Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden  

ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 36 Antworten
und wurde 2.528 mal aufgerufen
 Weitere Themen
Seiten 1 | 2
Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.708

31.10.2016 08:45
#26 RE: Zitat des Tages antworten

Klonovsky. Und 1:1 mein Befund.

Zitat von Morgendlicher 31. Oktober 2016
Der Historiker Rolf Peter Sieferle hat in seinem letzten (in der Zeitschrift Tumult veröffentlichen) Essay darauf hingewiesen, was für unwahrscheinliche, seltene und zerbrechliche Phänomene der Rechtsstaat und der Sozialsstaat aus weltgeschichtlicher Perspektive sind. Wir hielten sie im Tunnelblick unseres Kurzzeitdenkes für normal, nähmen es als gegeben hin, dass sie existierten, hätten das Gefühl dafür verloren, welcher gewaltige Aufwand und welches Unmaß an Leiden nötig waren, dass solche Strukturen ausnahmsweise entstehen konnten. Sie entstanden übrigens in Europa, ein paar andere Weltgegenden übernahmen dieses Modell, doch global und aufs Ganze gesehen, sind sie exotische Ausnahmen. Die mit den Begriffen Rechtsstaat und Sozialstaat beschrieben Sphäre von Sicherheit und Prosperität wird momentan von der politischen Klasse Europas und ihren intellektuellen Lautsprechern sehenden Auges im Namen der Gleichheit, der Antidiskriminierung und der heiligen Diversivität preisgegeben. "Die europäischen Gesellschaften sind von dem Grundgedanken des Egalitarismus besessen", schrieb Sieferle dazu. "Dieses ideologische Muster produziert die Utopie der totalen materiellen Gleichheit, die gewissermaßen den naturalen Attraktionspunkt der menschlichen Existenz bildet. Ungleichheiten sind dagegen »unnatürlich«, sie gelten als bloße »soziale Konstrukte« und sind daher ohne weiteres zu rekonstruieren. Dies gilt für alle Dimensionen, also für Geschlecht, Rasse, Begabung, soziale Position etc. Aus dieser Perspektive eines universalistisch-egalitären Programms ist jede reale Ungleichheit schlechthin unerträglich."

Unsere Willkommenskulturbolschewisten werden allerdings andere Früchte ernten, als sie derzeit noch mit dem inneren Frohlocken des revolutionären Ressentiments wähnen. Denn während die Linke bei der Zerstörung gewachsener Strukturen stets zielstrebig und berechenbar agiert, ist sie mit eigenen Aufbauleistungen ebenso stets überfordert. Sowohl der Rechtsstaat als auch und vor allem der Sozialstaat sind als Kompromisse zwischen Konservativen und Progessisten entstanden. Das heute herbeigeholte Ersatzproletariat der Linken, die diesmal in einem welthistorisch bislang unerhörten Bündnis mit den asozialsten, bindungslosesten Teilen des Großkapitals agiert, ist so zahlreich, dass die verbliebenen konservativen Dämme europaweit zu grechen drohen. Welche historisch gewachsenen Strukturen das Leben in Europa so einzigartig gemacht haben, "wird man erst begreifen, wenn sie verschwunden sind, d. h. wenn eine neue multitribale Struktur sie verdrängt hat. Vielleicht ist der Untergang Europas dann ein Lehrstück für andere industrialisierte Zivilisationen (wie China), und vielleicht werden die letzten Europäer in Übersee Zuflucht suchen", notierte Sieferle). Der Prozeß der Universalisierung und Globalisierung sei wohl unvermeidlich, und jene Völker, welche die Geschichte der letzten Jahrtausende geprägt haben, "werden letztlich von ihm verschlungen werden. Wir sollten uns aber darüber im klaren sein, daß dies mit zahlreichen schmerzlichen Friktionen verbunden sein wird. Viele Deutsche möchten heute gerne als Volk verschwinden, sich in Europa oder in die Menschheit aulösen. Andere Völker werden aber heftig Widerstand gegen eine solche Aussicht leisten. Harmonisch wird dies alles nicht abgehen, zumal einzelne Kulturen versuchen werden, bei dieser Gelegenheit ihre tradierten Muster universell durchzusetzen, sei es in Gestalt der westlichen »Menschenrechte«, sei es in Gestalt des islamischen »Dschihad« oder was auch immer. Die Immigrationskrise, in der wir uns aktuell be nden, ist daher vielleicht nur der Vorbote umfassenderer Konvulsionen, in denen alles untergehen wird, was uns heute noch selbstverständlich scheint."



http://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna

Und nein, da "kommen wir nicht raus". Der Zug ist abgefahren.



Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande. - Voltaire

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.708

19.11.2016 00:13
#27 RE: Zitat des Tages antworten

Merkel im ZDF, "Heute" aus Anlaß der Obama-Visite.

Zitat
ZDF heute
‏@ZDFheute
Merkel: Deutschland hat von den USA viel Hilfe bekommen. Jetzt ist Deutschland in der Lage, die Ordnung der Welt aufrecht zu halten
09:11 - 17. Nov. 2016



https://twitter.com/zdfheute/status/799298897093001216

"Aufrecht zu erhalten". Das von einer Tante, die uns monatelang erklärt hat, daß D nicht mal in der Lage sei, 200 km eigene Grenze zu bewachen. Wie lautet die weibliche Form von "Cäsarenwahn"?



Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande. - Voltaire

Meister Petz Offline




Beiträge: 3.191

19.11.2016 07:51
#28 RE: Zitat des Tages antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #27
200 km eigene Grenze

Zitat von http://www.laenderdaten.de/geographie/grenzen.aspx
Belgien 133 km, Dänemark 140 km, Frankreich 418 km, Luxemburg 128 km, Niederlande 575 km, Österreich 801 km, Polen 467 km, Schweiz 348 km Tschechische Republik 704 km


Heute mal wieder nen postfaktischen?

Gruß Petz

Free speech is so last century. (Brendan O'Neill)

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.708

19.11.2016 18:11
#29 RE: Zitat des Tages antworten

Relevante Abschnitte zu Ö latürnich. Die Holländer fühlten sich nicht so eingeladen.

Wobei "postfaktisch": hat man sogar hier mittlerweile verstanden. Aber da war man ja auch noch nie anders unterwegs.

http://www.newyorker.com/magazine/2016/1...rump-presidency

Zitat von The New Yorker, 28 Nov 2016
NOVEMBER 28, 2016 ISSUE - OBAMA RECKONS WITH A TRUMP PRESIDENCY
Inside a stunned White House, the President considers his legacy and America’s future. By David Remnick

Although Obama and his people admit that the election results caught them completely by surprise—“We had no plan for this,” one told me—the President sought to be reassuring.

“This is not the apocalypse,” Obama said. History does not move in straight lines; sometimes it goes sideways, sometimes it goes backward. A couple of days later, when I asked the President about that consolation, he offered this: “I don’t believe in apocalyptic—until the apocalypse comes. I think nothing is the end of the world until the end of the world.”
...
"And Trump understands the new ecosystem, in which facts and truth don’t matter."



Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande. - Voltaire

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.708

05.01.2017 15:04
#30 RE: Zitat des Tages antworten

Was finde ich nicht alles bei Flaubert. An George Sand, 11. März 1871:

Zitat
Ah ! Dans quel monde nous allons entrer ! Paganisme, christianisme, muflisme : voilà les trois grandes évolutions de l’humanité. Il est triste de se trouver au début de la troisième.



an Edmond de Goncourt, 5 Tage später:

Zitat
Paganisme, christianisme, muflisme, voilà les trois grandes évolutions de l’humanité. Nous touchons à la dernière.



(& ja, die Definition des Larousse ist geläufig: "Qui est grossier, brutal, sans éducation: Se conduire comme un mufle.")



