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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
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Llarian Offline



Beiträge: 6.292

10.05.2022 00:35
Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Gedanken zu Star Trek. Musste mal raus.

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 11.530

10.05.2022 01:04
#2 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Man muß aber auch hinzusetzen, daß Star Trek von Anfang an in der Gefahr schwebte, "woke" zu sein. Das kam zwar bei Kirk nicht so 'rüber (was eher den Sehgewohnheiten der Zeit geschuldet war; NBC hat darauf bestanden, daß die Kids, die als Zielgruppe ausgemacht wurden, nur mit einem Käptn etwas anfangen konnten, der sich in jeder zweiten Folge wie ein Fuhrknecht prügelte). Aber schon die völlig "PC"-gerechte Besetzung auf der Brücke der Enterprise NGC-1701 machte das ziemlich deutlich; und Rodenberrys Original-Konzept, mit den "drei Tabus" (keine Politik, keine Religion und keine Ökonomie = kein Geld) und dem Ziel, alle möglichen Komplikationen durch Verhandeln statt durch Ballern auszuräumen, zeigt schon eine gewaltige Trift ins Utopische.

Das wurde dann mit jeder neuen Inkarnation ausgeweitet. Sonst hätte sich ein Knilch wie Wesley Crusher nie an der Steuerkonsole wiedergefunden (das Zuschauerecho hat dann ja defür gesorgt, daß er sehr schnell strafversetzt wurde). Erst wurden die Klingonen an Bord genommen, dann in DS9 die Ferengi. Pillar & Berman haben dann in den letzten beiden Staffeln von DS9 so ziemlich alles dekonstruiert, was Roddenberry an Friedefreudeeierkuchen vorgegeben hatte, aber da war der Wagenzug zu den Sternen schon abgefahren. Spätestens seit "Enterprise" rotiert das nur noch im Selbstreferentiellen (ich mag mich irren; ich habe nach 4, 5 Folgen ST:E jedes Interesse an diesem speziellen Kosmos eingebüßt & das nicht weiter verfolgt; als die Damon Knights Story "Four in One" schamlos plagiiert haben (in der Folge "Vox Sola"), ohne die Quelle zu nennen, war das der letzte Strohhalm).

Es wird aber noch schlimmer. Gut festhalten. Zum neuesten Durchgang, "Strange New Worlds," Folge 1, "Strange New Worlds," ausgestrahlt am 5.Mai 2022:

Zitat
Star Trek: Strange New Worlds Depicts January 6th Riots As Being First Steps To World War III

Seemingly unable to help themselves from continuing to inject modern political topics into the once-proud sci-fi franchise, the premiere of Alex Kurtzman’s new Star Trek: Strange New Worlds features protagonist Captain Pike declaring that the Capitol Hill riots of January 6th, 2021, were the first steps in humanity’s march to nuclear war.
...
“Hi. Sorry to interrupt,” Pike addresses the group. “My name is Christopher Pike, my world is called Earth, and though it’s far from here, my people and yours – very much alike.”

“This is my world today,” Pike begins, opening his speech by showing the gathered leaders a montage of the Earth’s current utopian state.

“But we were not always peaceful,” he continues, flipping his imagery to shots of present day Washington D.C., New York City, San Francisco, and Paris. “This is Earth in our 21st century. Before everything went wrong. It’s a lot like your world today.”

“A friend of mine asked me that recently and I didn’t understand what he meant,” he adds, noting his previous discussion of the vision with Spock. “Until now. I’ve seen my future. Let me show you yours.”

Playing actual news footage from not just the aforementioned riots, but the peaceful protests earlier in the day, Pike asserts, “Our conflict also started with a fight for freedoms. We called it the Second Civil War.”

“Then the Eugenics War, and finally, just World War 3,” he tells the Kileys, again changing the visuals in his presentation, this time to footage of various nuclear eruptions occurring around planet Earth. “This was our last day. The day the Earth we knew ceased to exist. What began as an eruption in one nation ended in the eradication of 600,000 species of animals and plants and 30% of Earth’s population.”

Turning to images of a post-nuclear Earth, including one emphasized shot of the Statue of Liberty against a hollowed out New York City, Pike posits, “You’ll use competing ideas of liberty to bomb each other to rubble just like we did and then your last day will look just like this.”


https://boundingintocomics.com/2022/05/0...-world-war-iii/

Unsereins hatte das Chaos, aus dem die Sternenföderation entsteht, ja irgendwie mit Khan Noonien Singh & den Eugenischen Kriegen von 1996 in Verbindung gebracht, so vong "Wrath of Khan" & "First Contact." Das nennt mal wohl einen "Retcon."



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Llarian Offline



Beiträge: 6.292

10.05.2022 08:41
#3 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #2
Man muß aber auch hinzusetzen, daß Star Trek von Anfang an in der Gefahr schwebte, "woke" zu sein. Das kam zwar bei Kirk nicht so 'rüber (was eher den Sehgewohnheiten der Zeit geschuldet war; NBC hat darauf bestanden, daß die Kids, die als Zielgruppe ausgemacht wurden, nur mit einem Käptn etwas anfangen konnten, der sich in jeder zweiten Folge wie ein Fuhrknecht prügelte). Aber schon die völlig "PC"-gerechte Besetzung auf der Brücke der Enterprise NGC-1701 machte das ziemlich deutlich;

Überhaupt nicht PC, ganz im Gegenteil, das ist ja der Witz der Sache. Star Trek war eine positive Zukunftsvision, aber das eine Schwarze (oder was immer gerade der PC Ausdruck dafür gerade ist) als Offizier dort unterwegs ist, war zur Entstehung vor Star Trek gerade nicht(!) PC. Auch der berühmte Kuss war alles andere als mehrheitsfähig. Das ist ein zentraler Unterschied zum Gedanken von heute, Star Trek hat sich gerade nicht dem Zeitgeist unterworfen, sondern eine eigene Vision vorgestellt. Dagegen wäre auch heute nichts zu sagen, aber dann müsste sich Star Trek mit ganz anderen Konzepten beschäftigen als mit dem, was man am Anfang des 21. Jahrhunderts gerade für PC befindet.

Zitat
mit den "drei Tabus" (keine Politik, keine Religion und keine Ökonomie = kein Geld) und dem Ziel, alle möglichen Komplikationen durch Verhandeln statt durch Ballern auszuräumen, zeigt schon eine gewaltige Trift ins Utopische.


Gegen Utopien ist ja gar nichts zu sagen. Aber es muss auch eine Utopie sein und keine politische Erziehung.

Zitat
Sonst hätte sich ein Knilch wie Wesley Crusher nie an der Steuerkonsole wiedergefunden (das Zuschauerecho hat dann ja defür gesorgt, daß er sehr schnell strafversetzt wurde).


Auch hier möchte ich widersprechen. Wesley Crusher war keine Anbiederung an den Zeitgeist sondern der Versuch der Produzenten sich an den jugendlichen Zuschauer ranzuwanzen. Hat halt vor allem deshalb nicht geklappt, weil der durchschnittliche Zuschauer doch etwas älter war.

Zitat
Pillar & Berman haben dann in den letzten beiden Staffeln von DS9 so ziemlich alles dekonstruiert, was Roddenberry an Friedefreudeeierkuchen vorgegeben hatte, aber da war der Wagenzug zu den Sternen schon abgefahren.


Das ist aber nicht im luftleeren Raum passiert (no pun intended). DS9 hatte anfangs durchaus auch den Schwung ins Utopische. Der ganze Konflikt kam erst mit dem parallelen Erfolg von Babylon 5 zustande, dem was entgegen setzen musste.

Zitat
Spätestens seit "Enterprise" rotiert das nur noch im Selbstreferentiellen (ich mag mich irren; ich habe nach 4, 5 Folgen ST:E jedes Interesse an diesem speziellen Kosmos eingebüßt & das nicht weiter verfolgt;


In der Tat irrst Du Dich (und Du hast viel verpasst). Enterprise ist so ziemlich das beste was Star Trek überhaupt hervor gebracht hat. Gerade in der dritten Staffel setzt sich Enterprise mit echten ethischen Problemen auseinander, bei dem eben nicht die beste Lösung in "wir machen alle Kumbaya" besteht.

