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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 74 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Seiten 1 | 2 | 3
Llarian Offline



Beiträge: 6.292

20.07.2021 11:19
Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Kleine Reflektion, dass wir jetzt auf keinen Fall jemand suchen dürfen, der schuld ist.

Krischan Offline




Beiträge: 514

20.07.2021 13:03
#2 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

In der Tat, lieber Llarian,
dieses Staatsversagen allererster Güte ist nur noch peinlich. Ich habe mich bisher ja immer daran geklammert, dass Landes- und Kreisbehörden im großen und Ganzen doch noch funktionieren, weil sie eben näher an den Menschen sind. Aber auch die haben großflächig versagt. Und es ist ja nicht so, dass es keine Warnungen gegeben hätte - nachweislich gab es ja schon Tage vorher signifikante Erkenntnisse über die Wetterlage und entsprechende Warnungen.

Ich bin mir jetzt nicht mehr so sicher, ob das "hier bei uns", im kleinen ostdeutschen Landkreis, in so einem Fall gut funktioniert hätte. Immerhin haben wir hier noch eine Sirene (jeden Mittwoch um 1500 ist Sirenenprobe), und die Freiwillige Feuerwehr ist auf Zack.

Beeindruckend dann aber wiederum die lokale Hilfeleistung, das Anpacken, die Solidarität. Dafür braucht es eben keinen Staat, der das verordnet. Das bestärkt dann wieder meinen Glauben in die Menschheit an sich.

Freundlichst,
Krischan

Deutsche Wurst - alles andere ist Käse.

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 1.451

20.07.2021 13:14
#3 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Tja, in letzter Zeit häufen sich die Quittungen für das Wählen inkompetenter, dummer Ideologen. Man darf gespannt sein, wie lange es dauert bis da ein Umdenken einsetzt.
Die nächste Legislaturperiode im Bund wird jedenfalls schon wieder verschenkte Zeit sein, wenn man sich mal vor Augen führt welche Gruselgestalten sich um das Kanzleramt bewerben. Da ist kein einziger dabei, dem ich zutrauen würde fünf Minuten lang eine Wurstbude zu leiten.

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 11.530

20.07.2021 13:31
#4 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Bei der ganzen Tragödie zeigt sich ja eine rabenschwarze Ironie. Die Warnung gab es ja, sie ist vier Tage vor dem Wolkenbruch bei der deutschen Regierung eingeangen. Die haben genau vorusgesagt, daß Erft und Ahr überlaufen werden. Gekommen ist das vom EFAS, den European Flooding Awareness System. Und das ist aufs Gleis gesetzt worden, nachdem die Elbeflut im Sommer 2002 110 Tote gefordert hatte - "damit das nicht noch einmal vorkommt." Und die Elbeflut war die erste, die in allen Medienberichten damals als Folge oder zumindest warnende Vorwegnahme der "globalen Erwärmung" deklariert wurde. nach dem Mtto "so etwas werden wir in Zukunft immer öfter sehen."



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Martin Offline



Beiträge: 4.129

20.07.2021 13:46
#5 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #4
Bei der ganzen Tragödie zeigt sich ja eine rabenschwarze Ironie. Die Warnung gab es ja, sie ist vier Tage vor dem Wolkenbruch bei der deutschen Regierung eingeangen. Die haben genau vorusgesagt, daß Erft und Ahr überlaufen werden. Gekommen ist das vom EFAS, den European Flooding Awareness System. Und das ist aufs Gleis gesetzt worden, nachdem die Elbeflut im Sommer 2002 110 Tote gefordert hatte - "damit das nicht noch einmal vorkommt." Und die Elbeflut war die erste, die in allen Medienberichten damals als Folge oder zumindest warnende Vorwegnahme der "globalen Erwärmung" deklariert wurde. nach dem Mtto "so etwas werden wir in Zukunft immer öfter sehen."


Die Warnung vor einem Blackout ist latent, das BKK hat ja schon vorauseilend der Bevölkerung den Affen zugeschoben mit einer Checkliste zur Vorbereitung. Da hätten wir das Schlamassel dann in etwas größerem Maßstab.

Gruß
Martin

PS: Peter Hahne behauptet, dass der Abgang der Kiesgrube schon frühzeitig erkannt worden sei.

Zitat
Nur ein Beispiel: Die Einwohner von Erftstadt hätten rechtzeitig gerettet werden können. Finnische (!) Satellitentechnik sah den die Stadt verheerenden Bruch des Kiesgruben-Damms voraus, ganze 24 Stunden vor dem Ereignis.

