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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 64 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Seiten 1 | 2 | 3
Llarian Offline



Beiträge: 5.032

22.09.2020 23:00
Wahl in den USA Antworten

Ein kleiner Beitrag zu den kommenden Wahlen.

Frank2000 Offline




Beiträge: 2.369

23.09.2020 12:29
#2 RE: Wahl in den USA Antworten

Sehr schöne Analyse.

Ich habe ja schon immer behauptet, dass Propaganda & Indoktrination funktioniert. Empirisch belegt. Gehirnwäsche funktioniert.

Interessanterweise habe ich in der letzten Ausgabe des Skeptiker einen Artikel gefunden, der mir erklärt hat, WARUM das funktioniert.

Der Artikel beschäftigt sich mit dem Thema, dass es dokumentierte Fälle gibt, in denen ein "Psychotherapeut" in einem Patienten (bzw in der Praxis eher eine Patientin) eine falsche Erinnerung über einen (nie stattgefundenen) sexuellen Missbrauch verankert. Am Ende der jahrelangen "Behandlung" ist die Patientin fest davon überzeugt, das selbst erlebt zu haben und sich daran zu erinnern.
Ausgehend von diesem Phänomen wurde auf Forschung verwiesen, die nachgewiesen hat (mittels böser "weißer" Wissenschaft), wie die Implementierung falscher Erinnerungen funktioniert. Eine "Erinnerung" gibt es gar nicht. Es werden nicht Erlebnisse geschlossen in eine "Schublade" abgelegt. Sondern eine "Erinnerung" wird für die Langzeitspeicherung wieder in die einzelnen Sinneseindrücke zerlegt und die werden einzeln abgespeichert. Wenn man sich erinnert, dann werden die einzelnen Sinneseindrücke abgerufen und im Arbeitsspeicher des Gehirns zu einer geschlossenen Erinnerung zusammengebaut. Jede Erinnerung ist also eine Rekonstruktion von Informationsschnipseln. Danach wird die Erinnerung wieder zerlegt und die Informationsschnipsel einzeln im Langzeitgedächtnis zurückgespeichert.
Bei diesem hochkomplexen Vorgang gibt es nun verschiedenste Fehler- und Einflussquellen. Angefangen damit, dass beim Abrufen Informationsschnipsel fehlen oder falsch zugeordnet werden können. Dann der Moment, in dem die Erinnerung im Arbeitsspeicher ist: zu diesem Zeitpunkt können Informationen hinzugefügt werden.

Wenn dann die "Erinnerung" wieder zerlegt und abgespeichert wird, entsteht im Gehirn der Eindruck, dass der NEUE Zustand der Erinnerung der einzig gültige und richtige ist - denn genau das ist ja die Aufgabe des Langzeitgedächtnisses, im Gehirn den Eindruck der "wahren Vergangenheit" zu erzeugen. Die Person KANN GAR NICHT ANDERS, als den NEUEN Zustand der Erinnerung für "wahr" zu halten.

Nach exakt dieser Methode funktioniert linke Propaganda und Gehirnwäsche. Obwohl die Menschen selbst die Vergangenheit erlebt haben - also zunächst eine Erfahrung& Erinnerung haben, die von der "Realität" der Propaganda abweicht - durch ewige Wiederholung der "alternativen Realität" werden die Menschen immer und immer wieder gezwungen, die Erinnerung zu rekonstruieren, mit der zwangsweise eingeflüsterten "alternativen Realität" abzugleichen und die Erinnerung zurückzuspeichern. Macht man das nur lang genug und professionell genug, dann können die Linken neue Erinnerungen implementieren. Und damit züchtet man sich eine willenlose Herde von linken Wählern und linken Verbrech... äh, sorry "Aktivisten". Die neu programmierten Linken handeln dann nicht "wider besseres Wissen", sondern GLAUBEN die neue Realität.
Damit das funktioniert, muss aber eins vorhanden sein: konkurrierende Meinungen und Darstellungen müssen zu 100% ausgeschaltet werden. Die zu programmierenden Wahlschafe dürfen nur die alternative Realität konsumieren. Deswegen war es aus Sicht der Linken absolut richtig und notwendig, die Medien, Schulen und sozialen Netzwerke zu infiltrieren und dann jede andere Meinung zu zensieren.

Damit ist auch gleich noch erklärt, warum vor 80 Jahren, als die "Linke" selbst unter Druck war, diese nicht verschwand. Denn in den 50ern bis 60ern war die Gesellschaft zwar deutlich gegen linke Thesen positioniert. Linke wurden nicht wie heut hofiert, sondern hatten selbst mit Druck zu kämpfen. Aber - und das ist entscheidend - die linken Thesen und Theorien wurden nie vollständig ausgelöscht und wegzensiert. Sondern immer wieder veröffentlicht und diskutiert. Ja, die linken Thesen wurden zwar abgelehnt, aber SIE WAREN IN DER DISKUSSION VORHANDEN. Der Trick ist aber, die "falsche" Realität nicht ABZULEHNEN, sondern AUSZULÖSCHEN. Dann funktioniert Propaganda.

Und da "die Linke" deutlich brutaler, konsequenter und professioneller ist als "die Rechte" in den 50ern und 60ern war, werden die Linken Erfolg haben.

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Jeder, der Merkel stützt, schützt oder wählt, macht sich mitschuldig.
“Die gefährlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten mäßig entstellt”, Georg Cristof Lichtenberg

Florian Offline



Beiträge: 2.827

23.09.2020 13:45
#3 RE: Wahl in den USA Antworten

Tja, Präsident Trump hat in Deutschland wie wir wissen ja eine extrem schlechte Presse.
Es scheint, als könnten deutsche Medien gar nicht anders über ihn berichten als mit Schaum vor dem Mund.
Ein nüchterner Blick auf Trump scheint diesen Medien gar nicht mehr möglich zu sein.

