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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
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Llarian Offline



Beiträge: 4.471

25.06.2018 20:25
#151 RE: Blut ist im Wasser antworten

Ich glaube eher an Szenario eins (was heisst ich glaube? Ich würde darauf wetten!).

Aber ein viertes wäre auch noch denkbar: Die CSU macht wirklich Männchen und die Koalition als auch die Fraktionsgemeinschaft zerbricht. Wenn man Leuten wie (F)Laschet noch ein paar mal ein Mikro unters Gesicht hält, bestünde eine echte Gefahr dazu. Ich wäre nicht einmal sicher, ob das für das Land nicht sogar die beste der Alternativen wäre.

Frankenstein Offline




Beiträge: 625

25.06.2018 20:59
#152 RE: Blut ist im Wasser antworten

Zitat von Florian im Beitrag #144
Zitat von Doeding im Beitrag #143
Fast noch bemerkenswerter als das was er direkt fordert, ist der Passus bezüglich der Eigenschaften des Nachfolgers. Da dröhnt ja nun ein deutlich vernehmbares "Wolfgang Schäuble" durch seine Formulierung,


Aber ganz und gar nicht!

Es stimmt, dass in einem Tagesschau-Kommentar Merkels Rücktritt gefordert wird, ist sehr beachtlich.

Die Begründung ist allerdings dann wieder Tagesschau-typisch: Man wünscht sich jemanden, der den EU-Partnern noch MEHR entgegen kommt, als das Merkel tut: "Räumen Sie das Kanzleramt für einen Nachfolger, dessen Name nicht so belastet ist, wie es der Ihre ist. Dem in Europa noch zugehört wird. Dem man zutraut, wirklich die Interessen aller im Blick zu haben!"

"Wirklich die Interessen aller im Blick haben" ist eine klare Chiffre dafür, dass sich die Tagesschau nicht etwa daran stört, dass Merkel in der Flüchtlingskrise deutsche Interessen verraten hätte.
Sondern ganz im Gegenteil: die Tagesschau stört allen Ernstes, dass Merkel noch immer zu viel nationale deutsche Interessen vertrete!

Aus diesem Grund ist auch Schäuble aus dieser Perspektive gerade keine Lösung.
Schäuble gilt ja als ein Vertreter der "deutschen egoistischen Austeritätsforderungen". Er ist entsprechend unbeliebt - nicht nur in Griechenland, sondern auch in Spanien, Italien und Frankreich. Logischerweise hat er in Nordeuropa auch Verbündete. Aber er ist eben gerade NICHT der von der Tagesschau herbeigeschriebene Versöhner. Für diese Rolle wären von der Finanzkrise unbelastete Typen wie Kramp-Karrenbauer oder Günther viel besser geeignet.


Völlig gaga auch die Aussage "[...] bei der panischen Union gewinnen Opportunisten vom Typ Markus Söder oder Jens Spahn die Oberhand, denen jedes, aber auch wirklich jedes Mittel recht ist, so es ihnen selbst kurzfristig Erfolg bringt."

Markus Söder (und m. E. auch Jens Spahn) als Opportunisten zu verunglimpfen ist schon eine Frechheit vor dem Herrn. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Söder (und wohl auch Spahn) gehören zu den wenigen integren Persönlichkeiten der politischen Klasse, die für ihre Standpunkte auch bei Gegenwind offen einstehen.

Techniknörgler Offline



Beiträge: 2.521

26.06.2018 00:27
#153 Erdung antworten

Blut ist im Wasser, ja...
Aber eine Wunde macht noch keinen Toten.

Es mag ihre letzte Amtszeit sein, eine fünfte auch nur ins Auge zu fassen würde vermutlich tatsächlich das Blatt wenden und von einer Mehrheit der Deutschen nicht honoriert werden.

Aber Merkel hat sich so unabkömmlich gemacht als "Stabilitätsanker" (primär, in dem sie alles andere um sich herum instabil hielt, um ihre Person zur einzigen Konstanten zu machen und damit im relativen Vergleich als "Stabilitätsanker" zu wirken), die Deutschen wollen keinen außerplanmäßigen Abgang - und falls es dadurch nötig wird, so folgen sie ihr auch inhaltlich.

______________________________________________________________________________

“Being right too soon is socially unacceptable.”
― Robert A. Heinlein

Frankenstein Offline




Beiträge: 625

26.06.2018 01:36
#154 RE: Erdung antworten

Zitat von Techniknörgler im Beitrag #153
Blut ist im Wasser, ja...
Aber eine Wunde macht noch keinen Toten.

Es mag ihre letzte Amtszeit sein, eine fünfte auch nur ins Auge zu fassen würde vermutlich tatsächlich das Blatt wenden und von einer Mehrheit der Deutschen nicht honoriert werden.

