wird - auch wenn das Kürzungen an anderer Stelle bedeuten würde. 22 Prozent wären sogar bereit, für den Ausbau der erneuerbaren Energien mehr Geld für ihren Strom zu zahlen und 11 Prozent plädieren für Steuererhöhungen.

22. 4. 2011: 89 Prozent der befragten Deutschen befürworten den Atomausstieg

28. 5. 2011:98 Prozent der Deutschen für den Ausstieg aus der Atomenergie. Laut Politbarometer vom 27. Mai wollen 50 Prozent der Deutschen einen Ausstieg "möglichst schnell", 35 Prozent einen Ausstieg bis 2021 und 13 Prozent einen Ausstieg bis 2035. Das sind 98 Prozent der Deutschen, die keine Atomenergie mehr haben wollen. Die verbleibenden zwei Prozent erklärten nicht etwa, sie wollten überhaupt keinen Ausstieg, sondern sie gaben "keine Meinung" an.

6. 6. 2011: 90 Prozent für Ausbau der erneuerbaren Energien. Nur 15 Prozent der wahlberechtigten Deutschen würden unterstützen, dass als Alternative für ein beschleunigtes Abschalten von Kernkraftwerken neue Kohlekraftwerke gebaut werden. 90 Prozent sprechen sich parteiübergreifend dafür aus, dass die Bundesregierung jetzt die erneuerbaren Energien ausbauen soll und 87 Prozent wünschen sich eine verbesserte Energieeffizienz.

29. 8. 2011: 94 Prozent der Bundes­bürger wollen den verstärkten Ausbau der Erneuerbaren Energien mindestens für „wichtig“ oder sogar für „sehr bzw. außerordentlich wichtig“. Details dazu hier.

Und so fort. Diejenigen, die weiter für die Nutzung der Kernnenergie eintraten, waren so wenige, daß diese Alternative in einem Teil der Umfragen gar nicht mehr abgefragt wurde. Gefragt wurde nur noch nach den Modalitäten der "Energiewende", nicht danach, ob sie denn überhaupt richtig sei.

Das war die Stimmung im Frühjahr und Sommer 2011, dear C. Hätte die Kanzlerin auf der Verlängerung der Laufzeiten bestanden und wäre sie bei der bisherigen Politik geblieben, daß die "erneuerbaren Energien" nur einen relativ kleinen Teil des Strombedarfs decken, dann hätte die CDU eine Wahl nach der anderen mit Pauken und Trompeten verloren.

Mit der Zustimmung von 2 oder 4 Prozent der Bevölkerung kann man nicht regieren. Die Deutschen befanden sich damals in einem Zustand kollektiver Besoffenheit; und ich halte es für historisch nicht richtig - für die Geschichtsbücher ;-), das den Politikern in die Schuhe zu schieben.

Es war das Volk, das das wollte, was jetzt eintritt. Tu l'as voulu, George Dandin.



Vielleicht möchtest du noch einmal diesen Artikel lesen, den ich für einen meiner besseren halte?

"Was dann?" - Aussteigernation Deutschland. Gebt Raum, ihr Völker, unsrem Schritt; ZR vom 28. 5. 2011.

Geschrieben auf dem Höhepunkt der kollektiven Besoffenheit.

Herzlich, Zettel

grenzenlosnaiv Offline



Beiträge: 88

19.09.2012 02:24
#6 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Zitat von Zettel im Beitrag #5
Das war die Stimmung im Frühjahr und Sommer 2011, dear C. Hätte die Kanzlerin auf der Verlängerung der Laufzeiten bestanden und wäre sie bei der bisherigen Politik geblieben, daß die "erneuerbaren Energien" nur einen relativ kleinen Teil des Strombedarfs decken, dann hätte die CDU eine Wahl nach der anderen mit Pauken und Trompeten verloren.

Mit der Zustimmung von 2 oder 4 Prozent der Bevölkerung kann man nicht regieren. Die Deutschen befanden sich damals in einem Zustand kollektiver Besoffenheit; und ich halte es für historisch nicht richtig - für die Geschichtsbücher ;-), das den Politikern in die Schuhe zu schieben.

Es war das Volk, das das wollte, was jetzt eintritt.

Und für Frau Merkel kommt es nicht darauf an, die 'richtigen' Entscheidungen zu treffen, sondern Wahlen zu gewinnen. Und das ist jetzt besser?
Davon abgesehen könnte man auch sagen, dass 'das Volk' nicht für die Europäische Idee Bankrott gehen will, aber...

Und noch etwas; gab es in den Umfragen auch die Möglichkeit sich für moderne Gaskraftwerke auszusprechen, die keine Treibhausgase abgeben und gleichzeitig für Versorgungssicherheit gestanden hätten? Es liest sich nun ja so, als hätte es politisch gar keine andere Möglichkeit gegeben als sich ausschließlich auf Sonne und Wind zu konzentrieren. Wenn einem Land durch politische Entscheidungen massiv geschadet wird, dann ist wer daran schuld, wenn nicht die regierenden Politiker?