Diese Medien-Einseitigkeit löst bei mir ehrlich gesagt eher das Gegenteil aus, nämlich eine gewisse Grundsympathie für Trump.

Aber man sollte auch nicht den Fehler in die Gegenrichtung machen. Trump ist kein Monster. Aber er ist auch kein Messias.
In einigen Politikfeldern hat er Maßnahmen forciert die ich positiv finde. Und war darin (zum Teil) auch recht erfolgreich.
Es gibt aber auch genug, was ich an Trump problematisch finde.

Was er innenpolitisch macht, ist mir (als Nicht-Amerikaner) ehrlich gesagt ziemlich egal.
Mich betrifft v.a. seine Außenpolitik.
Hier sehe ich einige gute Ansätze (z.B. eine verblüffend erfolgreiche Nahost-Friedenspolitik und insgesamt eine sehr friedliche Präsidentschaft. Geradezu abstrus, wie sehr die deutschen Medien ausgerechnet diesem Präsidenten andichten wollten, dass er die Welt in Kriege stürzen werde). Ebenso ein heilsamer Druck auf Deutschland, der im Optimalfall zu mehr Realismus in der deutschen Außenpolitik führen kann (incl. Verteidigungspolitik). Auch dass er China und Russland konfrontativ behandelt, finde ich richtig.

Problematisch ist allerdings, wie bedenkenlos er die westliche Gemeinschaft spaltet und zersetzt. Das beginnt beim gestoppten Freihandelsabkommen und geht bis zu schlicht rüpelhaftem Benehmen. (Dass deutsche Politiker ihrerseits sich ihm gegenüber rüpehaft benehmen, macht die Sache nur noch schlimmer).

Mir wäre deshalb Biden lieber. Weil ich mit ihm zumindest die Hoffnung verbinde, dass das transatlantische Verhältnis sich wieder verbessern könnte.

Florian Offline



Beiträge: 2.827

23.09.2020 13:48
#4 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Florian im Beitrag #3
Tja, Präsident Trump hat in Deutschland wie wir wissen ja eine extrem schlechte Presse.
Es scheint, als könnten deutsche Medien gar nicht anders über ihn berichten als mit Schaum vor dem Mund.
Ein nüchterner Blick auf Trump scheint diesen Medien gar nicht mehr möglich zu sein.



Eine seltene wohltuende Ausnahme von dieser Regel ist dieser Artikel in der Welt:
https://www.welt.de/politik/ausland/plus...worden-ist.html

SO sollte Journalismus sein:
nüchtern die Fakten präsentieren. Sowohl die Plus- als auch die Minuspunkte benennen. Sich mit eigener Meinung und Wertung zurückhalten. Und vor allem: sich nicht von den eigenen Vorurteilen den Blick vernebeln lassen.

Schade, dass es so etwas in Deutschland kaum noch gibt.

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 8.346

23.09.2020 14:35
#5 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #2

Der Artikel beschäftigt sich mit dem Thema, dass es dokumentierte Fälle gibt, in denen ein "Psychotherapeut" in einem Patienten (bzw in der Praxis eher eine Patientin) eine falsche Erinnerung über einen (nie stattgefundenen) sexuellen Missbrauch verankert. Am Ende der jahrelangen "Behandlung" ist die Patientin fest davon überzeugt, das selbst erlebt zu haben und sich daran zu erinnern.
Ausgehend von diesem Phänomen wurde auf Forschung verwiesen, die nachgewiesen hat (mittels böser "weißer" Wissenschaft), wie die Implementierung falscher Erinnerungen funktioniert. Eine "Erinnerung" gibt es gar nicht. Es werden nicht Erlebnisse geschlossen in eine "Schublade" abgelegt. Sondern eine "Erinnerung" wird für die Langzeitspeicherung wieder in die einzelnen Sinneseindrücke zerlegt und die werden einzeln abgespeichert. Wenn man sich erinnert, dann werden die einzelnen Sinneseindrücke abgerufen und im Arbeitsspeicher des Gehirns zu einer geschlossenen Erinnerung zusammengebaut. Jede Erinnerung ist also eine Rekonstruktion von Informationsschnipseln. Danach wird die Erinnerung wieder zerlegt und die Informationsschnipsel einzeln im Langzeitgedächtnis zurückgespeichert.
Bei diesem hochkomplexen Vorgang gibt es nun verschiedenste Fehler- und Einflussquellen. Angefangen damit, dass beim Abrufen Informationsschnipsel fehlen oder falsch zugeordnet werden können. Dann der Moment, in dem die Erinnerung im Arbeitsspeicher ist: zu diesem Zeitpunkt können Informationen hinzugefügt werden.


Beim Thema "falsche Erinnerungen" gibt es das meiste bei Elizabeth R. Loftus nachzulesen. Das erste, und in der Literatur recht bekannte Experiment zum Thema fand 1901 in Berlin statt.

https://folio.nzz.ch/2002/juli/mordversuch-im-horsaal

In den fünfziger bis siebziger Jahren wurde das mitunter auch als Rashomon-Effekt bezeichnet, nach dem Film von Kurosawa (und der Erzählung von Ryanosuke Akutagawa - wobei das lustige ist, daß dessen "Rashomon" gar nicht dieses Thema behandelt, sondern nur die Rahmenerzählung - das Geschichtenerzählen am Stadttor im Sturzregen - behandelt). Sterns Thema war die Frage, warum Zeugenaussagen vor Gericht oder Polizei oft so frappant unterschiedlich ausfallen.

