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ZETTELS KLEINES ZIMMER

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Dieses Thema hat 92 Antworten
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Frank2000 Offline




Beiträge: 2.333

10.09.2019 09:04
#51 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Auch ne Art Zensur

Ich vermute, die Zensur-Institutionen sind auf einen neuen, genialen Trick gekommen. Wenn ich bei Welt online Kommentare schreibe, dann werden die grundsätzlich erst nach zwei Tage veröffentlicht.

Ich bewundere die Kreativität unserer linken Mehrhheitsgesellschaft, wenn es darum geht, unliebsame Meinungen auszuschalten!

- Würde man versuchen, sich dagegen zu beschweren, dann käme nur: "Weswegen? Deine Beiträge sind doch veröffentlicht- da ist gar keine Zensur."

- Gleichzeitig ist man effektiv mundtot gemacht. Solche Beiträge werden nicht mehr wahrgenommen. Sortiert ein Leser nach "Neuste Beiträge" taucht der Beitrag nicht auf, weil er mit dem zwei Tage alten Datum eingestellt wird. Und niemand scrollt 5 Seiten nach hinten.

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Jeder, der Merkel stützt, schützt oder wählt, macht sich mitschuldig.

Xanopos Offline



Beiträge: 217

28.10.2019 14:36
#52 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #51
Ich vermute, die Zensur-Institutionen sind auf einen neuen, genialen Trick gekommen. Wenn ich bei Welt online Kommentare schreibe, dann werden die grundsätzlich erst nach zwei Tage veröffentlicht.

Ich bewundere die Kreativität unserer linken Mehrhheitsgesellschaft, wenn es darum geht, unliebsame Meinungen auszuschalten!

- Würde man versuchen, sich dagegen zu beschweren, dann käme nur: "Weswegen? Deine Beiträge sind doch veröffentlicht- da ist gar keine Zensur."

- Gleichzeitig ist man effektiv mundtot gemacht. Solche Beiträge werden nicht mehr wahrgenommen. Sortiert ein Leser nach "Neuste Beiträge" taucht der Beitrag nicht auf, weil er mit dem zwei Tage alten Datum eingestellt wird. Und niemand scrollt 5 Seiten nach hinten.


Ich bin viel in einem Forum zu einer links-liberalen österreichischen Tageszeitung unterwegs. Posten kann man dort noch anonym. Weil die Idee sich online ausweisen zu müssen hierzulande aus dem rechten Eck kam, war die Zeitung natürlich dagegen. Je nach Artikel wird viel gelöscht bis gar nichts. Kann ich zum Teil auch verstehen, niemand braucht 27 mal das fast gleiche Posting, aber auch unangenehme Meinungen kommen durch. Und was ich auch positiv anmerken muss, selbst bei den kontroversesten Artikeln wurde noch nie die Kommentarfunktion geschlossen.
Ich hab das Gefühl, das gehört dort ein wenig zur Blattlinie, gewisse Details verschweigt der Artikel, aber in den Kommentaren sind sie dann zu lesen.

Xanopos Offline



Beiträge: 217

25.11.2019 13:19
#53 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Thema verschärftes Wafenrecht in Deutschland:

Zitat
Während die übrigen Verbotsvorstöße aus Niedersachsen nicht durch den Bundesrat gekommen sind, erarbeitet das BMI zu den Messerverbotszonen für das Regierungskabinett einen Änderungs-Antrag zur Waffenrechts-Novelle. Anscheinend wird derzeit (Stand 5.11.19) diskutiert, in den Zonen alle Messer mit mehr als vier Zentimeter Klingenlänge zu verbieten.


https://de-de.facebook.com/MesserMagazin...4vOA&__tn__=K-R

Mal was positives, somit wären die kleinen Schlüsselanhängermesser ausgenommen.

Emulgator Offline



Beiträge: 2.174

25.11.2019 15:21
#54 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Zitat von Xanopos im Beitrag #53
Mal was positives, somit wären die kleinen Schlüsselanhängermesser ausgenommen.
In der künftigen rein veganen klimaschützenden Gesellschaft ist manchmal ein Messer mit längerer Klinge zum Obst- und Gemüseschneiden nötig. Was tun, wenn man in so einer Verbotszone lebt?
Wir fordern deswegen die Schaffung von Tranchierämtern, in denen auf Klimaschutz, Demokranz und Tolerie vereidigte Beamte für die länger und kürzer hier lebenden die Arbeit des Gemüseschneidens mit langen Messern übernehmen.

Xanopos Offline



Beiträge: 217

25.11.2019 19:23
#55 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Zitat von Emulgator im Beitrag #54
Zitat von Xanopos im Beitrag #53
Mal was positives, somit wären die kleinen Schlüsselanhängermesser ausgenommen.
In der künftigen rein veganen klimaschützenden Gesellschaft ist manchmal ein Messer mit längerer Klinge zum Obst- und Gemüseschneiden nötig. Was tun, wenn man in so einer Verbotszone lebt?