Aber Merkel hat sich so unabkömmlich gemacht als "Stabilitätsanker" (primär, in dem sie alles andere um sich herum instabil hielt, um ihre Person zur einzigen Konstanten zu machen und damit im relativen Vergleich als "Stabilitätsanker" zu wirken), die Deutschen wollen keinen außerplanmäßigen Abgang - und falls es dadurch nötig wird, so folgen sie ihr auch inhaltlich.



Also auf so eine alberne FORSA-Umfrage würde ich nicht allzuviel geben.

Zumal es nicht so sehr darum gehen dürfte, Wähler zurückzugewinnen, sondern weitere Erosionen zu verhindern.

Ich halte Söder aber (seit langem) für integer und denke, dass es ihm zuerst um die Sache geht und bestenfalls danach um schnöde Prozente.

Bevor sich sein Kurs demoskopisch auszahlt, wird die CSU jedoch erstmal liefern müssen - bisher handelt es sich ja lediglich um Absichtserklärungen. Inhaltlich hat die CSU jedenfalls die große Mehrheit sowohl der Deutschen als auch der Union auf seiner Seite. Wundert mich, dass noch keiner in der Union eine entsprechende Urabstimmung vorgeschlagen hat.

Florian Offline



Beiträge: 2.533

26.06.2018 10:59
#155 RE: Erdung antworten

Zitat von Frankenstein im Beitrag #154
Also auf so eine alberne FORSA-Umfrage würde ich nicht allzuviel geben.


Würde ich auch nicht.

Dass sich das Durcheinander bei CDU/CSU kurzfristig negativ auf Umfragewerte niederschlägt ist eigentlich logisch.
Deutsche Wähler wollen keine Unsicherheit und keine parteiinternen Querelen. Der Pulverdampf wird sich aber in den nächsten Wochen lichten.
Der Faktor "Querelen/Unsicherheit" wird mittelfristig dann keine Rolle mehr spielen.
Was übrig bleibt ist dann die Positionierung in der Sache.
Und da positioniert sich die CSU auf eine Weise, die ihr zumindest im bürgerlichen Wählerspektrum Stimmen bringen bzw. erhalten wird. Das scheint ganz sicher.
Und nachdem es in Bayern eine ganz klare bürgerliche 2/3-Mehrheit gibt, wird das Manöver letzten Endes der CSU an der Wahlurne nützlich sein.

Wie die SZ-Redaktion und ihre grünen Freunde in ihrer Münchner Filterblase die Sache sehen, ist hingegen irrelevant.
Wahlen werden in Bayern nicht in Schwabinger Cafés entschieden, sondern in Straubinger Bierzelten.

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 7.493

26.06.2018 20:09
#156 RE: Blut ist im Wasser antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #56
wiegehabte völlige Konsequenzenlosigkeit aus dem fürs Publikum inszenierte Schmierentheater. Ich wollte mich eigentlich vor Montag nicht festlegen, nach dem Motto Montag ist D-Day, so oder so. Angesichts dessen hier
...
Option 2. Es war nichts als Schmierentheater. Nichts wird passieren. Man hat uns eine Nase gedreht und geht jetzt gemeinsam . Das kriegen die hin.


Vom 15.6. Ich bitte um die Auszahlung meines Wetteinsatzes.

Zitat
CDU und CSU beschwören Einheit der Fraktion

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt betonte: „CDU und CSU sind eine Schicksalsgemeinschaft.“

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete die Gemeinschaft der Union als „Schicksalsgemeinschaft“, die halten werde.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte: „Dass wir heute so gut dastehen, hat auch mit 70 Jahren erfolgreicher Politik von CDU und CSU zu tun. Und das wollen wir auch in Zukunft so beibehalten.“

Unions-Fraktionschef Volker Kauder setzt auf eine Einigung von CDU und CSU im Flüchtlingsstreit. „Natürlich setzen wir alle darauf, dass wir zu einer Lösung kommen“, sagt der CDU-Politiker vor der Sitzung der gemeinsamen Fraktion.



https://www.bild.de/politik/inland/fluec...21708.bild.html

Und wer noch irgendeine Handlungs- oder Umsteuerungsoption bei diesen Leuten ausmacht (außer der, den Souverän nach Strich + Faden zu verhöhnen), dem kann ich auch nicht helfen.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

R.A. Offline



Beiträge: 7.729

27.06.2018 08:57
#157 RE: Blut ist im Wasser antworten

Zitat von Doeding im Beitrag #147
Was Sie über die Vorbehalte der Euro-Südländer sagen ist zweifellos richtig, aber ich denke die Nachfolge wird wohl eher nach innenpolitischen Gesichtspunkten geregelt werden.

Wie ALLE Entscheidungen in Deutschland wird auch diese Nachfolge NUR nach innenpolitischen Gescihtspunkten geregelt werden. Es ist den Handelnden überhaupt nicht vorstellbar, daß es im Ausland andere Vorstellungen oder Kriterien geben könnte.