C. Offline




Beiträge: 2.639

19.09.2012 07:55
#7 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Zitat von Zettel
Das war die Stimmung im Frühjahr und Sommer 2011, dear C. Hätte die Kanzlerin auf der Verlängerung der Laufzeiten bestanden und wäre sie bei der bisherigen Politik geblieben, daß die "erneuerbaren Energien" nur einen relativ kleinen Teil des Strombedarfs decken, dann hätte die CDU eine Wahl nach der anderen mit Pauken und Trompeten verloren.

Mit der Zustimmung von 2 oder 4 Prozent der Bevölkerung kann man nicht regieren. Die Deutschen befanden sich damals in einem Zustand kollektiver Besoffenheit; und ich halte es für historisch nicht richtig - für die Geschichtsbücher ;-), das den Politikern in die Schuhe zu schieben.



Lieber Zettel,

es wurden auch mit Energiewende wichtige Wahlen verloren, besonders dramatisch in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Umfragen sind keine Wahlen. Ich erinnere dazu an die Rede von Bundeskanzlerin Merkel zur Vorstellung des Allensbacher Jahrbuchs der Demoskopie

Zitat von Bundeskanzlerin
Was ist das Verhältnis von Demoskopie und Politik? Das muss ich mich natürlich fragen, wenn ich hier als Politikerin stehe. Der Demoskop kann die Gegenwart beschreiben, aber nicht die Zukunft vorhersagen. Was heute Minderheitsposition ist, kann morgen Mehrheitsposition werden – wir erleben dies in diesem Jahrbuch immer wieder. Was in einer bestimmten Situation die richtige und was die falsche Politik ist, muss der politische Mandatsträger oder die politische Mandatsträgerin entscheiden. ...
Wir können also sagen: Demoskopie kann aufklären, sie kann Maßstäbe zurechtrücken und sie kann helfen, eine öffentliche Diskussion zu versachlichen. Aber ich sage uns jeweils gegenseitig: Demoskopen sollten sich davon verabschieden, durch die Demoskopie gleich noch ein bisschen Politik zu machen, und Politiker sollten wiederum nicht der Versuchung erliegen, mit Hilfe der Demoskopie ihre politischen Entscheidungen zu rechtfertigen. Richard von Weizsäcker hat das einmal sehr schön auf den Punkt gebracht: „Wir leben in einer Demoskopiedemokratie. Die verführt die Parteien dazu, in die Gesellschaft hineinzuhorchen, dort die erkennbaren Wünsche zu ermitteln, daraus ein Programm zu machen, dieses dann in die Gesellschaft zurückzufunken und sich dafür durch das Mandat für die nächste Legislaturperiode belohnen zu lassen. Es handelt sich um einen Kreislauf, bei dem die politische Aufgabe der Führung und Konzeption zu kurz kommt.“ Ich kann ihm dabei nur zustimmen. Das ist eine Gefahr.

Aber genau deshalb bin ich auch zutiefst davon überzeugt, dass es richtig ist, dass wir eine repräsentative Demokratie und keine plebiszitäre Demokratie haben und dass uns die repräsentative Demokratie für bestimmte Zeitabschnitte die Möglichkeit gibt, Entscheidungen zu fällen, dann innerhalb dieser Zeitabschnitte auch für diese Entscheidungen zu werben und damit Meinungen zu verändern. Wir können im Rückblick auf die Geschichte der Bundesrepublik sagen, dass all die großen Entscheidungen keine demoskopische Mehrheit hatten, als sie gefällt wurden. Die Einführung der Sozialen Marktwirtschaft, die Wiederbewaffnung, die Ostverträge, der Nato-Doppelbeschluss, das Festhalten an der Einheit, die Einführung des Euro und auch die zunehmende Übernahme von Verantwortung durch die Bundeswehr in der Welt – fast alle diese Entscheidungen sind gegen die Mehrheit der Deutschen erfolgt. Erst im Nachhinein hat sich in vielen Fällen die Haltung der Deutschen verändert. Ich finde es auch vernünftig, dass sich die Bevölkerung das Ergebnis einer Maßnahme erst einmal anschaut und dann ein Urteil darüber bildet. Ich glaube, das ist Ausdruck des Primats der Politik. Und an dem sollte auch festgehalten werden.



Es wurde nicht daran festgehalten. Wenn Volkes Meinung etwas zählen würde, dann hätte es zumindest eine Volksbefragung oder weitaus sauberer Neuwahlen geben müssen.

Zitat von Zettel
Es war das Volk, das das wollte, was jetzt eintritt. Tu l'as voulu, George Dandin.



Soll ich daraus schließen, dass Du, Deine Leser und Mitdiskutanten nicht mehr zum Volk gehören? Was sollen wir nun machen? Wenn wir nicht auswandern wollen oder können, dann bleibt lediglich die Hoffnung, dass im Rahmen der anstehenden großen Koalition wieder Vernunft einkehrt. Ich bin aber nicht sehr optimistisch. Mit Grundgesetzänderung und Verfassungskonvent steht die nächste große Volksverarsche an.

