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Das Forum zu "Zettels Raum"



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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
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Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 9.626

12.05.2021 00:25
#326 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Corona, die 1324. Antworten

Zitat von moise trumpeter im Beitrag #325
Auch die Chinesen entgehen nicht der Dekadenz, großer Kindersegen ist letztlich untrennbar mit Analphabetismus, Hunger, Not und Krieg verwoben.
Mal schauen, ob die chinesische Jugend nicht auch bald Lust bekommt sich die postmoderne Narrenkappe aufzusetzen.



Zusammen mit dem ersten Satz ergibt der zweite Gelegenheit auf ein durchaus widersprüchliches Panorama. Um vom Fazit her anzufangen: Nö, eher nicht. Da unterscheidet sich die chinesische Gesellschaft nicht so sehr von der (süd)koreanischen oder japanischen. Gerade in Japan gibt es ja auch die krausen Modererscheinungen, Jugendtrends, etwa die Hikikomori (also die Jugendlichen, die, wenn man den Medien glauben will, nur noch als Nerds im eigenen Zimmer hocken und daddeln und auf alle sozialen Kontakte verzichten). Das ist aber nicht die Mehrheit, nicht mal ein nennenswerter Anteil. Ansonsten ist dort überall die "kritische Zeit", Pubertät bis Mitte 20, von einem brachialen Leistungsdruck geprägt, gegen den das Preußische Arbeitsethos ein dolce far niente ist. Man hat dort gar keine Gelegenheit, zum wohlstandsverwöhnten Hippie zu werden. Unterm Strich gibt es natürlich mit zunehmender Prosperität immer mehr "kleine Fluchten," aber das ist etwas anderes als das Entgleisen und Gleichgültigwerden aller Tradition, die wir hier im Westen sehen.

Das andere ist, daß den Chinesen - und denen ganz besonders - die Gleichung "Hunger, Armut, Not & Analphabetismus" absolut präsent ist - weil es während 99% der chinesischen Geschichte für 95% der gesamten Bevölkerung galt. Der amerikanische Missionar Arthur H. Smith hat das 1899 in seinem Buch "Village Life in China" prägnant und für das ganze Land gültig in einen Satz gefaßt: "Wherever one goes, it is the same weary tale with interminable reiteration: poverty, poverty, poverty, and ever more poverty" (Village Life in China: A Study in Sociology: New York, Wm. H. Revell, S. 310). Die Legitimität der Partei - soweit sie besteht (soweit sie respektiert wird und nicht als nun-mal-gegeben hingenommen wird wie eine Naturgewalt) bezieht sich daraus: daß sie mit diesem endlosen Zyklus von unausprechlichem Elend gebrochen hat. Unabhängig davon, daß auch die KMT in Taiwan einen solchen Prosperitätsschub erzielt hat; von Hongkong & Singapur, aber auch der chinesischen Diaspora in aller Welt ganz abgesehen. Und unabhängig davon, daß das natürlich nichts mit dem Sozialismus maoistischer Prägung zu tun hat (der in der Hinsicht wie üblich völlig gescheitert ist), sondern mit Dengs Reformen.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 9.626

18.05.2021 22:09
#327 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Corona, die 1324. Antworten

Ich erfinde das nicht. Ich könnte das gar nicht erfinden.

Zitat von 18.05.2021 15:00 Uhr
Größere Lockerungen erst, wenn Schwesig aus Reha zurück ist?

Die Gastronomie kann Pfingstsonntag (23. Mai) öffnen. Die Hotels machen für Einheimische aber erst am 7. Juni auf, vom 14. Juni an auch für Auswärtige. Auch bei den Schulen bleibt es vorerst beim Stufenplan. Das heißt, auch bei sinkender Inzidenz ist längst nicht für alle Klassenstufen normaler Unterricht möglich. Aus Kreisen der Landespolitik heißt es, dass größere Lockerungen derzeit schon deshalb nicht drin seien, weil Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) weiterhin eine Reha absolviert und sie weitere Öffnungen selbst verkünden wolle.



https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenbu...avirus5258.html



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Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 9.626

27.05.2021 20:29
#328 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Corona, die 1324. Antworten

Zitat
Schnelltests außer Kontrolle. Stand: 27.05.2021 17:00 Uhr

Nicht nur Ärzte und Apotheker bieten Bürgertests an, sondern auch Friseure oder Cafébetreiber. Recherchen von WDR, NDR und SZ zeigen, wie unkontrolliert das Ganze abläuft.

Von Markus Grill, Arnd Henze, Elena Riedlinger und Palina Milling, WDR/NDR

Wer kostenlose Bürgertests anbieten will, braucht meist kaum Voraussetzungen: Ein Online-Kurs über die Abstrich-Entnahme reicht vielerorts aus und schon kann man beim Gesundheitsamt einen Antrag auf Eröffnung eines Testzentrums stellen - was dann meist ohne Schwierigkeiten auch genehmigt wird. So verzeichnete allein Nordrhein-Westfalen Mitte März noch 1862 Teststellen, Mitte April waren es dann 5776 und Mitte Mai bereits 8735, wie das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) auf Anfrage mitteilt.

Abrechnen können die Teststellen pro Bürgertest 18 Euro, die sich aufteilen in zwölf Euro für die eigentliche Testung und bis zu sechs Euro für das Material. Einen Überblick, wie viel Geld inzwischen für diese Tests ausgegeben wurden, ist schwer zu bekommen. Baden-Württemberg teilt mit, dass es im April 62 Millionen Euro waren, in Bayern waren es bis Mitte Mai mehr als 120 Millionen Euro. Verteilt wird das Geld über die Kassenärztlichen Vereinigungen, die sich aber jeden Euro wieder aus Steuermitteln erstattet bekommen über das Bundesamt für Soziale Sicherung.

Weder die Gesundheitsämter noch die Kassenärztlichen Vereinigungen oder das Bundesamt und schon gar nicht das Gesundheitsministerium fühlen sich zuständig, zu kontrollieren, ob bei der Abrechnung alles korrekt läuft. Der Grund für diesen Missstand liegt bereits in der Testverordnung des Gesundheitsministeriums. Dort heißt es in Paragraf 7, Absatz 4 ausdrücklich: "Die zu übermittelnden Angaben dürfen keinen Bezug zu der getesteten Person aufweisen."