Zitat
Es wird aber noch schlimmer. Gut festhalten. Zum neuesten Durchgang, "Strange New Worlds," Folge 1, "Strange New Worlds," ausgestrahlt am 5.Mai 2022:
[...]


Um Himmels willen. Das ist es, was ich meine. Da schüttelt es einen nur noch. Reine Propaganda. Als ob Star Trek Diversity nicht schon schlimm genug gewesen wäre.

Zitat
Unsereins hatte das Chaos, aus dem die Sternenföderation entsteht, ja irgendwie mit Khan Noonien Singh & den Eugenischen Kriegen von 1996 in Verbindung gebracht, so vong "Wrath of Khan" & "First Contact." Das nennt mal wohl einen "Retcon."


Randnotiz: Das ist ja auch so jämmerlich: Die jucken sich nicht einmal um Kontinuität. Star Trek Diversity hatte es für mich schon hinter sich, als die direkt in der ersten Folge einen Riesenbohei um eine klingonische Leiche machen. Und das wo uns sowohl in TNG als auch in DS9 deutlichst erklärt wird, dass sich Klingonen einen feuchten Schmiss um Leichen kümmern. Die Schreiber wussten das offenkundig nicht einmal und später hat das auch keinen gejuckt. Das Logikbrüche in Science Fiction Serien, gerade in langen, entstehen, ist nicht ganz zu verhindern (ich sag nur "Heisenberg-Kompensatoren"). Aber das ist einfach nur lieblos. Und dämlich. Ist aber in dem Falle kein PC Problem sondern einfach lausige Produktion.

Johanes Offline



Beiträge: 1.476

10.05.2022 09:24
#4 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Netter Beitrag. Mal was anderes nach den letzten Monaten.

Kalifornien, insbesondere Hollywood und das Silicon Valley -- mit den Containerstädten, den quasi geknechteten billigen Arbeitskräften von jenseits der südlichen Grenze und der wachsenden Obdachlosenproblematik -- , ist das Herz der Wokeness.
Da sind sich eigentlich alle sicher.

Und da über diese beiden "Brückenköpfe" heute weltweit die meisten Idee/Gedanken/Memes (nennt es wie ihr wollt) verbreitet werden können, verbreitet sich die Woke Einstellung quasi weltweit.
Das ist aber auch nicht erst seit gestern so. Mindestes zwei Generationen sind schon mit Kinofilmen aus der Traumfabrik aufgewachsen und eine ganze mit dem Internet.

Die weltweite Dominanz Hollywoods ist inzwischen so groß, dass ich da von internationaler Arbeitsteilung sprechen würde.
Gegenspieler dagegen sind eigentlich eher lokal begrenzt, wie Telenovelas, Britcoms, Dorama (aus Japan) oder eben die Produkte aus Ägypten und Bollywood.

Abgesehen davon hat man da die typischen Merkmale: Mary Sue-Charaktere, der Bösewicht kann nur ein Feindbild sein und dergleichen. Man kann psychologisch erahnen, welche Antriebe dahinterstecken und es deutet nicht grade auf eine reife Persönlichkeit hin. Früher waren das auch eher Merkmale von mieser Fan-Fiction und kein professioneller Schriftsteller hätte sowas veröffentlicht, geschweige denn noch als Drehbuch verfilmt bekommen.

Johanes Offline



Beiträge: 1.476

10.05.2022 09:36
#5 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #2
Aber schon die völlig "PC"-gerechte Besetzung auf der Brücke der Enterprise NGC-1701 machte das ziemlich deutlich


Das fand ich ehrlich gesagt ziemlich gut. Besonders war es zu damaligen Zeit mutig und innovativ und vor allen Dingen total gegen den damaligen Zeigeist.

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #2
und Rodenberrys Original-Konzept, mit den "drei Tabus" (keine Politik, keine Religion und keine Ökonomie = kein Geld)


Das Politische war eigentlich immer gegeben. Meist als Parabel.

Nur wurden eben die politischen Teile nicht durch Menschen dargestellt, sondern durch die jeweiligen "Aliens der Woche". Da waren dann alle Themen dabei: Umweltschutz, Generationsgerechtigkeit, Religion usw.usf.
Man kann das teilweise lächerlich, übertrieben idealistisch usw. finden, aber es war immer da.

Was schon irgendwo ein Problem ist, ist die realistische Darstellung der Ökonomik. Was sich aber aus dem Setting ergibt.

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #2
zeigt schon eine gewaltige Trift ins Utopische


Es ist nicht das Problem, dass es eine utopische Serie gibt, sondern dass sie alle...

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #2
Spätestens seit "Enterprise" rotiert das nur noch im Selbstreferentiellen


Hier muss ich Sie, werter Herr @Ulrich Elkmann , eines bessere Belehren:
Grade die 3. Staffel der Serie wurde als eine Bejahung des "War on Terror" interpretiert und es geht ans Eingemachte. Die Erde wird nämlich Opfer seines Angriffes und die Menschen reagieren gar nicht so freundlich.

24.04.22, Endlich, EU kämpft gegen Hass im Netz
25.04.: Twitter wurde von Musk übernommen.
04.05.:Scholz WILL nicht nach Kiew
(to be continued)

Llarian Offline



Beiträge: 6.292

10.05.2022 10:42
#6 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Zitat von Johanes im Beitrag #4
Und da über diese beiden "Brückenköpfe" heute weltweit die meisten Idee/Gedanken/Memes (nennt es wie ihr wollt) verbreitet werden können, verbreitet sich die Woke Einstellung quasi weltweit.

Ich glaube nicht, dass sie sich wirklich verbreitet. Das ist auch mein Punkt: Die machen nur alles kaputt. Hollywood hat tatsächlich auch früher die halbe Welt kulturell dominiert. Aber die waren so clever etwas zu produzieren was sich auch universell verkaufen lies. Davon kommen sie mehr und mehr ab. Wie Trump eben sagte: Eveything woke turns to shit.

Zitat
Nur wurden eben die politischen Teile nicht durch Menschen dargestellt, sondern durch die jeweiligen "Aliens der Woche". Da waren dann alle Themen dabei: Umweltschutz, Generationsgerechtigkeit, Religion usw.usf.


Korrekt. Deshalb waren die Klingonen auch die Russen, die Cardassianer die Nazis und die Bayoraner die Juden. Oder wie der alte Star Trek Fan schon immer wusste: Auf die Nase kommt es an.

Zitat
Was schon irgendwo ein Problem ist, ist die realistische Darstellung der Ökonomik. Was sich aber aus dem Setting ergibt.


Jein. Das war schon etwas schlapp, die haben sich um das Thema gedrückt. Andere haben das nicht getan, beispielsweise das von mir favorisierte Babylon 5 hatte selbstredend ökonomische Aspekte. Im Gegenteil muss man sagen, bei Star Trek kommt die Ökonomie völlig falsch herüber, als man dann versuchte sie über die Ferengi einzubringen. Das waren zwar schon erste Spuren von Wokeness, aber insgesamt muss man sagen, das war die Entscheidung der Autoren, nicht die des Settings.

Zitat
Grade die 3. Staffel der Serie wurde als eine Bejahung des "War on Terror" interpretiert und es geht ans Eingemachte.


Jetzt weiß ich warum die mir so gefallen hat.

Frank2000 Offline




Beiträge: 2.932

10.05.2022 11:12
#7 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Ein weiteres Beispiel ist mir kürzlich aufgefallen: die woke-Version von "Equalizer".
Diese Hauptrollen-Quotenfrau sieht exakt NULL so aus, wie ich mir einen Equalizer vorstelle. Die Rolle ist zu NULL Prozent für eine Frau geeignet und die Besetzung ist dann noch mal die Katastrophe oben drauf.

Das ganze hat nur zwei Zielsetzungen:
1. Die bisherige Rolle des Equalizer zu entwerten
2. Für Feminazis und konkurrenzunfähige Vollversorgungsmäuschen eine Pseudorealität entwerfen.

