Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden  

ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 140 Antworten
und wurde 15.186 mal aufgerufen
 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6
R.A. Offline



Beiträge: 8.171

09.10.2015 11:08
#76 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat von Martin im Beitrag #75
Dem kann nachgeholfen werden https://wikileaks.org/plusd/cables/06DAMASCUS5399_a.html

Danke.
Die Quelle (soweit man Wikileaks als solche bezeichnen möchte) zeigt auf jeden Fall, daß die Trotzkisten wie erwartet den Text recht einseitig interpretiert haben. Insbesondere stützt er nur die Selbstverständlichkeit, daß Dienste sich darüber Gedanken machen, wie man gegen Syrien vorgehen könnte. Was aber nicht dasselbe ist wie der Nachweis, daß die USA diesen Blaupausen gefolgt sind.

Zitat
Es geht nicht nur um Blaupausen für Entwicklungen, sondern um die Identifizierung konkreter Angriffspunkte, die man zum Sturz des Assad-Regimes nutzen wollte.


Auch eine Blaupause enthält konkrete Details wie Angriffspunkte. Das heißt noch überhaupt nicht, daß die Regierung dieses Vorgehen dann auch beschließt - oder lieber irgendeine andere Variante wählt, für die selbstverständlich auch Blaupausen existieren.

Zitat
Wikileaks ist da konkreter, und bisher gibt es kein Dementi.


Wikileaks wird grundsätzlich nicht dementiert.
Aber WENN man den Wikileaks-Text ernst nimmt, dann wäre er in erster Linie ein Gegenbeweis. Denn der tatsächliche Verlauf des Aufstands entspricht überhaupt nicht den skizzierten Punkten. Die meisten der hier aufgeführten Maßnahmen haben die USA eben nachweislich NICHT ergriffen. Bleiben dann banale Vagheiten à la "playing on Sunni fears".
Und die wesentliche Unterstützung für die Aufständischen kam eben nicht, wie im Text vorgeschlagen, vor Ägypten und Saudi-Arabien - sondern von der Türkei, die im ganzen Wikileaks-Text nicht mit einem Wort erwähnt wird (was der fachlichen Qualifikation des Autors auf jeden Fall ein mieses Zeugnis ausstellt).

Zitat
plötzlich sehen Brzeziński und McCain 'ihre' Al-Qaida-Truppen in Gefahr und drohen Russland mit Vergeltung.


Weder Brzezinski noch McCain waren damals oder sind heute in irgendeiner Verantwortung, es gibt "ihre" Truppen nicht und sie können auch niemandem drohen.
Und die USA haben auch nie Al-Kaida unterstützt, sondern die FSA.

R.A. Offline



Beiträge: 8.171

09.10.2015 11:17
#77 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat von Fluminist im Beitrag #74
Braucht er wirklich einen Plan dafür?

Würde ich schon erwarten. Was nützt ein kurzfristiger Erfolg, wenn man viel dafür investiert, aber den Ertrag nicht einfahren kann?

Zitat
Eine Weile lang hat der Westen wg. der Krim gebrummelt ...


Er "brummelt" immer noch. D.h. die Sanktionen bleiben in Kraft und eine Anerkennung des russischen Vorgehens ist nicht denkbar.

Richtig ist, daß es nicht andauernd weiteren Druck geben wird. Aber letztlich hat ja auch nicht der Westen das Zeitproblem, sondern Putin. Neue Baustellen aufzumachen und am Kochen zu halten kann taktisch Sinn machen, z. B. wenn es die Ukraine destabilisiert.
Aber ansonsten ist das eine sehr teure Strategie, die in erster Linie den Urheber belastet. Siehe auch die älteren Baustellen: In Moldawien ist Rußland seit 1992 involviert. Kostet eine Stange Geld, bringt überhaupt nichts außer der Destabilisierung eines völlig unwichtigen Zwergstaats. Auch hier hat Putin seit Übernahme des Konflikts von seinem Vorgänger keine Idee entwickelt, was aus der Sache werden soll.

Fluminist Offline




Beiträge: 2.015

09.10.2015 11:32
#78 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #77
Was nützt ein kurzfristiger Erfolg, wenn man viel dafür investiert, aber den Ertrag nicht einfahren kann?

Den Ertrag fährt er laufend ein. Innenpolitisch gesehen hat er ein Stück russische Muttererde heim ins Reich geführt und seinem Machoimage Rechnung getragen; außenpolitisch spielt er wohl auf Position (mit Stücken, die die Ukraine ziemlich in Schach halten, und einer Option auf den Raum westliches des Schwarzen Meers - ebenso auch in Syrien) und markiert unberechenbare Selbständigkeit, mit der er u.a. die baltischen NATO-Länder unterschwellig und erfolgreich terrorisiert. On his own terms steht er also gar nicht übel da, sein Hauptproblem dürfte noch der Öldumping-Wirtschaftskrieg sein.
Sicher, ob sich das alles unter dem Strich rechnet, muß er mit sich selbst ausmachen; aber die Position ist nicht schlecht, und was in 10 oder 20 Jahren ist, kann er mit Merkelscher Gelassenheit ignorieren.

R.A. Offline



Beiträge: 8.171

09.10.2015 12:08
#79 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat von Fluminist im Beitrag #78
Den Ertrag fährt er laufend ein.