Wer kostenlose Bürgertests anbieten will, braucht meist kaum Voraussetzungen: Ein Online-Kurs über die Abstrich-Entnahme reicht vielerorts aus und schon kann man beim Gesundheitsamt einen Antrag auf Eröffnung eines Testzentrums stellen - was dann meist ohne Schwierigkeiten auch genehmigt wird. So verzeichnete allein Nordrhein-Westfalen Mitte März noch 1862 Teststellen, Mitte April waren es dann 5776 und Mitte Mai bereits 8735, wie das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) auf Anfrage mitteilt.

Abrechnen können die Teststellen pro Bürgertest 18 Euro, die sich aufteilen in zwölf Euro für die eigentliche Testung und bis zu sechs Euro für das Material. Einen Überblick, wie viel Geld inzwischen für diese Tests ausgegeben wurden, ist schwer zu bekommen. Baden-Württemberg teilt mit, dass es im April 62 Millionen Euro waren, in Bayern waren es bis Mitte Mai mehr als 120 Millionen Euro. Verteilt wird das Geld über die Kassenärztlichen Vereinigungen, die sich aber jeden Euro wieder aus Steuermitteln erstattet bekommen über das Bundesamt für Soziale Sicherung.

Weder die Gesundheitsämter noch die Kassenärztlichen Vereinigungen oder das Bundesamt und schon gar nicht das Gesundheitsministerium fühlen sich zuständig, zu kontrollieren, ob bei der Abrechnung alles korrekt läuft. Der Grund für diesen Missstand liegt bereits in der Testverordnung des Gesundheitsministeriums. Dort heißt es in Paragraf 7, Absatz 4 ausdrücklich: "Die zu übermittelnden Angaben dürfen keinen Bezug zu der getesteten Person aufweisen."

Vergütung ohne Belege

Mit anderen Worten: Die Testzentren dürfen keine Namen und keine Anschrift der Getesteten übermitteln, sie müssen noch nicht mal nachweisen, dass sie überhaupt Antigentests eingekauft haben. Stattdessen reicht es, wenn sie den Kassenärztlichen Vereinigungen lediglich die nackte Zahl der Getesteten ohne jeglichen Beleg übermitteln - und schon bekommen sie kurze Zeit später das Geld überwiesen.

Nur wenige Bundesländer wissen überhaupt, wie viele Bürgertests bei ihnen täglich stattfinden. Eines dieser Länder ist NRW. Dort hat das Ministerium die Teststellen immerhin dazu verpflichtet, jeden Tag die Zahl der Bürgertests online zu melden. WDR, NDR und die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) haben Informationen aus dieser interne Datenbank zugespielt bekommen und konnten dadurch auch mehrere Standorte eines der größten deutschen Teststellenbetreibers, der MediCan GmbH, genauer unter die Lupe nehmen.

Inhaber von MediCan ist der Immobilienunternehmer Oguzhan Can, der bis 2019 auch Aufsichtsratschef des Fussball-Regionalligisten Wattenscheid 09 war. Auf seiner Website coronatest-eu.com finden sich immerhin 54 Testzentren in 36 Städten Deutschlands, Schwerpunkt ist NRW. Viele dieser Teststellen finden sich auf den Parkplätzen von Baumärkten, eine davon auch in Gievenbeck, einem Stadtteil von Münster. Von 8 Uhr morgens an zählen die Reporter am Freitag den 14. Mai etwas mehr als 100 Personen an den beiden Testzelten. Um 19 Uhr wird die Teststation geschlossen. Ans Ministerium meldet MediCan für diesen Tag aber 422 Bürgertests.

Bei den Zahlen handelt es sich um keine Ausreißer. Auch an den Tagen davor und danach werden ähnlich hohe Testzahlen gemeldet. Mit den Zählungen konfrontiert, erklärt MediCan-Inhaber Can: "Die Testzahlen stimmen im Ganzen, aber nicht auf die einzelnen Standorte bezogen." Das liege daran, dass "die Testungen in einigen Städten mit mehreren Standorten auch zusammengefasst übermittelt werden". Dies erfolge "in Absprache mit den Behörden".

Doch stimmt das? In Münster erklärt das Gesundheitsamt, dass MediCan nur über zwei Teststellen verfügt. Für beide meldet das Unternehmen hohe Zahlen. Dass es mit dem Behörden abgesprochen sei, Zahlen aus einem Standort bei einem anderen draufzuschlagen, weist die Stadt Münster zurück. "Diese Absprache gibt es nicht", versichert der Sprecher des Oberbürgermeisters schriftlich. "Der Teststellenbetreiber hat über dieses Vorgehen informiert, welches dann vom Gesundheitsamt umgehend abgelehnt worden ist."

Fragen werfen auch die Testergebnisse auf: So hat MediCan am Standort Münster-Gievenbeck innerhalb einer Woche 3600 Bürgertests gemeldet, darunter war aber kein einziger positiver. Am Standort Köln Marsdorf war unter den 9200 Bürgertests innerhalb der vergangenen Woche ebenfalls kein einziger positiv und in Essen bei Ikea waren von 12.199 dort gemeldeten Bürgertests genau 12.199 negativ.

Auf Nachfrage erklärt Can, dass es "seit ca. Anfang Mai sehr sehr wenige positive Tests" gebe. "Wir sollten alle froh sein, dass die Inzidenzwerte in Deutschland zurück gehen." Laut dem internen Dashboard des NRW-Ministeriums wurde landesweit bei etwa jedem 350. Bürgertest ein positives Testergebnis entdeckt, am Mittwoch dieser Woche war einer von 700 Tests positiv.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen selbst halten sich für Kontrollen allerdings für unzuständig und von Abrechnungsbetrug hätten sie auch noch nichts gehört, wie sie in ihren offiziellen Antworten mitteilen. Lediglich unter der Hand und ohne Namensnennung räumt ein hochrangiger Funktionär ein: "Ich schätze, dass allein im Mai 50 bis 60 Millionen Bürgertests abgerechnet werden, also Kosten von rund einer Milliarde Euro entstehen. Aber im Sommer wird dieser Markt zusammenbrechen, weil dann niemand mehr so einen Test braucht. Am Ende wird man auf die Tests schauen wie auf die Masken: Die Politik brauchte ganz dringend große Mengen, es war Wildwest, viele Glücksritter und Betrüger drängten in den Markt und es gab keine vernünftige Kontrolle."

