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ZETTELS KLEINES ZIMMER

Das Forum zu "Zettels Raum"



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 Kommentare/Diskussionen zu "Zettels Raum"
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Yago Offline



Beiträge: 347

24.11.2022 07:28
#1051 RE: Rieck: Wirkung von Sanktionen Antworten

Habi Habibi Habeck sagte bei Illner, es ist ihm egal, ob die Wähler ihm vertrauen. Bei dem G20 Gipfel und dem Umweltgipfel waren sie keine Außenseiter. Diese Meinung kann man sicher auf viele Teilnehmer verallgemeinern. Nun wirft Putin Steine in deren Teich. Ich bezweifel, dass Putin neben der ukrainischen die polnische und die deutsche Verwaltung übernehmen könnte. Also würde sich grundsätzlich hier nicht viel ändern, außer das einiger Unfug Pragmatismus weichen müsste. Im Grunde verlangt man also, für die Privilegien der selbsternannten Eliten zu kämpfen.

Johanes Offline



Beiträge: 1.738

24.11.2022 13:13
#1052 RE: Rieck: Wirkung von Sanktionen Antworten

Zitat von Emulgator im Beitrag #1048
Laut Botschafter Melnyk gehörte Lindner zu den Defätisten.


Für mich keine glaubwürdige Quelle.
Außerdem kommt es darauf in der Politik nicht immer an.

Zitat
Warum sollte sich Putin in der Situation nicht den Rest vom Kuchen nehmen?



Der selbe Grund, aus dem Europa in den letzten Jahrzehnten so ruhig und friedlich war: (a) Das Risiko einer nuklearen Eskalation und (b) die USA als mächtigen Protektor.

Zitat
Das erinnert mich an Appelle der deutschen Polizeien, man möge Räubern doch seine Habe kampflos überlassen. Seinen Geldbeutel könne man besser entbehren als seine Gesundheit.



Man schluckt sein "Ehrgefühl" und seinen Stolz herunter und beugt sich. Es ist klar, dass die psychologischen Folgen bedacht werden müssen. Ist man am Ende immer noch bereit, dort wehrhaft aufzutreten, wo es dann notwendig ist?

Von einer individuell-rationalen Perspektive aus macht es aber Sinn.
Diese "Ehre" führt dazu, dass sich der Einzelne im Zweifelsfall eher opfert als nachzugeben, was dann beim Angreifer dazu führt, dass er mit einem höheren Risiko rechnen muss und sich eine "Aktion" mglw. nicht mehr lohnt. Für das Individuum geht es dagegen um alles oder nichts.

Zitat
In beiden Situationen muß ich damit rechnen, alleine mit dem Räuber fertigwerden zu müssen.



Das Opfer steht seelenruhig daneben, während Sie um seine Habe kämpfen? Unwahrscheinlich. Dann steht es eher 2 vs. 1.

Zitat
Dann wäre es doch nicht mehr besser, sofort zu kapitulieren!?



Ja, in dem Fall.

Deshalb hat die Seite, die die Kapitulation vermeiden will, etwa eine Regierung, die sonst ins Exil müsste oder der schlimmeres droht, allen Grund dazu, diese Eindruck beim Volke zu erwecken.
So etwas motiviert die Leute, um jeden Preis Widerstand zu leisten.
Was aber umgekehrt nicht bedeutet, dass es nicht stimmt.

Zitat
Das ist ein unermeßlich absurder Glaubenssatz gegen alle Grundlagen der Ökonomie und Verhaltensforschung.



Eher eine menschliche Fehleinschätzung. Wer es schafft, den umkämpften Posten des Autokrators eines Landes einzunehmen und zu halten, muss entweder großes Pokerglück gehabt haben oder hat seine politischen Kräfte bisher richtig eingeschätzt. Grade in dieser Konstellation ist es unwahrscheinlich, dass jemand sich den Posten sichert, der permanent nur blufft. Nicht unmöglich, aber nicht wahrscheinlich.

Zitat von Yago im Beitrag #1050
Aber so, wie es jetzt läuft, ist es eine Katastrophe.


Dem ist leider zuzustimmen.

Zitat von Yago
Nur welche, wenn man nicht aktiv am Krieg mitmachen möchte?



Ist diese Frage nicht wiederum realitätsfern?
Ein Aufeinandertreffen von NATO und russischen Streitkräften hat ein erhebliches Risiko einer nuklearen Eskalation.

Zitat von Yago
Katar, China und Russland scheinen sich auch gut zu verstehen. Das ist dann zwar eine Gang von Underdogs, über die man gerne lächeln kann, aber nicht so leicht kleinzukriegen, ohne eigene Schäden davon zu tragen.



Das wird nur durch einen gemeinsamen Feind -- der bedauerlicherweise wir sind -- zusammengehalten.

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 12.269

24.11.2022 23:12
#1053 RE: Sanktionen Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #838
Der Krieg wird wie folgt beendet werden:

Durch Befreiung aller von Russland seit 2014 besetzten Gebiete. Zunächst Luhansk, was noch in diesem Herbst (also vor Ende November) erfolgen wird. Dann der Krim. Das kann, je nach der Entwicklung der nächsten Wochen, eventuell erst im nächsten Frühjahr erfolgen.



Lieutenant General Ben Hodges gestern auf Times Radio, ab Min. 4:52:

https://www.youtube.com/watch?v=8FwLnmQGRPc

Zitat
For sure, in my view, Ukraine is going to be operating in and around Sewastopol by the end of the summer, so I mean the decisive phase of this campaign is probably going to start, I think, January or February when Ukrainian forces are in position to begin that decisive phase - the liberation of Crimea.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

Frankenstein Offline




Beiträge: 851

24.11.2022 23:53
#1054 RE: Rieck: Wirkung von Sanktionen Antworten

Zitat von Johanes im Beitrag #1046
Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #1041
[...]


Unter dem Gesichtspunkt des internationalen Ansehens wäre eine Aufhebung der Immunität, eine lückenlose Aufarbeitung und Neuwahlen angemessen.
Wird natürlich nicht passieren, diese Leute kleben an ihren Stühlen. Dabei wäre materiell doch ohnehin für sie gesorgt.

Vielleicht könnte die FDP wenigstens einmal Durchsetzungskraft zeigen und das gnadenlos gegen die linksgrünen Koalitionspartner ausspielen.

Was den Rest angeht, muss man wohl differenzieren:
1. Die wirtschaftliche Interessen und wie weit es für einen Staat ethisch vertretbar ist, diese durchzusetzen. Es ist schließlich kein Zufall, dass die Durchsetzung der eigenen materiellen Interessen so häufig deckungsgleich mit "den Guten schlechthin" sind.
2. Ob es humanitär, z. B. hinsichtlich der Opferzahlen, vielleicht wirklich besser gewesen wäre, wenn der Krieg schnell zu ende ginge.

Berücksichtigt man (1), dann wäre es relativ zynisch, jetzt darüber zu philosophieren und bedeutungslos ohnehin.

Das alles unter der Voraussetzung, dass Johnson (a) die Wahrheit sagt und (b) dabei richtig wiedergegeben wurde.

Beides vollkommen plausibel. Das war nicht umsonst das Ergebnis der spieltheoretischen Analyse von Prof. Dr. Christian Rieck im Vorfeld des Krieges.

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 12.269

25.11.2022 13:37
#1055 RE: Rieck: Wirkung von Sanktionen Antworten

Zitat
The Kyiv Independent @KyivIndependent
⚡️Forbes estimates Russia has spent $82 billion on war with Ukraine since Feb. 24.

During nine months of its full-scale invasion of Ukraine, Russia has spent $82 billion on war, which is a quarter of its annual budget, according to Forbes.

Forbes calculated that Russia used 10,000 to 50,000 shells per day in the war, and the average price of a Soviet-caliber shell is about $1,000. It brings Russia's spending to more than $5.5 billion on artillery supplies alone.
3:36 AM · Nov 25, 2022·Twitter Web App


https://twitter.com/KyivIndependent/stat...969655524716545



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Ulrich Elkmann Online




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25.11.2022 15:56
#1056 RE: Rieck: Wirkung von Sanktionen Antworten

Tjaha.

Zitat
Sara Nanni @SaraNanni
Im Sommer haben wir die Forderung nach mehr Waffenlieferungen an die Ukraine mit so einem Ansatz - gemeinsam mit der Industrie schnell das Machbare ausloten - verknüpft und dafür durchaus intern auch Kritik erfahren. Jetzt gibt es einen ersten Impuls aus dem Kanzleramt. Sehr gut.
10:55 AM · Nov 25, 2022·Twitter for iPhone

Gustav C. Gressel @GresselGustav
9 months into the war, first crisis meeting in the 🇩🇪 chancellery on ammunition production.
Well, better late than never.
FYI 🇨🇿 🇧🇬 🇵🇱 🇸🇰 🇷🇴 have done so in May, increased production and re-opened ammo production lines. 🇺🇸 in summer.


https://twitter.com/SaraNanni/status/1596080169487417344



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Ulrich Elkmann Online




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04.12.2022 19:47
#1057 RE: Rieck: Wirkung von Sanktionen Antworten

Zitat
SUSPILNE NEWS 📰@suspilne_news
#Russia launches #Iranian #Shahed-136 kamikaze drones less frequently due to cold weather. It has a negative effect on the materials from which the drones are made, said Sylkin, assistant commander of the joint forces of the Armed Forces of #Ukraine for strategic communications.
7:34 PM · Dec 4, 2022


https://twitter.com/suspilne_news/status/1599472122556198917



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F.Alfonzo Offline



Beiträge: 1.597

04.12.2022 23:08
#1058 RE: Rieck: Wirkung von Sanktionen Antworten

Kann auch einfach daran liegen, dass es keine lohnenswerten Ziele mehr zum Zerstören gibt, was m.E. die logische Folge der Angriffe auf die Infrastruktur ist. Wenn die Ukrainer die Leitungen wieder zusammenflicken, werden sie das möglichst so machen, dass kein neues Angriffsziel entsteht, und irgendwann stellt sich auch für die Russen die Frage, ob man eine teure Drohne oder Rakete opfern will, um ein "Verlängerungskabel" zu zerstören, das dann am nächsten Tag wieder neu ausgelegt wird. Bleibt eigentlich nur noch die Kraftwerke selbst zu zerstören, das wird vermutlich als nächstes kommen (bspw. in den KKWs die Dampfturbinen zu sprengen).

Wär super für den Scholzomat, dann könnte er sich wieder vor einer Turbine fotografieren lassen ohne Waffen liefern zu müssen, mit denen die Ukrainer den Krieg gewinnen könnten...

Ulrich Elkmann Online




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05.12.2022 18:04
#1059 RE: Rieck: Wirkung von Sanktionen Antworten

Herr Bundeskanzler, Frau Verteidigungsministerin. Bitte sehen Sie dieses kurze Video an, und schämen Sie sich in Grund & Boden.

Sie können Sie einen von der Bundeswehr gelieferten Gepard sehen, wie er eine von heute auf die Ukraine geschossenen Raketen vom Himmel holt; von 70 Raketen, die die faschistischen russischen Aggressoren heute gegen zivile Ziele abgefeuert haben, sind 60 von der ukrainischen Luftabwehr abgeschossen worden.

https://twitter.com/UAWeapons/status/1599810159236112406

Wenn Sie schon vor Monaten geliefert hätten, anstatt nur Däumchen zu drehen und zu schwatzen, hätten zahllose solcher Angriffe abgefangen werden können.



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Ulrich Elkmann Online




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05.12.2022 18:14
#1060 RE: Rieck: Wirkung von Sanktionen Antworten

[Inhalt gelöscht, weil ich gerade sehe, daß ich versehentlich etwas zum "Artemis-Strang" in der Eile hier eingestellt habe.]



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Ulrich Elkmann Online




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07.12.2022 21:21
#1061 RE: Rieck: Wirkung von Sanktionen Antworten

Zitat
TankerTrackers.com, Inc.@TankerTrackers
BREAKING: Russia’s seaborne crude oil exports have halved in the past 48 hours. #OOTT
2:21 AM · Dec 7, 2022

As for this supposed "Russian dark fleet" we keep hearing about; tankers are not so dark anymore given that we have visually indexed every single one that can carry more than 430,000 barrels at a time. Our Corporate clients can quickly identify them with a couple of mouse clicks.

Barry Pearson@BarryCPearson
Replying to @TankerTrackers
Also:
Tankers must have comprehensive insurance to be allowed into ports.
The major insurance companies are European & US.
They will conform to the oil cap.
11:19 AM · Dec 7, 2022


https://twitter.com/TankerTrackers/statu...430717661347841



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13.12.2022 22:44
#1062 RE: Rieck: Wirkung von Sanktionen Antworten

Zitat
Paul Ronzheimer@ronzheimer
🇺🇸 müssen mit dem Patriot-Abwehrsystem wieder richten, was wir nicht wollen oder nicht hinbekommen. X Politiker aus 🇩🇪 haben mir die vergangenen Wochen erzählt, Patriot sei als Nato-Abwehr-Waffe auf keinen Fall lieferbar für 🇺🇦. USA liefern jetzt zum Glück genau diese Patriot!
10:39 PM · Dec 13, 2022


https://twitter.com/ronzheimer/status/1602780211057131520

Zitat
USA planen offenbar Lieferung von Patriot-Flugabwehr

Die US-Regierung plant einem Bericht zufolge die Lieferung des Patriot-Flugabwehrsystems in die Ukraine.

13.12.2022

Das Vorhaben müsse aber noch von Verteidigungsminister Austin genehmigt werden, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf Regierungsquellen. Die Pläne könnten noch diese Woche offiziell gemacht werden. Das Patriot-System dient zur Bekämpfung von Flugzeugen, taktischen ballistischen Raketen und Marschflugkörpern. Die Raketenabwehr US-amerikanischer Bauart wird von mehreren Nato-Staaten genutzt.
Die von Russland angegriffene Ukraine drängt immer wieder auf eine bessere Flugabwehr. Die USA liefern bereits Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars oder das Flugabwehrsystem Nasams in die Ukraine. Die Regierung in Washington hatte erst in der vergangenen Woche weitere Militärhilfe zur Verteidigung gegen Russland angekündigt.



https://www.deutschlandfunk.de/usa-plane...abwehr-100.html

Gegenfrage: haben Scholz & Co. in den letzten 9 Monaten eigentlich in Sachen Ukrainekrieg irgendetwas anders als Bockmist & Lügen erzählt?



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Ulrich Elkmann Online




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10.01.2023 15:40
#1063 RE: Update Kertsch-Brücke Antworten

Zitat
Rob Lee@RALee85
"US and Ukrainian officials tell CNN that Russia’s artillery fire is down dramatically from its wartime high, in some places by as much as 75%."
"US officials saying the rate has dropped from 20,000 rounds per day to around 5,000 per day on average."
https://edition.cnn.com/2023/01/10/polit...aine/index.html

"'Out of its force of nearly 50,000 mercenaries (including 40,000 convicts), the company [Wagner] has sustained over 4,100 killed and 10,000 wounded, including over 1,000 killed between late November and early December near Bakhmut,'...about 90% of those killed were convicts." 2/
2:15 PM · Jan 10, 2023


https://twitter.com/RALee85/status/1612800207221145600

Zitat von 6:00 AM EST, Tue January 10, 2023
Russian artillery fire down nearly 75%, US officials say, in latest sign of struggles for Moscow

As Russia’s invasion of Ukraine enters its 11th month, US and Ukrainian officials tell CNN that Russia’s artillery fire is down dramatically from its wartime high, in some places by as much as 75 percent.

US and Ukrainian officials don’t yet have a clear or singular explanation. Russia may be rationing artillery rounds due to low supplies, or it could be part of a broader reassessment of tactics in the face of successful Ukrainian offenses.

Last month, a senior US military official said that Russia has had to resort to 40-year-old artillery shells as their supply of new ammo dwindled. To the US, the use of degraded ammunition, as well as the Kremlin’s outreach to countries like North Korea and Iran, was a sign of Russia’s diminished stocks of weaponry.

US and Ukrainian officials have offered widely different estimates of Russian fire, with US officials saying the rate has dropped from 20,000 rounds per day to around 5,000 per day on average. Ukraine estimates that the rate has dropped from 60,000 to 20,000 per day.

But both estimates point to a similar downward trend.

Prigozhin’s ambitions are not limited to greater political power, however, the US believes. There are also indications that he wants to take control over the lucrative salt and gypsum from mines near Bakhmut, a senior administration official tells CNN.

“This is consistent with Wagner’s modus operandi in Africa, where the group’s military activities often function hand in hand with control of mining assets,” the official said, adding that the US believes these monetary incentives are driving Prigozhin and Russia’s “obsession” with taking Bakhmut.

The official also said that Wagner Group has suffered heavy casualties in its operations near Bakhmut since late November.

“Out of its force of nearly 50,000 mercenaries (including 40,000 convicts), the company has sustained over 4,100 killed and 10,000 wounded, including over 1,000 killed between late November and early December near Bakhmut,” the official said, adding that about 90% of those killed were convicts.

The official said that Russia “cannot sustain these kinds of losses.”

“If Russia does eventually seize Bakhmut, Russia will surely characterize this, misleadingly, as a ‘major victory,” the official added. “But we know that is not the case. If the cost for each 36 square miles of Ukraine [the approximate size of Bakhmut] is thousands of Russians over seven months, this is the definition of Pyrrhic victory.”



https://edition.cnn.com/2023/01/10/polit...aine/index.html



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Florian Offline



Beiträge: 3.077

11.01.2023 03:59
#1064 RE: Update Kertsch-Brücke Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #1063

As Russia’s invasion of Ukraine enters its 11th month, US and Ukrainian officials tell CNN that Russia’s artillery fire is down dramatically from its wartime high, in some places by as much as 75 percent.

US and Ukrainian officials don’t yet have a clear or singular explanation. Russia may be rationing artillery rounds due to low supplies, (...)




Mich hat ja bislang eher das Gegenteil gewundert.
Nämlich wie lange Russland (und auch die Ukraine) ihren hohen täglichen Munitionsverbrauch aufrecht erhalten können.

Für die Bundeswehr gibt es ja Schätzungen, dass deren Munition unter Gefechtsbedingungen "nur wenige Tage" reichen würde.
(siehe z.B. hier: https://www.tagesschau.de/inland/innenpo...scholz-101.html ).
Und selbst das ist womöglich z.T. noch optimistisch.
Laut diesem etwas älteren Artikel https://www.focus.de/politik/deutschland...id_8859399.html hat die Luftwaffe zu wenig Raketen-Bewaffnung für den Eurofighter. zum Zeitpunkt des Artikels konnten insgesamt nur 4 (!) Eurofighter mit Raketen bestückt werden. Ich vermute: jeweils nur für einen einzigen Kampfeinsatz.
Unter echten Kampfbedingungen wäre die Munition für die Eurofighter also nach wenigen Minuten verbraucht.

Nun kann man sagen "ok, das ist die bekannte Lachnummer Bundeswehr - in der restlichen NATO sieht es sicher besser aus".
Aber ich fürchte, viel besser ist es nirgendwo.
(Ich konnte leider die Artikel gerade nicht mehr finden. Aber vor ein paar Monaten habe ich gelesen, dass auch die britischen Munitionsbestände bei einer Verbrauchsrate wie der Ukraine in wenigen Tagen aufgebraucht wären. Und dass bestimmte Munitionsbestände selbst in den USA zur Zeit sehr niedrig sind, weil man so viel an die Ukraine geliefert habe).

Geringe Munitionsbestände scheint also ein allgemeines (zumindest westliches) Problem zu sein.
Vermutlich deshalb, weil alle Länder (und nicht nur Deutschland) in ihren Militär-Doktrinen eigentlich fast nur noch mit "assymetrische" kleinen Kriegen wie in Irak der Afghanistan planen.
Ein "echter" großer Krieg mit starken Armeen auf beiden Seiten, beide relativ modern mit Panzern, Luftwaffe, Artillerie etc. asgestattet (wie wir ihn jetzt in der Ukraine erleben), hatte niemand mehr auf dem Schirm.
Entsprechend sind die Munitionsbestände selbst in militärisch nüchtern-rational denkendden Nationen wie UK oder USA heutzutage VIEL niedriger als im kalten Krieg.

Hinzu kommt, dass auch die Kapazitäten der Rüstuns-Industrie entsprechend geschrumpft sind.
Kann schon sein, dass jetzt alle Länder aufgewacht sind und Munitions-Nachschub ordern. Aber wenn die Produktionskapazitäten nicht mehr da sind (weil es eben jahrzehntelang nur noch kleine Nachfrage gab), dann können die Munitionsdepots auch nicht einfach schnell wieder aufgefüllt werden.

Soweit die allgemeine Lage im Westen so wie ich sie verstehe.

Und angesichts dieser Lage ist es sehr beachtlich, dass Russland und vor allem auch dass die Ukraine in der Lage sind, über Monate hinweg einen Munitionsverbrauch aufrecht zu erhalten, den KEIN westliches Land 8auch nicht die USA!) so durchhalten könnten.
Wenn nun nach fast einem Jahr die Russen anfangen zu haushalten, dann wundert mich das gar nicht. Sondern mich wundert nur, dass sie das so viele Monate lang NICHT machen mussten.

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 1.597

11.01.2023 10:15
#1065 RE: Update Kertsch-Brücke Antworten

Zitat von Florian im Beitrag #1064
Wenn nun nach fast einem Jahr die Russen anfangen zu haushalten, dann wundert mich das gar nicht. Sondern mich wundert nur, dass sie das so viele Monate lang NICHT machen mussten.


So erstaunlich finde ich das gar nicht mal; Sie hatten ja selbst schon einen Grund angeschnitten: Da ist eben auch noch ein großes Arsenal aus Sowjetzeiten vorhanden (was mich dabei eher wundert ist dass das nach Jahrzehnten noch funktioniert; gerade Munition / Sprengstoff dürfte auch ein Verfallsdatum haben, und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Russen bei der Lagerung sonderlich sorgfältig waren).

Hinzu kommt, dass das Militär auch im heutigen Russland sehr wichtig für die nationale Identität ist (böse Zungen würden behaupten weil es sonst nicht viel gibt, worauf man stolz sein könnte). Bitte um Korrektur falls ich falsch liege, aber ich meine mich an Zahlen aus der Vorkriegszeit erinnern zu können, nach denen Russland absolut ähnlich hohe, jährliche Militärausgaben hat wie Deutschland; und das bei sehr viel geringerem BIP und geringeren Personal- und sicherlich auch Produktionskosten. Da ist es für mich fast zwingend logisch, dass dabei unterm Strich ein wesentlich größerer Vorrat an Material rauskommt.

In der Ukraine sieht es schon anders aus, vor allem wenn man bedenkt, dass die den Krieg auch nicht erst seit einem Jahr führen, sondern seit 10 Jahren. Aber die bekommen eben auch viel Hilfe von Verbündeten, ohne die sie vermutlich schon lange am Ende wären.

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 12.269

11.01.2023 15:22
#1066 RE: Update Kertsch-Brücke Antworten

Auswirkungen des Ölpreisdeckels der EU.

Zitat von 11 January 2023
Russia’s earnings from fossil fuel exports fell 17% in December, to the lowest level since the start of the country’s full-scale invasion of Ukraine.
The EU oil ban and price cap are costing Russia an estimated EUR 160 mn/day. The fall in shipment volumes and prices for Russian oil has cut the country’s export revenues by EUR 180 million per day. Russia managed to claw back EUR 20 million per day by increasing exports of refined oil products to the EU and to the rest of the world, resulting in a net daily loss of EUR 160 million.
The measures caused a 12% reduction in Russia’s crude oil exports and a 23% drop in selling prices, for a 32% drop in Russian crude oil revenues in December. Germany’s stoppage of pipeline oil imports shaved off another 5% at the end of December.
Russia is still making an estimated EUR 640 mn per day from exporting fossil fuels, down from a high of EUR 1000 mn in March to May 2022. The EU’s ban on refined oil imports, the extension of the price cap to refined oil and reductions in pipeline oil imports to Poland will slash this by an estimated EUR 120 mn per day by 5 February.
The EU remained the largest importer of oil from Russia in December, when pipeline crude oil and all oil products are included. This will have changed as Germany ceased to import Russian pipeline oil at the end of December and the EU oil products ban enters into force in February. Japan became the largest importer of LNG from Russia as European buyers cut purchases. China, South Korea, Turkey, India and Japan were the largest importers of coal.
Russia has so far made EUR 3.1 bn shipping crude oil on vessels covered by the price cap, resulting in approximately EUR 2.0 bn in tax income to the Russian government. This tax income can be eliminated almost completely by revising the price cap to a level that is much closer to Russia’s costs of production.
Lowering the crude oil price cap to USD25–35, still well above production and transport costs in Russia, would slash Russia’s oil export revenue by at least EUR 100 mn per day.
The price cap coalition has a strong leverage to push down the price caps — Russia has not found a meaningful alternative to vessels owned and/or insured in the G7 for the transportation of Russian crude and oil products from Baltic and Black Sea ports.
In the Pacific, Russia continues to use UK-insured tankers to sell oil to China, although the market price for the oil is above the price cap level. New measures are needed against insurers and tankers engaged in this trade.


https://energyandcleanair.org/publicatio...ply-the-impact/



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alpha_beta Offline



Beiträge: 93

12.01.2023 18:10
#1067 RE: Update Kertsch-Brücke Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #1066
Auswirkungen des Ölpreisdeckels der EU.


Die russischen Öleinnahmen sind bis dato komplett unabhängig vom Ölpreisdeckel. Urals (das Gros des Russland-öls) traded bei $50, der EU-Deckel liegt bei $60.

Die russischen Einnahmen Öl korrelieren praktisch mit dem Marktniveau für Öl, welches z.Z. markant niedriger als Anfang des Jahres ist wegen China lockdowns im Nov+Dez + Aktivierung der US-Ölreserven über das Jahr. Der Ölpreis wird bald wieder steigen und Urals könnte an die kritische 60$-Grenze gelangen, erst dann könnte der EU-Ölpreisdeckel, wenn überhaupt, eine Rolle spielen.

___________________
Fiat iustitia, ne pereat mundus.

Emulgator Offline



Beiträge: 2.758

12.01.2023 21:29
#1068 RE: Update Kertsch-Brücke Antworten

Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #1065
So erstaunlich finde ich das gar nicht mal; Sie hatten ja selbst schon einen Grund angeschnitten: Da ist eben auch noch ein großes Arsenal aus Sowjetzeiten vorhanden (was mich dabei eher wundert ist dass das nach Jahrzehnten noch funktioniert; gerade Munition / Sprengstoff dürfte auch ein Verfallsdatum haben,
Richtig, Munition "verdirbt" mit der Zeit. Aber es kommt auf die Komponente an. Primerladungen für Treibladungen und Zünder für Granaten werden schneller unzuverlässig als die wesentlich inerteren "Arbeitsladungen". Ergebnis ist also höchstens, dass die Treibladung im Rohr schon nicht abbrennt oder die Granate im Ziel nicht explodiert, sondern einen Blindgänger hinterläßt. Beides kann man riskieren. Richtig dumm wäre nur, wenn die Treibladung nicht mehr voll abbrennt, weil dann ein Kurzschuß die eigene Truppe gefährdet.

Allerdings werden bei Artillerieübungen auch scharfe Schüsse geübt, also mit echter Munition. Da nimmt man natürlich stets die ältesten auf Lager. Eine gewisse Neuproduktion gibt es also durchaus, sowohl im Westen wie in Russland.



Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #1065
und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Russen bei der Lagerung sonderlich sorgfältig waren)
Jaja, der dumme Russe! Wir müssen uns genau bewußt sein, daß wir auch von "unseren" Medien und Experten propagandistisch-optimistische Nachrichten bekommen. Ich finde das nicht sehr falsch, weil dies durchaus Trost spendet, aber es soll nicht zum Leichtsinn ausarten.

Natürlich wissen die Russen, wie sie ihre Munition lagern. Wir haben zwar am Anfang der Invasion einige taktische und logistische Fehler bei den Russen gesehen, aber ich denke, diese wurzeln vor allem in dem Irrtum, in der Ukraine nicht kämpfen zu müssen. Hätte es gestimmt, wäre das russische Vorgehen hoch effizient und elegant erschienen.

Solche Irrtümer über die Meinung in einem Drittland passieren auch NATO-Ländern. Zuletzt haben die Amerikaner im Irak und Frankreich in Mali die "Willkommenskultur" ihrer Zielländer ihren Soldaten gegenüber überschätzt.

Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #1065
Bitte um Korrektur falls ich falsch liege, aber ich meine mich an Zahlen aus der Vorkriegszeit erinnern zu können, nach denen Russland absolut ähnlich hohe, jährliche Militärausgaben hat wie Deutschland; und das bei sehr viel geringerem BIP und geringeren Personal- und sicherlich auch Produktionskosten. Da ist es für mich fast zwingend logisch, dass dabei unterm Strich ein wesentlich größerer Vorrat an Material rauskommt.
Auch das stimmt. Nicht umsonst hat man im Februar erwartet, die Russen würden in kurzer Zeit die Ukraine plattmachen. Es gibt zwar eine Korruptionsineffizienz, über deren Ausmaß man sich im März tüchtig gewundert hat, aber dem steht ja die Bürokratieineffizienz in NATO-Ländern gegenüber.

Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #1065
Aber die bekommen eben auch viel Hilfe von Verbündeten, ohne die sie vermutlich schon lange am Ende wären.
Der Großteil der ukrainischen Artillerie ist nach wie vor sowjetisch im engeren Sinne, also Waffen, die die Ukraine direkt von der Sowjetunion geerbt hat, nicht "Reimporte" aus Ländern, die früher im Warschauer Pakt waren und jetzt in der NATO sind. Die Haubitzen und Raketenwerfer nach NATO-Standards haben ein paar Vorteile bei Reichweite, Mobilität und schnellerer Feuerleitung. Das ist ihr Nutzen für die Ukraine. Quantitativ machen die NATO-Hilfen nicht viel aus.

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 1.597

12.01.2023 21:40
#1069 RE: Update Kertsch-Brücke Antworten

Zitat von Emulgator im Beitrag #1068
Jaja, der dumme Russe!


Darauf wollte ich eigentlich gar nicht hinaus; das Problem ist ein Anderes: Munition zu lagern erfordert schlicht und einfach Kapital. Und es ist glaube ich allseits bekannt, dass die russische Armee im Endstadium der SU und den Anfangszeiten des russischen Reichs unter Jelzin einfach keine Kohle hatte. Mal salopp formuliert: Die Munitionsbaracke kann man notdürftig reparieren und zusammenschweissen, aber das geht auch nur begrenzt, und irgendwann ist alles kaputt. Das ist halt die rote Armee, viel Personal, viel Material, aber man weiss nicht, wenn Ersatz kommt.

Nebenbei: Der "dumme Russe" hat ja in den SU-Zeiten, genau aus dem Grund der Knappheit, militärisch schlau schon so entwickelt, dass man das Zeug (Panzer, nicht alle, aber die guten, Flugzeuge) sehr einfach reparieren kann, und das Design schon nicht überkomplex gestaltet. Aber einen gewissen, politischen Support hat auch das noch erfordert. Wenn der fehlt, verrottet eben alles.

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 12.269

12.01.2023 22:04
#1070 RE: Update Kertsch-Brücke Antworten

Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #1069
Aber einen gewissen, politischen Support hat auch das noch erfordert. Wenn der fehlt, verrottet eben alles.


Nicht nur das, es muß auch eine gewisse Motivation da sein. Und nicht die sichere Gewißheit, daß jeder Vorgesetzte stiehlt, was sich abschleppen läßt & die Bilanzen, wenn sie überhaupt erhoben werden, einfach gefälscht werden. Die elementarsten Stücke der Ausrüstung, von Stiefeln bis zum Verbandszeug, die sich die gezogenen Mobbiks im Militärshop auf eigene Kosten besorgen müssen, sind solches abgezweigtes Material. Wenn überhaupt vorhanden, ist in der Versorgungs- und Nachschubkompanien das vorgeschriebene Material durch minderwertigen, weil eben billigsten Plunder aus chinesischer Fertigung ersetzt worden. Was in den Depots noch an Panzern steht, steht seit 40, 50 Jahren ungewartet im Freien, im Tundraklima wohlgemerkt (gilt nb. auch fürs fliegende Material). Auf Telegram finden sich genügend Videos, die Eingezogene in der Ausbildung hochgeladen haben, auf denen rostige Gewehre zu sehen sind, an denen sie "ausgebildet" werden sollen; an mitgeschnittenen Aussagen, daß sie in zwei Wochen ein Magazin verschossen haben, bevor sie mit einem weiteren aufmunitionerten Magazin an die Front geschickt wurden, herrscht auch kein Mangel. Da wird gerade die russische Tradition gepflegt, solche Leute ins Feuer zu schicken, bis dem Gegner die Munition ausgeht.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 1.597

12.01.2023 22:20
#1071 RE: Update Kertsch-Brücke Antworten

Zitat von Ulrich Elkmann im Beitrag #1070
Nicht nur das, es muß auch eine gewisse Motivation da sein.


Das kommt noch dazu. Es sollte eigentlich klar sein, dass man die ukrainischen Kämpfer nicht mechanisch beseitigen kann, weil die einfach nicht aufgeben.

Wenn ich Putin wäre, hätte ich mir das Geld für den Artillerie-Drohnen-Terror gespart und die Kohle lieber den Soldaten an der Front gegeben. Wenn der russische Berufssoldat/Rekrut, sagen wir mal, 3.000 Euro im Monat kassiert, legt er sicherlich auch eine völlig andere Kampfmoral an den Tag. Aber so viel kriegen vermutlich nicht mal die besten Wagner-Söldner. Da wird dann erwartet, dass sie alle für Mütterchen Russland ihr Leben riskieren wollen, das Mütterchen, das die Kohle den Großkopferten gibt und der kleine Mann darf dafür sterben. Ich frage mich, wie viele russische Kommandanten im Krieg schon gefallen sind, weil sie von hinten erschossen wurden...

Emulgator Offline



Beiträge: 2.758

12.01.2023 22:22
#1072 RE: Update Kertsch-Brücke Antworten

Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #1069
Das ist halt die rote Armee, viel Personal, viel Material, aber man weiss nicht, wenn Ersatz kommt.
Die Rote Armee gibt es seit 1946 nicht mehr.

Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #1069
Nebenbei: Der "dumme Russe" hat ja in den SU-Zeiten, genau aus dem Grund der Knappheit, militärisch schlau schon so entwickelt, dass man das Zeug (Panzer, nicht alle, aber die guten, Flugzeuge) sehr einfach reparieren kann, und das Design schon nicht überkomplex gestaltet.
Jein. Das Zeug ist nach westlichen Maßstäben überhaupt nicht gut zu reparieren und zu warten. Die Bw hat die MiG-29 aus NVA-Beständen trotz ausgezeichneter Flugleistungen und Kampfkraft vor der noch älteren F-4 Phantom ausgemustert, weil die Triebwerke zu durstig waren und die Wartung viel zu teuer.

Bei Panzern ist es ähnlich. Westliche Länder haben in jedem PzBtl. ein paar Bergepanzer mit Kran und Instandsetzungspersonal, die im Gefecht liegengebliebene Panzer abschleppen und Reparaturen feldnah durchführen können. Ob das im Gefecht wirklich klappt, ist Glückssache.

Die Russen belasten sich nicht mit Bergung und Instandsetzung unter Gefechtsbedingungen, sondern lassen das Material erstmal stehen. Dann wird der Panzersoldat eben zum Infanteristen. Die kann man ja auch brauchen.

In die Richtung geht letzlich inzwischen auch die NATO-Rüstung. Es wird nicht mehr repariert, sondern es werden die komplexer gewordenen Baugruppen getauscht; übrigens genau wie bei zivilen Kfz. Früher hatte man Ersatzlämpchen fürs Auto an Bord, heute kann man die Lämpchen nicht mehr ausbauen, sondern tauscht die wasserdicht verkapselte Scheinwerferbaugruppe. Die Ersatzteilvorhaltung wird dadurch leider teurer.

Zitat von F.Alfonzo im Beitrag #1069
Mal salopp formuliert: Die Munitionsbaracke kann man notdürftig reparieren und zusammenschweissen, aber das geht auch nur begrenzt, und irgendwann ist alles kaputt.
Wir haben ja genug solcher Einrichtungen der GSSD geerbt. Munitionsbunker sind nicht schlechter haltbar als zivile Häuser.

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 1.597

12.01.2023 22:35
#1073 RE: Update Kertsch-Brücke Antworten

Zitat von Emulgator im Beitrag #1072
Die Bw hat die MiG-29 aus NVA-Beständen trotz ausgezeichneter Flugleistungen und Kampfkraft vor der noch älteren F-4 Phantom ausgemustert, weil die Triebwerke zu durstig waren und die Wartung viel zu teuer.


Ja, nur "durstig" und "wartungsintensiv" interessiert halt niemanden im Sozialismus, wo man das "Getränk" selbst aus der Erde pumpt und problemlos 30 Millionen Mechaniker zwangsausbilden kann. Hat halt im Westen nicht mehr funktioniert, weil man da lieber Ami-Style-Equipment produziert, das in erster Linie die Soldaten schützt, und wenn's kaputt ist, kauft man halt ein neues. Ungefähr so wie ein Mikrowellenherd. Andere Philosophie, und wesentlich mehr ökonomischer Output machen das möglich.

Zitat von Emulgator im Beitrag #1072
Die Russen belasten sich nicht mit Bergung und Instandsetzung unter Gefechtsbedingungen, sondern lassen das Material erstmal stehen. Dann wird der Panzersoldat eben zum Infanteristen. Die kann man ja auch brauchen.


Jo, hatte zur Kriegsentwicklung mal den Youtube-Channel von dem deutschen Panzermuseumstypen gesehen (hatten Sie den damals verlinkt), der ganz gut erklärt hat dass die Panzer für große Schlachten in Zentraleuropa gebaut wurden und man antizipiert hat, dass die alle kaputtgehen...

Ulrich Elkmann Online




Beiträge: 12.269

12.01.2023 22:35
#1074 RE: Update Kertsch-Brücke Antworten

Vertragssoldaten haben seit Juni nominell einen Sold über 245.000 Rubel pro Monat, wenn sie im Kampfeinsatz an der Front sind (etwa €3000). Für die freiwillige Meldung zum Fronteinsatz ist eine Einmalzahlung von 195.000 ₽ ausgelobt; es gibt zahllose Berichte, daß die schlicht nicht ausgezahlt werden. Die Mobbiks, die Kanonenfutter sind, werden von den Großvätern und den Wagneriten schlicht ausgeplündert. Putin hat vorige Woche ein Dekret unterzeichnet, wonach Familienangehörigen ₽ 5 Millionen im Fall von "Fracht 200" ausgezahlt werden soll und 3 Millionen an 300er, die nicht mehr an der Front zu gebrauchen sind (entspricht € 68.000 bzw. 40.000).

Zitat
Dann wird der Panzersoldat eben zum Infanteristen. Die kann man ja auch brauchen.



Leider nein. Als Kommandant, Panzerfahrer, Kanonier/Richtschütze und Funker (das Standardquartett) haben Sie ganz andere Tätigkeiten als ein Infanterist, der aufsitzt, absitzt, vorrückt, schanzt oder in Stellung ist. Genau das zeigt sich gerade auf der Ostseite der Front. Die haben ihre Leute reihenweise nicht für die Tätigkeiten gedrillt, die tatsächlich anfallen. Dann kommt das zu Pannen wie in Makijiwka zu Silvester, wo der gesamte Munitionsvorrat im Keller unter den Mannschaftsquartieren eingelagert war.



"Les hommes seront toujours fous; et ceux qui croient les guérir sont les plus fous de la bande." - Voltaire

F.Alfonzo Offline



Beiträge: 1.597

12.01.2023 22:43
#1075 RE: Update Kertsch-Brücke Antworten

Ja, das interessante ist: Was kriegt der Rekrut, der zwangseingezogen wurde?

Die "Brass"-Typen im russischen Militär haben sicherlich auch kein kein Motivationsproblem, im Gegenteil. Aber offensichtlich sind ihnen ja schon die Männer ausgegangen, daher die Wehrpflicht. Und gerade DIE müssten halt am meisten bekommen, nicht der General, der den Krieg so oder so führen will...

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