Erst einmal: Es gibt keinen Ertrag für Rußland. Alle diese besetzten Gebiete und außenpolitischen Einsätze belasten und schwächen das Land.

Zitat
Innenpolitisch gesehen hat er ein Stück russische Muttererde heim ins Reich geführt und seinem Machoimage Rechnung getragen


Eben: Putin persönlich profitiert davon, weil er von innenpolitischen Problemen durch Kraftmeierei nach außen ablenken kann. Ganz klassisches Rezept - aber keine Strategie, die wirklich zu Erfolgen führen kann.
Er muß ja auch beständig nachlegen, um den Hype am Laufen zu halten, weil eine Konsolidierung seiner "Erfolge" nicht möglich ist.

Zitat
außenpolitisch spielt er wohl auf Position


Und genau das hätte er problemlos auch mit konstruktiver Außenpolitik haben können.

Zitat
On his own terms steht er also gar nicht übel da


An seinen eigenen Zielen gemessen müßte die Stärkung Rußlands der wesentliche Punkt sein. Und genau da marschiert er in die Gegenrichtung. Und genau für ihn, der so große ideologische Ziele hat, ist das reine über die Zeit retten seiner persönlichen Macht à la Merkel eigentlich kein Erfolg. Leute wie er müßten sich gerade daran messen, was einige Jahrzehnte später von ihrer Amtszeit übrig bleibt.

Nola Offline



Beiträge: 1.719

10.10.2015 20:22
#80 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

[/quote]Zitat Fluminist
(...) und was in 10 oder 20 Jahren ist, kann er mit Merkelscher Gelassenheit ignorieren.[/quote]

Nein tut er eben nicht. Gottseidank.

Fundstück:

Zitat
http://www.unz.com/pbuchanan/war-party-targets-putin-and-assad/

♥lich Nola

---------------------------

Status quo, nicht wahr, ist der lateinische Ausdruck für den Schlamassel, in dem wir stecken.
Zettel im August 2008

Nola Offline



Beiträge: 1.719

10.10.2015 20:42
#81 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Anschläge in der Türkei und Syrien

http://www.focus.de/politik/ausland/terr...id_4827078.html


Nachtrag:
Nach dem Anschlag in Ankara demonstrierten am Samstagabend in der Millionenmetropole Istanbul Tausende Menschen gegen die Regierung. Sie skandierten „Dieb - Mörder - Erdogan“, wie ein dpa-Reporter berichtete. In Sprechchören wurde die verbotene kurdische Arbeiterpartei zu Vergeltungsaktionen aufgefordert. „Rache - PKK“, riefen Teilnehmer. Internetnutzer berichteten, der Zugang zu sozialen Medien wie Twitter sei erschwert oder ganz unmöglich.

Laut Innenministerium ereigneten sich die beiden Explosionen um 10.04 Uhr (Ortszeit/09.04 MESZ) vor dem Hauptbahnhof in Ankara. Die HDP und andere regierungskritische Gruppen hatten Demonstrationsteilnehmer dazu aufgerufen, sich ab 10.00 Uhr am Bahnhof zu versammeln.

Auf Bildern waren Leichen zu sehen, die mit Flaggen und Bannern unter anderem der HDP bedeckt waren. Ein Video zeigt, wie junge Demonstranten tanzen, als hinter ihnen eine der Bomben detoniert. Die HDP teilte mit, Polizisten seien erst nach 15 Minuten am Anschlagsort eingetroffen und hätten dann Tränengas gegen Menschen eingesetzt, die Verletzten helfen wollten.

http://www.merkur.de/politik/nach-eigene...zr-5628370.html

♥lich Nola

---------------------------

Status quo, nicht wahr, ist der lateinische Ausdruck für den Schlamassel, in dem wir stecken.
Zettel im August 2008

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 11.971

12.10.2015 15:47
#82 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Beim Sturmgeschütz weiss man jedenfalls, wo der Feind steht & wer der Anführer des Packs ist:

"Seehofers "Notwehr"-Sprüche: Rhetorisch braun"

Zitat von Spon, 09.10.2015, 15:17 Uhr
Wieder einmal lässt Horst Seehofer jegliche Selbstdisziplin vermissen: Der CSU-Chef spricht von "Notwehr" gegen die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin - und befördert damit totalitäres Gedankengut.



"Der dunkle Deutsche"

Zitat von Jakob der Unvermeidliche, 12.10.2015 – 12:46 Uhr
Längst hat sich die Islamverachtung der Gebildeten mit dem Rassismus der Unterschicht vereint. Ihr Wortführer: Horst Seehofer.



Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande. - Voltaire

Paul Offline




Beiträge: 1.285

13.10.2015 00:36
#83 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #82



Danke lieber Ulrich Elkmann für diese Hinweise.
"Das ist schon starker Tobak", hätte meine Oma gesagt.

Interessant zu erfahren, was demjenigen passiert, der "den Finger in die Wunde legt".
Das nimmt m.E. jetzt doch schon bedenkliche Züge an.

LG, Paul

___________________________
JE SUIS JUIF

Fluminist Offline




Beiträge: 2.015

13.10.2015 00:49
#84 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat von Paul im Beitrag #83
Interessant zu erfahren, was demjenigen passiert, der "den Finger in die Wunde legt".
Das nimmt m.E. jetzt doch schon bedenkliche Züge an.