In der Regel finden Versuchsreihen dazu nach dem Muster "das rote Auto" statt. Den Probanden (wie meist in solchen Fällen Studenten) wird eine Videosequenz gezeigt, in der jemand eine rote Ampel überquert, fast einen Unfall baut; die Sequenz wird mehrmals gezeigt, die Probanden sollen sich einprägen, wie der Ablauf war, das Augenmerk steht auf der Schuldfrage. Zwei Wochen später werden die Teilnehmer noch einmal mit denselben Fragen konfrontiert; nur die Frage "wo stand das rote Auto?" ist neu. Das wird nach weiteren 2 Wochen repetiert. Und nach dieser zweiten Befragung sollen sie das rote Auto beschreiben. Mitunter kommen recht detaillierte Antworten. Die Teilnehmer fallen aus allen Wolken, wenn ihnen das Video nochmals gezeigt wird & sich zeigt, daß nirgendwo ein rotes Auto vorkommt. Des Öfteren wird den Durchführenden vorgeworfen, es handele sich um ein anderes Video.

https://de.wikipedia.org/wiki/Erinnerungsverf%C3%A4lschung



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Frank2000 Offline




Beiträge: 2.369

23.09.2020 14:47
#6 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Florian im Beitrag #3

Mir wäre deshalb Biden lieber.



Biden steht aber nun mal nicht zur Verfügung. Biden wird niemals das Präsidentenamt ausüben: der ist DEBIL. Also unzurechnungsfähig.

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Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 8.346

23.09.2020 15:08
#7 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #6
Biden steht aber nun mal nicht zur Verfügung. Biden wird niemals das Präsidentenamt ausüben: der ist DEBIL. Also unzurechnungsfähig.


Das ist einer der beiden neuralgischen Punkte bei dieser Wahl. Der andere ist die Briefwahl und die Möglichkeit der Manipulation. Wobei es in diesem Fall reichen würde, wenn allein der Verdacht, halbwegs glaubhaft, im Raum stünde. Das könnte durch einige Nachzählungen, und eventuelle Wiederholungen den Zeitplan empfindlich aus dem Takt bringen. Es ist sogar schon davon die Rede gewesen, daß, wenn der Termin der Amtsübergabe am 20. Januar deswegen nicht eingehalten werden kann, Speaker Pelosi aufgrund diverser Ausfallregelungen die Leitung des Landes übernehmen könnte (ob diese Möglichkeit tatsächlich gegeben ist, kann ich mangels Detailkenntnis allerdings nicht sagen.)

Es kommt darauf an, welche Ausfallerscheinungen Biden in den nächsten 6 Wochen an den Tag legt; die letzte Woche vor der Stimmabgabe ist erfahrungsgemäß nicht mehr ausschlaggeben, dann ist der Drops gelutscht. Wichtig sind hier wohl die drei Fernsehduelle, am 29. September und am 12. und 19. Oktober. Wenn Biden hier patzt, war es das. Hinzu kommt, daß er seine Wahlkampagne, beim Nationalkonvent der Democrats, mit einer expliziten Lüge (dem Fine People Hoax) gestartet hat, die jeder in 20 Sekunden mit zwei Mausklicks falsifizieren kann. Zudem sind seine völlig verwirrten Auslassungen ja mittlerweile Legende.

Eine des öfters ventilierte Vermutung ist ja, daß Biden aufgestellt worden ist, WEIL absehbar ist, daß er eine volle Amtszeit nicht durchstehen würde, und Harris somit als vom Profil her linker Wunschtraum, aber eben als Kandidatin chancenlos, das Amt übernehmen würde. Mit diesem Kalkül, so es denn stimmt, würden sich die Dems freilich auch die letzten Sympathien der Wähler verscherzt haben - vor allem, wenn das gleich nach der Amtsübergabe oder noch davor erfolgt. Das kann man an der EU-Spitze so spielen, drüben nicht. (Ich halte das übrigens für unwahrscheinlich und glaube eher, daß Bidens rapider Verfall das eigene Team überrascht hat und die - außer der Nominierung von Harris - keinen Plan B in der Tasche hatten.)

Ein weiterer Joker ist, ob Trump tatsächlich den Friedensnobelpreis erhält, bzw welche Länder im Nahen Osten den VAR und Bahrain noch folgen werden. Die Amerikaner kennen diese Weltecke seit 53 Jahren nur als ewiges Kriegsgebiet; der Nobelpreis für Carter war 1979 kein Zufall. Gibt es hier weitere positive Ausschläge, brauchen wir über den Wahlausgang nicht mehr zu raten.

Zu Trumps Gunsten spricht auch die recht gute Wirtschaftserholung. Die USA sind wesentlich besser durch die Coronakrise gekommen, als man zu Anfang vermutet hatte; für nächstes Jahr wird wieder das normale Wirtschaftswachstum erwartet. Genau hier haben die Dems nichts anzubieten; daß die BLM-Krawalle fast ausschließlich in Metropolen stattfinden, die demokratischen Verwaltungen unterstehen, kommmt noch obendrauf.



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Frank2000 Offline




Beiträge: 2.369

23.09.2020 15:27
#8 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #5


Des Öfteren wird den Durchführenden vorgeworfen, es handele sich um ein anderes Video.
https://de.wikipedia.org/wiki/Erinnerungsverf%C3%A4lschung



Über diesen Link bin ich auf den "Wormser Prozess" gestoßen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wormser_Prozesse

Das. ist. un. fass. bar.

