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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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Dieses Thema hat 301 Antworten
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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
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dirk Offline



Beiträge: 1.462

08.02.2018 14:28
#301 RE: Insel im Nebel antworten

Zitat von R.A. im Beitrag #297
Zitat von dirk im Beitrag #294
Target aber ist ein unbesicherter Zwangskredit der Bundesbank an u.a. die griechische Zentralbank.

Aber überhaupt nicht.
Die Bundesbank vergibt keinen solchen Kredit und es wird auch niemand gezwungen. Die Bundesbank ist hier letztlich nur der Buchhalter und addiert auf, was deutsche Kontobesitzer auf der hohen Kante haben. Wie Florian richtig beschrieben hat, können die Bundesbürger jederzeit diese Guthaben verwenden um Konsum oder Investitionen zu finanzieren. Dann wäre der Targetsaldo auf Null, der "Zwangskredit" hätte sich in Luft aufgelöst, und die Griechen würden davon gar nichts mitbekommen.


Aber sicher. Wenn der griechische Bauer den deutschen Traktor kauft und daher seine Griechische Geschaeftsbank Geld zu einer Deutschen Geschaftsnbank des Traktorherstellers ueberweisen muesste, findet diese Ueberweisung nicht statt. Stattdessen druckt die Bundesbank Geld, gibt es der Deutschen Geschaeftsbank und erhaelt dafuer eine Forderung and die Griechische Zentralbank, die weiderum eine (besicherte) Forderung an die Griechische Geschaeftsbank erhaelt. Der Zahlungsabfluss aus Griechenland loest also einen Kredit der Budnesbank an die Griechische Zentralbank aus; vom Target System erzwungen.

Natuerlich, fliesst das Geld in die andere Richtung erfolgt der Kredit in die andere Richtung und kann saldiert werden. Das heisst aber nicht, dass in den fehlenden Importen aus Griechenland die Ursache dieses Target Kredits liegt. Das System koennte auch anders sein. Erster Punkt.

Zweitens finanziert dieser Zwangskredit den Exportueberschuss und damit Mitverursacher desselben. Im von Frankenstein zitierten Zitat sagt Hans Werner Sinn ja exakt dasselbe.

Zusammengefasst: Gegeben das derzeitige Target System (und den anderen Murks), koennte der Deutsche (in seiner Gesamtheit) statt zu jammern in auslaendische Wertpapiere investieren wie Florian beschreibt. Das heisst aber nicht, dass man das Target System hinnehmen sollte. Und schon gar nicht kritikfrei.

Florian Offline



Beiträge: 2.483

24.02.2018 19:04
#302 RE: Insel im Nebel antworten

Zitat von Martin im Beitrag #300
Zitat von R.A. im Beitrag #299
Zitat von Martin im Beitrag #298
Der Konsum hat Null Einfluss auf das Targetsaldo.

Ich hatte auf Florian verwiesen und damit war klar, daß es um den Konsum von Importwaren geht. Oder eben Investition in ausländische Aktien oder Immobilien.
Und das geht alles direkt in die Targetsalden.


Ok, da hatte ich nicht mehr nachgeschaut. Allerdings bringt der Hinweis dann nur etwas, wenn er ergänzt würde durch eine Idee, was denn der deutsche Bürger in Griechenland Sinnvolles erwerben kann, wo doch unsere Exportfirmen, die das Ungleichgewicht mit verursachen und auf deren Konten ein gut Teil des Handels hängen bleibt, selbst keine Idee haben.



Oh, ich habe SEHR viele Ideen, wie ich mein Geld sinnvoll investieren kann.
(Hätte ich nur mehr Geld, das ich investieren könnte...)

Und es muss ja gar nicht in Griechenland sein.
Um den deutschen Target-Saldo abzubauen, würde es reichen, wenn Deutsche irgendwo im Euro-Raum investieren würden.
Oder es würde sogar reichen, wenn sie außerhalb des Euro-Raums investieren.
Jede Aktie, die deutsche Anleger zusätzlich ins Depot nehmen (und die sie einem Ausländer abgekauft haben), reduziert die deutschen Target-Salden.

Und dass deutsche Anleger das nicht tun, ist erst einmal ihre ganz eigene Doofheit die man Herrn Draghi schlecht vorwerfen kann.
Hier dazu ein aktueller Artikel aus der Welt: https://www.welt.de/finanzen/article1738...onsvertrag.html
Mit zwei für unsere Diskussion interessanten Informationen:
1. das deutsche private Finanzvermögen ist im EU-Durchschnitt unterdurchschnittlich
2. ein wichtiger Grund ist die niedrige deutsche Aktienquote. In der Langfrist-Betrachtung (seit 1900) hat eine Anlage in Aktien im Schnitt 3,5% reale Rendite gebracht, eine festverzinsliche Anlage (wie sie von den Deutschen präferiert wird) eine reale Rendite von minus 1,0%.
Über die lange Frist macht das einen riesigen Unterschied: nach 50 Jahren Aktienanlage ist ein Vermögen ungefähr 10 (!) mal so groß wie nach 50 Jahren festverzinslichen Anlagen.

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