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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 99 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
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Martin Offline



Beiträge: 3.349

03.05.2020 21:14
#51 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Noricus im Beitrag #49
Zum Beispiel auch bei der Schweingrippe haben viele Regierungen ganz ohne Bilderberger- oder Reptiloiden-Einfluss und ohne Weltregierungsübereinkommen in gleicher Weise suboptimal gehandelt, indem sie zuerst für schlechtes Geld unzählige Impfdosen ankauften, die sie dann für gutes Geld entsorgen lassen mussten.


Ja, aber Risikoabsicherung kostet nun mal Geld. Alles andere ist ignorant. Wir halten uns auch keine Bundeswehr, weil wir andere Länder überfallen wollen, sondern um uns verteidigen zu können, falls notwendig. Das kostet auch Geld. Das gilt im Prinzip. Das heißt nicht, dass das im Detail gut gemacht wird/wurde.

Gruß
Martin

RichardT Offline




Beiträge: 271

03.05.2020 21:20
#52 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von dirk im Beitrag #47
Wenn X Prozent ohnehin langfristig infiziert werden, dann besser das Publikum von Fitnessstudios als von Kreuzfahrtschiffen.






Geehrter Dirk,

Sie kommen scheints sehr selten tagsüber in Fitnessstudios. Dort trifft sich vormittags die Risikogruppe: Rentner die trainieren. Und nicht wegen der Bikinifigur im kommenden Sommer sondern um die eigenen Beschwerden im Griff zu halten oder um wieder etwas gesünder zu werden oder, wie in meinem Fall (bin noch kein Rentner aber auch nicht mehr der Jüngste), um sich sportlich zu betätigen und abzunehmen, joggen und Fahrradfahren geht wegen körperlicher Einschränkungen nicht oder ganz schlecht. Für mich ist jetzt so, daß ich zwar vor dem Coronavirus geschützt werde, aber gleichzeitig meine allgemeine Gesundheit eher abnimmt, im Gegensatz zu meinem Gewicht das zunimmt.
Da ich aber sicher nicht der einzige bin dem es so geht, sind das Folgekosten durch mangelnde Bewegung, gerade bei Menschen die sie brauchen, die auch nicht ohne sind.

Wieso bietet man den Mitgliedern der Hochrisikogruppen eigentlich nicht an zu besonders günstigen Preisen in spezielle Hotels zu gehen. Da wäre doch beiden geholfen, den Hoteliers und den Risikogruppen.

Einer der Foristen hat wieter oben über die Schulen im Südwesten geschrieben. Ich weiß nicht in welchem Land der geschätzte Forist wohnt, die Schule die mein Sohn besucht liegt im Südwesten Deutschlands.
Und hier haben die Lehrer, bis auf wenige Ausnahmen, und die Schulverwaltung, meine eh schon nicht hohe Meinung von beiden gewaltig nach unten gedrückt.

Die Lehrer schicken in der Mehrzahl Arbeitsblätter: Lies dir den Text durch und beantworte folgende Fragen. Nach 6 Wochen! Und es sind Videokonferenzen erlaubt. Manche Lehrer nutzen das auch. Mein Junior hat, in der 10.Klasse genau dreimal pro Woche 30 Minuten Unterricht.
Die Schulverwaltung hat gar keinen Plan. Manfragt sich wirklich was die in den Wochen nach der Schulschliessung gemacht haben. Wahrscheinlich das gleiche wie die Lehrer, nichts! Mir ist schon klar, daß das alles nicht einfach ist, aber spätestens nach den Osterferien, da waren es vier Wochen nach dem Lockdown, hätte ich mir Lösungen erwartet.


Noch was zu den wirtschaftlichen Folgen. Ich habe in meinem Bekanntenkreis einige Selbständige die alle den jetzigen Umsatzausfall nicht mehr reinholen können. Das sind alles Branchen in denen man nichts nachholen oder aufschieben kann. Das beginnt bei der Bierkneipe der keinen Ausserhausverkauf machen kann über Fitnessstudio, Kosmetikstudio, Taxifahrer, Golfclub, Tanzschule Kinobetreiber und noch andere mehr. Und das Geld fehlt einfach. Keine Chance es wieder reinzubekommen. Wer überlebt hat Schulden, wenn er nicht sehr gute Rücklagen hatte.
Und das schlägt durch. Fragen Sie mal die ganzen Sportvereine. Die zittern alle. Ohne Sponsoren lief fast nix. Und jetzt?

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Martin Offline



Beiträge: 3.349

03.05.2020 21:45
#53 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von RichardT im Beitrag #52
Einer der Foristen hat wieter oben über die Schulen im Südwesten geschrieben. Ich weiß nicht in welchem Land der geschätzte Forist wohnt, die Schule die mein Sohn besucht liegt im Südwesten Deutschlands.


Der Forist wohnt in Ludwigsburg . Es ging primär um das Kommunikationstool. Ja, und auch hier schicken die Lehrer Arbeitsblätter, und teilweise Unterricht auf Video (QR-Code und gucken). Direkten Unterricht gibt es keinen. Die Lehrer stehen aber für Fragen zur Verfügung, rufen auch mal telefonisch zurück. Ich hatte bisher nicht die Vorstellung, dass eine Art Unterricht durch die Lehrer stattfinden könnte. Das Problem ist, dass den Kindern der Zeittakt der Schule verloren geht. Ich muss zuhause den Antreiber spielen. Ein weiteres Problem ist, dass sich die Lehrer nicht absprechen. Mal gibt es tageweise keine Aufgaben, dann kommen sie gehäuft. Wie will ich aber argumentieren, da sei Schule, wenn nichts da ist? Trotzdem finde ich das Webuntis einen ganz guten Ansatz. Mehr Videos wären gut, weil sie die Kinder zeitlich binden. Aber wie gehabt, da ist nichts.

Gruß
Martin

RichardT Offline




Beiträge: 271

04.05.2020 08:34
#54 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Martin im Beitrag #53
Zitat von RichardT im Beitrag #52
Einer der Foristen hat wieter oben über die Schulen im Südwesten geschrieben. Ich weiß nicht in welchem Land der geschätzte Forist wohnt, die Schule die mein Sohn besucht liegt im Südwesten Deutschlands.


Der Forist wohnt in Ludwigsburg . Es ging primär um das Kommunikationstool. Ja, und auch hier schicken die Lehrer Arbeitsblätter, und teilweise Unterricht auf Video (QR-Code und gucken). Direkten Unterricht gibt es keinen. Die Lehrer stehen aber für Fragen zur Verfügung, rufen auch mal telefonisch zurück. Ich hatte bisher nicht die Vorstellung, dass eine Art Unterricht durch die Lehrer stattfinden könnte. Das Problem ist, dass den Kindern der Zeittakt der Schule verloren geht. Ich muss zuhause den Antreiber spielen. Ein weiteres Problem ist, dass sich die Lehrer nicht absprechen. Mal gibt es tageweise keine Aufgaben, dann kommen sie gehäuft. Wie will ich aber argumentieren, da sei Schule, wenn nichts da ist? Trotzdem finde ich das Webuntis einen ganz guten Ansatz. Mehr Videos wären gut, weil sie die Kinder zeitlich binden. Aber wie gehabt, da ist nichts.