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.708

25.01.2017 23:37
#31 RE: Zitat des Tages antworten

Acta diurna, 25. Januar 2017. Oft gesehen, wieder einmal konzise formuliert.

http://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna

Zitat
Der radikale Islam ist dem Jakobinertum und dem Bolschewismus durchaus verwandt. Er richtet seine Kriegserklärung an die westliche Welt, ihre Lebensart und ihre Wertvorstellungen, sowie an die Reste der bürgerlichen Gesellschaft. Er ist antikapitalistisch und lehnt vor allem das Finanzkapital radikal ab. Die Islamisten sind die Avantgarde eines potentiell weltumspannenden Emanzipationskollektivs. Mit den westlichen Linken gemeinsam haben sie den Auserwähltheitsdünkel, die Überzeugung, etwas moralisch Höherstehendes zu verkörpern, verbunden mit der deprimierenden Einsicht, dass die Welt doch macht, was sie will und sehr gut ohne sie auskommt, weil ihr Anteil an der materiellen Wertschöpfung minimal ist.

Ich habe an dieser Stelle schon einmal darüber räsonniert, inwieweit man den radikalen Islam als Islamobolschewismus bezeichnen könne: Es handelt sich um einen Aufstand der historisch Abgehängten, Zukurzgekommenen, sich gedemütigt Fühlenden und dabei zugleich von einer Heilsidee Durchglühten, eine von Kadern geführte Bewegung, die die Massen erfassen und in eine phantastische, vormoderne Märchenwelt hinein emanzipieren oder sogar erlösen will. Sie verheißt die Befreiung des revolutionären, durch die Idee rein gewordenen Kollektivs aus den Banden von Fremdbestimmung und Dekadenz, und sie nimmt tendenziell jeden auf, der bereit ist, ihr beizutreten und das Glaubensbekenntnis zu sprechen. Sie träumt von der Weltrevolution, von der Errichtung einer paradiesischen Globalkommune der Gleichen unterm grünen statt roten Banner. Offenbar ist diese solidarische Gemeinschaft der Kämpfenden und von einer gerechten Mission Erfüllten, diese Kommune der auserwählten Reinen, die mit der bisherigen, abgelebten, durch und durch verdorbenen Welt Schluss machen will, etwas, das auf viele junge Männer eine enorme Anziehungskraft ausübt.



Genauso augenfällig die Wesensverwandtschaft mit den auf Begeisterung & Blutrausch setzenden Flügeln der braunen Kollektivismen, samt Anspruch auf Weltherrschaft & der Berauschung an Grausamkeit, der Absage an jedes wägende, die Raserei retardierende Kalkül, zudem die Vorliebe für die grelle Theatralik, & von der je lieber, desto primitiver sie ausfällt. Und die absolute manichäische Spaltung der ganzen Welt in den Erlösenden vs. den verworfenen Part.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.708

29.01.2017 14:24
#32 RE: Zitat des Tages antworten

Zitat
Brendan O'Neill
25. Januar um 16:28 ·

People are angrier with Trump for imposing a visa ban on Yemen than they ever were with Obama for bombing and killing Yemenis and backing a barbaric Saudi war that pushed parts of Yemen to the brink of famine. They're angrier with Trump for imposing a temporary ban on Syrian refugees coming to America than they ever were with the Obama policies that helped rip Syria apart and saturate it with weaponry and which created those refugees in the first place. They're angrier with Trump for his Mexico wall than they ever were with Obama for kicking out more Mexicans than any president in history or with Hillary for voting for the building of a 700-mile security barrier between America and Mexico -- you know, a wall. It's bizarre. Obama is a saint even though he caused mayhem, and Trump is a fascist basically for saying: "Oh shit, there's mayhem." If you adore Obama then I'm sorry but you have forfeited your right to be taken seriously on Trump.



https://www.facebook.com/brendan.oneill....250193778404046



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.708

28.02.2017 23:00
#33 RE: Zitat des Tages antworten

Da das Zitat seit einiger Zeit immer wieder - & nicht allein im englischen Sprachbereich - im Zusammenhang mit Trump erwähnt wird, & oft in der Form: "Jonathan Swift soll 1710 gesagt haben: 'Die Lüge fliegt, und die Wahrheit hinkt hinterher'", hier das Zitat samt Quelle.