Wieso wird SO WAS nicht in den Schulen behandelt? Wieso wird das nicht in den Zeitungen rauf und runter dekliniert? Ein "Gedenktag an die Wormser Verleugnungen"? Ich hatte Gänsehaut, als ich den Artikel gelesen hatte und Mordgelüste gegen diese Irre, die das ganze in Gang gesetzt hat und bis heute weder bestraft wurde noch sich entschuldigt hat:

"Die Prozesse hatten verheerende Wirkung auf Kinder und Angeklagte: Eine Angeklagte, die siebzigjährige Großmutter, starb in Untersuchungshaft, andere verbrachten bis zu 21 Monate in Haft. Mehrere Ehen zerbrachen, die Existenz einiger Angeklagter und Familien wurde zum Teil auch durch die hohen Anwaltskosten völlig zerstört. Die Kinder wuchsen derweil größtenteils in Heimen auf und kehrten erst nach und nach zu ihren Eltern zurück. Ein Junge, der an Diabetes erkrankt war, starb wenige Tage nach seiner Entlassung aus dem Heim.

Sechs Kinder – jene, die im Kinderheim Spatzennest untergebracht waren, darunter die aus dem Scheidungskonflikt, der die Verfahren ausgelöst hatte – kehrten überhaupt nicht zurück, da sie völlig von ihren Eltern entfremdet waren. Dem Heimleiter wurde seinerzeit vorgeworfen, die Kinder bewusst gegen die Eltern aufgestachelt zu haben. Die meisten dieser Kinder glauben bis zum heutigen Tag (Stand 2005), dass ihre Eltern sie sexuell missbraucht hätten.

... Im April 2011 wurde dieser ehemalige Heimleiter wegen noch schwerer wiegender Missbrauchsvorwürfe erneut angeklagt und im November 2011 wegen schweren sexuellen Missbrauchs zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und acht Monaten verurteilt.
"

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Llarian Offline



Beiträge: 5.032

23.09.2020 16:09
#9 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Florian im Beitrag #3
Was er innenpolitisch macht, ist mir (als Nicht-Amerikaner) ehrlich gesagt ziemlich egal.

Mir nicht. Und es sollte auch Ihnen nicht egal sein, lieber Florian. Die USA sind, allen Versuchen der SPD das zu sabotieren zum Trotz, der wichtigste Verbündete Deutschlands (umgekehrt ist dem nicht der Fall, nur der Vollständigkeit halber). Sowohl wirtschaftlich als auch militärisch. Es kann überhaupt nicht im deutschen Interesse sein, einen schwachen Bündnispartner zu haben, bzw. einen dessen Bevölkerung in einen inneren Konflikt versinkt. Als Land sollten wir Interesse daran haben, einen möglichst starken Bündnispartner zu haben.

Zitat
Das beginnt beim gestoppten Freihandelsabkommen und geht bis zu schlicht rüpelhaftem Benehmen. (Dass deutsche Politiker ihrerseits sich ihm gegenüber rüpehaft benehmen, macht die Sache nur noch schlimmer).


Dazu sind zwei Dinge zu sagen: Das Freihandelsabkommen ist ja nicht in dem Sinne gestoppt sondern es war halt nicht zur Zufriedenheit der einen Seite ausgefallen. Dann unterschreibt man nicht. Das ist vollkommen legitim.
Zum anderen: Trump reagiert in erster Linie. Er ist ein vergleichsweise typischer Amerikaner. Er ist erst einmal freundlich, geradezu überschwenglich ("my dear friend xyz....", aber er kann es überhaupt nicht haben, wenn man ihn anpöbelt. Was die deutsche Außenpolitik, namentlich Steinmeiner und Maas sich gegenüber einem Bündnispartner erlaubt haben, ist so dermaßen unter aller Kanone, dass mir aus der kompletten Geschichte der BRD nicht ein Beispiel einfiele, wo sich zwei Politiker gegenüber dem Ausland so stümperhaft dämlich verhalten haben. Ich kenne keins. Vielleicht fällt ihnen eins ein. Und dann darf man sich nicht wundern, wenn entsprechend auch mal was zurück kommt. Eigentlich hätte sich unsere Frau Kanzlerdarstellerin, wenn sie auch nur irgendwelches Interesse am Land hätte, mehrfach deutlich und laut entschuldigen müssen. "Die Deutschen" müssen sich nicht zurechnen lassen was die Relotius-Brigade schreibt, wir haben eine freie Presselandschaft und es juckt ja auch keinen was sich die NY-Times wieder ausdenkt oder was CNN fabuliert. Aber Steinmeier und Maas sind offizielle Vertreter des Landes und wir müssen uns deren verbalen Ausfälle zurechnen lassen.

Ich kann nicht sehen wo Trump die westliche Gemeinschaft aufgebrochen hätte, wo nicht vorher massiv gegen ihn gehetzt worden wäre, im Gegenteil: Er pflegt mit diversen westlichen Ländern, die eben keine geistigen Tiefflieger vom Maasschen Format in ihren Vertreterreihen haben, einen ausgesprochen freundschaftlichen Stil.

Zitat
Mir wäre deshalb Biden lieber. Weil ich mit ihm zumindest die Hoffnung verbinde, dass das transatlantische Verhältnis sich wieder verbessern könnte.


Wie Frank es schon sagte, Joe Biden ist keine Option. Und ob Kamala Harris, die offen Gewalt im Inland fördert und befürwortet, so ein besserer Partner sein würde, ist schwer zu beurteilen. War Barrack Obama gut fürs transatlantische Verhältnis? Ist nicht mein Eindruck. Obamas Anbiederung an den Iran oder an China hat mit Sicherheit die Welt nicht sicherer oder besser gemacht.

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 8.346

23.09.2020 16:19
#10 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #7
die drei Fernsehduelle, am 29. September und am 12. und 19. Oktober. Wenn Biden hier patzt, war es das.


Nachtrag.

Zitat
Axios
@axios
JUST IN: The Commission for Presidential Debates has released topics for the first debate on Sept. 29.