Das Verbot betrifft nur das Führen von Messern in der Öffentlichkeit, und eben nur dort. Welche Messer man in der Küche haben darf, ist davon nicht betroffen. Auch bisher waren durften, unabhängig von Waffenverbotszonen, viele Küchenmesser nicht in der Öffentlichkeit nicht geführt werden.
Desweiteren sind bisherige Waffenverbotszonen teilweise zeitlich beschränkt.
Wurden Sie schon mal von der Polizei auf Waffen kontrolliert? Ist wahrscheinlich für die meisten im Forum eine eher theoretische Sorge.

Frank2000 Offline




Beiträge: 2.333

06.01.2020 14:23
#56 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Wie funktioniert eine chinesische Tastatur?
Ich dachte, die haben keine Buchstaben, sondern Wort-Symbole?

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Fluminist Offline




Beiträge: 1.991

06.01.2020 15:31
#57 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #56
Wie funktioniert eine chinesische Tastatur?
Ich dachte, die haben keine Buchstaben, sondern Wort-Symbole?

Die chinesischen Schriftzeichen sind traditionell in 214 jeweils durch einen charakteristischen Zeichenbestandteil ("Radikal") bezeichnete Klassen unterteilt und werden dann nach Anzahl der zusätzlichen Striche angeordnet - so findet man sie im Wörterbuch. Radikal + Strichzahl engt die Auswahl in der Regel auf nicht mehr als eine Handvoll Schriftzeichen ein, aus der man dann das passende aussuchen kann.

Frank2000 Offline




Beiträge: 2.333

06.01.2020 16:15
#58 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Danke.

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Frank2000 Offline




Beiträge: 2.333

06.01.2020 16:18
#59 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Im Büro bin ich grade über folgende Weisheit gestolpert:

Der Unterschied zwischen einem Volkswirt (oder BLWer) und einem Pastor:

- Der Pastor kann erklären, WARUM sie die Hexe verbrannt haben.
- Der VLWer kann erklären, warum sie die Hexe VERBRANNT haben.

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nachdenken_schmerzt_nicht Offline




Beiträge: 1.926

08.01.2020 08:22
#60 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #59
- Der Pastor kann erklären, WARUM sie die Hexe verbrannt haben.
- Der VLWer kann erklären, warum sie die Hexe VERBRANNT haben.

Und, wenn ich das ergänzen darf, die Parteispitze der Grünen wird Ihnen wahrscheinlich erklären können, warum sie DIE HEXE verbrannt haben.

Und damit haben wir gesellschaftlich religiöses Handeln erklärt:

Der Kirche kümmert sich um das Subjekt, die Politik um das Objekt des Glaubens, die Ökonomie um die Durchführung.

"Dort, wo es keine sichtbaren Konflikte gibt, gibt es auch keine Freiheit." - Montesquieu

Werwohlf Offline




Beiträge: 997

09.01.2020 20:47
#61 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Zitat von nachdenken_schmerzt_nicht im Beitrag #60
Der Kirche kümmert sich um das Subjekt, die Politik um das Objekt des Glaubens, die Ökonomie um die Durchführung.
Wunderbar!

--
Bevor ich mit den Wölfen heule, werd‘ ich lieber harzig, warzig grau,
verwandele ich mich in eine Eule oder vielleicht in eine graue Sau.
(Reinhard Mey)

Frank2000 Offline




Beiträge: 2.333

10.01.2020 13:06
#62 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Facebook: Dagegen ist Orwell Kinderkram

Ich hatte vor, mir einen Facebook-Account anzulegen, um regionale Gruppen zu suchen.
Da Groops inzwischen leider tot ist, gibt es keine, absolut keine Alternative mehr, wenn man regionale Gruppen suchen will (Spielegruppen, Wandergruppen, was auch immer).

Facebook zwingt bei der Anmeldung folgende Angaben zu machen:
- eMail-Adresse (wird mittels Testmail verifiziert)
- Handynummer (wird mittels SMS verifiziert)
- persönliches Foto - das wird auch verifiziert, weiß aber nicht wie. KI oder Sichtprüfung

-> Danach hat Facebook ein persönliches Profil, gegen das Orwells dystopische Welt wie Kinderkram wirkt. Mittels des Fotos wird man auf jedem Foto identifiziert, dass im Internet existiert.
Mit der Telefonnummer ist man regional identifiziert, zusammen mit der email und eventuellen Tätigkeiten innerhalb von Facebook ist ALLES über einen bekannt. Wo man lebt, was man arbeitet, persönliche Beziehungen, Vorlieben, Abneigungen, Freizeitaktivitäten, ökonomische Stellung, Familienstand, einfach ALLES.