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/...strophenschutz/

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 11.530

20.07.2021 13:50
#6 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Eins zeichnet sich ab: die Flut wird zu DEM Symbol für das Resultat von 16 Merkel-Jahren, zum Menetekel. Natürlich wird am Ende jeder mindestens ein Jahrzehnt lang im Widerstand verbracht haben, "aber man konnte ja nichts machen."

https://www.focus.de/politik/deutschland...d_13512482.html

Zitat

Warnungen vor der Flut? Pressekonferenz der Regierung wird zur Bankrotterklärung

Es sind wichtige Fragen dieser Flutkatastrophe: Wann wurde die Bundesregierung gewarnt? Und warum funktioniert die Warninfrastruktur nicht? Eine Bundespressekonferenz sollte diese Fragen klären. Sie wurde zum Fiasko für die Regierung.

Montag, Bundespressekonferenz. Auf dem Podium sitzen unter anderem Lisa Herzog, Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums, und Sascha Lawrenz, Sprecher des Innenministeriums. Sie sollen endlich dringende Fragen der Flutkatastrophe klären: Wann wurde die Regierung durch das Europäische Flutwarnsystem (Efas) gewarnt? Und was wurde mit der Warnung gemacht?

Fragen, auf die sich die Sprecherin des Verkehrsministeriums gut hätte vorbereiten können. Denn seit einigen Tagen berichten Medien darüber, dass die Regierung frühzeitig durch das Efas gewarnt wurde. Auch über die Details sind Fakten bekannt. Und auch über die dazugehörige Meldekette hätte sich die Sprecherin informieren können.

Ihre Antworten werden zum Offenbarungseid. Zur Aneinanderreihung von Gestammel, Ausflüchten und Worthülsen.



Ich habe ja gestern schon auf die 10-minütige Raffung dieses absolut typischen Debakels verlinkt. Auch das reiht sich ins Thema "Symbolbild" ein.



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Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 11.530

20.07.2021 16:05
#7 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Zitat
Polizei Koblenz
@Polizei_KO
(1/2) Uns ist bekannt, dass sich aktuell Rechtsextremisten als "Kümmerer vor Ort" ausgeben. Wir haben die Lage in Bezug darauf genauestens im Blick und mit zahlreichen Polizisten vor Ort. Polizeiliche Maßnahmen brauchen allerdings immer eine Rechtsgrundlage. Solange...
12:59 nachm. · 20. Juli 2021·Twitter Web App

(2/2) ...nicht gegen geltendes Recht verstoßen wird, haben wir als Polizei keine Handhabe. Wir werden in Abstimmung mit der technischen Einsatzleitung mit aller Entschiedenheit gegen Menschen einschreiten, die unter dem Anschein von Hilfe die Lage für politische Zwecke missbrauchen.
1:00 nachm. · 20. Juli 2021·Twitter Web App



https://twitter.com/Polizei_KO/status/1417438928538382337

Gilt das auch für Laschet, die Raute & Konsorten?



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Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 11.530

20.07.2021 16:33
#8 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Das nimmt gerade richtig Fahrt auf.

Zitat
Das Ordnungsamt Düsseldorf hat sich unsterblich beliebt gemacht, als es Leute, die ihre Autos vor dem Hochwasser in Sicherheit brachten, Strafzettel wegen Falschparken ausstellte. Andere pumpen Keller aus und schleppen Hausrat raus, die schreiben Knöllchen. Autos lieber durch die Straßen schwimmen lassen, zerschrotten, Treibstoff und Öl auslaufen lassen, als falschparken.

Sogar von Sabotage ist die Rede.

So richtig schlecht scheint es den Leuten zumindest aus Sicht von Politikern nicht zu gehen, denn zum Beispiel NRW-Innenminister Reul differenziert noch fein zwischen politisch korrekten und inkorrekten Spenden. Wenn man es sich leisten kann, wählerisch zu sein…

Ein Leser weist darauf hin, dass die AfD am Hochwasser schuld sei. Die nämlich habe 2018 in NRW beantragt (Seite 4):

Zitat
2. alle Finanzmittel für den „Klimaschutz“ und alle Fördermaßnahmen, welche aus „Klimaschutzgründen“ gewährt werden, sofort zu streichen und in angemessener Höhe in den Schutz von Menschen, Sachgütern und Einrichtungen im Sinne eines adaptiven Bevölkerungsschutzes zu investieren.

4. für Hoch- und Niedrigwasser Rückhaltebecken an geeigneten Standorten zu bauen, solange sie nicht öffentlichen Belange entgegenstehen.


Und wenn die AfD sowas beantrage, bleibe den anderen Parteien ja gar nichts anderes übrig, als es zu ignorieren oder das Gegenteil zu tun, zumal sie darin CO2-Steuern und sowas wieder abschaffen und stattdessen Katastrophenschutz betreiben wollten. Also genau das Gegenteil des Mainstreams.




https://www.danisch.de/blog/2021/07/20/hochwasserwut/

Ordnungsamt D'dorf:

Zitat
Wegen des Hochwassers in Düsseldorf-Gerresheim haben viele Anwohner versucht, ihre Autos so abzustellen, dass sie nicht geflutet oder gar weggespült werden. Einen Tag nachdem das Wasser abgeflossen war, verteilte das Ordnungsamt in eben diesen Straßen Strafzettel.