Damit haben wir auch schon eine zentrale Mission der woke-Sekte aufgedeckt: es geht denen NICHT darum, neues zu erschaffen oder zusätzliche Angebote zu entwickeln.
DENEN GEHT ES UMS ZERSTÖREN.
Sie wollen die bisherigen Rollenmodelle zerstören, diskreditieren.
Allerdings wird das nicht in der Form funktionieren wie gedacht. Das einzige, was die zerstören können, ist die westliche Kultur als Gegenmodell zur weltweit dominanten Kultur aus Rassismus, Imperialismus und Sexismus.
Aber die woke-Ideologie wird sich NICHT durchsetzen. In China, Indien, Russland, dem gesamten Orient, sonstiges Asien und überhaupt 80% der Welt lacht man nur über diese woke-Sekte. Natürlich nimmt man gewisse Vorteile mit: wenn zum Beispiel der Diversity-Zwang dazu führt, Quoten-Asiaten einzuführen, dann wird das in China begrüßt. Aber deswegen werden die Chinesen noch lange keine Quoten-Schwarzen einführen.

Was wir erleben ist, dass sich das westliche Lebensmodell gerade in den Selbstmord stürzt:
Die Integrationskraft nach innen und außen nimmt ab (welcher eingewanderte syrische Halbstarke fährt wohl auf Alice Schwarzer oder Ricarda Lang ab?). Wir bekommen keine Kinder mehr (in den deutschen Wöchnerinnen-Stationen werden wir gerade von [hier die Friedensreligion einsetzen] überholt).
In zwei Generationen (also ca 70 Jahren) hat sich "woke" erfolgreich wegdarwinisiert.

___________________
Verbote sind Freiheit. Meinungen sind Terror. Quoten sind Leistung. Linke Regierung ist Familie. (c) Rot-Grüne Allianz
“Die gefährlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten mäßig entstellt”, Georg Cristof Lichtenberg
"Warum halten sie Begriffe wie 'Zigeunersoße' für rassistisch, aber 'Schei** Juden' für harmlos?", Hamed Abdel-Samad

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 11.530

10.05.2022 12:16
#8 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Zitat von Johanes im Beitrag #5
Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #2
Aber schon die völlig "PC"-gerechte Besetzung auf der Brücke der Enterprise NGC-1701 machte das ziemlich deutlich


Das fand ich ehrlich gesagt ziemlich gut. Besonders war es zu damaligen Zeit mutig und innovativ und vor allen Dingen total gegen den damaligen Zeigeist.



Das war es auch; nur lag eben schon damals die Gefahr darin, sich zu verlaufen. Die Vorgabe hat dann schon im ersten Aufguß zu diesen komischen Spannungsbögen geführt, daß Kirk einem Computer ein Paradox zu knacken aufgab & der sich anschließend funkensprühend zerlegte ("For I have Touched the Sky" & "I am Nomad"). Auf der anderen Seite stand, daß ST eine der wenigen Visionen der Zukunft war (und ist), die tatsächlich positive Identifikationsangebote machte. Das Fachblatt fürs Genre, "Locus" (ich bitte von Witzen abzusehen: das ist das für ein Genre, dessen maßgebliche Postille so einen Namen trägt?) hat Mitte der 90er in seiner jährlichen Ermittlung der besten Titel auch mal die Frage gestellt: in welcher Zukunft/Phantasiewelt möchten Sie persönlich leben? Das Ergebnis war schlagend; von gut 2000 Antworten haben fast 900 für den Kosmos von "Trek" votiert: in einer Zukunftwelt, wie sie in "Dune" oder Asimovs "Foundation"-Bänden umrissen wird (Platz 2 & 3), mochten jeweils deutlich weniger als 200 auf Stippvisite gehen.

Zitat
Das Politische war eigentlich immer gegeben. Meist als Parabel.



Jein. Bruce Jay Friedman, seines Zeichens Professor für Politologie, hat, auch in den 90ern, mal versucht, die Original-Serie als Parabel auf aktuelle Entwicklungen im Dschungel in Vietnam zu deuten. Das ist mächtig schief gegangen, weil Produktions- und Ausstrahlungsdaten so gar nicht mit dem übereinstimmten, was er da als Beleg anführte. Roddenberrys Vorgabe war, politische Aspekte über die Erde seiner Zukunft (damals zeitlich noch unbestimmt; das kam erst ab der 2. Staffel von The Next Generation, weil da ein Drehbuchautor unbeabsichtigt ein konkretes Datum genannt hat), um hier keine Fortschreibung der Gegenwart zu erhalten, sondern zu zeigen, daß die Menschheit das in einigen Generationen hinter sich gelassen haben wir. Die Parabeln passieren ja immer auf den besuchten seltsamen neuen Welten.



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Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 11.530

10.05.2022 12:47
#9 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Zitat von Johanes im Beitrag #5
Was schon irgendwo ein Problem ist, ist die realistische Darstellung der Ökonomik.


Das ist nicht nur ein Problem von Trek, sondern der gesamten Genre-Trias (SF, Fantasy, in der englischen Bedeutung der Vokabel, und Horror). Wobei das letzte noch glimpflich daherkommt, weil der Fokus ein ganz anderer ist. Aber die meisten Zukunftswelten, die den irdischen Zirkel verlassen, hängen ökonomisch schlicht im Vakuum, das Funktionieren galaktischer Imperien wird schlicht vorausgesetzt. Das liegt daran, daß 9 von 10 Autoren im Genre weder Interesse noch Kenntnis von diesen Aspekten haben: das Interesse liegt anderswo. Die paar Versuche, sich mal eine Wirtschaft auszumalen, die mit dem verbundenen Aufwand "funktionieren" könnte (John Barnes hat das mal vor 25 Jahren versucht, mit keinem glücklichen Ergebnis), sind gar nicht ermutigend. So ähnlich wie "Die Physik von Star Trek": man schaut sich das, ähnlich der Bismackschen Wurstproduktion, besser nicht zu nah an. Genau das ist übrigens der Grund für den größten Lapsus der SF als Prophetie des Kommenden: daß man dort flächendeckend das Aufkommen der Computer - von den zimmergroßen Mainframes hin zum PC und schließlich dem Iphone übersehen hat. "Computer" waren immer Riesenkisten, die intelligent wurden, "aufwachten" & den ganzen Laden übernahmen. Ein Symbol für die Bedrohung einer aus dem Ruder laufenden Technik. Oder wenn es denn philosophisch wurde: für die Klärung: ab wenn ist "etwas" intelligent, wann gestehen wir ihm/ihr/es den Status einer Persönlichkeit zu? Wir haben dann Replikanten, die vom "Feuer beim Orionnebel" delirieren, statt Probleme mit Updates zu haben.

Trotzdem stößt man in Ausmalungen der "Welt in 100 Jahren" von vor 80 oder 100 Jahren immer wieder auf Szenen, in denen die Leute in Café sitzen und eindeutig mit einem Smartphone Kontakt mit der halben Welt dort draußen halten & auf dem Laufenden bleiben. Es gibt im Genre seltsamerweise genau einen Bereich, wo die Trefferquote weit über dem Schrotschußprinzip liegt: das ist die Küchentechnik.

Zitat von Llarian im Beitrag #3
Auch der berühmte Kuss war alles andere als mehrheitsfähig.


Wobei das von den Machern schon vorsichtshalber in einen "entschuldigenden" Kontext eingebaut worden ist. In der Folge "Plato's Stepchildren" (ausgestrahlt zu einem Zeitpunkt, als die Serie eh' schon abgesetzt war; da konnte man nix mehr kaputtmachen) stehen sowohl Kirk wie Uhura unter dem telepathischen Zwang eines übelen Außerirdischen, der seine Opfer zwingt, das zu tun, was ihnen am meisten widerstrebt, um sich von der resultierenden "negativen Energie" zu nähren.



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Johanes Offline



Beiträge: 1.476

10.05.2022 13:35
#10 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Hallo,

ich versuche mich mal an einer Sammelantwort. Wird vielleicht Unsinn dabei sein, tut mir leid.

Zitat von Llarian im Beitrag #6
Hollywood hat tatsächlich auch früher die halbe Welt kulturell dominiert. Aber die waren so clever etwas zu produzieren was sich auch universell verkaufen lies.


Da ist sicherlich was dran.
Es gab aber auch bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts eine italienische Filmwirtschaft, die nicht ohne war. Ebenso Deutschland mit Metropolis usw.usf. Selbst in New York gab es mal eine Filmindustrie, welche dann aber eingegangen ist wegen der Konkurrenz aus dem Westen.