- The Trump and Biden Records
- The Supreme Court
- Covid-19
- The Economy
- Race and Violence in our Cities
- The Integrity of the Election

7:37 nachm. · 22. Sep. 2020


https://twitter.com/axios/status/1308460484874641408



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Frank2000 Offline




Beiträge: 2.369

23.09.2020 16:32
#11 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #10

JUST IN: The Commission for Presidential Debates has released topics for the first debate on Sept. 29.

- The Trump and Biden Records
- The Supreme Court
- Covid-19
- The Economy
- Race and Violence in our Cities
- The Integrity of the Election



Wenn das in Deutschland eine Agenda wäre, dann müsste ich nicht anmachen. Dann wüsste ich, dass Trump keine Redezeit bekäme, der Moderator Trump das Wort abschneiden oder im Mund verdrehen würde, sogenannte "Einspieler" Trump als irren Sadisten hinstellen würden.
Aber ein Rededuell in den USA ist was anderes. Etwas, was die Politik hier nicht dulden würde: eine Gelegenheit, vor einem großen Publikum BEIDE Seiten zu Owrt kommen zu lassen. Und was Trump zur Gewalt in den Städten zu sagen hat oder zur Sicherheit des Wahlprozesses vor Manipulationen ist bestimmt spannend.

Wobei das Thema "Supreme Court" ganz deutlich parteinahme für Biden ist.

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Ulrich Elkmann Offline




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23.09.2020 16:49
#12 RE: Wahl in den USA Antworten

Zum Debattenformat. Die Länge beträgt 2 Stunden (das kann sich im Vorfeld ändern). Wer beginnt, wird durch Münzwurf entschieden. Jeder Kandidat hat zwei Minuten Zeit, zur gestellten Frage Stellung zu nehmen (der Moderator kann ihm weitere 30 Sekunden zugestehen, um ihm nicht etwa den Satz oder das Argument abzuschneiden; danach darf sein Gegenüber eine Minute auf das eben Gesagten zu antworten.

PS. Nancy Pelosi hat übrigens am 27. August vorgeschlagen, daß Biden die Teilnahme absagen sollte. Begründung: "Trump will probably act in a way that is beneath the dignity of the presidency." Bidens Team hat innerhin erkannt, daß sie so ein Manöver massiv Wählerstimmen kosten würde.

PPS. Trump will seine Kandidatin für den Obersten Gerichtshof am Samstag bekanntgeben. Der Flurfunk sagt sehr vernehmlich, daß es sich um Amy Coney Barrett handeln soll und die Twitterati überschlagen sich schon, weil sie katholisch ist (das hat zwar schon bei JFK nicht verfangen, als das zum letzten Mal in der amerikanischen Politik Thema war).



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Florian Offline



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23.09.2020 17:23
#13 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #11

Wobei das Thema "Supreme Court" ganz deutlich parteinahme für Biden ist.


Warum?
Sehe ich nicht so - und sieht vermutlich auch Trump nicht so.

Trump hat beim letzten Mal ausdrücklich mit dem Argument Wahlkampf gemacht, dass er den Supreme Court in eine (aus republikanischer Sicht) bessere Besetzung steuern würde.
Das war eines seiner Wahlkampfversprechen - und das hat er erreicht. Warum sollte er sich dafür schämen?
(Und alles was ihm die Demokraten an Mauschelei vorwerfen könnten, fällt ohnehin auf diese selbst zurück. Immerhin haben sie vor 4 Jahren ja genauso agiert und argumentiert wie Trump jetzt. Mit dem Unterschied, dass Trump wahrscheinlich Erfolg haben wird und sie ihn nicht hatten.)

Florian Offline



Beiträge: 2.827

23.09.2020 18:02
#14 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Llarian im Beitrag #9
Das Freihandelsabkommen ist ja nicht in dem Sinne gestoppt sondern es war halt nicht zur Zufriedenheit der einen Seite ausgefallen. Dann unterschreibt man nicht. Das ist vollkommen legitim.



Was mich an Trump hier stört:
Er erkennt den Wert von Freihandel nicht. Für ihn scheint internationaler Handel ein Nullsummen-Spiel zu sein. (Wenn ein Land davon profitiert, dann bedeutet das für ihn, dass das andere Land darunter leidet). In dieser Sicht sind Handels-Gespräche immer konfrontativ.

In Wahrheit ist aber Freihandel für beide Seiten vorteilhaft.
Das ist eines der wenigen Aussagen, auf die sich Ökonomen lagerübergreifend einigen können.

Ein US-Präsident, der das nicht erkennt ist deshalb für die ganze Weltwirtschaft ein Problem.

Florian Offline



Beiträge: 2.827

23.09.2020 18:06
#15 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Llarian im Beitrag #9
Zitat von Florian im Beitrag #3
Was er innenpolitisch macht, ist mir (als Nicht-Amerikaner) ehrlich gesagt ziemlich egal.

Mir nicht. Und es sollte auch Ihnen nicht egal sein, lieber Florian. Die USA sind, allen Versuchen der SPD das zu sabotieren zum Trotz, der wichtigste Verbündete Deutschlands (umgekehrt ist dem nicht der Fall, nur der Vollständigkeit halber). Sowohl wirtschaftlich als auch militärisch. Es kann überhaupt nicht im deutschen Interesse sein, einen schwachen Bündnispartner zu haben, bzw. einen dessen Bevölkerung in einen inneren Konflikt versinkt. Als Land sollten wir Interesse daran haben, einen möglichst starken Bündnispartner zu haben.



Ok, richtig. Eine zerrissene USA wären für uns schlecht.
Aber unterhalb dieses Extrem-Szenarios ist mir tatsächlich egal, wie die USA sich intern organisieren.
Ob es nun "Obamacare" gibt oder nicht, ob Waffen oder Marihuana legal oder verboten sind: ist mir ehrlich gesagt egal.

