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Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 71 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
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Martin Offline



Beiträge: 2.381

26.11.2016 08:55
#51 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Die Grüne Jill Stein hat Geld für eine Nachzählung gesammelt kurz vor Ablauf der Einspruchsfrist eine Neuauszählung der Stimmen für Wisconsin beantragt. Pennsylvania und Michigan könnten folgen.

Lustig ist erst mal, dass die Dritte der US-Wahl dem Clinton Team sozusagen den Job abnimmt. HRC hatte ja im Wahlkampf gegenüber Trump erklärt, dass eine Nichtanerkennung der Ergebnisse undemokratisch sei, als dieser keinen Freibrief für die Ergebnisse geben wollte. Lustig auch, weil HRC möglicherweise die US-Wahl gewonnen hätte, hätte Jill Stein auf ihre Kandidatur verzichtet.

Interessant der Aufhänger für Jill Stein: Ein 'Computerexperte' hatte nach persönlichen statistischen Plausibilitätsprüfungen Zweifel an den Wahlcomputern in Wisconsin, Pennsylvania und Michigan angemeldet. Einen konkreten Ansatzpunkt konnte er nicht liefern. Wie gehabt hat Nate Silver die Plausibilitätsüberlegungen gleich in die Tonne gehauen.

Das Ganze macht irgendwo keinen so rechten Sinn: Beispielsweise wurde in Michigan ohne Wahlcomputer gewählt, hat ja dann entsprechend lange mit dem Auszählen gedauert. Die deadline insgesamt für Nachzählen ist der 13.12.. Zuerst wäre ich dann mal neugierig, wie man Stimmen am Wahlcomputer nachzählen kann. Ich kenne die Systeme zwar nicht, aber ich denke es geht nicht. Also kann man versuchen, die Systeme nachzuprüfen, zu testen. Das aber kann beliebig lange dauern, und selbst bei fehlerhaften Systemen ist nicht klar, ob davon bestimmte Kandidaten profitieren.

Also ist möglicherweise lediglich die Hoffnung, dass bei der Auszählung der papiernen Wahlzettel Fehler passiert sind. Was macht man aber, wenn plötzlich HRC beispielsweise in Wisconsin vorne läge? Dann hat man zwei Ergebnisse und weiß nicht welches nun stimmt. Kommt dann eine dritte Auszählung?

Klammern sich die Gegner Trumps an Strohhalme? Trump hat über 30 Stimmen Vorsprung vor HRC. Ist das ein Versuch da Wahlmänner wegzuknabbern, während gleichzeitig republikanische Wahlmänner bearbeitet werden, für HRC zu stimmen? Ein paar sollen schon zugesagt haben.

Jill Stein hält das Clinton-Lager aus der Schusslinie, nachdem man Hillary ihre eigenen Bemerkungen unter die Nase reiben kann. Wer das Geld für das Nachzählen gespendet hat ist unbekannt, für die Oligarchen, die sich gegen Trump verschworen haben wäre es aber Taschengeld. Ich denke, da werden gewaltig Strippen gezogen, vielleicht lässt sich noch der eine oder andere Wahlmann kaufen. Ich bin gespannt.

Gruß, Martin

Daska Offline




Beiträge: 245

26.11.2016 23:04
#52 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #50
In den USA existiert die Story schlicht nicht außerhalb der beiden Artikel von Bill Palmer.

Zitat
Hillary Clinton campaign to join Wisconsin election recount

Qu: USA Today ( http://www.usatoday.com/story/news/polit...count/94473712/ 26.11.16, 23h )

Stimmt folgende Rechnung: Nachdem es in drei Staaten fity-fifty steht, ob das Ergebnis gefälscht war, oder nicht, und nachdem es in allen drei zu Ungunsten von Clinton gefälscht worden sein muss, um das Gesamtwahlergebnis zu verändern, stehen die Chancen 1:8, d.h. Wahrscheinlichkeit 12,5%, dass Trumps Triumph kippt?