Erst nach eindringlichem Bitten hatten die Ordnungshüter ein Nachsehen und entschieden, doch keine Strafzettel zu verteilen in und um die Heckteichstraße im Süden von Düsseldorf-Gerresheim, so erzählt es Anwohnerin Karin Kluskowski.

Ähnlich wie in der Ostparksiedlung hatte sich an der alten Glashüttensiedlung die Düssel ihren Weg durch die Straßen gebahnt. Aus den Gullis schoss das Wasser wie Fontänen. Die Altenpflegerin wohnt im zweiten Stock in der Heckteichstraße - und musste zusehen, wie sich die Straße vor ihrer Haustür in einen Fluss verwandelte.
"Wir konnten es nicht fassen"

"Wir wussten ja nicht, wie das am Donnerstag weiter geht“, sagt sie. "Viele von uns haben deshalb ihr Auto umgeparkt. Wir haben Ecken gesucht, wo die Autos einigermaßen sicher vor dem Wasser sind. Es hätte ja auch noch schlimmer kommen können.“ Viele hätten auf der nahegelegenen Brücke geparkt, "viele haben aber auch jede Lücke genutzt, die Sicherheit für das Auto versprochen hat.“

Das Ordnungsamt habe trotz der schwierigen Lage in der Siedlung trotzdem Strafzettel verteilt, bestätigen gleich mehrere Anwohner im Gespräch mit dem WDR. Während die Anwohner anfingen, dass Wasser aus den Kellern zu pumpen und ihr zerstörtes Hab und Gut auszuräumen, "fingen die am Freitag an, Knöllchen zu verteilen“, sagt Kluskowski. "Wir konnten es wirklich nicht fassen.“



https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinlan...wasser-100.html

Sabotage:

Zitat
Während die Bäche im Duisburger Süden ohnehin schon Hochwasser führten, hat am Sandmühlenteich in Huckingen ein unbekannter Täter den Schieber manipuliert, mit dem die Wirtschaftsbetriebe den Wasserzufluss kontrollieren.

Duisburg. Schieber aufgebrochen: Ein Unbekannter riskiert Hochwasser in Duisburg. Davon betroffen gewesen wären auch ein Krankenhaus und eine Hauptstraße.



https://www.waz.de/staedte/duisburg/sued...d232827551.html

Das mit der Sabotage ist nichts Neues. Schon 1988 beim Hochwasser in Köln haben "Schaulustige" versucht, die Spundwände, die die Flutung der Altstadt verhindern sollten, mit Vorsatz zu sabotieren.

https://www.spiegel.de/politik/die-sind-...5?context=issue

Nochmal Danisch:

Zitat
Dagegen weisen viele Leser darauf hin, dass beispielsweise diese 50 bis 60 Meter tiefe Kiesgrube in Erfstadt-Blessem, in der ja ein Stück vom Stadtrand und ein Feld regelrecht verschwunden sind, und deren Erweiterung man sogar genehmigt hatte, was jetzt allerdings in NRW und nicht Rheinland-Pfalz ist, auch deshalb gebraucht wurde, weil man dort in der Gegend so viele Windräder aufstellen wollte und aufgestellt hat, und die so riesengroße und tiefe Betonfundamente bräuchten, um nicht umzufallen.



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F.Alfonzo Offline



Beiträge: 1.451

20.07.2021 17:48
#9 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #8
Erst nach eindringlichem Bitten hatten die Ordnungshüter ein Nachsehen und entschieden, doch keine Strafzettel zu verteilen in und um die Heckteichstraße im Süden von Düsseldorf-Gerresheim, so erzählt es Anwohnerin Karin Kluskowski.


Nun ja, da stellt sich allerdings die Frage, um welche Art von Parkvergehen es konkret ging; das ein oder andere Parkverbot hat ja durchaus auch Sinn. Wenn die Leute bspw. Zugänge für Feuerwehr und Ambulanzen zuparken und dort irgendwas passiert (was in der aktuellen Lage gar nicht so unwahrscheinlich ist), ist hinterher das Geschrei bzgl. Staatsversagen noch größer wenn das Ordnungsamt nicht eingreift.

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 11.530

20.07.2021 17:51
#10 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Zitat
Die Diskussion überschlägt sich gerade, inwieweit die Bundesregierung und die Landesregierungen in Düsseldorf und Mainz vorgewarnt waren, welches katastrophale Unglück über die Menschen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hereinbrechen würde. „Bundesregierung wurde schon Tage vor der Flut gewarnt!“ hieß es etwa in Bild.

Tage vorher? Das wäre eine schlimme Nachricht für die Betroffenen, die Hinterbliebenen und die, welche viel oder alles unter den Schlammmassen verloren haben. Denn das hieße, dass man das Unglück durchaus hätte abwenden oder zumindest mildern können.