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 8.346

23.09.2020 19:35
#16 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Florian im Beitrag #3
Tja, Präsident Trump hat in Deutschland wie wir wissen ja eine extrem schlechte Presse.


Eins der Probleme - für uns (denn das juckt dort drüben, wo die Musik spielt, tatsächlich keinen) - ist aber, daß selbst prinzipiell aufgeschlossene Zeitgenossen (ich unterstelle mal, daß es die mit Blick auf amerikanische Präsidenten hier sogar gibt, ich liebe ja abenteuerliche Hypothesen) seine Taten und Worte nur aus diesen Zerrspiegel kennen. Und da werden sie seit über vier Jahren allein mit Halbheiten oder glatten Unwahrheiten gefüttert. Wer das nicht aus dem besseren Teil der amerikanischen Presse oder der konservativen Netzsphäre verfolgt, merkt gar nicht, welch eine Groteske ihm hier vorgesetzt wird.

So hat Trump natürlich nie vorgeschlagen, Covid-Kranken Bleichmittel zu injzieren. Das war eine Informationsfrage an die Experten und das "Bleichmittel" bezog sich auf die Wirkung: in Sinn von: kann man ein Mittel, ein Therapeutikum entwickeln, das eine ähnlich durchschlagende Wirkung gegen den Erreger entfaltet? Aber es ist anders kommununiziert worden.

Und er hat natürlich seiine Wähler nicht zur doppelten Stimmabgabe aufgefordert. Das war im Zusammenhang mit der Angabe der Wahlkommission, das Briefwahlsystem sei absolut zuverlässig und nicht zu mißbrauchen. Die Aufforderung war, rotzdem ins Wahllokal zu gehen und zu sehen, ob bei einer erfolgten Briefwahl ein entsprechender Vermerk im Wählerverzeichnis gemacht worden ist und man also nicht zur Wahlkabine vorgelassen wird. Die Stimmen sind noch nicht ausgezählt, aber die Briefumschläge haben eine Absenderangabe, damit eben keine doppelte Stimmabgabe erfolgen kann.

Nicht in einem Fall, auch nicht bei dem völlig negativen Befund der Untersuchungskommission über die "russische Wahlbeeinflussung", die im letzten Sommer erfolgt ist, wurde das in unseren Medien aufgemacht. Man merkt nur, daß solche angeblichen "Themen" irgendwann von der Bildfläche verschwunden sind. Aber irgendetwas positiv Konnotiertes kommt in der Berichterstattung zu Trump schlicht nicht vor.



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Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 8.346

23.09.2020 19:45
#17 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Florian im Beitrag #14

In Wahrheit ist aber Freihandel für beide Seiten vorteilhaft.
Das ist eines der wenigen Aussagen, auf die sich Ökonomen lagerübergreifend einigen können.


Trump hat NAFTA gekippt. Momentan soll China aufs Abstellgleis gelenkt werden, jedenfalls soweit es die USA betrifft. Die Idee dahinter ist, die Millionen weggefallener Arbeits- und Produktionsplätze, die in den letzten drei Jahrzehnten abgewandert sind, wieder zurückzuholen, und zwar aus den Ländern, von denen man nicht abhängig sein möchte. Mit Japan hat die Trump-Administration kein Problem, mit China unter dem Kurs, den Xi seit gut 10 Jahren fährt, durchaus. Wir haben hier die Schienen Ökonomie und Politik beieinander. Ein ähnlicher Grundkonflikt hat sich ja vor einem halben Jahrhundert bei uns mit Brandts Ostpolitik gezeigt. Das handfeste wirtschaftliche Resultat waren die Gaspipelines aus der Sowjetunion (die Transgas-Pipelines; das ist ein ganzes Netz; einer der Ausläufer Richtung Ruhrpott geht hier durch unser Städtchen). Das hat parlamentarisch & publizistisch viel böses Blut gegeben, weil Kritiker befürchtet haben, Westdeutschland würde sich auf Gedeih & Verderb vom Wohlwollen der UdSSR abhängig machen.



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Martin Offline



Beiträge: 3.388

24.09.2020 10:15
#18 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Florian im Beitrag #14
Was mich an Trump hier stört:Er erkennt den Wert von Freihandel nicht.

Woher wissen Sie das? Und was genau ist Freihandel, und war der TTIP Entwurf Freihandel? Es wäre ja schön gewesen, wenn Trump den Stand der TTIP-Verhandlungen öffentlich gemacht hätte.

Gruß
Martin

Llarian Offline



Beiträge: 5.032

24.09.2020 11:19
#19 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #11
Wobei das Thema "Supreme Court" ganz deutlich parteinahme für Biden ist.

Nein, aber so gar nicht, lieber Frank. Im Gegenteil, Biden wird das Thema vermeiden und hassen wie die Pest. Genaugenommen könnte das Thema Trumps große Trumpfkarte werden. Das will ich erklären:

Die Demokraten sind durch den Tod von RBG in einer vertrackten Situation: Trump kann rein rechtlich einen beliebigen Kandidaten nominieren und durch die republikanische Mehrheit auch durchbringen. Das Gleichgewicht im Surpreme Court wird damit auf Jahre verschoben. Und zwar in eine Richtung, die den Demokraten so gar nicht gefällt, RBG war, im Unterschied zu der Legende, die von linker Seite gerade um sie gestrickt wird, keine besonders neutrale Richterin sondern jemand der immer und grundsätzlich für das linke Lager gestimmt hat. Selbst wenn jetzt ein neutraler Kandidat käme, würde das Gewicht massiv verschoben.