Lieber Zettel,

gehe davon aus, dass ich Deine Ausführungen gründlich und mit Begeisterung lese und es tut mir leid, dass ich wegen eines kleinen Abschnittes den letzten Blogeintrag nicht entsprechend würdige. Soll ich jetzt auf die Naturschutzverbände hoffen, die Deutschland vor weiterer sinnfreier Verspargelung bewahren? Das wäre dann doch zu albern.
Widerstand im Aufwind


Zitat
Man solle den Rotmilan nach erfolgreichem Kampf zum Wappentier auswählen schlägt Lixfeld unter dem Beifall der Zuhörer vor. Diese Rolle aber könnten vielleicht noch andere Vögel beanspruchen. So ist etwa der Schwarzstorch mehrfach im Überflug gesehen worden, nahe Rachelshausen vermuten die Vogelkundler einen Horst. Auch Ziegenmelker und Haselhuhn sind gesichtet worden, Letzteres habe man sogar an untersuchtem Kot identifiziert. Die Holzhäuser aber bauen auch auf den Uhu. "Wir haben hieb- und stichfeste Beweise", so Lixfeld. Den Standort werde man noch nicht preisgeben. Er ist sich aber sicher, dass der Vogel von der Roten Liste am Hilsberg Jungvögel groß gezogen hat.

Für Dieter Jurkat spielt auch die von Politikern immer gerne angesprochene Akzeptanz eine große Rolle. Er berichtete von einer Tagung in Gießen, bei der sehr deutlich heraus gestellt worden sei, dass gegen den Willen der Bürger solche Anlagen nur schwer durchsetzbar seien. Widerstand wollen die Holzhäuser und ihre Mitstreiter auf jeden Fall leisten.

Der Riesling gehört zu Deutschland.

Martin Offline



Beiträge: 4.129

19.09.2012 08:04
#8 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Zitat von Zettel im Beitrag #5

Vielleicht möchtest du noch einmal diesen Artikel lesen, den ich für einen meiner besseren halte?

"Was dann?" - Aussteigernation Deutschland. Gebt Raum, ihr Völker, unsrem Schritt; ZR vom 28. 5. 2011.

Geschrieben auf dem Höhepunkt der kollektiven Besoffenheit.

Herzlich, Zettel


Lieber Zettel,

Wahlen und Meinungsumfragen sind nun mal zweierlei, und Führung zeichnet sich dadurch aus, dass sie in schwierigen Situationen nicht den Kopf verliert. Schmidt hat bei der Durchsetzung des Nato-Doppelbeschlusses nach seiner Überzeugung gehandelt, und nicht nach der aufgepeitschten Stimmung in großen Teilen der Bevölkerung.

Bei dieser Diskussion wäre ich allerdings auch neugierig gewesen, welche Rolle Röttgen bei dem plötzlichen Atomausstieg gespielt hatte. Ich habe diesem Mann nie mehr zugetraut, als Streben nach Karriere. Ansonsten hat Merkel in der Finanzkrise gezeigt, dass sie durchaus auf Zeit spielen kann, wobei mir noch nicht klar ist, mit welchem Ziel (vielleicht weiß sie das selbst noch nicht).

Gruß, Martin

stefanolix Offline



Beiträge: 1.959

19.09.2012 08:38
#9 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Zitat von Martin im Beitrag #8
Wahlen und Meinungsumfragen sind nun mal zweierlei, und Führung zeichnet sich dadurch aus, dass sie in schwierigen Situationen nicht den Kopf verliert. Schmidt hat bei der Durchsetzung des Nato-Doppelbeschlusses nach seiner Überzeugung gehandelt, und nicht nach der aufgepeitschten Stimmung in großen Teilen der Bevölkerung.

Bei dieser Diskussion wäre ich allerdings auch neugierig gewesen, welche Rolle Röttgen bei dem plötzlichen Atomausstieg gespielt hatte. Ich habe diesem Mann nie mehr zugetraut, als Streben nach Karriere. Ansonsten hat Merkel in der Finanzkrise gezeigt, dass sie durchaus auf Zeit spielen kann, wobei mir noch nicht klar ist, mit welchem Ziel (vielleicht weiß sie das selbst noch nicht).


Die Leitlinien der Politik muss die Kanzlerin vorgeben. Nach allem, was wir heute wissen, war Norbert Röttgen ein politisches Leichtgewicht (um nicht die Gewichtsklasse Fliegengewicht zu nennen). Er konnte das Publikum eine Weile mit Herumtänzeln blenden. Aber als er richtig boxen sollte, kippte er aus den Schuhen. Die Kanzlerin hat das vermutlich seit Jahren gewusst, sie durchschaut Menschen sehr schnell.

Angela Merkel macht ihre Fehler auf weit höherem Niveau.

Sie hat nach der Wahl 2009 viel zu lange gezögert, um mit der neuen Koalition Profil zu gewinnen. Sie hat der neuen Koalition kein richtiges Leitbild gegeben und die Koalition hat folglich ihre eigenen Wähler schnell enttäuscht (vor allem die Wechselwähler). Konsequenterweise ging NRW im Frühjahr 2010 verloren. Rückblickend kann man sagen: Damals fiel der erste Dominostein.

Im Jahr 2011 hat sie mit sehr schnellen Entscheidungen (nach Fukushima) versucht, die CDU in Baden-Württemberg noch zu stützen. Dort war aber nichts mehr zu retten. Es wäre besser gewesen, einen Kurs der Vernunft einzuschlagen und den Atomausstieg betont rational zu planen.