Tage vorher? Es ist wohl noch viel schlimmer. Es sind, zumindest was den Katastrophenort Stolberg angeht, mindestens zwei Jahre! Seitdem ist die akute Gefahrenlage – mit Betonung auf „akut“ – der nordrhein-westfälischen Landesregierung bekannt: TE fand eine kleine Anfrage des sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling, die von Armin Laschets NRW-Regierung am 28. August 2019 (!) beantwortet wurde. Der Titel der kleine Anfrage lautet: „Hochwasserschutzmaßnahmen für Stolberg: Alternative Pläne beim Bau von Rückhaltebecken“. Diese kleine Anfrage von 2019, beziehungsweise die Antworten darauf könnten sich angesichts der vielen Toten und der massiven Zerstörungen und Aufräumarbeiten zu einem Skandal auftürmen.

Kommen wir zur Kleine Anfrage Nr. 2844 des NRW-Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling (SPD) vom August 2019. Da heißt es: „Berechnungen des WVER (Red.: Wasserverband Eifel-Rur) zufolge, entstehen bei einem Jahrhunderthochwasser in Stolberg derzeit Schäden in Höhe von fast 50 Millionen Euro.“ Rückhaltebecken sollen also her, die attestierte mögliche Katastrophe zu verhindern.

Der Sozialdemokrat fragt die Landesregierung: „Wie bewertet die Landesregierung die Pläne des WVER, zwei Rückhaltebecken (…) zu bauen?“ Und: „Wie bewertet die Landesregierung die Aussage der Wassergewinnungs- und Aufbereitungsgesellschaft Nordeifel mbH (WAG): „Trinkwasserschutz verträgt sich nicht mit Hochwasserschutz“?“

Weiter will der Abgeordnete 2019 wissen, was die Landesregierung von Armin Laschet davon hält, einen Teil des Wassers in die belgische Wesertalsperre abzuleiten und zuletzt fragt Stefan Kämmerling konkret nach: „Wie wird sich die Landesregierung in Gesprächen gegenüber dem WVER und der WAG für alternative Lösungen beim Bau von Rückhalteräumen zum Schutze der Stadt Stolberg und zum Wohle der Gemeinde Roetgen einsetzen?“

Stolberg wurde im Juli 2021 von den Wassermassen zerstört, auch deshalb, weil es bis heute keine Rückhaltebecken gibt. Im Folgenden die Antwort des NRW-Umweltministeriums (Drucksache 17/7244) von Ende August 2019:

Die Landesregierung halte es für eine der wichtigsten Aufgaben des Wasserverbandes, „den Hochwasserschutz in seinem Verbandsgebiet sicherzustellen.“ Der Verband hätte per Gesetz „den Wasserabflusses (sic) einschließlich des Ausgleichs der Wasserführung zu regeln und den Hochwasserabfluss der oberirdischen Gewässer oder Gewässerabschnitte in deren Einzugsgebieten zu sichern.“

Die Landesregierung bestätigt dem fragenden Abgeordneten, dass Pläne für Hochwasserschutzmaßnahmen für die Stadt Stolberg seit Oktober 2007 (!) der Bezirksregierung Köln vorliegen.

Und die Landesregierung fasst schließlich 2019 zusammen, welche Katastrophenszenarien bekannt sind: Demnach wäre damit zu rechnen, dass „ein 100-jährliches Hochwasserereignis allein in der Ortslage von Stolberg Schäden in einer Höhe von rd. 25,0 Mio. € verursacht“. Schon bei einem 50-jährlichen Hochwasserereignis seien Schäden in Höhe von rd. 16,0 Mio. € zu erwarten. Weiter heißt es, dass „schadhafte Überflutungen bereits bei einem 5- bis 10-jährlichen Hochwasserereignis beginnen.“

Die Landesregierung weiß also 2019 um die drohende Katastrophe durch einen fehlenden Hochwasserschutz: „Auch für die anderen Ortslagen entlang der Vicht bestehe nach heutigem Ermessen kein ausreichender Hochwasserschutz.“
...
Eine Vorstudie zu den möglichen Rückhaltebecken soll es 2019 gegeben haben. 2021 gab es diese Becken, die Stolberg und weitere Ortschaften mutmaßlich gerettet oder seinen Schaden gemildert hätten, aber immer noch nicht.

Die Landesregierung identifizierte 2019 eine Reihe von Standorten für Hochwasserrückhaltebecken: „Ergebnis der Vorstudie war, dass keiner der potentiellen Standorte alleine den gesetzlich geforderten Hochwasserschutzgrad für ein Hochwasser, das statistisch alle 100 Jahre vorkommt, gewährleisten kann. Nur eine Kombination aus zwei Becken, die zusätzlich durch örtliche Hochwassermaßnahmen ergänzt werden müssen, kann dies sicherstellen.“



https://www.tichyseinblick.de/daili-es-s...D8yDuzBzaZIjBok



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Ulrich Elkmann Offline




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20.07.2021 19:23
#11 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Die bodenlose Impertinenz dieser Absolutversager macht immer wieder staunen.

Zitat
Der Landkreistag Rheinland-Pfalz fordert nach der Unwetter-Katastrophe neue Warnsysteme, um die Menschen besser zu schützen. Dazu sollten auch moderne Sirenen-Anlagen gehören.

"Wir brauchen neue Warnsysteme, wir brauchen neue Warnsignale und wir brauchen mehr Aufmerksamkeit für neue Warnsignale, damit sich die Bevölkerung darauf einstellen kann", sagte Burkhard Müller, der Geschäftsführende Direktor des Landkreistages, dem SWR.

Bei der jetzigen Unwetter-Katastrophe sei die Sirenen-Warnung wegen der lauten Flut- und Zerstörungsgeräusche zum Teil gar nicht zu hören gewesen. Mit den vorhandenen Sirenen-Signalen sei eine solche Flut gar nicht zu bewältigen, so Müller.


https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-...ignale-100.html



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Ulrich Elkmann Offline




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20.07.2021 23:54
#12 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Nur für das Protokoll: Belgien ist ja auch von der Flut schwer betroffen worden, im Süden und Osten. Bislang sind 31 Tote geborgen, 127 Personen werden noch vermißt. Die Regierung hat den heutigen Dienstag zum Tag der Trauer erklärt. Und 12:00 gab es im ganzen Land eine Schweigeminute zum Gedenken. (Die Niederländer und Schweizer, die auf die Wetterwarnungen gehört haben, haben beide übrigens genau 0 Tote zu beklagen.)

Nicht, daß ich das von unserer politischen Bagage erwarte, die sich noch nicht einmal zu Würzburg zu öffentlicher Würdigung bequemt hat. Ich möchte es nur als Kontrast zu dem Gefeixe von Laschet und Steinmeier gesetzt haben.



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Ulrich Elkmann Offline




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21.07.2021 00:24
#13 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Zitat
Nach der Modernisierung der Infrastruktur, vor allem der des Verkehrs im "Beitrittsgebiet", verrottet die komplette Infrastruktur des Landes, wird alles auf Verschleiss gefahren. Dass der Katastrophenschutz versagt hat, liegt auch an der Schönwetter-Mentalität des Zeitgeists.

Was dabei außer Betrachtung bleibt, ist, dass die Bundesregierung in der ersten Amtsperiode von Kanzlerin Merkel selbst dem Bundestag einen Bericht vorgelegt hat, was zum Schutz vor Hochwasser getan werden muss.

Aber diese Notwendigkeit haben die Merkel-Kabinette ebenso vernachlässigt wie schon die Vorgänger-Kabinette seit der sogenannten Wiedervereinigung. Nach der Modernisierung der Infrastruktur, vor allem der des Verkehrs im „Beitrittsgebiet“, verrottet die komplette Infrastruktur des Landes, wird alles auf Verschleiss gefahren. Nicht nur die Oberen der Grünen von heute, sondern mit ihnen die aller Regierungsparteien scheinen davon auszugehen, dass alles in dem guten Zustand bleibt, in dem es einmal war.

Im November 2017 schrieb ich zum TE-Titel „Politisch gewollte Staatsverwahrlosung“ als Zusammenfassung: „Für die Runderneuerung der maroden Infrastruktur hat der Staat kein Geld und kein Interesse, der Migrationsindustrie stellt er Geld in unbegrenzter Höhe zur Verfügung. Gewollte Staatsverwahrlosung ist wohl die höchste Stufe von politischer Willkür.“

Zu den unkalkulierbaren Folgen der Asyleinwanderung addieren sich die kalkulierbaren, aber gleichfalls ignorierten Folgen einer Energiepolitik, die wie die Asyleinwanderung ohne Verstand, dafür aber mit viel ideologischem Glauben blind in die Landschaft gesetzt wird.



https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/g...sverwahrlosung/

Meine Voraussage, daß dieses Land in 20 Jahren so aussehen wird wie die DDR in ihrer Spätphase - wahrscheinlich eher - hat mir übrigens im Bekanntenkreis heftige Anfeindungen eingetragen. Ich fürchte aber, daß ich hier eher nicht falsch liege.



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Frank2000 Online




Beiträge: 2.932

21.07.2021 00:39
#14 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Ich weiß nicht, was schlimmer ist. Diese absolut rotzfrechen Ausreden oder die Tatsache, dass die versammelte Bagage über alle Ebenen hinweg absolut keinerlei Schuldgefühle hat. Oder aber, dass auch diesmal wieder der Großteil der Bevölkerung wie eine Schafherde die Ausreden und Lügen schlucken wird.

Ich habe einen Beitrag einer Bürgermeisterin gesehen, die um Hilfe für das zerstörte Dorf bittet. Und mein erster Gedanke war: DU hast auch nix getan um die Katastrophe aufzuhalten, DU hast nicht gewarnt, hast nicht den Gemeinderat einberufen als Tage vorher klar wurde, was da anrollt, DU hast vorher auch nicht dafür gesorgt, dass Straßen gesperrt oder Campingplätze und Parkplätze geräumt werden.

Wirklich NIEMAND fühlt sich persönlich verantwortlich, absolut niemand. Es sind immer die anderen.

___________________
Jeder, der Merkel stützt, schützt oder wählt, macht sich mitschuldig.
“Die gefährlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten mäßig entstellt”, Georg Cristof Lichtenberg
"Warum halten sie Begriffe wie 'Zigeunersoße' für rassistisch, aber 'Schei** Juden' für harmlos?", Hamed Abdel-Samad

Frank2000 Online




Beiträge: 2.932

21.07.2021 00:45
#15 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Und ja, ich habe das auch schon erlebt. Man muss inzwischen sehr aufpassen, zu wem man was sagt. Kritik an diesem dummen, selbstzerstörerischen Land kommt absolut nicht gut an. Trotz der überdeutlichen Verfallserscheinungen ist die breite Masse fest der Meinung im "alternativlos besten Deutschland aller Zeiten" zu leben und die Popularität der Politiker ist ungebrochen.

___________________
Jeder, der Merkel stützt, schützt oder wählt, macht sich mitschuldig.
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moise trumpeter Offline



Beiträge: 235

21.07.2021 01:16
#16 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #11
Die bodenlose Impertinenz dieser Absolutversager macht immer wieder staunen.

Zitat
Der Landkreistag Rheinland-Pfalz fordert nach der Unwetter-Katastrophe neue Warnsysteme, um die Menschen besser zu schützen. Dazu sollten auch moderne Sirenen-Anlagen gehören.

"Wir brauchen neue Warnsysteme, wir brauchen neue Warnsignale und wir brauchen mehr Aufmerksamkeit für neue Warnsignale, damit sich die Bevölkerung darauf einstellen kann", sagte Burkhard Müller, der Geschäftsführende Direktor des Landkreistages, dem SWR.

Bei der jetzigen Unwetter-Katastrophe sei die Sirenen-Warnung wegen der lauten Flut- und Zerstörungsgeräusche zum Teil gar nicht zu hören gewesen. Mit den vorhandenen Sirenen-Signalen sei eine solche Flut gar nicht zu bewältigen, so Müller.


https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-...ignale-100.html



Das Baerbock-Prinzip, mit jeder Ausrede wird die eigene Inkompetenz deutlicher herausgearbeitet.

Llarian Offline



Beiträge: 6.292

21.07.2021 01:51
#17 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #11
Die bodenlose Impertinenz dieser Absolutversager macht immer wieder staunen.

Zitat
Der Landkreistag Rheinland-Pfalz fordert nach der Unwetter-Katastrophe neue Warnsysteme, um die Menschen besser zu schützen. Dazu sollten auch moderne Sirenen-Anlagen gehören.

"Wir brauchen neue Warnsysteme, wir brauchen neue Warnsignale und wir brauchen mehr Aufmerksamkeit für neue Warnsignale, damit sich die Bevölkerung darauf einstellen kann", sagte Burkhard Müller, der Geschäftsführende Direktor des Landkreistages, dem SWR.

Bei der jetzigen Unwetter-Katastrophe sei die Sirenen-Warnung wegen der lauten Flut- und Zerstörungsgeräusche zum Teil gar nicht zu hören gewesen. Mit den vorhandenen Sirenen-Signalen sei eine solche Flut gar nicht zu bewältigen, so Müller.


https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-...ignale-100.html


Ich darf das mal übersetzen: Wir wollen mehr Geld. Ob die bei den Sirenen ankommen prüft sowieso kein Schwein nach. Die dumme Frage ist nur: Wenn die vorhandenen Sirenen-Signale nicht ausreichen, war das dann der Grund sie gar nicht erst zu benutzen?!? Waren die nicht ausreichenden Sirenen-Signale ein Grund, den Rundfunk nicht zu verwenden? Waren die nicht ausreichenden Sirenen-Signale der Grund die Talsperren nicht vorher abzulassen? Waren die nicht ausreichenden Sirenen Signale der Grund, warum man keine Lautsprecherwagen losgeschickt hat? Für jemanden der solche Ausreden angesichts des Totalversagens des Staates noch anbringt, gibt es nur eine Lösung: Feuern.

Llarian Offline



Beiträge: 6.292

21.07.2021 01:59
#18 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #15
Trotz der überdeutlichen Verfallserscheinungen ist die breite Masse fest der Meinung im "alternativlos besten Deutschland aller Zeiten" zu leben und die Popularität der Politiker ist ungebrochen.

Das ist schlicht nicht der Fall. Die Popularität der Politik ist extrem schlecht (was immer wieder in Umfragen bestätigt wird). Die Popularität der Medien ist noch schlechter (so das noch geht). Und ich kennen niemanden, zur Sicherheit wiederholt, niemanden, der der Meinung ist im besten Deutschland aller Zeiten zu leben. Die Leute sehen nur die Alternativen nicht. Und die sind bei Licht betrachtet ja auch jämmerlich. Aber Spaß an der Show hat nahezu niemand mehr. In meinem Umfeld sind das alle recht resigniert der Meinung, dass wir im Oktober sowieso alle wieder eingesperrt werden. Und keiner findet das gut. Und ich kann mich nicht erinnern, dass einen früher so viele Leute gefragt hätten, was sie denn wählen sollen.
Ich antworte inzwischen standardmäßig: Man muss nicht unbedingt die Unberührbaren wählen, wenn man das nicht über sich bringen kann. Aber wer angesichts der letzten Jahre noch CDU, SPD oder Grüne wählt, der ist selber schuld und verdient es auch, seine Bürgerrechte zu verlieren. Es gibt keine Entschuldigung nicht wenigstens die FDP oder meinetwegen die freien Wähler zu wählen. Ich will nicht sagen, dass ich damit viele überzeugt habe, aber widersprochen hat mir eigentlich noch niemand.

Martin Offline



Beiträge: 4.129

21.07.2021 07:58
#19 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #14
Ich weiß nicht, was schlimmer ist. Diese absolut rotzfrechen Ausreden oder die Tatsache, dass die versammelte Bagage über alle Ebenen hinweg absolut keinerlei Schuldgefühle hat. Oder aber, dass auch diesmal wieder der Großteil der Bevölkerung wie eine Schafherde die Ausreden und Lügen schlucken wird.

Ich habe einen Beitrag einer Bürgermeisterin gesehen, die um Hilfe für das zerstörte Dorf bittet. Und mein erster Gedanke war: DU hast auch nix getan um die Katastrophe aufzuhalten, DU hast nicht gewarnt, hast nicht den Gemeinderat einberufen als Tage vorher klar wurde, was da anrollt, DU hast vorher auch nicht dafür gesorgt, dass Straßen gesperrt oder Campingplätze und Parkplätze geräumt werden.

Wirklich NIEMAND fühlt sich persönlich verantwortlich, absolut niemand. Es sind immer die anderen.

Ich habe Nacht Abend auf der Nachhausefahrt SWR3-Nachrichten gehört. Da wird gewarnt vor Helfern aus der Querdenkerszene, und dass diese in einer Schule eine Hilfsstelle eingerichtet hätten, die aber von der Behörde schon wieder geschlossen worden sei. Man warnt davor, dass dort das Gedankengut der Querdenker verbreitet werden könnte. Ich vermute, dass es sich dabei um die Initiative von Samuel Eckert handelt. Er schildert hier seine ersten Eindrücke aus Ahrweiler und die Prügel, die man seiner Initiative in den Weg legt https://www.youtube.com/watch?v=5XIl4N2Ado0

Er hat sicher noch keinen Überblick, und sein Wundern über Feuerwehr, die in Richtung Nürburgring fährt, ist wohl Unkenntnis geschuldet. Dort müssen nach Meldungen Unmengen von Spenden sortiert werden. Einen schönen Begriff hat Eckert aber zu der Gesellschaft, die seine Hilfe zuhause vom Sofa aus verhindern will: Regenbogengesellschaft - dysfunktional. Kann es sein, dass das Land mental bereits so kaputt ist?

Gruß
Martin

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 1.451

21.07.2021 08:56
#20 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Zitat von Martin im Beitrag #19
Da wird gewarnt vor Helfern aus der Querdenkerszene


Da soll noch mal einer behaupten, der ÖRR würde seiner warnenden Verantwortung nicht nachkommen. Hat man schon Erkenntnisse darüber, ob einer der helfenden Soldaten mal die erste Strophe des Deutschlandlieds gesungen hat, oder erfordert derartiger Investigativjournalismus erst mal eine Gebührenerhöhung?

Frank2000 Online




Beiträge: 2.932

21.07.2021 08:58
#21 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Ich habe beruflich mit Kommunikation zu tun. Und erkenne deswegen meiner Meinung nach, welches Grundproblem diese Katastrophe offen gelegt hat:

Wir leben in einer Zeit hysterischer Schreierei ("Klimawandel!", "Sexismus!", "Rechtsradikale!", ....) und haben vollkommen verlernt, echte unmittelbarer Bedrohungen zu erkennen und zu vermitteln.

Ich habe grade Berichte gesehen, in denen die Wetterdienste belegen, dass sie seit Tagen auf diese extremen Niederschlagsmengen hingewiesen haben. Ich glaube das. Aber selbst hier gilt: können diese Experten überhaupt noch eine Botschaft so überbringen, dass sie gehört wird? Mal im Ernst, Leute: wie viele Menschen reagieren denn auf eine eingefärbte Niederschlagstafel????

