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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 59 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
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Agotbronn Offline



Beiträge: 26

02.05.2022 16:28
#26 RE: Der Verrat der Intellektuellen Antworten

Erstmal Danke für den guten, abgewogenen Kommentar.

Ich habe (nach fleißigem Lesen der Leserbriefspalten gerade von konservativen Publikationen) den Eindruck, dass das historische Argument gar nicht mehr verfängt. Das müsste eigentlich bei der hier behandelten Petition für die Unterzeichner wichtig sein, wobei sie es ja mal ganz einfach ignorieren. Aber bei dem typischen Putin-freundlichen, Elite-kritischen und zumeist konservativen Kriegskritiker geht die Argumentation ja eher so: Für die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges sind wir nicht verantwortlich, weil das so lange her ist. Daher sollte Deutschland einfach seinen nationalen Interessen folgen und die sind nun mal billiges Gas. Das ganze wird dann gewürzt mit dem Vorwurf, die deutschen Eliten setzten ja nur auf dem Rücken der deutschen Bevölkerung ihre pro-amerikanische Politik durch.

Erstaunlich ist für mich (und das versuche ich dann manchmal klar zu machen), dass ja unser ganzer Wohlstand auf der Zugehörigkeit zum von den USA dominierten Westen besteht.

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 13.442

02.05.2022 16:45
#27 RE: Parade am 9. Mai Antworten

Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #23
Die werden im Moment wahrscheinlich gerade für ihren großen Auftritt nächste Woche rausgeputzt, während die russischen Truppen im Kriegsgebiet in den Rostlauben unterwegs sind...


Stichwort 9. Mai:

Zitat
Russia's Lavrov says May 9 not a relevant date for Ukraine operations

MILAN, May 1 (Reuters) - The upcoming anniversary of Russia's liberation at the end of World War II will have no bearing on Moscow's military operations in Ukraine, the country's foreign minister said on Italian television on Sunday.

"Our soldiers won't base their actions on a specific date," Sergei Lavrov said when asked whether the May 9 anniversary would mark a turning point in the conflict.

"We'll commemorate our victory in a solemn manner but the timing and speed of what is happening in Ukraine will hinge on the need to minimise risks for civilians and Russian solders," he added, speaking in Russian through an Italian interpreter.



https://www.reuters.com/world/europe/rus..._source=twitter

Offensichtlich hat die russische Führung gemerkt, daß es mit dem Großen Sieg™ bis dahin eher nichts wird.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 13.442

02.05.2022 18:03
#28 RE: Siegesparade auf dem Roten Platz, 9. Mai Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #24
Die Liste für die große Siegesparade auf dem Roten Platz ist vor zwei Tagen um ein sattes Drittel zusammengestrichen worden.


Details, Stichwort "Butter bei die Fische":

https://twitter.com/OAlexanderDK/status/1520093374757363713

Zitat
Oliver Alexander @OAlexanderDK
As with the plan for the May 9th "Victory Day" parade flyover there is also a plan for the actual parade.
It also features some interesting details and differences, if compared to the parade from 2020 and 2021, that I will go through in this thread. 1/
7:31 PM · Apr 29, 2022·Twitter Web App

Firstly, if compared to 2020 and 2021, you will notice this years parade is a lot smaller. It features 131 vehicles, compared to 234 in 2020 and 197 in 2021. 2/

A large portion of the combat ready vehicles are missing from this years parade, including TOS-1s, Pantsir-S1s, T-80BVMs and BM-30 Smerchs. 3/

The Rosgvardia (National Guard) armored vehicles that are usually part of the parade are also missing this year. They are being used extensively in the invasion of Ukraine and have suffered heavy losses. 4/

The parades usually impressive display of MLRS systems appears to have been demoted to 9 Tornado-G upgraded Grad systems. 5/

The large part of their parade consists of their "next generation" systems that exist in too few numbers to have been fielded in combat in Ukraine. Systems such as the T-14 Armata, Kurganets-25, VPK-7829 Bumerang and Uran-9. 6/



Zitat
Oliver Alexander @OAlexanderDK
The flight plan for the May 9th "Victory Day" parade flyover has been released.
It features some interesting details and differences, if compared to the flyover from 2020 and 2021, that I will go through in this thread. 1/
7:05 PM · Apr 29, 2022·Twitter Web App

Firstly, there are a less Ka-52 and Mi-28 helicopters taking part in the flyover this year. 3 of each down from 5 of each. Especially the Ka-52 is being used heavily in Ukraine and has suffered significant loses. Russia has lost 10% of it's Ka-52 fleet. 2/

This year's flyover features a Ilyushin Il-80, which has was not part of the parade in the previous 2 years. The Il-80 is a Russian airborne command and control aircraft, commonly referred to as a "Doomsday aircraft", designed to command in the event of a nuclear war. 3/

The plan also features a Tu-160 simulating an aerial refuel with 4 MIG-31 escorts. Rehearsals for this was recorded two weeks ago over Vyazma, Russia. 4/

This year's parade plan features 8 Mig-29s in flying in a Z formation towards the end of the flyover. 5/

This year's plan does not feature any combat ready Su-30SM or Su-34 aircraft. Both are being used heavily in the invasion of Ukraine, with close to 10% of the Russian Su-34 fleet having been shot down. Seems they have none to spare. 6/



https://twitter.com/OAlexanderDK/status/1520086770800644097

Die Formationen im Original:
http://redstar.ru/poryadok-prolyota-samo...noj-ploshhadyu/
http://redstar.ru/poryadok-proezda-mehan...snoj-ploshhadi/



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Emulgator Offline



Beiträge: 2.822

02.05.2022 18:57
#29 RE: Parade am 9. Mai Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #27

Stichwort 9. Mai:

Offensichtlich hat die russische Führung gemerkt, daß es mit dem Großen Sieg™ bis dahin eher nichts wird.
Wobei man damit dem Ereignis des Jahrestages ja nacheifert: Stalin wollte seine Siegesparade am Kampftag er Arbeiterklasse abhalten, aber weil vom Deutschen Reich sich viele noch möglichst vor den sowjetischen Befreiern in Sicherheit bringen wollte, bevor man kapituliert, ist erst der 9. Mai daraus geworden.

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 13.442

02.05.2022 19:11
#30 RE: Parade am 9. Mai Antworten

Ich erlaube mir mal ein unanständiges Selbstzitat.

Zitat
Elon Musk @elonmusk
Replying to @pmarca

I wonder what the world be like if Ludendorff hadn’t sent Lenin a train

9:23 AM · May 2, 2022·Twitter for iPhone



https://twitter.com/elonmusk/status/1521027606128349185

https://zettelsraum.blogspot.com/2017/04...egelte-zug.html

Zitat
Was aber, selbst bei der negativen Gewichtung der Persönlichkeit Lenins im Beitrag des DLF, in seiner tragischen Konsequenz wie ausgeblendet erscheint, sind die Konsequenzen, die diese Aktion nach sich zog: was mich, vor vier Tagen, veranlaßt hat, unumwunden zu formulieren (auch wenn Selbstzitate wider die gute Netiquette verstoßen):

Von allen verheerenden, katastrophalen Einzelaktionen, die die Geschichte aufzuweisen hat, hat dieses Unternehmen, gemessen an den Folgen, die es nach sich zog, als das unzweifelhaft entsetzlichste und grausamste erwiesen, das die gesamte Weltgeschichte aufzuweisen hat.