Nur können die Demokraten nichts dagegen tun. Der Quatsch, dass ein Präsident im Wahljahr keine Kandidaten nominieren dürfte ist schlicht genau das, Quatsch. Das ist in der Geschichte der USA inzwischen fast 30 mal passiert. Und jetzt kommts: Von diesen nicht ganz 30 Anlässen waren zu 2/3 der Zeit Präsident und Senat in einer Partei und in nahezu allen(!) Fällen wurde der Kandidat dann auch bestätigt (zwei Ausnahmen). In dem verbleibenden Drittel der Fälle (ich meine es sind 10) wurden alle bis auf zwei abgelehnt. D.h. was die Demokraten hier konstruieren ist Unsinn, es ist weder ein Präzedenzfall noch etwas besonderes. Wenn jemand versucht hier einen Richterposten "zu stehlen", dann sind die Demokraten.

Warum ist das ein Problem für Biden? Weil seine Partei so ganz und gar nicht damit einverstanden ist. Und laut diskutiert (früher leise jetzt laut) ob sie im nächsten Jahre, wenn sie die Wahl gewinnen, den Surpreme Court aufblasen, um damit eine linke Mehrheit zu erzeugen. Was rechtlich möglich ist, aber seit 150 Jahren nie passiert ist (der letzte, der damit gedroht hat war Roosevelt). Gleichzeitig will man den Fillibuster abschaffen und mit einfacher Mehrheit zwei neue Staaten in die USA aufnehmen, um eine linke Mehrheit im Senat sicherzustellen (der Senat ist keine repräsentative Kammer, jeder Staat, egal wie klein, hat zwei Stimmen). Anders gesagt: Die Demokraten wollen das bisherige System, dass mehr als 100 Jahre so steht, einstampfen und durch etwas völlig anderes ersetzen, einen Machtstaat in dem checks and balances nicht mehr existieren. Und das ist für Biden absolut riskant. Denn es besteht die Gefahr, dass er in der Debatte genau dazu gefragt wird. Und dann muss er Farbe bekennen: Abschaffung der bisherigen Ordnung oder eben nicht. Will er es abschaffen, macht er sich für Millionen Amerikaner unwählbar, nämlich die, die das System für gut und richtig halten (ich würde dazu gehören, aber ich darf ja nicht in den USA wählen. :) ). Spricht er sich dagegen aus, verprellt er die Radikalen in seiner Partei. So oder so: Er sitzt in der Falle. Er wird lavieren müssen. Die Frage ist nur wie gut das einem semi-dementen Mann gegen einen agressiven Gegner wie Trump gelingt.

Und wie gesagt, man sollte das auf keinen Fall unterschätzen. Wahlen werden durch Mobilisierung gewonnen. Und die Demokraten haben dieses Jahr mit ihren "Protesten" zwar die eigenen Anhänger mobilisiert, aber eben auch ihre Gegner. Trump muss gar nichts tun, außer die Bilder aus Portland, Seattle und New York zu zeigen. Wenn jetzt noch der demokratische Kandidat die checks and balances abschaffen will, dann ist das ein Tritt mehr in den Hintern republikanischer Wähler. UND: Es gibt in den USA auch in den Reihen der Republikaner eine ganze Reihe "Never-Trump"s. Beispielswiese die McCains oder auch die Bush Familie, um zwei prominente Beispiele zu nennen. Da werden viele in sich gehen, wenn die Demokraten ankündigen Surpreme Court und Senat zu zerstören. James Woods (ja, der Schauspieler) ist ein radikaler Republikaner. Und seit Monaten fährt er die Kampagne "vote as if your life depends on it". Über die Radikalität kann man streiten, aber nicht wenige Amerikaner haben derzeit genau den Eindruck. Und wenn Biden als Radikaler auftritt, dann ist Trump dem Sieg ziemlich nahe.

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 8.346

24.09.2020 11:29
#20 RE: Wahl in den USA Antworten

Hier die Liste für die letzten 120 Jahre in Sachen "Oberster Gerichtshof / ewiger Sessel" und "Wahljahr":

https://www.scotusblog.com/2016/02/supre...election-years/

Zitat
The historical record does not reveal any instances since at least 1900 of the president failing to nominate and/or the Senate failing to confirm a nominee in a presidential election year because of the impending election.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Frank2000 Offline




Beiträge: 2.369

24.09.2020 12:58
#21 RE: Wahl in den USA Antworten

Interessant. Wer auch immer von diesem Thema in der Diskussion profitieren wird: wird sind uns einig, dass das Thema WICHTIG ist.
In Deutschland geschieht die linke Machtübernahme völlig geräuschlos und glatt, weil alle wichtigen Themen komplett aus der Diskussion herausgehalten werden. Zensur und Staatsmedien sorgen dafür.

___________________
Jeder, der Merkel stützt, schützt oder wählt, macht sich mitschuldig.
“Die gefährlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten mäßig entstellt”, Georg Cristof Lichtenberg

Florian Offline



Beiträge: 2.827

24.09.2020 16:22
#22 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #21
Interessant. Wer auch immer von diesem Thema in der Diskussion profitieren wird: wird sind uns einig, dass das Thema WICHTIG ist.
In Deutschland geschieht die linke Machtübernahme völlig geräuschlos und glatt, weil alle wichtigen Themen komplett aus der Diskussion herausgehalten werden. Zensur und Staatsmedien sorgen dafür.


Sehr guter Punkt!

Wenn man mal vergleichen würde, wie viele Artikel im Spiegel in den letzten 5 Jahren zum Thema "Besetzung des US Supreme Court" erschienen sind und wie viele zum Thema "Besetzung des Bundesverfassungsgerichts", dann käme ein SEHR deutliches Gewicht Richtung Supreme Court heraus.

Was ja geradezu pervers ist.
Aufgabe von Medien ist die kritische Begleitung von Regierungshandeln.
Deutsche Medien sind auch ausgesprochen gut darin, kritisch über amerikanisches Regierungshandeln zu berichten. Und selbst über Details wie Richter-Besetzungen lange und engagierte Beiträge zu verfassen.
Aber gleichzeitig sind sie ausgesprochen unwillig, die gleiche Arbeit gegenüber der deutschen Politik zu erledigen.


Und ganz allgemein:
In den USA ist es üblich, über die EIGNUNG einer Person für ein bestimmtes Amt zu diskutieren.
Also gar nicht über die Frage "gefallen mir seine Ansichten". Sondern wirklich über die notwendige Qualifikation.

Vor 4 Jahren wurde z.B. bei Trump kritisch gesehen, dass er keinerlei Erfahrung in politischen Ämtern und/oder Militär hatte. Und es wurde darüber diskutiert, in wie weit das sein Regierungshandeln behindern würde (oder ob vielleicht seine Führungs-Erfahrungen als Unternehmer das aufwiegen könnte).
Berechtigte Fragen, wie man sie auch in einem Privatunternehmen stellen würde, wenn eine Führungsposition zu besetzen ist.

Solche Fragen nach der puren Qualifikation sind in Deutschland komplett unüblich. Dort wird geschaut, ob jemand die richtigen politischen Standpunkte hat und ob er beliebt ist. Aber ob er schon mal eine Führungsfunktion hatte, ist für die Beurteilung komplett irrelevant.

Schönes Beispiel ist Frau Baerbock:
Höchstes politisches Amt ist ihr MdB-Mandat, das sie seit 3 Jahren hat. Davor war da präzise Null. Keine Bundesministerin, keine Ministerpräsidentin, keine Landesministerin, keine Behörden-Leiterin, nichts. Dieses massives Defizit im Lebenslauf wird aber nicht einmal thematisiert, wenn in den Medien über ihre Kanzler-Tauglichkeit diskutiert wird. Sie ist beliebt und hat das Herz am rechten Fleck - das reicht den Medien aus.
(Das liegt übrigens gar nicht daran, weil die Medien so grün sind. Auch bei Politikern aus anderen Parteien wird nie nach der Führungs-Qualifikation gefragt.)

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 8.346

24.09.2020 19:43
#23 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #16

So hat Trump natürlich nie vorgeschlagen, Covid-Kranken Bleichmittel zu injzieren.


Und Nancy Pelosi heute so: Pelosi returns to virus lie that Trump wants 'people swallow Clorox,' says Constitution next victim

Zitat von Washington Times, Sept 24, 2020
Speaker Nancy Pelosi returned to a lie about President Trump encouraging people to drink Clorox on Thursday while adding that he wants the same fate for the U.S. Constitution.

“I don’t know why the press doesn’t make more of this, to be very honest with you,” Mrs. Pelosi said. “If he says that people swallow Clorox, we hear about it for the rest of our lives, but he’s trying to have the Constitution of the United States swallow Clorox — I appreciate these questions all of you have this morning, I guess provoked by the arrogance and the disregard for the Constitution of the president’s statement last night.”



Und damit es hier als Zitat auffindbar ist, was er wirklich gesagt hat:

Zitat
The president made national headlines in April while referring to ultraviolet light therapy as a possible option for quickly healing coronavirus patients.

“Supposing we hit the body with a tremendous — whether it’s ultraviolet or just very powerful light — and I think you said that that hasn’t been checked, but you’re going to test it,” Mr. Trump said during a press conference with medical experts. “And then I said, supposing you brought the light inside the body, which you can do either through the skin or in some other way, and I think you said you’re going to test that too. It sounds interesting.”

Mr. Trump then, within the context of using UV light as a disinfectant, continued.

“I see the disinfectant, where it knocks it out in a minute,” he said. “One minute. And is there a way we can do something like that, by injection inside or almost a cleaning? Because you see it gets in the lungs and it does a tremendous number on the lungs. So it would be interesting to check that. … The whole concept of the light, the way it kills it in one minute, that’s — that’s pretty powerful.”



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

HR2 Offline



Beiträge: 228

24.09.2020 21:16
#24 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #7


Eine des öfters ventilierte Vermutung ist ja, daß Biden aufgestellt worden ist, WEIL absehbar ist, daß er eine volle Amtszeit nicht durchstehen würde, und Harris somit als vom Profil her linker Wunschtraum, aber eben als Kandidatin chancenlos, das Amt übernehmen würde. Mit diesem Kalkül, so es denn stimmt, würden sich die Dems freilich auch die letzten Sympathien der Wähler verscherzt haben - vor allem, wenn das gleich nach der Amtsübergabe oder noch davor erfolgt. Das kann man an der EU-Spitze so spielen, drüben nicht. (Ich halte das übrigens für unwahrscheinlich und glaube eher, daß Bidens rapider Verfall das eigene Team überrascht hat und die - außer der Nominierung von Harris - keinen Plan B in der Tasche hatten.)




Guter Punkt. Und so steigen Trumps Chancen mindestens bei den unentschlossenen Wählern, je mehr sie Bidens altersbedingter Debilität gewahr werden.
Und welches Doping sollte dies verhindern und verschleiern können in einem TV-Duell, live und ohne Schnitt? Der bedauernswerte Biden wird darin ziemlich nackt dastehen und
mit ihm die Demokraten, denn selbst vielen Wählern der Demokraten ist Harris eine Drohung.
Müßte ich wetten, setzte ich auf Trump.

Nobster Online




Beiträge: 136

24.09.2020 21:18
#25 RE: Wahl in den USA Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #7
der Nobelpreis für Carter war 1979 kein Zufall. Gibt es hier weitere positive Ausschläge, brauchen wir über den Wahlausgang nicht mehr zu raten.

Nachdem Carter 1979 den Nobelpreis erhielt, hat es ja auch gleich mit der Wiederwahl geklappt. Oder habe ich da was falsch verstanden?
Zwinkersmiley

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