Zuerst habe ich noch gedacht, dass ich das System wenigstens teilweise unterlaufen könnte, in dem ich nur für die Anmeldung in Facebook eine Prepaidnummer kaufe und dann wegschmeisse. Wobei meines Wissens in Deutschland ja auch jede Prepaidnummer inzwischen nur mitttels Identitätsnachweis erworben werden kann - aber zumindest wäre mit dieser Nummer dann kein Telefonprofil verknüpft.
Aber als dann noch die Abfrage nach dem Foto kam (und es wird sogar GANZ OFFEN in der Anmeldung geschrieben, dass das Foto zur Identifizierung verwendet wird), da sind bei mir die Sicherungen durchgebrannt.

[EDIT]
Die ganze Geschichte wird noch verschärft, durch die Art und Weise, in der Facebook vorgeht. Bei der Anmeldung gaukelt Facebook dem Anwender vor, es wäre mit der Angabe einer email-Adresse getan. Dann kommt - völlig ohne vorherige Info - die Pflichtabfrage der Handynummer. Nur so nebenbei geschieht damit dann auch - ungefragt - eine vollständige Vernetzung mit allen Daten, die Facebook jemals über WhatsApp eingesammelt hat, sei es ein eigenes WhatsApp-Profil oder dass man nur bei jemand anderem in WahtsApp erscheint.

Hat man eine Nummer angegeben und bestätigt, erscheint - wieder ohne Vorankündigung - die Pflichtangabe des Fotos. Wenn einem jetzt der Geduldsfaden reisst, dann hat man ein Problem: da der FB-Account noch nicht vollständig im Zugriff ist, KANN MAN DEN AUCH NICHT LÖSCHEN. Alle bis jetzt gemachten Angaben liegen bei FB und dürfen - nach deren AGB - ausgewertet werden, da erst NACH LÖSCHUNG wieder der Datenschutz greift.

Zum Löschen muss man den Account aber vollständig freischalten - also weitere Angaben machen. Das ist alles so pervers und moralisch ekelhaft.

Wie konnte es dazu kommen, dass wir in der westlichen Welt als Gesellschaft der Totalüberwachung zugestimmt haben? Was läuft da schief in der Spezies Mensch, dass die allermeisten Menschen derartige Ameisen sind, ohne freien Willen, ohne den Wunsch, die eigene Person und Identität zu schützen? Ist der Mensch wirklich nicht mehr als ein seelenloser Roboter, auf der Suche nach dem Kollektiv, in dem er/sie seine freiheitliche Existenz beenden kann?

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Fluminist Offline




Beiträge: 1.991

10.01.2020 15:57
#63 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #62
Wie konnte es dazu kommen, dass wir in der westlichen Welt als Gesellschaft der Totalüberwachung zugestimmt haben?

Das ist einfach das Geschäftsmodell. Facebook bietet Mehrwert (eben die Wandergruppe zu finden etc.), und die Teilnehmer bezahlen dafür nicht mit Geld, sondern damit, ihre Identität ausschlachten zu lassen - das tut zunächst nicht weh und gibt die Illusion der Kostenlosigkeit. Selbstverständlich funktioniert das nur, wenn genug Subjekte mitmachen; wer nicht will, muß ja nicht. Hinreichend viele tun's, denn die Verlockung des (vermeintlich) kostenlosen Angebots überblendet leicht etwaige Bedenken; das Argument "wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten" ist viel beliebter als es sein sollte.

Eine interessante Frage ist dabei, wer die Daten kauft und damit Facebook bezahlt. Die Profilierung erlaubt sehr punktgenaue Bewerbung als lohnende Ziele identifizierter Subjekte, die dann wie hypnotisiert kaufen und wählen, was ihnen suggeriert wird - soll ja beim notorischen Brexitreferendum das Zünglein an der Waage gewesen sein. Facebook stellt sich unbedarft und kann ja auch nicht leicht etwas am zentralen Prinzip seines Geschäftsmodells ändern.

Emulgator Offline



Beiträge: 2.174

10.01.2020 16:15
#64 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #62

Zuerst habe ich noch gedacht, dass ich das System wenigstens teilweise unterlaufen könnte, in dem ich nur für die Anmeldung in Facebook eine Prepaidnummer kaufe und dann wegschmeisse. Wobei meines Wissens in Deutschland ja auch jede Prepaidnummer inzwischen nur mitttels Identitätsnachweis erworben werden kann - aber zumindest wäre mit dieser Nummer dann kein Telefonprofil verknüpft.


Nun gibt es aber auch Schutzsuchende, die ihre Identitätspapiere verloren haben und trotzdem nach Hause telefonieren können müssen. Auch an die hat man gedacht. Wenn Sie Arabisch oder (noch besser!) Französisch können, hätten Sie ja einfach mal Asyl beabtragen und so eine SIM-Karte sich vorübergehend geben lassen können.