Ich denke, Hollywoods Erfolg lässt sich auf viele Faktoren zurückführen, aber eben auch betriebswirtschaftliche.

Zitat von Llarian
Korrekt. Deshalb waren die Klingonen auch die Russen,



Da machen Sie es sich etwas zu einfach:
Die "EHRE"-Kiste der Klingonen zum Beispiel war wohl damals eine deutliche Anspielung auf das Japan wähernd des 2. Weltkriegs.
Viele Amerikaner haben aus dem Pazifikkrieg das Bild des Japaners mitgenommen, dem Ehre über alles geht.

Ich denke, dass die Klingonen nicht einfach 1:1 eine Analogie auf reale Nationen sind. Genauso wie viele Figuren oder fiktive Völker das nicht sind.
Die Drehbuchautoren waren sich der Mehrdeutigkeit sehr wohl bewusst und haben da meines Wissens auch mit gespielt. In einem Kinofilm waren die Klingonen quasi die Russen, im nächsten Film einfach Weltraummonster als Feindbilder und in der Serie waren die Klingonen dann eine Art "Feudal-Reich im Mittelalter".
Genauso wurde diese ganze "Ehren"-Geschichte mal als Metapher für Religion genommen, mal als Zeichen dafür, wie bescheuert ein Ehrenkodes als Moral ist usw. Je nachdem, was die Autoren brauchten.

Zitat von Llarian
Im Gegenteil muss man sagen, bei Star Trek kommt die Ökonomie völlig falsch herüber, als man dann versuchte sie über die Ferengi einzubringen.



Hatte ich nicht im Kopf, stimmt.

Da sieht man aber auch, dass die Drehbuchautoren nur ein sehr vages Bild davon hatten, wie Händler/Kaufleute denken.

Bei den Ferengie gibt es noch ein völlig anderes Problem...

Bezüglich Enterprise:
Taliban = Suliban
09/11 = Zerstörung der Erde mit dem Atomleser (oder was das da war)
Aufbruch in die Delphi-Ausdehnung = Mission nach Afghanistan
usw.

Ich glaube nicht, dass das von den Autoren so beabsichtigt war. Insbesondere der Name "Suliban" soll wohl schon lange vor 09/11 in den Drehbüchern aufgetaucht sein. Ist aber bei einigen Leuten so angekommen.

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #8
nur lag eben schon damals die Gefahr darin, sich zu verlaufen.


Gibt es diese Gefahr nicht immer?

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #8
Die Vorgabe hat dann schon im ersten Aufguß zu diesen komischen Spannungsbögen geführt, daß Kirk einem Computer ein Paradox zu knacken aufgab & der sich anschließend funkensprühend zerlegte


Ich verstehe den Zusammenhang nicht. Was hat das mit Wokeness zu tun?

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #8
in welcher Zukunft/Phantasiewelt möchten Sie persönlich leben?


Es überrascht nicht wirklich, dass Star Trek da im Vergleich mit Star Wars oder so besser abschneidet. Wer möchte schon in einer von Krieg verheerten Welt mit Sklaverei und echt satanischen Kräfte, die die Welt bedrohen, leben?

Der Trick von Star Trek besteht ja auch darin, dass die Erde zwar als Utopie beschrieben wird, aber niemals als solche gezeigt wird.
Dadurch entgeht man der Wahl, entweder etwas unrealistisches zeigen (suspension of disbelief,) zu müssen oder etwas, das bei näheren nachdenken nicht so utopisch ist.

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #8
m hier keine Fortschreibung der Gegenwart zu erhalten, sondern zu zeigen, daß die Menschheit das in einigen Generationen hinter sich gelassen haben wir.


Halte ich nicht für schlecht.

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #9
Oder wenn es denn philosophisch wurde: für die Klärung: ab wenn ist "etwas" intelligent, wann gestehen wir ihm/ihr/es den Status einer Persönlichkeit zu? Wir haben dann Replikanten, die vom "Feuer beim Orionnebel" delirieren, statt Probleme mit Updates zu haben.


Ein guter Teil der philosophischen Überlegungen mag auch naiv sein, das ist geschenkt.

Zumindest bei Dick spielte das aber meines Erachtens keine so große Rolle, weil es niemals darum ging. Es ging um die Frage, was den Menschen zum Menschen macht und die paranoide Furcht vor Wesen, die zwar wie Menschen aussehen, es aber nicht sind. Jedenfalls in den Romanen und Kurzgeschichten, die ich gelesen habe.
Das ist auch gut gemacht und hat alles sogar realen Hintergrund. Nur eben keinen technischen, sondern psychologischen, bzw. in seinem Fall auch theologischen.

24.04.22, Endlich, EU kämpft gegen Hass im Netz
25.04.: Twitter wurde von Musk übernommen.
04.05.:Scholz WILL nicht nach Kiew
(to be continued)

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 11.530

10.05.2022 13:40
#11 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Das bezog sich auf die Klingonen aus der ersten Serie, die noch keine Stirnbuckel hatten. Die standen ziemlich eindeutig für die Klischees der "Iwans" aus dem Kalten Krieg. Das ist dann in den Filmen etwas ausgeweitet worden, und in Next Generation ist dann der ganze Krieger-Kulturhintergrund dazu gestrickt worden; wobei nicht nur die Samurai, sondern auch die Wikinger Modell gestanden haben.

Die Sache mit den Ferengi war, daß die von vornherein nur als Karikatur angelegt waren und "Kapitalismus" als Mafia-Klamauk spielten. Wobei hier eine kleine Volte drinsteckt: "Ferengi" ist die halbwegs treffende Aussprache von "Faranqi", der arabisierten Version von "Franken," mit dem die islamischen Chronisten die europäischen Kreuzzügler seit dem Mittelalter in toto belegten.



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Llarian Offline



Beiträge: 6.292

10.05.2022 16:36
#12 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #7
Ein weiteres Beispiel ist mir kürzlich aufgefallen: die woke-Version von "Equalizer". Diese Hauptrollen-Quotenfrau sieht exakt NULL so aus, wie ich mir einen Equalizer vorstelle. Die Rolle ist zu NULL Prozent für eine Frau geeignet und die Besetzung ist dann noch mal die Katastrophe oben drauf.

In der Tat ein absolut vernichtendes Beispiel. Die Bewertungen bei IMDB und bei rotten tomatoes sprechen Bände. Bei einer Serie auf IMDB nur 5.0 zu erreichen (Original liegt bei 7,8 und das ist eigentlich auch nicht viel) ist schon eine echte Leistung. Wenn ich drüber nachdenke kenne ich KEINE Serie, die so schlecht bewertet ist. Die Kommentare dort sprechen auch eine ziemlich deutliche Sprache. Das Absurdeste ist aber etwas anderes: Die haben es nicht nur geschafft zwei Staffeln zu verbrechen, die haben bereits Bestellungen für zwei weitere. Woraus man mitnehmen muss, dass es schon Abnehmer für den Dreck gibt.

Zitat
Aber die woke-Ideologie wird sich NICHT durchsetzen. In China, Indien, Russland, dem gesamten Orient, sonstiges Asien und überhaupt 80% der Welt lacht man nur über diese woke-Sekte. Natürlich nimmt man gewisse Vorteile mit: wenn zum Beispiel der Diversity-Zwang dazu führt, Quoten-Asiaten einzuführen, dann wird das in China begrüßt. Aber deswegen werden die Chinesen noch lange keine Quoten-Schwarzen einführen.


Ich erlaube mir hier mal eine Verschwörungstheorie: Die Chinesen haben das allergrößte Interesse daran die Woke Kultur in den USA maximal zu fördern. Ich weiß nicht wer George Soros und Konsorten am Ende finanziert aber ich wäre nicht ein bischen, nicht ein kleines bischen, überrascht, wenn sich heraus stellen würde, dass China hinter ihm steht.

Zitat
In zwei Generationen (also ca 70 Jahren) hat sich "woke" erfolgreich wegdarwinisiert.


Und dabei gute Teile der westlichen Kultur mitgenommen.

Llarian Offline



Beiträge: 6.292

10.05.2022 17:09
#13 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Zitat von Johanes im Beitrag #10
Ebenso Deutschland mit Metropolis usw.usf.

