Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden  

ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 29 Antworten
und wurde 1.311 mal aufgerufen
 Weitere Themen
Seiten 1 | 2
Llarian Offline



Beiträge: 5.011

31.08.2020 15:06
#26 RE: COVID-19: Sterbezahlen. Und: Verkehrstote Antworten

Zitat von X27 im Beitrag #20
Eine Anmerkung, Schüler sind manchmal einfach schlecht in der Schule, weil sie dort gemobbt werden. Für diese Schüler kann Heimunterricht eine wahre Wohltat sein.

Das glaube ich nicht, bzw. ich glaube nicht dass man diesen Schülern einen Gefallen damit tut. Mobbing ist ein ohne Frage ein ernstes Thema, aber man kann es nicht damit lösen indem man weg läuft. Mobbing muss in der Schule adressiert werden, es muss von Lehrern und Eltern agressiv angegangen werden und es ist m.E. nach auch zentral wichtig genau das den Mobbing Opfern zu vermitteln. Andernfalls ist nämlich alles was die Opfer lernen, dass man sich vor Gefahren verstecken muss.

Vielleicht eine Analogie, die weniger aufgeladen ist: Es wird bis heute immer wieder für getrennte Jungen- und Mädchenschulen argumentiert, weil Mädchen sich in Gegenwart von Jungen nicht richtig durchsetzen können und damit schwächere Leistungen bringen. Nehmen wir für die Argumentation an, dem wäre auch so. Aber wem ist damit gedient, wenn er (oder in dem Fall sie) nur lernt gute Leistungen zu bringen, wenn die Hälfte der Bevölkerung nicht anwesend ist? Glauben Sie, dass solche Mädchen, wenn sie erwachsen sind, sich gegen Männer durchsetzen werden? Ich glaube es nicht.

Und deshalb glaube ich auch nicht, dass man Mobbing-Opfern einen großen Gefallen tut, wenn man sie sich verstecken lässt.

X27 Offline



Beiträge: 6

31.08.2020 15:31
#27 RE: COVID-19: Sterbezahlen. Und: Verkehrstote Antworten

Zitat von Llarian im Beitrag #26
Zitat von X27 im Beitrag #20
Eine Anmerkung, Schüler sind manchmal einfach schlecht in der Schule, weil sie dort gemobbt werden. Für diese Schüler kann Heimunterricht eine wahre Wohltat sein.

Das glaube ich nicht, bzw. ich glaube nicht dass man diesen Schülern einen Gefallen damit tut. Mobbing ist ein ohne Frage ein ernstes Thema, aber man kann es nicht damit lösen indem man weg läuft. Mobbing muss in der Schule adressiert werden, es muss von Lehrern und Eltern agressiv angegangen werden und es ist m.E. nach auch zentral wichtig genau das den Mobbing Opfern zu vermitteln. Andernfalls ist nämlich alles was die Opfer lernen, dass man sich vor Gefahren verstecken muss.


Und es muss Konsequenzen für die Mobber geben, bis zum Schulverweis.

Zitat von Llarian im Beitrag #26
Vielleicht eine Analogie, die weniger aufgeladen ist: Es wird bis heute immer wieder für getrennte Jungen- und Mädchenschulen argumentiert, weil Mädchen sich in Gegenwart von Jungen nicht richtig durchsetzen können und damit schwächere Leistungen bringen. Nehmen wir für die Argumentation an, dem wäre auch so. Aber wem ist damit gedient, wenn er (oder in dem Fall sie) nur lernt gute Leistungen zu bringen, wenn die Hälfte der Bevölkerung nicht anwesend ist? Glauben Sie, dass solche Mädchen, wenn sie erwachsen sind, sich gegen Männer durchsetzen werden? Ich glaube es nicht.

Da stimme ich Ihnen völlig zu. Das kenne ich aus eigener Erfahrung.
Ich bin fünf Jahre lang in eine reine Burschenklasse gegangen. Nicht weil da keine Mädchen erlaubt waren, sondern weil sich keines für Elektrotechnik interessiert hatte. Die Jugend rein männlich zu verbringen, ist für die persönliche Entwicklung auch nicht so ideal.