Im ersten Fall hat sie viel zu lange gewartet. Im zweiten Fall hat sie völlig übereilt gehandelt. Aus meiner Sicht sind das die Hauptfehler dieser Legislaturperiode. Dass Angela Merkel ab 2013 vermutlich Kanzlerin einer Koalition mit der SPD sein wird, liegt vor allem an den Schwächen aller anderen Parteien.

xanopos ( gelöscht )
Beiträge:

19.09.2012 09:13
#10 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Zitat von isildur im Beitrag #4
Im Wikipediaeintrag zu einem der wohl bekanntesten und wichtigsten deutschen WKA-Bauer Enercon heißt es:
"Enercon baut ausschließlich Onshore-Anlagen und lehnt Offshore-Anlagen wegen des technischen Aufwandes ab."

Wenn diejenigen die die Anlagen bauen es für technisch unsinnig halten - könnte einem das vielleicht was sagen?

Gruß,
Isildur


Weil es ein Hersteller nicht in das Geschäft der Offshoreanlagen einsteigt, können sie nicht folgern, dass es generell unsinnig ist. Enercon hat es schlicht nicht nötig in den Offshore-Markt einzusteigen. An Land ist noch genug Platz für Turbinen. Hier in Österreich hat Enercon einen gefühlten Marktanteil von etwa 50% (Ende 2011 waren es tatsächlich 43%, lt. IG Wind).

Siemens und Vestas sind jedenfalls von Offshore überzeugt.

xanopos ( gelöscht )
Beiträge:

19.09.2012 09:32
#11 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #2
Man kann es auch so, ganz knapp, formulieren: Die Deutschen haben sich entschlossen, den Morgenthau-Plan zu verwirklichen. Und zwar in einer drastisch verschärften Variante.

Ich denke, da übertreiben Sie ein wenig.

Der Atomausstieg ist beschlossen, keine der möglichen zukünftigen Regierungen wird ihn wieder rückgängig machen. Die wenigen Kernkraftwerk-Neubauten in Europa glänzen auch nicht gerade durch eine reibungslose Projektabwicklung.

Konventionelle kalorische Kraftwerke stoßen zunehmend auf Ablehnung. Die neue Generation der Kohlekraftwerke (700°C, 350bar) plagt sich derweil mit Problemen mit dem Spezialstahl.
Selbst bei einem gewöhnlichen Gaskraftwerk (am Beispiel Mellach), gibt es Verzögerungen und Bedenken des Betreibers, dass sich das ganze nicht rechnet.
Bei kalorischen Kraftwerken sind die Brennstoffpreise für die nächsten Jahrzehnte einfach nicht vorhersagbar.

Ich sehe zum Ausbau von Wind leider keine Alternative.

R.A. Offline



Beiträge: 8.171

19.09.2012 10:23
#12 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Zitat von Zettel im Beitrag #5
Gefragt wurde nur noch nach den Modalitäten der "Energiewende", nicht danach, ob sie denn überhaupt richtig sei.

So macht man Stimmung mit Umfragen.

Ganz ehrlich: Diese ganzen Umfragewerte kann man getrost in die Tonne treten.

Selbstverständlich gibt es in der Bevölkerung tendenziell eine überwiegende Skepsis gegen Atomkraft. Und natürlich konnte man nach der Medienhysterie wg. Fukushima auch mal Spitzenwerte messen.
Aber Umfragen, die bei einer solchen Frage nur wenige Prozent Befürworter oder über 90% Fans der "Energiewende" behaupten - die sind nicht ehrlich und nicht repräsentativ.

Generell gilt: Umfragen sind Schall und Rauch, nur Wahlergebnisse sind Fakten.

Und da hat C. völlig recht: Union und FDP haben mit einem dezidiert atomfreundlichen Programm die Wahl gewonnen. Und seitdem gab es keine weitere bundesweite Abstimmung. Merkel hat ihre Position geändert, die Bevölkerung wurde nicht gefragt.

Und ob die "Energiewende" bei einer Volksabstimmung mit halbwegs seriös gestalteten Abstimmungsalternativen eine Mehrheit finden würde, das halte ich weiterhin für fraglich.

R.A. Offline



Beiträge: 8.171

19.09.2012 10:25
#13 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Zitat von xanopos im Beitrag #10
Siemens und Vestas sind jedenfalls von Offshore überzeugt.

Das kann man so nicht sagen.
Siemens und Vestas sind davon überzeugt, daß sie irgendwelchen Leuten Offshore-Anlagen verkaufen können.
Das sagt überhaupt nicht, daß Siemens oder Vestas daran glauben, daß diese Leute diese Anlagen vernünftig betreiben und damit Gewinne machen können.

xanopos ( gelöscht )
Beiträge:

19.09.2012 10:56
#14 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #13
Zitat von xanopos im Beitrag #10
Siemens und Vestas sind jedenfalls von Offshore überzeugt.

Das kann man so nicht sagen.
Siemens und Vestas sind davon überzeugt, daß sie irgendwelchen Leuten Offshore-Anlagen verkaufen können.
Das sagt überhaupt nicht, daß Siemens oder Vestas daran glauben, daß diese Leute diese Anlagen vernünftig betreiben und damit Gewinne machen können.

Ich bin sicher, dass Siemens nur Produkte verkauft, von denen sie 100% überzeugt sind.

Martin Offline



Beiträge: 4.129

19.09.2012 13:41
#15 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Zitat von xanopos im Beitrag #14
Ich bin sicher, dass Siemens nur Produkte verkauft, von denen sie 100% überzeugt sind.


Wenn mich nicht alles täuscht, dann kämpft Siemens seit vielen Jahren mit dem Mangel an Erfahrung im Eisenbahngeschäft, nachdem ehemals hopplahopp Aufgaben von der DB übernommen worden waren. Trotzdem verkauft Siemens mit voller Überzeugung ICEs . Siemens hat wohl vor allem Erfahrung in Geschäften ohne Erfahrung, und ist für Offshore-Anlagen damit erste Adresse.

Gruß, Martin

xanopos ( gelöscht )
Beiträge:

19.09.2012 13:50
#16 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Zitat von Martin im Beitrag #15
Zitat von xanopos im Beitrag #14
Ich bin sicher, dass Siemens nur Produkte verkauft, von denen sie 100% überzeugt sind.


Wenn mich nicht alles täuscht, dann kämpft Siemens seit vielen Jahren mit dem Mangel an Erfahrung im Eisenbahngeschäft,


Stimmt, Siemens ist etwas spät in das Eisenbahngeschäft eingestiegen: http://en.wikipedia.org/wiki/File:EElokSiemens.jpg

Martin Offline



Beiträge: 4.129

19.09.2012 14:04
#17 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Zitat von xanopos im Beitrag #16

Stimmt, Siemens ist etwas spät in das Eisenbahngeschäft eingestiegen: http://en.wikipedia.org/wiki/File:EElokSiemens.jpg


http://www.eurailpress.de/news/alle-nach...en-bahn-ag.html

Zitat
1994 traf man dann die Entscheidung: Die neu gegründete Deutsche Bahn fokussiert sich auf ihre eigentliche Kernaufgabe, den Betrieb, und überlässt Konstruktion sowie Fertigung von Fahrzeugen der Industrie. Das hat damals zu sehr großen Veränderungen geführt, auch auf Industrieseite. Unternehmen wie Siemens waren gezwungen, Hersteller hinzuzukaufen, um überhaupt komplette Fahrzeuge anbieten zu können. Ein langer Lernprozess für die Industrie und ein großer Umstellungsprozess für die Bahn wurden in Gang gesetzt. Die Bahn hat sich dabei sehr stark auf den Betrieb fokussiert und die Herstellung von Fahrzeugen komplett den Herstellern überlassen.



Zitat
In der jüngeren Vergangenheit mussten wir jedoch, der Not gehorchend, eine ganze Menge Themen bearbeiten, die eigentlich zu dieser Kernkompetenz der Industrie gehören. Ich erinnere nur an die Probleme mit Rissen in den Radsatzwellen.



Gruß, Martin

Paul Offline




Beiträge: 1.285

19.09.2012 16:14
#18 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #12

Und ob die "Energiewende" bei einer Volksabstimmung mit halbwegs seriös gestalteten Abstimmungsalternativen eine Mehrheit finden würde, das halte ich weiterhin für fraglich.


Genau das ist meine Meinung auch, lieber R.A.
Gestützt wird sie durch eine Erfahrung, die ich im Zusammenhang mit einer telefonischen Meinungsumfrage gemacht habe. Meine Antwort entsprach nicht dem erwarteten (vorgegebenen?) Ergebnis. Schon die Art der Fragestellung machte es schwer 'dagegen' zu sein. Der Interviewer tat sein Übriges dazu, um das Nein noch schwerer zu machen. Ich merkte, meine Antwort passte ihm nicht. Ich blieb aber dabei. Was er dann in seine Liste eingetragen hat, weiß ich nicht. Das weiß nur der Interviewer.
Seitdem verweigere ich die Aussage und bin mit Ihnen einer Meinung: "Ab in die Tonne damit."

Die Politiker werden schon wissen, weshalb sie Meinungsumfragen den Rang einer Volksabstimmung einräumen.
Seit Stuttgart 21 sind sie auch 'gebrannte Kinder'.
Es sollte mehr Volksabstimmungen geben und weniger Meinungsumfragen.

Juno Offline



Beiträge: 332

19.09.2012 17:12
#19 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Wie ein Profi Umfragen (und Politik mit Umfragen) macht :

http://www.youtube.com/watch?v=G0ZZJXw4MTA

Calimero Offline




Beiträge: 3.280

19.09.2012 17:53
#20 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Zitat von xanopos im Beitrag #11
Die neue Generation der Kohlekraftwerke (700°C, 350bar) plagt sich derweil mit Problemen mit dem Spezialstahl.

Nein, die "Spezialstahl"-Geschichte ist auf genau einen Hersteller zurückzuführen, der was ganz Tolles zu einem günstigeren Preis liefern wollte. Der wurde erst vom Praxistest eiskalt überrascht, weil die vorhergehenden Laborprüfungen des neuen Stahls (ich glaube auch mit TÜV und BAM-Beteiligung) allesamt positiv waren.
Das hat aber nichts mit der "neuen Generation von Kraftwerken" zu tun. Diese spezielle Vision wurde vor ca 15 Jahren geboren und geistert seitdem durch die Publikationen. Soweit ich weiß würden dafür sauteure Nickelbasisstähle benötigt, die, wenn überhaupt, noch in der Testphase sind. Ich weiß nur (vor ein paar Jahren) von einem halben Überhitzer, der in einem rheinischen Kraftwerk verbaut ist (oder war), um "neue Materialien" zu testen. Ob der aber aus dem Wunderwerkstoff ist/war kann ich leider nicht sagen.