Das war aber vor Adolf. Mit ihm und danach war es im Wesentlichen vorbei. Nicht das nicht auch später noch einzelne, gute Filme gemacht wurden. Aber es ist übersichtlich.

Zitat
Ich denke, Hollywoods Erfolg lässt sich auf viele Faktoren zurückführen, aber eben auch betriebswirtschaftliche.


Exactemundo. Aber umso erstaunlicher ist es, dass diese Faktoren heute praktisch keine Rolle mehr spielen. Es ist irre, wenn man sieht mit welcher Macht gerade Disney sich selber unangespitzt in den Boden rammt. Oder wie Amazon -Amazon by all means!- sich gerade anschickt das größte Filmdesaster des Jahrhunderts anzurichten. Die sind gerade völlig verzweifelt und wissen nicht was sie tun sollen. Diese Blindheit gegenüber der Realität, die finde ich ausgesprochen bemerkenswert. Es ist wirklich Planet Hollywood, die kriegen nix, aber auch gar nix mehr mit. Ich traue mich eine kleine, vielleicht mutige Wette: Squid Game, diese kleine, nekische koreanische Serie, die völlig unbekannte Schauspieler hat und nur durch gutes Storytelling auffällt, wird am Ende mehr Zuschauer positiv angesprochen haben, als das Riesendesaster vom Herrn der Ringe, das Amazon gerade anrührt.

Zitat
Die "EHRE"-Kiste der Klingonen zum Beispiel war wohl damals eine deutliche Anspielung auf das Japan wähernd des 2. Weltkriegs. Viele Amerikaner haben aus dem Pazifikkrieg das Bild des Japaners mitgenommen, dem Ehre über alles geht.


Wie Ulrich gerade ja schrieb, das kam erst später. Als Klingonen noch keine Schädelknochen hatten sondern Bärte waren es glasklare Russen. Das änderte sich erst mit TNG und dem dritten Star-Trek Film.

Zitat
Da sieht man aber auch, dass die Drehbuchautoren nur ein sehr vages Bild davon hatten, wie Händler/Kaufleute denken.


Vor allem haben sie nicht verstanden wie erfolgreich das Ganze ist. Klar, zu Anfang (in TNG) waren die Ferengi nur ein Gag. Mit DS9 kam dann Quark ins Spiel und das ganze wurde ausgebaut. Aber eben nur ins Lächerliche. Da wird dann Kapitalismus als dumme und ineffektive Ausbeutung dargestellt (so haben die Ferengi mehr als zehntausend Jahre in der Entwicklung für etwas gebraucht, was die Menschen in zweitausend geschafft haben), während die Föderation mit Planwirtschaft so viel mehr erreicht. Es ist grotesk. Und falsch. Und am Ende hat man dann noch den Vogel abgeschossen und all die Ideale, die die Ferengi-Gesellschaft über Jahrtausende geprägt haben soll, mal eben in einer Folge abgeräumt. Was ein Schei.....

Zitat
Taliban = Suliban


Naja. Aber mehr na als ja. Die Suliban (bezw. die Cabal) ist eine extrem fortgeschrittene Kultur (weiter als die Menschen) die in einem Krieg kämpfen, den sie selber nicht einmal angezettelt haben oder verstehen. Der Vergleich hinkt nicht nur, der sitzt im Rollstuhl.

Zitat
09/11 = Zerstörung der Erde mit dem Atomleser (oder was das da war)


Also ein Atomleser (whatever that means) war es nicht. Es war eine Sonde und ich glaube die genaue Technik wird nicht einmal groß diskutiert. Und okay, den Vergleich könnte man machen. Mit dem Unterschied, dass die Sonde ja nur ein Prototyp war (der eigentlich auch nur aus Gründen des Storytellings gebraucht wurde, denn taktisch hat das Ganze nicht den geringsten Sinn gemacht), und die eigentliche Gefahr ja über der Erde schwebt. Wenn die Taliban nach 9/11 angefangen hätten tausende von Passagiermaschinen zusammen zu schrauben, dann würde es passen.

Zitat
Aufbruch in die Delphi-Ausdehnung = Mission nach Afghanistan


Auch hier mehr na als ja. Die Enterprise ist innerhalb der Ausdehnung vollkommen alleine, unterlegen und verloren. Sie überleben eigentlich nur durch Hilfe anderer und sehen sich einem deutlich überlegenen Feind gegenüber (es ist am Ende ein Wunder, dass es ihnen überhaupt gelingt die Sonde aufzuhalten). Die Amis haben in wenigen Wochen in Afghanistan aufgeräumt, sahen sich dann aber einem asymetrischen Krieg gegenüber. Ich finde es sehr schwer das als Analogie zu sehen.

Insgesamt finde ich das schon sehr, sehr gewagt. Ich habe den Witz drüber gemacht, aber insgesamt finde ich Enterprise noch vergleichsweise unpolitisch, vor allem für die Zeit, wo man es gedreht hat. Ich glaube solche Vergleiche kommen vor allem deshalb zustande, weil in Enterprise auch mal echte Gewalt zur Lösung von Problemen vorkam, was der geneigte Zeitgeist-Zuschauer nicht so richtig verknusen kann. Und da "War on terror" eben auch böse und gewalttätig war, macht man dann solche Vergleiche.

Zitat
Es überrascht nicht wirklich, dass Star Trek da im Vergleich mit Star Wars oder so besser abschneidet. Wer möchte schon in einer von Krieg verheerten Welt mit Sklaverei und echt satanischen Kräfte, die die Welt bedrohen, leben?


Möchte man in einer Welt leben, die von den Borg bedroht wird (bevor die verwoket wurden)? Ich glaube wenn ich gegen das Imperium oder gegen die Borg in den Krieg ziehen müsste, würde ich das Imperium vorziehen.

Ulrich Elkmann Online




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10.05.2022 18:12
#14 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Apropos "Strange New Worlds": schon als das im vorigen Jahr angeleiert & entworfen wurde (solche Serien haben in der Regel 12 Monate Vorlauf), war ja schon klar, daß 1/6 eher nicht zu einem atomaren Weltbrand geführt hat. Das west also von vornherein im Nirwana der Parallelweltgeschichte. Wobei ich mir vorstellen könnte, daß zumindest einige der Macher sich gerade in den Bauch beißen, weil die sogenannte Wirklichkeit ihnen da eine plausiblere Steilvorlage für ihr Szenario liefert.

Wobei die Wokeness keineswegs nur die TV & Filmsparten ankratzt (die aufgrund der hohen Kosteninvestitionen für solche Produktionen da anders kalkulieren & eine völlig anderes Publikum im Auge haben als die Dichter & Denker - obwohl das, was man mal auf Englisch "Midlist Authors" nannte, zwischen 1995 und 2005 ziemlich entsorgt worden ist; wenn es noch welche gibt, dann machen die Verleger das als Kleinbetrieb, im Grund als Deskop-Publisher, wenn sie's nicht gleich selber übernehmen). Auch die Druckversionen sind da mittlerweile ziemlich gruselig angefressen. Das war schon immer so, einfach aufgrund des "anders denken", "Abweichendes puschen". Aber mittlerweile gibt es kaum noch einen Kurztext, in dem nicht vor "climate change!" gebramt wird, in dem der Protagonist, wenn er sich als männlich liest, nicht mit einem Kerl verbandelt ist oder in Fall von Frauen mit "agency", weiblich verheiratet. Rauf & runter.