Doeding Offline




Beiträge: 2.399

28.06.2018 08:12
#158 RE: Blut ist im Wasser antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #157
Zitat von Doeding im Beitrag #147
Was Sie über die Vorbehalte der Euro-Südländer sagen ist zweifellos richtig, aber ich denke die Nachfolge wird wohl eher nach innenpolitischen Gesichtspunkten geregelt werden.

Wie ALLE Entscheidungen in Deutschland wird auch diese Nachfolge NUR nach innenpolitischen Gescihtspunkten geregelt werden. Es ist den Handelnden überhaupt nicht vorstellbar, daß es im Ausland andere Vorstellungen oder Kriterien geben könnte.


Schöne, informative Serie . Aber doch eigentlich eher ein Plädoyer zur Schließung des Außenministeriums. Wofür in der Tat manches spräche, zumal seit Adenauer die Außenpolitik eigentlich immer mehr oder weniger durch den Kanzler gestaltet, oder je nachdem, verunstaltet worden ist. Hier scheint das mit der Richtlinienkompetenz tatsächlich sehr ausgeprägt zu sein. Und daß deutsche Außenpolitik zumeist nix mit nix zu tun haben will, ist natürlich richtig.

Daß andere Länder ihre Regierungschefs jedoch stärker nach außenpolitischen Erwägungen berufen als Deutschland, halte ich dagegen für ein Gerücht. Es dürfte immer nahezu ausschließlich die Innenpolitik sein, die den Regierungschef bestimmt; Ausnahme vielleicht in Kriegszeiten (z. B. Churchill).

Herzliche Grüße,
Andreas

"Man kann einen gesellschaftlichen Diskurs darüber haben, was Meinungsfreiheit darf. Oder man hat Meinungsfreiheit." (Christian Zulliger)

R.A. Offline



Beiträge: 7.729

28.06.2018 08:30
#159 RE: Blut ist im Wasser antworten

Zitat von Doeding im Beitrag #158
Daß andere Länder ihre Regierungschefs jedoch stärker nach außenpolitischen Erwägungen berufen als Deutschland, halte ich dagegen für ein Gerücht.

Das wäre dann aber Dein Gerücht ;-)

Du hattest schließlich behauptet, bei der Merkel-Nachfolge wäre die Vermittelbarkeit gegenüber dem Ausland ein Aspekt. Und da sage ich: In Deutschland nicht.
Ob es anderswo so ist, darüber habe ich noch nicht nachgedacht. In der Regel dürfte die Innenpolitik hier immer ausschlaggebend sein (und zu Recht), aber außenpolitische Expertise dürfte immer auch ein Pluspunkt sein.


Wollen mal sehen, wie sich das entwickelt. Gestern ist jedenfalls noch ein Kanister Blut ins Wasser gekippt worden. Heute morgen lese ich in der Lokalzeitung im Politikteil einen Kommentar zum WM-Ausscheiden. Mit der Forderung, Löw müsse jetzt abgelöst werden. Und dem Nachsatz, so wie selbstverständlich, "so wie die Bundeskanzlerin".
Da hat sich schon etwas an der Stimmung geändert.

Florian Offline



Beiträge: 2.533

28.06.2018 12:41
#160 RE: Blut ist im Wasser antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #159

Gestern ist jedenfalls noch ein Kanister Blut ins Wasser gekippt worden.


Ja. Man liest jetzt tatsächlich jede Menge Kommentare, die eine Verbindung zwischen den Schicksalen von Löw und Merkel sehen.

Zum Beispiel sehr deutlich Claus Strunz: "Deutschland braucht einen Neuanfang ohne Jogi Merkel!"
(https://www.facebook.com/fruehstuecksfer...n9BBVttpe1JY-bs )
Oder die Süddeutsche: "Endspiel für Merkel und Löw "
http://www.sueddeutsche.de/sport/politik...-loew-1.4030630
Oder der Focus schon letzte Woche: "Was die Kanzlerin und den Bundestrainer verbinden"
https://www.focus.de/politik/deutschland...id_9137189.html

Dass zwischen dem Schicksal von Nationalmannschaft und Regierungschef eine so enge Verbindung gesehen wird, ist aber eigentlich nicht selbstverständlich.

Erstens der historische Vergleich:
Dass Kanzler sich überhaupt mit der Nationalmannschaft in Verbindung bringen lassen, hat erst unter Kohl begonnen.
Soweit ich weiß, war beim WM-Finale 1954 oder 1966 kein deutscher Kanzler im Stadion.
Und dass ein Kanzler Helmut Schmidt zusammen mit den Spielern in der Umkleidekabine 1974 den WM-Sieg feierte, kann man sich auch nicht recht vorstellen.

Und auch heute noch wäre das in kaum einem anderen Land normal.
Auch England ist fußballbegeistert. Aber Theresa May wird kaum nach einem englischen WM-Sieg in der Umkleidekabine auftauchen.
(Oder umgekehrt: Im ebenfalls fußballgeisterten Italien und Holland gab es m.W. keine Stimmen, die nach der verpassten Qualifikation irgendeine Verbindung zum Ministerpräsidenten gezogen hätten).