Als diese Folgen sind ja nicht nur die Etablierung der Macht der Bolschewiki zu sehen, der sich an die Revolution anschließende vierjährige Bürgerkrieg mit seinen grauenhaften Verheerungen mit seinen mindestens anderthalb Millionen Toten, die Abermillionen Opfer der sozialistischen Gewaltherrschaft in der Sowjetunion und, nach dem Zweiten Weltkrieg, auf dem Gebiet ihrer Vasallenstaaten im Ostblock. Ohne den Sieg der Kommunisten wäre es, soweit man Konjekturalgeschichte denn überhaupt halbwegs ernsthaft betreiben kann, auch nicht zur Herrschaft des Roten Terrors außerhalb seiner direkten Einflußsphäre gekommen. Direkt hatte das Vorbild der KPdSU Einfluß, materiell wie organisatorisch, auf die Herausbildung der Kommunisten im China unter Mao Tse-tung im China der 20er Jahre; die Kader der Parteien, die direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Südostasien (wie Ho Chi Minh oder Kim Il-sung) oder etwa in Albanien (wie Enver Hodscha) die Macht an sich rissen, sind ohne Vorbild und Unterstützung der Sowjetunion nicht denkbar, ebensowenig wie die sich sozialistisch gebenden Caudillos Lateinamerikas mit Fidel Castro oder Ernesto Che Guevara an der Spitze. Nicht der "afrikanische Sozialismus" eines Haile Mengistu Miriam noch das Vorbild des Vorrangs der ausschließlichen, tonnageversessenen Schwerindustrialisierung im Indien Nehrus.

Hinzu kommt noch die Vergiftung von Generationen mit dem geistigen Gift des Kollektivismus - nicht nur im Bereich des Elends, der geistigen Wüste, die der Sozialismus überall dort hinterließ, wo die Welt seinem Gifthauch ausgesetzt war, sondern auch im Westen. Man könnte nun sagen: ohne die Anschauung dessen, welche Auswirkung diese vermeintliche Utopie, diese Erlösung von der Tragik der Geschichte, als die sie ersonnen worden war und als die sie Jahrzehnt um Jahrzehnt wider alle sichtbare Evidenz dankbar aufgesogen wurde, wäre der Traum des Kommunismus, der "klassenlosen Gesellschaft", ohne Ungleichheit, Ausbeutung, ohne Konflikt und Krieg genau das geblieben: die mögliche Verheißung, ein zu verwirklichendes Utopia. Aber genau das blieb diese Seifenblase während der gesamten Zeit ihres im Wortsinn real-sozialistischen Bestehens: eine ins Irdische zu versetzende Variante des Neuen Jerusalems, eine machbare, umsetzbare Idealgesellschaft. Jeder neue Versuch, dies zu erreichen, erwies sich zwar als aussichtslos, jedesmal wurde genau das erzeugt, zu was die Revoluzzer, die Parteigenossen, die Fortschrittsbegeisterten vorgeblich beseitigen wollten: Elend, Rückständigkeit, Mangel, Hunger, Krieg, Ungleichheit, Ausbeutung und Sklavenarbeit, Massenmord und sehrender Hass auf alles, was nicht den Vorgaben einer selbstherrlichen Priesterkaste entsprach, Lüge und Täuschung unter dem Vorwand "wissenschaftlicher Erkenntnis" und die Ruhigstellung der Ausgebeuteten durch Führerkult und erfundene Mythen, die jeder Evidenz Hohn sprachen. Und all dies in einem Ausmaß, das die perhorreszierten Feudalgesellschaften und "der Kapitalismus" niemals im Ansatz erreicht haben.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Florian Offline



Beiträge: 3.129

02.05.2022 19:47
#31 RE: Parade am 9. Mai Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #30
Ich erlaube mir mal ein unanständiges Selbstzitat.

Zitat:Elon Musk @elonmusk
Replying to @pmarca

I wonder what the world be like if Ludendorff hadn’t sent Lenin a train

9:23 AM · May 2, 2022·Twitter for iPhone


Musk ist wirklich überraschend gebildet.
Natürlich ist der Sonderzug für Lenin etwas, was man wissen kann. Aber ich würde mal wetten, eine überwiegende Mehrheit der Amerikaner (und übrigens auch der Deutschen) kennen diese Geschichte nicht.
Interessanterweise Musk aber schon. Neulich hat er auch schon mal Ernst Jünger zitiert.
Angesichts der Tatsache, dass er sich nebenbei noch um gleich mehrere große Konzerne kümmern muss, ist seine Belesenheit erst recht beeindruckend.
Dieser Musk ist wirklich ein Universalgenie...

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 13.442

02.05.2022 20:15
#32 RE: Lagebeurteilung Antworten

Lageeinschätzung. Fokus auf die Schlacht um den Donbass & Transnistrien.

Zitat
Michael Weiss 🌻🇺🇸🇮🇪 @michaeldweiss
🧵Another week, another thread by "Karl," @holger_r's and my Estonian whisperer. As usual, Karl offers many crucial insights.
6:24 PM · May 2, 2022·Twitter Web App

“Russia’s offensive energy seems to be fading. Last week they lost at least 10 BTGs worth of equipment. That’s really significant. More difficult to assess how many KIAs but it can’t be good. Under these circumstances they can’t retain the offensive pace.”

“There are signs of Russian desperation. It’s not adequate for a top commander such as Gen. Valery Gerasimov [Russia's chief of the general staff] to lead units on the ground himself. It is fairly certain that he stayed there last week, Thursday through Saturday..."

"This means he wasn’t satisfied with the progress and went to take charge himself. This didn’t help at all.”

“Russia has had the most progress near Zaporizhzhia but Ukraine has now been able to stop that as well. Russian advances near Izyum, Severodonetsk and Slovyansk have been extremely minimal and have come with heavy losses.”

“Ukraine has had success in Kharkiv. The north side has been deblocked. The Russians can still shell the city only from the east. It might still have hold of the Belgorod-Izyum highway but Ukraine has the highway on artillery range. The Russian supply line is not safe.”

“Ten days ago there was a threat of the Russians’ surrounding Severodonetsk. There is no sign of anything as such happening now.”

“Russia’s massive losses, such as 40 tanks a day, still allowed them to advance only 2-3 km a day. There is no sign that they’re bringing in new units or equipment. There has been no such movement in several days.”

“Expect Ukrainian counter-offensives to scale up but I don’t want to speculate on when. In Kyiv it started 1.5 to 2 weeks after Russia’s strong offense stopped. According to that logic, there are still 1.5 weeks to go.”

“Ukrainian counter-offensives will not be so large-scale. They will need to go carefully so as not to weaken themselves so much that they’d need to retreat. We can expect counterattacks as in Kharkiv soon also in Izyum, Severodonetsk.”

"Russia’s main strength has been forcing Ukraine to leave ground with massive artillery fire. Ukraine has already received but maybe not deployed Western-supplied artillery that has a larger range than Russia’s. Ukraine will soon be able to shell Russian artillery positions.”

“Russian units in Moldova don’t have capability to change the situation in Ukraine but the risk is related to them going against Moldova. Doubtful if they could succeed even against an extremely weak Moldovan army. Doubtful, too, if Ukraine and Romania would allow it to happen.”

“It is also questionable if Transnistria’s elite would allow this. They have been able to export to the EU through Moldova and there is a certain degree of economic integration between Transnistria and Moldova.”

“Today is the anniversary of the 2014 Odessa Trade Union Building fire. No serious related provocations or terrorist acts have been recorded so far. The Ukrainian SBU has kept a close eye on this.”

“Russia’s targeting Ukraine’s infrastructure, supply lines has had an effect but the railway network in Central Ukraine is so dense, it allows rerouting. The Zatoka bridge (bombed 2 or 3 times now) isn't important militarily but it breaks Ukraine’s trade line to Romanian ports.”

“It’s noteworthy that there have been increased attacks on infrastructure and military objects inside Russia. It’s fairly certain that at least in Kursk, Belgorod and Bryansk that has been Ukraine’s work. War is reaching Russia’s homes, it’s no longer just a TV war for them.”

“Also noteworthy is Russia’s childish mistakes such as leaving the Snake Island patrol boats as open targets or Lavrov’s statement on Jews. Israel has kept a very low profile until now but such statements didn't leave them an option but to react.”

“Putin has a few very bad hands to play. He can’t afford losing the war. One option is general mobilization which would be a blow to the economy. The reserve units would need training and equipment that they don’t have. Takes a lot of time.”

“I can’t exclude that he will use a tactical nuclear weapon. The risk for him: Russia’s General Staff will tell him to fuck off. Then he’d be a dictator without an instrument of power. It would be the end for him..."

"Militarily neither of the options would make sense but would hasten the end of the war.”

“It’s unclear how bad the losses for Ukraine have been. Earlier estimates said 2,500-3,000 men. By now this can be doubled. Such losses should still be manageable for Kyiv.”

“The thing to watch out for: talks in the West about the importance of peace while not saying anything about the aggressor. Considering what Russia is doing in Ukraine, such talk is a cynical crime..."

"Peace is not the most important thing right now but chasing the aggressor out of the country is.”

/END



https://twitter.com/michaeldweiss/status/1521163752296660992

Nachtrag.

Zitat
Phillips P. OBrien@PhillipsPOBrien·17m
And sounds like no new Russian forces coming in. If this is true and the cupboard is basically bare (few new Russian reinforcements coming ) than the Battle of the Donbas really is just another operation to wreck the Russian army. Battle of Kyiv mark 2.
8:08 PM · May 2, 2022·Twitter for iPhone

Zitat
Dan Lamothe @DanLamothe · 43m
Russian force levels have not fundamentally changed in the last few days.

The Pentagon now assesses there are 93 Russian battalion tactical groups in the fight, the senior defense official said.

The number was 92 last week. Many of those units are not at full strength.





https://twitter.com/PhillipsPOBrien/stat...189797162668032



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Ulrich Elkmann Online




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02.05.2022 23:13
#33 RE: Der Verrat der Intellektuellen Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #13
mit dem Einsatz der "Poseidon"-Unterwasserdrohne...


Zur "Poseidon" finde ich gerade dieses hier:

Zitat
Status-6 Torpedo "Poseidon" - PROBABLE HOAX

First deliberately "leaked" on 10 November 2015 Russian evening news programs. Such a torpedo was envisaged in 1950s, during Cold War, by nuclear physicist Andrei Sakharov. Interesting as a Doomsday Machine, should one be needed. But this really looks like disinformation.

On 01 March 2018 Russian President Vladimir Putin dedicated around one-third of his nearly two-hour address to a joint session of parliament and other VIPs to descriptions and animations or other video clips of new "strategic weapons," most of which he suggested were nuclear-capable. Putin added, "Understand that everything I have said today is not a bluff... no one in the world possesses anything remotely similar ...."

During a speech to the Federal Assembly on March 1, President Vladimir Putin revealed a wide range of brand new weapons systems. While the newly developed, nuclear-capable intercontinental ballistic missile was named RS-28 'Sarmat' and the hypersonic missile was dubbed 'Kinzhal' (Dagger), Putin asked the public to suggest and vote for the names of three other brand new weapon systems.

The names for the combat laser complex, unmanned underwater vehicle and cruise missile with nuclear power plant were selected during the voting on the website of the Ministry of Defense. Among the names of the combat laser complex, "Peresvet" won. "Burevestnik" was chosen as the name of the cruise missile with a small nuclear power plant, the "Poseidon" received the largest number of votes among the names of the unmanned underwater vehicle, the military department said. This is the first precedent in the history of Russia, when the name for weapons was chosen by popular vote. Previously, the military chose the names for weapons.

The underwater submarine drone was eventually named 'Poseidon', in honor of the Greek god of the seas, while the state of the art combat laser system received a proud name of 'Peresvet' – a Russian-warrior monk who fought at the Battle of Kulikovo at the end of the 14th century. The nuclear-powered cruise missile was menacingly named 'Burevestnik' (petrel seabird), which can be loosely translated from Russian as ‘storm messenger.’



https://www.globalsecurity.org/wmd/world.../putin-2018.htm

Zitat
Status-6 / Kanyon / SS-N-38 / Poseidon - Ocean Multipurpose System

For the first time, Russian President Vladimir Putin spoke about a Russian unmanned underwater vehicle with a nuclear power plant in his message to the Federal Assembly in March 2018. He noted that such drones can be equipped with both conventional and nuclear warheads and will be able to destroy enemy infrastructure, aircraft carrier groups, etc.

Public discussions of this system almost always focus on its "doomsday machine" nuclear retaliation role. While this is all very exciting to talk about, probably this is a cover story for the actual missions of this large Unmanned Undersa Vehicle [UUV], which is probably part of Russia's emerging Harmony undersea surveillance system, a SOSUS with Russian characteristics.

The Project 09851 Khabarovsk special-purpose nuclear submarine, capable of carrying up to six Poseidon strategic drones, will be launched in the first half of 2021. "The withdrawal of the Khabarovsk submarine from the Sevmash shipyard is planned for the spring - summer of next year. Then the factory sea trials of the submarine will begin," the source in the military-industrial complex source said.

The first Poseidon carrier - Project 09852 Belgorod submarine - was launched on April 23, 2019. Submarines "Belgorod" and "Khabarovsk" must carry six Poseidon vehicles. According to the Ministry of Defense, the Poseidon vehicles, together with the carrier submarines, are part of the so-called oceanic multipurpose system. As sources previously reported to TASS, Poseidon will be able to carry a nuclear warhead with a capacity of up to two megatons to destroy enemy naval bases. Drones will get high speed and unlimited cruising range.

For a few seconds on 10 November 2015, evening news programs showed a document with drawings and details of a planned Russian nuclear-capable underwater drone that would be launched from a submarine, dubbed Status-6. Such a torpedo was envisaged in 1950s, during Cold War, by nuclear physicist Andrei Sakharov - later a famous dissident and peace activist. The 100-megaton warhead could devastate US coast with massive tsunami and intense radiation.

In bland but chilling language, the document said the purpose of the pilotless subs -- still on the drawing board and at least a decade away from any possible production -- would be to 'strike important enemy economic facilities in coastal areas.' The Russian government newspaper Rossiiskaya Gazeta later reported details of the weapon, without showing the diagram, and speculated about a super-radioactive cobalt device. NTV television and Channel One state television, which are under strict Kremlin control, both featured footage from a meeting that President Vladimir Putin held with top defense officials in the southern Russian city of Sochi.