Tja, wie es bei Orwell heißt, "In a time of universal deceit - telling the truth is a revolutionary act.", d.h. "In einer Zeit allgemeiner Täuschung ist das Sagen der Wahrheit eine revolutionäre Tat."
Hätte nicht gedacht, daß ich das einmal im Zusammenhang mit Deutschland zitieren würde, aber das geht jetzt alles überraschend schnell.

R.A. Offline



Beiträge: 8.171

13.10.2015 09:34
#85 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat von Paul im Beitrag #83
Interessant zu erfahren, was demjenigen passiert, der "den Finger in die Wunde legt".

Und was passiert demjenigen?
Nix.

nachdenken_schmerzt_nicht Offline




Beiträge: 1.973

13.10.2015 11:31
#86 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #82
"Der dunkle Deutsche"

Zitat von Jakob der Unvermeidliche, 12.10.2015 – 12:46 Uhr
Längst hat sich die Islamverachtung der Gebildeten mit dem Rassismus der Unterschicht vereint. Ihr Wortführer: Horst Seehofer.

Lieber Ulrich Elkmann,

ich teile ganz sicher Ihre Verzweifelung dieser Tage in vielerlei Hinsicht aber dass man derzeit keine Kolumne von Augstein lesen oder im SPON "blättern" sollte, wenn man denn seine Nerven schonen möchte, ist selbsterklärend. Ich muß nicht in die Zitrone beissen, um zu wissen das sie sauer ist.

Ich konnte (mit meiner überragenden Selbstdisziplin) bisher zumindest widerstehen, auch nur eine Zeile seiner Kolumne zu lesen. Ehrlichkeits halber muß ich aber auch zugeben, dass ich noch nie ein großer Fan von B-Movie Horrorschockern war.



Zitat von R.A. im Beitrag #85
Zitat von Paul im Beitrag #83
Interessant zu erfahren, was demjenigen passiert, der "den Finger in die Wunde legt".

Und was passiert demjenigen?
Nix.


So ist es.

Ich weiß es fällt manchmal schwer nicht mit dem Hyperventilieren zu beginnen, wenn so mancher Barde sein aktuelles, geistiges Dilirium nach aussen stülpt. Aber man sollte wirklich nicht die geistige Diarröh eines Jakob Augstein mit einer Rede zur Lage der Nation verwechseln.

Herzlich


nachdenken_schmerzt_nicht

"Dort, wo es keine sichtbaren Konflikte gibt, gibt es auch keine Freiheit." - Montesquieu

Paul Offline




Beiträge: 1.285

13.10.2015 14:59
#87 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #85
Zitat von Paul im Beitrag #83
Interessant zu erfahren, was demjenigen passiert, der "den Finger in die Wunde legt".

Und was passiert demjenigen?
Nix.


Das sehe ich anders lieber R.A. Es ist zumindest der Versuch einen Politiker in eine Ecke zu stellen, in die er nicht gehört, nämlich in die des Ausländerfeindes. Damit soll er politisch im Misskredit gebracht werden.
In meiner Umgebung gibt es heute noch Straußhasser. Von denen wird er schon als sein Nachfolger bezeichnet. Das ist die Vorhut des Wahlkampfes für die SPD, die GÜNEN und die LINKEN, als deren potentieller politischer Gegner Seehofer gesehen wird. Merkel hat abgewirtschaftet und Seehofer ist der mögliche Nachfolger, wie damals Strauß gegen Kohl. Wird es Seehofer genau so ergehen?
Meinen Sie wirklich es passiert ihm NIX?

LG, Paul

___________________________
JE SUIS JUIF

R.A. Offline



Beiträge: 8.171

13.10.2015 16:24
#88 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat von Paul im Beitrag #87
Es ist zumindest der Versuch einen Politiker in eine Ecke zu stellen, in die er nicht gehört, ...

Nu und? Das ist völlig normal im politischen Geschäft. Es wird Seehofer nicht im mindesten kratzen, daß ein bekannt linksradikaler Spiegel-Schreiberling ihn kritisiert.
Und in welche Ecke ein Politiker "gehört" oder nicht, das ist Grundlage vieler politischer Diskussionen.

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 11.971

13.10.2015 16:42
#89 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #88
Es wird Seehofer nicht im mindesten kratzen, daß ein bekannt linksradikaler Spiegel-Schreiberling ihn kritisiert.


Richtig. Deswegen habe ich auch auf Borcholtes Beitrag verlinkt. Der "Spitz aus unserm Stall" kläfft wie immer; aber wie's scheint will der Spiegel das als konzertierte Aktion fahren - & da könnte es sein, daß hier jeder, der nicht linientreu buckelt, ins braune Eck gestellt nicht & nicht der Seehofer Horst allein, zumal in seiner Eigenschaft als Enkel von FJS, den Augstein sen. & seine Kohorten samt dessen gesamter Wählerschaft immer gern in diesem Winkel verorteten. Und Spon ist nun mal, leider, der rezipierteste Netzmultiplikator, wo Beiträge wie der von B., anders als JAs Hydeparkauftritte, als Nachricht durchgehen.



Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande. - Voltaire

R.A. Offline



Beiträge: 8.171

13.10.2015 17:10
#90 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #89
aber wie's scheint will der Spiegel das als konzertierte Aktion fahren

Das sehe ich eigentlich nicht.
Natürlich ist der Spiegel weiterhin links und daher tendenziell pro Merkel und Flüchtlinge. Aber er bringt auch viele gegenläufige Artikel. Das ist nicht der altgewohnte glaubensfeste Kampagnenschwung, sondern wirkt ziemlich ratlos.
Voll auf Merkel-Linie sind eigentlich derzeit nur die Staatssender und die BILD. Bei den Printmedien sehe ich derzeit einen interessanten Umschwung in Richtung Kritik.
Interessant die Spaltung im Springer-Verlag: Die Welt war die erste deutlich Merkel-kritische Zeitung, die BILD hält voll dagegen.

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 11.971

13.10.2015 20:55
#91 RE: Berliner Politiker spielen "Flüchtlingsboot" Antworten

Karl Kraus hat sich vor genau 100 Jahren in der Fackel mordsmäßig aufgeregt, als einige Wiener Schausteller/Behörden Schützengräben nachbauten, um dem pp. Publicum "eine Ahnung" vom Alltag an der Front "zu verschaffen" ("Spiele", Die Fackel, Nr. 406-412, S.34). Offensichtlich ist dergleichen Schwachsinn unkaputtbar, allzumal in der Bunten Republik:

B.Z., 13.10. "Hier setzten sich Politiker in ein Original-Flüchtlingsboot"

Zitat von B.Z.
120 Politiker, Reporter und Interessierte auf einem einzigen Schlauchboot: Die Organisation Sea Watch demonstrierte am Dienstagmittag um 13 Uhr auf der Spree vor dem Bundestag, wie es sich anfühlt, wenn eine solche Menschenmasse auf engstem Raum zusammengedrängt wird.



PS: auch auf dem "Gespensterrepublik"-Thread eingestellt, wg. offenkundigem Delir samt Schamverlust der Agierenden.



Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande. - Voltaire

Nola Offline



Beiträge: 1.719

13.10.2015 21:11
#92 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat
Zitat R.A.
(...)Voll auf Merkel-Linie sind eigentlich derzeit nur die Staatssender und die BILD.(...)



Und das bis zum bitteren Ende. Ich habe den Eindruck, je mehr Kritik, je mehr Wiederstand, desto mehr Reklame für Toleranz, gegen Nazi, gegen Rassismus kurz gegen alles Böse dieser Welt was in Merkelland seinen Ursprung haben muß. Die Regierung beschimpft ihr Volk als Pack, wenn es in gravierenden Fragen der Zukunft nicht konform gehen will, Frau Merkel will gar "dieses Land" nicht mehr haben, wenn die Bürger anderer Meinung sind ob dieser Flüchtlingspolitik. Die öffentlich/rechtlichen per Zwangssteuerhaushaltsabgabe finanzierten systemkonformen Sender überbieten sich in Schreckensnachrichten, was der böse Deutsche wieder angestellt hat und was es doch für schlechte Menschen unter den autochthonen Bürgern gibt.

SO ETWAS HABE ICH NOCH NIE ERLEBT!

Frau Oberschwester Merkel nimmt uns alle an die Hand und erzieht uns zu guten Kindern und da wir nicht wissen was für uns gut ist, muß halt der ÖR jede Menge teure Spots drehen und senden, jeder Spielfilm, jeder bis zum Erbrechen gesendete und wiederholte Tatort zeigt sich mit dem wedelnden Gutmenschenzeigefinger. Seit Jahren schon. Heute ist nicht mehr der Gärtner sondern der Raucher der Mörder. Der Geschäftsinhaber der hochkriminelle Täter. Der Steuerhinterzieher wird auf Pädophilenebene fertig gemacht. Was das schlimmste daran ist, ist die doppelte Moral, mit der agiert wird.

Moral ersetzt heute Gesetze und fordert einen Denunzianten nach dem anderen auf, seinen Nachbarn oder seine Familie unter Druck und Zwang zu setzen. Haben sie ihren Müll nicht getrennt, haben sie im Auto geraucht, ist ihr Rasen im Vorgarten gemäht, ach sie haben falsch geparkt, hat das Kind keinen Fahrradhelm dann sind sie schon moralisch unten durch und jeder weis schon das sie sowie so ein Übeltäter sind.

Der derzeit stattfindende Prasselregen auf unser freiheitliches Denken, auf unsere persönliche Freiheit anderer Meinung zu sein und die Mioskas und Slomkas dieser Welt zeigen mir in meinem eigenen Wohnzimmer jeden Tag auf, das ich eine Null, ein Nichts, ein Niemand bin, trotz meiner Lebensleistung innerhalb unserer bisher wunderbar funktionierenden Solidargemeinschaft, wenn ich nicht schnellstens umdenke und endlich an irgendeinem Bahnhof das Empfangskomitee bilde.