Zitat
Bei kalorischen Kraftwerken sind die Brennstoffpreise für die nächsten Jahrzehnte einfach nicht vorhersagbar.


Bei Braunkohle geht das definitiv. Bei Steinkohle dagegen gibt's einfach an jeder Ecke der Welt Lieferanten. Und die haben auch noch genug für ein paar hundert Jahre. Da die USA ja jetzt schon groß in die Schiefergasnutzung eingestiegen sind und da wohl noch einige Länder folgen werden, würden außerdem zusätzlich Steinkohlevorräte frei werden.

Zitat
Ich sehe zum Ausbau von Wind leider keine Alternative.


Tja, wenn man Wind ausbauen, dazubauen, antreiben oder meinethalben anpflanzen könnte, wäre wohl keiner auf die Idee gekommen den komplizierten Weg der Brennstoffverstromung einzuschlagen. Leider hat aber allein die Natur das Patent auf kostengünstige Winderzeugung. Und die ist ein verdammt unzuverlässiger Lieferant.

Sie meinten sicherlich Energiespeicher. Denn wer unbedingt unzuverlässige Lieferanten haben möchte, muss sich eben verdammt große Lagerhallen bauen.

Beste Grüße, Calimero

----------------------------------------------------
Calimeros Rumpelkammer - Ein Raum für freie Rede und Gedanken, mittendrin im Irrenhaus.

xanopos ( gelöscht )
Beiträge:

19.09.2012 18:24
#21 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Zitat von Calimero im Beitrag #20
Bei Braunkohle geht das definitiv.


Nach dem Kernausstieg kommt der Kohleausstieg. So sicher wie das Amen im Gebet. Warten wir nur auf die nächste grüne Regierungsbeteiligung. Alternativ gibt es eine so hohe CO2-Steuer, dass die Verfeuerung von Ruhrkohle nicht mehr rentabel ist. Das sind Dinge, die in den nächsten Jahren passieren können, egal wie lange die Kohlevorräte theoretisch noch reichen.

Zitat
Bei Steinkohle dagegen gibt's einfach an jeder Ecke der Welt Lieferanten.


Und an jeder Ecke Abnehmer.

Zitat
Da die USA ja jetzt schon groß in die Schiefergasnutzung eingestiegen sind und da wohl noch einige Länder folgen werden, würden außerdem zusätzlich Steinkohlevorräte frei werden.


Z.B. der BUND fordert die Verstärkte Nutzung von Gaskraftwerken anstatt Kohle in der Übergangszeit zum erneuerbaren Schlaraffenland: http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pu...klimafakten.pdf
Natürlich ist man dort gegen die Förderung von Schiefergas. Warum auch konsequent sein?

Zitat

Tja, wenn man Wind ausbauen, dazubauen, antreiben oder meinethalben anpflanzen könnte, wäre wohl keiner auf die Idee gekommen den komplizierten Weg der Brennstoffverstromung einzuschlagen.

Seit wann gibt es die Brennstoffverstromung? Seit wann wird ernsthaft Wind als Option gesehen.

Zitat
Sie meinten sicherlich Energiespeicher. Denn wer unbedingt unzuverlässige Lieferanten haben möchte, muss sich eben verdammt große Lagerhallen bauen.

Oder bestehende nutzen. Deutschland hat das Problem kaum Lagerhalen zu haben, ich halte zwar eine Vervielfachung der Speicherkapazität für möglich, aber auch zusätzliche Lagerhalen lösen das Speicherproblem für Deutschland nicht. Norwegen lagert fast den Jahrestromverbauch, das ist für ein paar Anrainerstaaten (Schweden, Dänemark) sicher interessant. Der dänische Windenergieboom und die dortigen Ausbaupläne sind ohne das norwegische Lagerhaus nicht möglich.

Rudolf Kipp Offline




Beiträge: 36

19.09.2012 20:37
#22 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Lieber Calimero,

Zitat
"Ich sehe zum Ausbau von Wind leider keine Alternative."


Tja, wenn man Wind ausbauen, dazubauen, antreiben oder meinethalben anpflanzen könnte, wäre wohl keiner auf die Idee gekommen den komplizierten Weg der Brennstoffverstromung einzuschlagen. Leider hat aber allein die Natur das Patent auf kostengünstige Winderzeugung. Und die ist ein verdammt unzuverlässiger Lieferant.

Sie meinten sicherlich Energiespeicher. Denn wer unbedingt unzuverlässige Lieferanten haben möchte, muss sich eben verdammt große Lagerhallen bauen.



Großartiger Kommentar, Sie haben mir diesen Tag damit deutlich versüßt. Ich habe vor einiger Zeit in einer sehr vereinfachten Überschlagskalkulation errechnet, dass wir in Deutschland, wollten wir uns zu 50% mit Windstrom versorgen, 2948 Speicherseen der "Goldisthal-Klasse" bräuchten. Hätten wir also die Standortedafür (die wir nicht haben), käme uns der Spaß (angenommen die neuen Speicher würden das Gleiche kosten) lediglich schlappe 1.790 Mrd Euro.