At one point, the camera points over what appears to be the shoulder of one of the uniformed military officials attending the meeting, at a document he is holding headlined "Ocean Multipurpose System 'Status-6.'” The document includes drawings of what appears to be a torpedo or an underwater drone. The meeting can be watched on YouTube, with details about the weapon starting at 1:49.

It is said that the Status-6, codenamed Kanyon, was tested on November 27, 2015 during a secret operation. The test should have been performed by a Sarov class submarine, project 20120.

The Status-6 should have a diameter of 1.6 meters, a length of 24 and would be able to reach an operating depth of one thousand meters. New details on the reactor emerge. This would be a small eight megawatt liquid metal-cooled nuclear reactor, which would allow the Status-6 to reach a cruising speed of 55 km / h. However, the second data on speed is interesting. According to the Russian sites, the Status-6 could accelerate up to a speed of 185 km / h. If these data were correct, the Russian torpedo would certainly be able to bypass any existing NATO defense system. The Mark-48 torpedo, the main offensive system of the US Navy, has a maximum range of 55 km and an operating depth of 800 meters. This means that if the Status-6 operates close to its maximum depth (one thousand meters) at a speed of 185 km / h, the US Navy's primary weapon could not reach it and destroy it.
...
Poseidon is small in comparison with submarines. If you believe the information about the gigantic speed of the drone, Military Review experts indicate, it should be recognized that its detection and relatively accurate location will be quite possible using acoustic methods, since noise from a torpedo (drone) traveling at a speed of 100 knots will be heard from great distances . As Poseidon approaches the arrays of bottom sensors of the American SOSUS / IUSS system, it will be possible to send anti-submarine aircraft to the intended area of ??torpedo movement and determine its location accurately. Next, the question arises of hitting the target. I must admit that technologically the West is already able to quickly and inexpensively create weapons for this.
...
Of course, it is possible that this device will actually sneak at a low speed, for example, at 10–15 knots, in the “problem” depth zone — not more than 100 meters, near the boundaries of the “jump layer”, or, if there are several such layers, between them. Then its discovery will become much more difficult - the ocean is huge and it will not work everywhere to provide the necessary forces and means. If Poseidon follows the route at a great depth, as promised, but at a low speed, then this will nullify the possibility of detecting it using non-acoustic methods (by radioactive trail or by thermal radiation, or other known methods), but it will somewhat simplify acoustic detection, although it will be difficult to detect it at low speed.



https://www.globalsecurity.org/wmd/world/russia/status-6.htm



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 1.963

03.05.2022 17:34
#34 RE: Lagebeurteilung Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #32
“There are signs of Russian desperation. It’s not adequate for a top commander such as Gen. Valery Gerasimov [Russia's chief of the general staff] to lead units on the ground himself. It is fairly certain that he stayed there last week, Thursday through Saturday..."


Ich frage mich ja nach zwei Monaten immer noch, welchen Sinn das Ganze hat, bzw. haben sollte. Irgendetwas, was man logisch nachvollziehen kann. Hitlers Feldzüge in Ost und West hatten allesamt eine gewisse, nachvollziehbare Logik, militärisch und ökonomisch, selbst ohne Beachtung einer wie auch immer gearteten Weltbeherrschungsideologie. Selbst die Afghanistan-Kröte, die sich sowohl die Russen als auch die Amis mal schmecken lassen wollten, kann man noch irgendwie geopolitisch begründen. Aber das hier?

Bislang konnte mein Großhirn auf Hochtouren nur zwei Theorien ausarbeiten:

1. Der russische Staat war derart bankrott, dass ziemlich zeitnah kein lebensunterhaltsfähiger Sold mehr an die Armee gezahlt werden konnte. Also hat Putin sie zum Plündern ins Nachbarland geschickt. "Wenn ihr neue Fernseher braucht, holt sie euch in der Ukraine". Der Krieg selbst kostet Russland zwar auf dem Papier auch Geld, aber Mann und Material gibt es zur Genüge, und alles was man privatwirtschaftlich beschaffen müsste (wie bspw. Treibstoffe, Lebensmittel u.Ä.), wird man im Putinismus auch zum Sonderpreis (mit Zahlungsziel 2075) bekommen.

2. Putin hat Anzeichen dafür gesehen, dass er zeitnah vom Militär gestürzt werden wird. Nun sind sie anderweitig beschäftigt, und Putin nützt die Gelegenheit um die Generäle, die er des Hochverrats verdächtigt hat, in die Ukraine zu schicken um dort ihr berufsbedingtes Ende zu finden.

Zugegeben, eher exotische Theorien.
Aber die einzige Alternativerklärung die bleibt, wäre eine irrsinnige Folge von Fehleinschätzungen und Unfähigkeit, wie sie die moderne Welt in militärischen Konflikten noch nie gesehen hat.

Johanes Offline




Beiträge: 2.338

03.05.2022 18:40
#35 RE: Lagebeurteilung Antworten

Ich kann mir auch bis heute keinen richtigen Reim darauf machen. Allerdings sind mir durch den Konsum von Onlinemedien folgende Theorien begegnet:
1. Putin ist sterbenskrank und will in die Geschichtsbücher.
2. Putin hat nach der Isolation während Corona und/oder einer Erkrankung (mit was auch immer) und/oder aufgrund seines Alters und/oder weil er nur noch mit Jasagern umgeben ist seine Urteilsfähigkeit verloren. Er ist sehenden Auges in seinen eigenen Untergang gelaufen, ohne es zu erkennen.
3. Putin verfügt über einen streng geheimen Superplan, der...
3.1. ...entweder aufgrund von irgendwas gescheitert ist, das wir als uneingeweihte Aussenstehende falsch einschätzen müssen...
3.2. ...oder dessen Klimax noch kommt.
4. Putin und seine Getreuen im Kremel verfügen über eine solche Ideologie, dass der Einmarsch in die Ukraine in dieser fast zwangsläufig folgt. In der Tat gibt es ja russischen Intellektuelle, die Russlands notwendigen Aufstieg zur Weltmacht vorhersagen. (Siehe hier und hier
5. Wir verstehen das zwar trotz politischen interesse nicht, aber es ist für die russischen Strategie irgendwie notwendig, einen Zugang zum Schwarzen Meer zu erhalten. Es gibt ja auch immer wieder Aussagen von irgendwelchen Geostrategen, die offenbar inspiriert von der Heartlandtheorie von Mackinders sagen, dass Russland den Zugang zum Schwarzen Meer braucht, um agieren zu können.
6. Dann gibt es die, die russische Propaganda ernst nehmen und tatsächlich irgendwelche Biolabore usw. als Erklärung annehmen.
7. Ergänzgend zu oben gibt es natürlich noch die Leute, die glauben zu wissen, dass die Geheime Weltregierung der Illuminaten nach dem Ende von Corona jetzt etwas braucht, um ihre Unterdrückung weiterhin ausüben zu können, weil... das irgendwie zu einem weiteren Superplan gehört oder zum Kampf gegen die Echsenmenschenverschwörung.
8. Eine Mischung aus den 7 davor.