Inzwischen hat das Pendel natürlich wieder in die andere Richtung umgeschlagen.

Zitat
Nur so nebenbei geschieht damit dann auch - ungefragt - eine vollständige Vernetzung mit allen Daten, die Facebook jemals über WhatsApp eingesammelt hat, sei es ein eigenes WhatsApp-Profil oder dass man nur bei jemand anderem in WahtsApp erscheint.

Das Kind ist ja schon in den Brunnen gefallen:

Zitat von https://www.whatsapp.com/legal/#terms-of-service
Adressbuch. Im Einklang mit geltenden Gesetzen stellst du uns regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp Nutzern und anderen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung, darunter sowohl die Nummern von Nutzern unserer Dienste als auch die von deinen sonstigen Kontakten.



Im Einklang mit europäischen Datenschutzrecht kann man zu so etwas gar nicht zustimmen, aber aus der Sicht von Facebook ist das nicht ihr Problem. Aber sicher haben Sie Freunde, die WhatsApp benutzen und Ihre Daten in ihrem Mobiltelefon-Adressbuch abgespeichert haben. Die haben damit Ihre Telefonnummer schon längst an WhatsApp weitergegeben. Ist völlig illegal, aber schwierig in seinem Freundeskreis dagegen vorzugehen, wenn man damit erstens in der Minderheit ist ("Wieso, alle bei uns im Marketing benutzen WhatsApp?") und zweitens der Freundeskreis einer bleiben soll.

Zitat von Frank2000 im Beitrag #62
Wie konnte es dazu kommen, dass wir in der westlichen Welt als Gesellschaft der Totalüberwachung zugestimmt haben?
Technisches Unverständnis auf breiter Front. Aber dafür können wir Brecht-Stücke interpretieren und wissen, daß man beim Schreiben über Personen immer noch an ihr Geschlecht und ihre sexuelle Orientierung erinnern soll. Hier als Ausnahme ein Blogeintrag eines Mathe-, Physik- und Informatiklehrers, der von den illegalen Machenschaften seiner Kollegen, Eltern und Schüler mit Whatsapp berichtet.

Honest John Offline




Beiträge: 32

18.01.2020 13:19
#65 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Ich glaube, das passt am besten hier hinein.

Ich war kürzlich auf einem Vortrag von einem renommierten Professor zum Thema Energie und Klimawandel.

Am Ende meldete sich einen Dame mittleren Alters, offenbar eine ganz verbissene Grüne, die bemängele, dass er es gewagt hat großindustrielle Lösungen vorzuschlagen und die deutsche Automobilbranche nicht zu verdammen, sie wünscht sich lieber ganz neue kreative Lösungen. Sie hat hat zwar nicht gesagt, wie diese auch nur ansatzweise ausschauen sollen, aber das scheint mir in gewissen Kreisen verbreitet zu sein, irgendwie gegen alles zu sein, sich tolle neue Sachen wünschen, aber selbst keinen Dunst zu haben.

HR2 Online



Beiträge: 209

19.01.2020 19:10
#66 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #62
Facebook: Dagegen ist Orwell Kinderkram




Ernst gemeinte Frage: Ist Facebook nicht Kinderkram, solange der Staat nicht auf die Daten zugreifen darf?

Fluminist Offline




Beiträge: 1.991

20.01.2020 12:03
#67 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Zitat von HR2 im Beitrag #66
Zitat von Frank2000 im Beitrag #62
Facebook: Dagegen ist Orwell Kinderkram




Ernst gemeinte Frage: Ist Facebook nicht Kinderkram, solange der Staat nicht auf die Daten zugreifen darf?


Tja, "der Staat" ist nun mal nicht der einzige Quell allen Übels.

Jemand, der eine Wahl oder einen Volksentscheid in einem Land um das entscheidende Quentchen beeinflussen möchte, kauft sich (hinter mehreren Decknamen- und Scheinfirmenschalen, versteht sich) von Facebook massiv Profildaten von Nutzern in diesem Land ein, analysiert diese, um weiche Ziele für die Beeinflussung zu identifizieren, und kauft dann gezielte Facebook-Anzeigen, die spezifisch diesen Zielpersonen gezeigt werden, worauf sie wie hypnotisierte Kaninchen so wählen wie gewollt - funktioniert wirklich!
Das ist zwar nicht Orwell, sondern Cummings, aber Kinderkram würde ich es nicht nennen.

Frank2000 Offline




Beiträge: 2.333

25.05.2020 11:48
#68 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Veränderung von Bonn in den letzten 35 Jahren

Ich habe den Eindruck, dass manche Veränderungen in Deutschland unter der Wahrnehmungsschwelle ablaufen. Wenn man das Argument verwendet, dass es "früher besser war", dann klingt das sofort nach dem üblichen Geschwätz alter Männer, die von der modernen Welt einfach überrollt wurden.
Ich teile deswegen einfach mal meine Beobachtung der Stadt Bonn. Mag jeder davon halten, was sie/er möchte.