Alternativ könnten wir natürlich, wie Xanopos es vorschlägt, die Norweger dazu überreden, uns deren Anlagen zur Stromproduktion zu überlassen, um diese zu Speichern aufzurüsten. Dazu müsste man dann lediglich zu den bestehenden Oberseen noch Unterseen in den Fels sprengen und betonieren und Pumpwerke errichten. Und man müsste Stromkabel nach Norwegen verlegen, die ein mehrfaches des gesamten deutschen Strombedarfs transportieren können. Sie sehen, die Energiewende ist machbar, Herr Nachbar...

Michel Offline



Beiträge: 265

19.09.2012 22:17
#23 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Eine 100% Versorgung mit NIE ist einfach nicht realistisch, weil der Anteil der Volllaststunden an allen Jahresstunden viel zu gering ist. Daher erreichen die NIE im Jahresmittel nur einen Bruchteil der installierten Leistung. Bei Wind beträgt der Anteil nur 23% bei Solarenergie sind es sogar nur 10%. Man bräuchte also mindestens das Vierfache des mittleren Jahresverbrauchs an installierter Leistung. Die Anlagen zur Speicherung der elektrischen Energie müssten in der Lage sein mehr Leistung abzunehmen als alle anderen Verbraucher zusammengenommen und in der Lage sein diese Leistungsabnahme über längere Zeit zu halten. Wenn man zum Beispiel auf das Windgas-Konzept zurückgreift, das vorsieht überschüssige Elektrizität in Chemische Energie umzuwandeln, dann bräuchte man zur Elektrolyse Chemische Fabriken mit einen größeren Kapazität als alle bereits bestehende Industrie. Das nötige Kapital um diese Anlagen zu errichten könnte man unmöglich aufbringen, daher kann man die 100% Träume getrost ins Reich der Märchen einordnen.

123 Offline



Beiträge: 287

19.09.2012 23:54
#24 RE: Deutschland im Öko-Würgegriff (34): Offshore-Windparks Antworten

Diese Umfragewerte sind sehr repräsentativ, wie auch manipulativ. Sie dienen zur Legitimation einer bestimmten Politik, sollen aber auch den Herdentrieb bei der Bevölkerung auslösen.

Sie können auch garnicht anders ausfallen, denn sie reflektieren perfekt die Anzahl der Medienbeiträge pro (0%) und contra (100%) Kernkraft.

Bei der Zustimmung zum EEG verhält es sich ähnlich. Zwar gibt es selten einmal Berichte über die technischen Schwierigekeiten bei der Umsetzung der Energiewende, aber NIE eine generelle Infragestellung.


Hier zeigt sich, wer wirklich die Macht im Lande hat. Nicht die Politiker, sondern die Medien. Bzw. die davor stehenden die Sozialisationsinstanzen, die uns diese Art Journalisten bescheren: Die Gymnasien und insbesondere Universitäten, die in den politischen und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern links bis linksradikale Kaderschmieden sind, und zwar schon lange vor 68.

In einer Demokratie kann man nicht gegen die Medien regieren, sondern Politiker sind essentiell von medialer Unterstützung abhängig.

Ferner kann man keine Politik machen gegen Grundsatzüberzeugungen der Bevölkerung. Diese werden im Sozialisationsprozeß verinnerlicht. Und letzteren kontrollieren die Linken seit 68 nahezu vollkommen bei den sogeannten "gebildeten Schichten".

Die hohen Zustimmungswerte für die Politik insbesondere der Grünen, die von allen anderen Parteien übernommen werden musste, sonst wären sie marginalisiert worden und die Grünen wären heute eine 70-90%Partei, zeigen wie erfolgreich die Sozialisationskontrolle durch die 68iger ist.

Auch wenn in der BRD formell Pressefreiheit besteht, ist die Bevölkerung von Information die die Deutungshoheit der Ökolinken gefähren könnte, bei den Leitmedien nahezu vollkommen abgeschirmt. Eine derartige Gleichschaltung in einer prinzipiell freiheitlichen Gesellschaft ist ein Phänomen. Denn wohl noch nie bis zurück ins Mittelalter gab es eine Bevölkerung die derartig gleichgeschaltet werden konnte, die so vereinheitlicht war wie die Deutschen bei den Schlüsselthemen der Ökolinken. Immer gab es Opposition, Ketzer, Häretiker, Revolutionäre, - oder eben eine Vielzahl stiller Andersdenker die es aus Angst ums Leben nicht wagten öffentlich aufzutreten. Wie in der DDR oder im 3.Reich.

Von der psychologischen Funktion her hat die Ökobewegung das Christentum abgelöst. Es ist die neue Religion der Deutschen (ohne Mihigru - die Mihigrus wurden mit Sicherheit in diesen Umfragen augeklammert, sonst wäre öfters ein "weiß nicht", "mir egal", oder "nix verstehn" gefallen).