Zum 2. Punkt möchte ich noch anmerken: Mir sind durchaus Fälle von älteren Menschen bekannt, die offenbar mit Isolation schwer umgehen können und dann zunehmend verwirrt bis hin zu dement werden. Solange sie aber immer wieder mit Menschen in Kontakt kommen, sollen sie sich erholen und sogar wieder aufbauen.
Ich will damit nichts andeuten oder so, aber völlig unplausibel scheint mir die Story nicht zu sein.
Solche Palastdramen eröffnen sich eben, wenn man einen Alleinherrscher hat, welcher sein Amt nicht lebend aufkündigen kann und der auch keine Co-Regentschaft organisiert bekommt. Wir müssen ja nur die Geschichte der ersten Kaiser Roms anschauen, besonders der Julianisch-Claudischen Linie (die Cäsaren danach waren ja zumeist aufgrund ihres militärischen Geschicks überhaupt erst Cäsaren geworden), und bekommen genug Beispiele. Damit meine ich jetzt keinen Cäsarenwahnsinn, sondern die Problematik die Herrschaft ohne Nachfolger zu stabilisieren, wenn man ohne diese Herrschaft wahrscheinlich getötet würde.

24.04.22, Endlich, EU kämpft gegen Hass im Netz
25.04.: Twitter wurde von Musk übernommen.
(to be continued)

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 13.442

03.05.2022 18:44
#36 RE: Lagebeurteilung Antworten

Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #34

1. Der russische Staat war derart bankrott, dass ziemlich zeitnah kein lebensunterhaltsfähiger Sold mehr an die Armee gezahlt werden konnte.


Peter Zeihan, der unter Zugrundlegung der Heinsohn'schen Optik (die ja schon in Huntingtons "Clash of Civilizations" vorkommt - in der Buchausgabe von 1995; am Schluß) 2014 in seinem Buch "The Accidental Superpower" eine Invasion der Ukraine durch Russland "innerhalb der nächsten acht Jahre" vorausgesagt. Das hat nur ziemliches Kopfschütteln ausgelöst, liest sich heute aber anders. Die Begründung: zum einen hat Russland, in allen seinen Inkarnationen als Imperium gesehen, mit dem Zwang, sein territorium auszuweiten, zu sichern; es hat seit den Mongolen zahllose Invasionen gegeben; alle sind gescheitert. Nichts anderes gilt aus der Perpekstive des Kreml; und es war immer mit Zwang & ohne Rücksicht auf die eigenen oder gar andere Leute verbunden.

Und Russland ist momentan am Ende der Fahnenstange angelangt, um das durchführen zu können. Sogar: um den eignen Staat vor dem Kollaps zu bewahren. Zeihan betont, daß man sich seit gut 15 Jahrn nicht mehr auf die offiziellen Zahlen verlassen kann, aber die Bevölkerungspyramde ist im freien Fall. Die Lebenserwartung liegt so zwischen 60 und 65 (und das sind noch die offizellen Zahlen), HIV & TBC erreichen astronomische Werte. Die Ausbildungssystem, das zwar schlicht, aber einigermaßen effektiv war, weil die Sowjetunion halt Leute brauchte, die tatsächlich einen Traktor mit Klebeband am Laufen halten mußte, ist Anfang der 90er Jahre praktisch zusammengebrochen. Die Berufsgruppen, die noch eine halbwegs vernünftige Ausbildung erhalten haben, sind jetzt über 50. Danach kommt nichts mehr, was das Land am Laufen halten könnte; wer es eben konnte, hat sich in den letzten 25 Jahren in die EU oder die USA abgesetzt, wo es wenigstens Lohn & Rente gibt. Die Führungsebene des Kreml rekrutierte sich nach Breschnjews Tod ausschließlich aus KGB-/FSB-Kadern; einfach weil niemand anders mehr zur Verfügung stand. Die Ökonomie bricht auch ohne die Kosten des Kriegs inkl. Sanktionen zusammen, weil der Staat nicht mehr genügend eigene Finanzmittel generieren kann, um die Infrastruktur funktionsfähig zu erhalten.

Und daß die russische Führung da massive Schwierigkeiten hat, genügend Leute an die Front zu schicken, um ihren Krieg durchzuführen, sehen wir jetzt jeden Tag, an dem die Offensive im Donbass nicht zündet.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Ulrich Elkmann Online




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03.05.2022 19:03
#37 RE: Lagebeurteilung Antworten

Frau Schwarzer kann sich wieder schlafen legen. Ihr "Casus belli" liegt jetzt offiziell vor.

Zitat
Jack Detsch @JackDetsch
New: Ukraine is now using U.S.-provided howitzers in the fight against Russia, Defense Secretary Lloyd Austin confirms to Congress.
5:27 PM · May 3, 2022·Twitter Web App



https://twitter.com/JackDetsch/status/1521511830644043776



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F.Alfonzo Offline



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03.05.2022 19:30
#38 RE: Lagebeurteilung Antworten

Zitat von Johanes im Beitrag #35
1. Putin ist sterbenskrank und will in die Geschichtsbücher.


Ob er krank ist oder nicht, spielt dabei vermutlich keine Rolle. Jeder Politiker, der so lange an der Macht ist, interessiert sich irgendwann richtung Lebensende nur noch für seine weltpolitische Relevanz. Könnte also sein, dass Putin, bevor er beim Sensenmann abdankt, nochmal das großrussische Reich herstellen will. Allerdings halte ich den Mann nicht für so doof zu denken, dass er das mit Gewalt hinbekommt, auch wenn es in der Vergangenheit in Staaten wie Tschetschenien funktioniert hat. Putin weiss doch ganz genau, dass die Tschetschenen nur deshalb hinter ihm stehen, weil er den Gangster Kadyrov das eigene Land ausplüdnern lässt, und dass das nur so lange funktioniert, bis sich mal eine organisierte Revolution bildet.
Das selbe übrgigens in Weissrussland; Lukaschenko regiert da zwar schon seit, was weiss ich, dreissig Jahren, aber seine Regentschaft ist alles andere als stabil; und wenn das Militär sich mal auf die Seite der ProtestierendeX stellt, ist die Sachen schnell vorbei.
Wenn Putin das russische Reich neu formieren will, dann sollte man erwarten dass er das mit Blick auf die nächsten 100-1.000 Jahre macht. Und das funzt nicht mit Proxy-Regierungen, die alle zwei Jahre gewaltsam eine Revolution niederschlagen müssen, so schlau dürfte Putin schon sein.

Zitat von Johanes im Beitrag #35
und/oder weil er nur noch mit Jasagern umgeben ist seine Urteilsfähigkeit verloren


Das halte ich aktuell für die Hauptursache: Ein Autokrat, der alle entsorgt die ihm widersprechen, hat früher oder später auch keine vernünftigen Informationsquellen mehr. So zerstört sich jeder Diktator früher oder später selbst.

Zitat von Johanes im Beitrag #35
Putin verfügt über einen streng geheimen Superplan


Das wäre dann die unterhaltsame Alternative: Haben sie Superman gentechnisch hergestellt? Als Teil ihres Superwaffenprogramms? Ansonsten sehe ich eher schwarz für die kurzfristige Zukunft der Sowjetun...- äh, Russland.

Morn Offline




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03.05.2022 19:35
#39 RE: Lagebeurteilung Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #36
Die Berufsgruppen, die noch eine halbwegs vernünftige Ausbildung erhalten haben, sind jetzt über 50. Danach kommt nichts mehr, was das Land am Laufen halten könnte; wer es eben konnte, hat sich in den letzten 25 Jahren in die EU oder die USA abgesetzt, wo es wenigstens Lohn & Rente gibt.

Nicht zu vergessen die zehntausende von jungen IT-lern, die sich erst die letzten Wochen auf den Weg machten...

Gruß
Morn <><
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1987, L. Cohen

Emulgator Offline



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03.05.2022 21:38
#40 RE: Lagebeurteilung Antworten

Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #34
Aber die einzige Alternativerklärung die bleibt, wäre eine irrsinnige Folge von Fehleinschätzungen und Unfähigkeit, wie sie die moderne Welt in militärischen Konflikten noch nie gesehen hat.
Der Falklandkrieg ist ausgebrochen, weil Argentinien glaubte, das Vereinigte Königreich würde sich nicht wehren. Zuvor war dessen Regierung über eine Übertragung der Inseln mit Argentinien im Gespräch. Argentinien wiederum hatte die Besetzung andeutungsweise angekündigt ohne Reaktion aus London.

Die Einsätze in Somalia, Afghanistan (beide), Irak und Mali wurden auch im Vorfeld unterschätzt. Polen wurde 1939 angegriffen, weil Hitler von der Passivität von Frankreich und UK überzeugt war. Ausnahmsweise hatte er Recht, aber es hätte auch anders kommen können.

Putin meinte, die Ukraine würde sich nicht wehren oder der Widerstand würde schnell gebrochen. Derselben Meinung war offensichtlich die westliche Aufklärung. Deswegen hat man lange nur Waffen geliefert, die nicht so gefährlich sind, wenn sie einem siegreichen Rußland in die Hände fallen, und keine Fahrzeuge. Das hat sich erst geändert, als man gesehen hat, daß die Ukrainer erfolgreich Widerstand leisten. Die deutsche Politik war bei der Haltung sogar besonders konsequent: Man soll sich mit dem erwarteten Sieger gutstellen, denn die Verbitterung des Verlierers, daß er verraten wurde, muß man nicht fürchten.

Auf westlicher Seite hat man sich sogar noch weiter geirrt, indem man dachte, Putin würde nach eine handstreichartigen Übernahme der Ukraine einfach zufrieden sein und nicht weiterziehen, wenn er beim nächsten Schritt immer noch keinen Widerstand befürchen muß.

Zitat von Johanes im Beitrag #35
die Geheime Weltregierung der Illuminaten
Es sind in Wahrheit die Inebriati.

Ulrich Elkmann Online




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03.05.2022 22:33
#41 RE: Lagebeurteilung Antworten

Aus der Gerüchteküche.

Zitat von Tuesday 03 May 2022 5:29 pm
Kremlin on high alert as coup rumours grow in Moscow: Disgruntled generals join FSB looking to oust Putin and end Ukraine war

Rumours are swirling in Moscow that a number of former generals and KGB officials are preparing to oust Russia’s president Vladimir Putin and plan to end the war in Ukraine, which is increasingly seen across Russia as a strategic mistake and, above all, an economic disaster.

The top of Putin’s former employer – the Russian security service FSB – is said to be so frustrated about the lack of military progress in Ukraine that it has reached out to a number of generals and former army officials, according to various analysts and local media reports.

In particular a group called the ‘Siloviki’ – which comprises of former FSB officers who are active in Russian politics – is said to be pushing hard to replace Putin, together with former officers from the GRU, KGB and FSO, other Russian intelligence units.

The idea a coup may be imminent is further strengthened by social media activity across Russia and Eastern Europe, which has gone into overdrive in the last 24 hours.

Moreover, analysts in and outside Russia have said all signs are there that Putin will face a coup soon.



https://www.cityam.com/kremlin-on-high-a...nd-ukraine-war/



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

F.Alfonzo Offline



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04.05.2022 12:45
#42 RE: Lagebeurteilung Antworten

@Emulgator :

Jo, militärisch / politisch waren das alle Griffe ins Klo. Ich darf noch den Vietnamkrieg hinzufügen, der für alle Zeiten als Lehrbuchbeispiel für komplette Fehleinschätzungen dienen wird. Dadurch ist aber die Frage nach dem Sinn noch nicht beantwortet: Vietnam und Afghanistan war geopolitisch bedeutsam, auch wenn sich kein Mensch für die beide Länder interessiert. Was ist die Ukraine? Geht's da nur darum, der NATO eine reinzuwürgen, und deshalb fängt man so einen Krieg an? Das ist aus meiner Sicht nicht vernünftig, nicht logisch. Zumal, wie schon erwähnt, eine installierte Marionettenregierung auch nur absehbar begrenzte Lebenszeit hätte. Nationbuilding ist das nicht.

Erklärbar nur dadurch, dass die Russen tatsächlich geglaubt haben dass die Ukrainer in überwiegender Mehrheit keine Ukrainer, sonder Russen sein wollen. Was schon in Belarus in einer Diktatur nicht funktioniert. So doof kann man doch gar nicht sein.

Johanes Offline




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04.05.2022 13:22
#43 RE: Lagebeurteilung Antworten

Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #42
Was ist die Ukraine?


Falls die Entscheidungsverantwortlichen im Kreml wirklich die Ideologie teilen, die in dem Video von Prof. Rieck und in dem Beitrag von Hrn. Elkmann angedeutet wird, dann ist die Ukraine sozusagen ein wichtiger erster Stein, von dem aus man das russische Imperium erbauen will. Warum man jetzt unbedingt ein Imperium errichten will, auch auf Kosten des eigenen Wohlergehens bleibt eine andere Frage.

Außerdem gibt es einige Geostrategen, die den Zugang zum Schwarzen Meer wirklich eine Bedeutung beimessen. Warum habe ich nicht wirklich verstanden.


Eine Sache, die mir noch Sorgen bereitet, werte @Emulgator und @F.Alfonzo, ist die Folgende:
In Vietnam wurde die US-Regierung meines Wissens formal um Hilfe gerufen, weil Südvietnam (damals die völkerrechlich anerkannte Regierung) Angst vor den durch Chinesen bewaffneten Vietcong hatten. Die USA haben, so wird heute dargestellt, in erster Linie interveniert wegen der Dominio-Theorie. Sie wollten also in Vietnam verhindern, dass ganz Asien kommunistisch wird. (Für die amerikanische Öffentlichkeit wurden Kriegsgründe sogar gefälscht.)
Wir alle wissen wie es gekommen ist: Die USA haben sich irgendwann aus Vietnam zurückgezogen und heute regieren dort die besagten Vietcong.

Danach kam Afghanistan wo unter den Schutz der Besatzungsmächte ebenfalls eine Gruppe von Kollaborateuren (wertneutral verstanden) entstand. Natürlich wird es da viele Opportunisten gegeben haben. Es gab aber auch eine Gruppe von großstädischen Intellektuellen, die tatsächlich westlichen Werten anhing.
Wir haben Afghanistan verlassen und damit diese Kollaborateure de facto den Taliban ausgeliefert.

Im Lichte dieser Erfahrung betrachtet: Sind die Amerikaner/der Westen überhaupt noch gute Verbündete?
Sind Demokratien einfach zu Wankelmütig in der öffentlichen Stimmung für langfristige Engagements oder zu avers gegenüber Verlusten?

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Das soll weder eine Kritik am Abzug aus Afghanistan sein, noch will ich den Westen schlechtreden oder sowas.