Llarian Online



Beiträge: 4.171

27.11.2016 00:15
#53 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von Daska im Beitrag #52
Stimmt folgende Rechnung: Nachdem es in drei Staaten fity-fifty steht, ob das Ergebnis gefälscht war, oder nicht, und nachdem es in allen drei zu Ungunsten von Clinton gefälscht worden sein muss, um das Gesamtwahlergebnis zu verändern, stehen die Chancen 1:8, d.h. Wahrscheinlichkeit 12,5%, dass Trumps Triumph kippt?

Nur unter der Prämisse, dass für jeden Einzelstaat eine solche Entscheidung zufällig 50% wäre. Nicht sehr wahrscheinlich. Die ganze Geschichte ist mehr als unglücklich: Wenn sich Trump durchsetzt, wovon auszugehen ist, haben die Extremisten, die jetzt schon ihre "Nicht-mein-President" Schildchen in jede Kamera halten, ihre Verschwörungstheorie, die für Jahre hält. Setzt sich dagegen "durch ein Wunder" Clinton durch, steht die USA vor inneren Unruhen gigantischen Ausmasses. So oder so, das kann keinem wirklich nutzen und wird im Wesentlichen von Leuten getragen, denen innerer Friede ohnehin am Popo vorbeigeht.

Ich stelle mal die ganz dämliche Frage: Wenn man Wahlen fälschen will, würde man so dumm vorgehen, dass man es anschließend nachweisen kann ? Das die Nachzähler bis dato kein stichhaltiges Argument für ihren Ansatz eingebracht haben, spricht auch Bände. Das Nachzählen war schon bei George Bush unwürdig.

Martin Offline



Beiträge: 2.381

27.11.2016 07:08
#54 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von Daska im Beitrag #52

Stimmt folgende Rechnung: Nachdem es in drei Staaten fity-fifty steht, ob das Ergebnis gefälscht war, oder nicht, und nachdem es in allen drei zu Ungunsten von Clinton gefälscht worden sein muss, um das Gesamtwahlergebnis zu verändern, stehen die Chancen 1:8, d.h. Wahrscheinlichkeit 12,5%, dass Trumps Triumph kippt?


Eine Wahlfälschung wäre ein systematisches und kein stochastisches Ereignis, Wahrscheinlichkeitsrechnungen taugen da nicht. Wenn in den drei Staaten das Ergebnis nachweisbar zugunsten Trumps geändert worden wäre, dann wäre die Wahrscheinlichkeit, dass die 46 Wahlmänner HRC zugeschlagen werden 100%.

Nur: 'Nachzählen' von Stimmzetteln geht nur, wenn die Originaldokumente vorliegen. Bei Wahlcomputern dürfte es aber keine Stimmzettel geben, daher muss ein großer Aufwand in deren Validation gesteckt werden. Natürlich gibt es bis zur Gesamterfassung und Ausgabe des Endergebnisses verschiedene Möglichkeiten der Manipulation, nur können diese Wege einfacher auch im Mehraugenprinzip kontrolliert werden, sobald die Anonymisierung des Wählers keine Rolle mehr spielt.

Hier Jill Steins Petition: http://elections.wi.gov/sites/default/fi...68242_12391.pdf

Wenn man will, ist das eine umfassende Verschwörungstheorie, aufgebaut auf Nachrichten über Manipulationsversuche. Nur würde ich mal annehmen, dass eine systematische Manipulation bei der Stimmzettelauszählung über drei Staaten unwahrscheinlich ist, da zu viele Individuen daran beteiligt sind. Stimmt meine Annahme, dass Wahlcomputern kein Äquivalent zu Stimmzetteln haben, dann kann dort auch nicht nachgezählt werden. Also müsste sich jemand auf die Suche machen, ob denn irgendwo in der Software, in Übertragungskanälen, in Speichern manipuliert worden ist. Das kann weit über den 13.12. dauern, vor allem auch, weil auch die Ergebnisse dieser Prüfungen wieder in Frage gestellt werden müssten (kann ja jeder kommen). Da ja Putin hinter Manipulationen stehen könnte müsste man von sehr professionellen Manipulationen ausgehen, dann dürfte die Suche extra lange dauern .