Es handelt sich um den Essay "The Art of Political Lying", erschienen als Nummer 14 des Examiner, vom 9. November 1710.

Zitat
Some people may think that such an accomplishment as this can be of no great use to the owner, or his party, after it has been often practiced, and is become notorious; but they are widely mistaken. Few lies carry the inventor's mark, and the most prostitute enemy to truth may spread a thousand, without being known for the author; besides, as the vilest writer hath his readers, so the greatest liar hath his believers, and it often happens that if a lie be believed only for an hour, it hath done its work, and there is no further occasion for it. Falsehood flies, and truth comes limping after it, so that when men come to be undeceived, it is too late; the jest is over, and the tale hath had its effect: like a man who hath thought of a good repartee when the discourse is changed, or the company parted; or like a physician, who hath found out an infallible medicine, after the patient is dead.



https://en.wikisource.org/wiki/The_Works..._3/The_Examiner

Hier eine deutsche Fassung:

Zitat
Einige Leute können nun vermeinen, dass eine solche Fertigkeit weder ihrem Besitzer noch dessen Partei von großem Nutzen sein kann, nachdem sie oft angewandt und notorisch geworden ist. Aber das ist ein großer Irrtum, denn nur wenige Lügen tragen den Stempel des Erfinders, und der schändlichste Feind der Wahrheit kann Tausende verbreiten, ohne dass man ihn als ihren Urheber erkennt Außerdem hat der größte Lügner seine Gläubigen, so wie der gemeinste Schriftsteller seine Leser; und oft kommt es vor, dass eine Lüge nur eine Stunde lang geglaubt zu werden braucht, um ihren Zweck zu erfüllen, dann ist sie überflüssig. Die Falschheit fliegt und die Wahrheit kommt hinterhergehinkt; wenn also die Menschen der Täuschung gewahr werden, ist es bereits zu spät: Der Hieb hat längst gesessen, und die Lügengeschichte hat ihre Wirkung getan; ähnlich wie bei einem Mann, der sich eine schlagfertige Antwort ausdenkt, wenn das Thema bereits gewechselt ist oder die Gesprächspartner sich wieder getrennt haben, oder wie bei einem Arzt, der eine unfehlbare Medizin findet, nachdem der Patient verstorben ist.



http://das-blaettchen.de/2014/10/ueber-d...uege-30579.html

Zitat
Dieser gleiche Stammbaum gilt aber nicht immer für die politische Lüge. Ich möchte ihn daher etwas vervollkommnen, indem ich einige Einzelheiten über ihre Geburt und ihre Eltern hinzufüge. Eine politische Lüge wird manchmal im Kopf eines abgewirtschafteten Staatsmannes geboren und von ihm entbunden, um vom Pöbel gehegt und gepflegt zu werden. Manchmal wird sie als Ungeheuer geboren und zurechtgeleckt, in anderen Fällen erscheint sie in der fertigen Gestalt und wird beim Ablecken verdorben. Oft wird sie ganz normal als Kleinkind geboren und braucht Zeit zum Ausreifen, oft tritt sie aber auch ausgewachsen ans Tageslicht und schwindet allmählich dahin. Manchmal ist sie vornehmer Herkunft und manchmal die Brut eines Börsenjobbers. Hier schreit sie laut bei der Geburt, dort wird sie flüsternd zur Welt gebracht.



Zitat
Es gibt einen wesentlichen Punkt, in dem sich der politische Lügner von seinen Zunftbrüdern unterscheidet: Er braucht nur ein kurzes Gedächtnis. Das ist notwendig, wegen der ständig wechselnden Situationen, die es mit sich bringen, dass er von sich selbst abrücken und entgegen gesetzte Meinungen durch Schwur bekräftigen muss, je nach Einstellung seiner jeweiligen Partner. Bei der Beschreibung der Tugenden und Laster der Menschheit ist es zweckdienlich, bei jedem Punkt irgendeine hervorragende Persönlichkeit im Auge zu haben, die man seiner Beschreibung zugrunde legt.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.708

06.06.2017 01:17
#34 RE: Zitat des Tages antworten

Acta diurnum von heute (bzw. von gestern), doch sei mir als Geisterseher die Zuschlagung der ihnen gewidmeten Stunde zum alten Tag nachgesehen, auf dass der neue nicht seinen Beginn im Bereich der Lemuren finde.