Martin Offline



Beiträge: 3.371

01.09.2020 09:06
#28 RE: COVID-19: Sterbezahlen. Und: Verkehrstote Antworten

Zitat von Gorgasal im Beitrag #1
Trotzdem hört man jeden einzelnen Tag in den Nachrichten die aktuellen Ansteckungszahlen - aber nie die Sterbezahlen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Journalisten nur an die Ansteckungszahlen kommen und nicht an die Sterbezahlen.


Ein interessanter Beitrag auf Basis der Sterbezahlen in Schweden, und eine Analyse im Vergleich zu den skandinavischen Nachbarländern.

https://www.aier.org/article/swedens-hig...ortant-factors/

Hat Schweden u.a. im Vergleich zu den Nachbarn deutlich niedrigere Sterbezahlen in den vergangenen Grippesaisons kompensiert?

Gruß
Martin

hubersn Offline



Beiträge: 1.030

05.09.2020 18:17
#29 RE: COVID-19: Sterbezahlen. Und: Verkehrstote Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #17
Werter hubersn,

"Von daher würde ich vermuten, dass die Maßnahmen Post-Lockdown nur ganz geringe negative Wirkung entfalten. "

Im Nachbarthema hatte ich ja und mal ein ganz konkretes Beispiel gebracht: bei einem meiner Söhne wurde das Studium von Unibetrieb auf Fernstudium umgestellt.
Es steht Ihnen natürlich frei, solche Änderungen in unserem Land zu ignorieren oder als unwichtig einzustufen. Es wäre aber zumindest fair, wenn Sie umgekehrt zur Kenntnis nehmen würden, dass andere Menschen solche Experimente nicht als unwichtig einstufen.



Selbstverständlich liegt die Bewertung solcher Wirkungen im Auge des Betrachters und wird von jedem individuell eingestuft. Und jeder hat seine persönliche Abwägung zwischen den verschiedensten Parametern: der Gefahr, die von der Pandemie ausgeht, dem Risiko, das er selbst bereit ist einzugehen, dem Risiko, das er bereit ist anderen zuzumuten, der Bereitschaft, eigene Gewohnheiten umzukrempeln, der Bereitschaft, Opfer zu bringen zur Eindämmung der Pandemie, die Abschätzung, welche Alternativen welche Auswirkungen hätten.

Da meiner altmodischen Ansicht nach ein Studium zuallererst dem Wissenserwerb dienen soll, empfinde ich die Einschränkung auf Fernstudium jetzt nicht als dramatischen Eingriff. Von daher läuft Ihr persönliches Beispiel bei mir unter "Luxusproblem". Ja, es existiert. Wollen wir, dass wir alle wieder zur "Normalität" zurückkehren können? Sicherlich. Aber was genau schlagen Sie vor? Welche Einschränkungen sind ihnen zu restriktiv, und warum? Welches Risiko sind sie bereit, selbst einzugehen und anderen zuzumuten? Die Abschaffung diverser Einschränkungen zu fordern ist billig. Alternativen zu skizzieren und die daraus resultierenden Risiken abzuwägen, das brauchen wir. Auch in diesem Forum sind diese Alternativen aber absolute Mangelware.

Da ich selbst duale Studenten bei uns im Betrieb betreue, kann ich zumindest diesbezüglich direkt von der Front berichten, dass diese Studenten den Fernunterricht nicht als besonders nachteilig empfunden haben. Man hat sich dann halt außerhalb der Hörsäle mit den Kommilitonen getroffen.