Man kann um diese Geschichte allerlei Plausibilitätsüberlegungen anstellen, ich halte das aber für müßig. Erst müsste der Initiator Halderman mit einer konkreten Hypothese rüberkommen. Natürlich ist es möglich, dass die Kontrollmechanismen in einzelnen Staaten viel laxer sind als sich das unsereins vorstellt.

Gruß, Martin

Florian Offline



Beiträge: 2.324

27.11.2016 14:05
#55 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von Llarian im Beitrag #53
Das Nachzählen war schon bei George Bush unwürdig.



Damals ging es allerdings nicht um den Vorwurf "Wahlbetrug".
sondern um schlichtes Nachzählen (bzw. Nachprüfen der Einzelfallentscheidungen, wie einzelne Stimmzettel zu werten sind*), was auch absolut legitim ist.

Natürlich war das Spektakel zum Teil unwürdig.
Das lag aber eben auch daran, dass das Ergebnis so super knapp war und deshalb kleinste Details wichtig wurden.
Was sind schon (bei 6 Mio. in Florida abgegeben Stimmen) schon ein paar Hundert Stimmen Vorsprung?

*
Auch wenn bei 99,99% der Stimmzettel der Wählerwille klar ersichtlich ist. Es bleiben dann halt immer noch 0,01%, bei denen man diskutieren kann:
Bei Wahlen mit Stanzmaschine hat die Maschine das Loch nicht richtig ausgestanzt. Reicht es, dass der Stanzabdruck der Maschine klar erkennbar ist oder muss es eine volle Perforationslinie geben?
Oder: ein Kreuz wurde neben das vorgesehene Feld gemalt. Hat der Strich des Kreuzes das Feld gerade noch berührt oder nicht? (Und reicht es, dass der Strich den Rand des Feldes touchiert oder muss er über den Rand hinaus reichen? In solche feinen Details hinein sind Wahlgesetze halt i.d.R. nicht ausformuliert so dass dann in diesen wenigen Ausnahmefällen Interpretationsspielraum bleibt).
Das hat auch nichts mit dem Wahlsystem zu tun. Wäre in Deutschland eine Wahl mit 200 Stimmen Vorsprung entschieden worden, die gerade den einen entscheidenden Sitz sichern, dann würde auch hierzulande eine unschöne Diskussion losgehen. Denn eine Handvoll Zweifelsfälle gibt es halt bei jeder Stimmabgabe.

Florian Offline



Beiträge: 2.324

27.11.2016 14:14
#56 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von Martin im Beitrag #54

Wenn in den drei Staaten das Ergebnis nachweisbar zugunsten Trumps geändert worden wäre, dann wäre die Wahrscheinlichkeit, dass die 46 Wahlmänner HRC zugeschlagen werden 100%.



Richtig.
Computer-Wahlfälschung ist allerdings wohl zumindest in Michigan auszuschließen, weil dort nicht mit Wahl-Computern gewählt wird.
(Sondern per Hand bzw. mit Stanz-Maschinen. Die sich ergebenden Lochkarten werden dann allerdings evtl. elektronisch ausgewertet.
Das ist dann zwar ein elektronisches Verfahren. Aber ziemlich Low-Tech und eigentlich nicht für Hacker-Angriffe geeignet. Zudem durch die vorhandenen Lochkarten auch gut nachprüfbar.)

Für Michigan geht die (Verschwörungs-)Theorie eines Hacker-Angriffs also ins Leere.
Und selbst im extrem unwahrscheinlichen Fall, dass Pennsylvania und Wisconsin tatsächlich nachträglich für Clinton gerechnet werden, reicht ihr das nicht. Sie bräuchte auch Michigan für eine Mehrheit der Wahlmänner. Und das wird sie sicher nicht bekommen.