Ich habe in Bonn studiert. Vor 30 Jahren so grob war ich durch. Ich kenne also Bonn noch als Hauptstadt, als Regierungssitz, als Universitätsstadt, als lokales Handelszentrum. Bonn hatte damals folgende Beschreibung (und zwar international!):

- Beschaulich
- Sauber, gepflegt, ruhig
- Gehobenes Publikum: Politiker, Studenten, Rentner
- Extrem viel Kultur für so eine kleine Stadt
- Viel alte liebevoll gepflegte Bausubstanz; Gründerzeit-Viertel
- Bemerkenswerte Fußgängerzone
- Hoher Standard bei der öffentlichen Sicherheit & Ordnung
- Konservativ-bürgerliche Politik

Bemerkenswert war immer, dass Bonn ein eigenständiges Profil hatte und sich direkt neben Köln behaupten konnte. Ich kann mich daran erinnern, dass bei ausländischen Touristen oft der Besuch von Köln UND Bonn als zwei aufeinanderfolge Punkte eingeplant war. Köln als Großstadt und Bonn als "urig-deutsche Puppenstube" und Sinnbild für die deutsche Verknüpfung von Effizenz und Gemütlichkeit.
Am Sonntag war ich mal wieder nach langem im Bonn.

Wir kamen mit den Rädern aus dem Bonner Norden am Friedensplatz an. Haben uns da ein Eis geholt und hingesetzt.
Die Fassaden sind in einem jämmerlichen Zustand; die Gebäudefronten wirken fast Slum-artig. Abblätternde Farbe, Reste abgerissener Neontafeln/ ehemaliger Geschäfte. Aus dem Pflaster wachsen Pflanzen; der Wind treibt Müll über den Boden. Der Platz ist voller Ausländer; viele von denen ganz offensichtlich sehr schlichtes Publikum. Von irgendwoher dringt türkische Popmusik; vielleicht aus einem Gebäudefenster.
Wir gehen Richtung Bottlerplatz/ Stadttor. Der Bottlerplatz ist etwas besser; aber auch hier sind ungeleerte, überquellende Mülleimer und ein riesiger Stapel alter Kartons. Am Sonntag kommt mit Sicherheit keine Müllabfuhr; was machen die da also? Ein sehr schlichtes, unangenehmes Publikum.

Am Münsterplatz fällt sofort das extrem unschön eingerüstete Münster ins Auge: hässliche, besprühte riese Spanplatten & Gerüste. Nicht mal ein Versuch, das nett zu gestalten. Bettler sitzen rum. Teilweise wird man sogar angesprochen. Einige Geschäfte sind aufgegeben. Wieder volle Mülleimer. Grafitti an Stromkästen und manchen Wänden.
Weiter Richtung Marktplatz. Da hat sich irgendeine linke open border-Sekte breit gemacht und riesige Stellwände aufgestellt, die behaupten, wir Deutschen seinen verantwortlich für die Toten im Mittelmeer usw weil unsere Grenzen geschlossen seinen: "Fortress Europe" oder so ähnlich. Auf den Boden sind Parolen aufgemalt. Die Sternstraße ist völlig desolat: das Pflaster nur noch Stückwerk, geflickte Löcher überall. Die Fassaden wie aus der Bronx. Ein ausgebrannter Mülleimer am Rand: der weiße Belag vom Löschmittel ist auf der halben Straße noch zu sehen, die Reste des Mülleimers hängen an der Laterne.

Mit den Rädern fahren wir durch die Brüdergasse Richtung Rhein und dann am Rhein Richtung Köln. Die Oper sieht alt und schäbig aus; von Hochkultur kann da keine Rede sein. Die Beethovenhalle ein Baustelle. Und wie jeder weiß: eine Dauerbaustelle mit unfassbarer Geldverbrennung. Die folgende Fassadenfront Richtung Köln, vom Radweg aus sichtbar, wirkt wie ein Klischee eines Slums: 4 oder 5stöckige Mehrfamilienhäuser mit völlig verdreckter, zerstörter Fassade, schmutzigen Balkons... das ganze wirkt wie Kölnberg in Klein. Der Radweg in üblem Zustand.
Ergänzen kann man noch, dass der Bonner Stadtrat zur Zeit eine riesen Welle macht, den "Autoverkehr aus der Stadt zu vertreiben". Das bischen Geld, was Bonn trotz ständig steigenden Schulden noch hat (nach dem WCCB-Skandal und der Beethovenhalle) wird investiert, um den Cityring wörtlich zu zerstören: Teile des Rings werden gekappt und der Autoverkehr kilometerweit weggeleitet bevor man Bonn wieder umfahren kann.