Es geht mir nur einfach um die Feststellung, dass wir mit unseren Verhalten gegenüber einer Partei auch ein Signal gegenüber dritten Parteien senden. Und dieses Signal ist nicht besonders schön. Es scheint, dass der Westen trotz ernsthafter Vorsätze und so weiter, für eine bestimmte Art von Konflikt kein guter Verbündeter ist.
Das könnte noch unentschlossene Mächte abschrecken und bestehenden Verbündete nervös machen.

Sehe ich das richtig oder unterliege ich einen Denkfehler?

24.04.22, Endlich, EU kämpft gegen Hass im Netz
25.04.: Twitter wurde von Musk übernommen.
04.05.:Scholz WILL nicht nach Kiew
(to be continued)

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 13.442

04.05.2022 14:33
#44 RE: Lagebeurteilung Antworten

Zur Dominotheorie. Es ist generell so, daß solche Kriege sich aus den Erfahrungen der unmittelbar vorhergehenden Kriege/Interventionen speisen. 1945 war insofern ein Sonderfall, weil das dritte Reich und das japanische Kaiserreich in dieser Form, als militärische Großmacht, die drohen konnten, nicht mehr existierten. Die Dominotheorie fußte auf der Erfahrung aus China, wo das Wiederauffflammen des Bürgerkriegs im Herbst 1946 nach 3 Jahren mit dem Sieg Maos geendet hatte. Nordkorea hatte im Juni 1950 gezeigt, daß der sowjetisch installierte Kommunismus auf Expansion ausgerichtet war. Vietnam war zur Hälfte an die Kommunisten gefallen. Die USA (& England) gingen davon aus, daß das nach & nach ganz Südostasien erfassen könnte - bis hin zu Japan und Australien.

Fürs schwarze Meer ist ausschlaggebend, wie sich das aus russischer Sicht, mit Blick auf die Weltkarte, darstellt. Zeihan beschreibt das so, daß Russland praktisch keine natürlichen Grenzen hat, aber in den letzten 700 Jahren (angefangen mit der Goldenen Horde 1237-1243) sich gute 50 Mal Eindringlingen gegenüber gesehen hat. Diese sind durch neun Korridore gezogen. Aus der "imperialistischen" Sicht gilt es, diese zu besetzen und einen Sperrriegel durch eigene militärische Präsenz zu errichten. Zu Zeiten der UdSSR kontrollierte Russland alle 9 "Zugänge;" nach 1991 nur noch einen einzigen - den bei Wladiwostok. Drei dieser Korridore verlaufen durch die Ukraine, einschließlich der Küste zum Schwarzen Meer, die durch eine Marine, die auf der Krim stationiert ist, kontrolliert werden kann. Das war die Sicht seit Katharina der Großen, und aus dieser Sicht ist das mit der Eroberung der Krim im 18. Jhdt. und dem Krimkrieg von 1853 bestätigt worden. Dabei spielt es eben keine Rolle, ob diese Sicht tatsächlich die realen Verhältnisse widerspiegelt, sondern nur, ob sich die Führung im Kreml danach ausrichtet.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Krischan Offline




Beiträge: 609

04.05.2022 17:38
#45 RE: Lagebeurteilung Antworten

Zitat von Johanes im Beitrag #43

Sehe ich das richtig oder unterliege ich einen Denkfehler?


Lieber Johanes,
das ist eine spannende Theorie. Gleichwohl gibt es eine Gemeinsamkeit für das "Versagen" des Westens in Vietnam und Afghanistan - beides waren Bürgerkriege, und der Westen hat Partei ergriffen, für "our sons of bitches", d.h. für die im Zweifel antikommunistisch und pro-westlich gesinnte Partei. Irak ist ein weiteres Beispiel, oder auch Mali oder Somalia. Das sind natürlich keine lupenreinen Demokraten. Und bei Bürgerkriegen muss man den Westen nicht besiegen, das geht auch gar nicht, schon gar nicht militärisch - die "Gegenpartei" darf nur nicht verlieren. D.h. Guerillakrieg, Bürgerkrieg, man macht es den westlichen Interventionisten schwer. Solange, bis wir die Lust verlieren und uns zurückziehen.

Dieses Szenario sehe ich in der Ukraine nicht, hier wird in der Tat einem Land geholfen, sich gegen einen externen Feind zu verteidigen.

Bestimmt fallen den Zettel-Raumteilern auch noch Beispiele für "gelungene" Interventionen des Westens ein, ich bin da gerade blank.

krischan

Deutsche Wurst - alles andere ist Käse.

Florian Offline



Beiträge: 3.129

04.05.2022 17:39
#46 RE: Lagebeurteilung Antworten

Meer-Zugang ist nicht nur militärisch wichtig sondern auch ökonomisch.
Schon immer war Warentransport über See VIEL günstiger als über Land.

(Anekdote:
Ich habe mal ein Praktikum bei einer Import/Export-Firma gemacht.
Eine meiner Aufgaben war die Berechnung von Frachtkosten.
An was ich mich noch erinnere: die Kosten einen Container von Hong Kong nach Hamburg zu verschiffen waren niedriger als die Transportkosten von Hamburg nach Düsseldorf.)


Zumindest historisch war der Zugang zur See für das Zarenreich daher auch aus ökonomischer Sicht wichtig.
Man stelle sich nur mal vor, was es für ein Aufwand war im 16. Jahrhundert (sagen wir mal) ein Seidenkleid von Frankreich über Land nach Russland zu transportieren.
Und um wie viel einfacher das via Schiff geht. (Der Kostenunterschied wird sicher bei mehr als Faktor 10 gewesen sein).
Abgesehen davon, dass Landtransport viel einfacher von anderen Nationen blockiert oder mit Abgaben belegt werden kann als Seetransport.

Und angesichts der riesigen Fläche Russlands ist es wirklich überraschend, wie wenig See-Zugang das Land hat.
Es gibt da eigentlich nur die Häfen von Murmansk (der nicht eisfrei ist), Wladiwostok (sehr weit entfernt von den industriellen Zentren des Landes und auch nur mit einer schwachen Verkehrsinfrastruktur verbunden), St. Petersburg und eben das Schwarze Meer.
Wobei die beiden Letztgenannten das strategische Problem haben, sich hinter einem von der Nato kontrollierten Flaschenhals zu befinden (Dardanellen bzw. Großer Belt).

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 1.963

04.05.2022 17:48
#47 RE: Lagebeurteilung Antworten

Zitat von Johanes im Beitrag #43
Außerdem gibt es einige Geostrategen, die den Zugang zum Schwarzen Meer wirklich eine Bedeutung beimessen.


Ja, die russische Militärstrategie braucht Zugang zum schwarzen Meer, damit die Kriegsschiffe sich "selbst entzünden" könnnen

Ernsthaft: Das sollte heutzutage nicht mehr wichtig sein. Ökonomisch ist der Schwarzmeerhafen sicher wichtig, aber militärisch nicht. Die Russen haben überall Verbündete und Zugang, und haben es auch ohne die Ukraine geschafft, ihre Marine da reinzufahren.

Florian Offline



Beiträge: 3.129

04.05.2022 17:53
#48 RE: Lagebeurteilung Antworten

Zitat von Krischan im Beitrag #45

Bestimmt fallen den Zettel-Raumteilern auch noch Beispiele für "gelungene" Interventionen des Westens ein, ich bin da gerade blank.