Nein, das ist nicht Merkels "NichtmeinLand", war es vermutlich nie gewesen, das ist mein Land, hier bin ich geboren und sozialisiert worden, mit all den Werten meiner Eltern und Nachbarn, meiner erlebten Erziehung zu einem integren Menschen unserer Gesellschaft, habe niemals das Zwangsdenken gespürt und schon gar nicht als Denunziant. Habe ich meine Steuern in über vierzig Jahren auf erwirtschaftetes Einkommen gezahlt, damit sich durch eine einzigartig beispiellose Unfähigkeit einer Chaotenregierung das Land auflöst. Damit habe ich noch kein Wort über unseren irrlichternden Justizminister verloren, weil ich befürchte das dann mein Bildschirm endgültig tilt.

Irgendwie befinde ich mich immer noch in "Schockstarre".

♥lich Nola

---------------------------

Status quo, nicht wahr, ist der lateinische Ausdruck für den Schlamassel, in dem wir stecken.
Zettel im August 2008

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 11.971

13.10.2015 22:18
#93 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat von Nola im Beitrag #92
SO ETWAS HABE ICH NOCH NIE ERLEBT!


Liebe Nola:

was in diesem Land z.Zt. abläuft, ist in rationalen Kategorien, im Rahmen von wenigstens ansatzweiser Vernunft, Folgenabschätzung, Zukunftsgestaltung & dgl., nicht mehr zu fassen. Es handelt sich um einen Kollektivwahn, eine religiöse Manie, für die die Geschichtsschreibung seit 1945 den Maßstab & die Kategorien verloren hat. Es ist das gleiche Delir, das im August 1914 den "erlösenden Krieg" bejubelt hat, das 29 Jahre später zum Wälzen im Staub vor den braunen Kretins geführt hat, das nach 1789 in den Massenaufläufen, dem frenetischen Geschrei seh- & hörbar wurde, wenn das Fallbeil ausklinkte. Freud hat das nach 1918 in der Kategorie des "Todestriebs" in seine Auffassung vom menschlichen Geist zu fassen versucht: wie konnte das passieren, dass buchstäblich Millionen, freiwillig, sich haben abschlachten lassen, für nichts & wieder nichts? Ohne jeden Protest? Die neue Geschichtsschreibung hat dafür im Grunde keinen Begriff mehr. Sie registriert das nur noch, geht die Chronologie durch: erst passierte das, dann das... aber ohne das "Warum" in den Griff bekommen zu können. Es hätte auch ganz einfach völlig anders kommen können. (Niall Ferguson hat diese Art von "was wäre wenn..." dann ja direkt auf den Kriegsausbruch 1914 fokussiert.) In diesen Erklärungsmodellen stehen die Einzelnen dann seltsam zweigeteilt vor dem Leser: die Ereignisse laufen ab, one damned thing after another, man kann nichts dran ändern, aber ausserhalb von Herrn Wendriner & Lottchen; wenn der Historiker auf die blendet, gehts: "aber muss man denn nicht verstehen, dass die Leute keine Hoffnung mehr in die Demokratie hatten", ganz 1:1 der Jenninger-Rede vom November 1988. Aber dass hier ein Volk, ein Kollektiv, eine Masse schlicht den Verstand ausschaltet, auf Autopilot fährt Richtung Abyssus, das widerspricht all dem, was einem als Historiker als Begriffsbesteck für solches Geschehen zur Verfügung steht. Das ist eine moralische Kategorie (& Geschichte ist nun mal, per definitiomen, unmoral, sie ist das, was passiert), eine polemische, zumal eine zutiefst pessimistische. In völlig abgedroschener Form wird die immer dann von allen Guten Geistern ausgepackt, wenn "den Anfängen gewehrt wird", wenn "Populisten am rechten Rand fischen", das ganze "Nie wieder!"-Programm.

Und jetzt legen eben diese Ewigen Antifanten genau das Muster an den Tag, vor dem sie seit 70 Jahren an jedem Wochentag & Sonntags zweimal gewarnt haben. Nur eben nicht im Zeichen des Gebrülls, sondern der Raute. Schön ist das nicht. Aber wir haben zumindest einen Vorteil vor den nachgeborenen Historikern (die wir ja, im Hinblick auf '14, '33 ff. auch nur sind): wir wissen jetzt, wie das von innen aussieht. Nicht: wie sich das anfühlt, aber wie es aussieht. Durchaus möglich, dass man, hinterher, auch die früheren Geschichtsbücher umschreiben, zumindest aber ergänzen muss: das war eben nicht nur Preußenschlag-Generalstreik-Januarwahlen...Die "geistige Verfassung", die "Umnachtung" des Kollektivs, ist ein reales Phänomen, nicht nur eine kommode Metapher, und ein absolut wirkmächtiges.



Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande. - Voltaire

Nola Offline



Beiträge: 1.719

13.10.2015 23:11
#94 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat
...Die "geistige Verfassung", die "Umnachtung" des Kollektivs, ist ein reales Phänomen, nicht nur eine kommode Metapher, und ein absolut wirkmächtiges.



Lieber Ulrich Elkmann, es will und will mir nicht in den Kopf. Wir sind aufgeklärt, haben unsere "Lernquellen" jeden Tag in der Hand. Können uns informieren warum in Timbuktu ein Baum umgefallen ist. Und die Masse begreift trotzdem nicht um was es geht. Selbst wenn die Menschen nur die Hälfte dessen wissen, was in den Foren zusammengetragen wird, das müßte doch schon reichen. War unsere Erziehung falsch? Haben wir unseren Kindern zu wenig "Denken" bzw. Hinterfragen an der richtigen Stelle beigebracht? Oder haben wir es einfach mit den Folgen einer übersatten rundumversorgten Generation von Trotteln zu tun, die nun mal aufs Eis wollen. Das ist doch kein Kartenspiel an dessen Ende ich nur wenige Cent berappen muß.

Sicher im Kollektiv ist es bequem und warm, man hat ein Zuhause und gilt als dazugehörend. Ich kanns gar nicht beschreiben, man hört doch aber trotzdem nicht auf zu denken.

♥lich Nola

---------------------------

Status quo, nicht wahr, ist der lateinische Ausdruck für den Schlamassel, in dem wir stecken.
Zettel im August 2008

Emulgator Offline



Beiträge: 2.723

13.10.2015 23:59
#95 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat von Nola im Beitrag #94
Oder haben wir es einfach mit den Folgen einer übersatten rundumversorgten Generation von Trotteln zu tun, die nun mal aufs Eis wollen.
"Noch nie gehabt" und Eis ist das richtige Stichwort. In August/September, bei Beginn des Ansturms, als die ersten Zelte aufgestellt wurden, haben wir uns schon gefragt, wie sich die Herrschaften das für den Winter vorstellen. Nun beklagen sich die Flüchtlinge ob der Kälte, und zwar der richtigen, nicht der sozialen.
Schlechte Nachricht für sie: Womöglich wird dieser Winter besonders hart. Indizien sind zum einen die Königskerze des Herrn Haslinger aus Benediktbeuren und ein starkes El-Nino-Ereignis. Letzteres kann dazu führen, daß im Nordatlantik die Tiefdruckgebiete, die zu den milden und nassen mitteleuropäischen Wintern führen, ausfallen oder zu weit südlich ziehen. Dann wirken eher Hochdruckgebiete, die Kälte bringen.

Ob Väterchen Frost auch willkommen ist?

otto ( gelöscht )
Beiträge:

14.10.2015 00:08
#96 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Werte Nola,
nachdem ich in diesem Forum diese Anrede genießen durfte, möchte ich sie auch weiter verwenden, sie hat hat was Schönes.
(Dank an Werwohlf)

Ich fühle die gleiche Wut wie Sie, Sie haben es besser geschrieben, als ich es könnte.

Ich möchte aber zu dem von Ihnen gesagten noch etwas hinzu fügen:

Frau Merkel vorzuwerfen, sie wolle die Demokrate abschaffen, ist falsch und überholt, sie hat es in weiten Bereichen bereits geschafft.
Auf ihre Bundestagsentmachtungen und Vertragsbrüche einzugehen, hieße Eulen nach Athen....

Auf die jetzige Situation angewandt, darf ich nicht nur Sie auf -meines Erachten sehr lesenswerte- Ausführungen von Prof. Dr. jur. Schachtschneider, seines Zeichens renommierter Staatsrechtslehrer, hinweisen.
Er legt die Zusammenhänge und die Rechtsbrüche lesenswert offen und zeigt, warum die AfD mit ihrer Anzeige sicher nicht falsch liegt.

Gefunden habe ich den Text in der Wissenschaftsmanufaktur:

http://www.wissensmanufaktur.net/verfass...ge-einwanderung


Des weiteren darf ich das folgende, bisher meines Erachten zu wenig berücksichtigte Merkel-Problem darstellen.
Übernommen aus dem Buch „Eitle Liebe“, von Bärbel Wardetzki.

„Diagnosekriterien der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung nach DSM-IV
Ein tief greifendes Muster von Großartigkeit (in Phantasie oder Verhalten), Bedürfnis nach Bewunderung und Mangel an Empathie. Der Beginn liegt im frühem Erwachsenenalter und zeigt sich in verschieden Situationen.

Mindesten 5 der folgenden Kriterien müssen erfüllt sein:
1 Größengefühl in Bezug auf die eigene Bedeutung (z.B. Die Betroffenen übertreiben ihre Leistungen und Talente , erwarten ohne entsprechende Leistungen als bedeutend angesehen zu werden.
2 Beschäftigung mit Phantasien über unbegrenzten Erfolg, Macht, Scharfsinn, Schönheit oder idealer Liebe.
3 Überzeugung >besonders< und einmalig zu sein und nur von anderen besonderen Menschen oder solchen mit hohem Status (oder von entsprechenden Institutionen) verstanden zu werden oder mit diesen zusammen sein können.
4 Bedürfnis nach übermäßiger Bewunderung
5 Anspruchshaltung; unbegründete Erwartung besonders günstiger Behandlung oder automatische Erfüllung der Erwartungen.
6 Ausnutzung von zwischenmenschlichen Beziehungen, Vorteilsnahme gegenüber anderen, um eigene Ziele zu erreichen
7 Mangel an Empathie, Ablehnung, Gefühle und Bedürfnisse anderer anzuerkennen oder sich mit ihnen zu identifizieren
8 Häufiger Neid auf andere oder Überzeugung , andere seien neidisch auf die Betroffenen.
9 Arrogante, hochmütige Verhaltensweisen und Attitüden.“


Ich will hier keine eigene Subsum(p)tion im einzelnen darlegen, mag jeder für sich tun, es müssen nicht alle zum gleichen Ergebnis kommen. Jedoch komme ich zu dem Ergebnis, das wesentlich mehr als 5 Punkte als erfüllt anzusehen sind.
Zusätzlich scheinen mir in der Ministerriege ausreichend Komplementär-Narzisten vertreten zu sein.