Diese Zustandsbeschreibung ist natürlich etwas speziell, da a) Sonntag = Geschäfte geschlossen und b) Corona-bedingt auch Kneipen und Restaurants im Notbetrieb laufen.
Aber der Schmutz, Dreck, die kaputten Böden, Fassaden und Gebäude: das bliebe auch an einem sonnigen Samstag Vormittag so.
Und Polizisten habe ich keinen einzigen gesehen.

***
Ich habe sehr den Eindruck, dass in Bonn ein grundlegender Wandel in der Lokalpolitik stattgefunden hat. Eine komplette Innenstadt "adrett" zu halten ist natürlich teuer. Richtig teuer. Da reden wir von Millionen: und das jedes Jahr. Natürlich ist es viel billiger, ein Loch im Boden einfach mit Kaltteer zu stopfen, als das Pflaster wieder ordentlich zu schließen.
Häufiges Leeren der Mülleimer, Stadtreinigung, Fassadensäuberung: das kostet alles viel Geld. Und das Geld wird jetzt eben für andere Dinge ausgegeben, wie zum Beispiel Flüchtlingsbetreuung oder den Geld-intensiven Rückbau von Straßen. Aus Sicht eines typischen Linken ist die Veränderung - sofern er/sie die Veränderung überhaupt bemerkt - doch kein Bug, sondern ein Feature: das Geld wird nicht für "dekadente" Stadtverschönerung ausgegeben und der öffentliche Raum wird von "der Szene in Besitz genommen".

Ob man aus dem Wandel von Bonn etwas für Deutschland insgesamt ableiten kann, mag jeder selbst entscheiden. Jedenfalls ist Bonn in diesem Zustand sicher keine Reise wert.

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Frank2000 Offline




Beiträge: 2.333

15.06.2020 19:23
#69 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

So geht richtig schlechter Journalismus

"Shutdown rettete Millionen – aber senkt unsere Lebenserwartung erheblich

Die Maßnahmen, die in Deutschland und anderen Staaten in den vergangenen Wochen gegen die Ausbreitung der Pandemie ergriffen wurden, haben Millionen Covid-19-Infektionen und Todesfälle verhindert. Dies zeigen zwei Studien..."

https://www.welt.de/wirtschaft/plus20956...llbremsung.html

Der Titel suggeriert, dass es um Menschen geht, die entweder gestorben wären oder zumindest schwere körperliche Schäden bekommen hätten. Zudem suggeriert der Titel, dass diese "Millionen" auf Deutschland bezogen seien, denn im zweiten Halbsatz wird von "unsere Lebenserwartung" gesprochen und niemand wird das als "durchschnittliche Lebenserwartung der Menschheit" interpretieren.

Im Teaser wird dann aber berichtet:
- Die Auswertung soll weltweit gelten
- Und in den "Millionen" sind alle Infektionen eingerechnet. Also auch die Infektionen, die völlig harmlos verlaufen wären. Und da kann man nicht von "gerettet" sprechen.

Das ganze veröffentlicht in der Welt. Die einzige Zeitung Deutschlands, die noch einen Rest journalistischen Anspruchs hat.

Beim Spiegel spricht man ja schon ganz offen vom "Ende des journalistischen Neutralitätsfanatismus".

Wir haben fertig.

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Frank2000 Offline




Beiträge: 2.333

19.06.2020 12:34
#70 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Das Ende der Hauptschule

Im General-Anzeiger Bonn gab es zu der Gegend, in der ich aufgewachsen bin, folgende Meldung:

"Die Einrichtung sei damals [FRO: etwa 1970] die Haupt-Schule des Volkes gewesen, rund 75 Prozent eines Jahrgangs besuchten sie. Dann aber kam Mitte der 70er Jahre in politisch konservativen Kreisen der Slogan „Schick dein Kind auf bessere Schulen“ auf.
...
Ein Auslaufmodell
Noch vier Hauptschulen im Rhein-Sieg-Kreis
Der Schulfrieden in NRW, in dem SPD, Grüne und CDU sich 2011 darauf verständigt haben, die Hauptschule aus der Verfassung zu streichen, hat auch die Schullandschaft im Rhein-Sieg-Kreis nachhaltig verändert. Von einst 22 Hauptschulen sind seither 18 ausgelaufen."

https://www.general-anzeiger-bonn.de/reg...er_aid-51687027

Was an diesem Artikel auffällt:

- Mythenbildung, dass "konservative Kreise" für das systematische Ende der Hauptschule verantwortlich sei. Natürlich haben erfolgreiche und vermögende Eltern schon immer darauf geachtet, dass auch ihre eigenen Kinder die bestmögliche Schule durchlaufen. Es isz undendlich oft in Studien gezeigt worden, dass bildungsaffine Menschen ökonomisch aufsteigen, also reich werden, deswegen auch eher in das konservative Lager wechseln und gleichzeitigf aber auch ihre eigenen Kinder optimal fördern. Aber die Abschaffung der Hauptschule war trotzdem ein linkes Lieblingsprojekt - genauer gesagt: die seit 40 Jahren verfolgte Agenda "Abitur für alle" ist DAS linke Projekt schlechthin.

