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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
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Popeye Offline



Beiträge: 207

25.03.2011 18:17
#176 RE: Teil 9: "Spiegel-Online" übertrifft sich selbst Antworten

Lieber 123,

ich kann es nicht fassen, das das Pestizid Aktions-Netzwerk tatsächlich noch 2009(!) den Einsatz von DDT verurteilt! Kann man so weit hinter dem Mond leben oder ist das tatsächlich ideologische Verblendung?

Bibliothekar Offline




Beiträge: 109

25.03.2011 18:24
#177 RE: Wolfram König Antworten

Dieser ungeheuerliche Vorgang um Wolfram König wurde hier gut dargestellt:

Zitat
Mit totalitären Methoden stellt Bundesumweltminister Trittin sicher, daß Öko-Ideologie die Rolle von Sachverstand übernimmt. Nachdem er diverse Kommissionen mit Atomkraftgegnern neu besetzt hatte, wurden wissenschaftliche Forschungsberichte und Publikationen, die nicht dem Atomausstieg das Wort redeten, zensiert. Eine derartige Gleichschaltung der Wissenschaft kannte man bislang nur aus totalitären Staaten. Von Matthias Heitmann.



http://www.novo-magazin.de/40/novo4044.htm


Beste Grüße B.

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tobiwan2k Offline



Beiträge: 40

25.03.2011 18:45
#178 RE: Teil 9: "Spiegel-Online" übertrifft sich selbst Antworten

Sie wollen es nicht begreifen. Natürlich kann ich nicht belegen, dass die Angaben von TEPCO falsch sind. Ich habe keine Messgeräte, bin nicht in Fukushima und hätte auch dort keinen Zugang zum Sperrgebiet. Unabhängige Messungen vor Ort von ausländischen Beobachtern (z.B. US-Militär) gibt es meines Wissens auch nicht. Es gab Messungen vor der Küste und bei der Einreise in China, die eher besorgniserregend, denn beruhiggend waren.

Eine Firma die 2002 einen Riesenskandal hatte, zuletzt 2007 mit Vertuschung aufgefallen ist (http://cnic.jp/english/newsletter/nit117...it117tepco.html) und dann zu Beginn der jetztigen Vorfälle nicht mal die eigene Regierung richtig informiert hat (das viel zitierte "What the hell is going on" des japanischen PMs) erweckt kein Vertrauen.

Noch dazu neigen die Betreiber von AKW im Allgemeinen eher dazu zu vertuschen, als transparent zu informieren. Insbesondere nach Krisensituationen kommt regelmäßig heraus es wurde im Vorfeld geschlampt und dann nicht umfassend informiert.

Daneben haben wir noch die japanische Mentalität, die ich Ihnen leider nicht in Tabellenform präsentieren kann und Ihnen auf die Schnelle auch keinen nichtdeutschen Japanexperten heranschaffen kann, die aber nichtsdestotrotz existent ist. Wie viele von Ihnen hatten den schön geschäftlichen Kontakt mit Japanern und können mir bestätigen, dass der Gesichtsverlust für Japaner unproblematisch ist und nichtetwa die eigene oder die Ehre der Firma mit das Wichtigste ist?

Dann verändert auch noch eine komplette amerikanische Flugzeugträgergruppe den Kurs, weil Radioaktivität gemessen wurde, die so laut Tepco gar nicht ausgetreten war oder doch oder vielleicht, zumindest können wir es nicht ausschließen.

Wenn ich das alles zusammen nehme, dann ist mein Glaube an die Integrität der Firma TEPCO so weit beschädigt, dass ich ihr keinen Fußbreit über den Weg traue. Sie mögen das Panikmache nennen, dann müssen Sie aber auch damit leben, dass ich Ihnen im gleichen Maße unreflektierte Gutgläubikgeit vorwerfe.

An der Stelle klinke ich mich dann auch mal vorerst aus, wünsche ein schönes Wochenende und hoffe innigst, dass die Helfer vor Ort die Lage in den Griff bekommen.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

25.03.2011 19:02
#179 RE: Teil 9: "Spiegel-Online" übertrifft sich selbst Antworten

Zitat von tobiwan2k
Sie wollen es nicht begreifen.

Tut mir leid: Auf dieser Ebene vager Erwägungen kann ich nicht mit Ihnen diskutieren. Sagen Sie, welche Angaben in meinen Artikeln falsch sind. Belegen Sie es. Dann können wir das klären.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

25.03.2011 19:07
#180 Teil 13: Wohl doch kein Riß im Containment Antworten

Wie auch anders: Bei einer so schwierigen Aufgabe wie der Bewältigung des Unfalls in Fukushima Daiichi ändert sich die Nachrichtenlage immer wieder. Heute Mittag hatte es Anlaß zur Besorgnis gegeben; jetzt ist die Situation wieder günstiger.

So wird es vermutlich in den kommenden Tagen, vielleicht den kommenden Wochen, weitergehen.

Ich werde dazu weiter berichten. Die Serie ist also nicht beendet. Aber künftig wird es nicht mehr mehrfach täglich eine Aktualisierung geben; sondern nur noch dann, wenn es eine neue Entwicklung von größerer Bedeutung gibt.

Michel Offline



Beiträge: 265

25.03.2011 19:19
#181 RE: Teil 9: "Spiegel-Online" übertrifft sich selbst Antworten

Zitat
Unabhängige Messungen vor Ort von ausländischen Beobachtern (z.B. US-Militär) gibt es meines Wissens auch nicht.



Es ist abwegig anzunehmen, dass Tepco hier Werte fälscht, denn die Messung der Radioaktivität dient nicht nur dazu die Öffentlichkeit über den Austritt von Radioaktivität zu informieren. Sie dienen zu allererst dazu die Notfallmannschaften vor Schaden zu bewahren. Wenn man sich nun ansieht auf welche Weise Tepco auf die Daten reagiert, kann man sich überlegen ob das Gesamtbild Sinn ergibt oder nicht. Und es ergibt Sinn. Die Arbeiten werden unterbrochen, wenn die Radioaktivität ein bestimmtes Niveau erreicht, das nach meinen Kenntnissen über Strahlenschutz als plausibel anzusehen ist. Auch der Zusammenhang der Radioaktivität mit den Ereignissen (Explosionen, Erfolge bei der Kühlung) ergibt ein stimmiges Gesamtbild.

Darüber hinaus gibt es zwar keine unabhängigen Messungen vor Ort, aber welche in der weiteren Umgebung. Ein großer Ausritt Radioaktiver Strahlung lässt sich nicht verbergen.


Zitat
Dann verändert auch noch eine komplette amerikanische Flugzeugträgergruppe den Kurs, weil Radioaktivität gemessen wurde, die so laut Tepco gar nicht ausgetreten war oder doch oder vielleicht, zumindest können wir es nicht ausschließen.



Zu dem Zeitpunkt waren bekanntermaßen schon geringe Mengen Radioaktivität durch das Öffnen der Überdruckventile ausgetreten.

Wenn ich abwägen muss welche Theorie die Nachrichtenlage besser erklärt, lügt Tepco oder kann man den Angaben vertrauen, dann komme ich zu den Ergebnis, dass man weniger ad-hoc-Annahmen machen muss, wenn man Tepco vertraut.

Frank Böhmert Offline




Beiträge: 927

25.03.2011 20:01
#182 RE: Wolfram König Antworten

Zitat von Bibliothekar
Dieser ungeheuerliche Vorgang um Wolfram König wurde hier gut dargestellt:
[...]
http://www.novo-magazin.de/40/novo4044.htm


Vielen Dank für den Hinweis. Ja, vom heutigen Novo Argumente habe ich auch einige Ausgaben hier stehen.

Popeye Offline



Beiträge: 207

25.03.2011 21:10
#183 Homöopathie gegen Verstrahlung Antworten

War ja klar, das diese Scharlatane auch auf den Zug aufspringen:

Zitat
Angeregt durch Fragen von Freunden aus Japan, stelle ich hier die wichtigsten homöopathischen Mittel bei Strahlenbelastung ins Netz. (Ich werde die Aufzeichnungen in den nächsten Tagen ergänzen und versuchen, sie über eine Freundin ins Japanische übersetzen zu lassen).

Grundsätzlich gilt: Homöopathische Mittel haben keine Nebenwirkungen. Sie werden nach den entstehenden Symptomen und dem entsprechendem Zustand verordnet. Bei der Mittelwahl reicht es, wenn ein Teil der Symptomatik vorliegt. Es müssen nicht alle hier beschriebenen Symptome vorhanden sein. Die Zustände der einzelnen Mittel stelle ich im Folgenden vor. Homöopathische Mittel sind in jeder Apotheke rezeptfrei zu bekommen. Stündliche, tägliche oder wöchentliche Gaben sind je nach der Dramatik der Symptome notwendig. Je akuter die Krankheit, umso häufiger die Mittelgabe.

Aber auch: Je stärker der auslösende Faktor, umso ähnlicher reagieren die Menschen darauf. Dadurch kommt eine relativ geringe Anzahl von Arzneimitteln zur Auswahl in Frage. Je höher die Dosis an Radioaktivität, umso weniger Mittel kommen in Frage.


http://www.homoeopathie-direkt.de/Mittel...oaktivitat.html

H_W Offline



Beiträge: 456

25.03.2011 22:04
#184 AH, jetzt wird alles gut Antworten

Mensch, Popeye, hätten Sie den Link nicht früher finden können?
Diese hilfreiche Seite hätte vielen Mensche so viele große Sorgen genommen.

Nur an einer Stelle scheint der Autor ein ganz klein wenig verwirrt zu sein:

Zitat
Links und Informationen:
greenpeace.de
Ravi Roy Ratgeber „Radioaktivität“



statt zu greenp*ss geht der Link zu livepage.apple.com
???

Aber ansonsten...



Und wie es sich gehört, kommt das beste zum Schluß:

Zitat

Demnächst werde ich zu folgenden Themen veröffentlichen:
...
...
Geistige Hintergründe der Erdbebenkatastrophe in Japan



Die Namen der Präparate klingen auch interessant, Radium bromatum,Cadmium jodatum, Strontium carbonicum.
Gegen Plutonium hilft dann wohl Terrarium? Oder etwa Uranum?

Danke, H_W

Bibliothekar Offline




Beiträge: 109

25.03.2011 22:15
#185 RE: AH, jetzt wird alles gut Antworten

H_W

Zitat
Die Namen der Präparate klingen auch interessant, Radium bromatum,Cadmium jodatum, Strontium carbonicum.
Gegen Plutonium hilft dann wohl Terrarium? Oder etwa Uranum?



Laut Wissenschaftsseite der Welt vom 25.3.2011 Seite 22

Zitat
Eine noch obskurere Verwendung
ist die von „Plutonium nitricum“ als
homöopathisches Medikament. Das
ist allerdings völlig nebenwirkungsfrei:
Da es bei den üblichen Verdünnungen
(„Potenzen“) kein einziges
Plutoniumatom enthält, kann auch
nichts strahlen oder vergiften.



Beste Grüße B.

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Techniknörgler Offline



Beiträge: 2.738

25.03.2011 23:24
#186 Präsident des BfS ein poltisch besetzter Posten, Informationen über die Qualifikation einholen Antworten

@Frank Böhmert:

Zitat
Wolfram König, Präsident des Bundesamts für Strahlenschutz, am 24.03. um 08 Uhr 12 im ZDF-Morgenmagazin:

"Moderator: Aber Herr König, käme es jetzt zum GAU oder gar zum Super-GAU noch in Japan, und diese Meldung [über Verstrahlungen an den Füßen zweier Arbeiter -- Bö.] klingt ja bedrohlich, könnte es dann Gefährdung geben in Deutschland?

König: Also wir haben in Japan eine Situation, die nicht mehr sozusagen im GAU-Bereich liegen, sondern darüber hinausgehen, das gehört auch zur Wahrheit. Wir können feststellen, dass wir dort eine massive, andauernde Freisetzung von radioaktiven Partikeln haben, das ist eine sozusagen nicht der Auslegung dieser Anlage mehr bestimmbare Größe ... [Es folgen Ausführungen zum geringen Grad der Gefahr für Deutschland -- Bö.]

Moderator: Noch mal zum Verständnis. Sie haben gerade gesagt, dass ist mehr als ein Super-GAU, was jetzt in Japan passiert?

König: Nein, nicht mehr als ein Super-GAU, sondern mehr als ein GAU, was wir haben. Der GAU ist doch sozusagen die beherrschbare Situation in so einer Anlage, aber wir haben inzwischen eine Situation, wo inzwischen es zu einer Freisetzung in unkontrollierter Weise kommt."

Quelle: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/v...et-ist-ueberall


(Ich hoffe, ich habe das alles richtig transkribiert!)



Ich war erst schockiert, bis mir bewusst wurde, dass diese Amt nicht unbedingt mit einer Fachkraft, sondern politisch motiviert besetzt wurden seien konnte.

Also erst einmal einen Blick in die Wikipedia geworfen:

Zitat


Wolfram König (* 26. Januar 1958 in Lübeck), Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen, ist seit 1999 Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), zuvor Umwelt-Staatssekretär in Sachsen-Anhalt und gelernter Diplom-Ingenieur für Stadtentwicklung.



aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Nun ist die Wikipedia ein guter erster Anlaufpunkt, aber nicht unbedingt eine zuverlässig zitierbare Quelle.

Also ein Blick in einen der im Wikipediaartikel verlinkten Zeitungsartikel geworfen, genauer gesagt diesen Zeitungsartikel der FAZ, und den Text nach dem Begriff "König" durchsucht, in der Hoffnung an relevante Hintergrundinformationen zu gelangen, derer ich auch fündig wurde:

Zitat

Zum Nachfolger des BfS-Präsidenten Kaul, eines mit rund 350 wissenschaftlichen Veröffentlichungen ausgewiesenen Experten für Strahlenphysik, ernannte Trittin Wolfram König, einen Ingenieur für Architektur und Gartenbau, der bei den Grünen eine Blitzkarriere gemacht hatte.




Quelle: "Das unfehlbare Ministerium" vom 12. Mai 2005 über faz.net Stand der Website: 25.03.2011

Die Hintergrundinformationen aus der Wikipedia zur Person, parteilichem Hintergrund und Qualifikation scheinen also Valide zu sein. An diese Hintergrundinformationen inklusive der Bestätigung durch ein journalistisches Medium als Quelle kam ich dank Internet (und insbesondere Wikiepdia als erste Anlaufstelle) innerhalb von nur zwei Minuten dran, obwohl ich von Herrn König vorher noch nie etwas gehört hatte.

Techniknörgler Offline



Beiträge: 2.738

26.03.2011 00:02
#187 RE: Teil 9: "Spiegel-Online" übertrifft sich selbst Antworten

@Zettel:

Zitat
Oder, wie ich es kürzlich irgendwo in einem Forum gelesen habe: Im Unteritel von ZR stünde doch "Vernünftige Gedanken von Gott ...". Da wisse man doch gleich, was man von diesen Artikeln zu halten hätte.



Wenn ich das richtig erfasst habe, zumindest meine ich zu diesem Thema mal einen älteren Artikel auf ihrem Blog gefunden zu haben, dann nehmen Sie eine agnostische Position ein.

Ich darf ihnen sagen, dass ich das für eine sehr vernünftige Position zu der Frage, ob es einen Gott gibt, halte ;-)

Aber egal ob Sie Atheist, agnostischer Atheist, agnostischer Theist oder Theist sind oder Agonsitker, der sich nicht zwischen Atheismus und Theismus entscheiden kann, dies spricht alles nicht zwangsläufig für eine unvernünftige Geisteshaltung - und schon mal gar nicht wenn es um gänzlich andere Themengebiete (wie Naturwissenschaft oder Technik) geht.

C. Offline




Beiträge: 2.639

26.03.2011 00:23
#188 RE: Teil 3: Horrormeldung verzweifelt gesucht Antworten

Zitat von Bibliothekar
Dieser ungeheuerliche Vorgang um Wolfram König wurde hier gut dargestellt:



Ergänzend dazu:Trittins Anti-Atom-Combo

Zitat von taz
Nach jahrzehntelangem Streit über die AKW-Gefahren haben die Kritiker endgültig die Meinungshoheit errungen. Ihren Aufstieg verdanken die Experten auch Jürgen Trittin.



Auch immer wieder gerne genommen werden die Ärzte gegen den Atomkrieg.Wissenschaftlicher Beirat der IPPNW u. a.: Dr. Jan van Aken (Zellbiologe, Greenpeace Aktivist und MdB der Linke), Prof. Dr. Norman Paech
(Emeritierter Professor für Völkerrecht, MdB der Linke)

http://www.iceagenow.com/ Cooling is the New Warming

PatrickFR Offline



Beiträge: 21

26.03.2011 00:28
#189 Mal einen Perspektivenwechsel einstreuen... Antworten

Ich finde, dass sich Ton und Qualität der Diskussion deutlich verschlechtert hat.

Und zwar seit den teils heftigen Reaktionen auf die Beiträge von tobiwan2k seit heute 12:49.
Ich hatte sogar den Eindruck, dass es ein Zusammenhang gibt mit den in diesem Zeitraum zunehmenden negativen Reaktormeldungen (sogar aus bei Herrn Zettel als verlässlich geltenden Quellen).

Wir bemühen uns doch alle, eine möglichst angemessene Einschätzung der Situation UND des Fortgangs der Ereignisse - hier im Blog mit Schwerpunkt AKW-Havarie - zu erarbeiten. Wir Menschen wissen halt gern, woran wir sind und das so früh wie irgend möglich.

Die Meinung von tobiwan2k zur fraglichen Verlässlichkeit „auch“ der Angaben von Betreibern, Behörden und Experten finde ich nachvollziehbar. Auch wenn nicht „sauber“ genug argumentiert und belegt wird und zum Schluss der Ton entgleist. Allerdings auf „beiden Seiten“. Auch Sie, Herr Zettel, scheinen mir da etwas die Contenance verloren zu haben.

Was ich hier vermisse ist unter anderem die Bereitschaft zum Perspektivenwechsel, dem oft zugeschrieben wird, dem Individuum zu helfen, seine eigene Wahrnehmung zu überprüfen.
Nur so als Gedankenexperiment (ich denk da auch an Sie, popey ;-): Sind alle „Grünen“ Vollpfosten oder könnten auch in diesen Perspektiven zumindest nützliche Körnchen von Wahrheit liegen? ;-)


Grüße
Patrick Weisser

C. Offline




Beiträge: 2.639

26.03.2011 01:37
#190 RE: Mal einen Perspektivenwechsel einstreuen... Antworten

Zitat von PatrickFR
Ich finde, dass sich Ton und Qualität der Diskussion deutlich verschlechtert hat.



Vielleicht finden Sie eine Erklärung dafür, wenn Sie selbstkritisch ihren Beitrag unter dem Gesichtspunkt überprüfen, an welcher Stelle ein Bezug zu Thema dieses Forums besteht.Ich erkläre mir Ihre Gefühle damit, da Sie vermutlich noch nicht so sehr mit den Diskussionsmöglichkeiten in Zettels Kleinem Zimmer vertraut sind.

Für grundsätzliche Diskussionen gibt es andere Rubriken, wie zum Beispiel "Pro und Contra". Sicherlich ist es möglich den einen oder anderen "off topic" Einwurf anzubringen, bei indymedia lautet das "Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen", allerdings erwarte ich dann auch nicht, dass es dazu eine Antwort gibt. Wenn Sie also eine Pro und Contra Diskussion über AKW havarie im Allgemeinen und speziell in Deutschland suchen, besteht für Sie die Möglichkeit dafür eine neues Thema zu eröffnen. Das gleiche gilt, wenn sie sich für Philosophie, Wissenschaftstheorie oder meinetwegen ihre oder meine Befindlichkeiten gegenüber Grüne interessieren.

Je präziser und enger Sie ihre Thesen formulieren, desto größer ist die Möglichkeit auch eine präzise Antwort zu erhalten. Bisher stellt sich mir bei Ihren Beiträgen die Frage, über was Sie im Einzelnen oder im Allgemeinen diskutieren wollen.

Am konkreten Beispiel.

Zitat von PatrickFR
Sind alle „Grünen“ Vollpfosten oder könnten auch in diesen Perspektiven zumindest nützliche Körnchen von Wahrheit liegen? ;-)



Antworten dazu:
Ich weiß es nicht, da ich nicht "alle Grünen" kenne.
Ich weiß es nicht, weil Sie den Begriff "alle Grünen" nicht näher präzisieren. Meinen Sie Parteimitglieder, Amtsträger, Mandatsträger, Wähler oder den am Grünen Interessierten.
Ich weiß es nicht, weil ich nichts mit dem Begriff "Vollpfosten" anfangen kann. Was verstehen Sie darunter?
Ich weiß es nicht, weil ich "diese Perspektiven" kenne. Welche meinen Sie?
Ich weiß es nicht, weil mir Ihre Definition von "Wahrheit" noch nicht klar geworden ist. Sprechen Sie über die Annäherung an eine wissenschaftliche Wahrheit oder über Metaphysik?

Die meisten politischen Diskussionen leiden darunter, weil es noch noch einmal einen Konsens über den Diskussionsgegenstand gibt.

http://www.iceagenow.com/ Cooling is the New Warming

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

26.03.2011 03:03
#191 RE: Mal einen Perspektivenwechsel einstreuen... Antworten

Zitat von PatrickFR
Ich finde, dass sich Ton und Qualität der Diskussion deutlich verschlechtert hat.

Wenn Sie das finden,lieber PatrickFR, dann tragen Sie doch durch kundige, sachgerechte und sachliche Beiträge dazu bei, daß sich das wieder verbessert.

Metadiskussionen sind nutzlos und langweilig. Sagen Sie etwas zur Sache, das andere interessiert und auf das sie gern antworten wollen. So ist es hier üblich.

Herzlich, Zettel

Edit: Heute Nacht zwischen drei und vier Uhr war der Server wegen Wartungsarbeiten zeitweilig ausgefallen. Ich habe dadurch diesen Beitrag wiederholt gepostet, weil ich dachte, die Verbindung sei unterbrochen gewesen; zweimal in einer verkürzten Fassung. Diese Wiederholungen sind jetzt gelöscht.

Zettel Offline




Beiträge: 20.200

26.03.2011 08:51
#192 Arno Schmidt Antworten

Zitat von DrNick
Daß sich hier zusammen mit der rechten Spalte sexuelle Untertöne und Anspielungen auf andere literarische Werke ergeben, ist klar (und Schmidt-typisch). Ihr Frage war doch aber zunächst auf auf den Haupttext bezogen?

Jaja, aber der wird ja durch die linke und die rechte Spalte kommentiert. Schmidt liefert selbst das, was man heute gern "Subtext" nennt.

Zitat von DrNick
Daß die X-Reihen stilisiert einen Zaun darstellen sollen, wird durch den nachfolgenden Text ziemlich gut bestätigt. Bliebe noch das "king". Die Anführungszeichen machen ja deutlich, daß es sich um ein Geräusch oder eine Äußerung handelt. Im ZT-Blog (ich habe mal geguckt, weil ich über Google keinen Konnex zwischen Cooper und "King!" herstellen konnte) legt man sich sehr eindeutig auf die zweite Variante fest, in der älteren Kommentarliteratur meine ich aber gelesen zu haben, daß "king" das metallische Geräusch des Zauns wiedergeben soll.

Noah Poke wird ja erwähnt. Und der sagte ständig "king!".

AS hat Cooper geschätzt; er gehörte ja zu denen, die er gern übersetzt hat. Als ich das vor Jahrzehnten einem amerikanischen Kollegen erzählt habe, war der abwehrend: My God, Cooper? Lektüre in der Mittelstufe.

Es geht Cooper ähnlich wie bei uns Gottfried Keller, Storm, Raabe: Ihre Größe wird nicht erkannt, weil man sie auch auf einer schlichten Ebene ganz gut lesen kann.

Zitat von DrNick
Gegen Übersetzungen habe ich eigentlich nichts einzuwenden. Es gibt Texte, bei denen man es lieber sein lassen sollte (bei Joyce, bei T.S. Eliots "Waste Land" ...), aber da wo eine Übersetzung möglich ist, kann man sie m.E. auch als ein relativ eigenständiges Werk auffassen, das neben dem Original durchaus seine Berechtigung hat.

Als Nachdichtung.

Ich habe, lieber DrNick, dazu in der Serie Anmerkungen zur Sprache immer wieder einmal etwas geschrieben; vor allem in der ersten Folge.

Ich habe selbst viel übersetzt; einmal einen Trumm von ungefähr 400 Seiten. So I know what I am talking about. Das Übersetzen ist eine Herausforderung; das kann durchaus Spaß machen. Aber man "überträgt" eben nicht, sondern man schafft neu.

Mir ist das zum ersten Mal bei den Übersetzungen Rilkes von Valérys Gedichten aufgegangen; noch als Student. Aus dem Gedächtnis zitiert:

Ce toit tranquille où marchent des colombes,
Entre les pins palpite, entre les tombes


Dies stille Dach, dort wo sich Tauben finden,
scheint Grab und Pinien schwingend zu verbinden

Aus der Härte des südlichen Mittags wird eine germanische Schwingung.

Zitat von DrNick
Das würde für Voß' Homer-Übersetzung, für den Schlegel/Tieckschen Shakepeare, für Schleichermachers Platon oder auch für Schmidts und Wollschägers Poe gelten. Die erwähnte Sterne-Übersetzung fällt für mich in dieselbe Kategorie; das ist ein sehr interessanter Versuch, einen deutschen Text herzustellen, der erkennen läßt, daß das Werk nicht aus derselben Zeit stammt wie der heutige Leser.

Stimmt alles. Aber der Shakespeare von Schlegel (mit a bisserl Mithilfe von Tieck, glaube ich) ist eben nicht der burleske Shakespeare. Poe wird vor allem in den wenigen Stücken, die Schmidt übersetzt hat, sehr eigenartig verfremdet. Schmidt bemüht sich, "seine Gehirnwindungen in die Falten der damaligen Zeit zu legen", so ähnlich, Er hat eigens für die Übersetzung ein Konversationslexikon der Poe-Ära durchgearbeitet. Aber das Ergebnis ist, daß Poe gar nicht wie Poe klingt.

Zitat von DrNick
Dazu kommen manchmal sentimentale Gründe, aus denen einem die Übersetzung lieber ist. Als ich zum ersten mal Poe oder Conan Doyle gelesen habe, war ich wohl in der Unterstufe und mein Englisch bei weitem nicht gut genug für eine Lektüre der Originale. Von daher habe ich immer noch eine Schwäche für einen deutschen Sherlock Holmes.

Mir geht es so mit dem Robinson Crusoe. Das Original reicht bei weitem nicht an die von mir heiß geliebte Übersetzung heran; erschienen, wenn ich mich nicht irre, in dem großartigen Jugendbuch-Verlag Ensslin.

Herzlich, Zettel

Kallias Offline




Beiträge: 2.301

26.03.2011 11:05
#193 RE: Mal einen Perspektivenwechsel einstreuen... Antworten

Zitat von PatrickFR
Wir bemühen uns doch alle, eine möglichst angemessene Einschätzung der Situation UND des Fortgangs der Ereignisse - hier im Blog mit Schwerpunkt AKW-Havarie - zu erarbeiten. Wir Menschen wissen halt gern, woran wir sind und das so früh wie irgend möglich.

Die Meinung von tobiwan2k zur fraglichen Verlässlichkeit „auch“ der Angaben von Betreibern, Behörden und Experten finde ich nachvollziehbar

Nachvollziehbar. Solange es keine harten Daten gibt, die eine Verharmlosung der Situation durch Tepco belegen, kann man wohl im wesentlichen nur über Motive spekulieren oder allgemeine Heuristiken einsetzen.

Haben Tepco und die Regierung ein Motiv, die Lage schönzufärben?

Dafür spricht:

1 Grundsätzlich steht ein Anlagenbetreiber besser da, wenn der Unfall als nicht so ernst wahrgenommen wird.
2 Im ersten Moment einer Katastrophe hat die Regierung ein Motiv, die Gefahr herunterzuspielen, um Panikreaktionen zu vermeiden.
3 Kulturbedingte Motive wie Gesichtswahrung, die tobiwan2k angeführt hat.

Andererseits:

1 In Japan ist die Anti-AKW-Bewegung schwach, und daher sind kurzfristige irrationale Reaktionen, wie wir sie in Deutschland erlebten, unwahrscheinlich. Die korrekte Information der Bevölkerung würde dagegen langfristig das Vertrauen in den Betreiber, die Regierung und deren Atompolitik festigen. (Man könnte das als das "BBC-Motiv" bezeichnen: Die Deutschen glaubten während des 2. WK der BBC, weil diese zu Kriegsbeginn die alliierten Niederlagen schonungslos zugab.)
2 Eine zu optimistische Schilderung der Fortschritte würde den Betreiber rasch in Erklärungsnot bringen, warum es denn in der Folge nicht mehr recht vorangeht. Einzelne Vorfälle könnte Tepco zwar verharmlosen, aber von der Gesamtlinie der Entwicklung könnten sie nicht wesentlich abweichen, ohne sich in die Gefahr zu bringen, jede Lüge durch eine größere Lüge verdecken zu müssen.

Gibt es Hinweise darauf, daß gelogen wurde?

Dafür sprechen, wie tobiwan2k geschrieben hat, die schlechten Erfahrungen, die man früher mit Tepco in dieser Hinsicht gemacht hat (falls das zutrifft). Dagegen spricht, wie Michel geschrieben hat, daß das Gesamtbild plausibel und in sich stimmig ist.

Bestimmt lassen sich noch andere Gesichtspunkte anführen, aber vermutlich keine, die aus dem Bezirk der Spekulation hinausführen.



Aber lassen wir uns im Folgenden einmal annehmen, Tepco und die Regierung würden Schönfärbung betreiben. Was folgt daraus?

Leider so gut wie gar nichts. Denn man würde ja nicht wissen, wie sehr die Lage beschönigt wird. Wird nur ein wenig "geschminkt", oder werden bei im Ganzen zutreffender Schilderung erhebliche Probleme heruntergespielt, oder wird die Lage grundsätzlich verzerrt widergegeben, oder wird gelogen, was das Zeug hält? Wie soll man das beurteilen? Welche Anhaltspunkte gibt es für die Größe der Abweichung vom tatsächlichen Geschehen?

Es gibt in diesem Fall nicht einmal eine brauchbare obere Schranke (wie man sie etwa bei den wechselseitigen Verlustmeldungen im Krieg hat).

Sicher könnte eine nach Gutdünken gestaltete Darstellung, wie sie unsere Sensationsmedien (von ZDF über FAZ bis Spiegel Online) liefern, gerade richtig liegen. Und die Möglichkeit, daß sie richtig liegt, könnte man mit Mutmaßungen über die Unzuverlässigkeit von Tepco begründen.

Wer jedoch seine Berichterstattung nicht auf dergleichen Denkbarkeiten, sondern auf Belege aufbauen will, dem bleibt nichts anderes übrig, als die Situation so darzustellen, wie sie aufgrund der veröffentlichten Daten erscheint. Jeder freihändig vorgenommene "Tepco-Aufschlag" wäre reine Willkür.



Alles in allem glaube ich, die Lage ist bestimmt nicht besser als sie Tepco darstellt, aber vermutlich auch nicht erheblich schlechter.



Die Darstellung in unseren Medien erinnert mich an ein Lied der Biermösl Blosn:

Da Russ' der kimmt! Da Russ' der kimmt!
Oba aba üba Untaammergau,
oda oba aba üba Obaammergau,
oda oba aba übahaupts ned kimmt:
dees is ned gwieß!

Da Russ is ned kumma, dafüa kimmt zur Zeit da Super-GAU! Ob er aber über ARD und ZDF, oder ob er über Spiegel-Online...

Herzliche Grüße,
Kallias

Bibliothekar Offline




Beiträge: 109

26.03.2011 11:46
#194 RE: Mal einen Perspektivenwechsel einstreuen... Antworten

Naja, was die Strahlenbelastung betrifft werden, laut Welt Online, jetzt Experten von Greenpeace selber Messungen vornehmen. Da kommt die Wahrheit von selbst ans Licht, schon weil die sicher wieder ihre eigenen Grenzwerte mitbringen.

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Bibliotheken sind eine gefährliche Brutstätte des Geistes

Stitch Jones Offline




Beiträge: 86

26.03.2011 12:59
#195 RE: Mal einen Perspektivenwechsel einstreuen... Antworten

Zum Thema "Greenpeace" (und noch einigem anderen) ein interessanter Artikel (wie üblich bitte ich um Verzeihung, falls der schon einmal hier irgendwo gepostet wurde):

Zitat
Die Organisation Greenpeace hat also nach eigenen Angaben eine Untersuchung in Auftrag gegeben, deren Ziel es war, erfolgreiche Angriffs- und Zerstörungsmethoden gegen deutsche Kernkraftwerke zu finden und zu entwickeln und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Die von Greenpeace als Anwender dieser Zerstörungsmethoden explizit genannten potenziellen Täter sind Terroristen. Damit hat Greenpeace jedermann wissenschaftlich ausgearbeitete Angriffsmöglichkeiten gegen Kernkraftwerke offeriert, die zuvor vermutlich gar nicht bekannt waren bzw. bislang als unpraktikabel eingeschätzt worden sind.

Schließlich galten die aus Stahl und Beton konstruierten Reaktordruckbehälter bisher als außerordentlich massive und sichere Einschlußgehäuse für die große Mengen an hochradioaktivem Material enthaltenden Reaktorkerne. Greenpeace hat nun mit beträchtlichem Aufwand die Rezeptur für einen erfolgreichen Terrorangriff gegen Reaktordruckbehälter ausarbeiten lassen und das Ergebnis veröffentlicht. Greenpeace hat dabei auch nicht versäumt, darauf hinzuweisen, daß es terroristischen Vereinigungen durchaus möglich sein sollte, sich die präzise genannten panzerbrechenden Waffen zu beschaffen.



http://www.science-skeptical.de/blog/der...tsunami/004185/

energist Offline




Beiträge: 322

26.03.2011 13:20
#196 RE: Teil 9: "Spiegel-Online" übertrifft sich selbst Antworten

Zitat von Stitch Jones
Zum Thema "Greenpeace" (und noch einigem anderen) ein interessanter Artikel (wie üblich bitte ich um Verzeihung, falls der schon einmal hier irgendwo gepostet wurde):

Zitat
Die Organisation Greenpeace hat also nach eigenen Angaben eine Untersuchung in Auftrag gegeben, deren Ziel es war, erfolgreiche Angriffs- und Zerstörungsmethoden gegen deutsche Kernkraftwerke zu finden und zu entwickeln und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Die von Greenpeace als Anwender dieser Zerstörungsmethoden explizit genannten potenziellen Täter sind Terroristen. Damit hat Greenpeace jedermann wissenschaftlich ausgearbeitete Angriffsmöglichkeiten gegen Kernkraftwerke offeriert, die zuvor vermutlich gar nicht bekannt waren bzw. bislang als unpraktikabel eingeschätzt worden sind.

Schließlich galten die aus Stahl und Beton konstruierten Reaktordruckbehälter bisher als außerordentlich massive und sichere Einschlußgehäuse für die große Mengen an hochradioaktivem Material enthaltenden Reaktorkerne. Greenpeace hat nun mit beträchtlichem Aufwand die Rezeptur für einen erfolgreichen Terrorangriff gegen Reaktordruckbehälter ausarbeiten lassen und das Ergebnis veröffentlicht. Greenpeace hat dabei auch nicht versäumt, darauf hinzuweisen, daß es terroristischen Vereinigungen durchaus möglich sein sollte, sich die präzise genannten panzerbrechenden Waffen zu beschaffen.



http://www.science-skeptical.de/blog/der...tsunami/004185/




Das kann man, werter Stitch Jones, gepflegt vergessen. Natürlich kann man rechnerisch sicherlich die kombinierten Materialdicken des Reaktorgebäudes, des Containments und des Druckbehälters durchdringen (wobei… kann man das wirklich?), die Wirkung auf ein Kraftwerk ist aber nicht mit der auf ein Panzerfahrzeug vergleichbar. Die im Artikel zitierte Spriggan-Panzerabwehrrakete besitzt einen Gefechtskopf mit Hohlladungsprinzip, wenn es also tatsächlich gelingt, die Reaktorhülle zu penetrieren, spritzt auf der anderen Seite durch ein relativ kleines Loch verflüssigtes Metall. Für ein Panzerfahrzeug ist das tödlich, da dort Besatzung, Treibstoffe und Munition warten. In einem Kraftwerk… nicht. Sicherlich wird dort auch Schaden entstehen, großen wahrscheinlich. Aber zu einem katastrophalen Ergebnis wird es nicht kommen.

Wenn man also als Terrorist wirklich Zugriff auf ein solches Waffensystem hat (das ist schon eine Größenordnung über einer normalen RPG), dann kann man damit mit wenig Phantasie deutlich interessantere Ziele ausmachen.

Stitch Jones Offline




Beiträge: 86

26.03.2011 13:27
#197 RE: Teil 9: "Spiegel-Online" übertrifft sich selbst Antworten

Zitat von energist
Wenn man also als Terrorist wirklich Zugriff auf ein solches Waffensystem hat (das ist schon eine Größenordnung über einer normalen RPG), dann kann man damit mit wenig Phantasie deutlich interessantere Ziele ausmachen.



Das ist natürlich unbestreitbar richtig, ich finde das im Artikel dargestellte Vorgehen von Greenpeace aber dennoch erwähnenswert. Der Text beschränkt sich im übrigen auch nicht allein darauf, sondern hat noch einige weitere interessante Aspekte zu bieten, die mir in dieser Form bislang noch nicht untergekommen sind (ich verfolge aber aus akutem Zeitmangel die Diskussion hier im Zimmer auch nur halbherzig, mag sein, dass das alles für die werten Diskutanten alles nichts neues ist ).

PatrickFR Offline



Beiträge: 21

26.03.2011 13:30
#198 Problem objektive Berichterstattung Antworten

Vielen Dank Kallias,

genau diese Art von Abwägung ist, was ich meine, um eine nachvollziehbare und ergebnisoffene Diskussion zu unterstützen. Dann kann ich auch inhaltlich problemlos anderer Meinung sein.

Zitat

Wer jedoch seine Berichterstattung nicht auf dergleichen Denkbarkeiten, sondern auf Belege aufbauen will, dem bleibt nichts anderes übrig, als die Situation so darzustellen, wie sie aufgrund der veröffentlichten Daten erscheint.


Die Berichterstattung von Zettel besteht aus 1. Fakten und 2. Wertungen.

Zitat

Tuesday, March 22, 2011 Kurzberichte zu Fukushima Daiichi (7): Die Instandsetzung geht jetzt schnell voran. Die Katastrophe findet nicht statt (Stand: Dienstag, 19.30 Uhr)


Für objektive Berichterstattung reicht nicht die objektive Darstellung (Aufzählung) von Fakten aus, sondern auch die Wertungen haben objektiv zu sein.
Objektive Wertungen bestehen aus einer kausalen Verknüpfung von Fakten.

Größtenteils kann ich die Zettelschen Bewertungen gut nachvollziehen.
Teilweise unakzeptabel (s.o.)

Grüße
PatrickFR

Kallias Offline




Beiträge: 2.301

26.03.2011 14:07
#199 RE: Problem objektive Berichterstattung Antworten

Zitat von PatrickFR

Zitat
Tuesday, March 22, 2011 Kurzberichte zu Fukushima Daiichi (7): Die Instandsetzung geht jetzt schnell voran. Die Katastrophe findet nicht statt (Stand: Dienstag, 19.30 Uhr)

(...)
Größtenteils kann ich die Zettelschen Bewertungen gut nachvollziehen.
Teilweise unakzeptabel (s.o.)


Vielleicht ist es Ihnen nicht aufgefallen, da Zettel es erst in einem Nachtrag geschrieben hat:

Zitat von Zettel
Nachtrag: Sie zitieren allerdings aus den ziemlich vielen Artikeln, die ich zu Fukushima geschrieben habe, einen Satz, in dem ich tatsächlich als Fazit schrieb, daß die Katastrophe nicht stattfinden wird. Ich räume ein, daß ich da - dieses eine Mal - in meinen Folgerungen zu weit gegangen bin.

(Kurzberichte zu Fukushima Daiichi (5))

In diesem Punkt gibt Zettel Ihnen recht, in allen anderen Punkten geben Sie offenbar Zettel recht: die Kontroverse ist beendet, wie mir scheint.

Viele Grüße,
Kallias

demosthenes Offline



Beiträge: 14

26.03.2011 15:34
#200 RE: Kurzberichte zu Fukushima Daiichi Antworten

Süddeutsche Zeitung Online, 26. März 2011: Unter der Überschrift "Bundesweite Proteste - Anti-Atomkraft stand doch wirklich "Um 14.15 Uhr gab es eine bundesweite Schweigeminute für die Opfer der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima." - So wird A mit B vermischt und schwupps haben wir dem Atomunfall alle Toten aus Erdbeben und Flutkatastrophe zugeordnet! Eine größeren Unsinn kann man wohl kaum verbreiten - aber dies passt natürlich in die Objektivität sogenannter liberaler Presseorgane - Hauptsache man kann Stimmung machen!

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