Merkel umarmt die Mannschaft hingegen total. Und obwohl es eigentlich alles andere als normal ist, wird es von Medien und Bevölkerung als selbstverständlich hingenommen, dass eine eigentlich viel beschäftigte Kanzlerin allen Ernstes die Nationalmannschaft im Trainingslager in Südtirol besucht.

Und speziell zum Thema Umkleidekabine:
Merkel taucht da auch schon mal ganz überraschend und gegen den Willen des DFB auf. Da entstehen dann zum Beispiel solche Bilder:
https://www.express.de/sport/fussball/fo...im-dfb-10316668
Im umgekehrten Fall - ein männlicher Kanzler verschafft sich ungefragt Zugang zur Umkleidekabine der Damennationalmannschaft und lässt sich dort mit halbnackten Spielerinnen vom offiziellen Kanzlerfotografen ablichten - würde der den anschließenden #metoo-Shitstorm wahrscheinlich politisch gar nicht überleben.

Übrigens auch leicht überraschend, dass dieses übergriffige Ranschmeißen an Özil Merkel nicht geschadet hat. Ein im Vergleich deutlich harmloseres Foto mit Erdogan hingegen als politische Instrumentalisierung betrachtet wird.
(Ich will hier Özil nicht verteidigen. Sondern nur den Blick lenken auf den Umgang Merkels mit der Nationalmannschaft).

Schon interessant, wie sehr Merkel es geschafft hat, sich in der öffentlichen Wahrnehmung als "nationalmannschaftsnah" darzustellen.
In einem Maße, wie das keiner ihrer Vorgänger geschafft hat.
(Wobei ja eigentlich ernsthaft niemand glauben kann, dass Merkel im Herzen wirklich Fußballfan wäre. Einem Schröder hätte ich das immer abgenommen, aber nicht Merkel).
Grundsätzlich war das ja auch ein ganz cleverer PR-Schachzug von Merkel.
Nur fällt ihr diese enge Verbindung nun im für sie ungünstigsten Moment auf die Füße.

Werwohlf Offline




Beiträge: 914

28.06.2018 23:59
#161 RE: Blut ist im Wasser antworten

Zitat von Florian im Beitrag #160
Man liest jetzt tatsächlich jede Menge Kommentare, die eine Verbindung zwischen den Schicksalen von Löw und Merkel sehen.
Wie sagte ein kluger Kopf schon am 17. Juni: https://twitter.com/werwohlf/status/1008402604458741761

--
Bevor ich mit den Wölfen heule, werd‘ ich lieber harzig, warzig grau,
verwandele ich mich in eine Eule oder vielleicht in eine graue Sau.
(Reinhard Mey)

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 7.493

29.06.2018 15:48
#162 RE: Blut ist im Wasser antworten

Stichwort Schmierentheater. Jetzt haben sie zwei Wochen lang mal wieder Krise simuliert, das Ergebnis ist das gleiche wie immer, von Eurorettung bis Griechenlanddeal. Am Status quo ändert sich nichts, nur die Deutschen dürfen fürs traurige Schauspiel mehr zahlen.

Zitat
Die Staaten verständigten sich in Brüssel unter anderem darauf, in der EU geschlossene Aufnahmelager für gerettete Bootsflüchtlinge einzurichten. Diese sollen in Ländern entstehen, die sich freiwillig dazu bereiterklären. Aus den Lagern heraus sollen die Menschen wiederum auf Staaten verteilt werden, die freiwillig mitmachen. Welche das sein könnten, ist bislang unklar.



https://www.t-online.de/nachrichten/ausl...asypolitik.html

Natürlich wird nicht ein einziger Staat bei der Farce mitmachen. Aber sie können es uns als Lösung verkaufen, Seehofer und Merkel können sich in den Armen liegen und sich scheckig drüber lachen, daß der Michel sich dieses Sommertheater hat andrehen lassen.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Yago Offline



Beiträge: 146

29.06.2018 16:12
#163 RE: Blut ist im Wasser antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #162
Stichwort Schmierentheater. Jetzt haben sie zwei Wochen lang mal wieder Krise simuliert, das Ergebnis ist das gleiche wie immer, von Eurorettung bis Griechenlanddeal. Am Status quo ändert sich nichts, nur die Deutschen dürfen fürs traurige Schauspiel mehr zahlen.

Zitat
Die Staaten verständigten sich in Brüssel unter anderem darauf, in der EU geschlossene Aufnahmelager für gerettete Bootsflüchtlinge einzurichten. Diese sollen in Ländern entstehen, die sich freiwillig dazu bereiterklären. Aus den Lagern heraus sollen die Menschen wiederum auf Staaten verteilt werden, die freiwillig mitmachen. Welche das sein könnten, ist bislang unklar.


https://www.t-online.de/nachrichten/ausl...asypolitik.html

Natürlich wird nicht ein einziger Staat bei der Farce mitmachen. Aber sie können es uns als Lösung verkaufen, Seehofer und Merkel können sich in den Armen liegen und sich scheckig drüber lachen, daß der Michel sich dieses Sommertheater hat andrehen lassen.