Ich halte die Begründung der „Großartigkeit“ von Frau Merkel in Anbetracht ihres (nicht hinterfragten) Scheiterns in allen wesentlichen Politikfragen durch obiges für hinreichen dargelegt.

Noch ein Bild zum Schluß:
Als ich das einmalige Lächeln von Frau Merkel in Heilgendamm, als Mr. Bush sie berührt hat, gesehen habe, war mir klar, wo der Hase im Pfeffer liegt. Bush war sehr gut vorbereitet.

Frank2000 Offline




Beiträge: 2.989

14.10.2015 00:19
#97 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat von otto im Beitrag #96
Werte Nola,
Frau Merkel vorzuwerfen, sie wolle die Demokrate abschaffen, ist falsch und überholt, sie hat es in weiten Bereichen bereits geschafft.



Es gibt nichts, womit sich solch steile Thesen belegen ließen. Frau Merkel kann man vieles vorwerfen - aber nicht, dass sie nicht auf der Welle der Massenemotionen mitreiten würde. Merkel ist Demokratie pur.

___________________
Kommunismus mordet.
Ich bin bereit, über die Existenz von Einhörnern zu diskutieren. Aber dann verlange ich außergewöhnlich stichhaltige Beweise.

otto ( gelöscht )
Beiträge:

14.10.2015 00:22
#98 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Werter Emulgator,

Sie sprechen das Problem der Kälte an, dieses ist sicher ein sehr großes, besonders wenn man bedenkt, aus welchem klimatischen Bedingungen diese Leute kommen.

Auf Grund eigener Erfahrung kann ich aber sagen, die längerfristige Kälte ist schlimm, viel schlimmer aber ist, besonders in den Zelten, die Kondens-Feuchtigleit, wenn alles klamm und kalt und feucht ist.
Ich habe dieses erfahren, als wir vor vielen Jahren aus Termingründen in ein altes Haus ohne Heizung gezogen sind.
Die Temperatur war in Ordnung, Backofen, Herdplatten, alles was heizt, war in Betrieb, aber nach einem Monat war die Feuchtigkeit nicht mehr auszuhalten.
Dann kam die Heizung. Für die Flüchtlinge aber heißt das, ab November warten und frieren bis Mai. Das hält kein Mensch aus.
Das wird schlimm.

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 11.971

14.10.2015 01:10
#99 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat von Nola im Beitrag #94

Zitat
...Die "geistige Verfassung", die "Umnachtung" des Kollektivs, ist ein reales Phänomen, nicht nur eine kommode Metapher, und ein absolut wirkmächtiges.



Lieber Ulrich Elkmann, es will und will mir nicht in den Kopf.



Das ist eben das Erschreckende: Wenn ich mit meiner These richtig liege, dann geht das über die Vernunft & ihre Steuermöglichkeiten hinaus, dann kann man durchaus mit Begriffen wie Kismet oder Schicksal arbeiten. Dann nützt die Aufklärung, das Bohren von dicken & dünnen Brettern nichts. Dem Einzelnen wohl, der das beobachten & sich vorsehen kann; aber nicht der Menge, den Entscheidungsträgern, die eben nicht in die Speichen greifen. Ob man sieben Dezennien lang mit der Erkenntnis "Schrecklicher Verdacht: war Hitler Antisemit?" beschallt wird wie der gesamte Westen oder gegen die Vergangenheit im Blinden bleibt wie so viele Russen, die Chinesen, die Japaner: im Ergebnis bleibt es sich gleich.

Eine weitere Folgerung: Da gibt es keinen Widerstand, jedenfalls nicht, daß er etwas Entscheidendes bewirkt: darum ist während des Ersten Höllentanzes vor dem November 1918 niemand aufgestanden & hat Einhalt geboten. Da war immer zuviel investiert worden, da wären die Millionen Frontsoldaten ja völlig unnötig geopfert worden (as sie im Endeffekt dann wirklich waren), da gab es immer die Aussicht, mit der nächsten halben Million Opfer das Steuer herumzureissen. Das ist die Vernunftperspektive: dass hier eben keine Clarkeschen "Schlafwandler" am blinden Werk waren, sondern ihr Kalkül, wenn auch irrsinnig, doch auf letztlich rationalen Prämissen gründete. Selbst das scheint in der gegenwärtigen Lage nicht der Fall zu sein: die Merkelschen Glaubenssätze beschränken sich auf plumpes Kindchenschema: wir müssen doch was tun, wir sind reich... selbst die mentale Operation, daß ich einen lähmenden Schlag erhalte, wenn ich an eine Starkstromleitung unter Spannung setze & daranfasse (geschweige denn der Erfahrungswert, daß ich daran festklebe, bis die Nervenbahnen verbrennen & das Herz platzt), ist nicht mehr vollziehbar. Wir werden nur noch von Mantra beschallt werden: "Wir schaffen das" - weitere Konkretisierung nicht einmal möglich. Das neueste: "Ich habe einen Plan". Niemand wird je mehr als diese 4 Worte erfahren. Es gibt keinen Plan, es gab nie einen. Wie in den anderen Fällen (das Münsteraner Wiedertäuferreich 1534-5; auch der chinesische Taiping-Aufstand von 1850-63) wird das bis zum materiellen Zusammenbruch weiterlaufen; bis den Agierenden schlicht jede Möglichkeit genommen ist, weiteren Wahn umzusetzen. Sei es durch Eingriff von aussen (& auf breiter, hart durchgesetzer, eiserner Front, nicht durch runde Tische) oder, in Ermangelung dessen, durch die restlose Vernichtung der eigenen Ressourcen.