AldiOn Offline




Beiträge: 983

27.11.2016 19:44
#57 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Die Rache an Hillary wird schrecklich sein:
Trump drops threat to investigate Clinton, forces her into 10-year-long cyber awareness training


Zitat
After more than two years of investigations into the use of a private email server by former Secretary of State Hillary Clinton, President-elect Donald Trump and his Republican colleagues have decided to punish her with what critics are describing as “absolute torture.”

Though Trump said on Tuesday that he would drop any further investigation into Clinton’s use of a private email server, the President-elect said that she would instead be forced to endure up to 10 years of Cyber Awareness training instead.

”Secretary Clinton has proven she does not understand how to properly handle classified material,” Rep. Trey Gowdy (R-S.C.) said. “So she will be required to complete the annual Cyber Awareness training required for all military personnel. She will do so everyday, excluding weekends and holidays, for the next 10 years.”

Many Republicans and other top officials were stunned by the announcement.

”A fate worse than death,” said Republican House Speaker Paul Ryan.

”I wouldn’t wish that shit on my worst enemy,” said retired Marine Gen. James ”Mad Dog” Mattis, who is considered a frontrunner for Defense Secretary. ”I have always believed that the punishment should fit the crime but this, this is almost barbaric.”

__________________________________________
Wegen der aktuellen Krise werde ich fortan Krimsekt, russischen Kaviar, russische Puppen, russische Eier und Boeuf Stroganoff boykottieren

Daska Offline




Beiträge: 245

27.11.2016 21:34
#58 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von AldiOn im Beitrag #57
Die Rache an Hillary wird schrecklich sein:
Trump drops threat to investigate Clinton, forces her into 10-year-long cyber awareness training


Zitat
After more than two years of investigations into the use of a private email server by former Secretary of State Hillary Clinton, President-elect Donald Trump and his Republican colleagues have decided to punish her with what critics are describing as “absolute torture.”

Though Trump said on Tuesday that he would drop any further investigation into Clinton’s use of a private email server, the President-elect said that she would

Zitat
instead be forced to
endure up to 10 years of Cyber Awareness training instead.

”Secretary Clinton has proven she does not understand how to properly handle classified material,” Rep. Trey Gowdy (R-S.C.) said. “So she will be required to complete the annual Cyber Awareness training required for all military personnel. She will do so everyday, excluding weekends and holidays, for the next 10 years.”

Many Republicans and other top officials were stunned by the announcement.

”A fate worse than death,” said Republican House Speaker Paul Ryan.

”I wouldn’t wish that shit on my worst enemy,” said retired Marine Gen. James ”Mad Dog” Mattis, who is considered a frontrunner for Defense Secretary. ”I have always believed that the punishment should fit the crime but this, this is almost barbaric.”



Entweder ich verstehe den Text nicht, oder das ist ein Witz. Der Präsident in spe belegt HRC mit einer Strafe? Hat er denn die Befugnisse eines Richters?

AldiOn Offline




Beiträge: 983

27.11.2016 21:38
#59 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von Daska im Beitrag #58
Entweder ich verstehe den Text nicht, oder das ist ein Witz. Der Präsident in spe belegt HRC mit einer Strafe? Hat er denn die Befugnisse eines Richters?
Der Text legt in erster Linie nahe, daß die noch weiter darüber diskutieren wie in der Sache überhaupt verfahren werden soll.

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Wegen der aktuellen Krise werde ich fortan Krimsekt, russischen Kaviar, russische Puppen, russische Eier und Boeuf Stroganoff boykottieren

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 7.108

27.11.2016 22:40
#60 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von AldiOn im Beitrag #57
Die Rache an Hillary wird schrecklich sein:


Da komme ich ja zu spät mit meiner Frage: Sind Sie sicher, daß die Ironiesignale dicht genug gesetzt sind? Oder fehlt da noch ein ;-) ? Für uns hier ist das ja klar, daß dergleichen nicht im Ermessen eines Präsidenten liegt, schon gar nicht vor Amtsübernahme & die "10 Jahre" sollten Zaunpfahl genug sein, aber bei unseren übrigen MedienkonsumEnten muss man auf alles eingefaßt sein. Zumal ein Blick auf andere Meldungen dieser Netzseite deren Seriösität verbürgt.

Trump to repurpose USS Enterprise into floating hotel and casino
Defense industry looking forward to next president starting World War III

Q.e.d. Auch die Zeller Zeitung meldet Bedenkliches: "Örtliche Aufgeklärte haben Angst vor gemäßigtem Trump"

Zitat
Es wäre eine erschreckende Aussicht. Sollte Trump doch nicht so schlimm werden, käme zum Entsetzen über die Wahl auch noch die Enttäuschung dazu. "So etwas würde ich gar nicht lesen wollen, aber das wird ja wohl auch nicht geschrieben", so blicken die örtlichen Aufgeklärten in die ungewisse Zukunft.



Ein Emoticon, Emoji, Smiley...wie es die kulturlosen Amis so gern verwenden. Erfunden von einem typisch kulturlosen Ami, back in 1969.

Zitat
Back in 1969, Vladimir Nabokov, a well-known Russian-American writer, in an interview, mentioned how important it was to create special punctuation marks for the graphical display of emotions: “I often think that it is necessary to come up with a typographic symbol denoting a smile – some flourish or leaning closing bracket, which I could use to accompany my answers to your questions.”



http://rbth.com/news/2013/09/19/nabokov_...iley_29987.html



PS. https://twitter.com/otero1/status/802903041716391936?lang=de

Zitat
5 stages of Grief (*)
Denial: #NotMyPresident
Anger: #TrumpProtest
Bargaining: #Recount2016 (<- we are here)
Depression: ___
Acceptance: ___



* https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_...en_des_Sterbens
Ist für die GOP von CNN übrigens schon im Januar durchdekliniert worden: http://edition.cnn.com/2016/01/22/politi...e-stages-grief/



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Llarian Online



Beiträge: 4.171

28.11.2016 01:29
#61 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von Daska im Beitrag #58
Entweder ich verstehe den Text nicht, oder das ist ein Witz.

Natürlich ist das ein Gag. Allerdings ein sehr guter.

Zitat
Der Präsident in spe belegt HRC mit einer Strafe? Hat er denn die Befugnisse eines Richters?


Selbstredend nicht. Wäre auch doppelt absurd. Zum einen haben die Amis, im Unterschied zu den Deutschen, eine echte und funktionierende Gewaltenteilung (mit einigen, wenigen Einschränkungen). Zum anderen: Glauben Sie, die Nulpe, die jetzt seit acht Jahren regiert, und wie kaum ein Amtsvorgänger ausfällig gegen den Gegenkanididaten seiner Partei wurde, hätte dies nicht genutzt, um gegen Trump vorzugehen?
Nein, der Schuh wird genau umgekehrt draus: Obama wird Clinton noch Amnestie erteilen, bevor seine Amtszeit endet, damit die echte Justiz nicht mehr an Hillary rankommt.

Martin Offline



Beiträge: 2.381

28.11.2016 06:00
#62 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von Florian im Beitrag #56
Zitat von Martin im Beitrag #54

Wenn in den drei Staaten das Ergebnis nachweisbar zugunsten Trumps geändert worden wäre, dann wäre die Wahrscheinlichkeit, dass die 46 Wahlmänner HRC zugeschlagen werden 100%.



Richtig.
Computer-Wahlfälschung ist allerdings wohl zumindest in Michigan auszuschließen, weil dort nicht mit Wahl-Computern gewählt wird.
(Sondern per Hand bzw. mit Stanz-Maschinen. Die sich ergebenden Lochkarten werden dann allerdings evtl. elektronisch ausgewertet.
Das ist dann zwar ein elektronisches Verfahren. Aber ziemlich Low-Tech und eigentlich nicht für Hacker-Angriffe geeignet. Zudem durch die vorhandenen Lochkarten auch gut nachprüfbar.)

Für Michigan geht die (Verschwörungs-)Theorie eines Hacker-Angriffs also ins Leere.
Und selbst im extrem unwahrscheinlichen Fall, dass Pennsylvania und Wisconsin tatsächlich nachträglich für Clinton gerechnet werden, reicht ihr das nicht. Sie bräuchte auch Michigan für eine Mehrheit der Wahlmänner. Und das wird sie sicher nicht bekommen.





Nehmen wir Michigan als Beispiel. Die Auszählung hat knapp drei Wochen gedauert. Eine Neuauszählung muss erst organisiert werden, falls nicht das gleiche Personal nochmal zur Verfügung steht. Eventuell müssten Leute neu qualifiziert werden. Eine Begründung mit gehackten Systemen dürfte schwer zu halten sein. Da kann man auf den Gedanken kommen, dass gar nicht beabsichtigt ist, termingerecht eine zweite Auszählung auf die Reihe zu bekommen, sondern lediglich die Wahl am 19.12. zu sabotieren. Man müsste also wissen, was passiert, wenn zu diesem Termin drei swing states noch in der Nachauszählung stecken.

Es wundert mich eh, wie das Petitionsverfahren zur Nachauszählung läuft. Muss der Antrag von einem Kandidaten / einer Kandidatin kommen? Genügt es, das Geld für die Kosten auf den Tisch zu legen? Wer gibt der Petition statt und können dabei keine Bedingungen gestellt werden, beispielsweise an Regeln der Nachzählung (Qualitätskontrolle) und Timing? Solche Antworten wären doch eine Aufgabe für unsere Medien, statt sich effektheischend über die Abläufe zu mokieren.

Gruß, Martin

R.A. Offline



Beiträge: 7.242

28.11.2016 10:07
#63 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von Martin im Beitrag #51
Lustig ist erst mal, dass die Dritte der US-Wahl dem Clinton Team sozusagen den Job abnimmt.

Die Vierte. Stein hat nur 1,4% bekommen, vor ihr liegt noch der Liberale Johnson, der hatte das Dreifache.

Zitat
Lustig auch, weil HRC möglicherweise die US-Wahl gewonnen hätte, hätte Jill Stein auf ihre Kandidatur verzichtet.


Nein. Wenn alle Stein-Stimmen zu HRC gegangen wären (was schon nicht zu erwarten ist), hätte diese nur Wisconsin und Michigan gewonnen - aber nicht Pennsylvania. Hätte also immer noch nicht gereicht.
Und wenn alle "kleinen" Kandidaten gefehlt hätten, wäre Trumps Sieg wohl noch deutlicher gewesen.

Zitat
Was macht man aber, wenn plötzlich HRC beispielsweise in Wisconsin vorne läge? Dann hat man zwei Ergebnisse und weiß nicht welches nun stimmt. Kommt dann eine dritte Auszählung?


Wenn das eine offizielle Nachzählung ist, dann gilt dieses Ergebnis.

R.A. Offline



Beiträge: 7.242

28.11.2016 10:29
#64 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von Martin im Beitrag #62
Man müsste also wissen, was passiert, wenn zu diesem Termin drei swing states noch in der Nachauszählung stecken.

Meine Annahme: Dann nehmen aus diesen drei Staaten keine Wahlmänner teil.
Das US-System ist extrem föderalistisch gestrickt. Wenn ein Staat es nicht schafft, intern seine Wahlmänner zu bestimmen, dann werden die übrigen Staaten ihm keine Nachfrist geben. Sondern es wird zum verfassungsgemäßen Zeitpunkt gewählt, mit allen bis dahin zweifelsfrei bestimmten Wahlmännern.

Was im konkreten Fall bedeuten würde, daß Trump immer noch ordentiche Mehrheit hat (260 gegenüber 232). Damit HRC eine Mehrheit schafft reicht es nicht, daß die drei Staaten (mit zusammen 46 Stimmen) bei Trumpf fehlen - sie müssen auch noch für Clinton gewertet werden.
Und das ist ziemlich unwahrscheinlich.

Zitat
Muss der Antrag von einem Kandidaten / einer Kandidatin kommen? Genügt es, das Geld für die Kosten auf den Tisch zu legen? Wer gibt der Petition statt und können dabei keine Bedingungen gestellt werden, beispielsweise an Regeln der Nachzählung (Qualitätskontrolle) und Timing?


Es muß ein Kandidat Einspruch erheben (der in diesem Staat auch kandidiert hat - was bei Stein gar nicht in allen Staaten der Fall war, aber in den strittigen drei) und er muß das bezahlen. Es entscheidet der oberste Gerichtshof des jeweiligen Staates.

Insgesamt ist das wohl eine Nullnummer. Weswegen Clinton wohl eigentlich überhaupt kein Interesse daran hatte - aber es sieht natürlich blöd aus, wenn Stein vorprescht und Clinton das ignoriert. Ihre Wähler erwarten natürlich, daß sie jede Chance nutzt.
Für Stein ist das Ergebnis dagegen unwichtig. Ihr geht es ums öffentliche Interesse und zusätzliche Millionen an Spendeneinnahmen.

Martin Offline



Beiträge: 2.381

28.11.2016 10:51
#65 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #63
Zitat von Martin im Beitrag #51
Lustig ist erst mal, dass die Dritte der US-Wahl dem Clinton Team sozusagen den Job abnimmt.

Die Vierte. Stein hat nur 1,4% bekommen, vor ihr liegt noch der Liberale Johnson, der hatte das Dreifache.


Danke, da hätte ich nochmal nachschauen müssen.


Zitat

Zitat
Was macht man aber, wenn plötzlich HRC beispielsweise in Wisconsin vorne läge? Dann hat man zwei Ergebnisse und weiß nicht welches nun stimmt. Kommt dann eine dritte Auszählung?


Wenn das eine offizielle Nachzählung ist, dann gilt dieses Ergebnis.




Man kann das so regeln, systematisch ist es aber nicht in Ordnung solange die Fehlerquelle nicht eindeutig identifiziert ist.

Gruß, Martin

Martin Offline



Beiträge: 2.381

28.11.2016 11:19
#66 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #64
Meine Annahme: Dann nehmen aus diesen drei Staaten keine Wahlmänner teil.


Folgende Prozedur gilt anscheinend http://www.jsonline.com/story/news/polit...ickly/94417686/ :

Zitat
If the recount isn't complete by then (Anm.: 19.12.), electors from Wisconsin could meet anyway and try to have their results sent to Congress by the time it counts the votes on Jan. 6, Foley said. Congress has wide latitude to decide how to count the states' electoral votes.



Zitat
Für Stein ist das Ergebnis dagegen unwichtig. Ihr geht es ums öffentliche Interesse und zusätzliche Millionen an Spendeneinnahmen.

Das hieße, eiskalt eine Beute einfahren, in einer Art, die so gar nicht ihrem bisherigen Image entspricht und eigentlich ihr politischer Tod sein müsste. Irgendwie bin ich da noch nicht ganz überzeugt, oder ist das ihr letzter persönllicher Strohhalm?.

Gruß, Martin

R.A. Offline



Beiträge: 7.242

28.11.2016 11:36
#67 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von Martin im Beitrag #66
Congress has wide latitude to decide how to count the states' electoral votes.

Und im Kongreß haben die Republikaner eine klare Mehrheit.

Zitat
Das hieße, eiskalt eine Beute einfahren, in einer Art, die so gar nicht ihrem bisherigen Image entspricht


Ihr Image? Paßt doch genau zu ihrer Reaktion auf den Castro-Tod: "Fidel Castro was a symbol of the struggle for justice in the shadow of empire."

Zitat
... und eigentlich ihr politischer Tod sein müsste.


Steins Einsatz gegen Trump, unter Verwendung aller Mittel, ist absolut im Sinne ihrer Wähler. Wer zu den 1,4% Grünwählern in den USA gehört ist noch viel weiter links als sonst bei "grün" üblich.

Martin Offline



Beiträge: 2.381

28.11.2016 17:34
#68 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

http://www.focus.de/politik/ausland/us-w...id_6264902.html

So sieht es aus, wenn Medien die 'wichtigsten Fragen' zur Neuauszählung beantworten. Da ist die Diskussion hier schon längst viel weiter und konkreter, vor allem nachvollziehbarer. Beispielsweise fehlen die Hinweise, dass die Wahlmaschinen in Wisconsin keine Internetverbindung haben, dass in Michigan noch Wahlzettel verwendet wurden, wie das letztlich vonstatten geht, wenn die Nachauszählungen ihre Termine nicht halten können.

Gruß, Martin

Martin Offline



Beiträge: 2.381

28.11.2016 21:36
#69 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Also doch: Da stehen noch ein paar Regeln im Detail vor der gewünschten Nachzählung. In Wisconsin hat die Wahlkommission eine manuelle Nachzählung abgelehnt. Jill Stein kann noch dagegen klagen. Es hätte mich eh gewundert, wie man eine von der originalen Auszählung abweichende Prozedur in der nötigen Akzeptanz (Personal, Qualität, usw.) mal innerhalb weniger Tage aus dem Boden stampfen will.

Gruß, Martin

Martin Offline



Beiträge: 2.381

29.11.2016 07:59
#70 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #67

Ihr Image? Paßt doch genau zu ihrer Reaktion auf den Castro-Tod: "Fidel Castro was a symbol of the struggle for justice in the shadow of empire."


Das Image: "Complete Idiot" https://youtu.be/CEScRn-nPvY inkl. Referenz auf ihren Fidel Castro Kommentar.

Gruß, Martin

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 7.108

08.12.2016 10:06
#71 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von Martin im Beitrag #51
Die Grüne Jill Stein hat Geld für eine Nachzählung gesammelt kurz vor Ablauf der Einspruchsfrist eine Neuauszählung der Stimmen für Wisconsin beantragt. Pennsylvania und Michigan könnten folgen.


Richter stoppt Stimmennachzählung in Michigan



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 7.108

11.12.2016 17:30
#72 RE: Die Sache mit der Demokratie antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #28
Wir sehen ja aktuell, wie ein deutscher Präsident bestimmt wird:

...

Not my president.


Aber der von denen da:

DIESE PROMIS WÄHLEN DEUTSCHLANDS BUNDESPRÄSIDENTEN

Zitat von tag24, 11.12.
Die Wahl des Bundespräsidenten ist keine normale politische Veranstaltung - teils gleicht sie einer Promi-Gala. Für viele Bundesländer kommen bekannte Vertreter aus Sport, Film und Musikgeschäft.

Wenn die Bundesversammlung am 12. Februar zusammenkommt, um Joachim Gaucks Nachfolger zu wählen, dürfen auch Musikstars wie Peter Maffay und Roland Kaiser ihre Stimme abgeben. An der Wahl nehmen alle 630 Abgeordneten des Bundestags teil und ebenso viele Delegierte aus den 16 Bundesländern, insgesamt also 1260 Menschen.

Maffay wurde von der SPD-Fraktion im Saarland nominiert: Er sei "mit seiner Stimme gegen rechte Hetze" auch eine Stimme für Vernunft. Aus Brandenburg will die SPD Schlagersängerin Katja Ebstein in die Bundesversammlung schicken.

Auch die SPD in Mecklenburg-Vorpommern setzt auf Musik - und entsendet Schlagersänger Roland Kaiser. Stefanie Kloß, Sängerin der Band Silbermond ("Himmel Auf"), soll für die sächsische SPD an der Wahl des Bundespräsidenten teilnehmen.
...
Für Schleswig-Holstein kommt Schriftsteller Feridun Zaimoglu. Für die Grünen in Niedersachsen ist Travestie-Künstlerin Olivia Jones dabei. "Es gab bislang Wahlmänner und Wahlfrauen und jetzt gibt es eben auch mal was dazwischen", erklärte die Drag Queen.



"Tag24" war bis Oktober "Sächsische Morgenpost" & hat seit 1998 45% an verkaufter Auflage eingebüßt.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

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