- Zumindest in NRW ist mit obigem Text geklärt, wie sich die Schullandsachaft verändert (mir war das nicht klar): die Gesamtschulen nehmen die Hauptschulen auf. Bisher hatte ich vermutet, dass die Gesamtschulen nur die Realschulen aufnehmen.

- Der Artikel umgeht die Frage, welchen Vorteil eine Gesamtschule insgesamt eigentlich haben soll: wie hat sich die Zahl der Abschlüsse verändert im Vergleich zur geänderten Schulform? Wie hat sich die Zahl der qualifizierten Tätigkeiten geändert? Haben wir tatsächlich so viel Bedarf an Theoretikern, dass der "Studiumsvorbereitende Abschluss" heute 60% der Abschlüsse ausmacht? Und wer repariert dann die Wasserleitung oder leert die Mülltonne?

- Wie haben sich in der Zeit die Privatschulen entwickelt?

Als ich ein Jugendlicher war, war die Hauptschule nicht ungewöhnliches. Die Menschen, die man traf, wurden eher nicht danach "abgeurteilt", dass sie Hauptschüler waren, sondern welchen Beruf bzw Erfolg sie damit erreicht haben. Ein Hauptschüler, der Meister war, war in der Wahrnehmung eben genau das: "Meister". Und nicht "Hauptschüler".
Heute ist das anders. Heute ist ein Hauptschüler quasi immer Hauptschüler, auch wenn er/sie erfolgreicher Kleinunternehmer geworden ist. Das liegt aber daran, dass es kaum noch Hauptschgüler gibt und damit ein sehr spezielles Biotop an den Hauptschulen entsteht. Diese Sozialisierung wirkt meistens lebenslang nach.

Also gut: die Hauptschzulen verschwinden. Und jetzt? Wie geht´s weiter?

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Llarian Offline



Beiträge: 5.006

19.06.2020 14:18
#71 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Zitat von Frank2000 im Beitrag #70
- Zumindest in NRW ist mit obigem Text geklärt, wie sich die Schullandsachaft verändert (mir war das nicht klar): die Gesamtschulen nehmen die Hauptschulen auf. Bisher hatte ich vermutet, dass die Gesamtschulen nur die Realschulen aufnehmen.

Eher nicht, im Gegenteil, ich kenne Realschulen die sich wie Teufel dagegen wehren in eine Gesamtschule umgewandelt zu werden. Die Gesamtschulen, zumindest in NRW, sind de facto Hauptschulen. Und das nicht erst seit gestern sondern schon vor 30 Jahren. Als ich noch zur Schule ging hat man diejenigen, die auf dem Gymnasium gescheitert sind, ins Nachbardorf auf die Gesamtschule geschickt. Wo sie alle mit schönen Abituren ausgestattet wurden. Der schul-interne Begriff für die Gesamtschule war "Abitur-in-den-A.-schiebe-Anstalt.

Heute ist mein Respekt vor der Gesamtschule eher noch gesunken. Ein ehrliche Hauptschüler, der sich seiner Grenzen bewusst ist und eine handwerkliche Lehre macht, ist mir hundertmal lieber als der hundertste Germanist, Soziologe oder was man sonst gerne mit Gesamtschulabitur so studieren geht (ja, ich weiß, das ist falsch verallgemeinert, in der Tendenz ist das aber absolut korrekt).

Zitat
Also gut: die Hauptschzulen verschwinden. Und jetzt? Wie geht´s weiter?


Das ist doch ganz klar. Da kaum noch Realschulen da sind, als nächstes das Halali auf die Gymnasien. Außer den privaten, da will man ja seine eigenen Sprösslinge noch hinschicken (Modell Schwesig).

Baron Brunzi Offline



Beiträge: 9

19.06.2020 16:02
#72 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Ich war mal ein mittelmäßiger Hauptschüler, leider fehlte mir das Talent fürs Handwerk, daher hab ich was technisches studiert.

Frank2000 Offline




Beiträge: 2.333

18.07.2020 15:03
#73 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Das Ende der Kleinstadt-Innenstädte

Ich war in Bad Wildungen, Hessen. Die kleine Stadt war 2006 Ort der Landesgartenschau und die Marketingtexte beschreiben das so: "Bad Wildungen hat sich durch die Ausrichtung der Gartenschau vom weltbekannten Kurort zu einer modernen Wellnessoase entwickelt."
Die Fotos im Internet sind ebenfalls überaus idyllisch. Da war ich dezent neugierig. Nun, kurz gesagt: eine Katastrophe. Ein Desaster ohne gleichen. Die Geschäfte stehen leer oder sind mit Billigshops belegt. Die Gastronomie besteht aus primitivsten Pommesbuden oder Shishabars. Der Boden ist kaputt, die Fassaden blättern, das Publikum ist extrem schlicht und oft neudeutsch. Das Kopfsteinpflaster teilte man sich mit Autos, denn das war keine Fußgängerzone, sondern lediglich eine verkehrsberuhigte Zone. Wir haben es keine 20 Minuten ausgehalten und sind weitergefahren.