Gruß
Martin



Aber genau das was Sie sagen bemängel ich ja. Ein Lehrer schafft es seit Beginn die Schüler zu einer festen Zeit an den Schreibtisch zu bekommen. Da gibt es Videokonferenz über das Smartphone. Was genau gemacht wird fragen Sie mich bitte nicht.
Aber warum kann das sonst kein Lehrer? Natürlich kann man nicht normalen Unterricht machen. Aber wer bitte kann momentan normal arbeiten. Das Problem liegt im Wollen. Und natürlich auch können. Ein Lehrer der sich bisher nicht mit elektronischer Kommunikation befasst hat hat eben jetzt keine Ahnung.
Dieser Tage hat das Sommersemester an den Unis begonnen. Im Lokalblättchen auch ein großer Artikel über die Schwierigkeiten für die Dozenten. Jeder kann in Interviews korrekt gendern, es gibt ja nur noch Studierende und Lehrende. Aber den verdammten Vorlesungsstoff per Video in die Welt zu schicken ist für manche zu kompliziert.

Wir reden hier von einem Hochtechnologieland. E-mail und Internet gibt es seit 50 Jahren, Mobiltelephone und folglich SMS und anderes seit über 25 Jahren. Und unsere verbeamteten Lehrer und Unidozenten sind nach über 6 Wochen einer Mordskrise nicht in der Lage sinnvollen Unterricht über elektronische Wege zu machen? Und sinnvoll wäre meiner Meinung nach schon mal die Schüler zur Anwesenheit zu zwingen und einige wenige Erläuterungen in mündlicher Form an die Schüler zu geben. Daß die Kinder wenigstens einen gewissen Tagesablauf haben und nicht nur rumgammeln.
Aber die Lehrer machen scheints nur Urlaub.

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Noricus Offline



Beiträge: 2.362

04.05.2020 20:15
#55 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Doeding im Beitrag #50
Ich bin nicht sicher, lieber Noricus, ob nationale Pandemiepläne (und deren internationale Entsprechungen) angemessen als nonchalant zu bezeichnen sind.


Wenn die deutsche Bundesregierung und die Landesregierungen doch nur einem Plan gefolgt wären! Merkel hat dies mit ihren ständigen Parameter-Volten sicher nicht getan. Und Söder hat im Zuge der Einführung der Spucktuch-Pflicht in einer irrlichternden und dilettantischen Weise agiert, die man selbst einem ehrenamtlichen Dorfbürgermeister ankreiden würde.

Hier ist auch wieder das Beispiel Schweden lobend hervorzuheben: Dort wurde der Bevölkerung ein Plan kommuniziert und - soweit ich weiß - für diesen auch eine Begründung mitgeteilt, ohne dass man ballistisch in die gewählte Richtung gegangen wäre, was sich daran zeigt, dass das Parlament eine Verordnungsermächtigung für den Fall geschaffen hat, dass man das Ruder schnell hätte herumreißen müssen.

Zitat von Doeding im Beitrag #50
Es gibt Situationen, in denen Grundrechte kurzzeitig und inhaltlich begrenzt zurücktreten; ob dies hier zutrifft will ich gar nicht endgültig beantworten, aber die grundsätzliche Möglichkeit ist auch verfassungsmäßig vorgegeben.


Nun ja, von "kurzzeitig" und "inhaltlich begrenzt" kann nach 1,5 Monaten gravierender und in die Breite reichender Grundrechtseingriffe keine Rede mehr sein.

In dem ersten Rechtsakt, mit dem in Bayern der Lockdown angeordnet wurde - sportlicherweise eine Allgemeinverfügung - wurde in der Begründung vergleichsweise lang ausgeführt, weshalb die Ausgangsbeschränkungen keine Haft darstellen. Das ist bemerkenswert: Denn als Jurist lernt man ziemlich früh im Studium, dass man nur das eingehend begründen muss, was strittig bzw. nicht selbstverständlich ist. Dass man die Ausgangsbeschränkungen als eine Form der Haft bewerten könnte, zog der Urheber der Allgemeinverfügung also in Betracht.

Wenn Du magst, lies einfach diesen famosen Beitrag von Martin Heuser für das Verfassungsblog. Dieser Text ist nicht nur stilistisch ein Genuss ("ohne den Vollzug der verfassungswidrigen Vorschriften drohte allein ein grundgesetzkonformer Zustand"). Vielmehr ist mir bei dem Gedanken daran, dass Melanie Huml (bayerische Gesundheitsministerin) - freilich mit Rückendeckung des pater patriae - eine verfassungswidrige Verordnung vorsätzlich aufrechterhält, und ihr der 20. Senat des Bayerischen VGH zwar materiell, aber nicht formell in die Parade fährt, wirklich schlecht geworden. Die CSU ist nach meiner nunmehrigen Einschätzung die unwählbarste aller unwählbaren (= derzeit im Bundestag vertretenen) Parteien.

Doeding Offline




Beiträge: 2.467

04.05.2020 20:27
#56 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Noricus im Beitrag #55
Nun ja, von "kurzzeitig" und "inhaltlich begrenzt" kann nach 1,5 Monaten gravierender und in die Breite reichender Grundrechtseingriffe keine Rede mehr sein.


Lieber Noricus,

hast Du den Beitrag heute (leider hinter der Paywall) von Udo di Fabio auf Welt-online gelesen? Mich würde Deine Meinung zu seinen Ausführungen sehr interessieren. Ich konnte ihm da ganz gut folgen. Und noch eine Frage. Wie rechtssicher schätzt Du die Einschränkung der genannten Grundrechte auf Basis von Erlassen eigentlich überhaupt ein? Ich dachte immer, Grundrechte könnten ausschließlich auf Basis eines Gesetzes eingeschränkt werden. Ich könnte mir vorstellen, daß es ganz gute Aussichten auf Erfolg hätte, im Falle eines Falles ein Bußgeld zu verweigern und den Rechtsweg zu beschreiten (z. B. wenn man sein Eis in NRW innerhalb der in der Tat absurden 50 Meter Sperrzone um die Eisdiele herum verspeist und dafür vom Ordnungsamt zur Ordnung gerufen wird)?

Herzliche Grüße,
Andreas

How about another joke, Murray?

Florian Offline



Beiträge: 2.775

04.05.2020 20:39
#57 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Noricus im Beitrag #55
Die CSU ist nach meiner nunmehrigen Einschätzung die unwählbarste aller unwählbaren (= derzeit im Bundestag vertretenen) Parteien.


Geht mir auch so, lieber Noricus.
Ich bin ja wie Sie auch Bayer (allerdings Raeticus) und bisher immer CSU-nah.
Nach Söders Aktionen in der Corona-Krise bin ich aber nun so weit, dass ich mir eher die rechte Hand abhacken würde, als bei einer Landtagswahl nochmal die CSU zu wählen.
(Selbst mein 80jähriger Vater - lebenslanger CSU-Wähler - denkt so).
Ich nehme zwar zur Kenntnis, dass Söder gerade Rekord-Zustimmungswerte hat. Bei mir persönlich hat er aber massiv und dauerhaft Vertrauen verloren.
Nicht so sehr wegen dem ursprünglichen schneidigen Vorpreschen bei den Lockdown-Beschlüssen: hier ist viel unter Unsicherheit passiert. Und es wäre unfair, Söder für Entscheidungen unter Unsicherheit zu kritisieren.
Ich finde es aber schockierend, wie sehr er im Detail auf Regelungen beharrt die erkennbar keinen Hyiene-Nutzen aber hohe Folgekosten haben. Nur um des Image-Bewahrens willen.

Es fällt übrigens auf, dass sich innerhalb der Landesregierung die FW-Minister deutlich moderater äußern als die CSU-Kollegen.
Für mich hat Aiwanger (den ich bislang immer ein bißchen als niederbayerischen Bauernfünfer belächeelt habe) die letzten Wochen enorm gewonnen.

Noricus Offline



Beiträge: 2.362

04.05.2020 21:10
#58 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Doeding im Beitrag #56
Lieber Noricus,

hast Du den Beitrag heute (leider hinter der Paywall) von Udo di Fabio auf Welt-online gelesen?


Leider nein, lieber Andreas, weil ich seit einiger Zeit kein WELT-Plus-Abo mehr hatte. Die Gründe dafür erzähle ich Dir gerne mal unter vier Augen.

Zitat von Doeding im Beitrag #56
Und noch eine Frage. Wie rechtssicher schätzt Du die Einschränkung der genannten Grundrechte auf Basis von Erlassen eigentlich überhaupt ein? Ich dachte immer, Grundrechte könnten ausschließlich auf Basis eines Gesetzes eingeschränkt werden. Ich könnte mir vorstellen, daß es ganz gute Aussichten auf Erfolg hätte, im Falle eines Falles ein Bußgeld zu verweigern und den Rechtsweg zu beschreiten (z. B. wenn man sein Eis in NRW innerhalb der in der Tat absurden 50 Meter Sperrzone um die Eisdiele herum verspeist und dafür vom Ordnungsamt zur Ordnung gerufen wird)?


Gesetzliche Grundlage der betreffenden Verordnungen ist ja das Infektionsschutzgesetz. Ob dieses die behauptetermaßen auf seiner Basis erlassenen Verordnungen trägt, ist eine andere Frage. Wenn Du mal ein bisschen Zeit und Lust hast, empfehle ich Dir, dazu das Verfassungsblog durchzubrowsen. Insbesondere zu Beginn des Lockdown erschienen dort zu dieser Frage sehr viele, im Allgemeinen auch sehr aufschlussreiche Beiträge.

Eine zweite Frage ist dann natürlich die Ausgestaltung der entsprechenden Verordnungen. Deren Bestimmungen können ja immer noch, auch wenn sie im Infektionsschutzgesetz prinzipiell eine Grundlage fänden, verfassungswidrig sein, weil sie z.B. den Gleichheitsgrundatz nicht respektieren. Ein solches Manko könnte bei der von Dir erwähnten 50-Meter-Sperrzone durchaus gegeben sein. Schon klar, der Verordnungsgeber will dadurch Menschenansammlungen in der Nähe der Eisdiele vermeiden. Aber 50 Meter? Wenn sich die Omi mit dem Rollator ein Eis kauft und es in der besagten Distanz zur gelateria verspeisen will, hat sie - zumindest bei hochsommerlichen Temperaturen - wahrscheinlich sehr viel vom ursprünglich Gefrorenen in flüssiger Form an ihren Fingern. Diese Regelung erscheint mir wirklich sehr angreifbar.

Oder nimm z.B. die Interpretation der bayerischen Staatsregierung, dass im Freistaat Spazierfahrten nicht erlaubt sind. Eh klar: Wenn ich allein in meinem Auto (oder vorbildlich maskiert und behelmt auf dem Motorrad) durch die Gegend fahre, trage ich in einer Weise zur potenziellen Verbreitung des Killervirus bei, welche die Obrigkeit nicht tolerieren kann. Hier werden mal wieder andere Gründe, die gegen Spazierfahrten sprechen (natürlich insbesondere der nach wie vor heilige Klimaschutz), mit dem Infektionsschutz in unzulässiger Weise vermengt. Wer allein im Auto durch die Gegend fährt, verhält sich in Wahrheit in epidemiologischer Hinsicht vorbildlich (!) Wenn Spazierengehen an der frischen Luft erlaubt ist, wo ich mir völlig unbekannten, vielleicht sogar verdächtig hustenden Menschen begegnen kann, muss das keimfreie Solo-Spazierenfahren im eigenen Auto umso mehr erlaubt sein, zumal die Liste der Erlaubnistatbestände ja zweifellos keine abschließende, sondern nur eine beispielhafte (demonstrative) ist (argumento "insbesondere"). Dies ganz abgesehen davon, dass die von der bayersichen Staatsregierung gewählte Regel-Ausnahmen-Konstellation ("Die eigene Wohnung zu verlassen ist verboten, es sei denn ..."), wenn man der überzeugenden Argumentation Heusers in dem vorverlinkten Beitrag folgt, ohnehin verfassungswidrig ist.

Noricus Offline



Beiträge: 2.362

04.05.2020 21:16
#59 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Florian im Beitrag #57
Nicht so sehr wegen dem ursprünglichen schneidigen Vorpreschen bei den Lockdown-Beschlüssen: hier ist viel unter Unsicherheit passiert. Und es wäre unfair, Söder für Entscheidungen unter Unsicherheit zu kritisieren.
Ich finde es aber schockierend, wie sehr er im Detail auf Regelungen beharrt die erkennbar keinen Hyiene-Nutzen aber hohe Folgekosten haben. Nur um des Image-Bewahrens willen.


Sie nehmen mir hier in vier Zeilen aus dem Munde, wofür ich alter Fabulierer vier Seiten gebraucht hätte.

Zitat von Florian im Beitrag #57
Es fällt übrigens auf, dass sich innerhalb der Landesregierung die FW-Minister deutlich moderater äußern als die CSU-Kollegen.
Für mich hat Aiwanger (den ich bislang immer ein bißchen als niederbayerischen Bauernfünfer belächeelt habe) die letzten Wochen enorm gewonnen.


Soweit ich dies mitbekommen habe, war Aiwanger die treibende Kraft hinter der Einführung der Spucktuch-Pflicht in Bayern. Wenn das stimmt, ist die Two-and-a-half-men-Show "Freie Wähler" für mich allein schon deshalb unwählbar.

Noricus Offline



Beiträge: 2.362

04.05.2020 21:29
#60 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Martin im Beitrag #51
Zitat von Noricus im Beitrag #49
Zum Beispiel auch bei der Schweingrippe haben viele Regierungen ganz ohne Bilderberger- oder Reptiloiden-Einfluss und ohne Weltregierungsübereinkommen in gleicher Weise suboptimal gehandelt, indem sie zuerst für schlechtes Geld unzählige Impfdosen ankauften, die sie dann für gutes Geld entsorgen lassen mussten.


Ja, aber Risikoabsicherung kostet nun mal Geld. Alles andere ist ignorant.


Dann sind Sie vermutlich auch dafür, dass Deutschland ordentlich viel Geld für die Absicherung gegen das Risiko des potenziell katastrophalen Klimawandels ausgibt? Ist da nicht auch alles andere ignorant? Man weiß ja nie, und die letzten heißen Sommer sollten uns vielleicht wirklich zum Nachdenken bringen.

Zitat von Martin im Beitrag #51
Wir halten uns auch keine Bundeswehr, weil wir andere Länder überfallen wollen, sondern um uns verteidigen zu können, falls notwendig.


Ich bin ja sehr froh, dass Deutschland keine anderen Länder überfallen will. Mit der chronisch unterfinanzierten Bundeswehr wäre dies ohnehin ein zum Scheitern verurteiltes Unterfangen. Und ob wir uns, falls notwendig, verteidigen könnten, wage ich auch zu bezweifeln, solange in Deutschland nicht außer Streit steht, dass die Erfüllung des Zwei-Prozent-Ziels die Minimalvoraussetzung für eine - wenn auch nur bedingt - abwehrbereite Bundeswehr ist.

Llarian Offline



Beiträge: 4.944

04.05.2020 21:57
#61 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Doeding im Beitrag #39
, aber eine Amygdala ist nicht ad hominem, sondern meiner Meinung nach Ausdruck von Dünnhäutigkeit und Humorlosigkeit Deinerseits.

Mit der Amygdala kann ich leben, ich weiß das meine überreizt ist (und glaube auch, dass das inzwischen auf 90% der Bevölkerung zutrifft, Gedankensplitter dazu ist in Arbeit). Woran ich mich stosse ist das Unterstellen von Verschwörungstheorien. Ich denke nicht, dass es abwegig ist, aus dem derzeitigen Bild der Regierung oder auch von Söder zu schliessen, dass dort im Wesentlichen nur noch aus politischen Erwägungen Entscheidungen getroffen werden, die eigentlich vor allem dazu dienen das eigene Gesicht zu wahren. Und ich stelle fest, dass ich in dieser Verschwörungstheorie nun wirklich vieles bin, aber nicht alleine. Nehmen wir es im Details:

Zitat
Was Ihr damit unterstellt, ist genau das, was ich in meiner Polemik vertikal projiziert habe. Wenn Söder jetzt weiß, daß der Lockdown ein Fehler war und ihn fortsetzt, um das Narrativ fortschreiben zu können, dann wissen es Merkel, Trump et al. auch, und bis zur international koordinierten Abstimmung ist es dann nur noch ein Schritt.


Ein Schritt so groß wie der Grand Canyon. Meines Erachtens nach ist das ein Argumentationsproblem unserer Zeit: Wenn sich eine ganze Gruppe von Menschen ähnlich verhält und jemand das beobachtet, unterstellt man dem Beobachter er würde Verschwörungen konstruieren. Aber das ist Unsinn. Menschen können sich einfach deshalb ähnlich verhalten weil sie ähnliche Motive haben, in ähnlichen Situationen sind oder schlicht voneinander abgucken. Ich unterstelle beispielsweise der deutschen Presse nicht, dass sie sich Samstags Abends in einer dunklen Kneipe mit Angela Merkel zusammen setzen und dort eine Verschwörung ausknobeln. Aber sie verhalten sich wie ein Rudel, sie schauen gegenseitig was die anderen tun, sie denken ähnlich und sie reagieren aggressiv auf jeden, der aus der Reihe tanzt. Und so entsteht konformes Verhalten. Ohne jedwede Verschwörung. Ich finde das was Merkel und Söder tun absolut nahe liegend. Politisch nahe liegend, wenn man frei jedes anderen Motives handeln kann. Dafür muss ich keine Verschwörung aufmachen.

Zitat
Und das schönste: die zentrale Information, um zu dieser, eurer Erkenntnis zu kommen, steht ausgerechnet in einer Regierungsveröffentlichung seitens des RKI.


Das ist nicht richtig. Das RKI ist nur die Kirsche auf dem Kuchen. Aber Informationen, dass Corona lange falsch eingeschätzt wurde und wird, dringt an allen Ecken und Ritzen durch. Für mich war der Umkehrpunkt die Untersuchungen, die Hendrik Streek in Gangelt durchführte (ohne jetzt alte Konflikte aufzuwärmen: die "wumpe" Untersuchung). Aber inzwischen gibt es mehr und mehr Untersuchungen, die noch dazu, das ist besonders irre, nahezu alle ähnliche Ergebnisse liefern. Aber die Politik ignoriert diese Ergebnisse. Stattdessen hört sie auf Experten wie Wieler und Drosten, die teilweise so absurde Sachen von sich geben, dass es einem die Schuhe auszieht. Weil sie genau das erzählen, was den Politikern(!) Merkel und Söder genau in den Kram passt.

Zitat
NACHTRAG. Ich finde es schwierig und nicht sehr überzeugend, wenn einerseits der normale und regelhafte Tonfall der Beiträge hier im Forum, wenn es um die Repräsentanten und Institutionen dieses Staates geht, seit langem nicht nur ad hominem sind, sondern in einer Weise vorgetragen werden, die bei Zettel zur sofortigen Abmahnung und Forumsverweis im Wiederholungsfalle geführt hätten, während man für sich persönlich seine Empfindlichkeiten mehr als je zuvor pflegt. Ich habe nochmal nachgesehen. So polemisch wie ich heute geschrieben habe, habe ich immer geschrieben, mit Dir, und insbesondere auch mit Meister Petz.


In der Sache habe ich nichts dagegen und Politiker sind in diesem Forum Sache und nicht Person. Die Betreffenden sind nicht anwesend sondern Objekte dessen, womit wir uns beschäftigen. Deswegen ist es problemlos zu sagen "Merkel hat hier mal wieder Schwachsinn erzählt", während die Aussage "Llarian hat hier mal wieder Schwachsinn geschrieben" ziemlich eindeutig gegen die Forenregeln verstösst (unabhängig davon ob es stimmt). Und was die Institutionen angeht, so würde ich Dir sowohl Recht als auch Widerspruch entgegensetzen: Zum einen, ja, die Institutionen verdienen einen Schutz, allerdings ganz im Unterschied zu den Personen, die die Jobs einnehmen. Man beleidigt nicht das Amt des Präsidenten, aber die Person, die es ausübt ist unter aller Kanone. Das sind verschiedene Dinge. Ich stelle nicht den Job oder die Institution des Kanzlers in Frage. Ich stelle die Person in Frage, die es ausübt.
Recht muss ich Dir aber dennoch geben, dass selbst diese Schutz inzwischen gelitten hat. Was einfach daran liegt, dass, zumindest in meinen Augen, dieser Staat mehr und mehr leidet. Ich sehe immer weniger einen Rechtsstaat als einen "real existierenden" Rechtsstaat auf deutschem Boden. Und manchmal möchte man den Rechtsstaat in die selben Anführungszeichen setzen wie es jahrelang bei der "sogenannten DDR" üblich war. Ich empfinde es als zunehmend schwer Respekt vor dem Rechtstaat und der Demokratie zu empfinden, wenn ihre obersten Vertreter recht offen bekennen, dass sie auf rechtsstaatliche und demokratische Prinzipien pfeifen, so lange es einer in ihren Augen "guten Sache" dient. Ich empfinde den deutschen Rechtsstaat als in einem zunehmend beklagenswerten Zustand. Das schmälert nicht meinen Respekt vor dem Prinzip. Aber sehr wohl vor seiner, in meinen Augen zunehmend degenerierenden, Umsetzung. Gut möglich, dass ich dafür bei Zettel verwarnt, vielleicht rausgeworfen, worden wäre. Aber, ganz simpel, ich kann nicht anders. Ich kann den Gesslerhut nicht grüssen, wenn er von Angela Merkel, Heiko Maas oder demnächst vielleicht Claudia Roth getragen wird. Ich kann nicht. Ich will eigentlich auch nicht. Aber ich kanns auch nicht.