Gleichzeitig wird aber über Anlaufzentren in Afrika gesprochen, ähnlich zu dem, wie es hier schon als Einreisevoraussetzung vorgeschlagen wurde.

Lange Rede, kurzer Sinn - nach dem Einstellungswandel auch in den Medien und dem zunehmenden Rassismus in Deutschland und Europa wird es zur Festung Europa kommen. Insofern war das Handeln der Kanzlerin nicht schlecht, sie hat das erst mal in Gang gesetzt.

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 7.493

29.06.2018 16:22
#164 RE: Blut ist im Wasser antworten

Zitat von Yago im Beitrag #163
Gleichzeitig wird aber über Anlaufzentren in Afrika gesprochen, ähnlich zu dem, wie es hier schon als Einreisevoraussetzung vorgeschlagen wurde.


Zwei solcher Meldungen und das ist Schnee von Gestern.

https://www.focus.de/politik/ausland/eu-...id_9157384.html


Erinnerlich ging der Mittelmeertourismus richtig los, als die Frontexschiffe & NGOs als Antwort auf die kenternden Nußschalen bis in Küstennähe zum Menschenfischen fuhren. Und genau das wird die Antwort in diesem Fall sein: Direkttransport per Luftweg, "weil wir die nicht in Todeslagern lassen können". Falls man nicht wg. zu geringer Milliardenzahlung der EU gleich abwinkt (Albanien & Marokko haben schon). Für die eigenen Leute wird man keine Lager bauen & es gibt keinen Grund, das für solche zu tun, die man dann nicht wieder los wird.



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Llarian Offline



Beiträge: 4.471

29.06.2018 17:22
#165 RE: Blut ist im Wasser antworten

Zitat von Yago im Beitrag #163
Gleichzeitig wird aber über Anlaufzentren in Afrika gesprochen, ähnlich zu dem, wie es hier schon als Einreisevoraussetzung vorgeschlagen wurde.

Und wurde bereits von allen einschlägigen Staaten von Tunesien bis Marokko abgelehnt. Wenn Europa solche Zentren will, dann wird das extrem teuer werden. Meine Wette wäre: Da kommt gar nix.

Zitat
Lange Rede, kurzer Sinn - nach dem Einstellungswandel auch in den Medien und dem zunehmenden Rassismus in Deutschland und Europa wird es zur Festung Europa kommen.


Nicht so lange Merkel noch Kanzler ist. Die Festung ist von einer sehr lauten Minderheit nicht gewollt (und Merkel ist ein Teil davon), und die werden alles tun, um das noch möglichst lange zu verhindern.

Zitat
Insofern war das Handeln der Kanzlerin nicht schlecht, sie hat das erst mal in Gang gesetzt.


Leben wir in zwei verschiedenen Welten, lieber Yago? Merkel hat GAR NICHTS davon in Gang gesetzt sondern versucht wo sie kann genau das zu verhindern. Es war die CSU, die in einem Anfall von Wahlkampffieber gemerkt hat, dass ihr die Felle wegschwimmen. Und Merkel tut genau das, was sie immer tut: Sie reagiert blind und fährt auf Sicht in der Hoffnung, dass es irgendwie gut ausgehen könnte. Sie Frage ist jetzt eher ob die CSU sich nun dieser lauten Minderheit beugen wird (das wäre mein Tip) oder ob sie doch lieber Tiger als Bettvorleger sein wollen.

Yago Offline



Beiträge: 146

29.06.2018 17:22
#166 RE: Blut ist im Wasser antworten

Wenn der Streit in der Exekutive selbst goß genug geworden sein wird - im Diktat eine 6 Schreibende vs. der rassistische Gegenpart - wird eine Entscheidung getroffen werden.

Man wird auch darauf kommen, dass es erforderlich sein wird, Länder zu besetzen und zwar über Generationen hinweg, um die Völkerwanderungen zu unterbinden. Ein wesentliches Problem ist ja das gerade nicht lang andauernde und zu geringe Engagement z.B in Afghanistan.

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 7.493

29.06.2018 18:55
#167 RE: Blut ist im Wasser antworten

Zitat von Yago im Beitrag #166
Man wird auch darauf kommen, dass es erforderlich sein wird, Länder zu besetzen und zwar über Generationen hinweg, um die Völkerwanderungen zu unterbinden. Ein wesentliches Problem ist ja das gerade nicht lang andauernde und zu geringe Engagement z.B in Afghanistan.


Um Vorschläge solcher Art final aus der Diskussion zu nehmen: pas de chance. Man soll nicht zu sehr mit "Gesetzen des Geschichte" hantieren, schon gar nicht auf dem Spengler 2.0-Niveau, dessen ich mich befleißige. Aber hier liegt so ein Fall vor. Das ist nicht mehr machbar. (Das war schon zu Zeiten des Kolonialismus im Grunde nicht machbar, weil die Bedrohungslage - Afrika und die islamische Welt steht mit potenziell hunderten von Millionen vor der Tür und bekommt auch Einlaß - nicht gegeben war. Wer vom 16.-20. Jhdt. in der Restwelt war, blieb dort oder stand unter strikter Kontrolle oder in Diensten der Kolonialmächte.) Die letzten Mächte, die genau dies versucht haben, waren die Achsenmächte vor 80 Jahren - Deutschland und Japan. Die Möglichkeit für die Massen, sich, no pun intended, en masse auf den Weg zu machen, sind nicht aus der Welt zu schaffen. Kontrolle vor Ort ist nicht möglich durch die 1. Welt, zudem maximal kontraproduktiv. Der Westen hat weder die materiellen noch die mentalen Reserven für die überflüssige Neuauflage eines "Scramble for Africa" mit allen Konsequenzen. Die Quellen des totalitären Islam - der zur massiven Bedrohung Europas von innen heraus geworden ist - lassen sich dadurch nicht austrocknen. Die Festung Europa ist die einzige realistische Option, in welcher Form und mit welchen Beteiligten auch immer.



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Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 7.493

29.06.2018 22:48
#168 RE: Blut ist im Wasser antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #162
Am Status quo ändert sich nichts, nur die Deutschen dürfen fürs traurige Schauspiel mehr zahlen.


Und zwar in XL.

Zitat von Handelsblatt, 29.06.2018
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat ein bilaterales Flüchtlingsabkommen mit Deutschland über die Rücknahme von bereits registrierten Asylsuchenden verkündet. "Deutschland hat sich nicht nur dazu verpflichtet, die Kosten für die Übergabe jener Migranten zu übernehmen, die in unser Land kommen, sondern will auch finanzielle Unterstützung an Spanien als Außengrenze der EU leisten", sagte der Sozialistenführer am Freitag auf einer Pressekonferenz in Brüssel.



https://www.handelsblatt.com/wirtschaft-...hpeYphZhhMn-ap4



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Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 7.493

30.06.2018 04:03
#169 RE: Blut ist im Wasser antworten

Zitat von Bezugnehmend auf der WELT-Ticker
Zur Frage, welche EU-Länder auf freiwilliger Basis Zentren für Flüchtlinge errichten werden, sagte Frau Dr. Merkel eben: "Das haben wir nicht diskutiert. (...) Deutschland wird offen sein. Aber dazu gibt es keine konkreten Absprachen."



https://twitter.com/EvaMariaAnna/status/1012699546491604993

Nichts Konkretes. es ist nicht mal angesprochen worden. Aber dieses Nichtangesprochene wird uns als handfestes Ergebnis verkauft.



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Yago Offline



Beiträge: 146

30.06.2018 06:20
#170 RE: Blut ist im Wasser antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #167
Zitat von Yago im Beitrag #166
Man wird auch darauf kommen, dass es erforderlich sein wird, Länder zu besetzen und zwar über Generationen hinweg, um die Völkerwanderungen zu unterbinden. Ein wesentliches Problem ist ja das gerade nicht lang andauernde und zu geringe Engagement z.B in Afghanistan.


Um Vorschläge solcher Art final aus der Diskussion zu nehmen: pas de chance. Man soll nicht zu sehr mit "Gesetzen des Geschichte" hantieren, schon gar nicht auf dem Spengler 2.0-Niveau, dessen ich mich befleißige. Aber hier liegt so ein Fall vor. Das ist nicht mehr machbar. (Das war schon zu Zeiten des Kolonialismus im Grunde nicht machbar, weil die Bedrohungslage - Afrika und die islamische Welt steht mit potenziell hunderten von Millionen vor der Tür und bekommt auch Einlaß - nicht gegeben war. Wer vom 16.-20. Jhdt. in der Restwelt war, blieb dort oder stand unter strikter Kontrolle oder in Diensten der Kolonialmächte.) Die letzten Mächte, die genau dies versucht haben, waren die Achsenmächte vor 80 Jahren - Deutschland und Japan. Die Möglichkeit für die Massen, sich, no pun intended, en masse auf den Weg zu machen, sind nicht aus der Welt zu schaffen. Kontrolle vor Ort ist nicht möglich durch die 1. Welt, zudem maximal kontraproduktiv. Der Westen hat weder die materiellen noch die mentalen Reserven für die überflüssige Neuauflage eines "Scramble for Africa" mit allen Konsequenzen. Die Quellen des totalitären Islam - der zur massiven Bedrohung Europas von innen heraus geworden ist - lassen sich dadurch nicht austrocknen. Die Festung Europa ist die einzige realistische Option, in welcher Form und mit welchen Beteiligten auch immer.


M.M.n. ist der Fehler bisher, das interveniert wird und man dann wieder abzieht, anstatt das Engagement dort konsequent für einen langen Zeitraum zu betreiben. 2 Generationen?

Man wird den Aufbau des Landes finanzieren müssen, jedenfalls den Anfang. Der Aufbau sollte durch die Einheimischen geschehen, so dass sich Firmen bilden können, die Leute einstellen und perspektivisch eine Marktwirtschaft entsteht. Es ist ein Rechtssystem zu schaffen, das frei von Willkür ist und mit dem einfache Menschen ihr Recht durchsetzen können. Die Korruption der Regierung ist gering zu halten (via Rechtsstaat). Das dauert eben.

Wenn man schon da ist, schafft man damit eine Situation, in der es erforderlich ist, Lesen können zu müssen. So und nicht über Bildungspläne können die Kinder dort erreicht werden.

Frankenstein Offline




Beiträge: 625

30.06.2018 12:48
#171 RE: Blut ist im Wasser antworten

Zitat von Yago im Beitrag #170
Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #167
Zitat von Yago im Beitrag #166
Man wird auch darauf kommen, dass es erforderlich sein wird, Länder zu besetzen und zwar über Generationen hinweg, um die Völkerwanderungen zu unterbinden. Ein wesentliches Problem ist ja das gerade nicht lang andauernde und zu geringe Engagement z.B in Afghanistan.


Um Vorschläge solcher Art final aus der Diskussion zu nehmen: pas de chance. Man soll nicht zu sehr mit "Gesetzen des Geschichte" hantieren, schon gar nicht auf dem Spengler 2.0-Niveau, dessen ich mich befleißige. Aber hier liegt so ein Fall vor. Das ist nicht mehr machbar. (Das war schon zu Zeiten des Kolonialismus im Grunde nicht machbar, weil die Bedrohungslage - Afrika und die islamische Welt steht mit potenziell hunderten von Millionen vor der Tür und bekommt auch Einlaß - nicht gegeben war. Wer vom 16.-20. Jhdt. in der Restwelt war, blieb dort oder stand unter strikter Kontrolle oder in Diensten der Kolonialmächte.) Die letzten Mächte, die genau dies versucht haben, waren die Achsenmächte vor 80 Jahren - Deutschland und Japan. Die Möglichkeit für die Massen, sich, no pun intended, en masse auf den Weg zu machen, sind nicht aus der Welt zu schaffen. Kontrolle vor Ort ist nicht möglich durch die 1. Welt, zudem maximal kontraproduktiv. Der Westen hat weder die materiellen noch die mentalen Reserven für die überflüssige Neuauflage eines "Scramble for Africa" mit allen Konsequenzen. Die Quellen des totalitären Islam - der zur massiven Bedrohung Europas von innen heraus geworden ist - lassen sich dadurch nicht austrocknen. Die Festung Europa ist die einzige realistische Option, in welcher Form und mit welchen Beteiligten auch immer.


M.M.n. ist der Fehler bisher, das interveniert wird und man dann wieder abzieht, anstatt das Engagement dort konsequent für einen langen Zeitraum zu betreiben. 2 Generationen?

Man wird den Aufbau des Landes finanzieren müssen, jedenfalls den Anfang. Der Aufbau sollte durch die Einheimischen geschehen, so dass sich Firmen bilden können, die Leute einstellen und perspektivisch eine Marktwirtschaft entsteht. Es ist ein Rechtssystem zu schaffen, das frei von Willkür ist und mit dem einfache Menschen ihr Recht durchsetzen können. Die Korruption der Regierung ist gering zu halten (via Rechtsstaat). Das dauert eben.

Wenn man schon da ist, schafft man damit eine Situation, in der es erforderlich ist, Lesen können zu müssen. So und nicht über Bildungspläne können die Kinder dort erreicht werden.



Das klingt nach Neocon Nation Building.

Hat das schon mal irgendwo funktioniert?

Mein Kenntnisstand ist der, dass man sowas eben nicht von aussen und/oder über Entwicklungshilfe erreichen kann, im Gegenteil: Letzteres ist sogar äusserst kontraproduktiv.

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 7.493

30.06.2018 19:07
#172 RE: Karneval der Dementoren antworten

"Welt":

Zitat
Kanzlerin in der Krise: „Sie ist fertig, sie ist stehend k.o.“



https://www.welt.de/politik/deutschland/...erin-durch.html

14 Länder machen angeblich bei Merkels Asylpakt mit. Polen, Tschechien, Ungarn, Italien und Österreich haben bereits umgehend dementiert.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Florian Offline



Beiträge: 2.533

02.07.2018 20:09
#173 RE: Blut ist im Wasser antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #41
Zitat von Florian im Beitrag #33
Soweit ich das sehe, hat hier also Kauder eskaliert und die Lunte an die gemeinsame Unions-Fraktion gelegt.

Faktisch vielleicht schon, aber gewollt war das m. E. nicht.


Wenn irgendwann einmal Historiker das Auseinanderbrechen der Union aufarbeiten, wird hoffentlich auch das seltsame Wirken Kauders ausreichend beleuchtet.
Kauder hat ja (wie oben dargestellt) schon vor 2 Wochen die Lunte an die gemeinsame Unions-Fraktion gelegt.
Und heute hat er das Spiel wohl nochmal wiederholen wollen.
Zitat aus der Welt:

"Den ganzen Tag über war der Druck für eine Einigung gewachsen, die Unionsparteien hatten sich zwischenzeitlich ein Fernduell geliefert. Dabei ging es auch darum, ob die gemeinsame Bundestagsfraktion noch einmal zusammenkommt. Die reguläre Sitzung am Dienstagnachmittag war zunächst abgesagt worden, Kauder hatte in dem seit dem frühen Morgen tagenden CDU-Vorstand den Eindruck erweckt, dies sei auch der Wunsch der CSU. Tatsächlich war dies auch von Medien gemeldet worden. Doch es stimmte nicht: Dobrindt bestand im Gegenteil darauf, die Sitzung abzuhalten. Er drohte damit, Kauder öffentlich zu widersprechen und setzte sich durch."

EIGENTLICH wäre es in der jetzigen Situation Kauders Aufgabe als Vorsitzender der gemeinsamen Fraktion, die Wogen zu glätten und die Gemeinsamkeiten zu betonen.
Er macht aber genau das Gegenteil: Will nun schon wieder getrennte Sitzungen. Und BELÜGT dazu sogar den CDU-Vorstand um eine Eskalation der CSU zu behaupten, die es so gar nicht gegeben hat.

Was für ein Spiel spielt Kauder denn da?

Meister Petz Offline




Beiträge: 3.747

02.07.2018 21:26
#174 RE: Blut ist im Wasser antworten

Zitat von Florian im Beitrag #173
EIGENTLICH wäre es in der jetzigen Situation Kauders Aufgabe als Vorsitzender der gemeinsamen Fraktion, die Wogen zu glätten und die Gemeinsamkeiten zu betonen.
Er macht aber genau das Gegenteil: Will nun schon wieder getrennte Sitzungen. Und BELÜGT dazu sogar den CDU-Vorstand um eine Eskalation der CSU zu behaupten, die es so gar nicht gegeben hat.

Ich glaube, das ist der tatsächlich bedeutendste Unterschied zwischen CDU und CSU bzw. zwischen München und Berlin. Die Landtagsfraktion ist die Herzkammer, die CDU-Fraktion der Kanzlerwahlverein.

Zitat
Was für ein Spiel spielt Kauder denn da?


Mal spekulieren: Vor einer Woche gab es noch einiges an Widerstand gegen Merkel in der CDU, jetzt steht die Fraktion (fast) wie eine Eins hinter ihr. Das passiert nicht so ohne weiteres, und Kauder gilt als der Zuchtmeister der CDU, wobei ihm so ziemlich jedes Mittel recht ist, um die Fraktion zu disziplinieren - man erinnere sich:

Zitat
Kauder hatte gesagt, wer gegen das Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Griechenland-Hilfe gestimmt habe, könne nicht mehr in wichtigen Ausschüssen sitzen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/aerge...ritik-1.2601969

Ich kann mir vorstellen, dass Kauder auch diesmal nicht zimperlich war, und da will er natürlich verhindern, dass irgendein angefressener CSUler die Twitter-App betätigt. Plausibel?

Gruß Petz

Free speech is so last century. (Brendan O'Neill)

Florian Offline



Beiträge: 2.533

02.07.2018 21:47
#175 RE: Blut ist im Wasser antworten

Jakob Augstein kommentiert hier:
http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...-a-1216155.html

Natürlich kann er nicht aus seiner Haut. Die geplanten "Anker-Zentren" vergleicht er mit Konzentrationslagern. usw.
Aber jetzt einmal abgesehen von diesen typischen Augstein-Entgleisungen:
Der Kommentar schildert die strategische Lage der deutschen Parteienlandschaft eigentlich sehr gut. Lesenswert. In einigen Punkten verblüffend weitsichtig. Und auch mit etwas Verständnis für die strategische Lage der CSU.

Man sieht an den Kommentaren über die Unionswirren, dass nördlich des Mains das Verständnis für die bayerische Seelenlage fehlt. (...) Seit 1962 regiert die Partei allein mit absoluter Mehrheit. (...) Die CSU spielt - man muss das leider so sagen - in einer ganz anderen Liga als Angela Merkel. Der Kanzlerin kann die Zerrüttung des deutschen Parteiensystems egal sein.
Hauptsache, eine von ihr geführte Regierung hat immer eine Stimme mehr als die anderen. Für die CSU sieht das anders aus.


Und etwas überraschend meint er (aber m.E. ganz gut begründet):
Eine bundesweite Ausdehnung der CSU hätte (zumindest wenn sie 2015 zeitnah geschehen wäre) vor allem der SPD (!) die Existenzgrundlage rauben können.

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