Zitat
Am Sonntagabend klärt mich Dirk Schümer, der seit vielen Jahren in Venedig lebt und ein angenehmes Lokal ausgewählt hat, nicht nur darüber auf, dass der Pfingstmontag in Italien kein Feiertag ist, sondern liefert den stichhaltigen Grund gleich mit: Die Ausschüttung des Heiligen Geistes sei für den durchschnittlichen Italiener, der nach konkreter Sinnlichkeit verlange, ein viel zu abstrakter Termin. Ungefähr so abstrakt wie der Staat, mit dem der Italiener auch nichts anfangen könne. Ganz anders als der durchschnittliche Deutsche, der seinen Staat wunder wie ernstnehme, ja verehre, und dessen Führern in Ergebenheit treu bis ins Verderben folge.



https://www.michael-klonovsky.de/acta-di...555-5-juni-2017



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.708

05.07.2017 09:48
#35 RE: Zitat des Tages antworten

Schon etwas älter; genauer: vom 27. April 2016. Klonovsky, zitiert nach der 3. Druck-Lieferung der acti, Schilda wird täglich bunter, S. 104:

Zitat
Ein da capo aus gegebenem Anlass. Wenn Gott Humor hat - und es sieht derzeit fast danach aus - wird Donald Trump der 45. Präsident der Vereinigten Staaten.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.708

20.08.2017 21:37
#36 RE: Zitat des Tages antworten

https://www.michael-klonovsky.de/acta-di...-19-august-2017

Zitat von acta diurna, 19. August 2017
"Gemeinsam mit Forschern der TU Berlin analysieren 25 Migranten die Bedarfe Mannheims und erarbeiten Pläne für die zukünftige Gestaltung der Stadt", meldet die Südwestpresse. Das Projekt läuft unter dem Titel "Migrants4Cities". 25 Neumitbürger bilden das "Urban Design Thinking Team Mannheim", auf dessen Webseite es heißt: "Migrant*innen arbeiten über einen Zeitraum von drei Jahren in kulturell, ethnisch und professionell gemischten Gruppen von fünf bis sieben Personen und unterstützt von Fachexpert*innen zu Themen wie Mobilität, Wohnen oder Beteiligung zusammen. In neun UrbanLabs betrachten sie die Stadt aus ihrer ureigenen Perspektive. Sie (...) entwickeln und diskutieren gemeinsam Ideen, testen Arbeitsergebnisse und präsentieren ihre Lösungen der Stadtgesellschaft."

Die Idee, dass Migranten an der Stadtentwicklung mitarbeiten, ist ja so neu nicht (neu ist, dass man sie Migrant*innen nennt). Um nur ein paar deutsche Migranten mit Urbanisierungsverdiensten aufzuzählen: An der Erbauung von Sankt Petersburg wirkten zahlreiche deutsche Ingenieure und Handwerker mit, von denen sich viele an der Newa niederließen. Der Migrant John August Roebling aus Thüringen konstruierte die erste Brücke über die Niagarafälle und die Brooklyn-Bridge in New York. Der Migrant Konstantin Thon war der Architekt der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau und mehrerer anderer Gotteshäuser; außerdem erbaute er den Leningrader und den Moskauer Bahnhof. Der deutsche Architekt Richard Kauffmann wanderte 1920 nach Palästina aus und war dort als Siedlungs- und Stadtplaner tätig, unter anderem erbaute er den Beit Aghion in Jerusalem, in dem seit 1974 der israelische Ministerpräsident residiert. Der aus Baden stammende Architekt Ole Scheeren baut und lehrt als Arbeitsmigrant in China und Hongkong, sein bekanntestes Bauwerk ist die spektakuläre Sendezentrale des chinesischen Fernsehens in Peking.

Kein Mensch auf der Welt hat etwas gegen Einwanderer, die sich beruflich mit Städteplanung und Stadtentwicklung beschäftigen und damit ihr Geld verdienen. Völlig neu und weltweit einzigartig ist allerdings, dass diese städteplanenden Migranten vom Steuerzahler finanziert werden und so etwas wie eine Expertise kaum besitzen.

Das Mannheimer "Projekt" wird zu hundert Prozent gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.



Ich ergänze, pars pro toto: die chinesischen Medien, binnen, buiten und im rechtlichen gudao des Duftigen Hafens, brachten während der Bauzeit des neuen Beijinger Wahrzeichens immer wieder amüsiert Meldungen von Parteifunktionären an die Zentrale: da müsse etwas furchtbar schief laufen - die beiden Türme, die da hochgezogen würden, seien ja noch viel schräger als der in Pisa.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 6.708

Gestern 22:08
#37 RE: Zitat des Tages antworten

Zitat
„Es gibt drei Kategorien von Menschen, die ich, im Grunde genommen und zurückhaltend ausgedrückt, einfach nicht leiden kann. Das eine sind die Nur-Pragmatiker. Zwar weiß ich auch, dass man nicht immer durch die Wand gehen kann; aber Pragmatiker aus geistiger und charakterlicher Haltung zu sein ist der Verachtung wert. Den Pragmatikern, die sich sogar weise dünken, folgen die Opportunisten, denen nur mit Abscheu zu begegnen ist. Und schließlich sind da noch die Konformisten als das wahrscheinlich ärgste Übel zu nennen. So viel an Widerwärtigkeit kann kein anständiger Mensch vertragen.“*

Das Zitat stammt aus einer von Ludwig Erhard gehaltenen Rede beim Empfang des CDU-Vorsitzenden Dr. Helmut Kohl im Hotel Königshof Bonn, 4. Februar 1977, abgedruckt in: Karl Hohmann (Hrsg.), Ludwig Erhard. Gedanken aus fünf Jahrzehnten. Reden und Schriften, Econ-Verlag, 1988



http://dominikhennig.blogspot.de/2006/11/



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Seiten 1 | 2
 Sprung  



Bitte beachten Sie diese Forumsregeln: Beiträge, die persönliche Angriffe gegen andere Poster, Unhöflichkeiten oder vulgäre Ausdrücke enthalten, sind nicht erlaubt; ebensowenig Beiträge mit rassistischem, fremdenfeindlichem oder obszönem Inhalt und Äußerungen gegen den demokratischen Rechtsstaat sowie Beiträge, die gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen. Hierzu gehört auch das Verbot von Vollzitaten, wie es durch die aktuelle Rechtsprechung festgelegt ist. Erlaubt ist lediglich das Zitieren weniger Sätze oder kurzer Absätze aus einem durch Copyright geschützten Dokument; und dies nur dann, wenn diese Zitate in einen argumentativen Kontext eingebunden sind. Bilder und Texte dürfen nur hochgeladen werden, wenn sie copyrightfrei sind oder das Copyright bei dem Mitglied liegt, das sie hochlädt. Bitte geben Sie das bei dem hochgeladenen Bild oder Text an. Links können zu einzelnen Artikeln, Abbildungen oder Beiträgen gesetzt werden, aber nicht zur Homepage von Foren, Zeitschriften usw. Bei einem Verstoß wird der betreffende Beitrag gelöscht oder redigiert. Bei einem massiven oder bei wiederholtem Verstoß endet die Mitgliedschaft. Eigene Beiträge dürfen nachträglich in Bezug auf Tippfehler oder stilistisch überarbeitet, aber nicht in ihrer Substanz verändert oder gelöscht werden. Nachträgliche Zusätze, die über derartige orthographische oder stilistische Korrekturen hinausgehen, müssen durch "Edit", "Nachtrag" o.ä. gekennzeichnet werden.



Xobor Xobor Forum Software
Einfach ein eigenes Forum erstellen