Doeding Offline




Beiträge: 2.467

04.05.2020 22:37
#62 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Llarian im Beitrag #61
Zitat von Doeding im Beitrag #39
, aber eine Amygdala ist nicht ad hominem, sondern meiner Meinung nach Ausdruck von Dünnhäutigkeit und Humorlosigkeit Deinerseits.

Mit der Amygdala kann ich leben, ich weiß das meine überreizt ist (und glaube auch, dass das inzwischen auf 90% der Bevölkerung zutrifft, Gedankensplitter dazu ist in Arbeit). Woran ich mich stosse ist das Unterstellen von Verschwörungstheorien.


Lieber Llarian,

ich kann Deinen Punkt sehen. Wobei ich für den Gedanken werben möchte, daß das Unterstellen von Verschwörungstheorien eben kein ad hominem-Argument ist, sondern eine Bewertung des inhaltlichen Punktes. Ich habe nicht Dich angegriffen, sondern Dein (und eher noch Noricus's) Argumentation.

Gleichwohl. Ich komme mir schon etwas blöd vor, hier mal wieder nach Jahren reinzuschneien und mich sofort mit einem der wesentlichen verbliebenen Motoren von Raum und Zimmer derart angelegt zu haben. War nicht meine Absicht.

Vorschlag zur Güte: zurück zur Sache?

Herzliche Grüße,
Andreas

How about another joke, Murray?

Doeding Offline




Beiträge: 2.467

05.05.2020 08:33
#63 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Noricus im Beitrag #55
Nun ja, von "kurzzeitig" und "inhaltlich begrenzt" kann nach 1,5 Monaten gravierender und in die Breite reichender Grundrechtseingriffe keine Rede mehr sein.


Ich habe mich, lieber Noricus, in den letzten Tagen sehr ernsthaft gefragt, weshalb mich die momentane Einschränkung der Grundrechte, im Vergleich zu Dir so wenig beunruhigt. Meine vorläufige Antwort lautet folgendermaßen:

Nicht die Regierung hat der Bevölkerung den Lockdown einschl. Grundrechteeinschränkung verordnet, sondern umgekehrt hat die Bevölkerung der Regierung ihren Lockdown gewährt, und zwar für ziemlich genau vier Wochen.

Anschließend hat die Bevölkerung durch ihr Verhalten ("mit den Füßen abstimmend") gezeigt, daß es nun genug sei. Das war vor etwa einer Woche. Wie Du zutreffend beobachtet hast, gab es dann eine sehr kurze Zeit des Beharrens (Söder, Merkel) auf den Maßnahmen zur Gesichtswahrung. Inzwischen hat sich das Blatt aber in dem Sinne gedreht, daß die Landesregierungen mit ihren Lockerungsentscheidung der Entwicklung in der Bevölkerung zur Gesichtswahrung hinterherlaufen. Wieso eigentlich Gesichtswahrung? Weil sie nicht das geringste in der Hand haben! Was sollen sie denn machen, wenn das Volk nicht mehr mitmacht? Dieser Staat, und das ist hier ausnahmsweise mal eine gute Nachricht, ist viel zu schwach, um Grundrechte der Bevölkerung dauerhaft einschränken zu können, und die Regierenden haben eine Heidenangst, daß das breitere Bevölkerungsschichten kapieren könnten, daher die Gesichtswahrerei.

Ein Beispiel. Wie Du auch, hasse ich aus unterschiedlichen Gründen die Maskenpflicht. Seit deren Einführung kamen meine Pat. zunächst maskiert und zeigten sich irritiert, daß ich keine aufhatte. Ich sagte dann, daß ich es meinen Pat. überlasse, ob wir beide eine tragen oder nicht, da meiner Meinung nach der Sicherheit durch Einhalten der Abstandspflicht ausreichend Genüge getan sei. Kein einziger hat seine Maske aufbehalten. Ich habe es mir dann zur Übung gemacht, nochmals und ernsthaft darauf hinzuweisen, daß wir uns damit über einen gültigen Erlaß -unter Stafandrohung- der Regierung des Landes NRW hinwegsetzen. Die Reaktionen hierauf sind teilweise göttlich: Prustendes Lachen. Oder: "jaja, schon klar". Oder "Kommse, Herr Döding".

Ich schreibe das hier gerade unter Klarnamen und habe nicht die geringste Befürchtung vor Konsequenzen. Als Einwohner Chinas würde mir nichts davon auch nur im Traum einfallen. Die Regierung der Bundesrepublik hat nichts in der Hand, weder ein denunziationsbereitses Spitzelsystem, noch die polizeistaatliche Kompetenz, Ausstattung und Ausrüstung, von der militärischen Potenz ganz zu schweigen. Deshalb habe ich kaum Angst wegen der Grundrechte"einschränkungen".

Herzliche Grüße,
Andreas

How about another joke, Murray?

Frank2000 Offline




Beiträge: 2.267

05.05.2020 08:48
#64 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Werter Andreas,
Das ist eine sehr schöne Anekdote, danke.
Auf der anderen Seite sehe ich aber Kollateralschäden, die ich nicht erwartet hätte. Zum Beispiel so was:
https://www.welt.de/debatte/kommentare/p...-Regierung.html

Ich schätze Broder. Aber in diesem Artikel läuft Broder verbal Amok. Ich habe den Text nicht mal zu Ende gelesen.

___________________
Jeder, der Merkel stützt, schützt oder wählt, macht sich mitschuldig.

Martin Offline



Beiträge: 3.349

05.05.2020 09:45
#65 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat
Zitat von Noricus im Beitrag #60
Ja, aber Risikoabsicherung kostet nun mal Geld. Alles andere ist ignorant.


Dann sind Sie vermutlich auch dafür, dass Deutschland ordentlich viel Geld für die Absicherung gegen das Risiko des potenziell katastrophalen Klimawandels ausgibt? Ist da nicht auch alles andere ignorant? Man weiß ja nie, und die letzten heißen Sommer sollten uns vielleicht wirklich zum Nachdenken bringen.



Mein Hauptpunkt ist, dass Risikomanagement Geld kostet, und ich nicht jedes Mal, wenn ich die Kosten sehe, das Risikomanagment blind in Frage stelle. 'Blind' heißt auch, dass das nicht ohne Sinn und Verstand passieren soll. Die Gefahr besteht, dass Geschäftemacher (gefühlte) Risiken provozieren, um abzusahnen. Das zu erkennen und zu managen muss eine Regierung genauso vorbereitet sein, wie im klassisch militärischen Verteidigungsfall. Die Bewertung von Pandemien ist naturgemäß etwas schwieriger, als die nun schon seit Jahrzehnten schwelende Klimafrage. Was aber immerhin einige Leute schon festgestellt haben, ist die Tatsache, dass Corona durchaus konträr von Wissenschaftlern diskutiert wurde, was beim Klima in der Offenheit nicht mehr passiert. Und, wie man in den letzten Tagen sehen konnte, ist gleich wieder vom Kopf des stinkenden Fisches aus der Versuch erkennbar, Diskussionen zu unterbinden. Und schon ist der Kopf wieder abgetaucht. Beim Klima hat der Kopf schon alle Synapsen des Fisches unter Kontrolle.