Zitat

Ich könnte noch viel mehr persönliche Beispiele bringen, von einer Kollegin mit einem Kindergartenkind, die seit Monaten ihren Alltag nicht mehr organisieren kann, von Kollegen, die zwangsversetzt wurden, weil unsere Business unit Miese schreibt, von meinem persönlichen Berufsumfeld, weil ICH tatsächlich auch mal gern Kollegen in Person sehen würde. Zugegeben, ich kenne auch Kollegen, die durch die Blume gesagt haben, daß Corona ein Geschenk des Himmels sei, weil das die perfekte Begründung sei, absolut keine anderen Menschen, weder Kollegen noch Kunden mehr sehen zu müssen und man völlig damit zufrieden sei, allein (oder manchmal auch zu zweit) den Rest des Lebens im Home office zu verbringen.



Bei uns in der Firma sind persönliche Begegnungen schon lange wieder erlaubt, unter kontrollierten Bedingungen. Wer will, kann also. Wenn das bei Ihnen anders ist, dürfen Sie das gerne als Sozialexperiment ihres Arbeitgebers betrachten, sollten es aber nicht den Regierungsmaßnahmen in die Schuhe schieben.

Das Thema Kinderbetreuung ist natürlich schwierig, allerdings war in unserer Gegend es kein Problem, dass die Härtefälle (sprich: nicht anderweitig organisierbar) eine Ganztagesbetreuung wie vorher bekamen. Auch während des Lockdowns wohlgemerkt. Sicher nicht optimal, aber im Großen und Ganzen machbar. Ich habe auch Kollegen, die im Home Office die Kinder nebenher betreuen müssen. Nicht optimal, aber machbar - man tut was man kann, um diese Kollegen zu unterstützen.

Dass Firmen oder "Business Units" in diesen Zeiten teils dramatische Verluste schreiben, kann keinem von uns gefallen. Ob das allerdings hauptsächlich mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hierzulande zu tun hat oder vielleicht eher mit dem natürlichen Verhalten von Menschen in Krisensituationen nebst des erheblichen Rückgangs des Exports aufgrund von Maßnahmen im Ausland, auf die wir naturgemäß keinen Einfluss haben - das ist m.E. nicht mal ansatzweise klar oder nachgewiesen. Das Beispiel Schweden scheint eher zu zeigen, dass etwas harmlosere Anti-Pandemie-Maßnahmen praktisch keinen positiven Effekt auf die Wirtschaft haben.

Zitat

Völlig unabhängig davon, dass ich solche Gefühlswelten für mindestens mal schräg, wenn nicht sogar unnatürlich halte: Fakt ist nun mal, dass die ganzen Maßnahmen ein gigantisches Sozialexperiment sind; dass soziale Geflechte, soziale Normen grade mit dem Vorschlaghammer in neue Formen geschlagen werden.

Das SIND reale Wirkungen der aktuellen Maßnahmen, ganz unabhängig davon, ob sie die gut oder schlecht finden oder überhaupt nur zur Kenntnis nehmen.



Seien Sie versichert: ich nehme alles zur Kenntnis, was ich so lese. Nur meine Einschätzung zur Gewichtung dieser realen Wirkungen in Bezug auf mögliche Alternativen unterscheiden sich hier. Jede Menge Feminist*innen haben sich ja beklagt, dass durch den Lockdown schon überwunden geglaubte antiemanzipatorische Rollenverteilungen wieder verstärkt zum Tragen kamen. Beschäftigte im Gesundheitssystem haben sich beklagt, dass sie die Hauptlast der Krise schultern, aber nicht anständig bezahlt werden und nur ein paar warme Worte als Belohnung bekommen haben. Fußballfans beklagen sich, dass sie nicht ins Stadion dürfen. Kinofans beklagen sich, dass Hollywood die großen Blockbuster zurückhält und man nicht mal ins Kino gehen würde, wenn denn eines offen hätte. Allergiker beklagen sich, dass sie bei jedem heuschnupfengetriggerten Niesanfall von ihrer Umgebung gemobbt werden. Jugendliche beklagen sich, dass Discos und Clubs immer noch geschlossen sind. Die Risikogruppe beklagt sich, dass vor allem jüngere Menschen sehr sorglos mit den Gefahren der Pandemie umgehen.