Nachtrag: "Wokeness," gedruckte. Paradebeispiel ist der Roman "The Left Hand of Darkness" von Ursula K. Le Guin. 1969 erschienen, mit allen großen Preisen des Genres überhäuft, seit 40 Jahren eiserner Bestandteil aller Kurse an amerikanischen Unis & Highschools zur SF, und der Grund, warum die Autorin zur Säulenheiligen der "feministischen SF" erhoben worden ist. Das Buch spielt auf einem fernen Planeten unter höchst menschenähnlichen Bewohnern, die sich von Genus Homo nur dadurch unterscheiden, daß sie nicht geschlechtlich festgelegt sind und die jeweiligen Merkmale erst in der Brunftzeit, "Kemmer" genannt, ausbilden, wobei das ausgebildete Geschlecht zufällig ist & der Partner hormonell auf die Gegenrolle geprägt wird. Ziel war es, daß sie eine Gesellschaft schildern wollte, in der der kardinale Gegensatz zwischen männlich vs. weiblich keine Rolle spielt, Reproduktion aber trotzdem stattfinden muß. Von feministischer Seite ist Le Guin immer wider angekreidet worden, daß sie ihre Protagonisten durchweg mit "he" bezeichnet. Bei seinem Erscheinen ist das Buch rauf & runter als "wichtiger Denkanstoß" gelobt worden, aber ich könnte mir vorstellen, daß viele, die heute von dem unablässigen Gendertinneff genervt sind, schon bei so einer Zusammenfassung der Drang packt, das Ding ungelesen an die nächste Wand zu werfen.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Ulrich Elkmann Online




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10.05.2022 18:33
#15 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Zitat von Johanes im Beitrag #10
Metropolis


Babelsberg war natürlich in den 20ern/30ern ziemlich führend. Aber weil wir's hier ja vor allem mit dem Genrekino zu tun haben, muß ich mal den Advocatus diaboli spielen. "Metropolis" (& "Die Frau im Mond") sind nämlich, nach meinem bescheidenen Dafürhalten, alles andere als gute Filme. Sowohl von der Machart her, als auch als Beispiele für "Zukunftsgeschichten." Ihr nachträglicher Ruhm kommt nur daher, daß sich niemand die Mühe angetan hat, die mal in Gänze durchzustehen. Man kennt das nur aus einzelen Szenen & Standbildern: Rotwang vor Brigitte Helm als Roboter-Madonna, die Komparsen, die endlos in der Eingangsszene aus dem Febriktor strömen... Es waren nur halt die enzigen habwegs ernstzunehmenden Ausflüge auf das Gebiet. Alexander Kordas "Things to Come" war dann 1936 der nächste. Aber "als Film" sind die eine Zumutung. Auch unter Einrechnung, daß das bei künstlerisch hochgepumpten Spielfilmen der Stummfilmzeit so üblich ist. Das Tempo fließt zäher als ein Gletscher, die Schauspieler hampeln exaltierter als Frau Faeser in ihren Videos und die Geschichten sind mit "schlicht" noch sehr höflich charakterisiert. In "Metropolis" ist das der simpelste Sozialismus-Kitsch, der sich denken läßt. Der Film hat die UFA ja nicht ganz zu Unrecht fast pleitegehen lassen, und er hat sich ein paar deftige Verrisse eingefangen, unter anderem von H. G. Wells, der da höchst erbost war, daß jemand in dem Revier wilderte, das er seit "In the Days of the Comet" beackerte.



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Johanes Offline



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10.05.2022 19:25
#16 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #11
Wobei hier eine kleine Volte drinsteckt: "Ferengi" ist die halbwegs treffende Aussprache von "Faranqi", der arabisierten Version von "Franken," mit dem die islamischen Chronisten die europäischen Kreuzzügler seit dem Mittelalter in toto belegten.


Das ist noch nicht mal alles. Um nur ein kleines Detail zu bringen:
Die Ferengiefrauen werde dazu gezwungen, immer nackt herumzulaufen. De facto verlassen sie niemals das Haus und nehmen gar nicht am öffentlichen Leben teil.

Bei Kontakt mit den Menschen sagen die Ferengie: "Sie zwingen ihre Frauen Kleidung zu tragen" und sehen angewiedert aus. Natürlich steht es dem kreativ Schaffenden frei, verschiedene "Aspekte" der realen Welt in der Fantasiewelt neu zu verknüpfen. Nur eröffnet das eine sehr seltsame Interpretation, da diejenigen, die ihre Frauen nicht verhüllen sie vom öffentlichen Leben abhalten.

Abgesehen davon wird damit mehr oder weniger klar angedeutet, dass die Frauenverachtung dem Kapitalismus inhärent ist...

Zitat von Llarian im Beitrag #12
Ich erlaube mir hier mal eine Verschwörungstheorie [...]


Sorry, macht keine Sinn für mich. Überhaupt keinen.

1. Es gab nachweislich im Laufe der Geschichte immer wieder gewisse irrationale Trends. Seien es irgendwelche Säulenheiligen im Spätmittelalter, Kinderkreuzzüge oder jetzt eben der Wokeismus. Wieso sollte ausgerechnet das jetzt durch die Chinesen (!) verursacht worden sein?
2. Genau das selbe. Reiche Männer (und Frauen...) gab es auch unabhängig. Wieso sollten ausgerechnet die "Konsorten" hier eine Ausnahme sein, die ihr Geld von China kriegen? Bei Bill Gates oder Buffett oder so akzeptieren wir ja auch, dass sie ihr Geld irgendwie gemacht haben, vielleicht sogar verdient.
3. Diese These geht davon aus, dass die Entscheidungsträger in China glauben, dass Wokeness eine Gesellschaft schwach werden lässt. Stimmt das auch? Vor allen Dingen bezweifle ich, dass die Chinesen diese Ansicht so übernehmen.
Ich würde eher erwarten, dass eine fremde Macht, die den Westen schwächen will, einen Keil zwischen die Herrschenden und den Beherrschten zu treiben. Wenn das Volk und die Regierung entfremdet sind, erhöht das die Chancen für eine erfolgreiche Fremdherrschaft.

Kann natürlich sein, dass man da 4D-Schach spielt, wie die Amerikaner sagen. Ein sicherer Zug ist das dann aber dennoch nicht.
Man kann die Wirkung einer gesellschaftlichen Manipulation nicht mit Sicherheit vorhersagen. Es ist davon auszugehen, dass die Entscheidungsträger sich dessen bewusst sind.

Vor allen Dingen funktioniert es ja nicht so. Man kann vielleicht im Ausland einzelne Personen oder Parteien unterstützen, wie die Sowjets es getan haben, aber wie sich das auswirkt...

Da glaube ich eher an direkte Propaganda. Wie toll China ist usw. Ich meine, es funktioniert am Ende doch. Diverse Intellektuelle schwärmen davon, wie entschlossener China mit dem Klimawandel umgeht, obwohl der CO2 Ausstoß sogar steigt usw.

Zitat von Llarian im Beitrag #13
Da wird dann Kapitalismus als dumme und ineffektive Ausbeutung dargestellt (so haben die Ferengi mehr als zehntausend Jahre in der Entwicklung für etwas gebraucht, was die Menschen in zweitausend geschafft haben)


Bei der Darstellung der Ferengie gibt es so einiges, was einen übel Aufstoßen kann. Als Gag kann man das verschmerzen.
Richtig Übel wird das alles eigentlich erst, wenn man sich klar macht, dass das den Machern als eine Karikatur des Kapitalismus eingefallen ist.

Zitat von Llarian
[...]und die eigentliche Gefahr ja über der Erde schwebt.



Ja und Nein.

Ja, die Mission in der Serie war ausdrücklich die künftige Gefahr abzuwehren, keine Rache oder so. Man merkt den Mannschaftsmitgliedern das aber schon an.

Nein, es schließt diese Interpretation leider nicht aus. Das ist ein bisschen der Zeitgeist der 2000er Jahre. Die Amerikaner haben zum Teil wirklich geglaubt, dass sie in Gefahr wären und zurückschlagen müssen.

Zitat von Llarian
Ich glaube solche Vergleiche kommen vor allem deshalb zustande, weil in Enterprise auch mal echte Gewalt zur Lösung von Problemen vorkam, was der geneigte Zeitgeist-Zuschauer nicht so richtig verknusen kann.



Naja... Liegt weniger am Zeitgeist, der war damals noch anders, sondern am durchschnittlichen Star Trek-Fan.

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #14
obwohl das, was man mal auf Englisch "Midlist Authors" nannte, zwischen 1995 und 2005 ziemlich entsorgt worden ist


In den USA soll das inzwischen schon richtig bitter geworden sein.

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #15
Ihr nachträglicher Ruhm kommt nur daher, daß sich niemand die Mühe angetan hat, die mal in Gänze durchzustehen.


Im Falle von Metropolis habe ich mir den wirklich mal angeschaut.