Nachdem WDR, NDR und SZ Fragen zu dem Unternehmen gestellt hat, kündigte die Stadt Münster an, der Firma MediCan die Beauftragung für die dortigen Testcenter zu entziehen.



https://www.tagesschau.de/investigativ/w...qhJcJuQSA0_IG_o

Im 15. Monat des Ausnahmezustands. Nichts können sie. Aber das in galaktischem Ausmaß.



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Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 9.626

31.05.2021 16:31
#329 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Corona, die 1324. Antworten

Nur aus Chronistenpflicht.

Zitat
13:52 Uhr: Impfzentrum nur halb ausgelastet

Wenn am kommenden Montag (07.06.) die Impfpriorisierung aufgehoben wird, wird sich das im Impfzentrum in der Halle Münsterland wohl nicht groß auswirken. Weil der Impfstoff fehlt, kann das Impfzentrum keine neuen Termine für Erstimpfungen anbieten. Vom Land gibt es bisher noch keine Angaben, wann die Impfzentren in NRW mit mehr Impfstoff rechnen können. Aktuell laufen im Impfzentrum in der Halle Münsterland nur die Zweitimpfungen. Bei rund 1.500 Impfungen täglich ist das Impfzentrum nur zur Hälfte ausgelastet.



https://www.antennemuenster.de/artikel/d...ker-618851.html



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Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 9.626

06.06.2021 22:00
#330 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Nicht Corona, sondern andere Baustelle. Der Befund ist aber identisch.

Zitat
6. Juni 2021, 19:08 Uhr Abschaltung der Atomkraftwerke:Bayern muss Strom importieren

Bayern kann seinen eigenen Energiebedarf immer weniger durch Eigenproduktion decken. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums musste der Freistaat bereits in den Jahren 2018 und 2019 im großen Umfang Strom importieren, 2018 waren dies rund 12,8 Terawattstunden (TWh), 2019 waren es 10,8 TWh. Dies entspricht in beiden Jahren etwa 12,5 bis fast 15 Prozent des Gesamtverbrauchs, der je bei 85 bis 86 TWh lag. Neuere Zahlen lagen dem Ministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht vor.

Wenn Ende dieses Jahres der Atommeiler Gundremmingen im schwäbischen Landkreis Günzburg vom Netz geht und ein Jahr später der letzte noch verbliebene Reaktor mit Isar 2 unweit von Landshut, dann dürfte ab Anfang 2023 die bayerische Energiebilanz noch defizitärer ausfallen. Denn allein Isar 2 produziert rund 12 Prozent des gesamten Stroms in Bayern (rund 11 TWh) und versorgt damit 3,5 Millionen Haushalte. Gundremmingen liefert jährlich mit 10 TWh nur knapp weniger. In Summe fehlen damit rund 22 TWh, um den Energieverbrauch zu decken.



https://www.sueddeutsche.de/bayern/absch...4Bcu1gkg_VBbvPY



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Frank2000 Offline




Beiträge: 2.623

06.06.2021 22:43
#331 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Zurück in die Steinzeit mit den Grünen. Ich frage mich immer, was in einem Menschen so vorgeht, der Grün wählt. Aber das ist wie mit Hexenverbrennung, Frauen zu Tode steinigen oder Juden vergasen: ich kann die Natur des Menschen nur zur Kenntnis nehmen, aber nicht ändern.

___________________
Jeder, der Merkel stützt, schützt oder wählt, macht sich mitschuldig.
“Die gefährlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten mäßig entstellt”, Georg Cristof Lichtenberg
"Warum halten sie Begriffe wie 'Zigeunersoße' für rassistisch, aber 'Schei** Juden' für harmlos?", Hamed Abdel-Samad

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 1.061

06.06.2021 23:01
#332 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Die Kernkraftwerke verstopfen sowieso nur die Netze und lassen den guten Strom nicht durch. Wird Zeit, dass sich das ändert...

Emulgator Offline



Beiträge: 2.340

06.06.2021 23:09
#333 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #332
Die Kernkraftwerke verstopfen sowieso nur die Netze und lassen den guten Strom nicht durch. Wird Zeit, dass sich das ändert...
Achten Sie mal darauf, wer "Kernkraftwerk" und wer "Atomkraftwerk" sagt! Es muß nämlich die Assoziation zu "Atombombe" geweckt werden.

Es muß also heißen "Atomkraftwerke verstopfen die Netze". Das liegt daran, daß im atomstrom atome drin sind. In den erneuerbaren ist aber erneuerung drin. Kommt dann so aus der steckdose, die erneuerung.

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 1.061

06.06.2021 23:20
#334 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Zitat von Emulgator im Beitrag #333
Achten Sie mal darauf, wer "Kernkraftwerk" und wer "Atomkraftwerk" sagt! Es muß nämlich die Assoziation zu "Atombombe" geweckt werden.


Ich wäre mir gar nicht mal so sicher dass dieser Sprachunfall bewusst eingesetzt wird, und nicht nur aufgrund schreiender Unkenntnis. Denn "Atombombe" ist ja prinzipiell genauso dumm.

Würde mich sowieso mal interessieren woher das ursprünglich kommt; "Nuklearwaffe" oder "Kernwaffe" ist jetzt auch nicht so unverständlich, dass eine Falschübersetzung in Babysprache unbedingt von Nöten wäre...


Kleiner Nachtrag:
Ich habe mir einige Dokus zur Nuklearwaffenentwicklung (mit o-Ton aus der damaligen Zeit) angesehen, und meine mich erinnern zu können, dass der Begriff "atomic bomb" bereits in der Anfangszeit von der amerikanischen Presse, vor allem aber der Militärpropaganda (also Leuten, die durchaus gewusst haben müssen dass der Begriff falsch ist) genutzt wurde.

Über die Gründe kann ich nur spekulieren; möglicherweise wollte man präzisere Begriffe vermeiden um nicht an die große Glocke zu hängen wie die Dinger funktionieren (in den 40er Jahren war das schließlich noch keine Trivialität). Oder man hat nach einem Begriff gesucht, der möglichst martialisch klingt, was dem grundsätzlichen Zweck als Abschreckungswaffe dient und auch erlären würde, warum dann später die Linken und Grünen darauf angesprungen sind, für die solch "Militärsprech" wohl die Ausgeburt des Bösen war. Auf mich wirkt die Bezeichnung zwar eher affig, aber das kann natürlich auch an der deutschen Übersetzung liegen. Oder daran, dass ich nicht in der Anfangszeit des kalten Kriegs aufgewachsen bin...

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 9.626

07.06.2021 00:21
#335 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #334

Kleiner Nachtrag:
Ich habe mir einige Dokus zur Nuklearwaffenentwicklung (mit o-Ton aus der damaligen Zeit) angesehen, und meine mich erinnern zu können, dass der Begriff "atomic bomb" bereits in der Anfangszeit von der amerikanischen Presse, vor allem aber der Militärpropaganda (also Leuten, die durchaus gewusst haben müssen dass der Begriff falsch ist) genutzt wurde.

Über die Gründe kann ich nur spekulieren; möglicherweise wollte man präzisere Begriffe vermeiden um nicht an die große Glocke zu hängen wie die Dinger funktionieren (in den 40er Jahren war das schließlich noch keine Trivialität). Oder man hat nach einem Begriff gesucht, der möglichst martialisch klingt, was dem grundsätzlichen Zweck als Abschreckungswaffe dient und auch erlären würde, warum dann später die Linken und Grünen darauf angesprungen sind


Der Begriff selbst ist noch älter; er kommt in dem allerersten Text vor, der über die Möglichkeit einer, nun eben Atom-Bombe und ihren entscheidenden Kriegseinsatz spekuliert: in H. G. Wells' "The World Set Free" aus dem Jahr 1914, wo "atomic bomb" insgesamt 25 Mal auftaucht. Wells hantiert hier generell mit dem Ausdruck "atomar":

Zitat von Ch.1, §3
And with an equal speed atomic engines of various types invaded industrialism. The railways paid enormous premiums for priority in the delivery of atomic traction engines, atomic smelting was embarked upon so eagerly as to lead to a number of disastrous explosions due to inexperienced handling of the new power.



Zitat von Ch.1, $4
Never before in the history of warfare had there been a continuing explosive; indeed, up to the middle of the twentieth century the only explosives known were combustibles whose explosiveness was due entirely to their instantaneousness; and these atomic bombs which science burst upon the world that night were strange even to the men who used them.



Das war auch das Buch, das Leo Szilard im Sinn hatte, als er zuerst, 1931-32, die tatsächlichen Bedingungen für die Auslösung einer solchen Kernreaktion überschlug. Von da aus hat sich die Wendung über das Manhattan Project und im Anschluß an die Abwürfe von Hiroshima und Nagasaki in der Berichterstattung verfestigt. Auch die Wortprägung "Atomkrieg" zeigt ja, daß hier ein prägnanter Ausdruck vorliegt, bei dem jedermann sofort weiß, was gemeint ist (für Atom-Uboot und Atomuhr gilt dasselbe). Solche leichten Begriffsverschiebungen sind im Zug technologischer Neuentwicklungen absolut üblich; der Computer ist da ein gutes Beispiel: "Computor" meinte im Lateinischen zunächst eine Person, die des Rechnens überhaupt fähig ist (bei lateinischen Ziffern eine gewisse Herausforderung); dann jemanden, der für die Buch- und Tabellenführung zuständig war. Auch bei der Wasserstoffbombe ist klar, daß es nicht um Blondierungen oder Zeppeline geht, sondern um die Erzeugung von Wasserstofffusion durch die Zündung eines "normalen" Atomsprengkopfes. Bei der "Kobaltbombe," die heute vergessen ist, war den Zeitgenossen vor 70 Jahren klar, daß es sich um das hypothetische Projekt einer Nuklearwaffe zur Vernichtung sämtlichen Lebens auf der Erde handelte. Die Prägnanz ist bei solchen Ausdrücken entscheidend.



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Emulgator Offline



Beiträge: 2.340

07.06.2021 01:05
#336 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #334
Ich wäre mir gar nicht mal so sicher dass dieser Sprachunfall bewusst eingesetzt wird, und nicht nur aufgrund schreiender Unkenntnis. Denn "Atombombe" ist ja prinzipiell genauso dumm.
Stimmt, richtig heißt es Kernwaffe oder Nuklearwaffe. Als Bomben (also ohne eigenen Antrieb) werden sie soweit ich weiß auch nur noch von den USA und Putins Reich vorgehalten. Alle anderen schrauben ihre Nuklearwaffen nur auf Raketen oder Marschflugkörper.

Das Richtige an der Bezeichnung Kern- ist ja, daß die Energie genutzt wird, die durch die Spaltung von (schweren) Atomkernen freigesetzt wird. Ein ganz natürlicher Vorgang übrigens. Die Bezeichnung mit Atom- ist in Fachkreisen eher historisch und lebt nur noch bei Laien weiter. So ähnlich wie Laien ja auch nicht die aktuelle IUPAC-Nomenklatur benutzen, sondern Trivialnamen, die in Fachkreisen historisch sind oder sogar noch nie richtig waren.

Und natürlich kann die Verwendung der korrekten Nomenklatur ein Indikator sein, ob man es mit Fachverstand zu tun hat. So herum kann man wahrscheinlich sich auch erklären, warum Kernenergiegegner gerne von "Atomkraft" reden.

Fluminist Offline




Beiträge: 2.014

07.06.2021 11:24
#337 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #330

Zitat
6. Juni 2021, 19:08 Uhr Abschaltung der Atomkraftwerke:Bayern muss Strom importieren
[...]Wenn Ende dieses Jahres der Atommeiler Gundremmingen im schwäbischen Landkreis Günzburg vom Netz geht[...]

https://www.sueddeutsche.de/bayern/absch...4Bcu1gkg_VBbvPY

Zitat von Emulgator im Beitrag #333
[...] Achten Sie mal darauf, wer "Kernkraftwerk" und wer "Atomkraftwerk" sagt! Es muß nämlich die Assoziation zu "Atombombe" geweckt werden. [...]

Mehr noch als die Ungenauigkeit in puncto Atom sticht mir die hier nur als Kampfbegriff verständliche Bezeichnung "Atommeiler" ins Auge, die wohl Primitivität und Schmutzigkeit suggerieren und die nützliche Funktion des Apparats als Kraftwerk verschleiern soll.
Spezifisch bezieht sich das eher scherzhafte Wort "Atommeiler" auf Fermis ersten kohlenstoffmoderierten Reaktor, der zum größten Teil aus aufgeschichteten Graphitblöcken bestand und somit in Material und Struktur eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Kohlenmeiler hatte. Für einen wassermoderierten Siedewasserreaktor wie in Gundremmingen ist das Bild in jeder Hinsicht falsch, da läge der Vergleich mit einem Schwimmbecken oder Kochtopf näher.
Eine größere Ähnlichkeit mit Fermis Reaktor hätte der gasgekühlte, graphitmoderierte und inhärent sichere Kugelhaufenreaktor gehabt, der noch in den 90er Jahren in Deutschland in Entwicklung war, aber natürlich wie die Kernforschung allgemein die "Atomwende" nicht überlebt hat.

Martin Offline



Beiträge: 3.770

07.06.2021 12:03
#338 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Zitat von Fluminist im Beitrag #337
Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #330

Zitat
6. Juni 2021, 19:08 Uhr Abschaltung der Atomkraftwerke:Bayern muss Strom importieren
[...]Wenn Ende dieses Jahres der Atommeiler Gundremmingen im schwäbischen Landkreis Günzburg vom Netz geht[...]

https://www.sueddeutsche.de/bayern/absch...4Bcu1gkg_VBbvPY
Zitat von Emulgator im Beitrag #333
[...] Achten Sie mal darauf, wer "Kernkraftwerk" und wer "Atomkraftwerk" sagt! Es muß nämlich die Assoziation zu "Atombombe" geweckt werden. [...]

Mehr noch als die Ungenauigkeit in puncto Atom sticht mir die hier nur als Kampfbegriff verständliche Bezeichnung "Atommeiler" ins Auge, die wohl Primitivität und Schmutzigkeit suggerieren und die nützliche Funktion des Apparats als Kraftwerk verschleiern soll.
Spezifisch bezieht sich das eher scherzhafte Wort "Atommeiler" auf Fermis ersten kohlenstoffmoderierten Reaktor, der zum größten Teil aus aufgeschichteten Graphitblöcken bestand und somit in Material und Struktur eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Kohlenmeiler hatte. Für einen wassermoderierten Siedewasserreaktor wie in Gundremmingen ist das Bild in jeder Hinsicht falsch, da läge der Vergleich mit einem Schwimmbecken oder Kochtopf näher.
Eine größere Ähnlichkeit mit Fermis Reaktor hätte der gasgekühlte, graphitmoderierte und inhärent sichere Kugelhaufenreaktor gehabt, der noch in den 90er Jahren in Deutschland in Entwicklung war, aber natürlich wie die Kernforschung allgemein die "Atomwende" nicht überlebt hat.

Ist das nicht zuviel Bedeutung in das 'Atom' gelegt? Es kann durchaus sein, dass aktuell im spalterischen Sprachgebrauch Unterschiede gemacht werden, mir wäre das allerdings kaum aufgefallen. Vermutlich habe ich 'Atomkraftwerk' und 'Kernkraftwerk' synonym des Öfteren selbst gebraucht, ohne darüber nachzudenken. Wenn meine dunkle Erinnerung an die Jugendliteratur unserer damaligen Stadtbücherei mich nicht trügt, hat Hans Dominik schon vor der ersten Kernspaltung von Atomkraft geschrieben. Und er ist sicher irgendwelcher grünen Gedanken unverdächtig, hat sogar einhundert Jahre vor Elon Musk 'Die Reise zum Mars' vorweggenommen.

Gruß
Martin

Krischan Offline




Beiträge: 411

07.06.2021 15:49
#339 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Zitat von Fluminist im Beitrag #337

Mehr noch als die Ungenauigkeit in puncto Atom sticht mir die hier nur als Kampfbegriff verständliche Bezeichnung "Atommeiler" ins Auge, die wohl Primitivität und Schmutzigkeit suggerieren und die nützliche Funktion des Apparats als Kraftwerk verschleiern soll


Und rein technisch stört mich, dass beim Bild "Atomkraftwerk" immer der Kühlturm eingeblendet wird, also genau das Bauteil, das am wenigsten mit dem strahlenden Material in Berührung kommt....

Freundlichst,
Krischan

Deutsche Wurst - alles andere ist Käse.

Frode Offline




Beiträge: 55

07.06.2021 16:02
#340 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Hallo zusammen

...endlich wieder mein Lieblingsthema

Zitat von Fluminist im Beitrag #337
Spezifisch bezieht sich das eher scherzhafte Wort "Atommeiler" auf Fermis ersten kohlenstoffmoderierten Reaktor, der zum größten Teil aus aufgeschichteten Graphitblöcken bestand und somit in Material und Struktur eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Kohlenmeiler hatte.


Ich dachte das Wort "Meiler" bezieht sich auf die häufige Kuppelform von Reaktorgebäuden mit einer Ähnlichkeit zu Meilensteinen am Strassenrand... sicher bin ich mir allerdings nicht.

Zitat von Martin im Beitrag #338
Ist das nicht zuviel Bedeutung in das 'Atom' gelegt? Es kann durchaus sein, dass aktuell im spalterischen Sprachgebrauch Unterschiede gemacht werden, mir wäre das allerdings kaum aufgefallen. Vermutlich habe ich 'Atomkraftwerk' und 'Kernkraftwerk' synonym des Öfteren selbst gebraucht, ohne darüber nachzudenken.


Ich meine auch, dass die Unterscheidung im Sprachgebrauch erst kam, als von Seiten der Anti-Atomer Assoziationen zu Atomwaffen gefördert wurden. Zu Beginn wurde eher von Atomenergie gesprochen und später hat sich in der Branche in Deutschland "Kernenergie" etabliert. In der Schweiz wird auch in der Branche meist noch "Atom" verwendet.

Viele Grüsse,
Frode

Florian Offline



Beiträge: 2.947

07.06.2021 16:11
#341 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Für mich klingt übrigens "Atomenergie" auch nicht irgendwie gefährlicher als "Kernenergie".

Und auch von Kernenergie-Verfechtern selbst scheint mir der Begriff "Atomenergie" verwendet zu werden.
So heißt z.B. die entsprechende europäische Behörde seit Grünung 1957 "Europäische Atomgemeinschaft" (EURATOM).

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 9.626

07.06.2021 16:37
#342 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Zitat von Florian im Beitrag #341
Für mich klingt übrigens "Atomenergie" auch nicht irgendwie gefährlicher als "Kernenergie".

Und auch von Kernenergie-Verfechtern selbst scheint mir der Begriff "Atomenergie" verwendet zu werden.
So heißt z.B. die entsprechende europäische Behörde seit Grünung 1957 "Europäische Atomgemeinschaft" (EURATOM).


Kleiner Literaturtipp: das beste Werk, das die diversen Assoziationen, Befürchtungen und Projektionen, die mit dem Thema "Radioaktivität," "Strahlung," und "Atomenergie" vs. "Atomkrieg" verbunden sind, einmal gebündelt und analysiert hat, ist Spencer R. Weart, "Nuclear Fear: A History of Images", Harvard University Press, 1988. (Der Titel ist leicht irreführend: das Buch enthält keine Abbildungen; es geht um die Bilder & Assoziationen, die mit dem Thema verbunden waren). Der gesamte Komplex war seit der Entdeckung der Radiaktivität durch die Curies um 1900 immer janusköpfig besetzt: zum einen als mögliche unerschöpfliche Energiequelle, zum anderen als dämonisch, zerstörend. Marie Curies Krebstod, der wahrscheinlich auf die jahrelange Arbeit mit Pechblende/Uran zurückzuführen ist, und der Fall der "Dial painter girls" mit der zwnaziger Jahre haben den negativen Aspekt im öffentlichen Bewußtsein zementiert. Bezeichnend ist auch, daß Wells, bevor er "The World Set Free" geschrieben hat, genau auf diesem Aspekt abgehoben hat: in seinem Roman "Tono-Bungay" (1908), der zum größten Teil eine Zeitgeist-Satire auf das windige Unternehmertum der Edwardianischen Zeit darstellt, versucht der Antiheld am Ende, einen Importhandel mit Uranerz aus dem Kongo aufzuziehen. Die Seereise endet dämonisch.

Weart zeigt, wie da um 1900, in Parallele zur Entwicklung der drahtlosen Telegraphie & den X-Strahlen von Conrad Röntgen eine Anknüpfung an die alten Vorstellungen der LAchemie und Esoterik in Sachen "Transmutaton der Materie" stattfindet - und wie die Ausmalung eines Atomkriegs nach 1945 umstandslos an die christliche Vorstellung des Armageddon anknüpft. Er erinnert auch daran, daß Eisenhowers "Atoms for Peace"-Programm, dem wir das erste AKW verdanken, nie über ein ziemlich blasses, konturloses Versprechen hinausgekommen ist, das gegen die Vorstellung des Weltbrands nicht ankommen konnte.

Manche Facetten der popkulturellen Befassung mit dem Thema sind von ausgeprochener Skurrilität. Ich denke da gar nicht mal an die diversen Mutanten-Monster aus den trashigen Filmen der fünfziger Jahre, sondern an so etwas:

Zitat
Atomic Platters

The name – coined by Bill Geerhart at the Conelrad website [see links below] – for a short-lived sub-genre of 1940s and 1950s pop music concerned with an atomic World War Three and its aftermath (see Holocaust). Many, though not all, of the artists and songs that might be so classified fell into later obscurity, but this was in its day a fairly lively aural manifestation of the fascinations of Golden Age science fiction. The earliest Atomic Platter is probably "Atomic Cocktail" (1945) by jazz musician Bulee "Slim" Gaillard (1916-1991), recorded only months after the attack on Hiroshima. A number of similar releases troped the bomb in Religious apocalyptic terms, or echoed in various ways the Buchanan Brothers' pious 1947 insistence that "There's A Power Greater Than Atomic". It was also the Buchanan Brothers (the group comprised Dennis "Terry Cashman" Minogue, Eugene Pistilli and Thomas Picardo Jr) who first brought UFOs into the mix, with "(You Got To Pray To The Lord) When You See Those Flying Saucers" (1947), which claims that alien spaceships "more than atom bombs" are signs of the impending End Times. Similar records, such as "Jesus Hits Like An Atom Bomb" (1950) by Lowell Blanchard (1928-1968) and "Jesus is God's Atomic Bomb" (1950) by Swan's Silvertone Singers ring the changes of this notion. ... It must be said that very few of these songs have any artistic merit, although there is a sprightly wit about "Radioactive Mamma" (1960) and "Crawl Out Through the Fall-out" (1960), both by Sheldon Allman (1925-2002), and the barbershop novelty record "Watch World War Three (On Pay TV)" (1960) by the Crown City Four is fairly entertaining. Odder is "Fifty Megatons" (1963) by Sonny Russell, in which the narrator, blown out of bed by a nuclear attack, is abducted by Aliens ("Three spacemen grabbed me and gave me a flip") and flown in their rocket ship to the Moon. By the mid-1960s the vogue for this sub-genre of chart-music had run its course, despite belated attempts by the producers of Dr. Strangelove Or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb to cash-in with the wacky "Love That Bomb" (1964) by Dr Strangelove and the Fallouts. It has not been resurrected.



http://sf-encyclopedia.com/entry/atomic_platters



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Fluminist Offline




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07.06.2021 17:30
#343 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Zitat von Florian im Beitrag #341
Für mich klingt übrigens "Atomenergie" auch nicht irgendwie gefährlicher als "Kernenergie".

Und auch von Kernenergie-Verfechtern selbst scheint mir der Begriff "Atomenergie" verwendet zu werden.
So heißt z.B. die entsprechende europäische Behörde seit Grünung 1957 "Europäische Atomgemeinschaft" (EURATOM).

Das ist letztlich Haarklauberei, entsprechend der Unterscheidung der Fachdisziplinen Atomphysik und Kernphysik, deren letztere sich mit dem Atomkern und der Kernenergie, die erstere mit dem Drumherum, also den Elektronen und ihrer Energie, die man analog Atomenergie nennen könnte, beschäftigen. Wenn man dann penibel sein will, dann ist etwa chemisch oder in mechanischer Spannung gespeicherte Energie Atomenergie; aber in diesem Sinne verwendet wohl kaum jemand wirklich dieses Wort. Kurios am Wort "Atomkraftwerk" ist die contradictio in adjecto, da dieses Kraftwerk ja gerade Energie aus dem Spalten des "Unspaltbaren" (Atom) herauslöst.
Aber mit technischer oder philologischer Einsicht hat der oben zitierte SZ-Artikel wie generell die meiste Berichterstattung über Kernkraftwerke natürlich praktisch nichts zu tun.

Johanes Offline



Beiträge: 746

07.06.2021 19:40
#344 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Also "Atomkraftwerk" klingt doch viel sicherer. Vor allen Dingen wenn man weiß, dass Homer J. Simpson im Kernkraftwerk arbeitet. Pardon, "Nukular", es heißt ja "Nukular".

Stand 05.06.2021: Das SARS-CoV-2-Virus könnte jetzt doch aus einem Labor kommen. to be continued

Ulrich Elkmann Online




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07.06.2021 20:16
#345 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Zitat von Fluminist im Beitrag #343
Kurios am Wort "Atomkraftwerk" ist die contradictio in adjecto, da dieses Kraftwerk ja gerade Energie aus dem Spalten des "Unspaltbaren" (Atom) herauslöst.


Das verkennt, welche Wege die Vokabel genommen hat; oben habe ich ja schon die semantischen Verlagerungen erwähnt. Das gilt nur, wenn einem das ἄ-τομος, das Nicht-Spaltbare im Wortsinn präsent ist. Im griechischen Atomismus war das eine rein hypothetische Setzung, um zu erklären, warum Materie zwar zerkleinerbar war, aber trotzdem Materie bestehen blieb, ohne sich in im Wortsinn in unendlich Kleines aufzulösen: Irgendwo war Schluß - ohne das man damals in der Lage gewesen wäre, das näher zu bestimmen. Die Atomistik der Neuzeit - Avogadro & Co., die Erkenntnisse über die Natur der chemischen Elemente - haben den Begriff dann als paßgenau übernommen - und als dann durch Rutherford, Bohr & Co. die Struktur des Atoms ermittelt wurde, hat man die gebräuchliche Begrifflichkeit übernommen. Ein vergleichbarer Fall liegt bei der Beschwerde über Walfische & Tintenfische vor, die ja mit den Piscinen nur den Lebensraum teilen (im Englischen analog dann "shellfish" & "crayfish"), weil das ahd. "fisk" hier übergreifend ein Wasserlebewesen bezeichnete.



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Emulgator Offline



Beiträge: 2.340

07.06.2021 23:51
#346 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Zitat von Fluminist im Beitrag #343
Aber mit technischer oder philologischer Einsicht hat der oben zitierte SZ-Artikel wie generell die meiste Berichterstattung über Kernkraftwerke natürlich praktisch nichts zu tun.
Hab jetzt doch mal den SZ-Artikel angeschaut, dachte da wäre eine Bezahlschranke. Neue Stilblüte in dem Artikel: "Sonnenkraft" -- ist physikalisch natürlich völlig Quatsch. Die einzige Kraft von der Sonne, die auf die Erde wirkt, ist die Gravitationskraft, die unseren Planeten auf elliptischer Bahn hält. Alles andere, was von der Sonne kommt, ist gefährliche Strahlung, vor der uns nur das Magnetfeld und die Atmosphäre schützt. Letztere ist übrigens als ganze ursächlich für den Treibhauseffekt. Ohne sie würde es nachts bitterkalt.

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #342
Kleiner Literaturtipp: das beste Werk, das die diversen Assoziationen, Befürchtungen und Projektionen, die mit dem Thema "Radioaktivität," "Strahlung," und "Atomenergie" vs. "Atomkrieg" verbunden sind
Ist die Freisetzung von Kernenergie zwangsläufig mit radioaktiven Elementen verbunden? Ich dachte, das ist eher Zufall, weil bei Fusion oder Fission meistens auf einer Seite der Reaktionsgleichung ein instabiler Kern steht. Radioaktivität als solche nutzen eigentlich nur Radionuklidbatterien und die Medizin/Biologie für Szintigramme, seit Ihre zitierten Leuchtziffern nicht mehr als sicher gelten.

Zitat von Krischan im Beitrag #339
Und rein technisch stört mich, dass beim Bild "Atomkraftwerk" immer der Kühlturm eingeblendet wird, also genau das Bauteil, das am wenigsten mit dem strahlenden Material in Berührung kommt....
... und auch bei anderen thermischen Kraftwerken vorkommt und auch --beispielsweise in Neckarwestheim-- gar nicht so groß und hoch gebaut werden müssen. Was man aber sich grundsätzlich merken sollte, ist, seine Bauprojekte möglichst bescheiden und unauffällig in die Landschaft einzufügen. Mit den Windturbinen macht man es ja leider nicht.

Zitat von Frode im Beitrag #340
Ich meine auch, dass die Unterscheidung im Sprachgebrauch erst kam, als von Seiten der Anti-Atomer Assoziationen zu Atomwaffen gefördert wurden. Zu Beginn wurde eher von Atomenergie gesprochen und später hat sich in der Branche in Deutschland "Kernenergie" etabliert. In der Schweiz wird auch in der Branche meist noch "Atom" verwendet.
Vielen Dank, das wußte ich nicht, paßt aber ins Bild, weil man in der neutralen Schweiz ja offiziell unberührt von den Rüstungsfragen von NATO und Warschauer Pakt blieb.

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 1.061

08.06.2021 02:04
#347 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Zitat von Emulgator im Beitrag #346
Zitat von Krischan im Beitrag #339
Und rein technisch stört mich, dass beim Bild "Atomkraftwerk" immer der Kühlturm eingeblendet wird, also genau das Bauteil, das am wenigsten mit dem strahlenden Material in Berührung kommt....
... und auch bei anderen thermischen Kraftwerken vorkommt und auch --beispielsweise in Neckarwestheim-- gar nicht so groß und hoch gebaut werden müssen.


Genaugenommen müssten die in den meisten Fällen wohl gar nicht gebaut werden, weil man das Kühlwasser eigentlich auch direkt wieder in das Gewässer einleiten könnte aus dem es entnommen wurde; im Zweifel nach kurzer Lagerung in einem Kühlbecken, sofern dafür Platz vorhanden ist. Der Grund, warum man das nicht mehr macht, ist - tataa - Umweltschutz. Eine siknifikante Erhöhung der Wassertemperatur dürfte in den betroffenen Gewässern wohl das Ökosystem verändern, und jede Veränderung ist automatisch des Teufels, wie wir spätestens wissen seit uns das Klima katastrophiert. Letztendlich sind die Kühltürme - abgesehen von einigen Anlagen, die aus Kapazitätsgründen darauf angewiesen sind - auch nur Monumente der Ökoreligion: man war auch mal stolz darauf, ein Dampfkraftwerk so bauen zu können dass es keinerlei Emissionen (inkl. Wärmeemissionen) verursacht. Der Zeitgeist ist nur leider schon weiter und braucht jetzt Windmühlen der größe eines Fernsehturms. Kühlturm geht gar nicht mehr, da sind Atome drin.

Der Grund, warum man gerne die extrem hohen Naturzugkühltürme gebaut hat, dürften wohl die Kosten sein (auch diese haben früher bei der Elektrizitätsversorgung mal eine Rolle gespielt). Die benötigen nämlich keine aktive (=elektrisch betriebene) Ventilation. Dadurch sollten sowohl Bau als auch Betrieb etwas billiger ausfallen. So einen riesigen Zylinder irgendwo hinzusetzen ist ingenieurstechnisch wahrscheinlich gar nicht so schwierig.

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 9.626

14.06.2021 13:08
#348 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Irrsinn, nächste Runde auf dem Hof der Anstalt.

Zitat von Welt.de
Bundesregierung bereitet Export von Kohlendioxid vor
Stand: 13.06.2021

Norwegen, die Niederlande, Belgien und Großbritannien bereiten zum Teil mit Milliardenaufwand die Verpressung großer Mengen Kohlendioxid im Meeresboden vor. Deutschland will diese Möglichkeit nutzen. Der Weg dafür wird gerade frei gemacht.

Die Bundesregierung will den Export und die Speicherung des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid (CO2) im Meeresboden außerhalb des deutschen Hoheitsgebiets möglich machen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür werden bereits angepasst, berichtet WELT AM SONNTAG unter Berufung auf das Bundesumwelt- und das Bundeswirtschaftsministerium.

Mit Blick auf den Transport von CO2 ins Ausland und dessen Speicherung dort plane die Bundesregierung die Ratifikation des geänderten Artikels 6 des London-Protokolls, teilte das Bundesumweltministerium der Zeitung mit. Damit werde „der grenzüberschreitende CO2-Transport zwecks Speicherung im tiefen Untergrund unter dem Meeresboden ermöglicht“.

„Zum grenzüberschreitenden Transport von CO2 sowie einer hierfür notwendigen CO2-Infrastruktur in Deutschland wird geprüft, ob und wie das Kohlendioxid-Speicherungsgesetz hierfür angepasst werden muss und welche Regelungen eine entsprechende Rechtsverordnung beinhalten muss.“



https://www.welt.de/wirtschaft/article23...f0ioXNEYvIyaj8A

Immer, wenn man glaubt, jetzt sei in Puncto grassierender Schwachsinn das Ende der Fahnenstange erreicht, kommt unsere Politik daher und setzt locker auf einen Schelm anderthalbe.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Fluminist Offline




Beiträge: 2.014

14.06.2021 13:13
#349 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Witzig - am Wochenende bin ich über eine Anzeige des Elektrizitätsanbieters Ecotricity gestolpert, der doch tatsächlich damit wirbt, daß sein Strom nicht aus Tierprodukten hergestellt wird und folglich vegan ist:

Zitat von Ecotricity
Vegan energy
It’s hard to imagine using animals to generate energy, but it happens. For example, manure from factory farms is burned as biomass or used in anaerobic digestion vats to produce biomethane. Animals are exploited to produce about 1% of the UK’s energy, which goes to around 60% of homes. Four of the big six energy companies and four of the leading so called green energy companies all have animal waste in their fuel mix.
But that’s only part of the story. Livestock farming is one of the biggest contributors to carbon emissions in the UK and around the world.
We thought, ‘Wouldn’t it be greener and more ethical if animals weren’t used to generate energy?’ So, we reviewed all our energy sources and eliminated anything involving animals. Ecotricity is the only energy company in the world certified as vegan by both the Vegan Society and Viva!, the vegan charity.


Ich sag's ja, eines Tages kommen die Ökos auch noch dahinter, daß Kernenergie am nachhaltigsten ist.

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 1.061

14.06.2021 15:47
#350 RE: Wenn der Schwachsinn Normalität wird. Antworten

Zitat von Fluminist im Beitrag #349
Ich sag's ja, eines Tages kommen die Ökos auch noch dahinter, daß Kernenergie am nachhaltigsten ist.


Ich glaube was viel früher passieren wird ist dass sie merken, dass sie ihre Spinnereien nicht mehr bezahlen können.

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