Zitat
Ich bin ja sehr froh, dass Deutschland keine anderen Länder überfallen will. Mit der chronisch unterfinanzierten Bundeswehr wäre dies ohnehin ein zum Scheitern verurteiltes Unterfangen. Und ob wir uns, falls notwendig, verteidigen könnten, wage ich auch zu bezweifeln, solange in Deutschland nicht außer Streit steht, dass die Erfüllung des Zwei-Prozent-Ziels die Minimalvoraussetzung für eine - wenn auch nur bedingt - abwehrbereite Bundeswehr ist.

Ich wollte nicht den Zustand der Bundeswehr bewerten. 'Verteidigung' ist aber nun mal international etabliertes Mittel der Risikoreduzierung, das eine Menge Geld kostet. Ob eine Bundeswehr noch einen großen Nutzen bringt, habe ich an anderer Stelle schon mal hinterfragt: Wer Deutschland einkassieren will, muss nur die neuralgischen Punkte unserer wackliger gewordenen elektrischen Infrastruktur ausschalten, dann kann man uns nach zwei Wochen ohne großen Aufwand einsammeln.

Gruß
Martin

Doeding Offline




Beiträge: 2.467

05.05.2020 10:37
#66 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #64
Werter Andreas,
Das ist eine sehr schöne Anekdote, danke.
Auf der anderen Seite sehe ich aber Kollateralschäden, die ich nicht erwartet hätte. Zum Beispiel so was:
https://www.welt.de/debatte/kommentare/p...-Regierung.html

Ich schätze Broder. Aber in diesem Artikel läuft Broder verbal Amok. Ich habe den Text nicht mal zu Ende gelesen.


Ich vermute mal, Broder verortet sich selbst in der Corona-Hochrisikogruppe, was den Blick schonmal verstellen mag ;-)

Herzliche Grüße,
Andreas

How about another joke, Murray?

Nola Offline




Beiträge: 1.665

05.05.2020 11:46
#67 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Martin im Beitrag #65
Mein Hauptpunkt ist, dass Risikomanagement Geld kostet, und ich nicht jedes Mal, wenn ich die Kosten sehe, das Risikomanagment blind in Frage stelle. \'Blind\' heißt auch, dass das nicht ohne Sinn und Verstand passieren soll. Die Gefahr besteht, dass Geschäftemacher (gefühlte) Risiken provozieren, um abzusahnen.


Man muß sich eigentlich nur den Verlauf des Geldes anschauen. Wer erhält von wem Finanzhilfen. Über die WHO, über Bill & Melinda Gates-Stiftung, Johns Hopkins University, RKI usw. Unabhängig von Höhe der Zahlungen und "unabhängigen" Geldgebern nehmen wir zunächst das Gute an. Dann stellt Trump plötzlich die WHO infrage und man denkt, hä? so blöd kann der doch nicht sein. Also nachschauen und nur kurz, wirklich ganz kurz gegoogelt findet man über den Vorsitz der WHO eine haarsträubende Vita heraus. Oder Bill Gates erhält in den ÖRR (ich glaub es war Tagesschau) Sendeminuten um sein "zukünftiges" Corona-Impfprogramm vorzustellen. Das nuß man sich mal vorstellen. Und weil er ein guter Mensch ist und natürlich keinen Nutzen davon hat, läßt er derzeit (wie man mehreren Berichten entnehmen kann) Fabriken für die Herstellung der Impfseren bauen. Und das RKI ist ja schon längst zum Haus- und Hofdoktor der Bundesregierung geworden, in enger Absprache natürlich und mit entsprechender €-Unterstützung. Usw. ff.

Zitat
Das zu erkennen und zu managen muss eine Regierung genauso vorbereitet sein, wie im klassisch militärischen Verteidigungsfall.

Siehe Jens Spahn: "Wir sind gut vorbereitet" - das hätte auch die Verteidigungsministerin gesagt, die Vorhergehende und die Jetzige.

Zitat
Die Bewertung von Pandemien ist naturgemäß etwas schwieriger, als die nun schon seit Jahrzehnten schwelende Klimafrage. Was aber immerhin einige Leute schon festgestellt haben, ist die Tatsache, dass Corona durchaus konträr von Wissenschaftlern diskutiert wurde, was beim Klima in der Offenheit nicht mehr passiert.



Ja, stimmt. Schwieriger, weil in diesem Falle (obschon man normalerweise eine schwere Grippewelle wie 2017-2019 angenommen hätte) man nicht sicher war welcher Art der möglicherweise "mutierte" (manipulierte) Virus und der dem Labor in Wuhan entfleucht tatsächlich war, so mein Gedanke und deshalb auch meine Angst und Sorge. Bis hierhin kann ich alles noch unter viel Wohlwollen mittragen. Aber dann liefen alle Synapsen von Endscheidungsträgern heiß. Jetzt bieten sich auf allen Ebenen ungeahnte Möglichkeiten.

Zitat
Und, wie man in den letzten Tagen sehen konnte, ist gleich wieder vom Kopf des stinkenden Fisches aus der Versuch erkennbar, Diskussionen zu unterbinden. Und schon ist der Kopf wieder abgetaucht. (...)



Jetzt wird es heikel, denn derzeit möchte sich unsere BK sicher nicht dem Aufmucken der Bürger stellen, denn da steht jetzt schon das (Klappe zwei das nächste)

Gesetz_zum_Schutz_der_Bevoelkerung_bei_einer_epidemischen_Lage_von_nationaler_Tragweite

kurz davor auch als Gesetz verankert zu werden.

https://www.bundesgesundheitsministerium...r_Tragweite.pdf

Darin ist zu finden:

Zitat
Änderung von § 28 Abs. 1 Satz 3 des Infektionsschutzgesetzes (Artikel 1 Nr. 20 Buchst. a)
§ 28 wird wie folgt geändert:
a) Absatz 1 Satz 3 werden die folgenden Sätze eingefügt:
„Bei der Anordnung und Durchführung von Schutzmaßnahmen nach den Sätzen 1 und 2 ist in angemessener Weise zu berücksichtigen, ob und inwieweit eine Person, die eine bestimmte übertragbare Krankheit, derentwegen die Schutzmaßnahmen getroffen werden, nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft wegen eines bestehenden Impfschutzes oder einer bestehenden Immunität nicht oder nicht mehr übertragen kann, von der Maßnahme ganz oder teilweise ausgenommen werden kann, ohne dass der Zweck der Maßnahme gefährdet wird. Soweit von individualbezogenen Maßnahmen abgesehen werden soll oder Ausnahmen allgemein vorgesehen werden, hat die betroffene Person durch eine Impf- oder Immunitätsdokumentation nach § 22 oder ein ärztliches Zeugnis nachzuweisen, dass sie die bestimmte übertragbare Krankheit nicht oder nicht mehr übertragen kann.“



Das bedeutet im Umkehrschluß, Impfpflicht durch die Hintertür. Ohne einen Zustandsbericht meines Immunsystems können verbriefte Grundrechte verloren gehen. Z. B. Teilnahme an Veranstaltungen jeder Art, Reisen ... ff.