Zitat von Ulrich Elkmann
Das Tempo fließt zäher als ein Gletscher, die Schauspieler hampeln exaltierter als Frau Faeser in ihren Videos und die Geschichten sind mit "schlicht" noch sehr höflich charakterisiert.



1. Die Geschwindigkeit rechne ich den damaligen Gewohnheiten der Zuschauer zu.
2. Ja, die Story wird mehr angedeutet und man muss mehr hineininterpretieren. Ist aber bei vielen guten Filmen so, dass man vieles durch die Bilder überträgt.

24.04.22, Endlich, EU kämpft gegen Hass im Netz
25.04.: Twitter wurde von Musk übernommen.
04.05.:Scholz WILL nicht nach Kiew
(to be continued)

Frank2000 Offline




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10.05.2022 20:39
#17 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Zitat von Johanes im Beitrag #16

3. Diese These geht davon aus, dass die Entscheidungsträger in China glauben, dass Wokeness eine Gesellschaft schwach werden lässt. Stimmt das auch?



Grundsätzlich hat auch China ein massives Nachwuchsproblem. Aber abgesehen davon ist China in jeder Hinsicht der woke-Sekte überlegen. Mir ist absolut rätselhaft, wie man NICHT zu dem Schluss kommen kann, dass woke eine Gesellschaft zersetzt, schwächt und zerstört. Das ist derart offensichtlich, dass es einen anschreit.
Und dass die Chinesen das als außen stehende Beobachter auch sehen, ist nicht schwer zu glauben.

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Verbote sind Freiheit. Meinungen sind Terror. Quoten sind Leistung. Linke Regierung ist Familie. (c) Rot-Grüne Allianz
“Die gefährlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten mäßig entstellt”, Georg Cristof Lichtenberg
"Warum halten sie Begriffe wie 'Zigeunersoße' für rassistisch, aber 'Schei** Juden' für harmlos?", Hamed Abdel-Samad

moise trumpeter Offline



Beiträge: 235

10.05.2022 23:23
#18 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Zitat von Llarian im Beitrag #1
Natürlich muss man nicht hinsehen.



Ich seh auch nicht hin. Ich kann auch nicht verstehen, was es da zu gucken gibt, hab bei Startreck nie lange durchgehalten.
Wie ein Mensch über 12 Jahren Superheldenfilme gucken kann, ist mir auch unverständlich.
Bei Tolkien bin ich nie über die ersten 3 Seiten hinausgekommen, ich hab bestimmt auch mal einen halben Film gesehen, länger hab ich nicht durchgehalten.

Es gibt auch Leute die ärgern sich übers Fernsehprogramm, ich nicht, ich hab das vor 20 Jahren eingestellt.

Wer hinguck ist selber schuld.

Llarian Offline



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11.05.2022 01:05
#19 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Zitat von Johanes im Beitrag #16

Sorry, macht keine Sinn für mich. Überhaupt keinen.
1. Es gab nachweislich im Laufe der Geschichte immer wieder gewisse irrationale Trends. Seien es irgendwelche Säulenheiligen im Spätmittelalter, Kinderkreuzzüge oder jetzt eben der Wokeismus. Wieso sollte ausgerechnet das jetzt durch die Chinesen (!) verursacht worden sein?

Es hat auch geschichtlich immer wieder Terrorismus durch inländische Terroristen gegeben. Das bedeutet nicht, dass die Stasi die RAF nicht supportet hat. China möchte gerne die große Supermacht des Planeten werden. Und dabei ist der freie Westen, insbesondere die Amerikaner, im Weg. Das Motiv ist eindeutig da. Auch die Gelegenheit. Das belegt nicht, dass es so ist. Aber es macht Sinn für die Chinesen das zu tun. So blöd es klingt: Wäre ich chinesischer Staatschef, ich würde genau das tun. Ich würde all die woke Brigaden, die Umweltschützer und linken Gruppen in den USA so gut es geht fördern, so lange mir das nicht auf die Füße fällt. Geld hat China reichlich.

Zitat
2. Genau das selbe. Reiche Männer (und Frauen...) gab es auch unabhängig. Wieso sollten ausgerechnet die "Konsorten" hier eine Ausnahme sein, die ihr Geld von China kriegen? Bei Bill Gates oder Buffett oder so akzeptieren wir ja auch, dass sie ihr Geld irgendwie gemacht haben, vielleicht sogar verdient.


Buffet versucht auch nicht das Land zu zerstören. Soros dagegen ist vermutlich mit die destruktivste Kraft, die die USA seit Jahrzehnten schwächt. Das Menschen viel Geld haben ist weder neu noch dramatisch. Auch das sie sich politisch betätigen ist nicht neu. Aber in aller Regel tun sie das zur Stärkung der eigenen Position oder zur Stärkung des eigenen Landes. Das man aktiv das Land, in dem lebt, bekämpft, das ist schon recht speziell. Mir fällt auch ab von den Soros-Woke-Brigaden auch kein so richtig passendes historisches Analogon ein.

Zitat
3. Diese These geht davon aus, dass die Entscheidungsträger in China glauben, dass Wokeness eine Gesellschaft schwach werden lässt. Stimmt das auch? Vor allen Dingen bezweifle ich, dass die Chinesen diese Ansicht so übernehmen.


Und wie das stimmt. Und die Chinesen müssten Tomaten auf den Augen haben um das nicht zu sehen. Wohin Wokeness führt sieht man in Kalifornien, das mehr und mehr zum failed state mutiert und die Leute scharenweise weglaufen, obschon das Land immer noch reich ist. Wokeness ist mitunter die destruktivste innenpolitische Kraft, die mir bekannt ist, und das schließt selbst Monstrositäten wie den McCarthy-ismus mit ein.

Zitat
Ich würde eher erwarten, dass eine fremde Macht, die den Westen schwächen will, einen Keil zwischen die Herrschenden und den Beherrschten zu treiben. Wenn das Volk und die Regierung entfremdet sind, erhöht das die Chancen für eine erfolgreiche Fremdherrschaft.


Wenn man so will passiert genau das. Denn Wokeness ist ja keine Mehrheitsentscheidung sondern wird durch selbsternannte Eliten getragen. Die Beherrschten können damit wenig anfangen, sie beugen sich nur der Gewalt.

Zitat
Vor allen Dingen funktioniert es ja nicht so. Man kann vielleicht im Ausland einzelne Personen oder Parteien unterstützen, wie die Sowjets es getan haben, aber wie sich das auswirkt...


Naja, es klapppt ziemlich gut, oder. Geroege Soros scheint einen ziemlich guten Blick zu haben, wen man unterstützen muss, um viel Schaden anzurichten. Ich glaube auch gar nicht, dass es so schwer ist.

Zitat
Da glaube ich eher an direkte Propaganda. Wie toll China ist usw. Ich meine, es funktioniert am Ende doch. Diverse Intellektuelle schwärmen davon, wie entschlossener China mit dem Klimawandel umgeht, obwohl der CO2 Ausstoß sogar steigt usw.


Ja, aber Intellektuelle bewirken genau einen feuchten Pups. Die haben auch schon Mao, Pol Pot und Castro zugejubelt. Das juckt nur keinen. Aber die amerikanische Gesellschaft zu schädigen, das ist da viel effektiver. China ist ja nicht "toll". Das wissen auch die Chinesen. Die kriegen ihr System nur mit Gewalt popularisiert, selbst in China. China kann nur dann zur Nummer eins werden, wenn die andere, bessere Nummer eins kaputt geht.

hubersn Offline



Beiträge: 1.342

11.05.2022 01:18
#20 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Zitat von Johanes im Beitrag #16

Bei der Darstellung der Ferengie gibt es so einiges, was einen übel Aufstoßen kann. Als Gag kann man das verschmerzen.
Richtig Übel wird das alles eigentlich erst, wenn man sich klar macht, dass das den Machern als eine Karikatur des Kapitalismus eingefallen ist.



Man muss das andersrum sehen. Die positive Kraft des Kapitalismus ist so überwältigend, dass die Star-Trek-Macher auf etwas komplett Überdrehtes wie die Ferengi kommen mussten, um verzweifelt zu versuchen, am Glanz der Markwirtschaft zu kratzen.

Vielleicht war es aber auch die subversive Idee eines Erzkapitalisten.

Ich mochte Quark. Gibt es eigentlich endlich Tongo für zuhause? Vielleicht mit einem aufblasbaren Ferengi?

Gruß
hubersn

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Ulrich Elkmann Online




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11.05.2022 01:31
#21 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Zitat von hubersn im Beitrag #20

Ich mochte Quark.



Wobei mir da gerade im Rückblick ein Prinzip des Trek-Kosmos klar wird, das ich bislang übersehen hatte. Es gab pro Serie immer genau einen Vertreter einer Spezies/Humanoiden(ähnlichen) Rasse, der als Individuum & handlungstragende, positive Identifikaktions-Figur angelegt war, während der Rest immer nur blasse Schemen, eben "typisch X" blieben. Für die Vulkanier in TOS war das Spock, für die Klingonen in TNG Worf (Data als fast-einziger seiner Art - & Spock-Pendant - zählt nicht), bei DS9 für die Trill Jadzia Dax, für die Bajoraner Kira Nerys, für die Cardassianer Elim Garak & für die Gründer Odo. Bei YOY für die Borg Seven of Nine.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Llarian Offline



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11.05.2022 03:29
#22 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #21
Zitat von hubersn im Beitrag #20

Ich mochte Quark.



Wobei mir da gerade im Rückblick ein Prinzip des Trek-Kosmos klar wird, das ich bislang übersehen hatte. Es gab pro Serie immer genau einen Vertreter einer Spezies/Humanoiden(ähnlichen) Rasse, der als Individuum & handlungstragende, positive Identifikaktions-Figur angelegt war, während der Rest immer nur blasse Schemen, eben "typisch X" blieben. Für die Vulkanier in TOS war das Spock, für die Klingonen in TNG Worf (Data als fast-einziger seiner Art - & Spock-Pendant - zählt nicht), bei DS9 für die Trill Jadzia Dax, für die Bajoraner Kira Nerys, für die Cardassianer Elim Garak & für die Gründer Odo. Bei YOY für die Borg Seven of Nine.

Das ist aber eher dem geschuldet, dass es in Star Trek sehr viele Völker gibt und entsprechend die Wahrscheinlichkeit für mehrere einer Spezies auf einem menschlich dominierten Schiff oder einer Station dann auch nicht so groß ist. Wie wahrscheinlich wäre es, wenn auf der Enterprise zwei Vulkanier dienen könnten, wenn es in ganz Starfleet kaum eine Handvoll gibt? Und ganz stimmts auch nicht, denn schon das Eingangsbeispiel stimmt ja nicht, denn neben Quark gibts ja auch den Gegenentwurf Rom, bzw. seinen Sohn Nog. Und die haben durchaus ebenso ihre Hintergrundgeschichte.

Llarian Offline



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11.05.2022 03:39
#23 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Zitat von moise trumpeter im Beitrag #18
Ich seh auch nicht hin. Ich kann auch nicht verstehen, was es da zu gucken gibt, hab bei Startreck nie lange durchgehalten.

Dann stimmt aber schon die Prämisse nicht. Wer sich generell nicht für Star Trek interessiert, den interessiert auch nicht der Niedergang. Schwierig wirds für die, die durchaus an Star Trek interessiert waren.

Zitat
Wie ein Mensch über 12 Jahren Superheldenfilme gucken kann, ist mir auch unverständlich.


Das hat viel mit den Umständen zu tun, mit denen man groß wird. Wenn Captain Future, Superman und Spiderman die Indentifikationsfiguren der eigenen Jugend gewesen sind, dann bleibt da was hängen. Und warum nicht? Wenn man sich überhaupt von Fiktion unterhalten lassen kann, stellen Superheldengeschichten ja nichts extremes dar. Es gibt natürlich Menschen, die generell keine Fiktion mögen, aber wenn ich das tue, warum dann keine Geschichten von Superhelden? Ich fände es einen furchtbaren Verlust an meiner eigenen Phantasie, wenn ich solche Geschichten nur Kindern zubilligen würde. Ein Leben ohne Phantasie stelle ich mir im wahrsten Sinne des Wortes kalt und scheusslich vor.

Zitat
Bei Tolkien bin ich nie über die ersten 3 Seiten hinausgekommen, ich hab bestimmt auch mal einen halben Film gesehen, länger hab ich nicht durchgehalten.


Was die Bücher angeht, so ging es mir ähnlich (beim ersten Lesen bis vielleicht Seite 10, beim zweiten bis etwa 50, total langweilig). Aber der Film ist sehr unterhaltsam. Und ausgesprochen gut gemacht.

Zitat
Es gibt auch Leute die ärgern sich übers Fernsehprogramm, ich nicht, ich hab das vor 20 Jahren eingestellt.


Komme ich mit. Bei mir sinds mehr als 20. Aber man kann das deutsche Propagandafernsehen kaum mit einer Filmproduktion wie dem Herrn der Ringe vergleichen. Da liegen Welten zwischen. Und ich ärgere mich auch nicht darüber, dass Schrott gedreht wird. Ich ärgere mich wenn gute Dinge kaputt gemacht werden.

Frank2000 Offline




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11.05.2022 07:56
#24 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Leute, ihr geht den Herrn der Ringe falsch an.
Meine Frau musste mal lange Zeit im KH liegen. In der Zeit habe ich ihr den kompletten Herrn der Ringe vorgelesen. Alle Bücher. Und sie hat es geliebt:
Die komplex ausgearbeiteten Charaktere, die langsame Entwicklung der Geschichte (einschließlich mehreren Charaktere, die in den "Graubereich" gehören) die mehrfachen Zwischen-Klimax, die vergleichsweise unblutige Beschreibung der Gewalt.

Auch heute noch, 21 Jahre später, lächelt sie, wenn sie daran zurückdenkt.

Zu Star Trek: ich kenne kaum etwas davon. Aber kann es sein, dass die Star Trek-Welt die Völker unfassbar Holzschnitt-artig beschreibt.... Also statt Individuen "Rassentheorie" betreibt? Beim Herrn der Ringe wäre das zu entschuldigen (wobei zumindest die Elfen viele sehr individuell ausgeprägte Charaktere hatten - die Zwerge eher nicht).

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Johanes Offline



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11.05.2022 08:55
#25 RE: Llarians Welt: Hört endlich auf Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #17
Zitat von Johanes im Beitrag #16

3. Diese These geht davon aus, dass die Entscheidungsträger in China glauben, dass Wokeness eine Gesellschaft schwach werden lässt. Stimmt das auch?



Grundsätzlich hat auch China ein massives Nachwuchsproblem. Aber abgesehen davon ist China in jeder Hinsicht der woke-Sekte überlegen. Mir ist absolut rätselhaft, wie man NICHT zu dem Schluss kommen kann, dass woke eine Gesellschaft zersetzt, schwächt und zerstört. Das ist derart offensichtlich, dass es einen anschreit.
Und dass die Chinesen das als außen stehende Beobachter auch sehen, ist nicht schwer zu glauben.


Fast alle Inudustrie- oder industralisierten Gesellschaften sehen sich ihren demographischen Kollaps entgegen. China hat diesen mit der Ein-Kind-Politik willentlich hingenommen und versucht jetzt gegenzusteuern.
Aber auch z. B. Japan hat eine ungünstige Demographie und die meisten osteuropäischen Länder ebenfalls. Vom Westen nicht zu reden.

Es gab deshalb bereits die Theorie, dass die großen Weltmächte ihre Pläne für die Zukunft jetzt bald verwirklichen müssen, weil das Zeitfenster für erfolgreiche Aktionen sich schließt. Es fehlen bald schlicht die jungen Männer, um Kriege zu führen.

Davon mal abgesehen: Dass Woke eine Gesellschaft schwächt bedeutet aber nicht, dass man das mit Sicherheit hätte vorhersehen können.

Seit Obama sieht es so aus als hätten die Amerikaner weltweit die chinesische Regierung als Gegenspieler betrachtet.

Abgesehen davon: Es gibt auf dieser Welt genug Gesellschaften, die mal einen kräftigen Stups Richtung "Woke" vertragen könnten, was Frauenrechte, Rechte Homosexueller oder eben männlichen Verhalten angeht. Nur sind diese Gesellschaften nicht unbedingt im Westen angesiedelt.

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