Zum Beispiel der Golfkrieg 1991. Da ging es um die Befreiung Kuwaits - und das hat geklappt.
Stützt übrigens Ihre These, dass der Westen relativ gut darin ist, ein souveränes Land vor fremder Eroberung zu schützen. Aber relativ schlecht darin ist, Schiedsrichter in einem Bürgerkrieg zu spielen.

Außerdem hat da halt einfach alles für den Westen optimal gepasst:
Die westlichen Militärs hatten noch die Top-Ausstattung wie im Kalten Krieg. (Allein die schiere Truppen-Zahl die da eingesetzt wurde wäre heutzutage unvorstellbar. Rund 1 Million Soldaten auf westlicher Seite, davon 700.000 Amerikaner). Es gab eine wirklich gut geschmiedete Allianz an der sich auch viele arabische Nationen beteiligten. Und es gab offenes Terrain auf dem der Westen seine qualitative Überlegenheit und seine Luftüberlegeneheit voll ausspielen konnte. Und es gab ein klar definiertes und schnell erreichbares Kriegsziel.

Gleiche Ausgangslage war der Falklandkrieg - auch hier Befreiung von fremder Eroberung, auch hier erfolgreich.

Aber viel mehr unstrittig erfolgreiche und sauber beendete westliche Militärinterventionen fallen mir nach 1945 auch nicht ein.

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 1.963

04.05.2022 18:00
#49 RE: Lagebeurteilung Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #44
Zur Dominotheorie. Es ist generell so, daß solche Kriege sich aus den Erfahrungen der unmittelbar vorhergehenden Kriege/Interventionen speisen. 1945 war insofern ein Sonderfall, weil das dritte Reich und das japanische Kaiserreich in dieser Form, als militärische Großmacht, die drohen konnten, nicht mehr existierten. Die Dominotheorie fußte auf der Erfahrung aus China, wo das Wiederauffflammen des Bürgerkriegs im Herbst 1946 nach 3 Jahren mit dem Sieg Maos geendet hatte. Nordkorea hatte im Juni 1950 gezeigt, daß der sowjetisch installierte Kommunismus auf Expansion ausgerichtet war. Vietnam war zur Hälfte an die Kommunisten gefallen. Die USA (& England) gingen davon aus, daß das nach & nach ganz Südostasien erfassen könnte - bis hin zu Japan und Australien.


Die Dominotherorie ist aus meiner Sicht völliger Käse. Eine Revolution, die von Freiwilligen mit minimaler Hilfe von Aussen angezettelt wird, hat nur dann Erfolg, wenn die Menschen da mitziehen. War in Vietnam und (zeitweise) Kambodscha der Fall, aber die Angst, dass sich das "rote Virus" evtl. auf Thailand übertragen hätte war völlig unbegründet. Und die Khmer fanden die Revolution auch nur so lange gut, bis Pol Pot seinen Masterplan ausgepackt hat, danach waren 100% dagegen.

Was wesentlich wichtiger ist, ist die Frage, ob es in einem Land staatliche Strukturen gibt (auf der untersten Ebene angefangen mit der Frage, ob die Menschen in dem Land Ruhe und Ordnung haben wollen). Das war in Deutschland und Japan der Fall. Deshalb kann man solche Länder gut "befrieden"; aber versuchen Sie das mal im Sudan oder im Irak.

Johanes Offline




Beiträge: 2.338

04.05.2022 18:39
#50 RE: Lagebeurteilung Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #44
Die USA (& England) gingen davon aus, daß das nach & nach ganz Südostasien erfassen könnte - bis hin zu Japan und Australien.


Wie realistisch das zum damaligen Zeitpunkt war, können wir ja nicht wissen.
Ich denke aber, dass die Einschätzung vielleicht nicht völlig rational getroffen wurde.

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #44
Dabei spielt es eben keine Rolle, ob diese Sicht tatsächlich die realen Verhältnisse widerspiegelt, sondern nur, ob sich die Führung im Kreml danach ausrichtet.


Volle Zustimmung.

Zitat von Krischan im Beitrag #45
Das sind natürlich keine lupenreinen Demokraten.


Das müsste man echt im Einzelfall beurteilen.

Es ist ja fast alles irgendwie umstritten auf diesen Gebiet, auch die naheliegende Frage, welche Voraussetzungen Demokratie überhaupt hat. Wenn ich mir die Entwicklung in Südostasien so ansehe, dann scheint Demokratie grundsätzlich sehr mächtig zu sein. Auch in Afrika gibt es ja schöne Erfolge für Demokratiebewegungen, wenn ich da auch weniger Überblick habe.

Zitat von Krischan
Solange, bis wir die Lust verlieren und uns zurückziehen.



Afghanistan war ja erobert.
Die Taliban kamen nur atemberaubend schnell wieder zurück.

Es hat ja westliche Beobachter selbst überrascht, wie erfolgreich die Rückeroberung der Taliban war. Oberflächlich erweckt das den Eindruck westlicher Schwäche.

Zitat von Florian im Beitrag #46
Zumindest historisch war der Zugang zur See für das Zarenreich daher auch aus ökonomischer Sicht wichtig.


Ja, offenbar dominieren Wasserstraßen bis heute Landverbindungen.

Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #47
Ökonomisch ist der Schwarzmeerhafen sicher wichtig, aber militärisch nicht.


Kann ich jetzt ehrlich gesagt nicht beurteilen.

Zitat von Florian im Beitrag #48
Außerdem hat da halt einfach alles für den Westen optimal gepasst:


Beim Golfkrieg kam sicherlich noch dazu, dass Sadam kein "moralisches Kapital" hatte. Soweit ich weiß war eigentlich unstrittig, selbst unter den arabischen Staaten, dass es sich bei ihn im Wesentlichen um einen Verbrecher handelt, der ein Land unter Kontrolle bekommen hatte.

Hinzu kommt noch: https://www.meforum.org/441/why-arabs-lose-wars


Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #49
Eine Revolution, die von Freiwilligen mit minimaler Hilfe von Aussen angezettelt wird, hat nur dann Erfolg, wenn die Menschen da mitziehen.


Unter der Bedingung des Kalten Krieges darf man davon ausgehen, dass die Sowjets und/oder Rot-China (die beiden hatte sich später nicht mehr so lieb) da mitmischten. Jedenfalls wird es für die Amerikaner so ausgesehen haben.

Man stelle sich nur eine Frage: Warum kommunistische Rebellionen?
Es hätten theoretisch ja auch anarchistische, nationale Bewegungen sein oder eine Ideologie Marke Eigenbau. Komischerweise hört man von solchen Aufstandsbewegungen eher wenig.

Meines Wissens war auch klar, dass der Vietcong ausländische Hilfen erhielt.

Zitat von F.Alfonzo
Das war in Deutschland und Japan der Fall. Deshalb kann man solche Länder gut "befrieden"; aber versuchen Sie das mal im Sudan oder im Irak.



Gewagte These, könnte aber stimmen. Solange die Leute lieber weiterkämpfen als zum Zivilleben zurückkehren wollen...

24.04.22, Endlich, EU kämpft gegen Hass im Netz
25.04.: Twitter wurde von Musk übernommen.
04.05.:Scholz WILL nicht nach Kiew
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