Ich habe nachgedacht, was eigentlich mit diesen Traditionsdörfern passiert. Und biete folgende Gedanken an - Widerspruch willkomnmen.

Die Häuser in Bad Wildungen sind, wie so oft in solchen Dörfern, denkmalgeschützt und uralt. 500 Jahre alt. Das sind noch echte Fachwerkhäuser, mit Balkentragwerk und Lehmkassetten. Solche Häuser sind teuer im Unterhalt und schwer zu pflegen. Viel schlimemr ist aber: die Häuser sind im Kern völlig veraltet. Die Türen und Fenster sind viel zu klein, so dass die Zimmer dunkel und schwer zu lüften sind. (Nicht zu vergleichen mit den beliebten Gründerzeithäusern zum Beispiel in Bonn.) Die Decken sind niedrig, die Räume eng. An Umbau ist nicht zu denken: nicht nur, dass jeder Umbau genehmigungspflichtig ist; es geht schlicht nicht. Man kann nicht mal eben neue Kabelschächte oder Rohre verlegen, weil das Holztragwerk im Weg ist - man muss alles Aufputz machen. Die Häuser können auch nicht mit modernen Anforderungen an Lärmschutz oder Wärmedämmung mithalten. Es gibt keine vernünftigen Keller, keine hausnahen Garagen und jede Wand ist schief und krumm. Teilweise neigen sich die Häuser um einen halben Meter bis zum Giebel.

Wirkung: die ehemaligen wohlhabenden Bewohner ziehen aus. Wer es sich leisten kann, zieht in die Eigenheimsiedlungen, die sich wie ein Ring um Bad Wildungen ziehen. Die Innenstadthäuser stehen dann leer und sind unvermietbar. Also ziehen Einkommenschwache und Migranten ein. Will man es ihnen verdenken?

Die nächste Wirkung ist jetzt die Verlegung der Nahversorgung. Die Lebensmittelläden, Friseure, Nagelstudios usw ziehen dahin, wo die Kaufkraft ist: zu den Eigenheimen. Oder es bilden sich gleich Outlets. Also stehen als nächstes die ersten Läden in der winzigen Innenstadt leer. Ebenfalls unvermietbar. Also ziehen Billigläden ein. Jetzt ist die Abwärtsspirale nicht mehr aufzuhalten, denn das Ergebnis taugt auch nicht mehr für den Tourismus. Das Gewerbe bricht ein, die Gewerbesteuern werden geringer, damit fehlen die Mittel, den öffentlichen Bereich der Innenstadt auf hohem Niveau zu halten. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Dreck, Slum und depressiver Stimmung.

Ich glaube auch nicht, dass man so etwas in dieser Form aufhalten kann. Spontan würde ich tippen, am ehesten hätte eine komplette Aufhebung des Denkmalschutzes das noch verhindern können.

Es gibt ein paar Traditionsstädtchen, die mit viel Glück diesem Schicksal entkommen sind. Einige Städtchen am Rhein haben noch Laufkundschaft durch den Rheintourismus. Marburg hat die Uni: Studenten sind oft sensationell anspruchslos, was die Unterkunft angeht und beleben die Marburger Innenstadt sowohl als Mieter als auch als Kneipengänger.

Aber sonstige Städtchen?

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Frank2000 Offline




Beiträge: 2.333

18.07.2020 15:06
#74 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Notiz: mein Gespräch mit dem TÜV-Prüfer

Ich habe den TÜV-Prüfer gefragt, ob er schon mal das Angebot bekommen habe, dass jemand einen Hunni im Fahrzeugschein vergessen habe.
Seine wörtliche Antwort:

"Das ist mir tatsächlich schon passiert. Man darf aber nicht vergessen, dass die das aus ihren Ländern so gewohnt sind."

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Frank2000 Offline




Beiträge: 2.333

28.07.2020 23:49
#75 RE: Gesammelte Beobachtungen zum Leben an und für sich Antworten

Künstliche Gesichter

Wie soll man leben, wenn alles, was man sieht und hört, falsch sein kann? Auf dieser Webseite werden künstliche Gesichter erzeugt:

https://thispersondoesnotexist.com/

Das sieht so unfassbar echt aus, dass man schon 100fach zoomen muss um zu erkennen, dass die Bilder aus Komponenten zusammengestellt sind.

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