Wir nennen das in der Kommunikation "die Vorerwartung durchbrechen". Menschen haben eine bestimmte Erwartungshaltung, was sie wohl hören oder lesen werden. Wenn ich als Sender der Botschaft vermuten muss, dass die Vorerwartung der Bedeutung der Botschaft nicht gerecht werden wird, dann muss ich die Art meiner Kommunikation anpassen, um die Vorerwartung zu durchbrechen. Ich muss also erst FALSCHE Informationen abräumen (die unbewusst da sind), um die RICHTIGEN Informationen platzieren zu können.

In Bezug auf die Wettervorhersage heißt das:

Die hätten sich im Fernseher zum Zuschauer drehen müssen. Die hätten sagen müssen "Werte Zuschauer! Das ist nicht normal. Diese Niederschläge sind keine Routine, sondern werden töten. Es werden Menschen sterben"

Aber das hat halt auch keiner so gesagt. Warum, weil man "professionell" bleiben wollte? Wenn es wichtig ist, dass meine Botschaft gehört wird, dann muss ich die Übermittlung eben anpassen. Als ob alte Leute zum Beispiel auf eine Nina-App gucken würden - das ist doch lächerlich.

Die durchgeknallten "Klimaaktivisten" machen doch jeden Tag vor, wie man eine Aufmerksamkeitsschwelle durchbricht. Aber wenn hunderte Leben auf dem Spiel stehen und Milliarden an Vermögen und Umweltschäden, dann geht das nicht?

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Jeder, der Merkel stützt, schützt oder wählt, macht sich mitschuldig.
“Die gefährlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten mäßig entstellt”, Georg Cristof Lichtenberg
"Warum halten sie Begriffe wie 'Zigeunersoße' für rassistisch, aber 'Schei** Juden' für harmlos?", Hamed Abdel-Samad

Krischan Offline




Beiträge: 514

21.07.2021 10:33
#22 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #9

Nun ja, da stellt sich allerdings die Frage, um welche Art von Parkvergehen es konkret ging; das ein oder andere Parkverbot hat ja durchaus auch Sinn. Wenn die Leute bspw. Zugänge für Feuerwehr und Ambulanzen zuparken und dort irgendwas passiert (was in der aktuellen Lage gar nicht so unwahrscheinlich ist), ist hinterher das Geschrei bzgl. Staatsversagen noch größer wenn das Ordnungsamt nicht eingreift.


Lieber F.Alfonzo,

wenn Feuerwehrzufahrten zugeparkt werden, gibt es keine Knöllchen, dann wird abgeschleppt. Knöllchen gibt es nur bei Parkvergehen, die sozusagen unkritisch sind und keine Gefahrensituation bedeuten (wie eine zugeparkte Feuerwehrzufahrt).

Ansonsten: Unfassbar. Jeglichen Blick für Verhältnismäßigkeiten aus dem Blick verloren.

Freundlichst,
Krischan

Deutsche Wurst - alles andere ist Käse.

Llarian Offline



Beiträge: 6.292

21.07.2021 10:43
#23 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Noch ein kleines Streiflicht.

Johanes Offline



Beiträge: 1.475

21.07.2021 11:48
#24 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Frage an unsere Experten: Gab es nicht mal eine Zeit, in der eine Brandschutzversicherung Pflicht war?

In manchen US-Bundesstaaten ist es ja so, dass die Feuerwehr nicht durch Steuergelder bezahlt wird, sondern durch einen getrennten, freiwilligen Betrag.

Stand 05.06.2021: Das SARS-CoV-2-Virus könnte jetzt doch aus einem Labor kommen.
23.06.: Dem BMWi fällt auf, dass der Strombedarf nicht bis 2030 konstant bleibt.
to be continued

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 11.530

21.07.2021 12:25
#25 RE: Und keiner wills gewesen sein. Noch mehr Geschichten von der Flut. Antworten

Zitat von Johanes im Beitrag #24
Frage an unsere Experten: Gab es nicht mal eine Zeit, in der eine Brandschutzversicherung Pflicht war?


Bis 1994 war das verpflichtend; heute wird das durch die Gebäudeversicherung abgedeckt.

Kleines OT zum Thema (sit venia verbo), da ich ja im April selbst betroffen war. Mißlich wird es dann, wenn es nicht das eigene Hab & Gut betrifft, man also, wie nicht wenige, Miete zahlt. Bei uns im Keller ist seit nun 11 Wochen kein Strom; die Kellerräume sind verriegelt; das Treppenhaus ohne Beleuchtung & die Klingelanlage stromlos. Der Vermieter erklärt, er warte auf die Zahlung der Versicherung. Die Versicherung teilt auf Anfrage mit, man habe umgehend gezahlt, wie in solchen Fällen üblich, um die nötigen Reparaturen zu finanzieren. Würde im Nachgang festgestellt, daß Fahrlässigkeit oder Brandstiftung vorliegen, würde der Klageweg beschritten. Rückfrage beim Vermieter läuft auf den Bescheid hinaus: Vor 3 Tagen sei gezahlt worden, aber jetzt sei es Sommer, da seien keine Handwerker zu bekommen.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

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