Glaubenssysteme liefern nicht nur Welterklärungen, sie sind Leitfaden im Alltag, geben Orientierung, und schaffen über ihr Wertesystem Organisationsstrukturen einer Gesellschaft. Selbst wenn sie sich als falsch oder unsinnig heraustellen, halten die Gläubigen fast immer an ihnen fest, weil sie sich in einer psychischen, kollekiven und wirtschaftlichen Abhängigkeit befinden. Sie bringen lieber erhebliche Opfer (bis hin zum Tod oder Verstümmelung der Kinder, oder dem eigenen Untergang), als ihr Glaubensystem zu hinterfragen oder auszutauschen.

Vor diesem Hintergrund ist klar, daß auch eine vervielfachte Stromrechnung und monatliche Black-outs die Deutschen (ohne Mihigru) nicht von ihrer Zustimmung zur Energiewende abbringen werden. Zu tief sitzt zudem die Angst vor dem Teufel, sprich Kernkraft. Welche wiederum eingebettet ist in ein generell technik- und wohlstandsfeindliches Gedankengebäude.

Und so wenig wie sich religiös Relgiöse vom Faktum, daß jeder Glaube lediglich von Menschen erfunden wurde, von ihrem Glauben abbringen lassen, so wenig werden, bzw. können es die Ökodeutschen zulassen, daß ihr Glaubenssystem hinterfragt wird. Sie werden es mit aller Macht verteidigen. Auf der machtpolitischen Ebene, aber genauso auf der indviduell-psychologischen. Ein Gläubiger kollabiert ganz einfach, müsste er anerkennen, daß sein Glaube nichts als ein (Selbst)Betrugssystem darstellt.
Er findet aus seinem Glaubensgefängnis nur heraus, wenn sich ihm ein Ersatzglaube bietet. Und nur so käme man der Ökoreligion auch bei - nicht mit rationalen Argumenten, sondern mit einem neuen Glaubenssystem.

Darum sieht es ziemlich düster aus für dieses Land, aber auch den gesamten Westen, solange die ökolinke Bewegung dominant ist. Es ist eine Programmatik der Selbstzerstörung, ja des Selbsthaßes, aus dem heraus weltfremde Heilslehren resultieren, die in ihrer Wirkung das Gegenteil der Versprechungen sind.

Die Energiewende wird man deshalb durchziehen, egal wie hoch die Kosten sind, und wenn es uns unseren gesamten Wohlstand kosten würde. Selbst wenn es Tote in extrem hoher Zahl zur Folge hätte. Bei geschlossenen Glaubenssystemen ist das ein ganz normaler Verlauf.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

20.09.2012 01:52
#25 Selbstverantwortliche Bürger Antworten

Zitat von 123 im Beitrag #24
Diese Umfragewerte sind sehr repräsentativ, wie auch manipulativ. Sie dienen zur Legitimation einer bestimmten Politik, sollen aber auch den Herdentrieb bei der Bevölkerung auslösen.

Sie können auch garnicht anders ausfallen, denn sie reflektieren perfekt die Anzahl der Medienbeiträge pro (0%) und contra (100%) Kernkraft.

Lieber 123,

bei Ihrem wie auch bei anderen Beiträgen in diesem Thread vermisse ich ein wenig den Gesichtspunkt, daß jeder Bürger, der nicht entmündigt ist, doch selbst für das verantwortlich ist, was er politisch für richtig hält.

Die Bevölkerung der DDR wurde buchstäblich von der Kita bis zur Bahr einer ständigen Propaganda ausgesetzt und hat sich dennoch in ihrer großen Mehrheit das Selbstdenken nicht nehmen lassen. Gegen diese damalige Agitprop ist das, was unsere Medien bieten, noch immer harmlos.



Jeder konnte sich darüber informieren, daß es in Fukushima keinen einzigen Toten aufgrund des nuklearen Unfalls gegeben hatte. Jeder konnte sich über die Zahl der Opfer von Erdbeben und Tsunami informieren; es sind fast 16.000.

Für ihre kollektive Besoffenheit waren die Deutschen ebenso verantwortlich, wie eine einzelne Person dafür verantwortlich ist, wenn sie sich besäuft.

Ich halte es, lieber 123, für ein nachgerade sozialistisches Denken, die Medien (also letztlich "die Gesellschaft", deren Teil die Medien sind) für die Dummheit von Menschen verantwortlich zu machen.

Die Deutschen waren so dumm, wegen dieses Unfalls in Japan den Weg in den Wahnwitz der "Energiewende" gehen zu wollen. Sie selbst wollten das.

Hätten die Deutschen das nicht gewollt, dann hätten weder die Medien etwas ausrichten können, noch hätte Merkel sich in der Lage gesehen, entweder diesen Weg zu akzeptieren oder mit ihrer Partei sich in Richtung auf die 5-Prozent-Grenze zu bewegen. (Wie erinnerlich, waren damals zwischen 2 und 4 Prozent der Deutschene für die Beibehaltung der Atomenergie).



Wo diese spezifisch deutsche Dummheit herkommt, diese Irrationalität, die manchmal zu den fürchterlichsten Verbrechen führt und manchmal zu Panikreaktionen wie dieser jetzt - das ist eine lange Geschichte; im Wortsinn. Vermutlich begann sie mit der Romantik; vielleicht auch schon mit Meister Eckehardt. Oder vielleicht muß man noch weiter zurückgehen; ich weiß es nicht.

Herzlich, Zettel

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