Ja. Alles mehr oder weniger schlimm. Aber was ist die Konsequenz? Welche Maßnahmen können weg? Wie reagieren wir, wenn den ansteigenden Infektionszahlen auch wieder ansteigende Sterbezahlen folgen? Oder nehmen wir die in Kauf? Was ist da unser Limit? 1000, 10000 oder doch 100000 vermeidbare Tote?

Und wenn wir hier unsere Risikobereitschaft erneut justiert haben - machen wir das dann auch in allen anderen Gesellschaftsbereichen? Die Politik kostet mich persönlich seit Jahrzehnten durch maßlos teure Bekämpfung nachgewiesenermaßen minimalster Risiken jede Menge Geld und Freiheit. Das gigantische Sozialexperiment, wie Sie es nennen, läuft doch schon seit es Politik gibt. Warum jetzt der große Aufschrei? War der Lockdown teurer als die Energiewende? Als die Grenzöffnung für die Wirtschaftsflüchtlinge dieser Welt? Als die ständig steigende Steuer- und Abgabelast? Als die Nullzinspolitik der EZB? Als die verdeckte Staatenfinanzierung der EZB? Als die letzten zwanzig fehlgeschlagenen Gesundheitsreformen? Als die diversen Bildungsreformen?

Zitat

Von den langfristigen ökonomischen Folgen ganz zu schweigen.



Die sowohl in Details auch auch in ihrer Größenordnung noch völlig im Dunkeln liegen. Die Börse scheint gerade auf "zügige Erholung der Weltwirtschaft" zu wetten. Aus meiner Sicht eine Blase, aber das sage ich schon seit zehn Jahren und liege bis jetzt völlig falsch.

Ökonomisch gesehen ist gerade weitgehend Krise, mit vereinzelten Krisengewinnern. Die Welt wandelt sich ständig, und Krisen sind Beschleuniger solcher Transformationsprozesse. Das kann man bedauern, aber ehrlich gesagt sehe ich noch keinen Hinweis darauf, dass wir dadurch in eine länger andauernde Rezession oder sowas abgleiten. Jede Krise hat auch die Eigenschaft, Dinge zu bereinigen (wenn man sie lässt - die deutsche Strategie ist ja eher das Bewahren der Asche). Firmen, die jetzt in Schwierigkeiten geraten, hatten vielleicht auch einfach kein zukunftsfähiges Geschäftsmodell, das erhaltenswert ist. Und nicht zuletzt ist die Krise eben Teil des unternehmerischen Risikos. In guten Zeiten partizipiert der Unternehmer überproportional, quasi seine Risiko-Rendite. Dann sollte er doch auch in schlechten Zeiten sein Risiko akzeptieren und kleinere Brötchen backen.

Es ist ja auch nicht so, dass eine weltweite Pandemie ein singuläres Ereignis ist, das gar nicht denkbar oder vorhersehbar war. Nein, die Planspiele dazu (meist in Form der Wiederkehr der spanischen Grippe) existieren ja schon seit langer Zeit. Die allermeisten Unternehmen scheinen aber hier keinerlei Risikovorsorge getroffen zu haben (und sind da kein Stück besser als unser Staat), vermutlich weil sie die Eintrittswahrscheinlichkeit als zu klein eingeschätzt haben. That's life, würde ich sagen. Solche Fehleinschätzungen können eben in die Insolvenz führen.

Und hier sehe ich das große Risiko für die langfristige ökonomische Entwicklung: dass wir noch mehr Staat bekommen, noch mehr Finanzhilfen ausgeschüttet werden, noch mehr Verzerrungen in die Marktwirtschaft einziehen. Gerade wird ja wieder gieskannenartig das Geld verteilt (und ja, auch mein Geld), dass es jedem Liberalen die Zornesröte ins Gesicht treibt.

Zitat

Im übrigen ist es im Wortsinn normal und natürlich, dass man Risiken auf der Basis der persönlichen Kosten schätzt und solche persönlichen Kosten damit auch zu einer realistischen, wie man so sagt geerdeten Bewertung von Risiken führen. Nicht von ungefähr ist der Krankenstand bei Behörden und Ämtern fast doppelt so hoch wie in der Privatwirtschaft. Das liegt nicht an kränkeren Beamten, sondern an der deutlich höheren Bereitschaft, bereits wegen einem Schnupfen oder Kopfweh krank zu feiern.

Ein Recht, dass absolut nichts kostet, wird überproportional nachgefragt, dass lehrt uns die Ökonomie. In so weit ist es völlig gerechtfertigt zu überlegen, ob man in einigen Bereichen Risikoabwehr nicht schlicht zu billig gemacht hat.

Wobei billig = auf Kosten anderer, denn jede Risikoabwehr kostet Geld. Egal, ob die Menschen sich das eingestehen oder nicht.



Nun ist aber die bessere Absicherung von Beamten - auch und gerade in Krisenzeiten - keine neue Erkenntnis. Und jeder Beamte wird Ihnen sicher erklären, dass er u.a. durch die schlechtere Bezahlung gegenüber der "freien Wirtschaft" natürlich ständig und dauerhaft in "normalen Zeiten" empfindliche Nachteile erleidet, und deshalb in der Krise jetzt dadurch das Recht hat, auch mal die Vorteile seiner Risikoaversion zu genießen. Oder?

Gruß
hubersn

--
Mein Politik-Blog: http://politikblog.huber-net.de/
Mein Mischmasch-Blog: http://miscblog.huber-net.de/

hubersn Offline



Beiträge: 1.030

05.09.2020 18:47
#30 RE: COVID-19: Sterbezahlen. Und: Verkehrstote Antworten

Zitat von Gorgasal im Beitrag #21
Zitat von hubersn im Beitrag #16
Die Schüler, Kinder, Jugendlichen um mich herum hatten allesamt Unterricht, haben sich mit Gleichaltrigen getroffen, hatten eigentlich mit der Gesamtsituation relativ wenig Probleme. Von daher würde ich vermuten, dass die Maßnahmen Post-Lockdown nur ganz geringe negative Wirkung entfalten. Und der Lockdown war ja nun sehr kurz und vergleichsweise harmlos hierzulande, da würde ich auch kaum negative Wirkungen erwarten. Vielleicht sogar positive, angeblich soll ja gemeinsame Zeit in der Familie sehr wertvoll sein. Nie gab es so viel gemeinsame Zeit wie im Lockdown.

Ich persönlich kenne Schüler der gymnasialen Unterstufe, die seit März keinen Präsenzunterricht mehr haben, weil ein Elternteil sich als Risikopatient fühlt.



Ja, das gibt es bestimmt (wenn auch vermutlich eher selten). Da aber an den meisten Orten eh kein Präsenzunterricht stattfand, erwuchs diesen Kindern daraus auch kein Nachteil, oder? Ein Nachteil erwuchs ihnen, weil unser Bildungssystem in einem erbarmungswürdigen Zustand bezüglich u.a. der Digitalisierung ist, und eine erschreckend hohe Anzahl von Lehrkräften nicht in der Lage war, vernünftigen Online-Unterricht durchzuführen. Denn gehen tut das schon, auch das hat die Krise gezeigt. Und eigentlich erfordert es auch nur eine gewisse Grundhaltung, die bei Pädagogen generell von Vorteil ist: Lust auf Neues, Veränderungen positiv aufnehmen, Problemstellungen kreativ lösen. Leider scheint unser Bildungssystem verhältnismäßig viele Technikneurotiker als Lehrkräfte (her-)anzuziehen.

Zitat

Und exakt diese Selbstwahrnehmung und diese Angst werden durch die mediale Darstellung geschürt. Während die Kinder, die seit einem halben Jahr ihre Klassenkameraden nur online gesehen haben, darunter tatsächlich leiden.



Ich kann es nur wiederholen: niemand hat verboten, dass sich die Kinder außerhalb des Klassenzimmers treffen. Und sie haben sich getroffen. Zumindest in meinem Umfeld.

Aber was Risikopatienten und deren Selbstwahrnehmung angeht: je nach Alter und Vorerkrankungen ist dieses Virus eine verhältnismäßig große und potenziell tödliche Gefahr. Es wäre also auch möglich, dass die Risikoabschätzung dieser Menschen völlig richtig liegt.

Zitat

Zitat von hubersn im Beitrag #16
Klar, bei einigen gab es ein länger dauerndes Alkohol- und Feierdefizit, das kann man schon als "negative Wirkung" sehen.

Es ist natürlich Ihr gutes Recht, Sorgen wie meine oben als lächerlich anzusehen.



Ich habe damit Bezug genommen auf Kommentare genau der beschriebenen besonders betroffenen Gruppe, die genau die fehlende Feiermöglichkeit als größtes Problem ihrer Generation ansahen.

Zitat

Ich nehme mir umgekehrt das Recht, es als lächerlich anzusehen, wie aktuell in den Medien und der Politik mit COVID umgegangen wird.

Zettel hat seinerzeit den Atomausstieg nach Fukushima als "kollektive Besoffenheit" in Deutschland bezeichnet. Ich suche seit Monaten für eine passende Vokabel für den aktuellen Wahnsinn. Die letzte ähnliche dunkle Erinnerung wäre, als wir 1986 nach Tschernobyl nicht in den Wald durften. Aber das war nach ein paar Wochen vergessen.



Mit dieser Einschätzung rennen Sie bei mir offene Türen ein. Mich verblüfft vor allem, wie diverse Medien komplett unterschiedlich schwerwiegende Dinge quasi gleichberechtigt nebeneinander beschreiben und davon berichten bzw. kommentieren.

Aber das ist jetzt, wie Sie ja selbst mit dem Beispiel der "kollektiven Besoffenheit" beschreiben, keine neue Erkenntnis. Es ist erlebte Realität seit 20 Jahren. Mindestens. Naja, eher 40 - man denke an das Waldsterben. Oder noch früher die DDT-Panik.

Gruß
hubersn

--
Mein Politik-Blog: http://politikblog.huber-net.de/
Mein Mischmasch-Blog: http://miscblog.huber-net.de/

Seiten 1 | 2
 Sprung  



Bitte beachten Sie diese Forumsregeln: Beiträge, die persönliche Angriffe gegen andere Poster, Unhöflichkeiten oder vulgäre Ausdrücke enthalten, sind nicht erlaubt; ebensowenig Beiträge mit rassistischem, fremdenfeindlichem oder obszönem Inhalt und Äußerungen gegen den demokratischen Rechtsstaat sowie Beiträge, die gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen. Hierzu gehört auch das Verbot von Vollzitaten, wie es durch die aktuelle Rechtsprechung festgelegt ist. Erlaubt ist lediglich das Zitieren weniger Sätze oder kurzer Absätze aus einem durch Copyright geschützten Dokument; und dies nur dann, wenn diese Zitate in einen argumentativen Kontext eingebunden sind. Bilder und Texte dürfen nur hochgeladen werden, wenn sie copyrightfrei sind oder das Copyright bei dem Mitglied liegt, das sie hochlädt. Bitte geben Sie das bei dem hochgeladenen Bild oder Text an. Links können zu einzelnen Artikeln, Abbildungen oder Beiträgen gesetzt werden, aber nicht zur Homepage von Foren, Zeitschriften usw. Bei einem Verstoß wird der betreffende Beitrag gelöscht oder redigiert. Bei einem massiven oder bei wiederholtem Verstoß endet die Mitgliedschaft. Eigene Beiträge dürfen nachträglich in Bezug auf Tippfehler oder stilistisch überarbeitet, aber nicht in ihrer Substanz verändert oder gelöscht werden. Nachträgliche Zusätze, die über derartige orthographische oder stilistische Korrekturen hinausgehen, müssen durch "Edit", "Nachtrag" o.ä. gekennzeichnet werden. Ferner gehört das Einverständnis mit der hier dargelegten Datenschutzerklärung zu den Forumsregeln.



Xobor Xobor Forum Software
Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz