Zitat von Johanes im Beitrag #1850Keine netten Zukunftsaussichten.
Die sind und waren ohnehin nie angezeigt. Das Problem ist ja nicht der Brandmauer-Kindergarten, sondern die Wähler, von denen ca. die Hälfte offenkundig überhaupt kein Problem darin sehen dass der Staat völlig dysfunktional in die Selbstzerstörung rast und gerne noch ein bisschen mehr auf's Gas treten würden, ein weiteres Viertel das Problem vielleicht sieht aber nichts daran ändern will und das letzte Viertel sich vermutlich auch nur eine deutschkulturelle Variante des Etatismus wünscht.
Wie soll ein Staat unter dieser Entscheidungsfuchtel anders enden als im Zusammenbruch? Und wenn es so weit ist, braucht man auch keinen Pfifferling darauf zu verwetten dass ein Milei aus dem Nichts auftaucht, weil der Deutsche sowas einfach nicht wählt. Da ist es um Größenordnungen wahrscheinlicher, dass ein frischer Karl Marx an die Macht kommt der den KI-gestützten Powerkommunismus verspricht, der glücklicherweise auch ohne die Mangelwaren Strom, Rechenzentren und Ingenieure funktionieren wird weil der große Parteitag das so beschlossen hat.
Ich glaube inzwischen dass Freiheit und Markt in den vier Jahrzehnten der Nachkriegszeit nur deshalb funktioniert haben weil man das warnende Gegenbeispiel inkl. Schutzwall als direkten Nachbarn vor der Nase hatte. Aber das ist inzwischen alles Schnee von gestern und längst vergessen.
Zitat von Johanes im Beitrag #1852Ich glaube, Ihr Verständnis der Situation würde vom Konzept des "Interesses" profitieren.
Ich nicht. In der Regel läuft die Scheinfrage "wer steckt (*wirklich*) dahinter?", "wer tut uns das an?" in ein unangenehm abschüssiges Gebiet. Diejenigen, die ein klar negativ besetztes Programm fahren, die Grünen, die Linken, die wirklich Reaktionären der Spielart "wir-wollen-unsern-alten-Kaiser-Willem-wiederham!" spielen in aller Regel mit offenen Karten; es erübrigt sich, bei ihnen nach geheimen Plänen und Strategien zu suchen. Das alte Gesetz: nichts der Perfidie zuschreiben, wenn normale Dummheit, Betriebsblindheit und Opportunismus völlig ausreichen. Die Umstände, die das Immunsystem offener und demokratisch verfaßter Gesellschaften lahmlegen, verdanken sich den Umständen - wie etwa den eins höher angeführten: daß wir und seit 35 Jahren in einem System bewegen, das keine Abwehrreaktionen mehr entwickelt, aber per Aufgestelltheit und menschlicher Natur das Bestehende beständig infrage stellt und sich damit irgendwann gegen sich selbst wendet. Eine gesellschaftliche Autoimmunkrankheit, gewissermaßen. Was nicht nur metaphorisch, sondern in seinen konkreten Auswüchsen wortwörtlich zu nehmen ist. Daß Institutionen die BVerG und Verfassungsschutz sich gegen genau die wenden, die Alarm schlagen und den Sintflut aufhalten möchten, zeigt das.
Nb: Gegenwind, Widerporstigkeit und scharfe Ablehnung fahren unter dem Etikett Backlash. Backslash ist der umgekehrte Schrägstrich, \, der etwa bei dynamischer Adressierung in der EDV die verschiedenen Verzeichnisse trennt. SCNR...
"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire
Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #1853Ich nicht. In der Regel läuft die Scheinfrage "wer steckt (*wirklich*) dahinter?", "wer tut uns das an?" in ein unangenehm abschüssiges Gebiet.
Das habe ich auch nicht gemeint.
Es geht nicht darum, die geheime Schattenregierung zu finden. Aber wenn man sich die Frage stellt, wieso einige Leute bestimmten Ideen anhängen, dann sollte man vielleicht auch in Erwägung ziehen, dass es ihnen ganz einfach nutzt. So zu diskutieren als gäbe es da verschiedene allgemein-abstrakte Gerechtigkeitsvorstellungen scheint mir offenkundig in die falsche Richtung zu führen.
Das haben wir in der Diskussion um Trumps Zollpolitik gesehen. Freier Wettbewerb mag langfristig unter idealisierten Umständen zum perfekten Ergebnis führen, aber das bedeutet nicht, dass ein amerikanischer Arbeiter, dessen Fabrik grade verlagert wird, davon am meisten profitiert. Wenn so ein "American First" auf nationaler, auf staatlicher Ebene angeblich legitim sein soll -- und die Mehrheit der aktiven Zimmerleute scheint ja der Meinung -- , wieso dann nicht auch auf Ebene "der Arbeiter von XY"?
"Narren sind Alle, die es scheinen, und die Hälfte derer, die es nicht scheinen" ~ Gracian's Handorakel
Zitat von Johanes im Beitrag #1854Aber wenn man sich die Frage stellt, wieso einige Leute bestimmten Ideen anhängen, dann sollte man vielleicht auch in Erwägung ziehen, dass es ihnen ganz einfach nutzt.
Das mag auf bestimmte, politische Teilaspekte (wie bspw. das Rentenproblem) zutreffen, aber das Gros der Zerstörungspolitik bringt doch wirklich so gut wie keinem Staatsbürger irgendeinen Vorteil.
Man kann natürlich immer hardcore-utilitaristisch argumentieren dass die Leute möglicherweise glücklich damit sind, sich den Wohlstand wegzuschießen um Planet und Menschheit zu retten, aber wie wahrscheinlich ist das? Da sehe ich eher das Floriansprinzip am Werk und die falsche Hoffnung, dass die ganzen Plemplem-Kosten nicht an einem selbst hängen bleiben wenn man sein Kreuz nur bei der richtigen Schattierung der Grünkommunisten macht. Und selbst wenn das stimmen würde, würde ich von einem mündigen Wähler zumindest erwarten, dass er mal überprüft wie gut die ganzen Maßnahmen funktionieren und ob die politischen Versprechungen eingetreten sind, bevor man da fröhlich weiter seine Ressourcen reinbuttert. Das passiert aber offenkundig auch nicht.
Nee, interessensgeleitete Wahlentscheidungen sehe ich da nicht. Eher dekadente Denkfaulheit. Die nebenbei auch prima die unterschiedlichen Präferenzen in Ost und West erklären würde...
Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #1855Das mag auf bestimmte, politische Teilaspekte (wie bspw. das Rentenproblem) zutreffen, aber das Gros der Zerstörungspolitik bringt doch wirklich so gut wie keinem Staatsbürger irgendeinen Vorteil.
Sind Sie sicher, dass es keine Lobbies gibt und Leute, die sich davon ein Einkommen versprechen?
Zitat Nee, interessensgeleitete Wahlentscheidungen sehe ich da nicht.
Da nur alle 4 Jahre gewählt wird und der Wähler nur geringen Einfluss darauf hat, was in der Zwischenzeit passiert...
"Narren sind Alle, die es scheinen, und die Hälfte derer, die es nicht scheinen" ~ Gracian's Handorakel
Zitat von Johanes im Beitrag #1856Sind Sie sicher, dass es keine Lobbies gibt und Leute, die sich davon ein Einkommen versprechen?
Sicherlich gibt es die, aber das sind quantitativ nicht die Leute, die den Ausschlag an der Wahlurne geben. Die Geschichten über die Photovoltaik-Lobby und deren Verflechtungen mit den Grünen sind ja bekannt, aber wenn die restlichen 80 Mio. Leute deren Räubergeschichten glauben und freudestrahlend ihre eigene Ausplünderung wählen (und das nicht ein mal, sondern gleich drölfzig mal hintereinander) sind wir eben wieder beim Problemkomplex Wähler angekommen.
Zitat von Johanes im Beitrag #1856Da nur alle 4 Jahre gewählt wird und der Wähler nur geringen Einfluss darauf hat, was in der Zwischenzeit passiert...
Wir haben hier aber kein "Diktatur auf Zeit"-Problem - die Leute wählen doch alle vier Jahre den selben Schrott immer wieder und wieder. Zur Erinnerung: Die Grenze wurde vor 10 Jahren aufgemacht. Die Energiewende wurde vor 27 Jahren eingeleitet (und dass sie mehr als eine Kugel Eis im Monat kostet dürfte recht deutlich erwiesen sein; wobei ich schon lange kein Eis mehr in Deutschland gekauft habe - möglicherweise kostet die Kugel inzwischen 200 Euro, dann stimmt die Rechnung wieder). Dazwischen lagen 2-7 Bundestagswahlen. Und weil die Erdenker dieses Blödsinns nie schmerzhaft abgestraft wurden, machen sie ihn eben weiter. Das ist ironischerweise das einzig Rationale, was von der Demokratie hierzulande noch übrig ist.
Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #1853Nb: Gegenwind, Widerporstigkeit und scharfe Ablehnung fahren unter dem Etikett Backlash. Backslash ist der umgekehrte Schrägstrich, , der etwa bei dynamischer Adressierung in der EDV die verschiedenen Verzeichnisse trennt. SCNR...
Da kann ich jetzt auch nicht resistieren:
Das Spannende an diesem Vergleich ist ja, dass der Backslash eine IBM / Microsoft-Kuriosität ist und man für Pfadangaben ansonsten (und auch früher schon) normalerweise den Slash benutzt. Passt dann aber gut zu den Zeichen der Zeit, die Antifa ist sozusagen das Microsoft der Politik: Hält sich für widerporstig und revolutionär, obwohl sie schon lange marktbeherrschend sind und gleichzeitig nicht kapieren, dass sie es selbst sind, die sich auf dem Holzweg befinden. Der Backslash ist sowas wie Gendersprache: Anders, neu, aber in keinester Weise sinnvoll...
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