Der Versuchsballon mit der Masernzwangsimpfung bei Kindern war erst der Anfang. Wer hat nicht Angst um seine Kinder. Das es 70 Jahre ohne Masernimpfung ging interessiert keinen, eine objektive Studie über Vor- und Nachteile oder Ausnahmen, wird noch lange auf sich warten lassen.

Nun muß man sich nur vorstellen, jeder zückt jetzt sein Schriftstück aus der Tasche, wenn er an einer Veranstaltung teilhaben möchte. Wie geht es dann weiter? Von da an ist es nicht mehr weit zu überlegen, das das alles zu umständlich ist. Beispiel Fußballspiel. Da könnte man doch auch auf die Idee kommen, das es da nicht einfacher statt 50.000 Zuschauer-Belege durchzuschauen, die Information per Scanner abzurufen? Blinkert rot oder grün.

Ach ja, und abbuchen des Eintritts ginge ja auch auf diesem Wege. Ja, und vieles mehr. Wer jetzt sagt Orwell läßt grüßen, da halte ich gegen "Wir schaffen das" und aus der Ferne winkt die Raute.









Edit: Absatz mit Quote gekennzeichnet.

♥lich Nola

Lösungen, die die Rekonstruktion invasiver Informationen über die Bevölkerung ermöglichen, sollten ohne weitere Diskussion abgelehnt werden.

Nola Offline




Beiträge: 1.665

05.05.2020 12:49
#68 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Corona-Impfpflicht Ja oder Nein?

Suchmaschine findet zuoberst:

Zitat
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_87775972/corona-impfpflicht-das-denken-die-deutschen-darueber.html

Die Zustimmung der Impfpflicht zeigt sich deutlich in der Umfrage: 45 Prozent der Befragten wünschen sich die Coronavirus-Impfpflicht auf jeden Fall, weitere 16 Prozent stimmen einer zwangsweisen Immunisierung gegen den Erreger eher zu. Insgesamt sprechen sich also 61 Prozent für die Impfpflicht aus.

Es gibt jedoch auch Gegenstimmen. 24 Prozent möchten unter keinen Umständen zu einer Impfung verpflichtet werden, weitere 8 Prozent sind eher dagegen. Somit spricht sich also fast ein Drittel der Befragten gegen eine Impfpflicht aus.



Ja dann, dürfte der Impfpflicht nichts im Wege stehen, denn das hört sich alles nach Zustimmung an.

Aber,
t-online, da war doch was:
100-prozentige Tochter der Ströer Content Group.

Zitat

https://www.stroeer.com/presse/pressemitteilungen.html
31.03.2020
Kooperation: Ströer strahlt bundesweit Informationen des Bundesgesundheitsministeriums auf seinen digitalen Screens aus

Bundesgesundheitsministerium und Ströer informieren Bevölkerung über aktuelle Entwicklungen rund um das Coronavirus

Seit dem Wochenende sind wichtige, offizielle Informationen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) auf den rund 5.000 digitalen Screens von Ströer zu sehen. Ziel der Kooperation ist es, die deutsche Bevölkerung in Echtzeit über neue Entwicklungen rund um das Thema Coronavirus und wichtige Verhaltenstipps auf dem Laufenden zu halten. Die Meldungen können sowohl bundesweit auf allen verfügbaren Screens an Verkehrsknotenpunkten wie Bahnhöfen und Einkaufszentren sowie auf der Straße auf den digitalen Stadtinformationsanlagen oder auch regional für ein bestimmtes Bundesland passgenau und je nach Relevanz ausgestrahlt werden. Die Screens fungieren somit als offizieller, öffentlicher Multiplikator für Meldungen des BMG und können somit als direkter Kommunikationskanal zu den Bürgern im öffentlichen Raum genutzt werden.


Wir schaffen damit eine flächendeckende Aufmerksamkeit für die wichtigen, öffentlichen Informationen des Ministeriums, mit denen wir die Bevölkerung unmittelbar erreichen und für die aktuelle Situation sensibilisieren“, sagt (...) Co-CEO von Ströer.(...)

♥lich Nola

Lösungen, die die Rekonstruktion invasiver Informationen über die Bevölkerung ermöglichen, sollten ohne weitere Diskussion abgelehnt werden.

Florian Offline



Beiträge: 2.775

05.05.2020 19:30
#69 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Doeding im Beitrag #66
Zitat von Frank2000 im Beitrag #64
Werter Andreas,
Das ist eine sehr schöne Anekdote, danke.
Auf der anderen Seite sehe ich aber Kollateralschäden, die ich nicht erwartet hätte. Zum Beispiel so was:
https://www.welt.de/debatte/kommentare/p...-Regierung.html

Ich schätze Broder. Aber in diesem Artikel läuft Broder verbal Amok. Ich habe den Text nicht mal zu Ende gelesen.


Ich vermute mal, Broder verortet sich selbst in der Corona-Hochrisikogruppe, was den Blick schonmal verstellen mag ;-)

Herzliche Grüße,
Andreas


Dass der Beitrag von Broder eine Satire war, ist Euch aber schon klar, oder?

"Als ob Gerichte dazu da wären, der Regierung auf die Finger zu schauen.":

Ist der Sarkasmus dieses Satzes wirklich so schwer zu erkennen?

Und wenn Broder schreibt
"Jetzt werden die Gerichte in die staatsbürgerliche Pflicht genommen. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Langfristig betrachtet bedeutet das einen schlankeren Staat, weniger Instanzen, flachere Hierarchien, ein kleineres Parlament, das sich gegenüber der Regierung verantwortet und eine Justiz, die sich der Politik nicht in den Weg stellt."

dann ist doch wohl klar erkennbar, dass er sich auf diese Zukunft nicht etwa freut sondern vor ihr warnt.

Florian Offline



Beiträge: 2.775

05.05.2020 19:37
#70 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Hier mal ein echt krasses Beispiel von Kanzlerinnen-Verehrung in den Medien:

https://www.spiegel.de/politik/deutschla...ca-a2c2d5c80d29

Zitate:
"Die Ministerpräsidenten lockern ihre Corona-Beschränkungen, ohne die Beratung mit der Kanzlerin abzuwarten. Sie sollten sich zügeln. Wenn die Infektionszahlen wieder steigen, braucht das Land Merkels Autorität."

"So ist eben Föderalismus? So ist wilder Föderalismus, und der ist gerade in einer schweren Krise nicht sinnvoll, sondern schädlich. Denn er beschädigt die Bundeskanzlerin, die wichtigste Politikerin in Deutschland. Mitten in der Krise hat man sie entmachtet."

Der Artikel thematisiert, dass die Länder nun zum Teil unterschiedliche Corona-Lockerungen machen.
Kritisiert werden im Artikel aber nicht etwa die Maßnahmen als solche.
Sondern kritisiert wird, dass das Agieren der Länder zu einer Schwächung von Merkel führen würde. Gerade so, als ob für den Spiegel eine starke Merkel ein Wert an sich ist.

Noricus Offline



Beiträge: 2.362

05.05.2020 20:24
#71 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Doeding im Beitrag #63
Zitat von Noricus im Beitrag #55
Nun ja, von "kurzzeitig" und "inhaltlich begrenzt" kann nach 1,5 Monaten gravierender und in die Breite reichender Grundrechtseingriffe keine Rede mehr sein.


Ich habe mich, lieber Noricus, in den letzten Tagen sehr ernsthaft gefragt, weshalb mich die momentane Einschränkung der Grundrechte, im Vergleich zu Dir so wenig beunruhigt.


Das liegt, wahrscheinlich, lieber Andreas, und ich meine dies jetzt weder polemisch noch beleidigend, nicht zuletzt an unseren unterschiedlichen déformations professionnelles. Du siehst die Dinge wohl eher im Lichte ihrer psychologischen Dynamik. Ich betätige mich hingegen als Norm-Exeget. Dass einige Verbote von Anfang an auf breiter Fläche ignoriert wurden, ist mir natürlich auch aufgefallen. Du würdest dies wohl dahin interpretieren, dass die Menschen der Politik diese Eingriffe in ihre Grundrechte nicht einmal vorübergehend gewähren wollten. Mich hat hingegen erbost, dass dahergelaufene Politiker sich erdreisten, den Menschen solche Grundrechtsausübungen in völlig unverhältnismäßiger, also offenkundig verfassungswidriger Weise verbieten zu wollen.

Noricus Offline



Beiträge: 2.362

05.05.2020 20:43
#72 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Florian im Beitrag #70
Hier mal ein echt krasses Beispiel von Kanzlerinnen-Verehrung in den Medien:

https://www.spiegel.de/politik/deutschla...ca-a2c2d5c80d29

Zitate:
"Die Ministerpräsidenten lockern ihre Corona-Beschränkungen, ohne die Beratung mit der Kanzlerin abzuwarten. Sie sollten sich zügeln. Wenn die Infektionszahlen wieder steigen, braucht das Land Merkels Autorität."

"So ist eben Föderalismus? So ist wilder Föderalismus, und der ist gerade in einer schweren Krise nicht sinnvoll, sondern schädlich. Denn er beschädigt die Bundeskanzlerin, die wichtigste Politikerin in Deutschland. Mitten in der Krise hat man sie entmachtet."

Der Artikel thematisiert, dass die Länder nun zum Teil unterschiedliche Corona-Lockerungen machen.
Kritisiert werden im Artikel aber nicht etwa die Maßnahmen als solche.
Sondern kritisiert wird, dass das Agieren der Länder zu einer Schwächung von Merkel führen würde. Gerade so, als ob für den Spiegel eine starke Merkel ein Wert an sich ist.



Da ich weder über Bücher noch Artikel urteilen möchte, die ich nicht gelesen habe, habe ich mir das wirklich unverdauliche Tremolo Kurbjuweits angetan. Dass Bayern die Ausgangsbeschränkungen ab morgen in Kontaktbeschränkungen umwandelt, hat nichts mit einem Überbietungswettbewerb in puncto Lockerungen oder einem Affront gegen die Gottkanzlerin zu tun. Vielmehr dämmert Söder und Co. jetzt wohl, dass eine Konstellation mit einem Ausgangsverbot als Regel und Ausgangserlaubnissen als Ausnahme verfassungswidrig ist und die bayerische Staatsregierung die Konsequenzen des Aufrechterhaltens einer von der Rechtsprechung als verfassungswidrig erachteten Verordnung nicht eingehen möchte. Dies hätte Kurbjuweit unschwer recherchieren können.

Ich könnte nicht sagen, dass die Mainstream-Medien mich enttäuschen, denn ich erwarte von ihnen schon lange keinen ordentlichen Journalismus mehr. Aber die Gelegenheit, mich positiv zu überraschen, verpassen sie dann halt doch. Journalisten mit Herzblut, die investigativ und sine ira et studio an die Sache herangehen, fänden im Lockdown genügend Material zur kritischen Auseinandersetzung. Aber es geht offenbar nur noch um Exhibitionismus der edlen Gesinnung.

Frank2000 Offline




Beiträge: 2.267

05.05.2020 21:24
#73 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Florian im Beitrag #69

Dass der Beitrag von Broder eine Satire war, ist Euch aber schon klar, oder?




In den Leserkommentare wird das verschiedentlich auch behauptet. Wenn es so ist, dann ist es bezeichnend, dass ich den Artikel für bare Münze genommen habe.
Üblicherweise erkenne ich Satire; aber bei manchen Themen ist die Realität von der Satire nicht mehr zu unterscheiden.

___________________
Jeder, der Merkel stützt, schützt oder wählt, macht sich mitschuldig.

Llarian Offline



Beiträge: 4.944

06.05.2020 00:15
#74 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Florian im Beitrag #70
Gerade so, als ob für den Spiegel eine starke Merkel ein Wert an sich ist.

Für den Spargel ist das ja auch so. Genauso wie fürs neue Süddeutschland oder den Kinderstürmer aus Kreuzberg. Angela Merkel ist doch der Traum für einen linken Journalisten, sie tut genau das, was in den entsprechenden Blättern vorher gestanden hat und verhindert effektiv jede konvervative Position. Gäbe es sie nicht, müsste man sie aus linker Sicht erfinden.

Martin Offline



Beiträge: 3.349

06.05.2020 06:41
#75 RE: Spiel ohne Regeln Antworten

Zitat von Doeding im Beitrag #46
Sehr interessant, lieber Martin. Ich habe bei den Berichten über die "atypischen Verläufe", insbesondere bei jüngeren und nicht vorgeschädigten Pat. immer gedacht, daß es sich dabei um eine noch nicht identifizierte Patientenuntergruppe handeln müsse, die irgendein hereditäres Merkmal besitzt, mit dem das Virus in eine spezielle Wechselwirkung tritt. Das ist der erste Kandidat für dieses hereditäre Merkmal, von dem ich höre. Keine Ahnung, ob er damit letztlich richtig liegt, aber er stellt auf jeden Fall die richtigen Fragen.


Jedenfalls 'schwimmt' die Wissenschaft nach wie vor, wenn es um die Erklärung der unterschiedlichen Ausbreitunggeschwindigkeiten und tödlichen Folgen geht, und ich möchte nicht in der Haut unserer Experten stecken, die den Politikern schnelle Antworten liefern sollen. Auch in den USA wird über die unterschiedliche Ansteckungsrate zwischen West- und Ostküste gerätselt https://news.yahoo.com/mutant-coronaviru...-110046843.html . Mutationen? Hilfreich bei der effektiven Suche nach Zusammenhängen ist wohl GISAID (wusste ich bisher nicht), eine auf Initiative Deutschlands zurückgehende globale Datenbank von Influenzaviren, mit Sitz in München. Ist deshalb Söder besser informiert ?

Ich möchte natürlich auch nicht in der Haut von Politikern stecken, für die zu gelten scheint, besser jeden Tag etwas anderes sagen, als einmal zugeben, dass sie gerade auch keinen blassen Schimmer haben. Das kann der Psychologe besser erklären. Wahrscheinlich trägt Trump bei seinen Auftritten deshalb auch keinen Mundschutz - das wäre ein Zeichen von Verletzlichkeit und Schwäche.

Gruß
Martin

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