Dann hätte Frau Merkel auf verquere Weise sogar Recht: dann hat uns das ein Gott oder ein Satan auf den Tisch gekübelt; jedenfalls etwas, das mächtiger ist als jeder Einzelne. Da ich als strenger Materialist alle Rückgriffe aufs Transzendente kategorisch ablehne; nehme ich das Bild von Friedrich von Hayek: Zivilisationen, Kulturen, technische Fortschritte sind zwar das Werk vieler Einzelner, aber die Gesamtheit, ihre Ausprägung,ihre Richtung hat niemand geplant & hätte niemand planen können. Nur wirkt sich hier der eingeschlagene Kurs, anders als bei Zivilisationen, wo man Generationen Zeit zum Auswählen hat & bei der Technik umsteuern kann, in wenigen Jahren, Monaten, und in unseren Fall, in Wochen, fatal aus.



Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande. - Voltaire

Werwohlf Offline




Beiträge: 997

14.10.2015 01:42
#100 RE: Eine Lanze für die Flüchtlinge und auch dagegen Antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #90
Voll auf Merkel-Linie sind eigentlich derzeit nur die Staatssender und die BILD. Bei den Printmedien sehe ich derzeit einen interessanten Umschwung in Richtung Kritik.Interessant die Spaltung im Springer-Verlag: Die Welt war die erste deutlich Merkel-kritische Zeitung, die BILD h&auml;lt voll dagegen.
Die Einschätzung in Sachen Printmedien teile ich nicht. Als wirklich kritisch kann man hier nur die FAZ betrachten. Zwar begeistern sich einige wackere Genossen im Feuilleton noch für die Aufgabe der Staatsgrenzen, und auch "wirtschaftsnahe" Redakteure freuen sich mitunter auf die Aufstockung der Arbeitnehmerschaft, aber insgesamt überwiegt die Kritik - wie man das von diesem Blatt, das ja noch für die letzten Reste des konservativen Bürgertums steht, eigentlich erwarten sollte. Klar auf Merkel-Linie sind (auch wenn vielleicht die Ausnahmen mehr werden) weiterhin taz, Prantl-Prawda, "Spiegel" und "Zeit". In der "Welt" sind alle Sichtweisen zu lesen, aber der kolportierte Spruch, die Redakteure dort wünschten sich nichts sehnlicher, als in Prantlhausen tätig werden zu dürfen, wird IMHO sehr oft bestätigt. Immerhin werden im Netz am Ende der Artikel immer diese informativen Grafiken eingeblendet - es ist wohltuend, in einer Atmosphäre des Parolenschreiens auch mal Fakten serviert zu bekommen.

--
Bevor ich mit den Wölfen heule, werd‘ ich lieber harzig, warzig grau,
verwandele ich mich in eine Eule oder vielleicht in eine graue Sau.
(Reinhard Mey)

Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6
Fleischlos »»
 Sprung  



Bitte beachten Sie diese Forumsregeln: Beiträge, die persönliche Angriffe gegen andere Poster, Unhöflichkeiten oder vulgäre Ausdrücke enthalten, sind nicht erlaubt; ebensowenig Beiträge mit rassistischem, fremdenfeindlichem oder obszönem Inhalt und Äußerungen gegen den demokratischen Rechtsstaat sowie Beiträge, die gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen. Hierzu gehört auch das Verbot von Vollzitaten, wie es durch die aktuelle Rechtsprechung festgelegt ist. Erlaubt ist lediglich das Zitieren weniger Sätze oder kurzer Absätze aus einem durch Copyright geschützten Dokument; und dies nur dann, wenn diese Zitate in einen argumentativen Kontext eingebunden sind. Bilder und Texte dürfen nur hochgeladen werden, wenn sie copyrightfrei sind oder das Copyright bei dem Mitglied liegt, das sie hochlädt. Bitte geben Sie das bei dem hochgeladenen Bild oder Text an. Links können zu einzelnen Artikeln, Abbildungen oder Beiträgen gesetzt werden, aber nicht zur Homepage von Foren, Zeitschriften usw. Bei einem Verstoß wird der betreffende Beitrag gelöscht oder redigiert. Bei einem massiven oder bei wiederholtem Verstoß endet die Mitgliedschaft. Eigene Beiträge dürfen nachträglich in Bezug auf Tippfehler oder stilistisch überarbeitet, aber nicht in ihrer Substanz verändert oder gelöscht werden. Nachträgliche Zusätze, die über derartige orthographische oder stilistische Korrekturen hinausgehen, müssen durch "Edit", "Nachtrag" o.ä. gekennzeichnet werden. Ferner gehört das Einverständnis mit der hier dargelegten Datenschutzerklärung zu den Forumsregeln.



Xobor Xobor Forum Software
Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz