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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 729 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
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Minichamp Offline




Beiträge: 54

27.01.2018 20:56
#726 RE: Kaskadeneffekte der Energiewende antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #714
Noch ein Punkt:

Zitat
... wir haben massiv Stromexporte. Wir exportieren ein Zehntel unseres Stroms ins Ausland, in andere Länder. ... Deswegen haben wir gesagt, diese zehn Prozent Export die können wir an Kohle vom Netz nehmen.

So weit ich weiß wird Strom im wesentlichen dann exportiert, wenn viel Wind anfällt. Man könnte also sagen, es wird Windstrom exportiert und deswegen können man die Exporte nicht bei der Kohle kürzen.
Es scheint aber wohl so zu sein, daß die Kohlekraftwerke auch an den windreichen Tagen weiterproduzieren und nicht (in vollen Ausmaß) heruntergefahren werden, wenn der Windstrom als Ersatz verfügbar ist. Wenn das so stimmt, dann wäre die grüne Position sogar richtig.

Kann das jemand genauer erläutern, welche Art Strom wir nun exportieren?



Dazu gibt es einen Podcast mit Calimero: CR: Calimero auf die Ohren

Llarian Offline



Beiträge: 4.169

27.01.2018 22:09
#727 RE: Kaskadeneffekte der Energiewende antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #714
Es scheint aber wohl so zu sein, daß die Kohlekraftwerke auch an den windreichen Tagen weiterproduzieren und nicht (in vollen Ausmaß) heruntergefahren werden, wenn der Windstrom als Ersatz verfügbar ist. Wenn das so stimmt, dann wäre die grüne Position sogar richtig.

Ist sie natürlich nicht. :)
Zwei Gründe: Zum einen, ein Kohlekraftwerk lässt sich in der Tat nicht kurzfristig regeln, wenn der Dampf einmal unterwegs ist, dann kann ich ihn allenfalls in die Atmosphäre blasen, die Regelung ist verdammt träge. Besser wären an der Stelle die (igittigitt) AKWs, die sich vor allem deshalb besser regeln lassen, weil der Brennstoff billig ist und der Dampf in der Atmosphäre keinen juckt.
Zweitens, selbst unter der Annahme, dass man Windstrom perfekt für den nächsten Tag vorher sagen könnte und man entsprechend perfekt regeln könnte, bestünde immernoch das Problem der installierten Leistung. Das Kohlekraftwerk kostet auch dann Geld, wenn es einfach nur rumsteht. Und wenn es nur 10 Tage im Jahr gebraucht wird, kostet es trotzdem 365 Tage im Jahr Geld. Und es verbrennt auch 365 Tage CO2, denn ich kann die Leistung nicht komplett runternehmen.

Ulrich Elkmann Offline




Beiträge: 7.103

27.01.2018 22:31
#728 RE: Kaskadeneffekte der Energiewende antworten

Zitat von Llarian im Beitrag #727
Besser wären an der Stelle die (igittigitt) AKWs, die sich vor allem deshalb besser regeln lassen, weil der Brennstoff billig ist und der Dampf in der Atmosphäre keinen juckt.


Ist das tatsächlich in toto so? Reine Informationsfrage, weil mir die Größenordnungen hier nicht präsent sind. Beim AKW kann ich ja nur den Block rapide runterfahren; die bisher produzierte Wärme steckt in Primärkreislauf + der hat nur mit dem Sekundärkreislauf Austausch. Und Wasser hat ja eine nette Wärmespeicherkapazität, im Ggs. zum dritten Aggregatzustand. Sollte das nicht in mehr kalorischer Trägheit resultieren? Ich nehme an, lehrbuchseitig gibt der Vergleich, je nach involvierter Menge + Temperatur, zwei Kurven mit unterschiedlichem Steigungsgrad, die sich irgendwo kreuzen.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Martin Online



Beiträge: 2.375

27.01.2018 22:45
#729 RE: Kaskadeneffekte der Energiewende antworten

Hier https://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerksmanagement gibt es einige Randbedingungen, auch für nicht vorhersehbare Laständerungen (Solar und Wind können nur abregeln!). ich vermute auch, dass die rotierenden trägen! Massen der Synchrongeneratoren der Kraftwerke eine wichtige Rolle bei der Kurzzeitstabilität des Netzes spielen. Inwieweit WKAs dies kompensieren können weiß ich nicht. Solaranlagen haben aber definitiv keine trägen Massen.

Gruß, Martin

Llarian Offline



Beiträge: 4.169

27.01.2018 23:04
#730 RE: Kaskadeneffekte der Energiewende antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #728
Beim AKW kann ich ja nur den Block rapide runterfahren; die bisher produzierte Wärme steckt in Primärkreislauf + der hat nur mit dem Sekundärkreislauf Austausch. Und Wasser hat ja eine nette Wärmespeicherkapazität, im Ggs. zum dritten Aggregatzustand. Sollte das nicht in mehr kalorischer Trägheit resultieren? Ich nehme an, lehrbuchseitig gibt der Vergleich, je nach involvierter Menge + Temperatur, zwei Kurven mit unterschiedlichem Steigungsgrad, die sich irgendwo kreuzen.

Meine Argzmentation war weit simplerer Natur: Ein Kernkraftwerk kann es sich leisten, wenn an einem Tag nur 20 Stunden Nachfrage ist, auch die vier "Leerstunden" den Dampf einfach am Generator vorbeilaufen zu lassen (und damit sozusagen das Umland zu heizen). Eben weil der Kernbrennstoff billig ist. Ein Kohlekraftwerk (noch extremer ein Gaskraftwerk) hat deutlich höhere Kosten für den Brennstoff.

Was die Physik selber angeht, so bin ich mir nicht im klaren was ich von der Speicherkapazität des Wassers habe (die so gross auch nicht ist). Mit heissem Wasser kann ich keinen Generator betreiben. Über welchen Reaktortyp sprechen wir überhaupt?

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